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Dies ist eine wahre Geschichte.
Nachfolgendes basiert auf Recherchen, Interviews
und veröffentlichten Berichten, darunter
The Murders at White House Farm von Carol Ann Lee
mit Material aus In Search of the Rainbow’s End von Colin Caffell.
Einige Namen wurden geändert.
Aus dramaturgischen Gründen wurden Szenen und Figuren hinzugefügt.
Ich weiß nicht, wo anfangen.
Erzählen Sie mir mehr über Sheila, wie Sie sich kennenlernten.
Das ist etwa zehn Jahre her, glaube ich.
Sie besuchte einen Sekretärinnenkurs in London.
Wir zogen recht schnell zusammen und heirateten ein paar Jahre später.
Ihre Eltern kauften uns eine Wohnung.
Als Belohnung, weil wir das Richtige getan hatten,
zumindest in deren Augen das Richtige.
Bambs war schwanger.
Mit den Zwillingen?
Nein. Das Baby verloren wir.
Die Jungs kamen danach.
Zu der Zeit war die Ehe am Scheitern.
Wir stritten nur. Es waren furchtbare Auseinandersetzungen.
War Sheila gewalttätig, als Sie stritten?
Einmal schlug sie ein Fenster kaputt.
Und sie... Sie warf mit Dingen nach mir
und machte Sachen kaputt, die mir wichtig waren.
Später hatte sie einen Nervenzusammenbruch und kam in eine Klinik.
Ihre Eltern brachten sie dorthin.
Wenn sie so krank war...
...hielten Sie sie je für eine Gefahr für die Jungen?
Meinen Sie, ich hätte sie dann bei ihr gelassen?
Sie war ihre Mutter.
Seit ihrem letzten Zusammenbruch waren die Jungs bei mir.
Aber sie fuhr sie am Montag zur Farm?
Nein, das war ich.
Ich habe sie gefahren.
Und ich ließ sie dort.
Es ist schwer, aber wir brauchen eine offizielle Identifizierung
der Familie, auch der Jungs.
-Das schaffe ich nicht. -Manchen hilft das.
-Sie können dann abschließen. -Nein. Ich kann nicht.
Sie sagen mir, dass meine Jungs tot sind. Das nehme ich so hin.
Aber ich will sie nicht so sehen.
Ich will sie in Erinnerung behalten, wie sie waren.
Ok. Ich denke, das reicht jetzt erst einmal.
Ich brauche aber noch jemanden, der sie identifiziert.
Jemand, der die ganze Familie kannte.
Nein, ich schaffe das nicht.
Also schön. Ich mache es.
Nevill und June waren wie Eltern zu mir. Es ist das Mindeste.
Ich komme mit.
Ganz sicher?
Ann macht das schon.
-Du musst nicht... -Nein, ich will helfen.
Es läuft zurzeit ganz gut zwischen dir und Jem, oder nicht?
Ist es was Ernstes?
Ohne mich einmischen zu wollen...
Ich gehöre zur Familie,
aber für dich ist es sicher schwer, da reingezogen zu werden.
In so etwas Schockierendes, völlig Unerwartetes.
Es war nicht total unerwartet.
Sheila war die ganze Woche seltsam.
Hast du sie denn gesehen? Auf der Farm.
Jem sagte das.
Danke für Ihre Geduld.
Folgendes:
Ich zeige sie Ihnen nacheinander, nur das Gesicht,
und Sie bestätigen jeweils die Identität.
Nur eine von Ihnen muss es bestätigen.
Falls die andere es verneinen oder etwas hinzufügen möchte,
melden Sie sich einfach, ja?
Fr. Eaton?
Ich weiß nicht...
...wie ich reagiere, wenn ich die Jungs sehe.
Ich mache es, wie gesagt. Du hättest gar nicht mitkommen müssen.
Eine von Ihnen reicht.
Ich denke immer, dass alles so normal aussieht.
Ich habe gefrühstückt, Tee gekocht.
Es kann nicht passiert sein, denn es ist nicht normal.
Ich muss dir etwas sagen, Col.
Es war gestern Abend spät,
wir brachten die letzten Heuballen rein.
Ich sah ein paar Kaninchen.
