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"VICE ist eine Multimedia-Firma, die sich auf internationale Nachrichten,"
"Kunst und Kultur spezialisiert hat. VICE ist in über 34 Ländern verfügbar"
"und bekannt dafür, über provokante und kontroverse Geschehen zu berichten,"
"die von den Mainstream-Medien gewöhnlich ignoriert werden."
"Diese neuartige Form der Berichterstattung hat seltsame Ereignisse zutage gefördert."
"Ihr Stil wird oft als "Immersionismus" bezeichnet."
Ich bin Sam Turner. Wir sind im Hauptsitz von VICE in Williamsburg, Brooklyn,
mit einem unserer beliebtesten Modefotografen: Patrick Carter.
Kürzlich saßen wir in einer Bar zusammen, als er von seiner Schwester sprach.
Uns hat's die Sprache verschlagen.
Nach der Geschichte war uns klar, dass wir darüber 'ne Story machen müssen.
"Patricks Schwester verließ New York nach dem Kampf gegen ihre Drogensucht"
"und schloss sich einer einfach lebenden Gemeinde im ländlichen Mississippi an."
"Patricks Sorge um sie wuchs, als er einen seltsamen Brief von ihr bekam."
Soll ich ihn vorlesen? - (Sam) Ja, bitte. Okay. Da steht:
"Lieber Patrick, ich meldete mich lange nicht, aber wir sind dabei,"
"eine Gemeinde aufzubauen, in der wir frei leben können, so wie Gott es wollte."
"Wir sind noch nicht am Ziel, aber bald. Ich hoffe, du kommst uns besuchen."
"Hier ist alles voller Liebe, aber du fehlst mir."
"In Liebe, Caroline". Dann folgt 'ne Telefonnummer.
"Diese führte Patrick zu einem Mann, der ihm sagte,"
"dass seine Schwester mit dem Rest der Gemeinde das Land verlassen hatte."
"Den Aufenthaltsort nannte man ihm nicht, aber er erhielt Instruktionen,"
"wohin er fliegen sollte. Für die restliche Strecke käme ein Hubschrauber."
"Sam überredete Patrick, ihn und einen anderen Mitarbeiter von VICE mitzunehmen,"
"um den abenteuerlichen und bizarren Ausflug zu dokumentieren."
Wir waren an chaotischen, abgefuckten, verwüsteten Plätzen auf diesem Globus,
aber noch nie unterwegs in das absolut Ungewisse.
Wir fliegen von New York ans Ende der Welt,
um deine Schwester zu suchen und herauszufinden,
was es mit ihrer "Gemeinde" auf sich hat.
Vielleicht nennen wir das Ganze: "Wie VICE die Familie Carter wieder zusammenführte."
(Musik)
(Musik)
Ich bin morgen früh um 8 Uhr zurück.
Ich warte nicht länger als eine Stunde, dann flieg ich ab. Mit oder ohne euch.
Keine Sorge, wir werden da sein! - Ich mach mir keine Sorgen. 8 Uhr!
Wer von euch ist Patrick? - Hier, das bin ich.
Wieso wissen wir nichts von den anderen beiden.
Sie sind zu dritt. - Ist das ein Problem?
Ohne Erlaubnis dürfen sie nicht mitkommen. Bitte, hören Sie auf, mich zu filmen, Sir.
(Funk) Ich kläre das. - Ich kann meine Freunde nicht hierlassen.
Meine Schwester hat uns eingeladen.
Sie heißt Caroline Carter. - Moment.
Wo ist das Problem? - Ganz ruhig. Es war so abgesprochen.
(Funk) Okay. Bringt sie mit rein. - Verstanden.
Ist in Ordnung.
Kommt mit mir. Kommt schon!
Na dann. - Steigt hinten auf.
Auf den Laster? - War das nicht deutlich? Schon gut.
Wer sagt's denn? Ist doch sehr gemütlich.
"Eine zwei Kilometer lange Straße führte auf das Gelände der Gemeinde."
"Es gab nur diesen einen Weg. Nach drinnen oder draußen."
Ja, so weit wären wir schon mal. Irgendwo am Arsch der Welt.
Und sofort muss sich Patrick mit einem unserer Aufpasser anlegen,
ohne die man hier aufgeschmissen ist. Mag sein, dass ich 'n Softie geworden bin,
aber in so 'nem Moment denk ich mir immer: Wie sind wir auf so 'ne Idee gekommen?
Wir hatten schon blödere Ideen.
Was gibt's da zu lachen? Film seine Schuhe.
Wo wolltest du mit denen hin?
Bist du nicht beruflich viel auf Reisen? - Ja, nach L.A. und Paris.
Ich wälz mich nicht mit Models im Dreck.
Hey, Mann, du bist in der Modebranche. Kauf dir 'n Paar Boots.
(Musik)
Hey! Kamera aus!
Macht sie aus! Macht sie aus!
Also, sieht recht beschissen aus.
Sie haben nicht auf uns geschossen, aber wir müssen höllisch aufpassen,
dass sie uns nicht beim Filmen erwischen. Patrick erklärt gerade, wer wir sind
und was wir tun. Ich bin mir nicht sicher, ob das unsere Lage verbessert oder nicht.
Wir hoffen, dass er seine Schwester findet. Dann hauen wir ab.
Wenn die auf Patrick schießen sollten, verpiss ich mich dahin.
So schnell wie möglich.
Und, Scheiße, die wollen unsere Pässe. Aber von mir bekommt niemand meinen Pass.
Und 'ne Art Spende wollen die auch noch.
Keine Ahnung, wie hoch die sein soll. Jedenfalls,
so eine Art von Hippie-Kommune ist mir auch noch nicht untergekommen.
Sie können hier nicht rein. - Seht her, da kommt sie.
Das ist meine Schwester. - Hey, ist schon in Ordnung, Jungs.
Warten Sie, bis sie am Tor ist.
Immer mit der Ruhe. Ist ja gut.
Ich freu mich so, dich zu sehen. - Ich freu mich auch. Was soll das alles?
Ich sag's euch später. Hi. Ich bin Caroline. - Hi.
Freut mich sehr. - Mich auch. Ich bin Sam. Das ist Jake.
Hi. Wir haben nichts von euch gewusst, sorry. Aber schön, euch hierzuhaben.
Eine Hütte für euch wird sauber gemacht. - Ist es okay, wenn ich weiterfilme?
Ja. Ja, klar. Ihr könnt filmen, was immer ihr wollt.
Ich würd mir wünschen, dass ihr das von vorhin wieder rausnehmt,
es würde den Gesamteindruck verfälschen.
Die Waffen sind eine Vorsichtsmaßnahme. Hier braucht man 'ne gewisse Sicherheit.
Kein Thema. - Wollen wir reingehen?
Ja, na klar. - Cool. Danke, Jungs!
Du meine Güte, lass dich mal ansehen. Deine Haare sind so kurz.
Ja, 'ne kleine Veränderung. Du siehst gut aus, so gesund. - Danke.
Hier lebst du also? Unglaublich. - Warte, bis du alles gesehen hast.
Willkommen in der Gemeinde Eden. Na, was sagt ihr? Ist doch toll, oder?
(Lautsprecher) Meine Kinder, wir haben besondere Gäste in der Gemeinde Eden.
Bringen wir ihnen unsere Gastfreundschaft und Liebe entgegen,
so wie unser Herr es uns gelehrt hat. - Ihr habt das alles selber gebaut?
Wir schuften ganz schön. Das hat über ein halbes Jahr gedauert,
und ans Schlafen war nicht mehr zu denken.
Aber Vater hatte eine Vision und wollte keine Zeit verschwenden.
Wir haben den Himmel auf Erden gebaut.
Wer ist "Vater"? - Das klingt für euch sicher komisch, hm?
Na ja, er ist der Gründer von all dem hier.
Ihm verdanke ich es, dass ich noch lebe, ohne ihn wären wir alle nicht hier.
Ein Genie, der Mann, ich schwöre es. Ich weiß, es klingt komisch,
aber wir nennen ihn alle so. - War er das? Aus dem Lautsprecher?
Können wir irgendwann mit ihm sprechen? - Lasst mich sehen, was ich machen kann.
Ich weiß, ihr seid Patricks Freunde, aber wir wollen nicht an die Presse gehen.
