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[ruhige Musik]
Was machen Sie denn da, Burmeister?
Vielleicht mache ich aus dem Fall einen Lehrfilm.
-Erst mal Material sammeln. -Lassen Sie mich raus.
Hier drinnen haben wir die Überreste von Cornelia Kessler gefunden,
in Salzsäure aufgelöst.
Eindeutig zu erkennen war der Rumpf mit weiblicher Brust,
ein Schulterblatt mit dranhängender Oberarmkugel,
der linke Arm mit darauf liegender rechter Hand…
Was machen Sie eigentlich mit dem Fass, wenn Sie fertig sind?
Keine Ahnung. Brauchen Sie eins für den Garten?
Äh, ganz sicher nicht.
[unheilvolle Titelmusik]
[coole Retro-Titelmusik]
Das ist nicht Ihr Ernst, Burmeister, oder?
Wieso zeigen Sie mir das?
Ich find's lustig.
Für die jungen Leute muss man das Ganze ein bisschen flotter aufziehen.
Das mit den Säuredetails kann man vielleicht weglassen.
Nachdem der Fall geschlossen ist,
hatte ich die Erlaubnis, daraus einen Lehrfilm zu machen.
-Für Polizeischüler. -Ah, verstehe.
Ich konnte ja nicht alles filmen,
während wir gearbeitet haben.
Also brauchen Sie jetzt unsere Hilfe?
Ich hatte schon beim ersten Prozess das Gefühl,
dass es Doormann um Macht und Geld geht.
Raik Doormann besitzt kein Mitgefühl.
[Nela] Er imitiert soziales Verhalten.
Die Gerichtsmedizin wird bald mit der Beweissicherung fertig sein
und dann haben wir genug, um eine Mordanklage auf die Beine zu stellen.
Es könnte sich positiv auf Ihr Urteil auswirken,
wenn Sie endlich mit uns kooperieren.
Das ist gut.
Gut, dass die Gerichtsmedizin so sorgfältig arbeitet.
Dann werden die rausfinden, dass Cornelia bei einem Umfall gestorben ist.
Ich habe die nicht umgebracht. Das wird medial vollkommen falsch dargestellt.
Die Aktion mit dem Presslufthammer im Bunker
und die Ausgrabung des Fasses in Basedow waren erst der Anfang.
Herr Doormann, ich werde ihre Häuser und Grundstücke dem Erdboden gleichmachen,
wenn Sie nicht reden.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie das nicht dürfen.
Das wird schön.
Das wird richtig gut.
-Wie groß war Irmgard Lübke? -[Balbek] 1,63.
-Das lässt sich nicht gut verstecken. -Nee.
Ich werde nicht nur ein Fass suchen.
Ich werde jede Wand, jede Treppenstufe aufbrechen,
jeden Ziegel umdrehen, bis ich einen Teil von ihr gefunden habe.
[Raik] Das glaube ich nicht.
-Das kann nicht rechtens sein. -Ich fürchte schon.
Der Fund von Cornelia Kessler hat alles verändert.
Jede Betonschicht wird aufgebrochen und kleingehackt,
bis die Krümel feiner sind als der Sand in Costa Rica.
Auf geht's. Wir haben viel zu tun.
Ich muss mich für die unangemessene Freude meiner Kollegin
über die Zerstörung deines Eigentums entschuldigen, es tut mir leid.
[Raik prustet]
Ich kann dich verstehen.
Bin selber am Abzahlen, aber mein Sohn soll das Haus bekommen.
Man will seinen Kindern was hinterlassen, oder?
Wie kann ich verhindern, dass sie mir das Haus kurz und klein hackt?
Die glaubt mir sowieso nicht, dass ich die Irmgard da nicht versteckt habe.
Du zeigst uns, wo Irmgard liegt.
Für den materiellen Schaden wirst du aufkommen müssen.
Ob sie jetzt was finden oder nicht, aber…
wenn da Spuren von irgendwas sind,
dann hoffe ich für deinen Sohn,
dass unsere Kollegen schnell fündig werden.
