All language subtitles for German.Crime.Story.Gefesselt.S01E05.GERMAN.1080P.WEB.H264-WAYNE

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Original subtitles

[düster dröhnende Musik]

[Musik wird bedrohlicher]

[entfernte Stimme]

[Balbek] Wir haben Porträts, Fotos, Blanko-Postkarten,

Kurzfilme, Kassette, Schmuck, Merkblatt für Auswanderer.

Mit diesem Fund kann man arbeiten.

[Tillich] Sehr gute Arbeit, Kollegen.

War ein bisschen Glück dabei, aber Glück gehört auch dazu.

Jetzt können wir endlich auch offiziell eine Soko einrichten.

Ehre, wem Ehre gebührt.

Obwohl alle Ermittler sehr gut gearbeitet haben,

kann natürlich nur einer die Ermittlungen leiten.

Und das ist natürlich, wie immer, der Dienstälteste.

Wie sagt man so schön: Balbek, übernehmen Sie.

[Klopfen auf Tisch]

[Balbek] Danke, Kollegen, für euer Vertrauen.

Was ich noch zu sagen habe…

[unheilvolle Titelmusik]

[spannungsvolle Musik]

[Selbstauslöser piepst]

Das ist ein schöner Schnappschuss. Gruppenbild mit Dame.

Wie dieser Konsalik-Roman.

-Böll, Heinrich Böll. -Von mir aus auch Böll.

Hat aber trotzdem was von Vorstand des örtlichen Kegelvereins beim Griechen.

Soll ich noch die künstlerische Gestaltung loben?

[Burmeister] Das ist eine ernste Sache.

Das ist die Soko, die gegründet wurde,

weil wir glauben, dass ihr Fall ein Mordfall ist.

[Cornelia] Das alles geilt ihn genug auf,

um mir den Knebel aus dem Mund zu nehmen.

Gott sei Dank, die Todesangst lässt etwas nach.

Sie haben Cornelia Kessler gefoltert, gequält, physisch und psychisch.

Und am Ende?

Und am Ende?

Am Ende, was?

Das ist doch Quatsch. Das ist nicht echt.

Da haben wir zusammen Spaß gemacht.

Ich hatte so einen dänischen Erotikroman,

und den fand die Cornelia genauso super wie ich.

Und dann haben wir uns hochgeschaukelt.

Auch sexuell.

Das hat ihr gefallen.

Die Krönung war dann am Schluss die Kassette.

Ja, das, was sie da sagt, stand genauso in dem Buch drin.

-Wie ist der Buchtitel? -[Raik] Das hat lange gedauert.

-Na, endlich. -Der Titel.

[Raik] Der Titel, warte.

Wir müssen reden, über die Pressekonferenz.

Nicht jetzt, später.

[Raik] Der fällt mir nicht ein, ist schon 'ne Weile her.

-Aber es ist ein dänischer Roman? -Ja.

Tillich hat mich nicht auf die Liste für die Pressekonferenz gesetzt.

Was soll das? Wussten Sie davon?

Der ist sauer, sauer er wegen eines Interviews, was Sie gegeben haben…

Und warum nennt dann Cornelia Kessler den deutschen Roman

"Heiße Sextipps für Girls" als Quelle auf der Kassette?

Tut die das?

Ja, dann war das wohl dieses Buch.

Sagen Sie,

wer leitet eigentlich diese Soko hier, sind Sie das?

Balbek.

Wir reden später darüber.

Nela, wollen Sie Ihrem Chef nicht mal ein bisschen Kaffee einschenken?

Diesen dänischen Roman gibt es nicht.

Sie erzählen hier Scheiße, Herr Doormann,

um von der Folter an Cornelia abzulenken.

Also ich hätte gern ganz viel Kaffeesahne, drei Stück Zucker,

und bitte nicht in den Kaffee spucken.

-Obwohl, wenn Sie das machen… -Überspann es nicht.

Ich kann das machen.

Sollten Sie nicht diese Soko leiten, Nela?