Das hier würde nicht ohne Diskretion laufen. - Diskretion?
Wem gegenüber? Leuten wie uns, oder meinst du die örtliche Regierung?
Ein bisschen von beidem. Es gibt da Typen, die uns aufhalten wollen und behaupten,
es sei falsch, was wir machen, aber ich persönlich hab keine Ahnung,
warum hier irgendwas falsch sein soll. Ich war niemals so glücklich wie jetzt.
Und wir wuchsen in Upper Westside auf. Mit Geld. Aber das war kein Leben.
Zumindest nicht für mich. Das hier ist Leben!
Wir haben das zusammen als Gemeinde gebaut. Und tun alles dafür, dass es so bleibt.
Ein paar unserer Mitbewohner zogen aus, damit ihr Jungs hierbleiben könnt.
Hier, bei uns, heut Nacht. Patrick wohnt bei mir im Hauptgebäude.
Ich weiß, es ist ganz sicher kein Luxus, aber ihr werdet's hier gemütlich haben.
Jeder, der hier neu ankommt, schwört, dass er noch nie so gut geschlafen hat.
Es ist so friedlich, und wartet ab, bis ihr den Sternenhimmel seht.
Super! Danke. Treffen wir uns dann, wenn wir fertig sind?
Wir würden uns gern mit dir unterhalten, ist das okay? - Ja, ja, natürlich,
aber gehen wir's langsam an, ich brauche wirklich etwas Zeit mit meinem Bruder.
Du kannst ihn haben. Aber nur ungern.
Im Ernst, wenn ihr irgendetwas braucht, das Hauptgebäude ist gleich gegenüber.
Hinter dem Pavillon. Seht ihr's? - (Sam) Ja.
Bewegt euch völlig frei. Geht, wohin ihr wollt.
Ihr seid überall herzlich willkommen. - (Sam) Coole Sache!
Bist du so weit? - Klar. Macht's euch bequem.
(Sam) Danke. - Okay. Ich geh dann mal mit ihr mit.
(Sam) Geht klar. - Bis dann. - (Jake) Bis später, Mann.
Willst du nach unten oder oben?
Die singt echt 'ne Lobeshymne.
"Noch nie so gut geschlafen."
Hast du auch so viel Schiss? - Und wie!
Warum sind die so schwer bewaffnet?
Ich tausch mal die Speicherkarte aus, damit wir im Ernstfall schon was haben.
Gute Idee.
(Musik)
(Gong)
(Vater über Lautsprecher) Friede sei mit euch, meine Kinder.
Lasst eure Herzen voll Freude sein, lasst keine Angst hinein.
Wie im Pfadfinderlager hier. - Vor uns liegt ein neuer Tag im Paradies.
In Einigkeit, Freiheit, Brüderlichkeit.
Gott sei mit euch allen. - Hi.
Keine Ahnung, wen ich zuerst ansprechen soll.
Na, ich werd's sehen. Hallo, wie geht's?
Die schon mal nicht. Denke ich.
Oh, oh, die ist doch gut. Komm.
Hi. - Hi.
Wie geht's Ihnen? - Gut. Und selbst? Danke, mir auch.
Ich heiße Lorraine Davis, aber alle Leute hier nennen mich Miss D.
Was hat Sie denn hierher gebracht? - Die Kirche.
Als Vater in unsere Stadt gekommen ist, wo wir gelebt haben,
waren überall im Ort Poster angebracht,
die dazu aufriefen, uns selbst zu helfen, zu bessern, zu beten
und uns auf unser persönliches Verhältnis zu Gott zu besinnen.
Also bin ich erst mal runter zur Kirche, wo er predigte.
Und noch bevor er zu Ende gepredigt hatte, war's um mich geschehen.
Der Mann hatte eine Art zu reden.
Er weiß genau, wie man anderen Menschen Mut zuspricht,
und ich hab mich noch nie so wundervoll gefühlt.
Und dann gehörte ich zu den Auserwählten, die er mitnehmen wollte,
um ein Teil seiner Familie und all dem hier zu werden.
Fiel es Ihnen nicht schwer, Ihr Zuhause aufzugeben? - Oh, nein.
Nach dem Tod meines Mannes gab's für mich keinen anderen Lebensinhalt mehr.
Mein Glaube ist das, was vor allem anderen kommt.
Hier hab ich mein Zuhause gefunden.
Wir kommen von VICE und würden gern von Gleichaltrigen hören, wie man hier lebt.
Ich kenne VICE. - Cool. Australierin, stimmt's?
Melbourne, richtig! - Und was treibst du hier?
Was hast du gemacht, bevor du herkamst? - Ich hab Kunst gemacht, in Brooklyn.
Welche Art von Kunst? - Alles Mögliche.
Malerei, Poesie, Performance.
Vermisst du nicht die Technologie, an die du gewöhnt warst?
Zumindest die simplen Kommunikationswege, einfach zu wissen, was draußen passiert.
Das musst du doch. - Ich brauch kein Internet dafür.
Die Menschheit lebte Jahrtausende ohne.
Es ist nur so 'ne neue schädliche Sucht.
Hier reden wir persönlich miteinander, nicht über Satelliten.
Und mit deiner Familie? In Australien. Wissen die, wo du steckst?
Das hier ist jetzt meine Familie.
Vater gab mir mehr, als ich mir je erträumte.
Ich bin so dankbar. - Verstehe.
Spricht auch nichts dagegen. Danke.
Oh, hi. - Hi. Dürfen wir reinkommen?
Bitte.
Was ist das hier? - Das ist unser Krankenhaus.
Und vorübergehend auch unser Kindergarten.
Ich bin die Oberschwester. Ich versorge unsere Patienten, wenn wir welche haben.
Insbesondere unsere Senioren. Und unsere Miss Phoebe betreut einige unserer Kinder,
wenn ihre Eltern auf den Feldern arbeiten. - Gibt es hier viele Kinder und Senioren?
Ja, schon. Über 35 Jungen und Mädchen sind unter zehn Jahren.
Und mindestens 60 bis 65 Senioren.
Ja, so hat unsere Gemeinde angefangen. Mit der Hilfe für Senioren.
Wurden hier auch Kinder geboren? - Wir brachten sieben Babys zur Welt.
Sieben? Und alle hier?
So ist es. Hier drin.
Wieso sind Sie so überrascht?
Weltweit werden täglich Kinder unter weit schlimmeren Bedingungen geboren.
Nicht das Krankenhaus macht die Arbeit, sondern die Mütter.
(Jake) Er ist bloß nervös, weil seine Frau schwanger ist.
Wirklich? Wann ist es so weit? - Nächsten Monat.
Ist es Ihr Erstes? - Ja. Ist schon mächtig aufregend, das Erste.
Ich gratuliere. - Danke.
Wo sind die Vorräte hergekommen? Sind die von Ihnen?
Das meiste brachten wir mit. Aber dem Himmel sei Dank haben wir noch nicht viel
von der Arznei aufgebraucht. Aber wir sind auf jeden Notfall gut vorbereitet.
Wer bezahlt das alles? - Wir tun das.
Na ja... Auf jede mögliche Art und Weise.
Viele von uns in der Gemeinde haben alles, was sie hatten, verkauft.
Bei ein paar Hundert Leuten wären Sie überrascht,
was man alles auf die Beine stellen kann. - Und jeder gab alles für das hier auf?
Ganz genau. Wir haben alles verkauft und der Kirche das Geld gestiftet.
Und wir würden es jederzeit wieder tun.
Vater ist nämlich auch Geschäftsmann. Und ein ganz wundervoller sogar.
Das wird nur allzu oft übersehen.
(Musik)
Gut gemacht.
(Sam) Wo kommt ihr Jungs her? - Aus dem Ghetto, Mann.
Wir hatten nichts, dort, wo wir lebten. Wir hatten zwei Zimmer für fünf Leute.
Möchtest du so leben? - Ich, Robert, unsere Mutter
und zwei Schwestern. Wir waren in der Scheiße, bis wir hier landeten.
Wir kommen aus 'ner brutalen Ecke. Da hast du ganz schnell 'ne Kugel im Kopf.
Dass wir hier sind, ist 'n Wunder. - Hätte uns einer gesagt,
dass wir uns 'nem Weißen anschließen, hätten wir den als Spinner bezeichnet.