[leises Dröhnen]
Das war ein ganz tragischer Unfall.
Ja, das bereden wir, wenn wir sie gefunden haben.
[angespannte Musik]
Gib mir mal deinen Stift.
Also, das hier ist der Garten.
Hier ist die Grenze zum Nachbarn. Da ist der Bunker.
Hier ist der Lüftungsschacht. Und da…
Ein Fass.
Also hinter dem Abluftschacht des Bunkers im Garten war der Ort,
an dem Raik Doormann Irmgard Lübke vergraben hatte.
Als dann das zweite Fass in die Gerichtsmedizin gebracht wurde,
war das ein sehr unangenehmes Gefühl.
[Polke] Das wird fisselig.
Kommen Sie zum Sommerfest? Wir machen eine große Sause auf unserem Bauernhof.
Sprechen wir später darüber?
Es ist unpassend, eine Feier zu besprechen, die nächstes Jahr ist.
Was bedeutet denn fisselig?
Wenn Irmgard Lübke da drin ist,
hatte die Säure zwei Jahre mehr, ihre Arbeit zu erledigen.
[spannungsvolle Musik]
Das wichtigste Werkzeug eines Goldwäschers ist seine Pfanne.
Darin wird das Gold gewaschen
und von der Erde, beziehungsweise hier von der Säure, getrennt.
Sie hat einen Durchmesser von 35 bis 45 Zentimetern
und besteht heute aus dunklem Metall, damit man das Gold besser erkennen kann.
Sie hat an der Innenseite Rillen,
die das Waschen erleichtern und eine höhere Ausbeute ermöglichen,
da das Gold in den Rillen hängen bleiben kann.
Tja, und so habe ich einen Fingernagel gefunden.
Und Kollege Kerber sogar einen Goldzahn.
Wenn der Zersetzungsgrad einer Leiche schon so weit fortgeschritten ist,
dann lassen sich viele Faktoren nicht mehr genau bestimmen.
Daher ist die Aussage des Verdächtigen zum Tatvorgang umso wichtiger.
Am besten ist, wenn er ein Geständnis abgibt.
Ja, das Irmchen, das war ja eine ganz Liebe.
Die war viel zu weich für den Ludwig.
Ich habe die gut kennengelernt, als ich bei dem alten Teufel gearbeitet habe.
Das war kein guter Mensch.
Der war tyrannisch, der war egoistisch, geizig.
Das war ein Mann ohne Mitgefühl.
Her Lübke hat ausgesagt, dass Sie bei Ihrer Meisterprüfung betrogen
und sich den Titel nur mithilfe Ihrer Mutter erschlichen haben
und dass Sie der Zunft unwürdig wären.
Das meine ich ja, das war ein bösartiger Mensch.
Ja, ich habe mir alles hart erarbeitet.
Ich habe nichts geschenkt bekommen.
Und genau wegen so was wollte das Irmchen weg von dem.
Und das mit dem Betrügen, ich meine, das waren ja nur Unterstellungen.
Der hat mich nicht gemocht und hat mich bei der Prüfung durchrasseln lassen.
Aber gut.
Schnee von gestern. Ich habe mit dem Mann meinen Frieden gemacht.
Später hat er mich dann zu dem Testessen von dem Kürschnerball eingeladen.
Das hätte er ja nicht gemacht, wenn ich damals wirklich betrogen hätte.
Aber das Irmchen wollte ihn verlassen, die hat das nicht mehr ausgehalten.
Ich musste die immer trösten. Die hat geweint.
Die hat gesagt:
"Du, der ist nie zu Hause. Immer am Arbeiten. Der tyrannisiert mich."
Das war ja keine Ehe, verstehen Sie?
Nein, ich verstehe nicht.
Sie haben sie ermordet, zersägt und in ein Säurefass gesteckt.
Ach, guter Mann. Ich habe die doch nicht ermordet.
Ich wollte der Hoffnung geben.
Die kam einfach so in meinen Laden…
[Irmgard] Hallo, Raik.