Ich dachte sofort daran,
das Gewehr zu holen und sie abzuknallen.
Aber als ich zurückkam, waren sie weg,
also ging ich wieder rein und legte das Gewehr hin.
Dann hörte ich Stimmen in der Küche.
Mutter, Vater und Sheila.
Aufgebracht, als würden sie streiten.
Was sagten sie zu ihr?
Jem.
Mutter sagte, die Kinder bräuchten ein gutes Zuhause.
Etwas Stabiles.
Sie sagte...
Sie sagte, sie würden über die Kirche nach einer Pflegefamilie schauen.
Das wäre doch nicht gegangen.
-Wir hatten das gemeinsame Sorgerecht. -Ich weiß.
Ich hätte etwas sagen sollen.
Das tat ich aber nicht.
Das Ganze brachte mich durcheinander, und so...
...vergaß ich das Gewehr.
Ich ließ es auf der Bank liegen, das Gewehr, das sie benutzte.
-Es war nur ein Fehler. -Sie sind alle tot.
Meine ganze Familie ist tot, weil ich das Gewehr vergessen habe.
Hey, du hast...
-Du hast noch Familie, Jem. -Ja.
Du hast mich, und wir haben uns.
So wird das immer bleiben.
Laut der DMC kennt die Presse die Namen der Opfer,
Sie können sie also bestätigen.
Und die Täterin?
Morgen wird sie auf allen Titelseiten sein,
aber noch sollen wir nichts offiziell bestätigen.
Wir warten den Obduktionsbericht ab, und danach...
Verflucht.
Detective Chief Inspector? Wir sind dann so weit.
Guten Abend.
Ich bin Detective Chief Inspector Thomas Jones.
Wie Sie wissen, kam es zu einem größeren Zwischenfall
auf einer Farm vor den Toren von Tolleshunt D'Arcy in Essex.
Nach einer unvermeidlichen Verzögerung
aufgrund der Bedenken wegen möglicher Schusswaffen in dem Haus
betraten Beamte das Anwesen
und fanden alle fünf Bewohner leblos auf.
Ohne den Ergebnissen der Gerichtsmedizin vorgreifen zu wollen,
können wir sagen, dass wir den Fall im Moment
als einen erweiterten Selbstmord betrachten.
War Ihre Exfrau tatsächlich die Mörderin?
Unsere Schützin: Sheila Jean Caffell, 28,
Ex-Model, derzeit arbeitslos.
Kürzlich aus St. Andrew's entlassen,
einer schicken kleinen Nervenklinik in Northamptonshire.
Hatten wir Kontakt?
Sie behandelten sie wegen einer psychotischen Störung,
sie leidet aber schon lange an Schizophrenie...
-Gewalttätig? -Laut dem Arzt, nein.
Ihr wurde allerdings regelmäßig ein Antipsychotikum gespritzt,
dessen Dosis gerade halbiert wurde.
-Das ließ sie ausrasten. -Der Arzt glaubt das nicht, aber...
Er schloss es auch nicht aus.
Sheilas Mutter war auch bei dem Arzt.
Was, demselben Seelenklempner?
June Bamber war ebenfalls stationär im St. Andrew's,
wegen einer psychotischen Depression, im Mai '82.
Die Presse wird jubilieren.
Solche Sachen werden vererbt.
Sie sind nicht verwandt.
-Zumindest nicht blutsverwandt. -Was?
Laut Sheilas Ex Colin Caffell war sie adoptiert.
Sie hat andere leibliche Eltern.
Das ist wie eine Folge Dallas.
Ron, gibt es noch was?
Die Obduktionen beginnen morgen um 9 Uhr,
danach wissen wir mehr.
Da erfahren wir auch nichts Neues.
So, das war's dann wohl.
Hier steht, einer der Polizisten vor Ort
hätte vielleicht Bewegung im Haus gesehen,
-am oberen Fenster. -Und was soll das?
Wie bereits angedeutet, wurde zweimal auf Sheila geschossen,
was nicht zu einem Selbstmord passt,
also frage ich mich, ob vielleicht noch jemand dort war
und das Haus verlassen hat, bevor das Einsatzkommando alles absperrte?