Kapierst du, was ich sage? Wenn wir euch so anschauen,
dann seid ihr für uns die Spinner. - Es ist Gottes Wille, dass wir so leben.
Einer für alle, alle für einen. - Stimmt.
Keiner ist nur für sich selber da, Gott wacht über uns. - Ja.
Und wir wachen übereinander. - Richtig. - Habt ihr vor,
je wieder zurück in die Staaten zu gehen? - Niemals. Es gibt keinen Grund.
Ich geh nie mehr zurück, Mann. Ich sterbe, bevor ich das mache.
Hundert Pro.
(Jake) Hey, kann ich mitspielen? - Klar, Mann.
(Jake) Dann mal los. - Kann er das überhaupt? - (Sam) Nein.
(Musik)
Wir sprachen also mit ein paar Leuten.
Und jeder hier sagt das Gleiche: Es sei das Paradies auf Erden.
Sie haben ihre eigene Landwirtschaft, ein Krankenhaus, einen Kindergarten...
Es kommt mir schon fast utopisch vor. Für jeden ist was dabei.
Willst du Spiritualität, du kriegst sie.
Suchst du progressive Politik, du kriegst sie.
Ist es ein technologiefreies Hippie-Leben, das du suchst? Kannst du auch haben.
Ich glaube, es war pure Verzweiflung, die die Leute hier zusammenbrachte, aber...
auf alle Fälle scheinen sie jetzt glücklich zu sein.
Als Nächstes suchen wir Patrick und Caroline im Hauptgebäude
und führen hoffentlich ein Interview mit diesem "Vater", von dem alle so schwärmen.
Ich werd mich am Riemen reißen und intelligente Fragen stellen,
aber jetzt kommt der Jetlag und ich klappe bald zusammen.
Jake, was denkst du eigentlich darüber? Sag mir deine professionelle Meinung.
Na ja, also, ich bin ja von Haus aus Zyniker, aber...
...dass 'n Haufen Junkies und Alkoholiker das hier auf die Beine stellten...
macht schwer Eindruck.
Aber allein schon die Tatsache, dass sie alles verkauft haben...
Keine Ahnung, ist irgendwie 'n rotes Tuch für mich.
Eigentlich, ich mein, also, wenn man hierherkommt, um clean zu werden
oder für 'n Monat nachzudenken, ist es perfekt.
Aber ich frag mich, ist das auch ein vertretbarer Lebensstil für Leute über 60?
Die medizinische Versorgung ist super, aber das reißt es nicht raus.
Meiner Meinung nach.
Was wirst du den Typen fragen? - Noch keine Ahnung.
Legst du gleich los, oder wartest du erst mal die Stimmung ab?
Nein, ich nehm ihn mir vor.
Okay. Also gut. Ich schau mal, ob er sich verkabeln lässt
und versuch euch Mikros anzustecken.
Sam! Wir haben Besuch.
Hi.
Wie heißt du denn? - Savannah! Da steckst du ja.
Ich hab dich überall gesucht. - Hi, Savannah.
Entschuldigen Sie. Sie ist stumm. Sind Sie Freunde von Caroline?
Ja, wir sind von VICE. Wir machen vielleicht eine Story über eure Gemeinde.
Was für eine Story? - Wir wissen's noch nicht so richtig.
Machen Sie sich über uns lustig? - Im Gegenteil. Wir sind sehr beeindruckt.
Ich verstehe. - Wie wär's mit einem kurzen Interview?
Wir sprachen schon mit ein paar von euch, und die Meinung einer Mutter wär super.
Nein, danke schön. Wir dürfen nicht über die Gemeinde sprechen.
Vor allem nicht mit Außenseitern. Komm, Liebling.
Hat sie "Außenseiter" gesagt? - (Jake) Ganz genau.
Das hört sich nicht mehr so gut an. - (Sam) Ja.
(Caroline) Wir haben einen strikten Arbeitsplan.
(Patrick) Sonst ist das nicht machbar. - Hey! Wie geht's?
Wir sehen uns später. Gefällt's euch bis jetzt? - Definitiv!
Ja? Gute Neuigkeiten, ich konnte mit Vater sprechen,
und er wird euch ein Interview geben. - (Sam) Cool!
Er fühlt sich im Moment nicht wohl und nahm grad seine Medizin ein.
(Sam) Ist er krank? - Nichts Ernstes.
Sein Magen macht ihm etwas zu schaffen.
Er gibt euch das Interview im Sitzen, heute Abend bei der Versammlung.
Wir planen ein Event für euch drei. Wird bestimmt toll.
Es gibt Musik und Tanz. Wird euch sicher gefallen.
Und wir würden uns total freuen, wenn ihr euch dieses Dokument anseht.
Da stehen einige Infos über uns drin, als Vorbereitung für euer Interview.
Vater bleibt nur 'ne halbe Stunde bei uns, dann geht die Party los.
(Jake) Wann geht's los? - Bei Sonnenuntergang.
Wir treffen uns alle am Pavillon, ich kümmer mich dann um den Rest.
Perfekt. Danke. - Wir haben nichts zu verbergen.
Jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss noch einiges erledigen.
Wir sehen uns dann bald. - Wunderbar. Schön. Bye!
(Patrick) Danke, Caroline.
Wie geht's dir, Mann? - Ich hab irre Aufnahmen geschossen.
Die reichen für 'n ganzes Buch.
Schau dir mal die Visagen an.
Echt krass.
Daraus kann ich echt was Cooles machen.
Damit komm ich sicher in 'ne Talk-Show. Der Wahnsinn. - Kann ich mal sehen?
Guck mal. Wer weiß, vielleicht ist das mein Ausstieg aus der Mode.
Was habt ihr zwei getrieben? - Mit 'n paar Leuten hier gesprochen.
Und? - Ziemlich abgefahren.
Sind schon 'n paar schräge Vögel dabei.
Schon der Hammer. Ich hab... - Verhalten sich echt komisch,
aber sind alle nett. - In meiner Hütte hab ich 'n Büro
und 'n extra Schlafzimmer. Wie haben die das gebaut?
Das verblüfft mich auch, muss ich zugeben. - Glaubst du...
deine Schwester will hierbleiben? - Also, ich meine, ja.
Ich dachte, ich müsste sie retten, aber ihr ging's schon beschissener.
Aber wie bring ich das meinen Eltern bei?
Kamera läuft, also, lies das noch vor. - Okay.
"Erlesene Gäste. Willko..." - Bitte was? Erlesene Gäste?
Da steht's. - Tatsächlich.
"Willkommen in der Gemeinde Eden."
"Vaters größter Wunsch ist es, Frieden und Liebe um sich zu schaffen."
"Eine Welt, die die Bedürfnisse eines jeden berücksichtigt,"
"denn das ist Gottes Wille."
"Wir suchen nicht die Isolation zur Außenwelt,"
"aber wir suchen Distanz von Imperialismus, Gewalt, Armut, Rassismus"
"und jedwedem Angriff auf die Menschenrechte."
"Das, was in der modernen Gesellschaft ganz normal geworden ist."
"Vater erschuf die Gemeinde Eden, um das alles hinter uns zu lassen."
"Es ist ein Neubeginn. Von Herzen, eure liebende Gemeinde Eden."
Definier Imperialismus.
Idioten!
Kriegst du 'n Signal? - Nee.
Okay. Was machst du dann am Telefon?
Sie ist morgen immer noch schwanger, wenn du nach Hause kommst.
Vielleicht haben Sie 'n Satellitentelefon? - Sie haben kein Satellitentelefon.
Mach ihm doch keine falschen Hoffnungen. - Okay,
aber ich sah 'n Raum voll mit Equipment. - Schluss damit. Es wird alles gut.
(Caroline über Lautsprecher) An alle Gemeindemitglieder.
Kommt bitte alle bis spätestens 19.45 Uhr zum Pavillon.
Es gibt heute ein ganz besonderes Treffen mit Vater und unseren Besuchern.
Jeder muss anwesend sein. Gott behüte euch.
(Unverständliche Dialoge)
Also, ihr Jungs sitzt hier. Und wenn ihr so weit seid, kommt Vater zu uns.
Moment mal. Wir machen das hier vor allen? - Ja, richtig.