Sie haben das doch alles ins Rollen gebracht.

Und voller Fehler.

Sonst würde so ein unschuldiger Mann wie ich hier nicht sitzen.

[Nela] Unschuldig? Ihr Gequatsche…

Die Lügen und Behauptungen, die Sie uns auftischen, werden Sie nicht schützen.

-Ist der Kaffee heiß? -Sehr heiß.

Wenn ich hier bald rauskomme,

würde ich Sie gerne privat treffen, Nela.

[Burmeister] Frau Langenbeck, bitte.

[seufzend] Das ist wirklich sehr heiß.

Wo sind die Überreste von Cornelia Kessler?

Cornelia,

die hat so einen reichen Schweizer kennengelernt

und ist mit dem nach Südamerika gegangen.

Vermutlich liegt die jetzt am weißen Sandstrand

und ist brauner als die Hühner beim Wienerwald.

Sagen Sie, wie soll ich da jetzt den Zucker und die Milch reinkriegen?

[Balbek] Jetzt reicht's.

[Raik] Wieso? Ist doch nur Zucker.

Süße Tränen.

Wissen Sie, alles, was ich mit Cornelia gemacht habe,

das hat ihr sehr gefallen.

Sie hat auch nur süße Tränen geweint.

[nachdenkliche Musik]

[alle singen] ♪ Happy birthday to you ♪

♪ Happy birthday to you ♪

♪ Happy birthday, lieber Balbek ♪

♪ Happy birthday to you ♪♪

[Jubel, sphärische Musik]

[Burmeister] Auf dich!

Prost.

Und wehe, das Beweisstück landet bei meiner Frau.

[Balbek] Zeig mal her.

[Tillich] Am Ende sind wir alle schuldig, ne?

Aber ich kann dann immerhin sagen,

dass ich für teuer Geld Dr. Polke beauftragt habe,

bei seinem Schweinebauern dieses herrliche Fleisch zu beziehen.

Der Honig der Kriminalpolizei.

Frau Langenbeck, wollen wir mit Ihrem Mettbrötchen auf den Kollegen anstoßen?

Oder sind Sie… Wie heißt das?

-Vegetarier? -Lassen Sie mich in Ruhe.

[Tillich] Sie blasen schon die ganze Woche Trübsal.

Sehnsucht nach Ihrer alten Dienststelle?

Wenn es Ihnen bei uns nicht gefällt, können Sie sich versetzen lassen.

Das würde Ihnen gefallen, Problem gelöst.

Was ist denn das Problem? Dass Sie diese Soko hier nicht leiten?

Sie und Burmeister sind die Neuen.

Sie würden diese Soko nicht mal leiten, wenn Sie Jack the Ripper…

Was mache ich denn hier? Kaffee kochen und Berichte schreiben.

So, Frau Langenbeck,

erst mal kochen Sie viel besser Kaffee als all ihre Kollegen.

Lustig. Zweitens?

Es war doch abgesprochen, dass keine Frau

einen möglichen Sexualstraftäter befragt.

Ich habe bei der Sitte gelernt, wie man mit solchen Lügnern spricht.

Das hier ist nicht die Sitte.

Wenn Sie im Stehen pissen wollen, können Sie das zu Hause gerne versuchen.

Aber hier halten Sie sich bitte an die Vorgaben, ja?

Warum haben Sie mich nicht auf die Liste für die Pressekonferenz gesetzt?

Sie hatten schon genug Presse.

Wegen der Hanseatischen Abendzeitung? Ernsthaft?

Eine Frau im Alleingang.

Eine Frau entwickelt die Mordtheorie

gegen den Widerstand ihrer männlichen Kollegen.

Ist das Teamarbeit?

-Was daran ist nicht die Wahrheit? -Sie wollen sich wichtigmachen.

Im schlimmsten Fall wollen Sie einen feministischen Kleinkrieg anzetteln,

aber es geht nicht um Sie.

