All language subtitles for Marquise_1997.DVDRip

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Original subtitles

Kommen Sie! Schauen Sie! Gehen Sie nicht vorbei!

Was Sie hier sehen, haben Sie noch nie gesehen. Eine Sensation!

Kommen Sie und staunen Sie! Sie werden nicht enttäuscht werden!

Das hat die Welt noch nicht gesehen. Ein Wundermittel biete ich Ihnen hier.

Eine Medizin gegen alle Krankheiten. Wollen Sie sich das entgehen lassen?

Das braucht ein jeder von uns. - Du da, Kleine, komm mal her!

Weißt du hier was, wo sich Damen erleichtern können? - Einen Abtritt?

Einen was? Ja, ja, einen Abtritt.

Für zwei Sous zeige ich Ihnen, wo. - Sollst du haben.

So meine Damen, aussteigen!

Oh, Gott!

Hoffentlich ist es nicht so weit. - Ich kann nicht mehr.

Kommt Ihr, um das Theater zu sehen? - Nein, nie. Wir sind ja so arm.

Was hier? - Ja, Madame.

Und die Röcke schön hochheben, damit ihr euch nicht voll scheißt.

Nur keine Sorge, ich passe auf. - Danke.

Geh weg da. - Lass mich ran. Ich habe einen Sous dafür bezahlt.

Gibt es keine Zitzen zu sehen? - Will ich aber.

Die Plane zur Seite. So wird das nichts. - Mach mal! Ein bisschen schneller.

Sag mal, Molière, hast du nicht Hunger? Mir knurrt der Magen.

Wir müssen vor der Dunkelheit... Womit habe ich das bloß verdient?

Hier. - Nein. - Schmeckt gut. - Was haben wir in diesem Nest zu suchen?

Wer ist denn schuld daran? - Was soll das heißen, wer ist schuld?

Das ist der Preis für deine Marotte, für deinen Hang zur Tragödie.

Darf man Corneille nicht mehr aufführen? - Wenn er's gewesen wäre?

War ich so schlecht? - Du warst nicht bei der Sache.

Und ob! Ich habe genug Äpfel abgekriegt, um das zu wissen.

Du hast daneben gespielt. - Und du? - Ich war nicht schlechter als du.

Also, dann werden wir hier nicht wieder die Perlen vor die Säue werfen.

Oder ich rezitiere aus Nicomedes? Warum denn nicht? - Nein! Nein!

Kein Gold der Welt kann diesen wunderbaren Schatz aufwiegen.

So unbezahlbar ist dieses Kleinod.

So sahest du nicht aus, als du jung warst. - Ich trug auch keine Lumpen.

Dieses sündige Kleid.

Das ist eine Hexe.

Die hole ich mir nach Paris. - Ich habe sie vor dir entdeckt.

Ich war zuerst da! - Nein, Alter, ich war zuerst da. - Bitte!

Zurück. Einer nach dem anderen. - Aus dem Weg, Alter, ich will rein.

Das wollen sie alle. - Ich muss die Künstlerin kennen lernen.

Ich bin ihr Vater. - Und der Kavalier da, ist wohl ihr Onkel?

Was wollt Ihr damit sagen? - Dass Ihr mich durchlassen sollt.

Mit Euch habe ich nicht geredet. - Aber mit mir.

Aber meine Herren, beruhigt Euch doch. Ich biete Euch was anderes, Theater.

Ihr habt göttlich getanzt. - Ihr müsst warten. Fragt den Vater nach dem Preis.

Euer Vater ist mit allem einverstanden. Er kriecht im Staube vor mir.

Wollt Ihr mit nach Paris? - Weg, weg, ich muss mich konzentrieren.

Ich bin hingerissen von Eurer Geschmeidigkeit. - Ich verbitte mir das.

Ich will Euch zum Theater bringen. - Was glaubt Ihr, was ich hier mache?

Nun, Ihr tanzt. - Verdammt noch mal, ich will was haben für mein Geld.

Wer seid Ihr? Und in welcher Truppe soll ich spielen?

Meine Truppe ist das "Illustre Theater". Und ich bin der erste Akteur.

Das war jetzt viel zu kurz für den Preis. - Seid Ihr Molière?

Ich bin René du Parc. Der Vetter. Der Schöpfer seiner berühmten Possen.

Mein Traum war schon immer das Theater. - Ihr seid eben dafür bestimmt.

Seiner Bestimmung kann niemand entgehen. - Seid Ihr Hellseher?

Am liebsten Euer Mann.

Ihr macht keine Umwege. - Der Weg zum Herzen geht immer geradeaus.

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. - Einfach ja.

Die Pforten des Theaters öffnen sich. Paris liegt Ihnen zu Füßen. So wie ich.

Lasst mich nicht schmachten. Molière wartet, und ich habe Hunger.

Ist das wahre Liebe oder spielt Ihr mir was vor? - Sehe ich wie ein Lügner aus?

Darf ich vorstellen? Das ist Marquise, meine Frau. - Wo ist Molière?

Er holt den Pfarrer. Er ist Trauzeuge. Sie gehört jetzt zu unserer Truppe.

Das sind Armande, Madeleine und Geneviève.

Da ist der niederträchtige Verführer, der meine Familie zerstört.

Dieses Pärchen muss verheiratet werden, sonst tritt der Mann nicht auf.

Und ohne ihn kein eifersüchtiger Schrei- berling. - Ich will meine Tochter zurück.

Gebt ihm die Frau zurück. - Wollt Ihr mich zerreißen? - Weg von der Braut!

Ich bitte Euch, Hochwürden, waltet Eures Amtes. - Halt! Halt!

Es ist nicht statthaft ohne die Zustim- mung des Vaters. - Da hört Ihr's selbst.

Und Ihr, mein Kind, was meint Ihr? - Ich will seine Frau werden.

Unter der Bedingung, dass ich nie wieder tanzen muss.

Wir schreiten zur Trauung. - Das ist meine Tochter.

Ich hasse es, wenn mein Essen kalt wird. Das macht mir Blähungen.

Wenn man seine Tochter weggibt, will das gut überlegt sein.

Und wenn Ihr die ganze Nacht furzt, ich brauche Zeit, um zuzustimmen.

Geht es Euch so hart an, anderen was zu geben? - Nicht mehr als Euch.

Wenn Ihr eine Vorstellung gebt, seht Ihr doch auch immer die Einnahmen.

Ich biete Eurer Tochter mein Herz und eine Karriere in Paris.

Ich möchte sagen, da muss ein Tausender drin sein.

Warum gerät er so außer sich? - Soviel verdient er in seinem Leben nicht.

Gott will es so. Meine Tochter ist unbezahlbar. - Er ist verrückt.

Zwanzig. - Fünfzig. - Fünfzig? Willst du dich wegwerfen an diesen Kerl?

Siebenundzwanzig. - Nie und nimmer! - Achtundzwanzig?

Ich biete dreißig, und ich lasse nicht locker. Der Mann da ist mein Freund.

Mein Bruder, mein René. - Danke. - Ich danke dir.

Wenn Ihr nicht zustimmt, bekommt der Pfarrer zweifach zu tun.

Nämlich Eure Beerdigung und unsere Hochzeit.

Abgemacht.

Wenn ich bitten darf? Willst du Marquise Therese zur Ehefrau nehmen?

Willst du sie beschützen, in guten und schlechten Tagen? - Ich will.

Und du, Marquise Therese, willst du ihn zum Ehemann nehmen? - Ich will.

René, was bietest du ihr? - Mein Vertrauen. - Das ist gut. Amen.

Bei Molière zu spielen, das ist eine große Ehre. - Danke, Maman.

Du hast jetzt deins. - Komm her. - Raus! Raus!

Und jetzt, meine Damen und Herren: Der eifersüchtige Schreiberling.

Oh weh, liebste Freundin, wie armen Geistes doch dein Vater ist.

Und welche Finsternis in seiner Seele? - Auch mich verwirrt das aufs Neue.

Ich hoffe, dass eine Wendung des Schicksals mir bessere Zeiten beschert.

Du hast alle Eigenschaften, die man dafür braucht. Und ich eigentlich auch.

Noch mal von vorne. - Oh weh, liebste Freundin, wie armen Geistes doch...

Geschichten von Liebe und Eifersucht. Ihr werdet den großen Türken sehen.

Jeder kommt auf seine Kosten.

Der Handel ist geschlossen. Der Türke holt die Frau zum vereinbarten Preis ab.

Er verkauft zu einem niedrigen Preis. Das ist doch eine Schande für Euch.

Sie wird dir gehören, für immer und ewig. Nur dir und keinem anderen.

Lebt wohl, Pantoffelheld. - Lebt wohl, Monsieur.

Zapperlot! Dieser Kerl verliert wirklich keine Zeit.

Ich werde seine Ehefrau, diese Vettel, schon an den Mann bringen.

Oder ich drehe ihm den Hals um, weil er auf meine süße Lucille ein Auge hat.

Ich werde ihm zuerst Hörner aufsetzen.

Sieh da, seine entzückende Dienerin. Nun denn.

Was gibt es? Ich höre. Nur zu, sprich, mein Kind.

Hat deine Herrin keine Nachricht für mich?

Willst du mich warten lassen? Soll ich dir die Worte aus der Kehle reißen?