Es fand eine umfassende Durchsuchung statt,
sobald alles gesichert war.
Das Haus war verschlossen,
ohne Hinweise auf ein Eindringen oder Verlassen.
Keiner ging rein, keiner kam raus, wie bereits besprochen.
Meine Herren, wenn Stanley nicht mehr Sherlock Holmes spielt,
wären wir fertig.
Das hatten wir besprochen.
Ann? Dein Bruder ist da.
-Sie schlafen also? -Mehr oder minder.
Wie redet man mit einem Kind über so was?
Wie erklärt man das überhaupt?
Wir brauchen alle Zeit, um das zu verarbeiten.
-Um zu begreifen, dass es passiert ist. -Falls es so war.
-Wie bitte? -Keine Ahnung, ich...
Glaubst du tatsächlich, dass Sheila so etwas tun konnte?
Sie war wohl sehr krank, viel schlimmer, als wir dachten.
Krank oder nicht, sie war sehr lieb, ein lieber Mensch.
Schwer zu glauben, dass eine Mutter ihren Kindern etwas antut.
Aber es kommt vor.
Sie dürfen hier nicht rauchen.
-Seit wann? -Seit 1979.
Guten Morgen, allerseits.
Stanley. Mit Ihnen hätte ich hier nicht gerechnet.
Ich kümmere mich um die Familie, sie sollte informiert bleiben.
Oh. Ich muss um 11 Uhr wieder in Goldhanger sein. Fangen wir an.
Wir warten nicht auf den Chef?
Taff schafft es nicht. Ich vertrete ihn.
Ein Ballistiker sollte aber dabei sein.
Ich rief an. Keiner ist verfügbar.
Sie dürfen den Schmauchspurentest selbst machen, ist ja erweiterter Selbstmord.
Nun, wenn die Ballistik einverstanden ist und Peter es macht,
-ist ja alles in Ordnung. -Na gut.
Alle fünf Opfer starben aufgrund von Schusswunden.
Es gibt insgesamt 25 solcher Wunden.
Aus einem Gewehr, dessen Magazin zehn Kugeln enthält, fielen 25 Schüsse.
Manche Schüsse waren wohl eher zufällig,
andere hingegen gezielt und absolut tödlich.
-Sie sollten töten. -Können Sie etwas zur Abfolge sagen?
Dazu bräuchte ich weitere Informationen über den Tatort.
Die könnten Sie sicher erhalten.
-Was haben Sie bislang? -Zunächst: Ralph Nevill Bamber.
Einundsechzig. Acht Schüsse, darunter vier eng beieinander liegende
in den Kopf, vermutlich in schneller Abfolge.
Ein weiterer durch den Kiefer und einer in den Mund.
Hinzu kommen einige Wunden durch stumpfe Gewalt
im Gesicht, am Hals und Arm, offensichtlich Abwehrverletzungen.
Zugefügt mit dem Gewehrschaft?
Angesichts der Form der Prellungen ist das sehr wahrscheinlich.
Kelly. Dann haben wir noch die hier.
Brandwunden?
Ich kann Ihnen noch nicht sagen, woher sie stammen.
Er wurde vielleicht gefoltert, mit einem Schürhaken oder so.
Das Schlafanzugoberteil weist aber keine Flecken auf,
wenngleich der verbrannte Bereich damit bedeckt war.
Sie sind mir also ein Rätsel.
-Er ist schwer. -Ein stämmiger Mann.
Und er soll von Sheila niedergeschlagen worden sein,
die wie Twiggys dünnere Schwester aussah?
Frauen in Rage entwickeln unglaubliche Kräfte.
Und wenn er schon verletzt war...
Das war er wohl, was ihn zu einem weniger starken Gegner machte.
Um Genaueres sagen zu können, bräuchte ich mehr Infos zum Tatort.
Als Nächstes June Bamber, ebenfalls 61. Sieben Schüsse,
in den Hals, den rechten Unterarm, ins rechte Knie,
zwei in die Brust und zwei in den Kopf.
Der letzte Schuss, zwischen ihre Augen
und aus kurzer Distanz abgegeben, war Todesursache.
Die Jungen, Nicholas und Daniel Caffell, beide sechs.