[Raik] …und brach in Tränen aus.
Die hat geheult. Mann, hat die geheult.
Ja, und ich habe sie getröstet.
Ich habe ihr geraten, sie soll dem Alten mal einen Denkzettel verpassen.
Ich habe gesagt, sie muss ein Zeichen setzen.
Damit der kapiert, dass es ihr ernst ist.
Ja… Und dann hat sie ihn verlassen.
Und ist bei einer Freundin untergetaucht.
Wie war der Name der Freundin?
Das habe ich vergessen.
Aber jedenfalls hat sie ihre Sachen aus Platzgründen bei mir untergestellt.
Eine Woche später wollte sie dann wieder zu ihm zurück
und ist deshalb mit ihrem Hund bei mir vorbeigekommen.
Ich habe nicht aufgepasst, und die Haustür, die stand noch offen.
Und der Donald ist einfach auf die Straße gelaufen.
[Reifenquietschen]
Ja, und da hat der Lastwagen den plattgefahren.
Ich war geschockt.
Aber die Irmgard, die ist vollkommen durchgedreht. Die war hysterisch.
Und die wollte unbedingt versuchen, ihn zu retten, den Donald.
Im Keller hatte ich eine metallene Wanne stehen, um die Pelze zu reinigen.
Die Irmgard, die wollte darin den Donald sauber machen.
Ich habe noch gerufen…
Pass auf, die Treppe ist rutschig!
[Poltern und Scheppern]
Die stand total unter Schock, die hat mich gar nicht mehr gehört.
Und als ich dann die Treppe runter bin…
lag sie da.
Ganz verdreht war sie.
Da hatte ich schon ein schlechtes Gefühl.
Als ihr dann das Blut von den Ohren lief und aus der Nase, da wusste ich:
Das war's jetzt.
Ja, was sollte ich tun? Ich hatte Angst.
Wer hätte mir denn geglaubt?
Für das Geschäft, ich meine, nicht auszudenken.
Das war ein Skandal.
Und meine Mutter… Ja, die hätte mich enterbt.
Ich stand vor dem Nichts.
Alles, wofür ich so hart gearbeitet hatte.
Und ich wollte nicht alles verlieren.
[er atmet schwer]
[er ächzt und stöhnt]
[düster schwelendes Dröhnen]
[er inhaliert Sauerstoff]
So war's.
[Nela] Dieser Unsinn macht einen mürbe.
Die Verhöre, durch die wir uns wie durch einen Dschungel durchschlagen mussten.
Ich finde es erstaunlich.
Wie jemand sich in solch einer Taktung immer wieder neue Geschichten ausdenkt
und es schafft, Zeit zu schinden.
Und uns nötigt, permanent diesen Unsinn zu widerlegen.
-Ich habe die nicht umgebracht. -[Burmeister] Gut.
-Wie ist Cornelia zu Tode gekommen? -Das war ein Unfall.
Das ist beim Oralsex passiert, zusammen mit Pablo Fernandez.
Wir drei waren in der Sauna.
Die Cornelia hat, glaube ich, einen Kreislaufzusammenbruch bekommen
wegen der Drogen.
-Wer ist Pablo Fernandez? -[Balbek] Was für Drogen?
Pablo Fernandez ist ein Arzt aus Südamerika.
Der hat mir mal ermöglicht, bei einem Voodoo-Ritual dabei zu sein.
Und der wollte unglaublich gern eine blonde deutsche Frau kennenlernen.
Ich habe ihm Cornelia vorgestellt, als er mich mal besucht hat in Hamburg.
Und die beiden mochten sich sofort.
Die haben sich auch immer wieder getroffen,
wenn der Pablo auf Geschäftsreise in Europa war.
Und der war auch mit in Zürich,
als wir die Konten eröffnet haben.
Da sind wir mit dem Dampfer über den See und haben gegessen.
Und der Pablo…
Der war unglaublich verliebt in die Cornelia.
Der konnte die gar nicht mehr loslassen.
Und da hat er der heimlich so eine Kräuterdroge verabreicht, ja.