Sie schweigt. Sie hat mir nichts zu sagen.

Sie hat mir nichts zu sagen. Sie hüllet sich in Schweigen.

Ich tanze! Ich springe! Ich hüpfe es!

Mademoiselle, bitte, etwas lauter. Wir verstehen kein Wort.

Gewiss. Aber das liegt daran, dass...

René. - Armande, Auftritt.

Hier bist du. Ich wunderte mich schon, wo du steckst.

Mein Herr hat zwei Dienerinnen. Stumm die eine, taub die andere.

Er schickt sie zu den Männern, mit deren Frauen er herumtändelt.

Die eine oder die andere. - Wenn ein Hahnrei sich bei ihm beschwert,

dann schickt er die Taube zu ihm. Und wenn es umgekehrt ist,

wenn er einem Hörner aufsetzen will, wen schickt er ihm dann?

Die Stumme schickt er.

Denn niemand hört gerne, dass ihm ein Missgeschick widerfahren ist.

Kommt, kommt, Ihr Lieben!

Gemach, Gebruder, gemach!

Obwohl das Schicksal Euch übel mitspielte, werdet Ihr kein Mitleid finden.

Doch Tränen und Kummer brachen meinen Kreis.

Du Hinterhältiger, ich bin der Gefoppte. - Der arme Tropf.

Welch Unglückseliger...

Auch die Beste vernichtet uns mit ihrer Flatterhaftigkeit.

Dieses Geschlecht ist der Untergang der Welt. Verdammt sein sollen sie!

Mit ihren Speichelworten und Hexen- künsten. Zum Teufel sollen sie gehen!

Lasst uns zu mir nach Hause gehen und den Abend in Frieden beschließen.

Morgen ist sein Zorn verraucht.

Wenn euch griesgrämige Ehemänner ärgern, schickt sie zurück in die Schule.

Marquise, du musst sie bei Stimmung halten. Runter damit.

So. Hier. Und denk immer daran, dass Versailles auf uns wartet. Raus!

Etwas Süßes für meine Süßen. Die Pralinen sind exquisit. - Vielen Dank.

Was ist los? - Sie stiehlt uns die Szene.

Den Leuten schmeckt die Süßspeise besser als der Braten.

Sie ist hinreißend. Weiß jemand, wie sie heißt?

Sie weckt doch nicht Eure Neigung zum anderen Geschlecht. - Keine Sorge.

Kennt Ihr sie, Monsieur Racine? - Nein, aber Lully vielleicht.

Das ist Marquise du Parc. - Die Geliebte von Molière? - Soviel ist sicher.

Und die von Corneille. - Er hat ihr ein Sonett geschrieben.

Der liebe Alte. Mehr konnte er wohl kaum für sie tun.

Sie ist die Frau von René. - Der Engel ist mit diesem Fettklops verheiratet?

Ja, er soll ja direkt von Hannibals Elefanten abstammen.

Er kommt aus Lyon. Ist er Karthager?

Ich sprach von Elefanten, und nicht von einem Feldherren.

Wenn das ein Geistesblitz war, hat er bei mir nicht gezündet. Pardon.

Ich bin zwar ein Musikus, aber ich will Euch dennoch ein Bild entwerfen.

Elefanten und der Mann der Marquise haben eins gemeinsam: Einen Rüssel.

Ich bedaure, dass ich Ihren Witz nicht schätze. Racine aber auch nicht.

Fahren wir zum Prinzen. Er feiert seine Rückkehr nach Paris.

Ich hätte es nicht zu träumen gewagt.

Diese kleinen spitzen Zähnchen. - Monsieur Lully! - Das ist doch angenehm.

An der richtigen Stelle.

Los! Los! Geh schon!

Seigneur! Habt Ihr Euch gut unterhalten, Seigneur?

Ganz recht. Ich habe gelacht und gelacht. Madame auch.

Ihr habt mir sehr gefallen, Mademoiselle.

Meine Freunde finden es ungewöhnlich, dass ich Ihrem Charme erliege.

Ich möchte die anderen Akteure der Truppe vorstellen: Madeleine Béjart.

Nicht nötig, Molière. Die kenne ich seit Jahrzehnten.

Mir kommt da eben ein Gedanke. Monsieur Lully...

Monsieur Lully!

Ach, Lully, schreib für den Geburtstag des Königs eine Ballettkomödie.

Ihre Majestät möchte sich an der Anmut von Mademoiselle du Parc ergötzen.

Aha. - Ja. - Ich mache mich sofort ans Werk.

Jeder weiß, dass mein Bruder ein leidenschaftlicher Tänzer ist.

Wann ist der Geburtstag Seiner Majestät? - Nächste Woche. Warum?

Mein Gott, unter welchem Stern bin ich geboren?

Dass ich mein Leben immer wieder an Dumme verloren...

Geboren. Dass ich mein Leben immer wieder an Dumme verloren...

Mach dich zum Teufel! Sie sterben nicht aus...

...die Dummen und Toren. Die Dummheit hat sich gegen mich verschworen.

Dummheit! Wie soll ich da arbeiten?

Soll ich später wiederkommen? - Nein, nein. Was gibt es denn?

Ich bin unglücklich. - Ist René kein guter Ehemann? - Deshalb ist es nicht.

Gefällt dir Paris nicht? - Deshalb ist es nicht. Ich bin gerne hier.

Dann bist du schwanger. - Nein, deshalb ist es auch nicht.

Du machst mich rasend. Deshalb ist es nicht. Hast du sonst nichts im Kopf?

Spielen will ich. - Wie?

Du willst wieder die Stumme spielen. Ist es das?

Ich habe nicht alles im Stich gelassen, nur um weiter zu tanzen.

Aber du tanzt doch hier anders. Vor dem König tanzt du.

Na, wenn schon? - Du kannst dein Glück machen.

Ich will Theater spielen. Ich will auf die Bühne.

Erzähl das René. Er probiert mit dir. Das macht er gut. Ich muss arbeiten.

Madeleine und die anderen erzählten, was sie dir zu verdanken haben.

Ach, was? Sagen sie das?

Hm, dass du der Allergrößte bist. - Und was noch?

Dass es wichtig ist, dass das Publikum im Theater bequem sitzt.

Dann müssen alle Lichter ausgehen. Dann ist der Augenblick da.

Dann geht der Vorhang auf, und es ist endlich soweit.

Das Spiel kann beginnen.

Die Arme öffnen sich......um hier an diesem Ort der schönen Feste,

dem höchsten Herrscher in Demut nahe zu sein.

Komm ich, Ihr sterblichen Gäste, aus meinen Waldes tiefen Schrein.

Musik, Maestro!

Und jetzt probieren sich Satyren und Kentauren um Allemande. Hopp! Hopp!

Ja! Gut so! Und jetzt Madeleine nach vorne!

Ganz nach vorne. - Ihr Schäfer weicht zurück. Ein Höherer tritt auf den Plan.

Macht Platz, Ihr Leute und störet nicht sein Glück.

Na, endlich. Es wurde auch Zeit. Madeleine, zurück!

Mein Gott, unter welchem Stern bin ich geboren... - So geht das nicht.

Los, los, zieh dich um! Marie, ihr Kostüm!

So. Fein. - Wo ist mein Text?

Du bist die Königin des Waldes. - Und sage kein Wort?

Du tanzt. - Ich sollte doch spielen.

Ist es meine Schuld?

Ich war gerade dabei, die Tiraden zu schreiben. Da hast du mich gestört.

Übertreib nicht so. Du warst doch bereits eingeschlafen,

nachdem mit deinen drei Gongschlägen das Spiel endlich beginnen sollte.

Zieh dich um, ich habe keine Zeit zu schwatzen. - Das tun nur Waschweiber.

Monsieur Lully wird mit dir proben. Wir machen hier weiter. Allez!

Noch mal Madeleine nach vorne! - Ich tanze nicht in diesem Spiel.

Diese Weiber!

Gratuliere.

Oh, ich fürchte, das war ein Fehlschlag.

Erlaubt Ihr? - Was tut Ihr hier?

Ich biete Euch meine Hand und mein Knie, damit Ihr auf die Brüstung kommt,

um Euch hinunterzustürzen. Das habt Ihr doch vor. - Ja.

Und ich habe allen Grund. - Warum so zaghaft?

Das Wasser ist tief. Ihr werdet bestimmt ertrinken.

Was wollt Ihr von mir? - Ich habe Euch neulich tanzen sehen.

Das ist mein Kummer. - Mir geht es wie Euch. - Ihr seid also auch Tänzer?

Nein. Aber ich habe auch nichts weiter als mein Talent.

Ich bin nicht hochwohlgeboren. Ohne Familie, ohne Vermögen.

Ich muss mich selbst durchschlagen.

Es hat keinen Zweck, dagegen aufzubegehren. Es gibt eben Arme...

und Reiche, Hochgeborene und Niedere, Könige und Sklaven.

Das heißt, ich habe keine Hoffnung. - Im Gegenteil.

Ihr müsst lernen zu lächeln und das zu sein, was man erwartet.

Seht mich an. Ich habe keine Wahl. Ich lebe von den Mächtigen. Ich tanze.

Denkt daran, wenn Ihr heute vor dem König tanzt.

Denn dann könnt auch Ihr Euch an der Sonne wärmen.

