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100 sind geboten. 100 sind geboten. Bietet jemand mehr?
120. 120 sind geboten. 120 zum Ersten …
… 120 zum Zweiten … 120 zum Dritten. Verkauft an den letzten Bieter.
Von Vieh zu etwas ganz andrem:
Dieser Junge ist Schwede, aus Malmberget.
Sein Vater starb bei einem MinenunglĂĽck.
Seine Mutter hat noch eine kleine Tochter, kann die Familie aber nicht versorgen.
Daher schickte sie den Jungen weg. Höre ich Gebote?
Hört mal, liebe Leute. Er ist sicher mager,-
-aber ich kann garantieren, dass er ein guter Arbeiter ist.
Gesund ist er auch. Jetzt kommt schon!
Jetzt hat der Junge ein neues Zuhause beim Großbauern in Sjønstå.
Er muss 160 Speciedaler zahlen.
-Wie heiĂźt du? -Konrad Nilsson.
Konrad, mein lieber Sohn.
Ich hoffe, du verstehst,-
-wie sehr es mich geschmerzt hat, dich nach Norwegen zu schicken.
-Hier hinauf. -Ich bitte dich um Vergebung, Konrad.
Aber du sollst wissen, dass ich dadurch deine kleine Schwester retten konnte.
So, das wird deine erste Arbeit sein, Konrad.
Die Jungs zeigen dir, wie es geht. Leg los.
Deine Schwester betet zu Gott, dass sie ihren geliebten Bruder wiedersehen darf.
Ich tröste sie damit, dass du wohl gesund bist-
-und dass wir uns eines Tages wiedersehen werden.
Ich hatte gehofft, mit deiner Schwester nach Norwegen gehen zu können.
Aber da wir kein Geld besitzen,-
-geht meine gesamte Zeit dafĂĽr drauf, Essen fĂĽr unser Ăśberleben zu beschaffen.
Nun schließe ich mein kurzes Schreiben mit meinem größten Wunsch:
Dass wir im Himmel zusammenkommen, falls wir uns auf Erden nicht mehr sehen.
Adieu fĂĽr dieses Mal.
Vergiss nicht, mir so bald wie möglich zu schreiben.
Deine Mutter Anna Nilsson.
Bitte schön.
Diese Sache mit dem Lohn …
-Die anderen Jungs bekommen welchen. -Ja. Die haben ein Zuhause, du nicht.
Du bekommst Essen und ein Bett. Das ist dein Lohn.
Aber ich bin jetzt 16. Ich brauche Geld.
Ich besitze deine Arbeitskraft, bis du in fĂĽnf Jahren mĂĽndig bist.
So lange bekommst du keine einzige Krone!
So ist das System. Da kann ich nichts machen.
WARNUNG KEINE ARBEIT FÜR AUSWÄRTIGE
PRIVATE LOGIE NUR MIT GENEHMIGUNG DES WERKES
Verzeihung.
-Haben Sie Arbeit fĂĽr mich? -Arbeit?
Ich bin harte Arbeit gewöhnt.
Granberg. Da kommt ein neuer Minenarbeiter.
Bitte.
-Was willst du? -Ich suche Arbeit.
Ich mache alles.
-Hast du Arbeitserfahrung? -Ja.
Transport und Arbeit auf dem Sjønstå-Hof.
-Auf dem Sjønstå-Hof? -Sechs Jahre.
-Arbeitszeugnis? -Ich habe keins. Ich bin weggelaufen.
-Woher aus Schweden kommst du? -Malmberget.
-Ich kam nach Sjønstå, als ich 10 war. -Als Zehnjähriger nach Sjønstå …
Dann verstehe ich.
Hier schmelzen wir das Erz.
Da ist das Scheidehaus.
Wir mĂĽssen hier herum.
-Maja! -Ja?
-Das ist der neue Lehrling. -Aha.
-Setz ihn ein, wo du willst. -Geh zu August und hilf ihm.
Sorg dafĂĽr, dass er alles ĂĽber Erz lernt. -Konrad.
Am Anfang bekommst du Lehrlinglohn. Später bekommst du Erwachsenenlohn.
-Olof Wenström, nehme ich an? -Ja. Direktor Corneliussen?
-Hatten Sie eine angenehme Reise? -Direkt aus Michigan, Amerika.
Es wurde ein Zimmer vorbereitet, und das Mittagessen wartet.
Mittagessen? Ich möchte mit der Arbeit beginnen. Mit Ihrer Erlaubnis.
Selbstverständlich.
Die Löhne fressen den Gewinn auf, aber wir müssen sie hoch halten.
Um die besten Arbeiter zu bekommen, und nicht zuletzt, damit sie bleiben.
Wir haben also acht Minen, die über ganz Sulis verteilt liegen. Große Abstände.
Wie eng ist die Kommunikation zwischen ihnen?
Sehr gering, glĂĽcklicherweise.
Jede Mine ist eine eigene Gemeinschaft.
Die Gefahr, dass sie sich organisieren, ist gering.
Wir haben hier schon einige sehr aufrĂĽhrerische Personen.
-Welche Mine produziert am meisten? -Hanken.
Hier. Ganz oben auf dem Berg.
Haben Sie nie versucht, die Effektivität zu steigern?
Das Problem ist, dass Helsingborg die norwegischen Verhältnisse nicht versteht.
Bei allem Respekt, Herr Direktor:
Der Vorstand hat noch nie einen FuĂź in eine Mine gesetzt.
Die wissen nicht, was Sie und ich wissen.
Mit Ihrem Wissen über lokale Verhältnisse und neuer, effektiver Technik-
-können wir Sulitjelma zum besten Minenbetrieb Skandinaviens machen.
Ja …
Glauben Sie mir, Direktor.
Zusammen wird es uns gelingen, dass das Geld nur so hereinströmt.
Nächster.
-Das ist zu wenig. -Konrad Nilsson …
Du hast deinen Anteil erhalten.
Ich bin jetzt 18. Ich bekomme Erwachsenenlohn.
Für wen hältst du dich?
Sei lieber froh, dass du Arbeit hast! Noch einen Pieps, dann fliegst du raus.
Konrad!
Du sollst ins BĂĽro kommen.
Verzeihung. Ich sollte mich hier melden. Nilsson. Konrad.
Konrad Nilsson … Sjønstå-Hof.
Du hast einen höheren Lohn verlangt.
-Erwachsenenlohn. -Ja.
Du hast absolut recht. Du hast Anspruch auf Erwachsenenlohn.
Wir können es uns leider nicht leisten, Erwachsene im Scheidehaus zu bezahlen.
Du bist jetzt 18, und damit zu teuer. Daher kĂĽndigen wir dir.
-Aber ich kann nirgendwo hin. -Fahr heim zur Familie auf Sjønstå.
-Raus jetzt. -Ich habe dort keine Familie.
Was ist hier los?
-Er wurde entlassen. -Wieso?
