All language subtitles for German.Crime.Story.Gefesselt.S01E04.GERMAN.1080P.WEB.H264-WAYNE

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Original subtitles

-[Raik] Krabbe. -[Ingolf] Sprotte.

Lachs.

-Frikadelle. -Hecht.

Du kannst keinen Hecht als Belag auf'n Fischbrötchen legen.

Extrapunkt für mich. Sieben zu sechs.

Ich hatte schon Hecht aufm Fischbrötchen.

Ich habe einen gefangen beim Eisfischen in Kanada. Und Frikadelle?

-Fischfrikadelle. -Du musst auch Fischfrikadelle sagen.

-Gut. Aber jetzt Wortgruppe ändern. -Pro Wortwiederholung zwei Extrapunkte.

Positive Frauenbezeichnungen.

-Positive? -Ja.

-Heilige. -Mutter.

Suffragette.

Jungfrau.

-Matratze. -Wieso Matratze? Verstehe ich nicht.

Jeder liegt gern mal auf 'ner schönen Matratze.

Schwachsinn. Und Suff-Regatta ist natürlich nichts Positives.

Die heißen Suffragetten,

Frauenrechtlerinnen Anfang des Jahrhunderts.

Historische Emanzen, bleib mir weg.

Mein Punkt. Du kannst auf der Matratze Alice Schwarzers Fischbrötchen lecken.

Da liegt schon deine fette Mutter drauf.

[beide lachen]

[Lied: "Sternenhimmel" von Hubert Kah]

[munterer Popsong]

♪ Mit dir in der Südsee stehen ♪

♪ In den Abendhimmel sehen ♪

♪ Oh, guter Mond am Firmament ♪

♪ Spür, wie meine Sehnsucht brennt ♪

♪ Oh komm Czigan, spiel für uns allein ♪

♪ Die Melodie Brauch ich zum Glücklichsein ♪

♪ Ich seh den Sternenhimmel Sternenhimmel ♪

♪ Sternenhimmel, oh, oh ♪

♪ Ich seh den Sternenhimmel Sternenhimmel ♪

♪ Sternenhimmel, oh… ♪♪

[er pfeift vor sich hin]

[Metalltür knarzt]

[Raik ächzt]

[er pfeift vor sich hin]

[leise] Da.

[Cornelia wimmert]

[unheilvolle Titelmusik, Metalltür wird geschlossen]

[Schreibmaschinentippen]

Warum kommen Sie nicht runter zur Verabschiedung?

Bin ich eingeladen?

Die ganze Abteilung ist eingeladen.

Sie sind da was auf der Spur.

Hätten Sie bei der Besprechung sagen sollen.

Tillich will das einfach nicht. Dann macht es keinen Sinn, zu kämpfen.

Immer der Konfrontation aus dem Weg gehen?

Kein Wunder, dass Sie so schon jung hier sind.

Danke. Aber es ist so, dass ich weiß, welche Kämpfe sich lohnen.

Darf ich mal sehen, was Sie zum Fall haben?

[düstere Musik]

Seien Sie mein Gast.

Kaffee?

Wir müssen mit Ihren Ergebnissen direkt zum Staatsanwalt.

Vorbei an Tillich?

Ja. Vorbei an Tillich.

Ich mache Kaffee.

[Nela] Und was halten Sie von dem Material?

Der Fall ist interessant, ja.

Wir bekommen den Durchsuchungsbeschluss?

Nein.

-Nein? Du hast gesagt… -Ich würde euch den Beschluss geben.

Aber ich habe meinen eigenen Tillich, nur der kann entscheiden.

Frau Langenbeck, sind Sie sicher, dass Ihr Fall Hand und Fuß hat?

Wenn ich uns zu Methusalem reinbringe, war es das.

-Ja. -Wir haben nur einen Versuch.

Ja, ich bin mir sicher.

Ich habe genug für einen begründeten Verdacht.

-Ist das ein Kampf, der sich lohnt? -Ja. Das will ich doch hoffen.

[Raik] Ja, ja, ja, ja!

[Carmen stöhnt, Raik seufzt auf]

Was ist das eigentlich für ein Knast? So mit Damenbesuch?

Das ist der offene Vollzug. Ich habe auch viele Freunde hier.

[Raik seufzt]

Ich will deinen nackten Arsch aber trotzdem wieder im Sand sehen.

Hast du die Flüge gebucht?

Mhm.

Du, ich halte es trotzdem für keine gute Idee, dass wir früher abhauen.

Stell dir mal vor, du willst nach Deutschland zurück,

willst deinen Sohn sehen.

