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Um sich grünes Holz anzueignen,
muss man es gewaltsam von seinem organischen Zusammenhang trennen.
Beim Raffholz hingegen wird nichts vom Eigentum getrennt.
Nur das bereits vom Eigentum Getrennte wird vom Eigentum genommen.
Und trotz dieses wesentlichen Unterschiedes nennt ihr beides Diebstahl
und bestraft' beides als Diebstahl.
Es gibt zwei Arten von Verderbtheit, sagt Montesquieu.
Vorwärts! Schneller!
Die eine, wenn das Volk die Gesetze nicht befolgt.
Die andere, wenn es durch die Gesetze verdorben ist.
Lauft!
Ihr habt den Unterschied zwischen Diebstahl und Sammeln verwischt.
Aber ihr irrt; wenn ihr glaubt; es sei in eurem Interesse.
Das Volk spürt die Strafe, aber es sieht nicht das Verbrechen.
Und weil es kein Verbrechen sieht,
wo es bestraft wird, solltet ihr es fürchten.
Denn es wird sich rächen.
Und, zufrieden, Karl?
Ob ich zufrieden bin, Stirner?
Ich weiß es nicht. - Auch deinetwegen ist es so weit gekommen.
Ich bin mit zwei Dingen zufrieden. Mein Artikel hatte eine Wirkung.
Und wir können den preußischen Despoten endlich ins Gesicht schauen.
Soll verboten werden, Zeitungen und uns das Wort abzuschneiden?
Dass wir ins Gefängnis kommen?
Hätte ich den Mund halten und mich zensieren lassen sollen?
Mich mit Anspielungen begnügen so wie ihr?
Wovon sind wir die Opfer? Von unserem Erfolg.
Den schulden wir Karls Texten, gebt es zu.
Und das Ergebnis? Wir sind tot. Schöner Erfolg. Hut ab. Bravo, Karl.
Wir geben nicht auf! Nicht öffnen! - Die massakrieren uns!
Haltet den Mund! Schluss!
Warum fürchten wir uns?
Sie können die Rheinische Zeitung töten und uns den Mund stopfen.
Aber das Denken können sie nicht töten.
Wir knicken nicht ein.
Wir gründen - eine neue Zeitung.
- Voll mit denselben Eseleien. - Die Rheinische Zeitung voller Eseleien?
Ein Haufen Gekrakel über die Weltrevolution ohne Idee und Konzept.
Und was macht ihr? Ihr wollt immer alles durch die Blume sagen.
Ihr schreibt vage Literaturkritiken, vage Resümees
Das nimmst du sofort zurück! Wir haben alle genug von deiner Arroganz!
Ja.
Ich habe auch genug von dir, Bauer.
Und von euch "Jung-Hegelianern" und "Freigeistern".
Ihr Clowns!
- Karl... - Genug der Nadelstiche.
Ich will mit Keulenschlägen kämpfen!
Genug der Heuchelei, Dummheit und brutalen Autorität.
- Wir sind verboten? Gut so. - Was machst du?
Ein paar Nächte hinter Gittern werden uns guttun.
Meine Herren, ich wär soweit.
Ich habe nichts getan! Lassen Sie mich los!
Schneller!
Karl? Ich habe ein Angebot für Sie.
Ruhe!
Ich will eine neue Zeitschrift gründen.
Anders. Freier. Moderner. Mutiger.
Paris. Wäre das was für Sie?
Zwei Leute haben sich am Dampfwebstuhl verbrüht.
Das muss aufhören! Es ist untragbar!
Hey, du! Raus aus der Schlange!
Wer hat das durchgeschnitten?
Bestimmt die irischen Schweinehunde.
Was ist mit Róisín?
Sie schlief am Webstuhl ein und plötzlich waren ihre Finger weg.
Wer gibt ihr ihre Finger zurück?
Sie erlauben? - Sei still.
Passt besser auf.
Ihr werdet fürs Arbeiten bezahlt, nicht fürs Schlafen!
- Vorsicht. Sie hetzen sie auf. - Bezahlt?
Womit? Sie hatte drei Tage nicht geschlafen!