Wer seid Ihr, Monsieur?

Wozu dieser Dribbel um eine Statistin? - Es endet noch in einer Katastrophe.

Ich habe dich gewarnt.

Jetzt habe ich es. Seht her! Jetzt kann ich es.

Gar nichts kannst du. Basta! Basta! Finito!

Wenn diese Frau tanzt, spiele ich nicht. - Der Maestro hat Allüren. - Molière!

Molière! Sie ist verschwunden. Ich habe sie überall gesucht.

Konntest du ihren Wunsch nicht erfüllen? - Sie brachte mich in Rage.

Du hattest es ihr versprochen.

Ein Ehrenmann hält die Schwüre, die er im Bett macht.

Was redest du? - Du kannst mit ihr schlafen. Aber mach sie nicht traurig.

Wenn sie deinetwegen leidet, kriegst du es mit mir zu tun.

So, du würdest die Hand gegen mich erheben?

Willst du hier über mich Gericht halten? Den Racheengel geben?

Ich sage nur zwei Worte: Ich will spielen oder sterben.

Ich schwöre dir vor allen, dass du spielen wirst.

Aber heute wirst du tanzen. - Silentium. Der König.

Ich bin verloren.

Marie, mein Kostüm! Es geht los! Schnell! Husch! Husch!

Was sagt Ihr dazu? Heute morgen hörten wir nicht eins, zwei, drei, vier.

Ich musste ihn in die Schranken verweisen. Aber jetzt amüsieren wir uns.

Ich hoffe, dass sich die Damen gut unterhalten werden.

So, los! - Lasst mich doch mal vorbei. Ist er schon da?

Ich weiß nicht, ich hab Angst. - Das wird schon.

Molière, ich warte!

Musik, Maestro!

Das ist wie in Katakomben. - Jetzt ist es so weit. Wir sind dran.

Das ist gut so. Es reicht völlig. Ihr macht mich noch wahnsinnig!

So, raus jetzt!

Warte. - Jetzt

Damit sind wir gerettet.

Das glaube ich nicht, Monsieur Molière. - Keine Schwarzmalerei.

Ich hatte es eben so eilig. - Was ist denn?

Ich habe keine Zeit mehr gehabt, ihr das anzuziehen.

Und sie muss ein Rad schlagen vor dem König. Oh, Gott!

René, das ist mein Untergang.

Molière!

Kommt näher, Molière. Ihr habt uns über alle Maßen unterhalten.

Wo Laffen und Ignoranten nur Illusionen sind, nur Künstlichkeit und Schein,

habt Ihr uns das Theater auf neue Art sehen lassen

als Quell des wahren Lebens schlechthin.

Wozu die Mühe, wenn dieser Mann so leicht ist an der Nase herumzuführen?

Aber, liebes Kind, wer hat dich so zugerichtet? Komm, komm!

Was ist nur geschehen? - Ich bin zur Beichte gegangen.

Da sind die Betschwestern über mich hergefallen. Und sie...

...sie haben gesagt, das Kind, das ich trage, wäre vom Teufel.

Und ich besudele die Kirche. - Nicht weinen. Denen mache ich den Garaus.

Ich bin dabei. - Du bleibst, wo du bist.

So, bitte, jetzt erstmal weiter. Aber, Liebchen...

Geh zu Madeleine. Sie kümmert sich um dich.

Ist Madeleine meine Mutter oder Schwester? - Was?

Warum fragst du mich das? - Weil ich es wissen will.

Je nachdem, wo wir hinkommen und neue Leute kennen lernen,

wird sie mal als Schwester oder mal als Mutter vorgestellt.

Das ist doch ganz unwichtig. - Du sollst da bleiben, wo du bist.

Armande hat dich was gefragt.

Am besten sie fragt Madeleine. - Weißt du, was diese Weiber noch sagen?

Dass das Kind, dass ich haben werde und dessen Vater du bist,

dass es nicht nur dein Sohn wird, sondern auch noch dein Enkel.

Das wird doch nur vom Klerus verbreitet, der meine Werke verbieten will.

Du schämst dich meiner, versuchst mich zu verstecken. - Aber, Liebchen...

Deshalb hast du ihr die Rolle gegeben, die du für mich geschrieben hast.

Aber du kannst doch in deinem Zustand unmöglich eine reine Jungfrau spielen.

Und du kannst das? - Ich spiele die Rolle, weil Molière es so haben möchte.

Zu deinem Besten. Und für die Truppe.

Wir sagen einfach, dass das Kind von Tartuffe ist.

Noch ein Wort, und ich drehe dir den Hals um.

Erbamen Herr! - Sag mir die Wahrheit. - Ich liebe dich.

Du trägst mein Kind. Was soll ich noch sagen?

Als diese Frauen über mich herfielen, da dachte ich an mein Kind.

Ich dachte, wenn es mich fragt, was sage ich dann?

Du wirst sagen, egal, ob der Mann dein Vater oder dein Großvater ist,

er ist immerhin Molière.

Ich bin hier im Auftrag des Königs.

Der König schickt nach mir? Was befiehlt Seine Majestät?

Er wünscht Euch morgen zu sehen.

Du hast Recht, das ist die Kunst des Guten und Gerechten.

Das Gute sehe ich wohl. Aber ich tue das Böse.

Ich sehe Monsart nicht.

Muss ich ein Jahrhundert lang warten, ehe Versailles fertig ist?

Der Frost, Majestät, er hat das gesamte Material vernichtet.

Warum ginget Ihr nicht im Sommer ans Werk. - Wir waren noch nicht so weit.

Das tadele ich. Lasst mich nicht ungeduldig werden. - Majestät.

Molière, kommt näher.

Nur er. - Majestät.

Mein lieber Molière, die Aufführung Eures "Tartuffe" müssen wir verschieben.

Man hat mir über Zeugen versichert, dass die Kirche Anstoß nehmen könnte.

Als ich Euch das Stück vorlas, habt Ihr gelacht über die Bigotterie.

Aber die Sonne hat sich verdunkelt. Dem müssen wir Rechnung tragen.

Und wenn wir es wenigstens einmal vor Eurer Majestät aufführen könnten?

Ich bin der Staat. Der Staat will keine Schwierigkeiten wegen des Spektakels.

Lasst Euch etwas Neues einfallen.

Etwas, was den Frommen und dem Hof gefällt.

Etwas Neues? Ja. Ein Stück schreibt sich nicht von selbst. Das muss ich tun.

Und mir bleiben nur zwei Tage. - Ja, zwei Tage sind zu wenig.

Gott brauchte eine Woche, um die Welt zu erschaffen.

Majestät, wir könnten "Tartuffe" auch in England spielen lassen.

Soll ich deshalb etwa Krieg führen? - Oder irgendwo in den Kolonien?

Nein, ich will hier keine Mohren und keine Wilden.

Wir betonen, dass wir uns gegen die reformierte Kirche wenden.

Davon halte ich nichts.

Meine Schwester empfiehlt Monsieur Racine. Führt sein neues Stück auf.

"Thébaide" heißt es wohl. - Ist es eine Komödie?

Man wird sehen. Ihr werdet schon alles nach Wunsch arrangieren.

Bei Euch weiß man nie, ob man weinen oder lachen soll.

Lieber Gott, der König will uns am Ende noch ins Kloster schicken.

Draußen will dich jemand sprechen.

Wenn ich gehängt werden soll, kann ich mir den Strick nicht aussuchen.

Das Stück von einem Anfänger spielen.

Freunde! Hört zu, Freunde!

Hier ist Monsieur Jean Racine, Autor der "Thébaide". Vorsicht.

Der König war so huldvoll, uns sein Werk anzuvertrauen.

Eine Tragödie? - Eine Frage, Madame, oder ein Vorwurf?

Ich bin nur neugierig. - Es ist eine Tragödie.

Dann ist es ein Vorwurf, Monsieur Racine, aber nicht gegen Euch.

Gegen wen dann? - Gegen Molière.

Er will Euch einen Dienst erweisen. Aber damit schadet er uns.

Was wir hier in Paris verlieren, müssen wir uns auf dem Land wieder erarbeiten.

Du weißt, dass unsere Truppe keine Tragödie spielen kann.

Es ist ein sehr gutes Stück.

Unser Metier ist das Lachen.

Ich befürchte, Racines Tragödie gerät bei uns zu einer albernen Posse.

Und vorne Äpfel auf die Bühne fliegen.

Könnte es für mich eine Rolle in Eurem Stück geben?

Nichts lieber als meine Worte aus Eurem Mund zu hören.

Ihr hättet gegen mich nichts einzuwenden? - Warum sollte ich denn?

Das wäre meine erste Rolle in einer Tragödie.

Ich bin so verwegen. Ich glaube, das ist keins.

Meine Damen, meine Herren.

Charles ist Polyneikes, obwohl ich mir einen anderen Bruder gewünscht hätte.

Du bist Eteokles, der alte König von Theben.

Außer dir kommt keiner in Frage, du hast das Alter dafür.

Retour spielt den Hämon, den Geliebten von Antigone. Soweit die Männer.

Nimm ihn mal. - Ja. - So. - Mein Kleiner. - Ja.

Was die weiblichen Rollen betrifft, Madeleine ist Lokaste...