Ich meine, du kommst halt nie wieder zurück.

Aber ich habe hier nichts mehr.

Ich habe keinen Bock,

dass irgendeine von diesen verrückten Frauen mir noch irgendwas anhängt.

Wer weiß, was in deren beknackten Birnen so vor sich geht?

Apropos hängen.

Warum hänge ich eigentlich an diesem Teil, Mister?

Ich hätte da noch eine Kleinigkeit vorbereitet, eine kleine Überraschung,

das wolltest du immer schon mal ausprobieren.

Bau keinen Scheiß, Raik.

-Vertrau mir, Süße. -Nenn mich nicht Süße.

'tschuldigt. Das kam unerwartet. Ich dachte, wir hätten 'ne Chance.

Schon okay, war nicht Ihre Schuld. Noch…

-Spielschulden sind Ehrenschulden. -Haben Sie darum gezockt?

Methusalems Enkelin macht ein Praktikum in der Verwaltung und mir schöne Augen.

Vielleicht sollte ich mal zurückzwinkern.

Dürfte kein Problem sein bei der früh verstaubten Jungfer.

-Moment, das ist schäbig. -Ja, ein bisschen.

Samstag will ich Revanche.

-Haben Sie jetzt einen Moralischen? -Ja, ein bisschen.

Ist das nicht auch Teil unserer Aufgabe?

Nichts Schlechtes tun, der Gerechtigkeit zu helfen?

Was ist los?

Anton macht der Praktikantin Komplimente, das ist nichts Schlechtes.

Der wird ihr nicht die Jungfräulichkeit rauben oder sie in den Keller stecken.

-'tschuldigung. -Was ist Ihre Strategie?

Was machen Sie, wenn der Fall beginnt, Sie zu durchdringen?

Ich weiß, dass meine Haltung nichts zählt.

Ich bearbeite Vorgänge, die ich erledigen muss.

Was ist denn hier der Vorgang?

Wir müssen Beweise finden, um Raik Doormann des Mord…

-Bevor er sich aus dem Staub macht. -Glauben Sie das?

Er würde seine Bewährung riskieren?

Er hat Margot Kessler im Gericht gesehen.

Er kann nicht annehmen,

dass alle bei der Polizei ignorant sind und ihn nicht durchschauen.

So. Bereit, deine Strafe entgegenzunehmen?

[Männer pfeifen]

Das meinst du mit offenem Vollzug?

Ja, Raik, du kleines, dreckiges Ferkel, du.

[Raik räuspert sich]

Okay, aber nicht so viele.

-Der Wärter ist okay. -Er hier?

Du da, hinten rechts.

-Er? -Ja.

Du da, hinten links.

-Der Lange? -Genau.

Und finalmente…

Der ältere Herr vorne rechts. Danke an die anderen, nichts für ungut.

Na los, kommt, raus, raus, raus.

Hier geht's weiter.

[Carmen] Das sind die Spielregeln.

Ihr könnt zuschauen, ihr könnt euch einen runterholen.

-Ja. -Aber mich anfassen ist nicht.

Das darf nur Oberwärter Doormann.

Keine falsche Bescheidenheit, die Herren. Runter mit den Hosen.

Na los, ihr habt gehört, was die Dame gesagt hat.

[Raik] Ja.

Was denken Sie eigentlich, wer Sie sind, hm?

Weil Sie eine Frau sind, können Sie machen, was Sie wollen?

-Wenn ich… -Nein.

Dass Sie Ihre Kollegen hintergehen, war mir klar.

Sonst wären Sie nicht hier. Setzen Sie sich auf Ihren Arsch, Burmeister.

Sie können vielleicht den Staatsanwalt bezirzen,

aber wehe, Sie hintergehen mich noch ein einziges Mal.

Ich rate Ihnen, mit beiden Leichen zurückzukommen.

Ansonsten…

Balbek, Burmeister, ihr bringt jetzt diesen Doormann zur Vernehmung rein

und konfrontiert ihn mit dem,

was Frau Langenbeck dann hoffentlich gefunden hat, ja?

[Nela] Während ich die Durchsuchungen leite,

holt ihr Doormann aus der JVA und lasst euch mit der Befragung Zeit.

[Burmeister] Damit ihn niemand in der JVA informieren kann.

-[Nela] Genau. Dann los. -[Balbek] Kein Problem.

-Burmeister, was ist los? -Wir haben einen Platten.

Meine Ex hat wohl das Werkzeug rausgeräumt,

um mehr Platz für ihre Klamotten zu haben.