Und jetzt lasst ihr sie verrecken. Nennt ihr das Arbeit?
Ruhe!
Die Reparatur wird euch vom Lohn abgezogen. Das habt ihr jetzt davon.
Schätzt euch glücklich, dass ich euch nicht alle entlasse.
Reparaturen sind teuer. Arbeitskräfte in Manchester nicht.
Zehn Finger, mehr sind wir nicht wert.
Und ohne sie landen wir auf dem Schrottplatz, richtig?
Sie ist die, die nach Róisín gefragt hat.
Sie ist die Anführerin. - Wie heißt sie noch mal?
Fragen Sie doch mich, Chef. Ich habe einen Mund.
Und ein freches Mundwerk, wie mir scheint.
Ich heiße Mary Burns.
Mary!
Geboren in Tipperary.
Und jetzt eine Sklavin
in der Ermen & Engels-Spinnerei in Manchester, England.
Werft sie raus. Sie kann sich einen anderen Brotgeber suchen.
Hast du gehört? Raus!
Wer sonst noch große Ideen hat, kann gleich mitgehen.
Nein!
Man muss die faulen Äpfel aussortieren.
Ich möchte eine Liste mit allen Unruhestiftern und Aufrührern.
Vater, ist es jetzt nicht genug?
Willst du mir erklären, wie man eine Fabrik führt?
Nein, Vater.
Das gehört nicht zu meinen Absichten.
Verzeihung, was ist da drin? - Da drin?
Die Iren. - Okay, danke.
An Ihrer Stelle würde ich mich fernhalten.
♪ Ich fand meine holde Maid
♪ Eines frühen Sommermorgens
♪ Nun melk ich meine Kühe
♪ Und mach mich auf nach Tipperary...
Darf ich mich vorstellen? - Wir kennen Sie.
Sei still. Warum redest du mit ihm?
- Er ist der Fabrikantensohn. - Welcher Fabrikant?
Der Sohn von Engels aus der Spinnerei Ermen & Engels in Bridgewater.
Wo wir uns abgeschunden haben, bis wir heute gefeuert wurden.
Ja, ich bin der Engels-Sohn.
Mein Vorname ist Friedrich, aber nennt mich Fred oder Freddy.
Was wollen Sie? Sie gehören nicht hierher.
Auf der anderen Flussseite gibt es genug Pubs für Gentlemen wie Sie.
Gentlemen, die uns rauswerfen wie Hunde...
Wie die irischen Hunde, die wir sind...
Lauter irische Hunde, stimmt's, Paddy? - Ja.
Einer davon spuckt gleich Kautabak über die blanken Stiefel des Gentleman.
Das würde ich verkraften. Und bitte nennt mich nicht Gentleman.
Ich bin weder Engländer noch Gentleman. - Was Sie nicht sagen!
Ich verachte Gentlemen zutiefst.
Sie sind Schweine, die sich vom Schweiß der Arbeiter mästen.
Er macht sich über uns lustig.
Wisst ihr, was ich glaube? Er ist hier, um über uns zu lachen.
Ich bin gekommen, um euch um eure Hilfe zu bitten.
Unsere Hilfe? - Wie denn helfen?
Für mein Buch brauche ich Berichte aus erster Hand.
Er schreibt ein Buch?
Über die Lage der Arbeiterklasse in Manchester und Leeds...
Ist das eine Golduhr, die Sie da haben?
- Wessen Schweiß hat die bezahlt? - Lass gut sein, Paddy.
Berichte aus erster Hand wollen Sie?
Das ist eine Arbeiterhand, sehen Sie?
Und die landet auf Ihrer Gentleman-Nase,
wenn Sie nicht sofort verschwinden. Also gehen Sie.
Und wenn ich lieber bleibe?
Alles in Ordnung, der Herr?
Sind Sie verletzt?
Ja.
Auf wunderbare Weise.
Was hat sie, Alphonsine?
Nichts, Madam Jenny, sie ist nur aufgewacht.
Schschsch...
Ich nehm sie.
Ich vertraue Alphonsine nicht. Sie bestiehlt uns.