Geneviève spielt ihre Vertraute Olympia und Catherine ist Antigone.

Gut so? Das ist unmöglich.

Antigone muss nuancierter gespielt werden als Lokaste.

Die anspruchsvollen Rollen hatte ich immer. - Sicher, Madeleine.

Aber auch schon in der Antike wurden die Mütter vor ihren Töchtern geboren.

Ich sehe schon Marquise als Antigone. - Und warum nicht?

Ich habe die Verse studiert. Das ist meine Rolle.

Ich habe das Alter und alles Übrige auch.

Madeleine ist alt genug für meine Mutter, wenn nicht mehr...

und du wärest die perfekte Dienerin, das ist doch sowieso dein Fach.

Die Nebenrollen spielt Geneviève. - Wenn du die Antigone spielst,

wäre ich gern dein Geliebter, nicht dein Partner. - Du wirst keiner von beiden.

Für meinen Geliebten hast du nicht das Format, um mich zu beglücken.

Und was den Partner angeht, da spiele ich doch lieber mit einem Stuhl.

Dann verzichte ich. Soll doch René mit seiner besseren Hälfte spielen.

Du würdest mir die Mutterrolle geben? - Warum nicht?

Und ich spiele die Dienerin? - Und ich bringe die Eimer raus, ja?

Ich bin einverstanden. Worauf warten wir noch?

Darauf, dass ich dich erwürge!

Jetzt ist Schluss! Habt ihr nichts im Kopf als eure Eitelkeit?

Ich bin Mutter, Kreon. Und mein Herz schlägt nur für ihn.

Und dennoch ist der König mir nicht weniger lieb. Oh, welche Qual!

Ein feiger Höfling mag ihn zwar hassen, doch niemals seine Mutter.

Der Mutterliebe ist unendlich. Das Herz der Mutter kann ihn nicht verleugnen.

Euer Denken, Euer Fühlen ist von anderer Art.

Des Königs Feinde sind nicht Eure Feinde. Kreon, Ihr seid Vater.

Und in diesen Feinden...

Kreon, Ihr seid Vater. Und in diesen Feinden...

Kreon, Ihr seid Vater. Und unter diesen Feinden seht Ihr vielleicht einen Sohn.

Man weiß, wie eifrig Hämon dient dem Polyneikes.

Bravo! Bravo!

Es ist mir wohl bekannt, drum will Gerechtigkeit ich walten lassen.

Und dennoch hass ich ihn. Auch wenn...

Ich hasse ihn umso mehr. - Hör auf! Aufhören!

Dass Ihr ihn hassen sollt, so wie sein Vater ihn hasst.

Wo wollt Ihr mit mir hin? Es ist noch nicht zu Ende. - Weg.

Dass dieses Weib Euch umbringt? - Ich habe ihr nur helfen wollen.

So naiv könnt Ihr nicht sein. - Zweifelt nicht an Eueren Getreuen.

Mit ihrem eigenen Leben werden sie das Eure schützen.

Jag die Marquise endlich davon. - Das lasse ich mir nicht nehmen.

Aufhören!

Verschwindet!

Wer weiß, wo sie sich versteckt hält. - Keine Angst, wir finden sie schon.

Der reiße ich die Zunge raus. Ich reiße sie in Stücke.

Hier ist sie nicht. Die Pest soll sie holen.

Warte! Wir kriegen dich schon!

Den Herzschlag will ich hören. Stürmisch. Wie ein Wimpernschlag so zart.

Nicht von da, sondern von hier.

Sprecht mir nach: Hämon, schaut, wie die Liebe mich gefangen hält.

Nicht für mich selbst, für Euch bin ich auf dieser Welt.

Kein Wort davon. Jetzt lasst mich los! - Du sollst wiederholen.

Neulich wolltet Ihr die Welt verlassen, weil sie Euch nichts bedeutet hat.

Hämon, schau, wie die Liebe mich gefangen hält.

Nicht für mich selbst, für dich bin ich auf dieser Welt.

Du musst diese Worte nicht rezitieren, sondern durchleiden.

Ja. Du hältst meine flüchtige Seele gefangen.

Gefesselt bin ich und voll Verlangen.

Es schlägt mein Herz in heißem Bangen. Du bist bei mir.

Ich bin bei dir.

Wir sind hier willkommen. Bitte.

Es heißt, Monsieur Racine hätte den Talar genommen. - Voilà!

Ich wollte Euch hier haben. Wenn der König Krieg in Spitzen führen will,

dann will ich ein Damenregiment führen, um dem König zu gefallen.

Ihr habt nicht etwa Monsieur La Fon- taine erwartet. - Warum fragt Ihr?

Ich fühle mich wie der Fuchs im Hüh- nerstall. - Lasst Euch nicht verspeisen.

Es ist so ernst. Das Stück.

Ich möchte Euch recht oft hier sehen.

Das Beste im königlichen Theater geschieht oft hinter den Kulissen.

Kleine Augen. - Recht gewöhnlich! - Wie stumpfsinnig!

Sie hat vor dem König ihren nackten Hintern gezeigt. - Monsieur Racine!

Ich möchte, dass Ihr die verwitwete Madame Mon Voisin kennen lernt.

Spezialistin für Giftpulver und Zaubertränke, Schwarze Messen.

Ist das eine Verurteilung? - Nein, meine gesellschaftliche Stellung.

Und ohne jede Gefahr? - Das versteht sich.

Nichts geht über eine Giftmischerin, will man nicht selbst vergiftet werden.

Folgt mir Monsieur. - Diese Frau ist gefährlich. - Sie wollen schon gehen?

Meine Damen. Nein. Vielen Dank. - Was tragt Ihr uns vor?

Ich dachte an einige Verse aus Andromache.

Habt Herrin Ihr mich rufen lassen, oder muss ich dieser Hoffnung mich begeben?

Ich habe schlechte Botschaft. Die Grie- chen, wenn man ihnen glauben darf,

bringen Kummer und Tränen. - Mes dames, die Königin.

Wer ist die Neue? - Eine Tänzerin. - Mademoiselle du Parc, Madame.

Ihr seid es also, von der mir der König erzählt hat.

Oh, jetzt begreife ich, warum er mich gestern gleich zwei Mal beglückt hat.

Weil er bei Euch in Gedanken war, während ich ihn aufwehrte.

Sie hat es nicht anders verdient.

Majestät!

Soll man uns in die Bastille werden? - Man taxierte mich wie ein Stück Vieh.

Ihr habt doch Ehrgeiz. Ihr wollt bei Molière die ersten Rollen.

Und Ihr? Ihr wollt bei Madame die Früchte Eurer Kunst ernten.

Madame und ihr Hofstaat wissen Poesie sehr zu schätzen.

Poesie? So nennt man in Paris den Stier, der zur Kuh geführt wird.

Ich habe kein Talent. Nur gewisse Reize, aber nicht mehr.

Törichtes, kindliches Gerede.

Ihr kommt morgen zu mir? - Zu Euch?

Wir studieren.

Im Gegensatz zu Andromache bin ich keine Witwe, wie Ihr wisst.

Ich habe es schriftlich. Hier.

Ich habe nicht geschlafen. - Ich auch nicht. Kommen Sie rein!

Entschuldigt meinen Aufzug. Bitte!

Nur herein! Setzt Euch!

Habt Ihr Euer Stück zu Ende gebracht? - Noch nicht.

Ich weiß nicht, ob es sich überhaupt lohnt.

Manchmal erscheinen mir die Worte wie Diamanten und reinsten Wassers

und dann denke ich, nicht mal ein Schwein steckt die Schnauze da rein.

Mir fehlt die Bildung. Ich kann mich nicht so gut ausdrücken.

Aber ich habe Vertrauen, Vertrauen zu Euch. Aus dem Gefühl.

Hier.

Ich flehe Euch an, Herr. Haltet ein! Was habt Ihr nur vor?

Wenn Ihr den Sohn vernichten wollt, dann soll es auch die Mutter sein.

Phönix gibt Antwort Euch, Ihr habt mein Wort.

Oh, Herr, was wollt Ihr noch, dass ich Euch sage?

Ihr lest in meinem Herz heut und alle Tage.

Oh, Herr, in welchen Zustand habt Ihr mich versetzt?

Aber das ist nicht von mir. - Pardon, das ist so über mich gekommen.

Ach, Ihr wollt mein Stück ändern? - Andromache spricht nur aus mir.

Nein, da muss ich protestieren. So geht das nicht.

Molière würde Euch lehren, was Demut heißt. - Zum Teufel mit Molière.

Ich habe oft erlebt, dass René auf der Bühne Sätze frei erfunden hat.

Molière übernahm sie. Als kostbares Zeugnis einer kostbaren Freundschaft.

Und sind Eure Verse auch ein Zeugnis solcher Freundschaft? - Oh, Herr!

Was wollt Ihr, dass ich noch sage? - Dass Ihr nur mir gehört.

Ihr lest in meinem Herzen heut und alle Tage. - Ich lese nichts, ich zweifle.

Empfindet Ihr wie ich? - In welchen Zustand habt Ihr mich versetzt?

Nein. Noch nicht jetzt. - Quält mich nicht. Ihr habt dazu kein Recht.

Geht und beendet Euer Stück. Dann gehöre ich Euch.