Ich will den Fall lösen, an den hier niemand geglaubt hat,

und den es nur gibt, weil ich dafür gekämpft habe,

weil ich den Opfern zugehört und weil ich den Opfern geglaubt habe.

Wollen Sie damit sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe?

Darum geht es doch nicht.

Leute, bitte, ich habe Geburtstag. Macht doch mal piano.

Ihr Kollege hat Geburtstag, also essen Sie endlich ihr Scheißmettbrötchen.

Was ich noch sagen wollte:

Wisst ihr eigentlich, warum dieses Mett so besonders ist?

Der Bauer füttert es nur mit natürlichen Zutaten.

Er hat es gestreichelt und ihm einen Namen gegeben.

Ganoven Ede.

Weiß jemand, warum?

-Das ist Eduard Zimmermanns Spitzname. -Richtig.

Weil der Bauer weiß, dass Polke das Schwein kaufen wird

und dass es bei uns im Haus auf irgendeinem Teller landet.

Er ist Profi und weiß, was er tut.

Sein Beruf ist Schweinebauer.

Und um so zu arbeiten, braucht er ein gutes Schwein.

Wir sind die Mordkommission, und damit wir arbeiten können,

brauchen wir eine Leiche.

Also findet endlich die Leiche von Cornelia Kessler

oder sonst wem, der bestenfalls ermordet wurde.

Oder dieser Laden wird schneller dichtgemacht,

als dieses Schwein durch den Fleischwolf gebraucht hat.

Keine Sorge, Chef. Wir werden Cornelia Kessler finden. Bestimmt.

[Telefonklingeln]

Balbek, ja. Ja.

Wiederholen Sie das noch mal. Cornelia Kessler?

Sind sie sicher?

Das ist der Zoll. Cornelia Kessler ist gestern nach Deutschland eingereist.

Mhm. Ja, schicken Sie es rüber. Vielen Dank.

[Telefonklingeln]

[Balbek] Vielleicht sind die Fotos nachher aufschlussreicher.

-[Burmeister] Stimmt… -Gibt's was Neues?

Cornelia, die vermeintliche Cornelia Kessler,

ist nach der Passkontrolle am Flughafen verschwunden.

Kam von Rio über Paris.

Es gibt Fotos einer Überwachungskamera.

Die Kollegen haben sie per Fax geschickt.

Das kann irgendeine Frau sein, die Qualität ist schlecht.

Die Fotos sind mit dem Kurier hierher unterwegs.

Damit gehe ich zu ihrer Mutter.

Wenn die noch lebt, stehen wir wie Deppen da.

Was meinst du?

Doormann muss den Pass in Südamerika verkauft haben.

Alles andere wäre doch irgendwie ironisch.

Hat einer eine Kopfschmerztablette?

Wenn ich Ihnen die Aufnahme gleich zeige…

nehmen Sie sich alle Zeit, die Sie brauchen.

-Ich setze uns noch mal Wasser auf. -Danke, für mich nicht.

Was meinen Sie?

Ist sie es?

Was meinen Sie?

Ist das Ihre Tochter?

Ist das Cornelia?

[dumpfe nachdenkliche Musik]

Lassen Sie sich Zeit.

Ja.

Das ist sie.

Was?

Cornelia lebt.

Cornelia lebt.

[düstere Musik]

[Raik] Gibt es ein schöneres Fleckchen Erde?

Wenn Sie mich schon nicht besuchen wollen, dann besuche ich Sie.

Ich bin diesen Sommer kurz in Hamburg.

Am 17.6. werde ich das Eröffnungsspiel anschauen.

Dann fahre ich in die USA,

um Costa Ricas Mannschaft bei der WM zu unterstützen.

Wollen wir uns nicht am 16.6. treffen und mal reden?

Mit sonnigen Grüßen, Ihr Raik.

[Raik] Danke. Dann machst du immer weiter Bier, ja?

Ich war mal so frei.

Ich hoffe, Sie trinken ein bisschen was mit mir.

Echt jetzt, Nela?

Sie denken, ich hätte Ihr Bier vergiftet oder reingespuckt?