Sie schnüffelt herum und ist falsch.
Sie kann ruhig stehlen!
Wir schulden ihr zwei Monate.
Lenchen, mein Lenchen.
Wenn Lenchen zu uns kommen könnte.
Du hast Sehnsucht nach Trier.
Nein.
Nach Lenchen.
Sie war drei Jahre in Metz, sie kommt hier zurecht.
Deine ergebene Dienerin, dein großes Haus, dein großer Park,
deine Familie warum habe ich dich da rausgerissen?
Ich schaffe nicht mal von Ruge bezahlt zu werden.
Karl!
Weißt du, was dein größter Fehler ist? - Was?
Du bist ungerecht. - Ach ja?
Ja, ungerecht mit den anderen, mit mir, mit Ruge.
Ruge zahlt schlecht, aber er ermöglicht uns Paris.
Und er hat dich mir geschenkt. Ohne ihn wären wir noch nicht verheiratet.
Und du glaubst, ohne Paris...
Ich bin glücklich, Karl.
♪ Wenn '5 die Leut' nicht haben woll'n
♪ dass wir uns lieben soll'n
♪ dann gute Nacht!
♪ Wenn '5 auch die Leut' verdrießt
♪ Wenn '5 auch die Leut' verdrießt
♪ lieb ich dich doch!
Irgendwann wirst du deiner Mutter ja doch ihre Enkelin vorstellen müssen.
Ich soll nach Trier zurück? - Nur für eine Weile.
Und nutze die Gelegenheit, um von Mama etwas Geld zu bekommen.
Ja, das wäre eine Idee.
Karl
wenn wir dir zu viel sind und dir zur Last fallen
Jetzt bist du ungerecht. - Nein.
Wunderbare Idee! Mein reaktionärer Bruder wird sich freuen, wenn ich betteln komme.
- Komm, ich hab nichts gesagt. - Ich höre schon seine Predigt
über die Mesalliance seiner Schwester mit dem atheistisch-jüdischen Sozialisten,
der mit seinem subversiven Geschreibe nicht einmal die Familie versorgen kann.
Das werde ich dir alles erzählen, den bitteren Kelch musst du trinken.
Genug. Du hast gewonnen.
Ich habe zwei Bücher in Arbeit.
Und da sind noch die Artikel.
Du solltest Ordnung reinbringen.
Hier.
Und Ruge mit Ruge bist du zu kulant!
Er ist nicht arm. Er hat Anteile an der Bahnlinie Köln - Antwerpen gekauft.
Der Ruge?
Ja, alle Welt weiß das. - Ich weiß das nicht.
Probieren Sie meine Zigarren!
Londres! Coronas!
Zigarren!
Zigarren.
Was auch immer Sie möchten. Robusta, Corona, Londres...
Nicht so teure...
Die hier.
Drei Sous, falls Sie sie schaffen.
- Zwei für fünf? - Bürger!
Ich übergebe an unseren Gast,
der uns zu Ehren aus Lyon angereist ist:
Unser verehrter, großartiger Proudhon!
Liebe Freunde, Kameraden, Bürger!
Mit Freude nehme ich an Ihrem republikanischen Bankett teil.
Lang lebe Proudhon!
Sie wollen diese Bankette verbieten,
weil sie eure Wut fürchten. Zu Recht!
Denn das Volk wird immer stärker sein als die Polizei
und der Freiheitsdurst stärker als die Repression!
Nieder mit Guizot! - Es leben die Handwerker!
Ihr seid es, die Handwerker, die Weber, die Schumacher,
die Schneider, die Zimmerer, die dieses Land reich machen!
Was ist mit den Arbeitern? Die Straßenarbeiter, Mechaniker, Gießer!
Ich vergesse sie nicht! Diese Männer, Frauen und Kinder,
die an diese neuartigen Höllenmaschinen gekettet sind
und denen manchmal selbst das Brot fehlt, um bei Kräften zu bleiben.
Man muss es klar und deutlich sagen!
Man bringt sie um!
Damit bin ich bei meinem Thema...