Wir wollen professionelle Arbeiter einstellen.
Keine Jungen von hier, die verschwinden, sobald die Angelsaison beginnt.
-Ich bin nicht von hier. -Bist du Schwede?
Konrad Nilsson aus Malmberget.
Schluss damit! Du bist auf dem Sjønstå-Hof registriert.
-Er ist ein Sklavenkind. -Was heiĂźt das?
Er wurde als Arbeitskraft nach Norwegen verkauft.
-Wie lange arbeitest du schon hier? -Seit zwei Jahren, im Scheidehaus.
Gibt es keine freien Stellen?
Er ist zu groĂź geworden fĂĽr die kleinen Aufgaben.
Und er ist noch zu jung fĂĽr die groĂźen.
Geben Sie mir eine Chance.
Hanken?
Nein. Bei allem Respekt, Herr Wenström. Hanken ist Sulitjelmas härteste Mine.
Ich schaffe Hanken.
Besorgen Sie ihm einen Platz in Hanken. Als Bergmann.
-Als Bergmann? In Hanken? -Wir werden sehen, was passiert.
Was machst du hier?
Polier Granberg im Scheidehaus sagte, dass ich einen Platz in Hanken bekomme.
-Jetzt schicken sie uns schon Kinder! -Ich bin 18 Jahre alt.
Ich möchte beweisen, dass ich zum Bergmann tauge.
Bergmann? Ich glaube, du hast da was falsch verstanden, Junge.
Du hast dich wohl verlaufen.
Mein Vater war Bergmann in Malmberget.
Ich habe zwei Jahre als Scheidejunge gearbeitet. Ich kenne mich mit Erz aus.
In der Mine arbeiten wir im Akkord.
Wir werden danach bezahlt, wie viel Erz wir heraussprengen.
Mit dir in der Gruppe bekommen alle weniger Lohn.
-Ich werde euch nicht bremsen. -Nein. Du kennst dich ja mit Erz aus.
Gebt dem Jungen die Chance, sich zu beweisen.
Uns fehlt ein Mann, und hier steht einer. Jeder hat eine Chance verdient.
-Oder was meinst du, Schwarze Bärin? -Sonst kann er mir in der Küche helfen.
-Als Kartoffelschäler. -Gustav, komm her.
-Wieso muss ich die Drecksarbeit machen? -Es ist keine Drecksarbeit.
-Dann kann er das doch machen? -Du bist der Sauberste.
Und der Schönste.
Ich gebe dir eine Woche, Scheidejunge.
Aber ich warne dich: In Hanken ist kein Platz für Schwäche.
-Guten Morgen, Solberg. -Guten Morgen.
-Wie viel haben sie rausgeholt? -Genauso viel wie ihr gestern.
-Von wegen! -Ihr fĂĽhrt weiter mit groĂźem Abstand.
-Du da! Wie heiĂźt du noch mal? -Konrad.
Halt den Arm über dich, sonst schlägst du dir den Kopf an.
Halt ihn gut fest.
Er sieht verdammt schwach aus. Der ist doch noch ein Kind.
Carl, nimm diesen Jungen mit und bring ihm alles bei. Aksel, du gehst mit.
-Sollen sich andere um ihn kĂĽmmern! -Ich habe aber dich gebeten, Aksel.
Kannst du diese Aufgabe fĂĽr mich ĂĽbernehmen? Dann legen wir los.
♫ Wir sind Menschen von besond'rem Schlag ♫
♫ Hoch oben in Sulitjelma ♫
♫ Und uns're Parole ist verdammt kurz ♫
♫ Das können wir selbst machen ♫
Wenn ich nicke, schlagt ihr abwechselnd.
Bleibt im Rhythmus, während ich drehe. Verstanden?
Wenn du bleiben willst, musst du treffen. Versuch es noch einmal.
Konzentrier dich, Junge.
Härter.
Komm schon, Konrad. Härter!
Gut so!
♫ Wir sind Menschen von besond'rem Schlag ♫
♫ Hoch oben in Sulitjelma ♫
♫ Und uns're Parole ist verdammt kurz ♫
♫ Das können wir selbst machen ♫
Es ist nicht schlimm. Guck.
So.
Hoch mit dir, verdammt! Wir wollen los!
Aj, aj, aj. Das sieht nicht gut aus.
Wie gehen jetzt, Scheidejunge!
Konrad. Arbeite weiter.
-Der Akkord, verdammt! -WeiĂźt du noch, was ich dir gesagt habe?
-Er darf doch eine Pinkelpause machen? -Dann piss doch!
Komm.
-Sverre. Ist das die von dem Jungen? -Ja.
Pass auf sie auf. Ich möchte sie später zurück haben.
Hey. Wenn du nicht mehr arbeiten kannst, sag einfach, dass du pinkeln musst.
♫ Ich erinn're mich noch gut, als ich aus der Heimat auszog ♫
♫ Wollte nach Sulis, wo's Arbeit gab ♫
♫ Geld hatten wir keines mehr ♫
♫ Ja, pleite und hungrig waren wir ♫
Nilsson, Konrad.
Nächster.
Fiskum, Carl.
Sieh dir deinen Lohn gut an, Junge. Dein erster und letzter von Hanken.
Wir sehen uns in der DampfkĂĽche.
Und keinen Ärger. Heute Abend wollen wir Spaß haben.
Ich will mit dir tanzen.
Konrad, du sollst zu Rasmus gehen. Er will mit dir reden.
Du hast sicher Hunger.
-Nein, danke, ich bin satt. -Ich hole dir etwas.
Du hast doch schon Leute mit schmutzigen Gesichtern gesehen.
Vor Konrad musst du keine Angst haben.
Wo ist dein Papa?
Er ist nicht mehr unter uns.
-Sprichst du Schwedisch? -Du auch?
Ja. Aber wo ist denn deine Mama?
Meine Mama ist in Schweden. Dort habe ich auch eine Schwester.
Ich bekomme auch bald eine Schwester. Oder einen Bruder.
-Anna, es ist Zeit fĂĽrs Schlafengehen. -Nein.
Willst du noch nicht ins Bett? Leg dich hin und ruh dich etwas aus.
-Gefällt es dir in Sulis? -Ja.
Ich glaube, ich werde nicht in Hanken bleiben. Leider.
Konrad, weißt du … Wir, die viele Jahre in den Minen gearbeitet haben,-
-wir haben Leute gesehen, die es versuchten, aber nicht schafften.
Das ist nichts fĂĽr jeden.
Aber ich glaube, fĂĽr dich ist es etwas.
Du hast es in dir.
Jetzt bist du einer von uns.
Konrad Nilsson? Die Direktion verlangt nach dir.
Hey! Worauf wartest du? Komm!
Herr Wenström. Konrad Nilsson.
Komm rein. Setz dich.
Du hast dich also in Hanken bewiesen?