Weiber. Ich geh mal rein.

Die müssten ja was da haben.

Zigarette?

Es ist mir egal, was Raik alles gemacht hat.

Diese ganze Sex-Sache, die fand ich eh immer widerlich.

Entschuldigung, können Sie damit vorsichtiger sein? Können Sie Ihren…

Sie sind also sicher, dass Sie keine der Frauen gesehen haben?

Diese Frauen haben ihre Männer verlassen.

Ich bin noch verheiratet und muss Ihnen nichts sagen.

Sie lassen sich doch scheiden.

Warum?

Es ist ihnen also egal, dass Ihr Mann möglicherweise diese Frauen getötet hat?

Nein, natürlich nicht.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie diese Frauen gesund und munter wiedertreffen.

Aber mir ist auch nicht egal, dass Sie das Grundstück meiner Familie zerstören,

dass ich vielleicht meinen Job verliere

und dass mit dem Finger auf meinen Sohn gezeigt wird.

Was glauben Sie, wen ich hier beschütze?

Haben Sie Kinder, Frau Kommissarin?

[Hund bellt]

Klaus hatte mir ja damals die Pazifikseite empfohlen.

Ja, der Don Klaus, der kannte sich aus.

Aber zum Tauchen finde ich ja die Karibik besser.

Wir waren mal in Puerto Viejo de Talamanca auf Schatzsuche.

Da hat er mit meiner Hilfe so einen Zackenbarsch rausgezogen.

So ein Ding war das. Das war einer seiner letzten…

Verdammter Krebs. Solche Typen verdienen es, anders abzutreten.

Der wollte sich mit der Schrotflinte das Hirn wegpusten.

So wie Hemingway.

Aber als ich ihn besucht habe, im Krankenhaus am Ende,

da hat er geschrien wie ein kleines Kind.

[Vogelkreischen]

Was wird das?

Da hinten ist ein Wanderfalke.

Ich versuche, was von seiner Spiritualität einzufangen.

Lass dem Vogel seine Freiheit und sorg dafür, deine eigene wiederzubekommen.

Wenn du uns hilfst, bin ich der Letzte, der dir Costa Rica nicht gönnt.

Ja, ich helfe immer gerne.

Was willst du denn wissen, hm?

-Fertig? -Kurze Pause.

Oder soll ich da helfen, Bubi?

Da geht die Fahrt in drei Minuten weiter.

Geht nicht. Vorschrift. Das ist keine Kaffeefahrt mit Freunden. Nur Beamte.

[angespannte Musik]

[Hund bellt]

-Ein Leichenspürhund. -Und?

Der schlägt nicht ohne Grund an.

-Ich brauche einen Presslufthammer. -Sind Sie verrückt?

Sie können doch nicht mein Haus abreißen.

Doch.

[angespannte Musik läuft weiter]

[Nela] Wie sieht's im Ferienhaus aus?

[Trumpfheller] Nichts Brauchbares.

Nur eine Reihe Einmachgläser mit halb aufgelösten Sachen.

Das eine könnte ein Nacktmull oder so was sein. Was ist denn bei Ihnen los?

Der Leichenspürhund hat angeschlagen. Ich lasse den Boden im Bunker aufmachen.

Das klingt gut. Viel Glück.

Ich melde mich, wenn wir mehr haben.

[Raik] Ich sage: "Ruf deine Mutter an, die sorgt sich bestimmt,

dass du einfach so abgetaucht bist."

Cornelia war nicht gut zu sprechen auf ihre Mutter.

Das Problem sollen ja viele Töchter haben.

Aber warum Cornelia? Worum ging es?

Ach. Na, Lob fürs Reifenwechseln bekommen?

Der Leichenspürhund hat in Ihrem Haus angeschlagen.

-Die sind da? -Sie brechen den Boden auf.

Haben Sie was zu gestehen?

-Der Hund hat im Haus angeschlagen? -Im Bunker.

Also haben Sie die Leiche bei sich zu Hause vergraben.

Wenn ich Leichen vergraben will, gehe ich auf den Friedhof.

Raik, wenn du jetzt kooperierst, wirkt sich das strafmildernd aus.

Ich bin Kürschner, was glaubt ihr, was ich da lagere?

Klar, dass der Hund da durchdreht.

Da sind vergammelte Tierreste, das kann man…

Das kann der Hund unterscheiden.

-Kann er nicht. -Doch.

Glaube ich nicht.

Der Geruch ist auch auf der Matratze im Vorraum.

Das alte Ding habe ich mal gebraucht geschossen bei einer Haushaltsauflösung.