Was ist Sklaverei?
Wenn ich antworte, sie ist Mord, werden Sie mir sofort zustimmen.
Warum also muss ich mich, wenn ich frage "Was ist das Eigentum?",
und darauf antworte "Es ist Diebstahl", jedes Mal neu erklären?
Eigentum? Aber welches Eigentum?
Privates, bürgerliches Eigentum?
Ich kenne den Mann, es ist Karl Marx.
Ich meine Eigentum im Allgemeinen,
ein Naturrecht wie Freiheit, Gleichheit oder Sicherheit.
Das sind Abstraktionen.
Es sind Rechte! Naturrechte!
Die Freiheit, Gleichheit und Sicherheit jedes Einzelnen,
schränkt die aller nicht ein, im Gegenteil, sie verstärkt sie!
Es sind soziale Naturrechte!
Das Eigentum hingegen behindert notwendigerweise
die Freiheit, Gleichheit und Sicherheit anderer.
Es ist ein antisoziales Naturrecht!
Daher fordere ich nicht seine Ausweitung auf alle,
sondern einfach seine Abschaffung!
Bravo! Viva!
Nieder mit dem Eigentum, dem König, dem Staat!
Es lebe die Anarchie!
Michail, ich stimme dir zu.
Aber Vorsicht, die Ohren des Feindes hören mit.
Michail Alexandrowitsch Bakunin.
Sie haben Streit gesucht mit dem Meister. Die anderen nennen ihn Meister.
Für mich gibt es keinen Meister, Gott oder König.
Karl Marx. Ich bin kein Anarchist.
Dachte ich mir. Ich kenne die Deutsch- Französischen Jahrbücher. Schlag ein.
Ich erkenne Blut, das in den Adern kocht.
Und es kocht in den Adern deiner Schriften.
Sie lesen die Jahrbücher? Warum schreiben Sie sie nicht?
Proudhon, das ist Marx von den Deutsch-Französischen Jahrbüchern.
Guten Tag. - Marx!
Sehr erfreut. Meine Frau, Jenny.
- Sehr erfreut. - Guten Tag.
Grün hat mir die Jahrbücher übersetzt.
Dann verfälscht er sie sicher.
Sie scheinen Keilereien zu mögen. - Eher den Widerspruch.
Stimmt, Sie sind ja Hegelianer. - Vor allem Materialist.
Sie haben meine Frage nicht beantwortet. - Ich habe Eigentum definiert, denke ich.
Und Diebstahl? Wie definieren Sie den? - Muss man das?
Jeder weiß, es ist die Verletzung fremden Gutes.
Ich verstehe Sie wohl nicht. - Doch, das tun Sie.
Wenn Sie das sagen...
sind Eigentum und Besitz dasselbe?
Sie sagen, Eigentum sei Diebstahl.
Wenn ich also jemandes Eigentum stehle, was stehle ich dann? Den Diebstahl?
Sie geben nur vor, begriffsstutzig zu sein.
Karl gibt nie etwas vor.
Was er sagen will ist: Ihre Formulierung ist ein Bild.
Ein schönes Bild, aber wie man hier sagt,
eins, dass sich selbst in den Schwanz beißt.
Ich muss schon sagen, Ihre Frau kennt sich mit Redensarten aus.
Nicht wahr, Grün?
Freunde! Großartige Nachrichten! Der Faubourg St. Antoine brennt!
Was ist passiert?
Es fing an mit einem Schuster.
Er bringt dem Meister Schuhe für drei Francs.
Der Meister findet sie schlecht gemacht und will ihm 50 Sous zahlen.
Der Junge ist nicht einverstanden. Der Mistkerl wirft ihn raus.
Der Schuster und seine Kumpels schlagen alles kurz und klein.
Schon sind die Polizei, der Bund und die Nationalgarde alarmiert!
Ein Aufstand. - Weitling, immer mit der Ruhe.
Im Faubourg gibt es jeden Tag Krawalle. Es ist keine Revolution.
Nein, aber es geht heiß her.
Ich suche Arnold Ruge...
Er lebt nebenan. Durch diese Tür.