Danke fĂĽr die Hilfe.
Fang an zu essen. Warte nicht auf mich.
Danke, Fräulein Johanna. Das sieht wundervoll aus.
Sulitjelma ist ein wunderbarer Ort. WeiĂźt du, wieso?
Kupfer und Schwefel. Wir bauen die Zukunft der Welt.
Aus dem Kupfer, das wir abbauen,-
-werden Leitungen für Elektrizität und Telefonie hergestellt.
-Wie sieht deine Zukunft aus? -Ich habe eine Mutter und eine Schwester.
-Ich will sie nach Amerika mitnehmen. -Ich habe in Amerika gelebt.
Es ist sehr, sehr hart, aber auch wundervoll.
Dort hat jeder eine Chance auf Erfolg. Ganz egal, woher man kommt.
WeiĂźt du was? Ich habe dort so viele arme Einwanderer gesehen.
Sie schuften wie Sklaven.
Du brauchst ein Startkapital, wenn du Erfolg haben willst.
Du solltest dir eine Arbeit mit höherem Lohn suchen. Vielleicht …
-Nein. -Was denn?
-Ich möchte hier einen Posten einführen. -Was ist das für ein Posten?
Ich kann nicht jeden Tag alle Minen besuchen. Das ist unmöglich.
Wir brauchen jemanden, der mir ĂĽber den Zustand in den Minen berichtet.
Eine Verbindung zwischen der Direktion und den Arbeitern.
-Es gibt einen halben Extralohn pro Woche. -Einen halben pro Woche?
Ich sollte das wirklich nicht tun.
Aber was soll's.
Da.
Der Posten müsste eigentlich an einen Älteren gehen, also erzähl keinem davon.
Benutz den KĂĽcheneingang und pass auf, dass dich niemand sieht.
-Dein erster Lohn, als Vorschuss. -Danke, Herr Wenström.
-Zeig mir, dass ich richtig gewählt habe. -Das werde ich.
-Konrad? -Ja?
Ich hab's gehört.
Was denn?
Du hast es geschafft. Willkommen in der Gruppe.
Mensch! Du hättest dein Gesicht sehen sollen, als du dachtest, du bist gefeuert.
Gut gemacht, Scheidejunge.
-Sehr, sehr gut. -Willkommen in der Gruppe.
-Auf Konrad! -Gut gemacht.
-Was ist denn? -Komm schon!
Leg ihn da hin.
Du kannst jetzt den Rest holen.
Hört mal …
Wir mĂĽssen alle FelsstĂĽtzen wegsprengen.
Wie bitte?
Und sie mit dicken Rundhölzern ersetzen.
-Die FelsstĂĽtzen wegsprengen? -Sie enthalten enorme Mengen Erz.
-Anordnung der Direktion. Legt los. -Solberg, jetzt hör mir mal zu.
Der Felsdruck hier in Hanken ist besonders groß, und der Fels ist porös.
Es geht also nicht.
Das wissen doch alle, Solberg.
Ich habe herausgefunden, wieso die Männer in Hanken so viel Erz fördern können.
Der beste Sprenger kann quasi riechen, wo wir bohren mĂĽssen,-
-um so viel wie möglich rausholen zu können. Das ist fast schon Magie.
Als gehörten er und der Berg zusammen.
Wunderbar. Was hält er davon, die Felsstützen wegzusprengen?
Er sagt, es sei gefährlich. Dass der Fels zu porös sei.
Gut zu wissen, danke.
Danke, Johanna.
Das ist sehr wertvolles Wissen fĂĽr mich. Ich werde mich darum kĂĽmmern.
-Hier ist es. -Danke.
Ich habe gehört, dass Hanken das Erz liegen lassen will.
Die Sicherung mit Rundhölzern ist riskant.
Die Methode wurde in Amerika in Hunderten Minen angewendet. Sie ist sicher.
Wir sind hier, um Erz abzubauen! Es muss raus!
Die FelsstĂĽtzen bleiben.
Na gut.
Ich habe einen Arbeitstrupp, der den Auftrag erledigen wird.
Hol deine Männer raus, bis sie fertig sind.
Sollen diese Teufel an unseren FelsstĂĽtzen den Akkordlohn einer Woche verdienen?
Nie im Leben!
Wir haben diese Hallen errichtet!
Leute! Wenn ihr nicht arbeiten wollt, dann macht Platz.
-Wir erledigen das selbst. -Verdammt, Jungs!
Sie sprengen die StĂĽtzen eh weg. Wir kennen den Berg wenigstens.
-Wir machen es selbst. -Vielen Dank! Ich vertraue euch.
Es geht wieder raus.
Alles in Ordnung! Jetzt lasst uns so schnell wie möglich das Erz rausholen.
Vorsichtig.
Noch einmal. Gut so!
Konrad. Komm mal her.
Siehst du den Strich?
Wenn der Strich unterbrochen wird, heiĂźt das, dass der Berg sich bewegt.
Dann musst du mir Bescheid sagen.
Du bist der JĂĽngste von uns, du hast gute Augen und Ohren.
Du musst dem Berg zuhören. Er warnt uns vor, und dann musst du Bescheid sagen.
Falls etwas geschehen sollte, merke dir, dass jedes Leben gleich viel wert ist.
Ich vertraue dir.
Gut so.
Bei diesem Tempo haben wir innerhalb einer Woche alle FelsstĂĽtzen raus.
-Das wird der beste Akkord ĂĽberhaupt. -Ja, verdammt!
Da ist ja der Kleine!
Wir haben ein Geschenk von Wenström bekommen!
Gratis Schnaps!
Meine Herrschaften, bedienen Sie sich. Wir haben etwas zu feiern.
Helsingborg schickt GrĂĽĂźe und GlĂĽckwĂĽnsche.
Wir haben die Produktion um 30 % gesteigert.
-Das ist eine Gemeinschaftsleistung. SkĂĄl! -SkĂĄl!
SkĂĄl.
Es scheint zu klappen. Jetzt bleibt Ihnen Helsingborg eine Weile vom Hals.
Sind Sie nicht zufrieden?
Haben Sie ihnen die Ursache für den gestiegenen Umsatz erklärt?
Die technischen Details nicht, nein.
Wenström. Alle, die in dieser Branche arbeiten, wissen,-
-dass die Entnahme des Erzes aus den FelsstĂĽtzen schnelles Geld bedeutet.
Die FelsstĂĽtzen stehen nicht ohne Grund. Und jetzt haben Sie alle weggesprengt.
-Wie wollen Sie das verteidigen? -Herr Direktor.
Mir ist klar, dass dies nur eine vorĂĽbergehende Spitze ist.
Aber der Abbau wird effektiver, wenn wir nicht haufenweise Erz in der Mine lassen!
Der norwegische Staat verhängt Strafen über 2.000 Reichstaler-
-fĂĽr weggesprengte FelsstĂĽtzen. -Das kann nicht fĂĽr uns gelten!