Okay. - Gebt mir Bescheid, wenn ihr fertig seid.
Hey, Patrick. - Ja?
Macht deine Kamera auch Videos? - Ja.
(Jake) Kannst du die mitlaufen lassen? - Na klar.
Von wo aus soll ich filmen?
Von überall, wo du 'ne gute Aufnahme von Sam kriegst, wenn er seine Fragen stellt.
Und dann schwenk rum und mach Aufnahmen von den Zuschauern. Das wär mega.
Ich stell mich mal da drüben hin. - Ja. Danke, Mann.
(Jake) Also, vom Licht her sieht's gut aus.
(Musik)
(Spannende Musik)
(Unverständliche Dialoge)
(Frau) Da ist Vater!
(Jubel)
(Unverständlich)
Schön, dich zu sehen!
Hallo!
Wie geht es Ihnen? - Schön, Sie zu treffen.
Das Vergnügen ist ganz meinerseits. - Ja.
Wunderbar, wunderbar.
Ich muss mir das hier noch anstecken.
So, wunderbar.
Ihr seid sicher schon in den Genuss unserer Gastfreundschaft gekommen?
Was uns an modernem Komfort fehlt, füllen wir mit unserer Menschlichkeit.
Hab ich recht? (Jubel)
Wir sind schwer beeindruckt. Alle, mit denen wir sprachen,
haben so was wie hier immer gesucht, und das schreiben sie Ihnen zu.
Oh, das ist zu viel der Ehre. Jeder hier hat seinen Anteil gebracht.
Wir haben's gemeinsam gebaut, von Grund auf!
Das ist unsere Gemeinde, und ihr als unsere Besucher gehört genauso mit dazu.
Das ist das, woran wir glauben. (Zustimmendes Gemurmel)
Dazu kommen wir noch. Aber zuerst ein paar grundsätzliche Fragen.
Fühlen Sie sich besser? Oder ist es Ihnen zu anstrengend? Caroline deutete was an.
Oh, es geht mir gut. - Das freut mich.
Also, als Erstes: Darf ich Ihren richtigen Namen erfahren?
Jeder hier nennt Sie "Vater" und ich wüsste gern, seit wann.
"Vater" ist natürlich ein Spitzname.
Ich weiß nicht mehr, wie es damit losging, aber es war vor vielen Jahren.
Die meisten Menschen sehen nun mal in jeder helfenden Hand eine Art Vaterfigur,
und ich glaube, dass es von daher kommt.
Mein bürgerlicher Name ist Charles Anderson Reed.
Das ist doch ein toller Name.
Woher stammen Sie und wie hat all das hier angefangen?
Verraten Sie's uns? - Ach, wissen Sie,
ich war so gut wie überall, habe alle Orte bereist.
Und was habe ich vorgefunden?
Armut, Gewalt,
Gier und Rassismus. - (Alle) Ja!
Die Fundamente einer kranken Gesellschaft. Und ich fühlte mich berufen, es zu ändern.
Seht doch mal die Menschen hier an.
Sie kamen alle her, weil sie nichts hatten.
Schon von Geburt an Verbannte, die niemals eine Chance hatten.
Genauso war es bei mir.
Die Gesellschaft hat diese Menschen schon vor Jahren abgeschrieben,
aber ich werde das nie tun.
Ich bin arm aufgewachsen, ich kenne den Schmerz.
Das Gefühl, wenn man die Hoffnung verliert, sich völlig aufgibt.
Aber das werden Sie hier nicht finden.
Wer herkommt, kriegt einen Platz zum Leben.
Ich geb euch einen Job, was zu essen, ein Bett, was immer ihr braucht.
(Alle) Genau. - Und wir können unser Leben leben,
mein Freund, wirklich leben. - Man spürt die Zusammengehörigkeit.
Aber brauchen Sie diese starke Isolation, um eine solche Welt zu ermöglichen?
Wir müssen sie behüten, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.
Sehen Sie, wir haben diese Gemeinde über viele Jahre hinweg aufgebaut.
Wir sind herumgereist und haben Gottes Wort gepredigt.
Und bei jedem Aufenthalt nahmen wir eins, zwei von Gottes verlorenen Kindern auf.
Und wissen Sie was? Es ist ein Kampf, die Menschen zusammenzubringen.
Amerika löst sich bald völlig auf.
Wegen der Art, wie es regiert wird und der Werte, die es vertritt.
Diese Regierung versagt jämmerlich.
Aber bevor Sie mich einen Kommunisten oder Sozialisten schimpfen,
nur weil ich versuche, für meine Mitmenschen da zu sein,
lassen Sie mich mal Ihr Gedächtnis auffrischen.
Alle großen Führer, die versucht haben, eine bessere Welt für uns zu schaffen,
wurden eiskalt erledigt. Hab ich recht?
Malcolm X, Martin Luther King... - (Alle) Ja. Genau.
JFK, RFK... - (Alle) Ja, richtig!
Ich würde für meinen Glauben sterben, aber warum im Kampf sterben,
wenn du dich komplett zurückziehen kannst, um etwas ganz Neues zu erschaffen?
In eine Welt ohne Gewalt.
Römer, Kapitel 12, Vers zwei:
"Du sollst dich nicht richten nach den Maßstäben dieser Welt."
"Vielmehr lerne, in einer neuen Weise zu denken, damit du verändert wirst."
Und auf diese Weise kannst du Gottes Wille prüfen und beweisen.
Gottes guter, wohlgefälliger und vollkommener Wille.
Das ist das, was wir hier tun. Wir führen unsere Mission
in Frieden weiter. Das ist doch sehr zu würdigen, oder?
Absolut! Da Sie das schon ansprechen...
Wir wurden von Männern mit Maschinengewehren empfangen.
Wenn das eine pazifistische Gemeinde ist, und es scheint mir so zu sein,
warum die Gewehre? Gibt es da eine gewisse Paranoia gegenüber der Außenwelt?
Heute nannte uns eine Frau "Außenseiter".
Oh! Da habt ihr's. Genau deshalb mag ich keine Medien.
(Lachen)
Wir sprechen grad mal 5 Min. und Sie stürzen sich gleich auf was Negatives.
Das war nicht meine Absicht. - Das ist kein Vorwurf, Sam.
Ist nicht Ihre Schuld. Es ist Ihnen nicht mal bewusst, Sie sind so konditioniert.
Sie kommen aus einer kranken, gewalttätigen Gesellschaft.
Klar, dass für Sie weniger das Positive unserer Gemeinde zählt
als vielmehr die Waffen, mit denen wir uns verteidigen.
Ich sagte nicht, dass... - Was wir hier machen, ist radikal, Sam.
Und es ist kompliziert, deshalb erkläre ich es Ihnen ja auch.
Ich hab Verständnis für Ihre Unwissenheit. Wir alle haben früher so gedacht wie Sie.
Lassen Sie mich erzählen. Es gibt da bestimmte Spitzel in der Regierung,
die mich und meine Gemeinde über viele Jahre hinweg observiert haben.
Jeder weiß Bescheid. Ich hab es nie geheim gehalten.
Aber ich habe diesen Menschen versprochen, dass ich sie in ein besseres Leben führe.
Und das bedeutet auch, sie zu schützen.
Dies ist unser Zuhause. Wir müssen es behüten.
Das ist verständlich. - Ich wusste doch, wir kriegen Sie rum.
(Lachen) Das Leben im Bienenstock New York City
hat euch nicht komplett abgestumpft. Das ist gut.
Also...
Es hat doch bestimmt 'ne Menge gekostet, das alles.
Nur durch Spenden? Von den Ersparnissen dieser Menschen?
Oh, Sam, schon wieder diese Negativität.
Spielt Geld wirklich so eine wichtige Rolle? Ist das alles?
Wir vergöttern keinen Kapitalismus und Materialismus.
Wir kamen her, um von der Erde zu leben. Genauso hat Amerika angefangen,
aber sie lassen es nicht mehr zu. - Ja, wer keine Steuern bezahlt,
wandert in den Knast. - So ist es. Sie haben völlig recht, Sam.
Ich möchte Ihnen gern eine Frage stellen.
Sehen Sie sich mal um. Sehen Sie sich all diese Menschen an.
Finden Sie hier irgendjemanden, der aussieht, als müsse er in den Knast?