Da ist bestimmt die Oma drauf gestorben.

[Raik] Ach, Frau Langenbeck.

Natürlich sind Sie auch da.

Wahrscheinlich Ihre Initiative, das Ganze hier, nicht wahr?

-Und? -Woher haben Sie die Postkarten?

Die haben mir Freunde mitgebracht von ihren Reisen.

Ich bin Sammler und liebe die Welt.

Sie haben Cornelia Kessler und Irmgard Lübke

diese Karten schreiben lassen und sie verschickt.

Ich… Ich habe gar nichts gemacht.

Das ist alles nur in eurem Kopf. In Ihrem, in Elkes, in Mutter Kesslers.

Eine ist wahnsinnig geworden, weil ihre Tochter nicht mehr mit ihr spricht,

der anderen habe ich vermutlich zu sehr das Hirn rausgevögelt.

Ich meine, was weiß ich.

Machen Sie mal Ihre Arbeit.

Finden Sie die und dann fragen Sie sie.

Und prüfen Sie mal die Stempel auf den Briefmarken,

ob ich zu der Zeit in den Ländern war.

Irgendjemand wird auspacken, dass Sie ihm die Karten mitgegeben haben.

Kann ich mal mit Ihnen alleine sprechen?

-Was soll das denn? -Von mir aus.

Das wird nicht nötig sein.

Und? Was wollen Sie?

Nimm doch mal eine Zigarette, Nele. Du rauchst doch manchmal.

Das entspannt so schön.

Frau Langenbeck für Sie, Herr Doormann.

Also gut, Frau Langenbeck. Wissen Sie, wo ich Sie das erste Mal gesehen habe?

Das war bei Ludwig Lübke in seinem Garten.

Sie haben mich nicht gesehen.

Aber ich habe gesehen, wie Sie da standen, mit der Zigarette

und dem schönen Pelzmantel von dem alten Schwerenöter.

Da habe ich gedacht, jetzt hat er 'ne Jüngere.

Sie wissen, dass ich dort in der Funktion als Beamtin war.

Den Mantel hat mir Herr Lübke geliehen.

-Der Mantel hat Ihnen gefallen. -Ich bin kein Pelztyp.

Jeder, der mal einen guten Pelz getragen hat,

der streicht über das weiche Fell und dann versinkt er in dieses Gefühl.

Wollen Sie mir einen Mantel verkaufen?

Nein. Aber jeder hat verborgene Wünsche in sich.

So Sehnsüchte, die er unterdrückt,

oder hat keine Ahnung, dass da was schlummert,

tief im Inneren, wie der Bär im Winterschlaf.

Manche haben mal mehr oder weniger Momente,

wo sie sich nach diesen Sehnsüchten verzehren.

Und andere, die haben eine oder sogar mehrere Möglichkeiten,

diese Sehnsüchte auszuleben,

es dann aber doch nicht tun.

Reden Sie nicht um den heißen Brei.

Was wollen Sie?

Schade, dass ich Sie nicht Nela nennen darf, Frau Langenbeck.

Nela bedeutet doch die Felsenfeste, nicht wahr?

Aber auch Sonnenkind.

Als Sie da standen, draußen beim alten Lübke,

mit der Zigarette und dem Pelzmantel, da hatten Sie diesen Blick.

Diesen Sehnsuchtsblick.

Und Zufriedenheit sieht anders aus.

Aber klar, Sie waren im Dienst,

um die Anstandsdame für den alten Köter zu geben.

Aber dann,

dann haben Sie die Verschmelzung mit dem Pelzmantel bemerkt.

Keine Frau kann sich auf Dauer diesem Gefühl entziehen.

Echtes Tierfell ist einzigartig.

Da müht man sich ab, erreicht als Frau was Großartiges und keiner dankt es.

Kann mir nicht vorstellen,

dass Sie zwischen all den Männern da wirklich akzeptiert sind.

Ist da nie ein Wunsch nach einem anderen Leben?

Hm?

Eine Sehnsucht, als Frau verwöhnt zu werden?

Den Luxus, den liebende Männer einer Frau geben können.

Wünscht sich nicht auch eine felsenfeste Nela

einen weichen Pelz und einem Mann wie Ludwig,

der sie wie so ein Sonnenkind behandelt?

Ich habe Ludwig gesehen, wie er geguckt hat,

plattgedrückt hat er sich an der Scheibe.

Was ging in ihm vor?

Eine Sehnsucht.

Eine Sehnsucht, seine letzte kurze Zeit mit einer neuen Frau zu verbringen.