Wie grausam Ihr seid. Ich liebe Euch. - Ich liebe Euch auch.

Aber deshalb sollen die Seiten nicht weiß wie Bettlaken bleiben.

Was hast du, mein Freund? - Ein Schmerz nagt mir am Herzen.

Ist es meinetwegen? - Oh, nein, mein Schatz.

Mich kümmert's nicht, mit wem du's tust, wenn du mich nur liebst.

Nichts und niemand kann uns trennen.

Nicht mal Monsieur Racine? Willst du mir nicht antworten?

Ich habe Angst. - Vor ihm? - Angst vor mir.

Du liebst ihn. Hör zu, ich werde nicht einer von diesen Dummköpfen sein,

nicht einer von diesen eifersüchtigen Männern, die ihre Frauen quälen.

Ich liebe dich, mein Dicker. Du bist der Größte.

Du gemeines, kleines Stück!

Eins, zwei, drei! So wie sein Vater ihn hasst...

Beugen, beugen! Ja, so!

Ein jeder hasst ihn so, wie ihn sein Vater hasst. - Sofort aufhören!

Wieso unterbrecht Ihr die Probe? - Ich will keinen Tanz in der "Thèbaide".

Und Eure Possenreißer sollen nicht in meiner Tragödie spielen.

Mit dem Stück hatten wir letzte Woche keine zehn Louis in der Kasse.

Ihr müsstet den beiden die Hände küssen, verdienen wir heute das Doppelte.

Euch muss ich sie auch küssen, weil Ihr mit meinem Text so frei umgeht.

Ja, denn bisher sind es die Verse von Molière, denen man applaudiert.

Und Ihr, Monsieur Racine, bringt die Leute zum Einschlafen.

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass der König Racine mehr schätzt als Molière?

Der Ehrgeiz blendet Euch. Ich versuche Eure Tragödie zu retten.

Noch mal von Anfang. Eins, zwei... - Sie retten?

Ihr verhunzt meine Verse. Der Tanz der Mademoiselle ist lächerlich.

Ihr wagt es, eine Künstlerin zu beur- teilen, von der Ihr nur die Beine kennt?

Ihr verdient mein Stück nicht, Monsieur. Ich ziehe es zurück.

Und ich schleudere es Euch vor die Füße. Ich spucke es vor Euch aus.

Ich möchte die Andromache in Eure Hände legen.

Und meine Seele Euch zu Füßen.

Die Tinte ist noch feucht. - Ich habe darauf gewartet. So lange schon.

Floridor will es in seinem Theater rausbringen.

Oh, mein Gott, ich kann es noch nicht fassen. - Ist das Euer Kind?

Nein, der Sohn von Molière. Er wird ge- tauft. Armande ist aus dem Häuschen.

Und Ihr seid die Taufpatin? - Die Prinzessin von Orléans ist es.

Welche Ehre! - Ich tat ein wenig Orangenblüte hinein, damit er schläft.

Und nun verschwindet. Wenn Molière Euch sieht, bringt er Euch um.

Ich lasse Molière nicht im Stich. - Die Freundschaft macht dich blind.

Du bist undankbar. - Was schulde ich ihm? Was bin ich denn? Eine Tänzerin.

Eine Geliebte. Er nimmt nur und gibt nicht.

Und welche Rolle spiele ich in Andromache? - Den Pyrrhus.

Du machst dich nur lustig. - Das ist eine große Rolle. - Darauf verzichte ich.

Lies doch das Stück. - Große Rollen sind nichts. Ich spiele die Dicken.

Morgen proben wir. Läuft es gut, ap- plaudiert Euch in 3 Wochen der König.

Ganz Paris jubelt Euch zu. Und Euren Namen wird ganz Frankreich kennen.

Euer Name wird bekannt sein. - Das ist dasselbe, wenn Ihr die meine seid.

Das Licht blendet so.

Ist es so besser?

Ich kann Molière nicht verlassen.

Ich spreche mit dem König. - Es ist wegen René.

Was hat er damit zu tun? - Immerhin ist er mein Mann.

Na und? Ihr Frauen macht doch sonst, was Ihr wollt.

Kommt, Ihr habt mir die Andromache geschenkt. Ich schenke mich Euch.

Ihr könnt Euch wieder anziehen? - Habt Ihr den Verstand verloren?

Im Gegenteil. Er bewahrt mich davor, meine Sinne zu verlieren.

Ihr werdet mir gehören, wenn Ihr Andromache seid.

Niemand sonst wird sie spielen. Eher verbrenne ich das Stück.

Ich liebe Euch. Ich warte.

Ihr betet, Madame? - Nein, ich pisse.

Hier an diesem Ort? - Ihr lasst mich fast seit einer Stunde warten.

Ich gebe nur das ab, womit der Herr meinen Bauch so reichlich gefüllt hat.

Es klappt nicht. Die Dame liebt ihren Mann.

Das ist kein Problem, Monsieur Racine. Das ist ein Kinderspiel für mich.

Hier sind Pralinen. Falls die Füllung ihre Wirkung nicht tun sollte,

wiederhole ich die Anwendung, bis Eure Wünsche erfüllt sind.

Und wenn es wirkt? - In dem Fall beteiligt Ihr mich an den Einnahmen.

Stimmt es, was man hört, seid Ihr bald so groß wie Molière und Corneille.

Monsieur! Ich hatte nicht mehr mit Euch gerechnet.

Seit neulich Abend habe ich sehr gründlich nachgedacht.

Was ist das da? - Ein paar Süßigkeiten.

Madame und ihre Damen freuen sich darüber. Ich spiele um keinen Preis.

Die Pralinen sind nicht für Euch? - Für mich nicht? - Nein.

Sondern für Euren René.

Glaubt Ihr, Ihr könnt ihn damit bestechen?

Ich wollte ihm meine Bewunderung ausdrücken. Die Gabe ist bescheiden.

Meine Bewunderung für seine Treue zu Molière. Vergessen wir Andromache.

Selten ist ein Schauspieler so loyal.

Ihr braucht Molière für die Andromache.

Floridor will nur seine Taschen füllen, Molière nicht.

Er ist nicht so, wie Ihr denkt. Er leidet unter den Qualen der Liebe.

Ist René da? - Ja, er hatte eine schlimme Nacht. Es tut mir Leid.

Es geht ihm gar nicht gut. - Kommt das öfter vor?

Bisher noch nie. Es war das erste Mal.

Hat er sich den Magen überladen? - Er nahm nicht einen Bissen zu sich.

Gebt mir die Pralinen? - Nein.

Racine... ich muss mit Euch reden. Allein.

Ihr liebt Marquise, habe ich Recht?

Ich möchte nicht... - Ich möchte nicht...

Ihr bietet mir zwei Versfüße an, ein Viertel Alexandriner, Monsieur Racine.

Ein Wort mehr wäre ein dritter. Liebt Ihr sie? - Ja.

Ich vertraue sie Euch an. Aber Ihr dürft ihr kein Leid antun.

Niemals. Sie ist so zerbrechlich.

Sie liebt Euch auch. Auch wenn sie sich jetzt noch dagegen wehrt,

tut ihr nichts Böses an. Schwört es!

Schwört es mir!

Ich schwöre es.

Zunächst... lass uns die Körpersäfte untersuchen.

Lass uns prüfen, was weich, was hart, was flüssig ist.

Monsieur, was diese Säfte anbelangt, müssen wir auch der Nase folgen.

Aber wichtiger als diese Prozedur scheint mir ein Aderlass. - Gewiss.

Ein halbes Dutzend Blutegel. - Nicht da.

Alles bereit, Monsieur. Saugknöpfe, Blutegel, Aderlass...

Ich sterbe. Ich schwöre, dass es mit mir zu Ende geht.

Ich sterbe. - René. Einen Arzt! Sofort einen Arzt!

Ich sterbe. - Nein, du stirbst nicht. Tu mir das nicht an.

Das darfst du mir nicht antun. Bitte, nicht! Lass mich nicht allein!

Verlass mich bitte nicht, René. Nein! Nein!

Er ist tot.

Lauter! Man versteht nichts. - Er ist tot, hat er gesagt.

Sie haben ihn umgebracht, die Ärzte.

René, mein Freund, mein Bruder. Du gehst zu früh.

Gehst als Kundschafter in ein Paradies, wo hoffentlich keine Schauspieler sind,

keine Huren, keine Reichen und keine Bettler.

Nur noch Christen, die alle gleich sind vor Gott.

Viele streben das Reich Christi an, nur wenige wollen das Kreuz tragen.

Viele wollen seinen Trost, aber nur wenige wollen seine Leiden teilen.

Ich spreche von denen, die René ein christliches Begräbnis verweigern.

Von jenen heuchlerischen Pharisäern, die Christus selbst verurteilt haben.

Aber du sollst wissen, René, wir sind in dieser Stunde bei dir.

Auch wenn die Kirche dich allein lässt, deine Freunde vom Theater sind hier.

Adieu René.

Acte est fabula. Das Spiel ist aus.

Und wir trauern, weil unser erster Possenreißer geht.

Adieu, mein Freund und Bruder.

Was für ein erfreulicher Tag! - Was wollt Ihr hier?

Sehen, dass Marquis nun allein ist. - Wie degoutant Ihr seid!