Es sieht niemand so aus. - Völlig richtig.
Ich sehe, Sie haben einen Ring am Finger. Verheiratet, hab ich recht?
Ja. - Oh, das ist doch schön.
Sie lieben Ihre Frau?
Wie bitte? - Eine simple Frage. Lieben Sie Ihre Frau?
Ja, natürlich. - Und Sie würden alles für sie tun?
Ja. - Und was ist mit dem Kind, das Sie erwarten?
Was haben Sie? Hab ich Sie etwa aus der Fassung gebracht?
Interessant, wenn sich der Spieß umdreht. (Lachen)
Sie fragen sich jetzt sicher, woher ich das über Ihre Frau weiß, oder?
Spaß beiseite, Sam. Ich will nur mal was festhalten.
Ich liebe diese Menschen hier, so wie Sie Ihre Frau und Ihr ungeborenes Kind.
Sie alle sind meine Familie, meine Kinder.
Was immer Sie für Ihre Leser aufschreiben, ich will, dass Sie das nicht vergessen.
Und wenn Sie erst mal dabei sind, die Fakten zu verdrehen,
vergessen Sie nicht, dass Sie mit dem Leben dieser Leute spielen.
Sehen Sie sich diese Gesichter an.
Die Freude in diesen Gesichtern.
Vergessen Sie niemals, was Sie heute sehen, Sam.
Sie haben eine immense Verantwortung. Ich hoffe, das ist Ihnen bewusst.
Natürlich! Aber wir verdrehen keine Tatsachen.
Wir sind immer aufrichtig subjektiv, wir haben keine Absichten.
Wir versuchen, Bedeutsames zu dokumentieren.
Ja, ich weiß. Caroline hat mir das gesagt.
Nur deshalb führen wir dieses Interview.
Aber ich glaube nicht an die Medien.
Ich lese da nur Lügen über Lügen über Lügen.
Alles, was die Auflage noch steigert.
Aber ich sehe Sie an, Sam, und sehe, Sie meinen's ehrlich.
Sie zeigen ernsthaftes Interesse.
Das stimmt.
Ja, das tun Sie.
Also, noch mehr Fragen, oder können wir Schluss machen
und mit der Feier beginnen, die vorbereitet wurde?
Wir haben eine ganz wunderbare Band, die Ihnen sicher gefallen wird.
Ja.
Ich denke, wir haben's. - Wunderbar!
Viel Spaß. Habt viel Spaß. Feiert schön!
Viel Vergnügen, mein Junge. Es hat mich sehr gefreut.
Ich liebe euch, meine Kinder.
Viel Spaß.
(Lautes Gejubel)
(Musik)
Also, so ein merkwürdiges Interview hab ich noch nie geführt.
Scheiße, Mann. Könnt ihr das sehen?
Ich hab nur...
Ja, ich bin nur bis zu 'nem Viertel meiner Fragen gekommen und...
Ich bin mir nicht mal sicher, ob die beantwortet wurden.
Es wurde alles irgendwie von dieser komischen Energie aufgesaugt,
und ich konnte nicht klar denken.
Er hat einen Tonfall in seiner Stimme, ich war wie unter Hypnose.
Das Ganze mit meiner Frau irritierte mich.
Ihr habt gesagt, er muss es von jemand aufgeschnappt haben, gut möglich. Aber...
Mann, leck mich. Es war alles so bizarr! Das ganze Geklatsche.
Ich hoffe, es war nicht umsonst.
Ja, seht ihr? Sie bereiten alles für eine Party vor.
Hoffentlich kriegen wir besseres Material, um meinen Ausfall wiedergutzumachen.
Sorry, Mann.
(Jake) Keine Sorge, wir haben 'ne Menge super Material.
Und Patricks Aufnahmen lassen sich sicher super schneiden. Freu mich schon drauf.
(Englischer Kirchengesang)
(Englischer Kirchengesang)
Okay. Ich hab meine Einstellung total geändert.
Ich bin ein Fan von dieser Ziege.
Die Leute sind mehr als gut drauf. Die Party war toll.
Obwohl kein Alkohol getrunken wurde.
Ich begreife langsam, warum Leute so leben wollen. Ich möcht es nicht, aber...
ich fange allmählich an zu verstehen, woher dieser Hype kommt.
Es hat was... - (Jake) Die Musik ist echt gut.
Und ich hasse normalerweise Kirchenmusik. - Ja, da hat er uns nicht angelogen.
Patrick treibt sich rum. Er hat bestimmt Spaß.
Und will vielleicht gar nicht mehr mit.
(Lauter Gesang) Oh, schwenk rüber.
Hey, Savannah.
Geht's dir gut?
Ist das für mich?
Danke schön. - (Jake) Was ist das?
Keine Ahnung.
(Jake) Was ist das? Was steht 'n drauf?
"Bitte, helft uns." Ach, du Scheiße.
(Spannende Musik)
(Kirchlicher Gesang)
Wo ist sie? - (Jake) Ich seh sie nicht.
(Kirchlicher Gesang)
Sind das nicht die Wachen?
Warum die Waffen?
Gefällt mir nicht.
Wir müssen Patrick finden.
Patrick!
Er ist nicht hier!
Fuck!
(Jake) Was ist das alles für 'ne Scheiße?
(Sam) Lass uns hier verschwinden. - (Jake) Sam, warte. Der Safe ist offen.
Wow, Junge, komm mal schnell rüber. - (Sam) Finger weg!
(Jake) Das sind die Pässe von allen! - Mir egal. Wir müssen raus hier!
(Jake) Du musst dir das ansehen! - Es kommt jemand. Los, komm jetzt.
Komm schon!
Kann ich euch vielleicht helfen? - (Sam) Ja, wir suchen deinen Bruder.
Sein Zimmer ist da drüben, gleich um die Ecke.
Oh, er ist gerade nicht da.
Er ist beschäftigt. Ich hab's vergessen. - (Sam) Beschäftigt, womit?
Ich hab Sarah und Alison schon vor Wochen von ihm erzählt
und sie sind so begeistert von ihm, dass sie ihn gleich mitgenommen haben.
'n Dreier ist nicht unbedingt christlich, das weiß ich noch aus der Sonntagsschule.
Sündigen müssen wir alle mal ab und zu, solange Vater es erlaubt.
(Sam) Er hat ihnen diesen Sex erlaubt?
Man muss immer das tun, was für die Gemeinde das Beste ist.
(Sam) Und das wäre? - Ich liebe und vermisse meinen Bruder.
Ich weiß, er wäre sehr glücklich hier und wir versuchen nur, ihm das zu zeigen.
Glaubst du nicht, er wird seinen Job in New York vermissen?
Er kann bei uns fotografieren. Er hat so schöne Ideen.
Die Idee mit dem Buch über die Gemeinde ist brillant.
Er wird Geld von meinen Eltern bekommen. Wir expandieren und werden es brauchen.
Wenn er bleibt, kriegen wir das Geld... - Eure Eltern sollen Geld schicken,
damit ihr das alles ausbauen könnt? - Es ist eine Spende.
Es ist genau wie bei euch. Wir müssen nur durch diese nächste Phase,
und dann sind wir am Ziel angekommen. - Klar.
Wow, alles okay? - Ja. Ja.
Caroline! Ich brauch deine Hilfe.
Ich komme, Vater!
Wenn du Patrick siehst, sag ihm, er soll zu uns kommen.
Entspannt euch. Ihr seid im Paradies. Also genießt es auch.
Habt ihr euch verlaufen?
Braucht ihr jemanden, der euch zurückbringt?
Nein. Wir schaffen's schon. - Seid ihr da sicher?
Oder wollt ihr irgendwo anders landen?
Wieso? Gibt es etwas, das wir nicht sehen sollen?
Ist nur so eine Floskel, mein Freund.
Es ist schon spät. Wenn ihr bei andern Leuten rumschnüffeln wollt, dann bitte.
Aber wenn ihr die Hand in den Hundenapf steckt,
wundert euch nicht, wenn ihr gebissen werdet.
Was soll das jetzt wieder heißen? - Ich wünsch euch Jungs 'n schönen Abend.
(Jake) Sam, lass ihn.
Patrick! - (Jake) Komm jetzt, Sam!
Scheiße!