Warum wollten Sie mich treffen?

Ich wollte Ihnen mal zeigen, was alles nicht passiert wäre,

wenn Cornelia und Irmgard nicht wieder aufgetaucht wären.

Ja, vielleicht wäre ich im Gefängnis versauert.

Aber ist ja noch mal gut gegangen.

Schauen Sie mal hier. Das hier, das ist vor unserem Haus in Costa Rica.

Das Baby, das Carmen auf dem Arm trägt, das ist mein Sohn Carlos.

Und die Frau daneben, das ist Juanita,

mit meinem anderen Sohn, Eduardo.

Die Carmen findet das ganz aufregend, dass ich auch andere Frauen schwängere.

Und die alte Frau im Schatten ist Irmgard Lübke.

Lassen Sie mich raten.

Sie hat Kontakt zu Ihnen aufgenommen und ist schon Teil Ihrer großen Familie.

Ganz genau.

Hätte ich Sie in den Knast gebracht,

dann würde jetzt Ihr kostbarer Samen ganz ungenutzt in einer Zelle verdorren.

Mhm. Ich mag das, wenn Sie so schmutzige und dreckige Sachen sagen.

Aber darf ich korrigieren?

Wenn Sie mich nicht unschuldig in den Knast gebracht hätten.

In Costa Rica bin ich jetzt der gute Deutsche.

Der nette Nachbar, den man um jeden Gefallen bitten kann,

der auch die örtliche Fußballjugendmannschaft trainiert,

sehr erfolgreich sogar.

Die haben sogar eine Straße nach mir beim Stadion benannt.

Ja, Gratulation.

Kann ich einen schwarzen Tee haben, mit Zitrone?

Und zwar heißt die "Avenue Raik Doormann".

Wenn man bedenkt,

dass die meisten Straßen dort keinen Namen tragen,

ist das eine besondere Ehre, auch wenn meine Straße schon…

Sollten Sie jetzt nur angeben wollen, dann gehe ich.

Nein, Nela. Ich sorge mich um Sie. Wirklich, ganz ehrlich.

Ich habe mich gefragt, wie es Ihnen wohl geht.

Sie haben die Mordkommission verlassen.

Ich hoffe, das war nicht meine Schuld.

Ich habe die Abteilung gewechselt,

weil ich mich mit meinem Vorgesetzten nicht verstanden habe.

Sie haben ein großes Interview gegeben, ohne Absprache in der Zeitung.

Frau im Alleingang, das mögen Männer nicht, da kriegen die Angst.

Die erste Frau der Mordkommission, und die Männer alle böse.

Lauter böse Schimpfwörter:

Emanze, Feministin, dreckige, kleine Fotze.

Ich habe mir Ihr Interview aufs Gästeklo gehängt.

Ja, kam nicht so gut an.

Meinen Sie, ich bekomme noch meinen Tee?

Oder haben Sie den Kellner geschmiert?

Ehrlich gesagt, ja. Ich habe gedacht, ein paar Bier würden Sie locker machen.

[beide lachen aufgesetzt]

Quatsch.

Das ist eines Ihrer Spielchen.

Kontrolle.

Das ist die faule Nuss.

Die anderen sind Lügen,

Spielchen,

Vorkehrungen,

Widersprüche.

Die Nüsse sollen vertuschen,

dass im Inneren die richtig faule Nuss ist.

Wenn man dann eine so mühsam zerdrückt hat,

kommen schon zwei neue.

Ich bin die faule Nuss?

Sie…

sind sogar giftig.

Ja?

Es gab keine Morde, Nela, und jetzt gibt es auch keine Toten.

Das ist alles nur in Ihrem Kopf.

[hoher Piepton]

[Nela] Sie schenken jetzt mal anständig hier aus, ja!

Außerdem haben Sie eine Ratte im Lokal.

Hey, können Sie mal was sagen?

Kann er nicht.

Schwere Krebserkrankung in der Jugend,

keine Zunge und eine eingeschränkte Hörfähigkeit.