Einer jungen Frau,

die ihm etwas Jugend zurückbringt.

Etwas, was man sich halt nicht mit seinem Reichtum kaufen kann.

Man kann nur die Frauen damit glücklich machen, die uns damit beschenken.

In dem Moment, als Sie da standen, da hätten wir alle neu anfangen können.

Lübkes Geld hätte für uns alle gereicht.

Für mich, für Elke, für ihn, für Sie, seine neue Frau.

Das war die Gelegenheit, seine Sehnsucht umzusetzen.

Loslassen.

Und Ludwigs erste Frau und auch Cornelia,

die haben ihre Chance auf ein neues Leben und neue Erfahrungen genutzt.

Und das akzeptieren die Verlassenen eben nur selten.

Und Elke wollte das auch.

Aber dann hat sie kalte Füße bekommen.

Nur deshalb sind wir jetzt hier.

Das einzige Verbrechen, was es hier gibt,

das war, sein Glück nicht mit beiden Händen gegriffen zu haben.

Glauben Sie nicht, ich wüsste nicht, was Sie hier machen.

Mit dem Gequatsche verwirren und von den Verbrechen ablenken.

-Das fruchtet bei mir nicht. -Doch, das tut es.

Weil ich die Wahrheit sage, und das wissen Sie genau.

Der Widerhall wird bleiben, auch wenn Sie meine Worte nicht mehr hören.

Wie Spuren im Schnee, die vom Neuschnee verdeckt werden, aber noch da sind.

Die Befragung wird fortgeführt, ich hole die Kollegen.

[Nela] Ich glaube nicht, dass wir Doormann im Verhör knacken.

Der entwickelt einen unglaublichen Spaß an seinen Geschichten. Wir brauchen…

[Burmeister] Wenn wir keine Leiche oder sonstige Hinweise finden im Haus oder…

Basedow hat auch nichts Stichhaltiges zutage gefördert.

Irgendwo müssen die Sachen sein, wir haben nur sein Lager nicht gefunden.

Tillich wird sich freuen und dich genüsslich zerlegen.

Viel schlimmer ist, dass er morgen zurück nach Grassbor kommt.

Der wird die erste Gelegenheit nutzen, um sich ins Ausland abzusetzen.

Also, was tun, sprach Zeus?

Eine Idee habe ich noch. Prost.

[nachdenkliche Musik]

'n Abend.

Danke, dass Sie so spät noch gekommen sind.

Für ein schönes Schnäpschen am Abend immer gerne.

Aber was verschafft mir denn die Ehre, von der Mord eingeladen zu werden?

Haben Sie den Vermerk "wird nicht vermisst"

in die Akte von Cornelia Kessler geschrieben?

Ja.

-Habe ich geschrieben. -Wieso?

Ich hatte die Information erhalten,

dass Cornelia Kessler sich in Kolumbien aufhalten würde.

Von wem haben Sie diese Information erhalten?

"Hiermit möchte ich, Cornelia Kessler, klarstellen,

dass ich nicht vermisst bin.

Lieber Ingolf,

ich habe von dem Bohei, den meine Mutter veranstaltet hat, gehört.

Ich habe meinen Bruder gebeten…" Und so weiter, und so weiter.

Fanden Sie es nicht merkwürdig,

dass Cornelia Kessler Ihnen ein polizeiliches Schreiben

an Ihre Privatadresse geschickt hat?

Wir kannten uns ja aus dem Schwimmverein. Vielleicht deshalb.

Genau wie Raik Doormann.

Hat er Ihnen vielleicht gesagt:

"Lass mal die Conny in Ruhe. Der geht's gut, die lebt glücklich in Freiheit."

Na ja, schon.

Er hat halt erzählt, dass Conny abgehauen sei,

dass das mit Stephan ein Fehler war

und dass sie jetzt mit einem Kolumbianer in der Schweiz lebt.

So oder ähnlich, hat er gesagt.

Das haben Sie ihm so geglaubt?

Na ja, wenn Sie das jetzt so sagen…

Aber ich habe die beiden ja auch nicht ganz gut gekannt.

Ach so. Sie haben Raik Doormann nicht so gut gekannt?

Wissen Sie, was das ist?

Ein sehr beliebter Schnaps,

ist in fast allen Polizeistationen zu Hause.

Er wird gerne als Mitbringsel aus dem Duty-free mitgebracht.

Ich glaube, ich habe ihn bei Raik Doormann in der Schrankbar gesehen.

Vielleicht haben Sie die ihm ja von einer Ihrer Urlaubsreisen mitgebracht.

Nee.