Wir ersetzen sie doch! Mit etwas noch Besserem und Sichererem.
Das sind deine Worte. Dennoch ist es laut norwegischem Gesetz verboten.
Wohin willst du?
-WeiĂź ich nicht. -Wir haben gerade Lohn bekommen.
Und morgen haben wir frei. Wieso siehst du immer so traurig aus?
-Freust du dich nicht? -Doch …
Komm! Doch, ich zeig's dir.
So. Hier halten. Und drehen. Drehen!
Hey!
Lass den Kleinen in Ruhe!
Jetzt setzt es was!
Versuch's gar nicht erst, du gemeiner Hund!
Es ist noch Leben in dem Alten!
Komm her, du …
Rasmus Lund, was machst du denn? Du bist kein junger Mann mehr. Zeig mal!
Verdammt nochmal, Konrad! Komm her!
Das soll ein Fest sein!
Glaubst du, ich will meine freien Tage so verbringen? Verflucht …
Sieh mich an, verdammt!
Wie ihr sicher wisst, fällt der Preis für Kupfer weltweit.
Die Nachfrage hat nachgelassen.
Dazu kommt die Konkurrenz durch Minenbetriebe mit niedrigeren Kosten.
Der neue Lohn für euch Bergleute wird nicht höher als 3,50 sein.
-3,50? -Von 5 auf 3,50 in zwei Sekunden.
Ich hab es so satt …
Die Zeiten sind hart.
Alle müssen Opfer bringen. Für uns bedeutet das: Niedrigere Löhne.
Durch die Modernisierung des Minenbetriebes-
-wird sich unser Verzicht bald durch höhere Löhne auszahlen.
Höher als überall sonst.
Ich habe meinen eigenen Lohn um 50 % gesenkt. Das ist mehr als bei euch.
Und ich werde ihn nicht wieder anheben,-
-ehe wir den Betrieb fĂĽr ganz Sulitjelma gesichert haben.
Ein moderner Minenbetrieb beinhaltet auch einen aufrichtigen und engen Dialog-
-zwischen der Direktion und den Arbeitern.
Daher fordere ich alle, die Probleme damit haben, die Veränderungen zu akzeptieren,-
-auf, hervorzutreten und ihre Position darzulegen.
Ich nehme das als Zeichen fĂĽr Zustimmung. Guten Abend.
-Nordnes, Tom. -Bitte schön.
Nächster.
-Magnussen, Trygve. -Bitte schön.
Folge mir.
-Hallo, Pelle. -Kommt ihr allein?
Ich glaube, es hat uns niemand gesehen. Das ist Konrad. Ein feiner Kerl.
Ihr arbeitet mit unglaublichen ReichtĂĽmern.
Sulitjelma ist die größte Kupfermine Skandinaviens.
Aber diese ReichtĂĽmer sind nicht gerecht verteilt.
Die Minengesellschaft besitzt absolut alles hier in Sulis.
Die Baracken, in denen ihr wohnt. Die Geschäfte, in denen ihr einkauft.
Jedes Mal, wenn ihr in ihrem Laden einkauft, holen sie es sich zurĂĽck.
Jedes Mal, wenn ihr die Miete fĂĽr diese miserablen Baracken zahlt,-
-holen sie es sich zurĂĽck.
Die Angestellten …
… die Ingenieure …
… und der Direktor höchstpersönlich-
-leben in warmen, schönen Häusern, umgeben von Kristallen und Porzellan.
Während ihr zusammengepfercht werdet,-
-in Baracken voller Läusen und giftigem Rauch von den Schmelzöfen.
Niemand arbeitet härter als ihr. Niemand hebt schwerer als ihr.
Und niemandem bekommt weniger von allem als ihr!
Ich bin auf norwegischem Grund! Es ist mein Recht, hier zu sein!
Du befindest dich auf privatem Grund.
Helene Ugland, du bist hiermit aus Sulitjelma verwiesen.
Wenn du dich hier wieder blicken lässt,-
-kann ich nicht fĂĽr deine Sicherheit garantieren.
Das ist nicht das norwegische Gesetz! Das sind die Rohlinge der Gesellschaft!
Ihr könnt sie doch nicht einfach mitnehmen!
Das ist nicht legal.
Bergmann Pelle Marklund, du bist mit sofortiger Wirkung entlassen.
Weil er anderer Meinung ist?
Er hat das Gelände der Gesellschaft innerhalb von 24 Stunden zu verlassen.
Tom!
Du. Wer hat gepetzt?
Das weiĂź ich nicht. Aber wir werden ihn finden.
Und ihn töten!
Jungs! Der verfluchte Wenström zwang uns, alle Felsstützen wegzusprengen.
Und jetzt senkt er unsere Löhne.
Und wenn wir uns organisieren wollen, dann schlägt er unsere Leute zusammen.
Guten Tag, Per.
Wir dürfen das nicht mehr hinnehmen. Wir müssen uns Gehör verschaffen.
Er ist an der Zeit, in Streik zu treten.
-Ja! -Wir streiken!
-Streik ist Wahnsinn, und das weiĂźt du. -Nicht, wenn wir zusammenhalten.
Wir können zusammenhalten, so viel wir wollen. Der Gesellschaft gehört alles.
-Wer hat diesen Bergbau aufgebaut? -Wir!
-Ohne uns sind sie nichts. -Das sind leere Worte.
-Hanken! Bereit, in Streik zu treten? -Ja!
Ich bitte die anderen, das Gleiche zu tun. Braucht ihr ein paar Minuten?
Wir haben keine Zweifel. Giken ist fĂĽr den Streik.
Charlotta. Wir streiken!
-Jakobsbakken ist dagegen. -Sandnes ist auch dagegen.
-Fagerli ist dagegen. -Furulund ist dagegen.
Es ist entschieden; alle haben abgestimmt. Die Mehrheit hat entschieden.
Respektiere das.
Kommt, wir gehen.
Rasmus! Das darf nicht sein. Wir mĂĽssen zusammenhalten, sonst macht er uns platt.
Drei Minen reichen doch wohl?
Um diesen Angeber ein fĂĽr alle Mal aus Sulis zu jagen.
Wenn es Wenström gelingen sollten, in ganz Sulis jemanden zu finden,-
-der sich unsere Arbeit zutraut,-
-dann stoppen wir sie am Eingang zur Mine. Hat jemand Einwände?
Ich habe eine Forderung.
Dieser Mistkerl hat mir Johanna genommen.
Ich arbeite Tag und Nacht, um alles zu schaffen.
Ich will sie zurĂĽck.
Das geht nicht.
Johanna. Du bist unsere Augen und Ohren bei der Direktion.
Geh jetzt! Wir haben keine Zeit zu verlieren.
Also gut, Jungs.
Ich habe es schon einmal gesagt, und ich sage es wieder:
Jetzt mĂĽssen wir Schulter an Schulter stehen, genau wie in der Mine.