(Jake) Was sollte das? Hat er uns gedroht? - Bin mir nicht sicher.
(Jake) Glaubst du, er weiß, dass wir im Büro waren?
Und war Patricks Schwester high? Sie war doch weg von den Drogen.
Benutzen sie Patrick nur? - Keine Ahnung.
Keine Ahnung mehr, was hier wirklich läuft.
Das wird mir zu heiß. Die sollen von mir aus alle happy sein,
aber ich will nichts mehr mit denen zu tun haben. Mir reicht's.
Wenn sie high ist und mit dem Typen fickt, welchen Sinn hat das Ganze?
Hier ist doch Enthaltsamkeit angesagt.
Sie sieht ganz nach der abgefuckten Schwester aus, die Patrick beschrieben hat.
(Spannende Musik)
(Sam) Savannah? - (Jake) Was macht sie denn?
(Sam) Wo ist sie hin? - (Jake) Keine Ahnung.
Bitte! Nehmen Sie uns mit! - Was?
Sie wissen nicht, was hier los ist. Er würde uns umbringen, wenn er wüsste,
dass wir mit Ihnen reden. - (Sam) Wer? Vater!
Hier passieren üble Dinge. Jeder, der die Gemeinde kritisiert, wird bestraft.
Bitte, helfen Sie uns! - (Sam) Was meinen Sie damit?
Sie halten es geheim, aber es ist so. Vater lässt uns nicht gehen.
Wir sind Gefangene. Wir werden manipuliert.
Aber die, mit denen wir sprachen, schienen glücklich zu sein.
Nein, das... das waren nur Leute, die Vater hörig sind.
Viele wollen weg, aber sie haben Angst, es auszusprechen.
Sie sehen nicht, was er für eine Macht über die Leute hat.
Sie haben eine Gehirnwäsche bekommen und tun alles, was er sagt.
Auch Caroline. Sie tat furchtbare Dinge mit denen, die sich wehrten.
Savannah hat's beobachtet. Sie haben meine Tochter geschlagen.
Deshalb will sie nicht mehr sprechen. Bitte. Bitte, helfen Sie uns.
Ich weiß nicht, ob wir das tun können. Unser Heli kommt morgen früh,
aber er ist nicht sehr groß. - Nehmen Sie nur meine Tochter mit!
Bitte, sie darf nicht sterben. Ich flehe Sie an. - Scht, scht.
Es kommt jemand.
Hey, ist okay. Schon okay.
Was macht ihr hier? - Sie ist rumgegeistert.
Wir fragten sie, wo sie wohnt, aber sie redet nicht. - Sie kommt mit.
Wir kümmern uns schon um sie. - Ich weiß, wo sie wohnt!
Wo ist deine Mutter, Savannah?
Das werde ich Vater berichten.
Na los.
Heilige Scheiße!
(Jake) Komm, Sam. Lass uns einfach reingehen.
Sie hatten Todesangst!
Warum zum Teufel ließen wir sie gehen? Warum ließen wir das zu?
(Jake) Was hätten wir denn tun sollen? Wir können keinen mitnehmen.
Wir hätten was machen können! - (Jake) Darum sind wir nicht hier.
Wir machen nur einen Film, eine Story. Du verlierst total den Fokus.
Wir zeigen es an, wenn wir zu Hause sind. Aber wir können nicht entscheiden,
was mit den Leuten geschehen soll. Wir sind nicht vom Roten Kreuz.
Hast du ihre Narben gesehen? Warum hat sie ihre Tochter nicht davor bewahrt?
(Vater über Lautsprecher) Das wär's für heute Abend. Ihr wart wunderbar.
Kehrt in eure Hütten zurück und seid dankbar für die Freude in euerm Leben.
Wendy und die Reinigungskräfte mögen bitte in 15 Min. zu mir in den Pavillon kommen.
Gott behüte euch alle.
(Jake) Sieh dir das an. Sie machen alle genau das, was er sagt.
Gehirn gewaschen!
Hör zu, der Hubschrauber ist in 8 Stunden wieder zurück.
Lass uns unsere Taschen packen und abflugbereit sein.
Sie scheinen alle schlafen zu gehen.
Heute Nacht passiert sicher nichts mehr.
Versuchen wir einfach, uns auszuruhen und hoffen, dass sich alles beruhigt.
Aber sobald die Sonne aufgeht, schnappen wir uns Patrick
und hauen so schnell wie möglich ab! - (Sam) Wo sind wir hier nur gelandet?
"15 Minuten später traf sich eine kleine Gruppe von Leuten mit Vater im Pavillon."
"Man hörte nicht, was besprochen wurde, aber sie begannen schnell zu arbeiten."
Es ist jetzt genau 5 Uhr morgens.
Ich hab vor 'ner Stunde versucht, einzuschlafen.
Was immer sie im Pavillon getrieben haben, sie sind fertig damit. Also endlich Ruhe.
Keiner von uns hat 'n Auge zugetan. Das war 'ne scheiß Nacht.
Langsam scheinen wir es zu schnallen.
Ich hab wirklich 'ne Scheißangst.
So was hab ich noch nie erlebt.
Ich will nur noch nach Hause.
"Am nächsten Morgen"
(Jake) So, es ist jetzt früh morgens.
Wir haben die Nacht überstanden.
Vor dem Pavillon hat sich eine Gruppe von Leuten versammelt.
Mir ist nicht klar, was da drüben genau vor sich geht, aber wir werden raus müssen
und Patrick suchen und dann machen wir uns langsam aufn Weg zurück zum Hubschrauber.
Siehst du das?
Heilige Scheiße. Was geht da vor?
(Unverständliches Durcheinander)
Wie wollt ihr alle in den Hubschrauber? - Meine Tochter fliegt jedenfalls mit!
Hey! Was soll die Scheiße? - Patrick, was geht hier ab?
Die wollen alle weg. Ich fing an zu filmen, damit ihr das Material habt.
Was tun wir jetzt? - Die alle wollen weg? Ja.
Sie wissen vom Hubschrauber und wollen mit. - Was?
Wir können die nicht alle mitnehmen. - Bring du es ihnen bei.
Caroline flippt seit heut Morgen schon aus. - Scheiße!
Hi! - (Sam) Ist alles in Ordnung? Ich hab alles im Griff. Keine Sorge.
Wir hatten lange keine Besucher mehr, sie sind wegen euch einfach aufgeregt.
Kann ich dich für die Doku genauer fragen, was hier vor sich geht? - Ehrlich,
das ist nicht euer Problem. Es ist wirklich nichts. Überhaupt nichts.
Caroline, die Leute wollen weg! Ihr könnt sie nicht daran hindern.
Hört zu, sie können nicht einfach so alles stehen und liegen lassen.
Sollen sie ihre Familien im Stich lassen? - Sie dürfen aber das Camp verlassen?
Natürlich dürfen sie das. Ihr müsst jetzt zu eurem Hubschrauber!
(Frau schreit) Hey!
Sam! Sam, misch dich da nicht ein! - Hey, was tun Sie da, was soll das?
Ich will nur mit ihr reden. - Bitte, nehmen Sie sie mit.
Niemand nimmt hier irgendjemand mit. - Unser Hubschrauber ist zu klein.
Nehmen Sie nur die Kleine. - Sam, nein!
Frag den Piloten, wie viele er mitnehmen kann.
Ich bleib hier und kläre das hier. - Außer uns nimmt der Pilot keinen mit.
Ich kann sie nicht dalassen, Mann! Beeil dich, bevor der Pilot wegfliegt.
Gib uns ein Zeichen übers Funkgerät der Wachen.
Pass auf, dass der Hubschrauber nicht ohne uns abfliegt. Los! Geh schon!
Caroline, wo ist der Laster?
Okay. Ich funk euch an, sobald ich weiß, was machbar ist.
Bist du sicher, dass du nicht mit Patrick und uns mitkommen willst?
Alles wird gut. Keine Sorge. Wir fliegen nicht ohne dich.
Danke! - Das ist ausgeschlossen! - Hören Sie auf!
Ich lass dich nicht hier. Versprochen.
Was ist los? Wo ist Jake? Wir müssen das klären.
Caroline, wo willst du hin? - Ich hole Vater!
Er hat mich davor gewarnt! Hatte recht mit euch, mit euch allen!