Auf keinen Fall.

Wenn ich mir diese Postkarten so durchlese,

scheint es mir nicht so, als seien sie nur flüchtige Bekannte.

Hier.

"Hey, Meister. Na, Alter, wie geht's?"

Oder hier, mein Favorit:

"Hab 'ne Alte geknallt, die 'nen fetten Sonnenbrand hatte,

hat geschrien wie am Spieß."

Sind Sie sicher, dass Sie ihm kein Fläschchen mitgebracht haben?

Ich will hier mal eins klarstellen.

Egal, was der Raik getan haben soll, ich habe damit nichts zu tun. Gar nichts.

Ich brauche Ihre Hilfe.

Ja.

Wissen Sie, ob Raik Doormann irgendwo einen Lagerraum hat,

Schließfach, Drittwohnung,

irgendetwas, wo er etwas lagern oder verstecken konnte?

Ich weiß jetzt selber nichts.

Ganz ehrlich.

Aber…

Ich erinnere mich, dass er von einem Freund erzählt hat,

der ihm eine Garage gemietet hat.

Ich schreibe Ihnen mal ein paar Namen auf, die infrage kämen.

Scheiße.

Bin ganz schön besoffen.

[düsteres Schwelen]

[Mann lacht entfernt]

[Raik] Komm, zack, zack.

Ha!

[Löwenbrüllen]

-[Ingolf] Moin, Raik. -[Raik] Mensch, Inge.

Immer zur Stelle, wenn ein schönes, saftiges Stück Fleisch abfällt.

-Riecht lecker. -Ist es.

Du musst mal meine Sauce probieren.

Mit echten Habanero-Chilis aus Costa Rica.

Die habe ich in Bier aufgelöst, dann mit Honig vermengt,

und dann wird das schön gleichmäßig auf das Fleisch gestrichen.

-Das ist ein Träumchen. Nimm dir. -Danke.

Du, klingt super, aber ich habe gar nicht so viel Zeit.

Die Margot war bei uns auf dem Präsidium.

Und die hat 'ne Vermisstenanzeige wegen der Conny aufgegeben.

Weißt du da was? Sie hat dich als Bekannten angegeben.

-Hier, iss mal. -Ja.

-Die spinnt doch. -Weißt du was?

-Kann ich nicht drüber reden. -Was heißt das?

Weißt du, wo sie ist?

Die hat sich mir anvertraut, ja?

Was würdest du sagen, wenn du dich mir anvertraust, und ich es rumerzähle?

Raik, 'ne Anzeige ist eine ernste Sache.

-Jetzt erzähl schon. -Iss mal.

Boah, heiß.

Und?

-Boah, saulecker. -Was?

Die Schärfe und die Süße, das ist top.

Also, pass auf.

Die hat mir erzählt, dass ihre Mutter…

sich ihr ganzes Leben immer eingemischt hat.

Das war so 'ne Mutter, ganz furchtbar, die einfach nicht loslassen kann.

So, und dass das mit dem Stephan ein Fehler war.

Aber jetzt hat sie einen guten Fang gemacht.

Hat jemand Neues kennengelernt, so einen Finanztypen aus der Schweiz.

Mit Haus in den Bergen und einem Sohn in den USA, aus erster Ehe.

Ich fühle mich aber gar nicht gut, wenn ich dir das erzähle.

Du, jetzt wo du Bescheid weißt, kannst du die Sache nicht fertig machen?

Nee, ich kann das ja nicht verschwinden lassen.

Ja, komm.

Raik, ich kann einen Vermerk machen von mir aus.

Wir machen es so:

Wenn du wieder mit ihr sprichst, frag sie nach ihrem Aufenthaltsort.

Sag, sie soll sich bei der Polizei melden.

-Mach ich. -Gut.

-Du, ich muss leider wieder. -Gut.

[düster dröhnende Musik]

Nein, ich bin nicht besoffen.

[Musik verklingt]

Ja, ich weiß, es ist spät.

[Metalltür knarzt]

[Cornelia atmet schwer]

[Raik] Ach, nee.

Du, deine Mutter macht Stress.

Hat eine Vermisstenanzeige gestellt.

Du schreibst jetzt gleich einen Brief an Inge,

dass sie aufhören soll, nach dir zu suchen, dass es dir gut geht, ja?

Was guckst du denn so? Polizisten-Inge, Polizisten-Ingolf.

Unser Freund vom Schwimmverein, vom Grillen.

Was ist denn los, du Stück Scheiße?

Hast du kapiert?

Also.

Also. An die Polizei Moorenhausen.