Vielleicht sollte er dann nicht kellnern.

Das sagen ausgerechnet Sie,

die erste Frau im Hamburger Morddezernat?

Sagen Sie,

ist Frau sein eigentlich so ein bisschen so wie behindert sein?

Ich danke den Göttern, dass ich ein Mann bin und im Stehen pinkeln kann.

Nicht im Stehen pissen können, ist eine Behinderung?

Sie wollen was ablenken.

Sie wollen von was ablenken.

Ludwig Lübke. Margot Kessler.

[Irmgard] Lieber Ludwig,

ich habe dich jahrelang gebeten, das Geschäft zu verkaufen,

aber du suchst immer neue Ausreden, um bei deinen Pelzen zu bleiben.

Das wurde mir jetzt im Urlaub erst richtig klar.

Hier geht es mir zum ersten Mal richtig gut. Ich sehe klar.

Ich gebe dir noch eine Möglichkeit.

Benehme dich wie ein Mann.

Laufe nicht gleich zur Polizei, denn die kennt meine Adresse.

[Cornelia] Ich möchte hiermit klarstellen,

dass ich, Cornelia Kessler, nicht vermisst bin.

Ich habe von dem ganzen Bohei, den meine Mutter veranstaltet hat, gehört.

Seitdem Vater tot ist, bin ich ihr Ein und Alles.

Trotzdem steht meine Entscheidung fest.

Ich kann keine Rücksicht auf meine Familie in dieser Sache nehmen.

-Wenn doch alles stimmt? -Was meinen Sie?

Wenn Cornelia Kessler am Leben ist, warum dann nicht auch Irmgard?

Sie ist gegangen, weil ich ihr kein guter Mann war.

Deshalb hat sie mich nicht mehr angerufen.

Ich erdrückte sie, stand ihrem Glück im Weg.

Natürlich meldet sie sich nicht mehr, wegen Elke.

Sie haben Irmgard nicht verraten.

Ich schäme mich so.

Es gibt keinen Grund, sich zu schämen, Frau Kessler.

Doch.

Ich weiß nicht mehr, was schlimmer ist.

Dass sie tot ist oder wenn das alles hier wahr ist.

-[Lübke] Habe ich alles falsch gemacht? -Sie haben nicht alles falsch gemacht.

Sie wüssten nicht, was das bedeutet, welchen Preis man zahlen muss.

Das alles ist ja nur möglich, wenn Irmgard gewaltsam zu Tode gekommen ist.

[Raik] Dass beide noch leben bedeutet, dass eine 'ne schlechte Mutter hatte

und die andere 'nen schlechten Ehemann

und beide abgehauen sind.

Und das bedeutet, dass Sie einem Phantom nachgejagt haben.

Und das bedeutet, dass Sie eine schlechte Polizistin sind.

Du wolltest schon als Kind immer die Heldin spielen. Nicht wahr?

Ich wollte keine Heldin sein. Nicht duzen, Doormann. Nicht duzen.

Warum bist du dann Polizistin geworden?

Ich habe gern Kreuzworträtsel gelöst.

Ich dachte als Kind immer,

wenn eine Straße einen Personennamen hatte,

dass dieser Mensch dann ein besonders guter Mensch gewesen sein muss,

ein guter Mensch im moralischen Sinne.

In meinem Fall ist das ja auch so, aber es ist nicht zwangsläufig so.

Nie hieß eine Straße nach jemandem, der einfach gütig war.

Und das hat die kleine Nela verwirrt, nicht wahr?

Es gibt immer Chaos im Leben.

Man muss manchmal ein bisschen Ordnung reinbringen.

Die Pressekonferenz.

Die lief im Fernsehen, damit die Zuschauer

die Gegenstände aus der Hausdurchsuchung identifizieren konnten.

Ich war wütend, weil ich nicht dabei war.

Es gibt keine Toten mehr, Nela.

Das ist alles Schnee von gestern.

Ich finde dich wirklich ganz bezaubernd.