Ihr wolltet uns komplett zerstören. Ich hab's nicht glauben wollen.
Ich hab für euch gekämpft wie verrückt. Ihr seid nicht meine Familie!
Hör sofort auf, mich zu filmen!
(Spannende Musik)
(Jake) Hey! Hey!
Hey!
Wo sind die andern? - Sie kommen. Wie viele passen da rein?
Stopp, das war nicht der Deal. - Nur eine Mutter, ihre Tochter
und die Schwester unseres Freundes. - Nein. - Die Kleine ist krank.
Nur die Personen, die ich reinbringe. - Ich versteh nicht...
(Schüsse)
(Schüsse)
(Unverständliches Durcheinander)
Sie machen den Leuten Angst! Hey, lassen Sie sie gehen!
Hören Sie auf, die Leute herumzuschubsen. - (Patrick) Sam, hinter dir! Pass auf!
Oh, mein Gott. Nein!
(Vater) Nimm die Kamera.
Ich will, dass du filmst.
Es ist wichtig. - (Caroline) Ja, Vater!
(Spannende Musik)
Siehst du ihn? Wo ist er?
Wo ist er?
Ich glaub, ich seh ihn.
Der ist weg! - Was machen wir eigentlich?
Warum jagen wir ihn? - Befehl vom Vater. Das ist das Ende.
Wir haben einen Eid geschworen. Niemand kommt hier lebend raus. Los, komm!
(Sirene)
(Vater) Beeilt euch, Kinder. Bitte, beeilt euch.
Ihr müsst alle hören, was ich zu sagen habe.
Jede Familie. Jeder von euch.
Kommt schon. Uns bleibt nicht viel Zeit.
Ihr müsst kommen! Das betrifft euch alle.
Ich brauche euch jetzt bei mir. Schnell.
Schnell. Schnell.
Kommt zusammen.
Kommt jetzt alle zusammen.
Sucht euch einen Sitzplatz.
Jeder soll sich setzen. Setzt euch.
Ich muss euch etwas sagen, also, nehmt Platz.
Ihr wisst, ich liebe euch. - (Alle) Ja, Vater.
Ich hab euch dies hier geschenkt.
Aber es kommt der Tag,
an dem die Qualität eures Lebens mehr Wert ist
als die Zeit, die euch noch zum Leben bleibt.
Diese Männer sind zu uns gekommen und haben alles zerstört,
wofür wir gearbeitet haben.
Wir können sie nicht nach New York zurückgehen lassen. - (Alle) Nein!
Oh, nein. Sie würden nämlich sofort Lügen über uns verbreiten und über das,
was wir hier aufgebaut haben. - (Alle) Ja, Vater.
Dann würde ihre Regierung sofort Soldaten zu uns schicken,
um unsere Häuser niederzubrennen, unsere Kinder zu nehmen und uns zu töten.
(Alle) Nein, nein, nein. - Ganz recht.
Das können wir nicht zulassen! Nein!
Dazu wird es nicht kommen!
Ich wollte diesen Männern bei Gott nichts tun,
aber jemand wird sie suchen kommen. Verlasst euch drauf.
(Alle) Ja, Vater. - Also, ob sie nun bleiben oder gehen...
Das ist das Ende für uns.
Unsere Zeit ist endgültig gekommen.
Oh...
Oh, Mutter, meine über alles geliebte Mutter.
Oh, mein Vater...
Es tut mir im Herzen weh. - Ich werde mit dir gehen. Nimm mich mit.
Ich weiß, das wirst du.
Ein paar von euch sind schon von Anfang an bei mir.
Wir wussten, der Tag wird kommen.
Wir haben darüber gesprochen. Und wir haben es geplant.
Ein paar von den Kindern haben eben schon den Saft bekommen.
Wartet nicht darauf, ermordet zu werden.
Wartet nicht, bis man euch abknallt. Nehmt euren Trank
und legt euch mit eurer Familie zum Sterben.
Wenn wir unser Leben nicht so leben können,
welches irdische Leben ist dann noch lebenswert?
Dies ist das letzte Sakrament, Kinder.
Sie wissen alle, dass wir keine Angst vor dem Sterben haben,
aber ich möchte, dass wir unseren eigenen Tod wählen können.
Wir können friedlich gehen, und wir können leise gehen.
Dies ist unsere letzte Prüfung.
Wie ich euch alle liebe. All die Jahre seid ihr mir alle so treu gewesen.
Und wir werden wieder vereint sein.
Uns steht das ewige Leben bevor.
(Spannende Musik)
(Stöhnen)
Wo sind sie? - Sie sind weg.
Bitte, ich kann uns immer noch hier rausfliegen.
Hilf mir, hilf mir in meinen Sitz!
Hol deine Freunde. Mach schnell. Wir haben nicht viel Zeit. Geh, geh!
Kämpft nicht dagegen an. Nein, lasst es geschehen.
Wehrt euch nicht.
Es ist ein bitterer Geschmack, und dann ist's vorbei.
Es ist schmerzlos. Es wird keine Krämpfe geben.
Und das ist kein Selbstmord. Wir sind keine Sünder, oh, nein.
Wir beweisen unsern Glauben an Gott.
"Lasset uns unsere Leiber hingeben als ein Opfer, das lebendig,"
"heilig und Gott wohlgefällig ist." Römer, 12:1.
Wir können nicht mehr zurück, es gibt keinen Ort, an den wir gehen könnten.
Unsere Zeit ist abgelaufen.
Habt keine Furcht. Fürchtet euch nicht!
Wir treten nur rüber auf die andere Seite. Das ist schon alles.
Lasst uns der Welt zeigen, dass der wahrhaft einzige Friede, der uns bleibt,
im Tode liegt.
Wir gehen nun in eine bessere Welt.
Und das tun wir gemeinsam.
Es ist nur eine kleine Arznei, nichts weiter.
Wir gehen nur schlafen.
Jeder nimmt sich nun seinen Trank, so wie wir's geübt haben.
Vater... Nein, lass mich.
Es tut mir leid, aber das ergibt einfach keinen Sinn.
Wir haben lange dafür geschuftet. Das können wir doch jetzt nicht
einfach alles so aufgeben. - Aber mein Sohn, wir geben nicht auf.
Ich habe euch nie belogen. Und ich lüge auch jetzt nicht.
Sie werden hierherkommen mit ihren Knarren und Bomben und uns vom Erdboden wischen.
Amerika steht am Rand eines neuen Krieges.
Wir verdienen es nicht, so draufzugehen. Wir verdienen Frieden.
Ist euch das nicht mehr wichtig? Es war eine gemeinsame Entscheidung.
(Frau) Du würdest uns nie anlügen, Vater! - (Alle) Nein, niemals.
Wir müssen gehen.
Jeder von uns muss gehen.
Das ist der Moment.
Komm wieder zu uns. So ist es gut.
Bewahre deine Würde, mein Sohn. Wir sind alle bei dir.
Bringt den Trank. Macht schnell, verteilt ihn.
Mütter, helft euren Kindern.
Sagt ihnen, dass alles gut wird.
Macht schnell und trinkt.
Ich habe versucht, den Himmel auf Erden zu erschaffen.
Ihr wisst, dass ich das versucht habe.
Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass wir auf die andere Seite müssen.
Gemeinsam mit unsern Brüdern und Schwestern.
Dahin, wo der wahre Himmel wartet.
Ja, so ist es gut. Ihr macht das sehr gut.
Nehmt euch nur. Nehmt euch einen Becher.
Wir müssen alle unseren Trank einnehmen.
(Baby weint)
Trinkt.
Trinkt ihn.
Trinkt.
Trinkt ihn. Trinkt ihn.
Trinkt ihn, trinkt ihn.
Trinkt ihn.
Okay...
Sollte das irgendjemand sehen, hier ist was Furchtbares passiert.
Aus irgendeinem Grund wollen sie uns töten.
Ich lass die Kamera einfach laufen, damit ich so viel wie möglich filme.
Und ich hoffe, dass es das Material nach draußen schafft.
Wie es auch immer ausgeht, die Welt muss davon erfahren.
(Würgen und Schmerzensschreie)
Caroline, wir müssen weg! - Trink das. Nein, auf keinen Fall!
Wir haben es an einem Hund getestet. Es ist schnell und schmerzlos!