So eine…
Na ja, so ein Zeug, was Frauen vollkommen willenlos macht.
Wie hieß das noch?
Burundanga. Genau, Burundanga.
Ja, und dann wollte die Cornelia mit dem Pablo zusammen nach Südamerika.
Und da haben die ihre Sachen bei mir in der Garage gelagert.
Die sollten dann später übersiedeln.
Da haben wir dann die Postkarten geschrieben.
Cornelia wollte ihre Mutter nicht mehr sehen.
Auf jeden Fall haben wir uns danach noch mal getroffen.
Und der Pablo… Der hat die Cornelia die ganze Zeit über
mit diesem Burundanga versorgt.
Und dann waren wir zu dritt in Basedow in der Sauna und hatten dort Sex.
Und der Pablo…
Ja, der ist unglaublich gut bestückt und der redet gern dreckig auf Spanisch.
Und der Cornelia, der hat das gefallen.
Ja, und da hat die sich die…
die Arme hinter dem Rücken festhalten lassen
und Pablo sein langes Ding ihr in den Mund.
Und ich habe sie geleckt.
Habe die oral befriedigt und dabei ist die unglaublich gut gekommen.
Das war geil.
Und beim Orgasmus hat die plötzlich angefangen zu zittern
und dann ist sie seitlich so weggesackt.
Ich wollte natürlich helfen, ist doch klar.
Ja, aber ich habe irgendwie…
die totale Panik bekommen.
Und dann hat mir der Pablo so ein Beruhigungsmittel gegeben.
Und von da an weiß ich nichts mehr.
Ist ein Ding, oder?
[Nela] Es sind keine Unfälle.
Raik Doormann kreiert bewusst Szenarien, bei denen Menschen zu Schaden kommen.
Er weiß genau, was er tut.
Und ich muss auch der Theorie der Kollegen widersprechen.
Ich kenne viele Personen, mich selbst mit eingeschlossen,
die eine schwierige Kindheit hatten und nicht zum Mörder geworden sind.
Also, solche Theorien sind meiner Meinung nach haltlos.
Auch wenn sie natürlich tröstlich wären, dann hätte man wenigstens einen Ansatz.
Also irgendwas, wonach man schauen könnte.
[verhaltene Streichmusik]
[Elke] Der kommt aber nicht wieder raus, oder?
Ich glaube nicht.
Es wird zwar nur ein Indizienprozess, aber die sind einfach zu erdrückend.
Es hätte uns das Leben leichter gemacht, wenn er gestanden hätte.
[Elke] Schön wär's.
Dachte ich mir aber schon.
Nach dem, was er damals in der Verhandlung alles erzählt hat.
Du kannst das wegbringen.
Sie haben doch was auf dem Herzen, Nela.
-Ludwig? -Ja?
Was mich mal interessieren würde…
Warum haben Sie ihn zu diesem Testessen für den Kürschnerball eingeladen?
Ich meine, ich lade mir nur Gäste ein, die ich auch mag.
Raik war gar nicht eingeladen.
Aber Elisabeth, also Raiks Mutter, die hat den einfach mitgebracht.
Elisabeth, schön, dass du da bist.
[Lübke] Elisabeth Doormann war damals sehr angesehen in unserem Berufszweig.
Und eine gute Freundin.
Nur ihr zuliebe habe ich Raik überhaupt im Geschäft aufgenommen
und ausgebildet, aber…
Leider hatte der nicht ihr Format.
Ich hoffe, es ist kein Problem.
Die Einladung für Raik zum Ball ist auch noch nicht eingetroffen.
[Lübke] Elisabeth war ehrgeizig, klug…
Heute würde man wahrscheinlich sagen…
-Emanzipiert? -Ema… Ja, ja, na ja.
Sie hat den Pelzladen von ihrer Mutter übernommen
und ihn zu einem der größten und erfolgreichsten hier gemacht.
Willst du dich zurückziehen?
Ach, ich bin ja nicht aus der Welt, Ludwig.