Komm doch mit mir nach Costa Rica.

Ich habe einen kleinen Film vorbereitet,

der dir zeigt, was dich dort erwartet.

[idyllische Harfenmusik, Vogelzwitschern]

Das ist nicht richtig, ich will die Pressekonferenz sehen.

[Sprecherin] Heute Mittag wurde die Presse um Mithilfe gebeten,

damit die ursprünglichen Besitzerinnen

dieser Stücke ausfindig gemacht werden können.

Denn die Kripo befürchtet,

der Kürschner aus Rahlstedt könnte weitere Frauen auf dem Gewissen haben.

Das Grausame daran,

diesen Schmuck kann die Polizei keiner der bisher vermissten Frauen zuordnen.

Die Kriminalpolizei bittet jetzt um Ihre Mithilfe.

Wer kann Angaben zu diesen Schmuckstücken machen?

Zum Beispiel zu dieser Granatsteinkette oder zu diesem…

Ihre Hinweise können Sie unter der eingeblendeten Telefonnummer abgeben.

[angespannte Musik]

[Nela, leise] Transit-Sonne durchquert erstes Haus.

Ich habe was übersehen.

-Ich war müde… -Ich will die Fernbedienung wieder.

…wütend, ich war voller Selbstzweifel.

Ich werde mir jetzt die Fernbedienung nehmen.

Ich weiß, dass du eine Waffe hast, aber du wirst mir nichts tun.

Vielleicht doch.

[schauriges Messerklirren]

Das sind die Haare von Cornelia Kessler.

-Unmöglich. -Doch.

-Weil das hier ein Traum ist. -Nein.

Das ist kein Traum. Cornelia lebt.

Sie hat mich in Costa Rica besucht.

Siehst du diese Postkarte?

Das da ist Cornelia.

Sie schaffen es nicht, mir einzureden, dass auf diesem Foto Cornelia ist.

Ich liebe dich, Nela.

-Von ganzem Herzen. -[Schnipsen]

Ich wollte Sie nicht wecken, aber Sie haben gebrabbelt, irgendwas von Tee.

Kaffee habe ich gemacht.

Der Kurier war inzwischen da.

Ich muss Ordnung ins Chaos bringen.

-Wie bitte? -Das ist der erste Schritt.

Ist das Ihre Tochter?

Ist das Cornelia?

Ja, das ist sie.

Cornelia lebt.

Nein.

Ist sie nicht.

Sie wünschen sich das.

Aber wenn das wirklich Cornelia wäre,

dann wäre sie längst hier.

Denn Sie sind eine gute Mutter.

Voller Trauer.

[Burmeister] Was ist los?

[nachdenkliche Musik]

[Nela] "Tonne, Säure, Eisen,

Säge, ausheben, Zement."

[Tillich] Das war Ihre Aufgabe.

-Kriegen Sie das in den Griff? -Ich kümmere mich.

Was ist hier los? Was macht die Scheißtonne hier?

-[Nela] Die ist aus Doormanns Garage. -Ich habe auch so eine Regentonne.

Sie verplempern hier Ihre Zeit.

Wir haben eine handschriftliche Notiz gefunden von Doormann,

die darauf hinweist, dass es sich nicht um eine solche Regentonne handelt.

[Burmeister] Bisschen unleserlich, aber sehr aufschlussreich.

"Tonne, Säure, Eisen,

Säge, ausheben, Zement."

Ich denke, dass das ein Hinweis ist, wie Doormann die Leichen entsorgt hat.

Ich auch.

Ja, dann los.

[düster dröhnende Musik]

[spannungsvolle Musik]

Mischa, wir müssen los.

Also…

-Jo, tschüss dann, nicht? -Raik.

Mischa schläft morgen bei einem Freund, und das mit Hannover weißt du.

-Du bist die Woche weg. -Mama, ich komme zu spät!

Mischa, ich komme gleich! Nein, nein, das ist jetzt wieder anders.

Nur morgen, den Rest der Woche arbeite ich von zu Hause.