Auf Nicholas wurde dreimal, auf Daniel fünfmal geschossen.
Alle Schüsse dicht gruppiert, wohl in kurzer Abfolge platziert.
Das einzig Tröstliche bei dieser furchtbaren Sache ist,
dass sie wohl sofort tot waren.
-Und Sheila? Sie hat zwei Wunden. -Beides Schusswunden.
Wie sollte das gehen?
Mir sind im Laufe meiner Karriere vier oder fünf solcher Fälle begegnet.
Das ist die erste Kugel.
Die Geschossbahn verläuft nach oben und hinten
und endet hier, seitlich der Wirbelsäule.
Sie war aber nicht tödlich?
Nein, sie war im Grunde eine schwere Fleischwunde.
Sie hätte den Abzug durchaus ein zweites Mal betätigen
und sich diese Verletzung zufügen können, die sofort tödlich war.
Wurde der Leichnam in irgendeiner Form manipuliert?
Worauf wollen Sie hinaus?
Könnte sie woanders gestorben und bewegt worden sein?
Anhand der Totenflecke steht klar fest, dass sie starb, wo sie gefunden wurde.
Falls Sie fragen, ob ihr Suizid inszeniert worden sein könnte,
bezweifle ich das stark, außer, sie stand unter Drogen
oder war anderweitig beeinträchtigt.
Kann ich dem Chef durchgeben, dass alles erledigt ist?
Der Toxikologie-Bericht fehlt noch,
aber aufgrund der bisherigen Beweise
spricht nichts gegen die Theorie des erweiterten Selbstmordes.
Das war's dann also.
Gut gemacht, sehr schön. Taff wird sehr zufrieden sein.
Stan. Sie sollten sich um die Familie kümmern.
So als Seelentröster.
Also kümmern Sie sich mal um die Familie. Alles klar?
Hier war es noch nie so aufgeräumt.
Ich muss mich ablenken, sonst fange ich an zu schreien.
Wenn du das gesehen hast,
überlegst du dir das mit dem Schreien noch mal.
MASSAKER - FRAU TÖTET ZWILLINGE, ELTERN UND SICH SELBST
"Nachbarn zufolge war Sheila Bamber,
wegen ihrer langen wohlgeformten Beine auch Bambi genannt,
in eine zwielichtige Welt voller Drogen abgerutscht."
Falls sie wirklich irre war und dann noch Drogen nahm,
könnte das alles erklären.
MUTTER, VATER UND ZWILLINGE ERSCHOSSEN
Ich habe es immer heruntergespielt. Es hätte Mutter und Vater vernichtet.
Sie nahm also in Gegenwart der Jungs Drogen?
-Was denkst du denn? -Ich habe sie kaum gesehen.
Wieso sollte ich mich bei ihren Drogen auskennen?
Jeremy, spiel nicht den Unwissenden.
Warte noch ein paar Tage.
Die Polizei wird herausfinden, was sie intus hatte.
Sobald sie in ihr Fettgewebe schneiden.
Da speichert sich alles.
-Jem? -Detective Sergeant, guten Morgen.
Ich habe leider einen Termin beim Anwalt meiner Eltern, und so...
Es dauert nicht lange.
Wir wollen nur ein paar Dinge klären.
Nehmen Sie doch Platz.
Die Spurensicherung wird heute fertig
und lässt fragen, ob Sie Hilfe beim Saubermachen brauchen.
Da ist überall viel Blut.
Sie können das verbrennen. Ich will nichts davon.
Wir werden die Tür ersetzen,
die wir eintreten mussten.
Wir bauen eine Alarmanlage ein.
Ich treffe Sie morgen dort, gebe Ihnen die Schlüssel und erkläre die Anlage.
Ich kann da nicht wieder reingehen.
Ok. Sie haben sicher die Zeitung gelesen.
Über Ihre Schwester sind viele Gerüchte im Umlauf.
Ich kenne ihr Privatleben nicht.
Sie lebte in London und bewegte sich in anderen Kreisen.
Könnte uns da jemand helfen?
Ich würde sagen Frankie Bidiwi.
War er ihr Freund?
Sheilas Karriere als Model war im Eimer.
Noch bevor sie durchdrehte.