Es ist... - Nein, nein. Hilfe! Jetzt halte doch mal still, Patrick!
Sie werden kommen und uns erschießen. Dabei können wir ganz schmerzlos gehen.
(Schmerzensschreie) Caroline, sei nicht dumm.
Hör mir zu, wir können immer noch weg. Komm zur Vernunft.
Wir müssen den Schlüssel finden. Nein, nein!
Was ist das? Was ist das?
Was ist das? Was hast du getan? - Schon okay. Es ist okay.
Was hast du gerade getan? Was hast du mir gespritzt?
Nein, nein, nein. Was war das? - Schon gut.
Verlass mich nicht, ich liebe dich. Wir können immer noch hier weg.
Ich bin dein Bruder. Ich liebe dich. Ich liebe dich. Caroline, nein!
Sei nicht dumm. Wir müssen nach Hause.
Caroline, denk an Mom und Dad. Denk an Mom und Dad, Caroline.
Wir können noch weg. Was war das? Was hast du mir gespritzt?
Was war das, Caroline? Caroline, was hast du mir gespritzt?
Nein, nein, nein...
Ich hab Angst. Ich will nicht sterben.
Werd ich sterben? Ich hab Angst. Ich will nicht sterben.
Ich will nicht sterben, ich will nicht sterben!
Ich will nicht...
Ich will nicht sterben.
Oh Gott, oh Gott.
Ich krieg keine Luft! Ich krieg keine...
Es ist okay. Alles okay.
Ist gleich vorbei.
Ist ja gut.
Scht...
(Sirene und Schüsse)
(Schreie)
(Vater über Lautsprecher) Beruhigt euch. Ihr müsst euch alle beruhigen.
Schluckt euren Trank hinunter, bis auf den letzten Tropfen.
Wir müssen in Stille gehen.
(Unverständliches Durcheinander)
Kämpft nicht dagegen an, meine Kinder.
Wir müssen sterben, um wiedergeboren zu werden.
Es gibt keinen Grund, sich vor irgendetwas zu fürchten.
Haltet euch an euren Liebsten fest.
Sagt ihnen, wie sehr ihr sie liebt, denn wir haben schon zu lange gelitten.
Lasst nicht zu, dass eure Familien von Imperialisten ermordet werden.
Wir tun dies, um unsere sterbliche Hülle abzulegen.
Es ist ein Akt der Revolution.
Die Welt wird ihre eigene Ungerechtigkeit in unserem Opfer erkennen.
Aber wir lassen nicht zu, dass sie uns das Leben nehmen.
Nein! Wir legen unsere Hüllen nieder.
Legt euch nebeneinander. Legt euch hin und schlaft ein.
Schlaft einfach ein.
Schlaft.
Ja, geht schlafen. Schlafen...
Ja, schlaft...
(Dramatische Musik)
(Dramatische Musik)
(Spannende Musik)
(Jake) Wo sind die alle hin?
Oh, mein Gott!
Was war denn hier los?
(Spannende Musik)
(Husten und Würgen)
(Jake) Andre!
Hilf mir. Meine Mutter...
...mein Bruder, meine Schwester...
...sind alle tot. Vergiftet!
Ich will nicht sterben!
Kommen sie in den Himmel? - Ja.
Wenn ich sterbe, kommen sie in den Himmel? - Ja!
Fuck!
Sam!
Sam?
(Schüsse und Angstschreie)
Ich lass nicht zu, dass man ihr was antut! - Nein, ist okay. Ich bin's nur.
Wir müssen leise sein. - Mein Baby.
(Schüsse) Scheiße! Sie kommen!
Schnell, wir müssen uns verstecken! Los, unters Bett!
Scht, scht! Versteckt euch. - Ich lass nicht zu,
dass sie meine Tochter ermorden. - Leise. Die können dich hören!
Mach die Augen zu. - Nein, nicht! Was machst du? Hör auf!
Es ist alles in Ordnung, Es ist okay.
Es ist alles gut.
Schlaf, mein Baby. Es ist jetzt alles gut.
Ich komme auch gleich. Es ist alles gut.
(Schüsse)
Scheiße! Scheiße!
"Bitte, vergebt mir."
Caroline...
Wo geht sie denn hin?
(Dramatische Musik)
Caroline!
Caroline, was machst du? - Patrick ist tot.
Alles, wofür wir so hart arbeiteten, ist vorbei.
Hör auf, wir können immer noch abhauen! - Und wohin?
Nach Hause! - Das war mein Zuhause!
All diese Menschen waren meine Familie. Sie sind alle tot.
Verstehst du? Mir ist nichts geblieben! - Wo ist Sam?
Vater hat ihn mitgenommen! - Wohin mitgenommen?
Caroline, tu das nicht! - Ihr hättet nie kommen dürfen.
Nein! (Schreie)
Sam!
Jake. - Hier wären wir also.
Nur noch wir drei.
Alles, was übrig ist.
Wir konnten nicht mehr so weiterleben,
aber ich hätte sie nicht gehen lassen können.
Ich hab's versucht. Gott weiß, ich hab's versucht.
Ich gab ihnen alles, was ich konnte und auch einen Ausweg.
Wir haben etwas Großes vollbracht.
Wir waren dabei, die Welt zu verändern.
Das hier war nur der Anfang.
Warum habt ihr uns nicht in Ruhe gelassen?
Welchen Schaden haben wir denn angerichtet?
Wir haben nichts damit zu tun!
Ihr habt Gewalt über uns gebracht! Seid ihr etwa stolz darauf?
Übernehmt ihr die Verantwortung für all diese Leben?
Wenn nicht, kommt mit dem Rest von uns auf die andere Seite.
(Jake) Hören Sie auf! Keiner hätte sterben müssen!
Sterben müssen wir alle, mein Freund.
"Niemand hat größere Liebe als der,"
"der sein Leben für seine Freunde lässt."
So haben wir's den Kindern gelehrt.
Johannes, 15:13.
Bitte...
Ich werde bald Vater.
Ich hab eine Familie.
Tun Sie uns bitte nichts!
Ihr habt meine Familie zerstört.
Ihr habt das angerichtet.
Irgendwann versteht ihr das.
Ich bin so müde.
Ich bin so müde.
Alles, was ich hatte, ist zerstört.
Es ist so weit.
Wir müssen der Welt unsere Furchtlosigkeit zeigen.
Das ist der Moment...
Nein, er ist nicht gekommen. Wir können immer noch weg.
"Selig ist der Mann, der die Anfechtung übersteht,"
"denn er wird die Krone des Lebens empfangen,"
"die Gott denen versprach, die ihn lieben."
(Sam) Nein, was machen Sie denn? Jake, er hat eine Waffe!
Hey, nein. Hören Sie auf! - (Vater) Nimm mich zu dir, Herr.
Schnell, hol den Schlüssel. Er ist in seiner Hemdtasche.
Okay. Halt still. Halt still!
Okay, schnell! Steh auf, Sam!
Wir müssen los. Der Hubschrauber wartet. Komm schon!
Wo ist Patrick? - (Jake) Er ist tot! Alle sind tot!
Wir müssen hier weg, bevor der Pilot abfliegt. Renn!
(Schüsse) (Jake) Sam, in Deckung!
Wo ist er? - Er kommt auf uns zu.
Was sollen wir tun? - Keine Ahnung.
Vielleicht einfach losrennen.
Ach, du Scheiße. Er ist im Pavillon.
(Sam) Und wenn wir ihn überraschen? - (Jake) Geht nicht. Er ist zu weit weg.
Aber was, wenn er uns sieht? - (Jake) Beweg dich nicht.
Scht, scht, scht.
(Schuss)
Raus hier! Los!
(Jake) Steh auf! Na los. - (Wache) Beeilung!
Ich brenn hier alles nieder! Los, verschwindet!
(Dramatische Musik)
(Dramatische Musik)
"167 Menschen starben bei dem Massaker in der Gemeinde Eden."
"Es war einer der größten Massenselbstmorde seit Menschengedenken."
"Die Filmemacher Sam Turner und Jake Williams"
"sind die letzten bekannten Überlebenden."
"Diese Dokumentation ist der einzige Bericht aus erster Hand,"
"der die Ereignisse in der Gemeinde Eden aufgezeichnet hat."
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