Ich habe Ihre Zusage. - Wahre Künstler haben nichts mit seinem Tod zu tun.

Marquise erzählt, Ihr wolltet an jenem Morgen René die Pralinen überreichen.

Und die kleine Marie war dabei und kann es bezeugen.

Ihr wollt ein Drittel von den Einnahmen meiner Stücke?

Was ist denn schon ein Drittel, wenn Euch die Marquise gehört?

Raus! Lass mich allein! - Ich hörte, Molière hat eine Rolle für Euch.

Was für eine Rolle? Er hat doch niemals an mich geglaubt.

Racine erzählt überall, dass Ihr die Andromache spielt.

Damit will er mich nur trösten. Und selbst wenn, es wäre unmöglich.

Warum denn? - Wegen Molière. Ich gehöre zu seiner Truppe.

Racine hat Euch durch den König frei- stellen lassen. Spielt die Andromache!

Soviel Güte und trotzdem so sinnlos. - Nehmt Euch zusammen, Madame.

Irgendwann seid Ihr alt und vertrocknet und niemand will Euch mehr.

Soll ich René vergessen? - Vergessen nicht. Doch es gibt andere Männer.

Wie herzlos! - Ich würde wissen, wo ich eine neue Liebe finde.

Na, bitte! Geh! Worauf wartest du? Spiel du die Rolle!

Ob Euer Kummer echt ist oder nicht, René wird nicht wieder lebendig.

Und wenn Ihr nicht für Euch spielt, dann spielt für ihn. - Für ihn?

Wenn Marquise ihren Auftritt hat, ap- plaudiert man auch seinem Namen.

Dafür liebe ich dich, Marie.

Ich bitte euch, haltet ein!

Wenn Ihr den Sohn ausliefert, soll es auch die Mutter sein.

Habt Ihr vergessen, dass Ihr mir habt Freundschaft geschworen? - Nein, nein.

So geht das nicht, Marquise. Hier wird nicht vulgär gespielt.

Etwas mehr Stil, Haltung und Würde. Hohe Kunst. Noch mal von vorne.

Ihr Götter, gibt's keine Hoffnung für mich auf dieser Welt?

Habt Ihr den Schuldspruch über mich bereits gefällt?

Phönix wird es Euch sagen. Er gibt Antwort Euren Fragen.

Ihr habt mir doch so manches Mal getreulich beigestanden.

Jetzt blickt mein Auge klar. Seine Gnade hätte er Euch gerne gewährt,

doch Ihr habt nicht danach gefragt. Ihr habt sie nicht begehrt.

Zu spät. - Oh, Herr, Ihr habt die Seufzer doch gehört.

Ihr habt die Angst gekannt, dass Ihr mein Flehen nicht erhört.

Eine Frage, Marquise. Willst du diese Rolle wirklich in dieser Art spielen?

Ja. Warum? - Ich habe Euren Text wohl nicht richtig gelesen.

Sind das Verse oder habt Ihr nur weibliche Klagelieder geschrieben?

Wollt Ihr mich verspotten? - Spielen wir jetzt volkstümliches Theater?

Ihr müsst nur dafür sorgen, dass der Hof uns zujubelt und feiert.

Wenn Marquise so weiterspielt, lehnen uns die Zuschauer nur ab.

Mach dem großen Floridor klar, dass man Verse durchleiden muss.

Marquise, lass Floridor es so machen, wie er es versteht.

Er brüllt, als ob ich taub wäre und lässt seine Spucke regnen.

Könige waren voller Dankbarkeit, von meinem Ruhm beregnet zu werden.

Verscherz dir nicht dein Glück, Marquise. Du spielst vor dem König

mit dem größten Schauspieler des Jahrhunderts.

Ist das der Preis dafür, dass du uns bei der "Thébaide so verspottet hast?

Molière ist ein Possenreißer. Hier wird große Tragödie gespielt.

Floridor hat Recht. Ich vertraue ihm. Du solltest das in Demut akzeptieren.

Du meinst nicht, was du sagst und weißt es auch.

Spiel so, wie er es wünscht. Tu das auch für mich.

Glaubst du, es ist einfach, für diesen alten, senilen Esel zu sterben?

Ist die Rede von mir? - Bitte, er hat sich wiedererkannt.

Es beruhigt mich sehr, dass Euch noch ein wenig Verstand geblieben ist.

Euer Mund ist wohl besser geeignet zu empfangen als zu geben.

Sie ist verrückt.

Ja? - Monsieur Racine, es ist schon Mittag vorbei.

Komm herein!

Wir haben keinen Hunger. - Ihr habt seit 2 Tagen nichts mehr gegessen.

Ich nage nicht am Hungertuch. Ich verschlinge.

Ich kann Euer Herz hören. - Und was sagt das?

Es sagt: Ihr liebt mich und ich liebe Euch.

Hört auf! - Sagt es das etwa nicht?

Doch, aber... - Aber was? - Gar nichts.

Nein, du lügst. Versprachen wir uns nicht, dass wir uns alles sagen wollen?

Dass es kein Geheimnis geben soll? - Ich könnte Euch verletzen.

Einen Toten kann man nicht verletzen. Ihr habt mich umgebracht.

Ihr ahnt eben nichts von den Tiefen und Abgründen einer Frau.

Und die wären? - Ihr seid in der Liebe so wie Molière in der Tragödie.

Ihr bläht die Sätze auf, schreit die Worte raus. Ihr rezitiert, statt zu sprechen.

Ihr rennt da, wo man gehen sollte. - Ihr begeistert mich.

So wie die Tragödie Molière begeistert.

Ihr müsst Euch immer beherrschen, sonst geht es nicht.

Ihr habt kein Recht dazu. - Ich habe jedes Recht. Ich liebe Euch.

Marquise! - Was ist? - Der König ist da. Zieh dich an!

Ich habe Lampenfieber. Ich habe Durchfall. Ach, diese Aufregung!

Entschuldige mich. - Aber wir können ihn doch nicht warten lassen.

Ich bin nicht wie er. Ich kann mich nicht präsentieren.

Du bringst mich noch um!

Wer ist das? Jetzt habe ich Euch! Superintendent Fouquet.

Nein, Ihr seid viel weicher als Fouquet. Was ist das? Was gebt Ihr mir da?

Was für eine köstliche Überraschung! Ah, Racine!

Noch einen Augenblick. Dann können wir anfangen.

Diese Geschöpfe behaupten, dass ihre Reize die von Marquise übertreffen, die

uns so lange warten lässt.

Sie meint, Ihr Dekolleté ist wesentlich freizügiger als das der du Parc.

Ganze Regimenter könnten darin manövrieren.

Ich gebe es zu, Majestät.

Madame ist stolz auf ihre bewunderns- werten Schenkel, die niemals ermüden.

Das will ich gerne glauben.

Zeig mir deine süße Quelle, in der ich so gerne versinken würde.

Wie süß!

Sie übertreffen doch an Anmut und Schönheit Eure du Parc,

die meine Geduld überstrapaziert. - Ganz Eurer Meinung. - Na, bitte!

Ihr seid die schönsten Waffen im Wappenschild Seiner Majestät.

Auch wenn Ihr Mademoiselle du Parc nachahmt, seid Ihr nur eine Imitation.

Findet man in Euren Augen ein Viertel dessen, was man in ihren Augen liest,

glaubt Ihr, Ihr hättet es nötig, Eure Brüste so zu produzieren?

Und Eure Hintern?

Um Eure Brüste zu produzieren und Eure Hintern.

Racine, in meiner Schmeichelarmee seid Ihr Marschall von Frankreich.

Wir sind bereit, Majestät. - Welch Freudentag!

Mit einer Stunde Verspätung erweist uns Mademoiselle du Parc die Ehre.

Lehre meinen Sohn die Helden seines Geschlechtes kennen.

Ihre Namen soll er so wie ihre Taten nennen.

Sie gelangten zu Ruhm, durch das, was sie taten und nicht, was sie waren.

Sprich Tag um Tag zu ihm von seinem Vater.

Von seinen Tugenden.

Und manchmal auch von seiner Mutter.

Doch den Gedanken zur Rache, den soll er vergessen.

Von seinen Ahnen bleibe ihm ein Bild im Herzen. Er ist von Hectors Blut.

Ich trug ihn unterm Herzen.

Ich hab getan, was ich nur konnte. Ich hab geopfert, alles.

Ich hab mein Blut gegeben, meinen Hass und meine Liebe.

Sei stark, Süße. Doch, wenn dein Herz die Trauer nicht beherrschen kann,

so folgt mir nicht. Ich hör Schritte.

Verbirg deine Tränen und vergiss eins nicht:

Du bist es, die Andromaches Los bestimmt.

Es naht Hermione. Kommt!

Lasst uns fliehen vor ihrem Zorn.

Erhebt Euch, Madame!

Dies ist die Stunde Eures Triumphes.

Wunderbar! Großartig! Grandios!

Das ist schön. - Küsschen! - Das ist noch mal. - Wie schön!

Sie war phantastisch. - Ein wirklich großer Erfolg.

Die schöne Marquise. Ein neuer Stern.

Wunderbar und bravo!

Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe mich in dir getäuscht.

Hat dir mein Spiel gefallen? - Und wie!

Ich wusste nicht, dass man eine Tragödie so natürlich spielen kann.