Frankie machte ihr manchmal Geschenke, bezahlte Rechnungen.
Ein Sugardaddy.
Ihre Eltern hatten Geld. Warum wandte sie sich nicht an sie?
Sie bekam viel von ihnen.
Aber für Sheila war viel einfach nie genug.
-Mein Termin... -Natürlich. Wir lassen Sie in Ruhe.
Er will wohl raus.
-Jules, kannst du...? -Ich mache das.
Da wäre noch etwas. Das Gewehr, das Sheila benutzte, das Anschütz...
Damit hatte sie jede Menge Erfahrung, ja?
Das würde ich nicht sagen.
Als Sie mit der Polizei sprachen,
erwähnten Sie ein Zielschießen.
Na ja, sie war ein-, zweimal schießen, in Schottland.
Warum fragen Sie?
Wie gesagt, wir wollen nur ein paar Dinge klären.
Wollten Sie auf irgendwas hinaus?
Sheila hatte gepflegte Fingernägel.
Lang, lackiert.
Und wenn sie nicht gerade eine olympische Schützin war,
wie konnte sie dann das Magazin zweimal nachladen,
ohne auch nur einen Nagel abzubrechen?
-Gute Frage. -Finde ich auch.
Während die Ermittlungen andauern,
mehren sich Gerüchte, dass Sheila gewaltige Drogenschulden angehäuft hatte.
Ob das für die Tragödie allerdings eine Rolle spielte, ist nicht bekannt.
Peter. Danke, dass Sie kommen.
Sie wollen doch heute alles abschließen.
Dachte, Sie wollten vielleicht den Tatort sehen und ein paar Fragen klären können.
Wir fanden alle 25 Patronenhülsen
und wissen von daher recht genau, von wo sie abgefeuert wurden.
Wir denken, dass Sheila von hier aus schoss.
Elfmal.
Siebenmal auf June, es bleiben noch vier für Nevill.
Auf ihn wurde insgesamt achtmal geschossen,
also viermal in der Küche.
Elf Schüsse bedeuten auch, Sheila leerte das Magazin,
ging dann runter zum Nachladen
und kam wieder hoch zum finalen Schuss in Junes Kopf.
Woher wissen wir von dem finalen Schuss?
Weil das ihre Blutspur ist.
Das bedeutet, nach der ersten Schusssalve
und vor dem letzten, dem tödlichen Schuss zwischen ihren Augen,
hatte June genug Zeit, ganz hier herumzugehen
und wieder zurück auf die andere Seite, wo sie starb.
Was hat sie gemacht? Was ist da?
Rätsel Nummer eins. Also...
Sheila feuerte zehn Schüsse ab.
Nevill liegt am Boden, June ist verletzt,
aber sie leben noch. Sie muss also nachladen.
-Die Kugeln sind unten. -Sie geht also runter.
Nevill schafft es, aufzustehen. Er geht auch nach unten.
-Warum? -Vielleicht, um Sheila zu verfolgen.
Oder er wollte zum Telefon.
Jeremy sagte, sein Vater rief an, und die Verbindung brach ab.
Wir wissen auch, dass Nevill in der Nähe des Telefons angegriffen
und mehrfach geschlagen wurde.
Aber wieso sind die Jungs
bei dem ganzen Chaos nicht aufgewacht?
Waren sie zuerst dran?
Es waren drei Schüsse auf Nicholas, fünf auf Daniel,
alle aus kurzer Distanz und in schneller Abfolge abgegeben.
Die Verteilung der Hülsen untermauert das.
Wären hier drin acht Schüsse gefallen, wären Nevill und June wach gewesen,
und Sheila hätte nur noch zwei gehabt.
Damit hätten sich kein Nev und auch keine June aufhalten lassen.
Was ist hier los?
Ich dachte, ihr räumt auf.
Was hat der hier zu suchen?
Ich bat ihn darum.
-Leiten Sie das jetzt? -Nein, Chef.
Warum übernehmen Sie dann meinen Tatort?
-Die Leichen wurden zu früh bewegt. -Was Sie nicht sagen.
Da stimmt etwas nicht. Das waren Beweise.
Ich soll es vermasselt haben?