Draußen steht übrigens ein Spion.
Mit einem schmutzigen Schal? - Ja.
Er ist schwer zu übersehen.
Ein Landsmann?
Kennen Sie den jungen Mann?
Nein.
Was gedenken Sie gegen diesen Spion zu unternehmen?
Er notiert nur, wer rein und raus geht. Was soll man machen?
Man könnte ihm aufs Maul geben. Ich hätte kein Problem damit.
Bloß nicht! Wir sind hier nur geduldet, darauf warten sie doch nur!
Soll ich dir auch einschenken?
Nur einen Fingerbreit, meine Liebe.
Hervorragend, ganz hervorragend.
Hören Sie, leider kann ich Sie nicht sofort bezahlen.
Ich komme erstmal zurecht.
Das ist nett.
Sie erlauben? - Sicher.
Ich arbeite gerne mit Ihnen zusammen, mit anderen nicht.
An wen denken Sie? Feuerbach?
Feuerbach? Ich warte immer noch auf einen Text von ihm. Nein, an Marx...
Ach ja, der.
Kennen Sie ihn?
Wir sind uns mal begegnet. - Mit dem Mann eine Zeitung zu machen...
- Ein unmöglicher Kerl. - Richtig, unmöglich!
Seine Texte sind nie rechtzeitig fertig, er findet immer eine Ausrede.
Er ist ein unflätiger Mensch.
Wie ich nur mit ihm und seiner Frau Dach und Tisch teilen konnte
Mein Gott, seine Frau.
Eine Furie? Oder ein Fischweib?
Von wem ist die Rede?
Da unten steht übrigens ein Spion. - Scheint so.
Karl, darf ich vorstellen Friedrich Engels.
Kennen wir uns nicht?
Ich muss wieder in die Küche.
Berlin. Im Salon von Bettina von Arnim!
Exakt. - Sie waren sehr arrogant.
- Kann sein. Ich war jung. - Und reich.
Das haben Sie allen gezeigt. - Ich weiß nicht.
Ich schon. Sie haben vom Kommunismus geredet, als hätten Sie ihn erfunden,
mit Ihren Offiziersepauletten und Goldknöpfen
- Das war lächerlich! - Das ist vergangen.
Richten wir den Blick auf die Zukunft...
Eben. Sie wissen, warum ich hier bin.
Meine derzeitige Situation - Erzählen Sie mir nichts.
Mein Kind ist krank, ich muss meine Familie ernähren und Sie schulden mir Geld.
Sie haben Aktien, das wissen alle.
Die Aktie ist gefallen! - Verkaufen Sie eben mit Verlust!
Ich habe Ihnen zwei Artikel geliefert. Sie schulden mir was!
Brauchen Sie eine Anleihe? - Hat man Sie gefragt?
Ich fragte Ruge.
- Ich nehme keinen Sous von einem... - Ja? Von einem?
Von einem Amateur mit Goldknöpfen, der sich die Zeit in den Vorstädten vertreibt!
Karl, bitte!
Warten Sie hier, ich gucke mal, ob ich irgendetwas finden kann, ja?
Sie scheinen mich ja gut zu kennen. Haben Sie meine Texte gelesen?
Ich habe Ihre gelesen.
Insbesondere die Kritik der Hegel Sehen Rechtsphilosophisch.
Ist mir gleichgültig. - Ach ja?
Chablis 1839...
Ruge weiß, wie man Gäste empfängt. Selbst, wenn er schlecht zahlt.
Oder?
Ich habe noch nie etwas so Präzises und Einnehmendes gelesen.
Sie haben die hegelsche Dialektik vom Kopf auf die Füße gestellt.
Ich bin 24, Sie dürften kaum älter sein.
Sie sind der größte materialistische Denker unserer Zeit.
Sie sind ein Genie, mein Lieber.
Ein Genie.
Diese Studie über das englische Proletariat?
Die Lage der arbeitenden Klasse In England? - Ja.
Das ist von mir.
Sie verzeihen mir meine Offenheit?
Nur zu. Ich ertrage alles.