Aber es ist an der Zeit. Raik trägt dann den guten Namen meiner Familie weiter.
Ich habe diese Essen sehr oft ausgerichtet und ich kann sagen…
Das war immer ein sehr teurer Spaß und eine ernste Angelegenheit.
Also von Helsinki bin ich mal nach Oslo geflogen.
Aber da waren die Geschäfte und auch dieses Pelz-Angebot nicht so…
Nicht so gut? Ja, aber Helsinki ist wirklich sehr speziell.
-[Lübke] Ja? -Schön, dass du da bist, Elisabeth.
-Bitte. -Danke.
Und schau, welch schöne Überraschung, Raik.
-Hallo. -Hallo.
Hallo, meine Lieben.
Wie schön, dass wir jetzt alle hier versammelt sind.
Ich hoffe, uns erwartet ein schöner Abend.
Und wenn irgendetwas nicht so ist, wie es sein sollte,
dann bitte, sagt Bescheid.
Wir wollen ja schließlich, dass nächsten Monat alles perfekt läuft.
-Auf einen schönen Abend. -Auf einen schönen Abend.
-Und bitte setzt euch. -Elisabeth, bitte, zu meiner Rechten.
[Lübke] Setz dich.
-Er kann sich auf meinen Platz setzen. -Nein, das möchte ich nicht.
Ich kümmere mich drum. Unterhalte du unsere Gäste.
Das wird schon. Hab viel Spaß.
So, meine Lieben. Nochmals herzlich willkommen.
Ich begrüße euch ganz herzlich zum diesjährigen Testessen
in Vorbereitung auf unseren großen Kürschnerball.
Wie meine Irmgard schon sagte,
freuen wir uns im Nachgang über Verbesserungsvorschläge, Anregungen.
Also, keine Scheu.
Aber jetzt zum Kulinarischen. Ihr seid nicht gekommen, um mich reden zu hören.
Sondern um das Menü zu kosten,
das uns in diesem Jahr von François Vandenblom kreiert wurde.
[jazzige Dinnermusik]
[munteres Stimmengewirr]
Meine Güte, du übertriffst dich ja schon wieder.
[Lübke] Danke schön.
Als Amuse-Bouche: Tatar und Wachtelei auf leicht geröstetem Sauerteigbrot,
serviert im Kräuternest.
Die handverlesenen Kräuter beziehen wir aus Umbrien.
[Gäste staunen]
Eine Spinatsuppe mit Milchschaum und weißem Alba Trüffel.
Der Tellerboden ist mit Blattgold ausgelegt,
als Hommage an die pelztragenden Goldsucher damals in Alaska.
-Mmh. -Danke schön.
-[Frau] Guten Appetit. -Na dann. Guten Appetit.
[Lübke] Prost, zum Wohl. Elisabeth, es ist mir eine Freude.
Wir servieren einen Steinbutt im Spitzkohlblatt
auf Rotweinbutter mit Schalotten.
-[Irmgard] Hervorragend. -[Lübke] Ja, wirklich.
Ihr Lieben, den ersten Teil dieses stressigen Abends habt ihr überstanden.
Aber bevor wir uns dem Kaninchenrücken und dem Dessert zuwenden,
da möchte ich euch in den Garten bitten
zu einem Dégustif mit dem Namen "Grüne Witwe".
Und nach dem Dessert
gibt's dann noch viel, viel richtigen Schnaps.
-[Gäste lachen] -[Lübke] Ja? Versprochen.
[Elisabeth] Hör auf, so ein Gesicht zu machen.
Das ist eine geschäftliche Veranstaltung.
Wenn du so weitermachst,
werden die anderen dich nicht auf Augenhöhe akzeptieren.
Also reiß dich zusammen.
Du wartest bei der Bank,
ich spreche mit Ludwig, bevor er betrunken ist, und schicke ihn zu dir.
Und dann bereinigst du die Sache,
denn das ist wirklich lächerlich mit euch.
Nach all den Jahren.
Ludwig ist wichtig, er hat Einfluss.