Ist noch jemand der Meinung des Detective Sergeant?
Irgendjemand?
Sie räumen hier jetzt alles auf.
Und Sie! Nach draußen!
Wissen Sie, wie groß das ist? Der Superintendent hängt mir im Genick,
und den nervt der Innenminister.
Mir kleben die Reporter am Arsch...
-Ich glaube, Sheila war es nicht. -Haben Sie Beweise?
Ich habe nämlich viele.
Die Frau war irre.
Dieses Haus war von innen verriegelt.
-Sie hatte die Mordwaffe in der Hand. -Irgendwas stimmt nicht.
Ja. Eine durchgeknallte Frau hat ihre Kinder getötet!
Sie schoss ihnen in den Kopf. Ist Ihnen das egal?
Ich leite das Ganze, und ich sage, es ist Schluss.
Sie stellen sich hinter mich, sonst sind Sie weg vom Fenster.
Und wenn ich "weg" sage, meine ich das auch so.
Trink was. Er ist genial.
Nein, danke.
-Ich trinke die Flasche nicht allein. -Wir möchten beide nichts.
Ich war beim Anwalt, wegen des Testaments.
Ich dachte, ihr wollt sicher wissen, wie es aussieht.
Ich machte mir noch keine Gedanken.
Schön für dich. Ich habe allerdings Farmarbeiter, die ihr Geld wollen.
Du bist sicher gut weggekommen.
Abgesehen davon, dass meine Familie tot ist.
-Erzähl ruhig, Jem. -Ich habe schlechte Nachrichten.
Es sollen wohl mächtige Schulden auflaufen,
also werde ich das Anwesen verkaufen. So schnell wie möglich.
Ist das dein Ernst?
Es ist schwer für euch...
...wenn Mutters Anteil am Wohnwagenpark an Fremde geht,
aber ich habe keine andere Wahl.
Das kannst du nicht bringen. Ich rufe meinen Anwalt an.
Es war ein Scherz.
Dein Gesicht. Im Ernst, es gibt reichlich Kohle.
Was? Lieber Himmel.
Euch interessiert das Testament also doch. Zumindest ein wenig.
Also schön. Was steht drin, Jeremy?
Ihr kriegt beide etwas Bargeld,
die Ländereien und die Firmen gehen an mich.
Ich werde dann irgendwann entscheiden, ob ich alles verkaufen will.
Ich hätte gern Tante Junes Ehering.
-Was? -Sie hat ihn mir versprochen.
-Wann war das? -Vor Jahren.
Er würde mir viel bedeuten, zur Erinnerung.
Es tut mir leid.
Ihre persönlichen Dinge nehmen sie mit.
Es wäre schade, so ein schönes Schmuckstück zu begraben.
Sie werden nicht begraben, sondern eingeäschert.
-Was? -Ihre Körper sind nicht unversehrt.
Es ist wohl besser so.
Aber Tante June hätte ein traditionelles Begräbnis gewollt.
-Das ist mir egal. -Eine Beerdigung auf dem Friedhof.
Sie hat aber nichts mehr zu sagen.
Ich habe mich entschieden.
Sie waren bei der Armee?
Bei der Infanterie. Zu viel Marschieren.
Haben Sie sich mal gewundert, warum ein 50-Jähriger noch Sergeant ist?
Die Polizei ist wie die Armee.
Es geht nur ums Team.
Befehle befolgen, hinterm Chef stehen, ein Teamplayer sein.
Stan hat das nie kapiert.
-Du hast ihn als "Irren" bezeichnet. -Da war ich noch Teenager.
-Du hast es getan. Wir beide taten es. -Na und?
Ich will nur sichergehen,
dass unser Urteilsvermögen nicht durch andere Faktoren getrübt ist.
Wir wissen beide, was zu tun ist. Ich tue es.
Ob du mitkommst, ist deine Sache.
Vorsicht!
Das Haus war verschlossen. Keiner ging rein oder raus.
Das ist mir egal. Ich sage Ihnen, Sheila war zu keinem Mord fähig.
Sie war geisteskrank, schizophren.
Krank oder nicht, wir kannten sie. Sie nicht.
Wie oft sahen Sie sie in den letzten fünf Jahren?