Denn Morgen schnappen wir uns den verfluchten Schweden …
Wieso gehst du eigentlich bei Wenström ein und aus?
Er hat dafĂĽr gesorgt, dass ich einen Platz in Hanken bekomme.
-Das war aber nett von ihm. -Was?
-Das war nett von ihm. -Ja.
Er kĂĽmmert sich auch um mich, weil ich keine Familie habe.
Hast du keine Familie?
Und du?
Meine Familie lebt auf einer Insel weit drauĂźen im Meer.
Was meinte sie damit, dass Wenström dich ihr weggenommen hat?
Ich war Küchenhilfe bei Schwarze Bärin, bis Wenström mich holte.
-Ich dachte, du gehörst zur Direktion. -Ich gehöre zu niemandem.
Gute Nacht, Konrad Nilsson. Danke fĂĽr die Begleitung.
Und viel GlĂĽck beim Streik morgen.
Konrad Nilsson? Mitkommen.
Du sollst mitkommen.
Die Hanken-Leute wollen alles zerstören, was wir gerade gemeinsam aufbauen.
Mit einem Streik.
Wer ist der AnfĂĽhrer?
Jetzt wird es ernst, Nilsson.
Es steht mehr auf dem Spiel als deine Amerika-Fahrkarte.
Wer?
-Rasmus. -Der Bergmann Rasmus Lund?
Wann beginnt der Streik?
Denk doch mal größer, Konrad.
-Morgen frĂĽh. -Aber es streiken nicht alle Minen?
Wer fĂĽhrt die Gegner des Streiks an?
-Per Melien. -Per Melien vom Jakobsbakken?
-Per Melien! -Ja?
Arbeit einstellen!
-Was? Wieso? -Du hast mich verstanden.
-Stellt die Arbeit ein. -Jungs! Wir machen eine Pause.
Wieso?
Sulitjelmas Minen sind geschlossen. Es werden keine Löhne ausgezahlt.
-Sollen wir arbeiten, ohne … -Wovon zur Hölle redest du?
Hanken, Charlotta und Giken sind in Streik getreten.
Verfluchtes Hanken! Wir haben darĂĽber abgestimmt. Wir sind gegen den Streik.
Die Mehrheit hat gesprochen.
Es tut mir leid. Niemand von uns kann etwas dafĂĽr, was jetzt passiert.
Viele von euch haben Familien, die hungern mĂĽssen,-
-und ich verstehe, wenn sich eure Wut gegen mich und die Gesellschaft richtet.
Aber ich kann nichts tun.
Ich darf keine Löhne ausbezahlen, so lange der Streik anhält.
-Wir brauchen Essen! -Beruhigt euch. Ganz ruhig.
Wenström! Wenström, verdammt nochmal!
Gut so, Per! Ihr schlieĂźt euch dem Streik an.
-Wenström hat alle Minen geschlossen. -Was sagst du?
Sie haben alles geschlossen. Du und ich, wir haben beide Familie, Rasmus.
-Was meinst du, wieso wir streiken? -Keiner von uns kriegt die Familie satt.
-Wir brauchen unseren Lohn! -Siehst du nicht, was er tut?
Wenn wir ihn jetzt nicht aufhalten, wird er uns alle umbringen.
Du kriegst Wenström nicht. Benutz deinen Kopf, verdammt!
-Blas sofort den Streik ab. -Was seid ihr nur fĂĽr Feiglinge!
-Ich bin kein Feigling! -Komm doch!
-Aksel! Hör auf! -Das ist deine Schuld, Rasmus!
Seht, was ihr angestellt habt!
Rasmus!
-Leg das Messer weg! -Aksel!
Schlag ihn, Per!
Schluss!
Gustav! Komm hoch!
Alles in Ordnung?
Die Ursache für das heutige Blutvergießen ist der Größenwahn einiger von euch.
Der Vorstand in Helsingborg hat mich heute darĂĽber informiert,-
-dass die Investoren sich zurĂĽckziehen.
Der gesamte Betrieb in Sulitjelma wird fĂĽr immer geschlossen.
Falls der Streik weitergeht.
Viele von uns mĂĽssen eine Familie versorgen.
Es steht nicht nur euer Lebensunterhalt auf dem Spiel, sondern der von allen.
Können Charlotta, Giken und Hanken bestätigen, dass sie den Streik abbrechen?
-Charlotta beendet den Streik. -Gut.
Macht Schluss damit! Unsere Familien brauchen Essen auf dem Tisch.
Giken bricht den Streik ab.
Jetzt ist es an dir, Rasmus Lund.
Willst du der Mann sein, der Sulitjelma geschlossen hat?
Ăśberleg es dir gut.
Hanken kehrt an die Arbeit zurĂĽck.
Danke, dass ihr zur Vernunft gekommen seid.
Ja. Dann mal zurĂĽck an die Arbeit, Jungs.
Was zur Hölle? Kennst du ihn?
Los jetzt!
-Jakobsbakken! -Giken! Los jetzt.
Das war dieser Arne Bakken.
Er hat Helene Ugland verraten.
-Er hat bekommen, was er verdient hat. -So kann's gehen.
-Ich weiĂź, was wir tun mĂĽssen. -Was denn?
-Das kann ich noch nicht sagen. -Wieso nicht?
Wenström wusste von dem Streik, bevor wir loslegten.
Verdammt nochmal …
Was zur Hölle?
Dann muss einer von uns geredet haben.
Wer hat uns verpetzt, Jungs? Na?
Nils, setz dich. Ich kĂĽmmere mich darum.
Jetzt erzählt schon, verdammt!
Ihr werdet benachrichtigt, wenn alles bereit ist.
Carl, ich muss mit dir reden.
"Wenn alles bereit ist." Was meint er damit?
Wenn alles bereit ist …?
-Er weiĂź schon, was er tut. -Da bin ich mir nicht so sicher.
Verdammt nochmal …
Du wartest hier.
Konrad.
Was denkst du: Woher wusste Wenström von dem Streik?
Na?
Es kommt vor, dass manche - vor allem die Jungen -
-mit falschen Versprechungen und Geld gelockt werden.
Vertrauen. Es geht um Vertrauen, Konrad.
Und Wenström vertraut dir.
-Ja. -Das ist gut, Konrad.
Dann kann ich dich auf einen kleinen Auftrag schicken.
Wenn du benachrichtigt wirst, erwarte ich, dass du den Auftrag ausfĂĽhrst.
Ja.
-Du kennst den Sjønstå-Hof gut? -Ich habe dort sechs Jahre gearbeitet.
Du kommst also dort hin und weg, ohne entdeckt zu werden?
-Konrad? -Ja.
Ich vertraue dir.
Rasmus.
Es muss einen anderen Weg geben, das zu tun.
-Bist du dafür oder dagegen? -Ich unterstütze deinen Vorschlag, aber …
Ja oder nein?