Und trotzdem, in den Preziösen sagtest du, wie ein Schauspieler es tun soll.

Der König erzählte mir vorhin etwas, Racine. - Dann darf ich also hoffen.

Habe ich Euch jemals enttäuscht? - Noch niemals, Madame.

Ich erinnere mich an Euren 1. Tanz. - Daran erinnere ich mich auch.

Es wehte ein frisches Lüftchen. - Ich habe mich verkühlt.

Hat mein Feuer Euch nicht erwärmt?

Die Sonne erhellt die Welt. Aber wenn der Mond sie berührt, verbrennt er sich.

Ihr würdet mich doch nicht anfassen. - Ich bin seit jenem Tag etwas kühner.

Es heißt, dass Racine und Madame keine Geheimnisse voreinander haben.

Es handelt sich um 30 Louis für eine Tuchlieferung, um 40 für Möbel.

Wieso räumen Sie das Haus leer? - Und ein Wechsel über 100 Louis.

Wer schickt Euch, um uns zu ruinieren? Du schleimige Kröte!

Ich handele für denjenigen, der eine Hy- pothek auf Euren Besitz gegeben hat.

Das ist Gerichtsbeschluss. - Die Gläubiger wollen nicht mehr warten.

Alles bewegliche Gut wird aufgeladen.

Nimm das schnell. Er sieht es nicht. - Wo ist Molière? - Im weißen Raum.

Drei Mäntel. Ein Degen. Eine Kaffee- mühle. Ein Kruzifix. Weidenkörbe...

Meine Freunde! Meine Freunde! - Was willst du denn hier?

Die schickt uns der Himmel. - Willst du was zu trinken? - Nein!

Der König erlaubt nicht, dass dich die Wölfe fressen.

Der König kann mir nicht helfen. - Du musst ihn bitten. - Wozu, Marquise?

Es geht um dein Theater. Deine Truppe, dein Leben.

Der König muss sich mit der Kirche arrangieren, und ich muss das auch.

Und du musst dich mit Floridor arrangieren. - Trink mit uns, Molière!

Du hast Recht. Es ist das Einzige, was uns noch bleibt.

Ertränken wir uns!

Was ist das Theater und die Literatur? Alles nur Eitelkeiten, leer und hohl.

Meine Seele ist traurig. Mein Leben ist traurig. - Hör auf!

Ich bin da. - Das stimmt. Und Madeleine ist auch da.

Sie hält meinen leeren Geldbeutel fest. Und Catherine und Geneviève.

Und meine kleine Armande. Es sind alle da.

Du hast nur Weiber um dich. Du bist verloren, Molière.

Besser Frauen als verkommene Musiker, die stinken und saufen.

Der versoffene Musiker gehört der Ewigkeit. Frauen schreiben keine Musik

oder Verse für das Theater.

Ich bin doch da!

Ich bin für dich da!

Ja, wenn René noch wäre, der gäbe mir den Mut zurück. Und das Lachen.

Ich kann dich auch zum Lachen bringen und dir Mut machen,

damit du mit dem Trinken aufhörst. - Ich liebe dich.

Alle haben mich verlassen. Nur du nicht. Dafür liebe ich dich.

Wollen wir uns zusammen ertränken? Du und ich? - Komm!

Und Racine? - Der möchte mich nur in Gesellschaft von Greisen sehen.

Er hat mich für Floridor verraten. Dich wird er auch verraten.

Er kann nicht anders. Er ist ein Verräter.

Du bist eifersüchtig. Wollen wir nicht mal wieder eine Posse spielen?

Komm, wir ertränken uns. - Nein, wir werfen uns dem König zu Füßen.

Was sagst du, mein Engel? - Du bist der größte Theaterdichter.

Auf die Kunst! Es lebe das Theater!

Wenn einer nichts verträgt, dann soll er nichts trinken.

Marquise, ein Fußfall vor dem König, das ist keine Rolle für mich.

Der Botschafter des großen Türken.

Ihr habt keine Audienz, Madame. Tretet zurück!

Kennt Ihr diesen Mann? - Es wäre eine Kränkung für das Theater, wenn nicht.

Dann bittet Majestät, ihn vorzulassen. - Das ist völlig ausgeschlossen.

Ihr steht in dem Ruf, bestens ausgestattet zu sein.

Also, lasst mich ein. Und ich lasse Euch an anderer Stelle ein.

Wahrhaftig, Madame?

Ich bitte Eure Majestät, Molière sein Theater wiederzugeben.

Madame, Ihr irritiert mich? Glaubt Ihr, Ihr seid Andromache?

Oder ist es pure Unverschämtheit? - Andromache ist eine Frau, kein Ideal.

Sie ist nicht mutig. - Aber Ihr habt den Mut, den armen Floridor zu peinigen.

Seine Kunst bewunderte bereits mein Großvater.

Euer Großvater war damals jung und Floridor bereits alt.

Wir sind gefangen in Eurem Sarkasmus. Amüsieren wir uns weiter.

Ah, Racine. Ihr glaubt nicht, wozu er bereit war, um Euch zu gewinnen.

Ich weiß aber, worauf er zu verzichten bereit ist.

Er schreckte nicht vor einem Giftmord zurück, um Euch zur Witwe zu machen.

Majestät, niemals... - Ihr habt auch kei- nen Vertrag unterschrieben, Racine.

Ein Drittel Eurer Einkünfte geht an eine Dame, die Leute ins Jenseits befördert.

Majestät, das ist Verleumdung. Eine Kabale.

Racine verfasst Tragödien, die mir das Leben vergiften.

Aber René war als Ehemann doch keinem im Wege.

Majestät, ich habe mir zwar oft seinen Tod gewünscht,

aber welcher Liebhaber würde nicht töten, für die Frau, die er liebt.

So ist es, Majestät. Er liebt sie, und sie liebt ihn.

Und sie können nicht zueinander. Er räumt den Nebenbuhler aus dem Weg.

Majestät, das wäre niemals Racine. Das wäre Corneille.

Tragödienautoren töten oft, aber nur auf dem Papier.

Eure Großzügigkeit garantiert Euch das königliche Wohlwollen.

Majestät, ich danke Euch. - Zu Euch, Racine, tretet vor!

Erweist mir den Gefallen, künftig nur noch Eure Stücke zu unterschreiben.

Warum weinst du? Das war doch heute ein großer Triumph.

Es ist nichts weiter Madame. Es ist schon gut. - Sieh mich an!

Und sprich mir nach: Patati, patata. - Ich kann das nicht. - Na, mach schon!

Patati, patata. - Na bitte, jetzt lächelst du schon.

Sag mir, was du hast. Schneuz dich!

Ihr seid so toll, Madame? - Und deshalb musst du weinen?

Ich möchte auch so spielen können. - Sprich mir einen Vers vor.

Ich kann aber keinen. - Warum lügst du?

Ich hatte es Euch vorausgesagt. Ihr werdet Herrin über das Schicksal sein.

Zuerst musst du aufstehen. Der Atem kommt nicht von da, sondern da.

Na, los! - Ich hatte es Euch vorausgesagt.

Wenn Ihr in Griechenland, Ihr werdet dort Herrin über Euer Schicksal sein.

Noch mal! - Ich hatte es Euch voraus- gesagt. Wenn Ihr in Griechenland,

Ihr werdet dort auch Herrin über Euer Schicksal sein.

Jetzt sieh mich an und sprich so wie zu deinem Liebhaber.

Ich bin Jungfrau. - Stell's dir vor.

Ich hatte es Euch vorausgesagt, wenn Ihr in Griechenland,

Ihr werdet dort auch Herrin über Euer Schicksal sein.

Ich will fühlen, wie dein Herz in der Brust schwillt. Los!

Ich hatte es Euch vorausgesagt. In Griechenland

Ihr werdet dort auch Herrin über Euer Schicksal sein.

Du musst es durchleiden, sonst verhaue ich dir den Hintern. Los!

Ich hatte es Euch vorausgesagt. Wenn Ihr in Griechenland,

Ihr werdet dort auch Herrin über Euer Schicksal sein. - Noch mal!

Ich hatte es Euch vorausgesagt. Wenn Ihr in Griechenland,

Ihr werdet dort auch Herrin über Euer Schicksal sein.

Ich weiß es wohl, denn deiner Rede habe ich ja mein Ohr geliehen

und trotzdem meinen Sohn verurteilt und ihm nicht verziehen.

Oh, Herrin, wer hielte seinem Gatten die Treue so wie Ihr?

Doch mehr der Tugend wäre ein Verbrechen.

Er selbst, wäre er hier, er würde frei Euch sprechen.

So einfach ist das Spielen. Man muss nur jeden Abend wieder sterben.

Genug für heute. Jetzt zieh mich an!

Marquise!

Marquise! Ach, du hast auf mich gewartet?

Und kannst mir gratulieren

Die Stelle des königlichen Geschichts- schreibers ist mir so gut wie sicher.

Ich freue mich für dich. - Mehr hast du dazu nicht zu sagen?

Ich glaube, ich muss mich ein wenig hinlegen.

Was hast du? - Es ist nichts weiter.

Ich weiß nicht, was gestern war. Ich war nicht so gut wie sonst.

Der König hat befohlen, dass wir vor dem päpstlichen Legaten spielen.