Du sollst nicht meinen Laden übernehmen und sein Gegner sein. Also kläre das.
Haben wir uns verstanden?
Ja.
Gut.
Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen.
Ich habe Sie immer bewundert.
Wie Sie die Pelze geschnitten haben, die Entwürfe.
Wie leicht Ihnen das von der Hand ging…
Jaja, ist schon gut.
-Du willst dich entschuldigen? -Ja, genau.
Ich wollte mich entschuldigen für damals, für das Missverständnis.
Ich hoffe, wir können die Sache jetzt bereinigen.
Ein Missverständnis war das?
Du hast uns ein fertiges Stück untergejubelt bei der Prüfung.
Das nennst du Missverständnis?
Ich wollte es nur perfekt machen, ich wollte Sie nicht enttäuschen.
-Jetzt bin ich schuld? -Das meine ich nicht.
Was meinst du dann?
Wie soll ich das jetzt sagen?
Denk mal drüber nach.
Ich muss ja wirklich ein furchtbarer Lehrer gewesen sein, oder?
Das sind zwei Einladungen für den Ball.
Dann spare ich mir das Porto.
Ich denke, du bist eine Schande für unseren Berufszweig.
Ich schäme mich dafür, dass du bei mir gearbeitet hast.
Sei froh, dass du so eine gute Mutter hast, die dir den Rücken stärkt.
Verdient hast du es nicht.
[Irmgard] Manchmal ist er halt ein bisschen verbohrt.
Du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen.
Ich hatte einfach gehofft, er würde verstehen,
dass ich es nur gemacht habe, um ihn nicht zu enttäuschen.
Aber du weißt, wie er ist…
mit seiner Arbeit.
Ich wünsche mir selber, dass er weniger arbeiten würde,
nicht so verbissen.
So ist er nun mal, unser lieber Ludwig.
[sie stoßen an]
Vielleicht ist das ja auch der Preis, den man zahlen muss für den Erfolg.
[geheimnisvolle Musik]
Beim Ball gibt es wieder Champagner.
Bah.
-Wollen wir? -Es ist mir eine Ehre.
Ich wünsche euch einen schönen Abend.
Komm gut nach Hause.
Bis nächste Woche.
Jetzt, da Elke in der Küche ist…
Sie sind doch nicht nur gekommen,
um uns mit Ihrer Quiche zu verwöhnen, oder?
Das ist richtig.
Sie haben Irmgard identifiziert.
Darf ich fragen, wie?
Anhand einer Zahnkrone.
Das ist wenig, aber so sicher wie Fingerabdrücke.
Es tut mir so leid, Ludwig.
Ich wollte es Ihnen den ganzen Abend sagen, aber ich…
Jetzt können wir uns um die Beerdigung kümmern
und Irmgard gebührend verabschieden.
Das ist wahr.
Ich muss mich trotzdem entschuldigen.
-Ich war in letzter Zeit oft schwach. -Nein, nein, nicht schwach.
Mitfühlend.
Und das gibt den Menschen in Ihrer Umgebung Kraft.
Wissen Sie, als das zweite Fass gefunden wurde,
da habe ich gewusst, dass Sie Irmgard gefunden haben.
Ja. Ich habe in dieser Nacht von ihr geträumt.
Und wir haben alle Zweifel gemeinsam ausgeräumt.
Sie und Elke waren auch dabei.
Ja, ich weiß, das ist der Traum eines romantischen Narren.
Aber… Aber dieser Narr…
hat beschlossen, dass man auf schöne Träume hören sollte.
Und dass man die Liebe in jeder Sekunde seines Lebens genießen sollte
und feiern sollte.
Die alte und die neue.
Und…
dass man dankbar sein soll.
Hat er es Ihnen doch gesagt?
-Äh, nein, noch nicht. -Was gesagt?
Ludwig hat um meine Hand angehalten und ich habe Ja gesagt.
Ach, das ist ja toll.
-Endlich mal was Schönes. -Ja.
Und ich wollte Sie fragen…
Dich fragen.