Ja!
-Wir mĂĽssen die Gruppenleiter versammeln. -Gut, dann sind wir uns einig.
Wir holen Helene Ugland zurĂĽck. Das erledigt jemand fĂĽr uns.
Und auf der Vollversammlung mĂĽssen alle Gruppenleiter zusammenhalten.
Konrad.
-Wir sehen uns auf dem Sjønstå-Hof. -Ja.
Rasmus!
Rasmus!
-Der Strich ist unterbrochen! -Der Berg bewegt sich!
-Raus! Einsturz! -Los jetzt! Raus!
Nils, komm!
Alle Mann raus! Alle Mann raus!
♫ Wo der wilde Wasserfall in den Fjord hinabstürzt ♫
♫ träll're ich mein Arbeitslied, währen der Meißel hämmert … ♫
Hier ist Konrad! Hier ist er.
-Meldung. -Alle Mann durchgezählt.
Wo ist Gustav?
-Verflucht! Gustav! -Gustav!
-Ihr bleibt hier. -Rasmus, warte!
-Gustav! -Ja?
Rasmus! Gustav ist hier!
Rasmus!
Wo zur Hölle warst du? Rasmus ist rein gelaufen, um dich zu holen!
Gustav!
Verdammt nochmal!
Hilfe!
Hilfe!
♫ Der Gedanke an sie, die zuhause wartet ♫
♫ Singt dich sanft zur Ruh' ♫
♫ Die Tage sprechen in den Zungen der Träume ♫
♫ Wenn die Nacht dann kommt ♫
♫ blinken die Sterne für uns zwei ♫
♫ Mit ruhigem, kaltem Griff ergreift der Tod deine Hand ♫
♫ Greift sich dein Herz, deine Seele und deinen Geist ♫
♫ Und wenn du fort bist, nehmen wir dich mit ♫
♫ Die lebende Erinnerung ♫
♫ von allem, was wir sehen durften ♫
Hier.
-Was ist das? -Geld.
Lohn fĂĽr Kristine. Du brauchst doch UnterstĂĽtzung?
-Ja. Schon. -Dann lass sie hier arbeiten.
Kristine. Willst du bei mir arbeiten?
-Was meinst du? -Ich brauche Hilfe in der KĂĽche.
Ihr könnt in unserer Baracke wohnen.
♫ Die Dunkelheit kommt zur Ruh ♫
♫ Die Gedanken ruhen in Mutters sicherem Schoß ♫
♫ wenn es stürmt … ♫
Hier will ich schlafen.
Du inkompetenter Idiot!
Das ist deine Schuld! Was war das mit gutem Holz?
-Du bist entlassen. Verschwinde. -Du kannst Solberg nicht die Schuld geben.
Ich kĂĽmmere mich darum.
Ich werde persönlich jede einzelne Holzstütze inspizieren.
Einen Dreck wirst du hier tun!
-ZurĂĽck! Geh zurĂĽck! -Ja.
-ZurĂĽck! Geh zurĂĽck! -Ruhig.
ZurĂĽck!
ZurĂĽck!
-Schafft sie hier raus! -Wenström!
Bring Corneliussen her!
-Schafft sie raus! -Du verfluchte Schlange!
-Jetzt setzt es was! -Ich bringe euch um!
Los jetzt! Lauf weiter!
Wir mĂĽssen mit Corneliussen reden. Wir mĂĽssen die Leute versammeln.
Wenström muss weg. Wenn er so weitermachen darf …
Dann bringen wir ihn um!
Ich werde nicht mit denen reden.
Es sei denn, ich kann ihnen mitteilen, dass wir ihren Forderungen nachkommen.
Verdammt nochmal!
Das war eine Fehlkonstruktion. Das Holz hält.
-Das Problem in Hanken ist gelöst. -Nein, Wenström. Es ist nicht gelöst.
Die Minen sind nicht gesichert. Und ich bin fĂĽr die Sicherheit verantwortlich.
Ich sehe keinen anderen Ausweg, als meinen Posten zu kĂĽndigen.
Die Nachricht von Corneliussens Abgang ist nicht besonders gut angekommen.
Ich habe gehört, dass die Hanken-Leute alle Minen gegen Sie richten wollen.
Verstärken Sie die Bewachung aller Minen.
Das geht leider nicht.
Ich habe nur sieben Mann zur Verfügung, Wenström.
Sie sollen so viel Personal bekommen, wie Sie benötigen.
Mach's auf.
Komm schon.
Du bist jetzt kein Informant mehr.
Ab sofort gibt es in jeder Baracke einen Polizisten.
Du wirst unser Mann in Baracke 3 sein.
Du wirst Polizeibefugnis haben. Niemand kann dich angreifen.
Danke, Johanna.
Probier sie an.
Ich kann nicht.
Du kannst nicht?
Ich kann das nicht annehmen.
-Willst du mich auf den Arm nehmen? -Ich werde diese Uniform nicht tragen.
Das ist nichts fĂĽr mich.
Ich verstehe.
NatĂĽrlich.
Ich werde die Forderungen der Arbeiter erfĂĽllen.
Aber unter einer Bedingung: Sie müssen aufhören zu agitieren.
Sie können einen offenen Dialog mit der Direktion führen.
Genau das wollen wir.
Darauf gebe ich dir mein Wort.
Danke fĂĽr die Zusammenarbeit.
Gern geschehen.
Du bekommst einen Extra-Bonus mit deinem nächsten Lohn.
Dann hast du genug fĂĽr deine Fahrkarte nach Amerika.
Konrad.
-Ich habe es gehört. -Was?
Komm.
-Was hast du gehört? -Dass er die Forderungen erfüllt.
-Wie hast du ihn dazu gebracht? -Er hatte keine Wahl.
-Wir müssen es in Hanken erzählen … -Ich werde es ihnen sagen.
-Schön. -Du, Johanna …
Ich …
Ich wollte dir nur sagen, dass ich … ich …
Johanna, du …
Wieso brauchen wir eine Vollversammlung? Das wird noch mehr provozieren.
Weil wir die Sicherheit in den Minen wiederherstellen mĂĽssen.
-Während des Gottesdienstes am Sonntag? -Ja.
Während die feinen Leute zu Gott beten.
Seit dem Streik hat sich nur eine Sache geändert: Rasmus ist tot.
Das spüren alle, aber es hilft nichts. Du wirst nicht alle versammeln können!
Doch, Per! Diesmal ist es anders.
Ach?
Wir hatten vor einer Weile mal eine Agitatorin bei uns.
Aber sie wurde unterbrochen.
-Helene Ugland? -Ja.
-Sie wurde fortgejagt. -Sieh mal.
Sie ist auf dem Sjønstå-Hof. Wir müssen sie nur hierher holen.
Wenn das stimmt …
-… dann sind wir dabei. -Wir können das Treffen abblasen.