Das ist eine erstklassige Arbeit.
Niemand vor Ihnen hat das geschafft.
Es gibt nur einen Ausdruck dafür: Das ist kolossal.
Karl
Das ist besser als Ihr Zeug, oder?
Es ist anders.
Sie haben eine Kenntnis der Arbeiterwelt, wie ich sie noch nirgends gesehen habe.
Manchester, die Elendsbehausungen, die Manufakturen...
Sie kennen die Ärmsten und die Bourgeoisie wie Ihre Westentasche. Wie machen Sie das?
Es ist mir unangenehm, Ihnen das zu sagen.
Ich bin Prokurist bei meinem Vater,
er und ein Partner haben dort drei Spinnereien.
Schön und gut. Aber die andere Seite?
Die Ärmsten der Armen? - Ja.
Das ist was anderes.
Das ist eine Liebesgeschichte.
Sind Ihre Papiere in Ordnung? - Ich habe meinen Pass.
Gehen wir lieber kein Risiko ein.
Zurzeit sind sie Deutschen gegenüber misstrauisch.
Folgen Sie mir einfach.
Nicht stehenbleiben. Auf mein Zeichen biegen wir in die Passage ab.
- Jetzt! - Halt! Zwei Männer mit mir!
- Lass liegen! - Ist ein Erbstück!
Bleiben Sie stehen!
- Guten Tag. - Was fällt Ihnen ein?
Hilfe! Hilfe! Die Polizei!
Aus dem Weg!
Um nochmal auf Ihre Texte zurückzukommen... Das Einzige, was Ihnen fehlt...
Nur zu.
Ihre Kritik an der Religion und am Idealismus sind maßgebend.
Aber lesen Sie die englischen Ökonomen. Ricardo. Smith. Bentham.
Das ist die Grundlage für alles.
Lesen Sie Englisch? - Ich lerne schnell.
Schach.
Noch einen auf mich. - Noch einen?
Kellner! Noch zwei!
Gut da kann ich nur das machen.
Und matt.
Auf die Köpfe, die wirklich denken, und alle Freigeister!
Prost.
Hab ich nicht gesehen.
He, Garçon!
Mit Ruge ist es vorbei.
Ich werde meine Texte dem Vorwärts geben.
Ich sitze völlig auf dem Trockenen, ich...
Ich auch... Garçon!
Im Ernst, ich brauch Geld.
Habe ich dir jemals von meiner Frau erzählt?
Jenny? Die schönste Aristokratin von ganz Trier
Das ist eine Westphalen, eine der angesehensten Familien des Landes...
Und wen hat sie geheiratet? Mich!
Den Sohn eines konvertierten Juden.
Sie macht mich so glücklich.
Du hast ein Glück.
Und du?
Was?
Hast du nicht irgendwas von einer großen Liebe erzählt?
Kompliziert.
Auf uns.
Also, auf uns!
Geht's besser?
Nicht besonders.
Ich bring dich jetzt nach Hause. - Nein! Ich bring dich nach Hause.
Hier. - Danke.
Weißt du...
Ich habe etwas verstanden.
Durch dich.
Ich habe etwas verstanden. - Ich auch durch dich.
Nein, ich durch dich.
Hör zu.
Bis jetzt haben alle Philosophen - Ach
Hör mir zu! - Komm.
Alle Philosophen haben bis jetzt immer nur interpretiert.
Die ganze Welt interpretiert...
Aber man muss sie verändern.
Aber mit was? Mit wem?
Proudhon. Er wird uns helfen.
Komm!
Schschsch
Karl? Wo bist du?
Oh.
Oh Gott, mein Kopf!
Sie gehen schon?
Danke für Ihre Gastfreundschaft.
Ihre Großzügigkeit.
- Es gibt wichtige Angelegenheiten. - Vergiss nicht unsere Angelegenheiten.
Wie könnte ich?
Wir haben nicht nur getrunken.
Wir haben Notizen gemacht.
Wir zwei werden etwas veröffentlichen.
Kritisieren Stirner, Bauer, die ganze sentimentale Clique.