Ja, ich wollte dich fragen, ob du meine Trauzeugin…
-Unsere. -…unsere Trauzeugin sein möchtest.
Ohne dich hätten wir das alles nicht durchgestanden.
[nachdenkliche Musik]
-Ähm… -Was sagst du?
Natürlich.
[düstere Musik]
Was denn? Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht?
Das fragst du auch noch?
Ludwig hat mir erzählt, was damals bei der Prüfung wirklich passiert ist.
-Du hast betrogen. -Ich…
Und mir hast du erzählt, es sei nur ein Missverständnis.
Ich habe dir doch gesagt, dass der Alte mich auf dem Kieker hat.
Wenn du mich noch einmal anlügst, dann war es das mit dem Laden.
Mich so zu demütigen.
Du bist eine Schande.
Elisabeth, im Wohnzimmer wird nicht geraucht.
Och, Liebes,
lass einer alten Frau doch ihre letzte Freude.
Ich will die Scheidung von deinem Sohn.
Ja, das kann ich gut verstehen.
Wer weiß, was noch alles ans Licht kommt?
Ich bin mir sicher, dass diese Entführung von Frau Berger
nicht der einzige Mist ist, den er veranstaltet hat.
Weißt du, Elisabeth, das will ich alles gar nicht wissen.
Wir beide hatten ja nie viel miteinander zu tun,
aber aus Respekt und Mischa wegen
wollte ich dich über meine Entscheidung informieren, mehr nicht.
Danke, das weiß ich sehr zu schätzen.
Ich dachte mir so etwas schon.
Die Karten lagen schlecht für Raik. Ich wusste, da kommt noch was.
Und das ist noch nicht zu Ende.
Und deshalb würde ich gerne Mischa die Karten legen,
um sicherzugehen, dass ihm nichts passiert.
Auf keinen Fall will ich,
dass er auch anfängt, an diesen Hokuspokus zu glauben.
Willst du denn nicht wissen, wie es um seine Zukunft bestellt ist?
Du hast hoffentlich dafür gesorgt,
dass Raik die Häuser auf Mischa überschreibt,
damit ihr abgesichert seid, wenn Raik weg ist.
Ja, ja, das… Das mache ich zusammen mit den Scheidungspapieren.
-Gut. Dann musst du wissen, wie es… -Nein! Elisabeth!
Keine Kartenlegerei.
Hier. Du kannst ihm gerne sein Stofftier bringen.
Du kannst ihn trösten und eine gute Oma sein.
Aber die Karten…
Die bleiben hier.
Gut.
Auf deine Verantwortung.
Ich bin ja schließlich nicht seine Mutter.
Genau.
Danke.
[Elisabeth] Ich habe mit deinem Vater oft zusammen die Sterne beobachtet.
Weißt du, welcher sein Lieblingsplanet war?
Ich glaube, der Jupiter.
Ja, genau. Weißt du auch, warum?
Weil er der größte Planet in unserem Sonnensystem ist.
Er hält mit seinem Kraftfeld über 69 Monde um sich gefangen.
Und sein riesiges rotes Auge wacht über uns.
Ein Planet kann doch nicht gucken, Oma.
Doch, dieser schon.
Hat Papa auch gesagt.
Aber Mama sagt,
dass der rote Fleck nur ein riesig großer Sturm ist
und eines Tages verschwinden wird.
[sie schnaubt] So, hat sie das gesagt?
Ich habe mit deinem Vater zusammen oft den Sternenhimmel beobachtet.
Die Energie der Sterne und Planeten beeinflusst uns seit Jahrmillionen.
Und die größten Planeten haben den stärksten Einfluss.
-Und wer ist der größte, Mama? -Das ist der Jupiter.
Der hat sogar ein rotes Auge.
Das alleine ist schon anderthalbmal so groß wie die Erde.
Dann kann der uns doch besser sehen. Den mag ich.
Dann kann der immer gucken, dass dir nichts passiert.
[ominöse Musik]
[Carmen] Ich würde dich jetzt so gerne ficken, das glaubst du gar nicht.