Betreff: "Vermisstenanzeige zu den Akten."

"Ich, Cornelia Kessler,

möchte hiermit klarstellen, dass ich nicht vermisst bin."

Oben schreibst du deine Personalausweisnummer hin.

[düstere Musik]

Und die Adresse, bitte?

[Raik] Können Sie mich jetzt bitte wieder zurückbringen?

Ich bin müde und würde gern ins Bett gebracht werden, Frau Langenbeck.

Wie eng war eigentlich der Kontakt mit Frau Kessler?

-Nicht so eng. -Der jungen, Cornelia, zuletzt?

Das war… nicht so eng.

Also.

-Können wir jetzt? -Einen Moment noch.

Ich würde dann gerne verstehen,

wie es kommt, dass Sie eine Garage voller Dinge besitzen,

die Frau Kessler gehören und aus ihrem Haus verschwunden sind?

[spannungsvolle Musik]

[leise Funksprüche]

Es muss wirklich schrecklich sein, bei der Polizei zu arbeiten,

ständig wittern Sie neue Verbrechen überall.

Na, dann erleuchten Sie uns.

Also gut, die Cornelia…

Die hatte sich verliebt.

Und ich habe ihr versprochen, ihr neues Glück nicht zu verraten.

Das ging auch alles so schnell mit diesem Kolumbianer in der Schweiz.

Beim Bergsteigen.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Kennen Sie das?

-Und weiter? Erzähl es uns. -Nichts weiter.

Ich habe ihre Dinge gelagert, in der Garage.

Sie wollte die irgendwann abholen kommen

und wollte nicht, dass irgendwer anders sich die unter den Nagel reißt.

Die Bierkrüge zum Beispiel?

-Ja. Was soll ich jetzt dazu sagen? -[Burmeister] Die Wahrheit.

Ausnahmsweise mal.

[Cornelia] Warst du schon mal Bergsteigen?

Die Luft ist so klar, es ist, als ob du neu geboren wirst.

Er hat versprochen, dass wir zum Heliskiing gehen,

er hat sogar 'nen Hubschrauber.

-Ja. -Ich bin so glücklich.

Sag mal, Cornelia,

wann holst du denn die Sachen wieder bei mir ab?

Weiß ich nicht, so nach und nach?

Der liebt "Made in Germany".

Der hat Stil, der schätzt deutsche Wertarbeit.

Ein paar Sachen werde ich entsorgen müssen,

aber das sage ich erst, wenn das Chalet eingerichtet ist.

-Ja. -Der ist auch vier Jahre geschieden.

Ich glaube, der wird um meine Hand anhalten.

Ich habe da so ein Gefühl.

Du, Cornelia, ich freue mich so für dich.

-Die Krüge. -Ja.

Sag mal… Das ist ja… Also…

Da gratuliere ich dir aber, dass du so einen tollen Fang gemacht hast.

Das ist ja ein Träumchen.

Vielen, vielen, vielen Dank, dass du das so schnell und unkompliziert machst.

-Ach, da nicht für. -Nein.

Ich wüsste nicht, wem ich sonst so vertrauen könnte.

-Mhm. -Raik. Du bist ein guter Freund.

Und ich lebe mit Bo Derek in der Karibik.

[Raik] Das ist toll, Bo Derek…

Hör auf, uns was vom Pferd zu erzählen.

Ist es denn so schwer, zu glauben,

dass ich einfach nur ein zuverlässiger, freundlicher Freund bin?

Was machen Sie denn da mit dem Handschuh?

Hatten Sie ein intimes Verhältnis mit Cornelia Kessler?

Nein, hatte ich leider nicht.

Ich meine, die war scharf. Jetzt nicht, wie Bo Derek oder so.

Die, also… Aber natürlich habe ich versucht, bei der zu landen, klar.

Aber erst nach der Scheidung, vorher nicht, da…

Da war nichts, wir waren nur Freunde.

[Nela] Wenn Sie kein intimes Verhältnis hatten,

dann können Sie vielleicht diese Bilder erklären.

Für mich scheinen die sehr intim.

Ganz… Kann ich mal bitte mein Asthmaspray bekommen?

[er atmet rhythmisch aus]

So, was soll das jetzt? Wissen Sie was? Das beweist gar nichts.

Die fand das geil. Der konnte es nicht hart genug sein.

Je härter, desto besser.

Die hat mich angebettelt, dass ich es ihr besorge.

Die Frau, die hatte zwei vollkommen verschiedene Gesichter.

Ich kann Ihnen ein halbes Dutzend Leute nennen,

die bestätigen können, dass die nie genug kriegen konnte.