Wenn ich dazu fähig bin. - Du warst wunderbar und bist es auch heute.

Komm nach Hause. Ich kann nicht mehr.

Man verlässt nicht die Promenade des Königs. - Mir ist übel.

Nimm dich zusammen. - Wenn ich nicht mehr spielen könnte,

versprich mir, dass mich niemand vertritt.

Wie oft muss ich dir noch schwören, dass die Andromache nur dir gehört?

Majestät... - Werdet Ihr weiter in Versailles leben?

Wenn Majestät Monsieur abhalten kann, weiter auf die Baugerüste zu schießen.

Dann am Tag der heiligen Leonora. Er schoss einem Arbeiter das Auge aus

und macht einen anderen zum Krüppel, nur um seine Freunde zu unterhalten.

Ich bin darob höchst verärgert. Mein Wort, dass sich das nicht wiederholt.

Danke, Majestät. - Monsieur erhält ab morgen Schießunterrricht.

Es ist eines Prinzen unwürdig, nicht ins Schwarze zu treffen.

Racine, tretet näher!

Hier! Nehmt! Mademoiselle du Parc möge ebenfalls näher treten.

Wir möchten ihr etwas bieten, was sehr selten ist.

Da ist sie schon.

Es ist unfassbar. Meine Ärzte drängen mich, ein Bad zu nehmen.

Oh, Gott, ein Bad? Entsetzlich - Wahrlich!

Ich erinnere mich, dass mein Haus- lehrer mir einst eines verabreicht hat.

Er war die Strenge in Person. - Ich habe einige Verse geschrieben.

Wenn Ihr sie mir vortragt, wäre mir das ein Trost.

Ganz wie Ihr wünscht, Majestät.

Muss ein König nicht ein Muster an Selbstüberwindung sein? - Kein Zweifel.

Monsieur, ich liefere mich unter Einsatz meines Lebens aus.

Zum Ruhme der Wissenschaft.

Habt Ihr schon einmal gebadet, Made- moiselle? - Vielleicht wage ich es mal.

Wie ist doch der Anblick dieses Gewässers so lieblich,

wie tut er dem Auge so wohl. Die Fluten wangen und wogen im Takt

sanft dahin wie im seidenen Bette. - Pardon, ich verstehe Euch schlecht.

Wie ist doch der Anblick dieses Gewässers so lieblich,

wie tut er dem Auge so wohl. Die Fluten wangen...

Das Wasser reißt mir das Trommelfell raus. Ich höre kaum noch den Vortrag.

Ein Schluck Wein wird gut sein für meine Stimme. - Wie meint Ihr?

Köstlich!

Hoffentlich bin ich jetzt nahe genug. Oder wird ein Hörrohr gewünscht?

Oh, meine Augen betrachtet das Bild.

Genießt den Anblick des Schönen in diesen feuchten Spiegeln.

Wonnevoll und übermächtig ist das Entzücken,

dass all unsere Sinne erfasst. Oh, Götter, in dem flüchtigen Glase...

Ihr hättet Euch den Tod holen können!

Mein Hals ist wund, die Nase läuft und die Ohren tun weh. Oh, mein Gott!

Und wenn mir der Arsch runterfällt, ich will Andromache... - Aber, Madame.

Du brauchst einen Mann. Wie willst du spielen, wenn du dich immer so zierst?

Ihr redet wie eine Irre. - Schröpfen sollst du, nicht schimpfen.

Ich schröpfe ja. Auch Blutegel gefällig? - Bloß nicht.

Ich ekele mich vor diesen Viechern. - Ich vergöttere sie geradezu.

Und ich würde mit Wonne sehen, wie sie Euch für Eure Bosheit büßen lassen.

Ich boshaft? Wegen der vertrockneten Jungfer?

Und stichelt Ihr noch soviel, ich werde deshalb nicht schamlos.

Nimm die Dinger weg. Ich muss gehen. - Jetzt schon?

Sieh mich an! Sieh mir in die Augen!

Leuchten sie nicht glückselig, wie bei Märtyrerinnen, die gefoltert werden?

So könnte man sagen. - Beeil dich!

Ehe das Feuer erloschen ist, bevor die Glut zur Asche wird. Au!

Mach schon! Los zieh mich an!

Ihr dürftet heute gar nicht spielen. - Natürlich weiß ich das.

Oh, Madame, wenn ich doch auch so sein könnte wie Ihr?

Oh, Herrin, die Griechen werden Euch noch manchen Kummer geben.

Tränen und Gram sind Euer Leben. - Was liegt Euch da im Sinne?

Oh, Herr, sind die Trojaner denn nicht besiegt?

Worauf noch wartet Ihr? Brecht endlich dieses Schweigen.

Er hat mir meinen Sohn versprochen. - Und gab ihn Euch noch nicht? - Nein.

Hab ich auch Tränen vergossen, sein Tod ist beschlossen.

Sie lässt sich nicht herab. Wird dieser Hochmut niemals enden?

Ich reize ihn nur durch meine Worte. Lassen Sie ihn...

Was ist denn passiert?

Marquise.

Wir brauchen eine 2. Besetzung. - Niemand wird ihre Rolle übernehmen.

Und wer könnte das auch? Unmöglich. - Ich könnte es.

Seit dem ersten Abend spreche ich ihr jedes Wort nach.

Jede Bewegung ihrer Lippen mache ich zu meiner. Ich folge ihrem Schritt.

Jede ihrer Gesten ist meine. Ich weiß manchmal nicht, wer von beiden spielt.

Ist sie es oder bin ich es?

Schlüpf in ihr Kostüm! Ich sage draußen Bescheid, dass es weitergeht.

Das verbiete ich. - Molière ist mit Euch fertig.

Wenn ich heute Abend scheitere, wer soll dann Eure Stücke spielen?

Ihr habt kein Recht dazu. - Morgen ist sie wieder auf den Beinen.

Sie hat mir selbst immer Mut gemacht.

Also, ziehe dich um.

Oh, Herrin, die Griechen werden Euch noch manchen Kummer geben.

Tränen und Gram sind Euer Leben.

Was ist der Grund, dass solches Euch im Sinne liegt, oh, Herr?

Sind die Trojaner denn nicht besiegt?

Sie fürchten nicht, dass er für seinen Vater Rache üben könnte?

Sondern, dass er Trost für seine arme Mutter wäre.

Er hätte mir alles sein können, Vater und Ehemann.

Jetzt habe ich beide verloren. Bin selbst verloren. Seht mich an!

Ganz ruhig, du hast Fieber.

Wo bin ich denn? - Du bist zu Hause bei dir.

Seit wann denn zu Hause? - Seit drei Tagen.

Drei Tage schon.

Wo ist Racine?

Soll ich dir Bouillon bringen? Oder Wein?

Haben sie das Stück abgesetzt? - Aber nein. Wieso?

Ohne mich können sie Andromache nicht spielen.

Marie ist eingesprungen. - Marie? Das Kind, das noch an meiner Brust saugte.

Sie hat Fortschritte gemacht. - Racine war bestimmt dagegen.

Jetzt ist er einverstanden. - Das glaube ich nicht.

Sie ist noch ein Kind. - Marie ist eine Frau.

Das mag für drei Tage gehen, aber mehr nicht. - Heute ist der vierte.

Und der König? Was sagt er dazu?

Seine Majestät applaudiert.

Du sagtest, Schauspieler ist man sein Leben lang. - Ich muss mich korrigieren.

Allen anderen würde ich widersprechen.

Geh lieber nicht hin.

Vergiss mich nicht.

Gedenke des Pyrrhus, wie er da

mit leuchtenden Augen unsere Paläste brennen sah.

Wie er selbst, blutüberströmt, den Weg sich bahnt

durch Blut und Verderben und Tod.

Denk an die Schreie der Sieger, denk an die Schreie der Sterbenden.

In den Flammen erstickend hauchen ihren letzten Atem sie aus.

Tod und Vernichtung aus blindem Hass geboren,

hier steht Andromache und ist verloren.

Das ist das Leben der Tragödiendarsteller.

Im ersten Vers des ersten Aktes erblicken sie das Licht der Welt

und nach dem letzten Akt verschwinden sie wieder.

Und worin besteht ihre Aufgabe? Nur darin zu leiden, zu leiden.

Und dann fliehen sie von der Bühne, weil sie Angst haben vor dem Leiden.

Und draußen begreifen sie, dass es nichts anderes gibt.

Die Bühne nur... sonst nichts.

Wo sie ihr Leid leben können, ihre Angst, ihre Tragödien.

Eines Tages wirst du wissen, dass Spielen auch Sterben bedeutet.

Marquise.

Habe ich meinen Text gut gesprochen? - Du warst wunderbar.

Aber jetzt sei still. - Du hättest mit der Umbesetzung warten sollen.

Ich spiele mein Leben, sie nur eine Rolle. - Warum hast du das getan?

Das war die Laune einer Schwangeren. - Du bist schwanger? - Im 4. Monat.

Warum hast du mir nichts gesagt?

Weil du mir die Rolle nicht wegnehmen solltest.

Ganz ruhig, ganz ruhig. Ich liebe dich.

Siehst du, ich sterbe glücklich, weil ich in deinen Armen liege.

Küss mich noch einmal.

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