Alle von der "Kritischen Kritik", wie sie ihr Geschmiere nennen.
Das wird einschlagen wie ein Pulverfass. - Pulverfass?
Mein Herr?
Und der Titel?
Wir haben kaum die Basis geschaffen.
Mir kommt gerade ein Titel in den Sinn, wenn ich euch so ansehe.
Die Kritik der kritischen Kritik.
"Der wahre Preis von allem.
Was alles wirklich kostet, demjenigen, der es erwerben will,
ist die Mühe und der Aufwand, es zu erwerben..."
”Was alles wirklich wen' ist, demjenigen, der es erworben hat
und der darüber verfügen will oder es für etwas anderes eintauschen
Es ist die Mühe und der Aufwand, die er für sich ersparen kann
und die er anderen Menschen aufbürden kann . ”
"Arbeit war der erste Preis,
der ursprüngliche Kaufpreis, der für alle Dinge bezahlt wurde. ”
Wissen Sie, Karl mag Sie sehr. Er ist schwierig in Sachen Freundschaft.
Er hat noch nie jemanden mit nach Hause gebracht.
Sie sind der erste Gast. - Für Sie war das wohl nicht so schön.
Ich habe Ihren Essay gelesen.
Und es sprudelt wie Champagner.
Ich ermesse, was Sie zu Karls Arbeit beitragen.
Nur gibt es Verzeihen Sie mir meine Direktheit.
Er hat nicht Ihre Kondition.
Nach so einer Nacht sind Sie frisch und munter, er aber braucht zwei Tage Erholung.
Reißen Sie ihn mit, wohin Sie wollen. Aber versuchen Sie ihn zu mäßigen.
Sie sind außergewöhnlich, Frau Marx.
Jenny. - Jenny.
Sie sind bewundernswert.
Sie hätten ein reiches und müßiges Leben führen können,
umgeben von Luxus, Genuss und Ihrer Klasse.
Der tödlichen Langeweile bin ich entkommen.
Es gibt kein Glück ohne Auflehnung
gegen die herrschende Ordnung, gegen die alte Welt.
Das glaube ich und ich hoffe, dass ich diese alte Welt bald zusammenbrechen sehe.
Wir beide!
Nein
Wir drei, Jenny.
Wir heben sie aus den Angeln.
Diese alte Welt.
Vielleicht müssten wir etwas mehr als drei sein, oder?
Wissen Sie, mein lieber Marx,
als kleines verdrecktes Landarbeiterkind hab ich Kartoffeln geharkt,
Weizen gedroschen, Kühe gehütet...
Sitzen ist für mich eine Qual.
- Ich tue es für Sie, Courbet. - Ist mir eine Ehre, Meister.
Nicht Meister! Sie malen für das Volk.
Solche Künstler erkenne ich an, andere verabscheue ich.
Und was ist mit Raphael, Da Vinci, Michelangelo?
Ich lehne sie ab. Die Kunst der Zukunft wird für das Kollektiv sein.
Umwandlung der Läufer? Sehr riskant.
Nur zu, tausch ihn aus!
Mein Springer ist gefesselt.
Wir spielen sofort noch mal. - Dieser Zug ist unfehlbar.
Es gibt keine unfehlbaren Züge. Sie sind zu selbstsicher.
Ich kann nicht mehr! Tut mir leid.
Sie kennen meinen Freund Friedrich Engels.
Wir schreiben gerade über Sie. - Ach, wirklich?
Wir verteidigen Sie gegen die Anhänger der kritischen Kritik.
- Darunter Ihr Freund Grün. - Die greifen mich an?
Aufs Heftigste. - Und Sie verteidigen mich?
Du verteidigst jemanden?
Der war unter die Gürtellinie. In Ihrer Brust schlagen zwei Herzen.
Der kritische Proudhon, der in abstrakten Kategorien denkt,
und der echte Proudhon, der das echte Elend sieht.
Wie verteidigen den zweiten. - Gegen den ersten?
Nein. Für die kritische Kritik sind "besitzen oder nicht besitzen",
auch "haben oder nicht haben", abstrakte Ideen.