Nicht oft, vermute ich. Vielleicht an Weihnachten, am Geburtstag?
Eines weiß ich genau:
Sheila kannte sich null mit Waffen aus. Wie hätte sie alle erschießen sollen?
Ihr Cousin Jeremy sagt etwas anderes. Sie konnte wohl schießen.
-Er täuscht sich oder lügt. -Warum denn?
Wir wollen niemanden beschuldigen, aber...
Wir fürchten, dass Sie voreilige Schlüsse ziehen
-und den Fall abschließen. -Hören Sie auf!
-Warum? Ich will eine Abschrift haben. -Sie hören auf, sonst gehen Sie.
Wenn Sie entscheidende Beweise missachten...
Ach, Sie wollen mir entscheidende Beweise liefern?
-Sheila war zu so etwas nicht in der Lage. -Das sagen Sie?
Für wen halten Sie sich?
Die verdammte Miss Marple?
-Raus aus meinem Büro! -Ann, wir sollten gehen.
Fr. Eaton, warten Sie.
Wir bauten im Farmhaus eine Alarmanlage ein.
Ich muss jemandem vor Ort zeigen, wie sie funktioniert.
Was geht mich das an?
Jeremy möchte da nicht reingehen.
Falls Sie bereit wären, könnten wir auch durchs Haus gehen
und uns unterhalten.
Ich tat immer so, als wären das deutsche Bunker.
Eine Granate rein, die Nazis raus.
-Du hast die Jungs hierhergebracht? -Ja, Sheila hat das getan.
Sie spielten "Hexenringe", mit den Reifen.
Da braucht es keine Granaten.
Es war hier nicht alles schlecht.
Sie hatten hier auch Spaß.
Ich weiß noch, einmal...
...beschlossen Bambs und ich, zusammen zum Damm zu gehen.
Dein Vater hatte auf allen Feldern Raps ausgesät.
Dieses Gelb war fantastisch.
Ich schlug ihr vor, ein paar Fotos zu machen,
für ihre Modelmappe.
Wir alberten herum.
Bambs zog ihr Oberteil aus.
-Aber... -Meine Mutter erwischte euch.
Später im Haus sagte June dann irgendwas zu ihr.
Irgendwas Schlimmes.
Bambs redete nicht darüber, aber ich wusste es.
Ich frage mich manchmal, warum bei Bambs alles schiefgelaufen ist.
Ich denke, vielleicht wegen mir, weil ich sie verließ.
-Nein. -Aber dann denke ich zurück an damals.
An die Zeit im Rapsfeld, und ich sage mir:
Es war eure Mutter.
Sie pflanzte das Gift.
Möglicherweise.
Sie war eine Säule der Gesellschaft...
...und Sheila die Böse.
So wird sie in Erinnerung bleiben.
Das verrückte Model, das seine Familie ermordete. Mein Gott...
Wir behalten sie so nicht in Erinnerung.
Das allein zählt.
Nicht wahr?
Col.
Ja.
Drücken Sie hier zum Anschalten, und zum Abschalten
geben Sie noch mal Ihren Zahlencode ein.
Wir ersetzten auch die Tür, die unsere Männer eintreten mussten.
Das sind Ihre Schlüssel.
Hier lag ein Teppich.
Er wurde verbrannt, denn er war voller Blut.
-Wurde hier mein Onkel gefunden? -Ja, genau.
Und die anderen?
Oben, in den Schlafzimmern.
Das verstehe ich nicht. Wären nicht alle beim ersten Schuss aufgewacht?
Das Anschütz hatte einen Aufsatz, eine Art Schalldämpfer.
Als wir das Gewehr fanden, war so was nicht drauf.
Er hätte da sein müssen. Nevill ließ ihn immer drauf.
Jeremy sagte, er hätte auf Kaninchen geschossen.
Vielleicht nahm er ihn ab.
Mickey, Hr. Boutflour soll die Nebengebäude prüfen,
ob sie sicher sind.
-Begleiten Sie ihn? -Ja.
Sie glauben also nicht, dass Sheila das war.
Nein. Das glaube ich nicht.
Und wer dann?
-Jeremy. -Warum?
Er benimmt sich sonderbar.