Jetzt schau nicht so.

Morgen Abend hast du ja noch sturmfrei. Hm?

[seufzend] Ja…

-[Brigitte] Tschüss. -Tschüss.

Ja, der Raik hier.

Ja, ein bisschen früher heute. Und, wie sieht's aus?

Der Jupiter steht im sechsten Haus und die Widder-Mars-Energie verdoppelt sich.

Wieso verdoppelt die sich?

Im Sextil?

Das ist aber ungewöhnlich.

Ja, ja. Ja, ich weiß.

Jupiter und Mars sind rückläufig. Das ist aber ungewöhnlich.

Und das bedeutet?

Extrem hohe innere Spannung und Unfallrisiko?

Na, dann wird's wohl nichts mit Fallschirmspringen, was?

Ja.

Ja, dann Hals- und Beinbruch, ne?

Also, bis morgen. Jup.

Ach du Scheiße.

Ach du Scheiße.

Ach du Scheiße.

[Metalltür knallt, düsteres Dröhnen]

[beklemmende Musik]

[nervenaufreibende Töne]

[Rasierer brummt]

[beklemmende Musik läuft weiter]

[Raik ächzt leise]

[er atmet angestrengt]

[nachdenkliche Musik]

[Musik läuft weiter]

-Moin. -Moin, Dieter.

[spannungsvolle Musik]

-[Nela] Du hast doch geklingelt? -Ja.

Komm, lass uns gehen.

[gedämpft] Vielleicht sollten wir versuchen, mit ihr zu sprechen.

Vergiss es, die hat komplett dichtgemacht.

Ich weiß nicht.

Ganz bestimmt.

Stellen Sie sich vor, wir finden Leichen.

-Wie erklärt man das seinem Sohn? -Irgendwann muss sie das erklären.

Ich würde am liebsten den ganzen Garten ausheben lassen.

Ja, die Hunde hätten anschlagen müssen beim letzten Mal.

Ich weiß. Lassen Sie uns nach Basedow fahren.

[Burmeister] Ja.

[geheimnisvolle Musik]

[Nela] Das Fass kann hier überall sein.

[Burmeister] Ein paar Anhaltspunkte gibt es schon.

[Nela] Aha. Ich bin gespannt.

Ich habe mich schlau gemacht. Wir gehen ja von Säure aus.

Es ist möglich, dass die Säure die Flora nachhaltig verändert hat.

-Wieso haben Sie das nicht eher gesagt? -Da war alles so gleich.

Da gab's keine Stelle, die infrage gekommen wäre.

Aber hier vielleicht.

[Nela] Ich sehe nicht, was Sie meinen.

Sehen Sie nicht, wie das Gras hier… unterschiedlich gewachsen ist?

[Donnergrollen]

-Perfekt. -Der Regen?

Ja.

Bei den Ermittlungsmethoden, über die ich gelesen habe, stand,

dass große Gegenstände im Erdreich den Abfluss des Wassers verändern.

Wir müssen also nur abwarten, beobachten,

und dann haben wir vielleicht gleich zwei Anhaltspunkte.

-Können Sie was Besonderes erkennen? -Ich bin mir nicht ganz sicher.

Aber da rechts vielleicht.

-Das sieht so aus, als ob… -Wir bekommen Besuch.

Sie holen sich ja den Tod.

-Oh, danke, sehr aufmerksam. -Danke.

-Wir sind von der… -Ich weiß, von der Mordkommission.

Ich habe Ihren letzten Auftritt schon mitgekriegt.

Was gibt's da zu sehen?

Wir beobachten, ob es Auffälligkeiten im Erdreich festzustellen gibt.

Haben Sie vielleicht mitbekommen, ob mal der Garten umgegraben wurde?

Ja, das war nicht zu übersehen.

Raik hat ein Loch gegraben, da stand er bis zum Kopf drin.

Das müssen ja fast zwei Meter gewesen sein.

-Ja, könnte hinkommen. -Das konnten die Hunde nicht riechen.