-Wenström kommt unseren Forderungen nach. -Woher weißt du das?
-Unsere Augen und Ohren in der Direktion. -Können wir uns darauf verlassen?
-Ja, das können wir. -Ach, Johanna …
Du sagtest doch, du hättest keine Familie.
Ich habe eine Mutter und eine kleine Schwester.
Sie brauchen mich.
Du gehst also fort?
Ja.
Ich möchte, dass du mitkommst.
Willst du mich heiraten?
Damit macht man keine Scherze.
Ich mache keine Scherze.
Ich weiĂź, dass es schwierig sein kann.
Diese Männer können provozierend wirken.
Ihr greift nur ein, wenn sie angreifen. Verstanden?
-Ja! -Herr Bang.
-Frisch gebrĂĽhter Kaffee in der KĂĽche. -Ich nehme gern eine Tasse.
Ein geschäftiger Tag. Ist etwas Großes im Gange?
Ja, wir müssen die Verträge ändern.
Die Löhne anpassen, jetzt, wo sich die Arbeitstrupps ändern.
-Es gibt also Änderungen in … -Hanken.
Dort besteht die Gefahr, dass sie Widerstand leisten.
-Du kennst ja Hanken. -Ja, ja, ja …
-Was macht ihr hier oben? -Wir ĂĽbernehmen Hanken.
Was ist das?
Die neue SicherheitsmaĂźnahme der Direktion.
-Was zur Hölle heißt das? -Es ist ganz einfach.
Hängt die Marke hier, bist du nicht in der Mine.
Hängt die Marke nicht hier, bist du in der Mine.
Ist das alles, was die Direktion fĂĽr die Sicherheit unternimmt, Granberg?
Ja, Kamerad. Das ist alles.
Das hat doch nicht mit Sicherheit zu tun.
Was ist das hier, Konrad? Granberg nennt das hier Sicherheit.
Und deshalb haben wir das Treffen abgesagt!
Wenström hat versprochen, alle Forderungen zu erfüllen.
-Ja. -Gut.
-Ist das hier Sicherheit? -Ganz richtig.
-Das ist nicht, was wir vereinbart haben. -So wird es bleiben.
Das ist nichts weiter als eine Sklavenmarke!
-Pfui Teufel. -Sklavenhändler!
Schade, dass ihr Arbeiter in Hanken-
-nicht konstruktiv zu einem guten Arbeitsplatz beitragen könnt.
Ihr wollt eine Agitatorin holen, um ganz Sulitjelma gegen mich zu wenden.
-Wer hat uns verraten? -Das werden wir herausfinden.
Das wird natĂĽrlich nicht toleriert.
Man sabotiert nicht seinen eigenen Arbeitsplatz.
Daher bin ich gezwungen, euch alle zu entlassen.
Verfluchter Mistkerl …
Beruhige dich, Konrad Nilsson.
Wir beide waren uns einig,-
-dass die Vollversammlung nicht gut ist fĂĽr die Zukunft von Sulitjelma.
Sie lĂĽgen!
Du hast Geld fĂĽr die Fahrt nach Amerika bekommen, weil du verstanden hast,-
-wie wichtig es ist, dass die Direktion Bescheid weiĂź, was vor sich geht.
-War das Konrad? -Was soll das heiĂźen, Konrad?
Na?
Steh auf!
Hört auf!
-Lasst mich los! -Zur Seite!
Konrad!
Konrad!
-Verflucht! -Konrad!
Konrad!
-Was ist los? -Es ist wieder dieser verfluchte Wenström.
-Was ist denn jetzt wieder? -Verlasst unverzĂĽglich Baracke 3.
-Der neue Arbeitstrupp zieht hier ein. -Wir gehen hier nicht weg.
Was ist das hier? Wohnen diese Menschen hier?
-Kristine und Anna wohnen hier. -Aha .Die mĂĽssen auch raus.
-Kristine hilft mir. -So sind die Regeln. Beherbergst du sie?
Dann bist du von deinem Posten als Köchin in den Sulitjelma-Minen entlassen.
-Wieso denn das? -Illegale Unterbringung von Unbefugten.
-Sie haben jedes Recht, hier zu sein. -Die Regeln sagen etwas anderes.
Du und deine verfluchten Regeln!
Du Teufel. Du unmoralischer, dreckiger Abschaum!
Rein da! Rein.
-Los jetzt! -Ja, ja.
Morgen nach dem Gottesdienst werdet ihr mit dem Zug fortgeschickt.
Bis dahin bleibt ihr hier.
Jeder Widerstand oder Fluchtversuch wird Konsequenzen haben.
Verstanden?
Wo ist Konrad?
Konrad.
Konrad. Wach auf.
Carl.
Wieso hast du das getan? Du warst einer von uns.
-Wir haben dir vertraut! -Ich war das nicht.
-Wer war es dann? -Was weiĂź ich denn.
Wir können immer noch das Treffen abhalten.
Das war es, was Rasmus wollte.
Du musst die Leute versammeln.
-Ich kann Helene Ugland nach Sulis holen. -Das ist unmöglich.
-Wenström hat überall Wachposten. -Niemand sucht mehr nach mir.
Alle glauben, dass ich tot bin.
Was machst du hier?
-Ich wurde gefeuert. -Wieso?
"UnzĂĽchtiges Verhalten."
Carl Fiskum?
Und? Wie läuft es in den Minen? Ist die neue Basis in Betrieb?
Er weiĂź, was er zu tun hat.
Und der Junge? Konrad Nilsson?
Er ist nicht mehr unter uns.
Seid ihr wirklich so weit gegangen?
Kommen Sie!
-Was glotzt du denn so? -Was macht ihr da?
Ich habe dich nicht wiedererkannt. -Helene. Er ist jetzt da.
Was ist mit deinem Gesicht passiert? War das die Polizei?
Ja.
-Wo findet das Treffen statt? -In der Mine. Während des Gottesdienstes.
Wie wollt ihr das schaffen?
-Wir gehen ĂĽbers Fjell. -Wie lange dauert es?
Drei Stunden. Wenn du weiĂźt, wie man die benutzt.
Konrad?
Ich brauche einen Schlitten und Rentierfelle.
Ja. Nimm dir, was du brauchst.
Es kostet nichts.
Da, wo ich herkomme …
… bezahlt man, was man sich nimmt.
Bleibt hier und haltet Wache. Ich bin nach dem Gottesdienst zurĂĽck.
Abgeschlossen.
Geht es, Anna? Wir sind jetzt da.
-Aksel. -Habt ihr euch entschieden?
Schön, dich zu sehen.
-Wie ist es gelaufen? -Die Polizei ist oben auf dem Hang.
Ist sie gekommen?
Nein. Ich hätte mich nicht darauf einlassen sollen.
Carl. Wo zur Hölle bleibt sie?
Du und dein Gerede! Es funktioniert doch nicht.