Das holen wir alles bald nach.
In unserem Haus in Costa Rica
kannst du es mir den ganzen Tag besorgen, so hart du willst.
Versprichst du mir das?
Raik, ich nehme dich beim Wort. Egal, wie lang es dauert.
Du wirst nicht mehr lange warten müssen.
Die haben nichts außer Indizien.
Keinen einzigen Beweis, weil es keine Beweise gibt.
Das waren einfach nur Unfälle.
Ich hoffe, du hast recht.
Du kennst die Typen ja. Die machen dich noch zum Sündenbock.
Die Sterne stehen gut.
Ich habe gestern noch mal das Horoskop befragt. Das wird schon.
Ich habe auch eine Idee, wo wir deine Werkstatt für die Fliesen aufbauen.
Ich habe die Schleifmaschine schon nach…
Raik, versprich mir, dass alles gut wird.
Alles wird gut.
Ich verspreche es dir.
[düster dröhnende Musik]
[Mann, leise] Lass dich bloß nicht fertigmachen!
[Mann 2] Fick sie alle, Raik.
[Männer] Raik! Raik! Raik! Raik!
[Jubelrufe]
[Mann 3] Digga, du schaffst das, die können dir gar nichts!
[Mann 4] Versenk die Ärsche in deinen Fässern!
[Mann 5] Gott wird dich richten!
Du wirst in der Hölle schmoren! Du alter Drecksack!
Solange es da schön warm ist und nicht so Schietwetter wie hier, gerne!
[Erzähler] Nach einem Prozess von mehr als 17 Monaten und fast 200 Zeugen
wurde Raik Doormann wegen versuchten schweren Raubes,
Freiheitsberaubung, erpresserischen Menschenraubes,
sowie zweifachen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe
mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.
Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest.
Raik Doormann ist bis heute in Haft.
[nachdenkliche Musik]
[Erzähler] Heinz Balbek blieb bis zu seiner Pensionierung beim LKA
und mit Nela Langenbeck freundschaftlich verbunden.
Jens Burmeister machte eine Fortbildung beim FBI
und später eine Bilderbuch-Karriere.
Er stellte tatsächlich einen Lehrfilm über den Fall Raik Doormann her,
der bis heute fester Bestandteil der Ausbildung des LKA ist.
[Polke] Mir brennen immer noch die Schleimhäute von der Säure.
Den Gestank aus der Verbindung mit dem zersetzten Gewebe,
den kriege ich dieses Jahr bestimmt nicht mehr aus meinem Riechkolben.
Ich bin so froh, dass der Fall für uns endlich erledigt ist.
Ich freue mich schon so auf einen ordentlichen T-Schnitt.
Und dann gute, kräftige Muskeln und Fasern
und frische Organe, die man wieder richtig anfassen kann.
Was machen wir eigentlich mit den Dingern hier?
[ruhige Musik]
[Erzähler] Margot Kessler konnte endlich Frieden schließen
und fand einen Platz, zu dem sie ihre Tochter tragen konnte.
Ludwig Lübke und Elke Berger heirateten.
Nela Langenbeck war ihre Trauzeugin.
Ein Jahr nach der Hochzeit verstarb Ludwig Lübke.
Der Fall Doormann blieb Nela Langenbecks einziger Fall in der Mordkommission.
Sie wechselte das Dezernat und ermittelte fortan
bis zu ihrer Pensionierung intern.
Nela Langenbeck blieb Elke Berger, Ludwig Lübke und Margot Kessler
ihr Leben lang verbunden.
2018 starb Nela Langenbeck nach schwerer Krankheit.
Schön, dass Sie hier waren.
Sie sind hier immer herzlich willkommen, Frau Langenbeck.
Danke, Dr. Polke. Es war eine schöne Feier.
Es ist schön friedlich hier.
Ich muss den Stall ausmisten,
sonst ist es mit der Friedlichkeit bei den Kühen schnell vorbei.
Aber…
bleiben Sie, so lange Sie wollen.
[nachdenkliche Musik]
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