Er wollte wohl einen Kompost unter der Erde anlegen, hat er gesagt.

Das habe ich nicht kapiert.

-Und die Grube, die war hier, richtig? -Nee.

Die war da.

[spannungsgeladene Musik]

[Polizist] Da ist Beton!

-[Nela] Burmeister, weg mit dem Ding. -Das muss dokumentiert werden.

Wir brauchen den Presslufthammer!

[Presslufthammer dröhnt]

[Polizist 2] Ja, sieht gut aus.

-[Burmeister] Ah, danke. -Bitte.

Wir müssen aufpassen, dass der nicht zu schnell arbeitet.

-[Nela] Was? Ich verstehe Sie nicht. -Nicht, dass da was kaputtgeht.

[Burmeister] Unter der Schicht, meine ich.

[ruhige Musik]

[unverständliches Gemurmel]

Mit zehnfachem Zoom, das heißt acht bis 80 Millimeter.

…mit dem Finger machen, also musst du nichts vorne drehen oder so.

Das geht alles da.

Und der Fokus: automatisch.

[Karussell knarzt]

-[Mann] Wir haben es! -[Hund bellt]

[leise Funksprüche]

Den Kran!

[TV-Sprecherin] Nach zwei Stunden, es wurde schon dunkel,

hat der Suchtrupp bereits einen Meter Beton durchbrochen.

Noch war nichts zu sehen.

Fieberhaft wurde weitergesucht.

Nach vier Stunden und noch einmal einem halben Meter Beton

endlich die erste Spur.

Der Mann am Presslufthammer legt einen Eisdeckel frei…

[düsteres Dröhnen überlagert TV]

[Musik ebbt ab]

Hier, auf den Tisch. Vorsichtig, bitte.

Danke, Kollegen.

Frau Langenbeck, da haben Sie ja was ausgegraben.

Ich dachte, Sie freuen sich, Dr. Polke.

Ein übergroßes Überraschungsei, sehr schön.

Wenn das alles vorbei ist, dann kommen Sie mich mal besuchen.

So ein Tag mit den Pferden relativiert zwar nicht alles, aber einiges.

Ich war nie ein Pferdemädchen. Was sehen Sie?

Gute Frage.

Ich fürchte, beim Schauen wird's nicht bleiben.

Es wird übel riechen und alles andere als ein Spaziergang.

Sie wissen Bescheid?

Zunächst müssen wir die Flüssigkeit abpumpen.

Sie müssen nicht dabei sein.

Ich schildere Ihnen später alles haarklein,

und den Bericht gibt's noch obendrauf.

Danke, aber nein.

[düster schwelende Musik]

[Raik] Es war ein Unfall.

Ein ganz…

schrecklicher Unfall.

Ich habe die nicht getötet.

Habe ich nicht.

Es war ein schrecklicher…

ein ganz schrecklicher Unfall.

Ich habe die nicht getötet.

Habe ich nicht.

Das Fass ist mit einer braunschwarzen, amorphen Flüssigkeit gefüllt,

vermutlich Säure.

Weitere Untersuchungen folgen.

An der Oberfläche schwimmen nach dem ersten Sichteindruck

dicke Fettbrocken.

Aus der Flüssigkeit ragt etwas heraus,

das ein menschlicher Torso sein könnte.

[schaurige Musik]

[Polke] Stark deformierte und wahrscheinlich durch Säure zersetzte

und aufgelöste Körperteile.

Zu identifizieren ist ein menschlicher Schädel mit geschorenen Haaren.

Ein weiblicher Torso, abgetrennt,

mit auf dem Rücken fixierten Armen.

Vermutlich Kunststoffseil.

Ein Unterschenkel…

-[Nela] Dr. Polke? -Moment.

…mit deutlich sichtbaren Sägespuren, Untersuchung folgt.

Wir müssen den Tisch wechseln.

Die Säure greift das Metall an.

[nachdenkliche Musik]

[Kessel pfeift, Musik läuft weiter]

[Margot schluchzt]

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