-Beruhige dich. -Nein! Jetzt tun wir, was ich sage.
Wir warten jetzt seit 40 Minuten …
Wo ist sie? Der Gottesdienst ist bald vorbei, und dieses Treffen auch.
-Sie wird kommen! -Ich kann sie nicht mehr lange hinhalten.
Das ist Zeitverschwendung.
Der Gottesdienst ist vorbei, und nichts passiert. Wir gehen zurĂĽck.
-Los jetzt, Hanken. Wir gehen! -Liebe Genossen!
Hier stehen wir. Hier treffen wir uns.
Hier treffen wir uns.
Im Verborgenen und in aller Heimlichkeit.
Unter Androhung von Strafen.
Während die da oben in ihren schicken Salons sitzen.
Wo sie eifrig darĂĽber diskutieren,-
-wie sie noch mehr aus dem Berg und aus den Menschen herausquetschen können!
Ich bin nach Sulitjelma gekommen, um einen ganz einfachen GruĂź zu ĂĽberbringen:
Ihr seid nicht allein.
Eine neue Zeit bricht an.
In jedem Dorf und in jeder Stadt in diesem Land.
In Finnland, in Dänemark, in Schweden, im ganzen Norden-
-versammeln sich jetzt mutige Menschen!
Sie haben einen gemeinsamen Traum von einer besseren Zukunft.
Er gibt uns Kraft.
Wir brauchen ihn, und ihr braucht ihn und die Gemeinschaft mehr als je zuvor.
Ganz Skandinavien blickt jetzt auf Sulis.
Was werdet ihr tun?
Den Kopf einziehen?
Still dabei stehen und zusehen, ohne einen Finger zu rĂĽhren?
-Nein! -Wir werden streiken!
Zieht euch zurĂĽck! Ihr sollt euch zurĂĽckziehen.
Was zur Hölle machst du da, Gustav?
Hier ist alles unter Kontrolle.
Was sind das fĂĽr Menschen, die euch hierher gefĂĽhrt haben?
Die Hanken-Bande.
-Das sind Mörder. -Wir sind doch keine Mörder!
Sie haben den Bergmann Konrad Nilsson getötet.
Mörder, die jetzt arrestiert werden-
-und den Behörden übergeben, um ihre gerechte Strafe zu bekommen.
Olof Wenström!
Du bist ein verfluchter LĂĽgner.
-Du lĂĽgst uns direkt ins Gesicht! -Nein.
Ich habe dich unterstĂĽtzt. Aber damit ist jetzt Schluss. Schluss damit!
Du darfst hier drinnen nicht schieĂźen.
-Ruhig! -Heiden! ErschieĂź ihn!
ErschieĂź ihn!
Mieser Verräter!
Sieh mich an!
Du bist nichts, du kommst aus dem Nichts und wirst immer ein Nichts bleiben.
-Wir mĂĽssen sie rausschaffen! -Folgt mir!
-Hier rein! Hier rein! -Warte!
Nicht da lang! Wir mĂĽssen einen anderen Weg nehmen.
-Ich kann nicht gehen. -Jetzt hilf ihm doch!
Wir mĂĽssen hier raus! Wir mĂĽssen alle mitnehmen!
Kommt!
Folge dem Gesang.
Folgt dem Gesang.
Lass mich durch! Weg da!
Wir mĂĽssen umkehren! Die BrĂĽcke ist eingestĂĽrzt! Wir sind eingesperrt!
Folge dem Gesang. Ich komme nach!
Folgt dem Gesang!
Komm her!
-Konrad! -Folge dem Gesang!
Das ist der einzige Ausgang.
-Anna, halt dich an mir fest! -Folgt dem Gesang!
Hier können wir bleiben. Hier sind wir sicher.
Lindstrøm, sing! Es fehlen immer noch Leute.
♫ Und wenn das Blut getrocknet nach des Abends Fest … ♫
Was zur Hölle …?
Aksel! Nils!
Lass sie passieren.
Ich will nur raus.
Na gut.
-Verdammt! Lassen wir sie einfach gehen? -Aksel.
Jetzt ist keine Zeit fürs Töten.
Wir bleiben hier, bis sich um alle gekĂĽmmert ist.
Lindstrøm, sing!
Hilf … Hilf mir.
Gustav, hilf mir.
-Gustav! -Nein, nein! Nicht schlagen.
Gustav, hier lassen wir niemanden zurĂĽck!
-Folge dem Gesang. Geh raus! -Nein! Warte!
-Er blieb dort zurĂĽck. -Nein, er wollte nachkommen.
Johanna! Warte!
-Wartet! -Es ist meine Schuld.
Ich habe euch verraten.
Johanna. Der Junge ist tot.
Konrad.
Alle Mann durchgezählt.
Keine Toten.
Liebe Mutter. Ich schreibe dir mit dem Herzen voller Freude.
Denn eine neue Zeit bricht an.
Zum ersten Mal vereinigen sich alle Arbeiter in Sulis,-
-um einen Ort aufzubauen, wo unsere Familien sicher und frei leben können.
Daher werde ich euch im Sommer hierher holen.
Aber ich komme nicht allein.
Ich habe eine wundervolle Frau gefunden, mit der ich mein Leben teilen möchte.
Bitte pass gut auf dich auf. Und auf meine geliebte Schwester.
Bis wir uns wiedersehen.
Am 13. Januar 1907 versammelten sich 1.300 Arbeiter auf dem Eis des Langavatnet.
Es war das einzige Gelände, das nicht der Minengesellschaft gehörte.
Hier grĂĽndeten sie ihre Gewerkschaft,-
-die sich dem norwegischen Arbeiterverbund anschloss.
Die Ereignisse in Sulitjelma inspirierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber dazu,-
-sich auf das Hauptabkommen von 1935 zu einigen.
Das Fundament des nordischen Wohlfahrtsmodells war erschaffen.
Sulitjelma entwickelte sich zu einem der größten Arbeitsplätze Norwegens.
Es wurde zu einem sicheren Ort fĂĽr Arbeiter und ihre Familien.
♫ Wir sind der Fabriken Frauen und Männer ♫
♫ Wir sind die Vielen von Höfen und aus Dörfern ♫
♫ Wir brechen die Erde mit Hacke und mit Pflug ♫
♫ Wir schwingen die Axt und schlagen Holz im Wald ♫
♫ Wir sind die Tausenden, die das Land erbauen ♫
♫ das uns beim Kampfe ans Herz gewachsen ist ♫
♫ Wir tragen es voran in Not und in Armut ♫
♫ Jetzt bauen wir die neue Zeit ♫
♫ Hör auf des Rades wirbelnden Lauf ♫
♫ Hör auf der Arbeit jubelnden Gesang ♫
♫ Höre, Norwegen! Höre die erlösenden Worte: ♫
♫ Arbeit und Wohlstand für alle auf der Welt! ♫
Ăśbersetzung: filmtiger
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