Er scheint fast froh zu sein.
Und das ist alles?
Er behauptet, Nevill hätte ihn angerufen,
Sheila würde durchdrehen. Sie hätte eine Waffe.
Ich glaube einfach nicht, dass das stimmt.
Jeremy lügt also.
Und es gibt nur einen Grund, warum er lügen sollte, oder?
Der Detective Chief Inspector hat viel zu tun.
Sollte Ihnen noch was einfallen, bezüglich Jeremy oder so...
...melden Sie sich bei mir.
Sie da! Zu mir. Auf der Stelle!
Wir waren befreundet, nichts weiter. Ich schwöre es.
-Sie hatten einen Wohnungsschlüssel. -Ich sah danach, wenn sie weg war.
Sie sind verheiratet, Frankie?
Weiß Ihre Frau von diesem "Danach-sehen-Arrangement"?
Hören Sie. Ich will nur helfen, ok?
Die arme Bambs hatte jede Menge Probleme.
Was für Probleme?
Geld.
Manchmal half ich ihr aus und lieh ihr Geld.
-Drogen. Halfen Sie ihr da auch? -Nein. Niemals.
Wir haben bald den Toxikologie-Bericht. Dann wissen wir, was sie nahm.
Vielleicht holen wir sie noch mal her, für eine weitere Unterhaltung.
Hören Sie. Sie nahm vielleicht manchmal Drogen,
aber nicht von mir.
Was denn? Marihuana? Kokain?
Und wenn sie zugedröhnt war, war sie gewalttätig?
Sie kann ihren Jungs nichts angetan haben.
War sie gewalttätig?
Sheila... Sie war...
Sie hatte ein gutes Herz...
...war aber sehr launisch. Wild.
Bevor sie in die Klinik kam, war sie echt verrückt.
Wirklich verrückt.
Sie sagte mir, sie sei die Jungfrau Maria.
Und ihre Jungs, na ja...
Sie sagte, sie wären vom Teufel besessen.
Ich sagte: "Nein, du bist durcheinander."
Aber sie hörte nicht mehr auf, mit dem Teufel.
"Er hat mich besetzt", sagte sie, und ihre Jungs.
Und auch ihre Mutter.
Und was wollte der Teufel?
Sie...
Sie sagte, er bringt sie dazu, Sex zu haben...
...mit den Jungs.
Dass sie zusammen etwas Gewalttätiges tun, Menschen verletzen.
Verrückt.
Danke, Frankie.
GESPRÄCHE IN DIESEM RAUM
WERDEN AUFGEZEICHNET
POLIZEI
Hier ist keine Menschenseele. Es wurde nicht eingebrochen.
Was löste dann den Alarm aus?
Als wir kamen, stand die Vordertür auf und schlug im Wind.
Dann brach doch jemand ein.
Nicht gewaltsam. Die Tür war unverschlossen.
Aber nur ich habe den Schlüssel.
Vielleicht vergaßen Sie, abzuschließen, und der Wind stieß sie auf.
Nein.
Seien Sie vorsichtig, da drin sind viele Wertgegenstände.
Das ist mir klar.
Können wir dann abschließen...?
Das mache ich selbst, danke.
Es ist hinten.
Sie sagten, das Haus sei von innen verschlossen gewesen.
Sehen Sie sich den Riegel an.
Es sieht aus, als wäre es von innen zu, war es aber nicht.
Da hätte jemand rausklettern können. Aber nur, wer von dem Fenster wusste.
Und wer wusste davon?
Jemand der hier lebte, der hier aufgewachsen war.
Er ist hier im Schuppen.
Es ist der Hund meiner Mutter.
Keiner in der Familie will ihn. Ich kann ihn auch nicht nehmen.
Ich könnte mich umhören.
Ohne meine Mutter kommt er wohl nicht klar.
So ist es gnädiger.
Es ist Ihre Entscheidung.
Es ist einfach nur schade.
Was für ein braver Hund...
...ein ganz braver.
Braver Hund.
Braver Junge.
Es ist erledigt.
Es gibt Hunde, die leiden, wenn ihre Besitzer versterben.
Aber es ist dennoch schade.
Untertitel von: Petra Laepple
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