So wie auf den Bildern hier.

Das mag jetzt für einen Spießer, der in der Missionarsstellung rumvögelt,

ein bisschen erschreckend sein oder…

abstoßend wirken oder so.

Was kann ich dafür, wenn die Leute so verklemmt sind?

Ich will, dass du es sagst.

Ich will, dass du mir sagst, wie geil es dich macht.

Los, sag es.

[Nela] Hören Sie sofort auf, diesen Unsinn zu erzählen.

Für heute habe ich genug davon gehört.

Sie gehen jetzt in Untersuchungshaft.

Da können Sie Ihre Geschichten den Wanzen erzählen.

Warum? Weil ich einer Freundin geholfen habe?

Weil Sie ständig Scheiße erzählen und die Ihnen langsam auf die Füße fällt.

Ich kann nicht in Untersuchungshaft. Ich muss zurück nach Grassbor.

-Da sind meine Sachen. -[Burmeister] Die bringen wir Ihnen.

Kann ich das Bild behalten, wenn Sie mir schon alles wegnehmen?

Och, nee. Das kann doch nicht euer Ernst sein.

Hier gehe ich nicht rein.

-Das habe ich nicht gebucht. -[Tür wird verriegelt]

Ich finde es beeindruckend,

wie viele Leute er dazu gebracht hat, für ihn den Strohmann zu spielen.

Mich erschreckt, wie naiv die Menschen sind.

Kennst du so Menschen, die dir die Ohren blutig quatschen,

bis du tust, was sie wollen, damit sie endlich aufhören zu reden?

Doch, kenne ich.

[spannungsvolle Musik]

Die können nicht alle von Cornelia stammen.

[Cornelia] Ich bin meinem Herrn und Peiniger hilflos ausgeliefert.

Ich bitte und bettle, aber ich kann nichts tun.

Ich bin seine Gefangene.

Es ergreift mich nackte… nackte Angst.

Was hat er mit mir vor?

Ich muss mich ausziehen und werde mit Paketband gefesselt.

[sie blättert Seite um]

Alles tut nur noch weh.

Die Finger werden ab… abgeschnürt, so hart fesselt er mich.

Jetzt werde ich auch noch geknebelt.

[sie blättert Seite um]

Ich habe Angst, dass ich schwach werde und meine Beine nachgeben.

-…aufklappe… -[Raik] Ach.

Und los.

"Er ist hinter mir und stöbert wieder in seiner Werkzeugtasche.

Was wird er als Nächstes tun?

Alles ist feucht, ich habe vor lauter Angst uriniert."

-[Tastenklackern] -Sehr gut.

So, jetzt das hier.

Mit ein bisschen mehr Überzeugung.

Bisschen mehr…

Bisschen mehr Leidenschaft wäre schön.

"Ich bin eine junge, unbefriedigte Frau

auf dem Weg zu meiner sexuellen Erfüllung."

Jetzt reiß dich mal zusammen.

Gleich noch mal.

[Cornelia] …weiß es nicht, alles ist feucht,

ich habe vor lauter Angst uriniert.

[Raik] Und jetzt mit ein bisschen mehr Schwung.

"Ich bin eine junge unbefriedigte Frau

auf dem Weg zu meiner sexuellen Erfüllung.

Hoffentlich halte ich diese Tortur durch.

Ich kann sehen, wie er eine neue Peitsche

aus dem Koffer mit den Folterwerkzeugen holt.

-Meine Angst…" -Ich habe noch gar nichts gemacht.

-"…gab… ihm…" -[Peitschenhieb]

-"Meine Angst…" -Stopp.

-"Meine Erfüllung…" -Noch mal.

[Raik] So.

"Meine Angst geilt ihn auf.

Wie konnte ich nur so blöd sein,

mich in diesen Hinterhalt locken zu lassen?

Du hast mir mit diesen Praktiken eine völlig neue Welt eröffnet.

Ich habe jetzt schon selber sehr viel Spaß daran.

Inzwischen sind wenigstens

die Wäscheklammern von den Brustwarzen gesprungen.

Eine winzige Erleichterung,

für die ich jetzt schon dankbar bin.

Dafür sterben meine nach oben gebundenen Finger langsam ab.

Mein Herr hat mir ein Bad in Aussicht gestellt.

Darüber freue ich mich sehr, denn ich rieche schon etwas streng."

[Raik] Braves Mädchen.

Das war doch sehr schön.

Ich komme hier nicht mehr raus.

Ich werde hier sterben, nicht wahr?

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