Für Sie und uns ist "nichts haben" keine abstrakte Idee,
sondern eine niederschmetternde Tatsache.
Heutzutage ist ein Mensch, der nichts hat, nichts wert. Das Geld bestimmt seinen Wert.
Daher haben Sie zu Recht das ökonomische System analysiert.
Kein sozialistischer Autor zuvor hat das je getan.
Ihr Buch ist das erste wissenschaftliche Manifest des französischen Proletariats.
Danke. Trinken wir auf Ihr Werk.
Und der Titel?
Der Titel?
Kritik der kritischen Kritik.
Sehr amüsant.
Scheint mir sehr dialektisch, sehr hegelianisch.
Attentat!
Drei Schüsse wurden abgegeben. Attentat auf Friedrich Wilhelm I W
Attentat verübt auf den König von Preußen!
Der wichtigste Punkt...
ist die Ware.
Arbeit, eure Arbeit,
ist auf ihre Art auch eine Ware.
Eure Arbeitskraft verkauft ihr an euren Arbeitgeber wie eine Ware.
Nur seid ihr nicht frei.
Ihr verkauft sie, um zu überleben.
Wir krepieren! - Und das zum niedrigsten Preis.
Fabrikanten und Arbeiter gibt es immer. - Nichts ist für immer.
Der Ausdruck "das wird es immer geben" stammt von der Bourgeoisie.
Das will uns das Kapital weismachen.
Aber alles bewegt sich.
Alles unterliegt der Veränderung. Nichts ist von Bestand.
Alle gesellschaftlichen Beziehungen, Sklaverei, Leibeigenschaft, Lohnarbeit,
sind historisch und vergänglich.
In Wahrheit müssen sich die momentanen Zustände ändern.
Der Bourgeois ist immer frei, Arbeiter anzustellen,
und diese müssen verkaufen.
Die Bourgeoisie spricht gerne von Freiheit.
Aber es ist nur ihre, nicht eure, und das wisst ihr.
Ihr spürt es am eigenen Leibe.
Jeden einzelnen Tag!
Also ist es kein faires Spiel.
Das ist klar.
Die Karten sind gezinkt.
Welchen Fehler begehen Reformisten wie Proudhon,
die Lohngleichheit als das Ziel der gesellschaftlichen Revolution ansehen?
Sie wollen ein System verbessern, das von Natur aus Elend erzeugt.
Nicht davon, es umzukrempeln.
Proudhon ist ein großer Mann!
Keine Frage. Er ist ein großer Mann.
Aber kein großer Ökonom.
Er hat seinen Platz in der Bewegung, die stark wird - in New York.
Ich grüße den Repräsentant von dort, Hermann Kriege...
In Brüssel, London, Genf,
selbst in Russland und vor allem in Deutschland,
woher unser berühmter Freund Weitling kommt!
Und wo unser unseliger Friedrich Wilhelm Opfer eines Attentats wurde, wie man weiß.
Leider ohne Erfolg.
Und auch in England, woher mein Freund Engels kommt...
Nun freue ich mich, an Weitling zu übergeben.
Du warst sehr forsch.
Freunde, diese Versammlung...
- In Bezug auf das Attentat? - Entschuldige bitte.
Ich finde es nicht schlimm. Aber den Preußen wird es nicht gefallen.
Sie sind nicht meine Zielgruppe. - Sei bitte vorsichtig.
Die werden hart mit den Franzosen umgehen. Ich kann dir dann nicht helfen.
Andere Worte, um dieses Gefühl zu kommunizieren.
Die Koffer sind also schon gepackt?
Ja.
Heute Abend bin ich in London, morgen in Manchester.
Du wirst uns fehlen.
Ich werde leiden. - Und was ist mit der "großen Liebe"?
Wenn es nur sie gäbe.
Komm bald zurück. Wir haben viel zu tun.
Unsere Herzen schlagen wie eins!
Im strahlenden Sonnenlicht voller Liebe!
Im strahlenden Sonnenlicht der Revolution!
Vive la liberté!
Brüder, Freunde...
Wir sind eins!
Wir sind unbesiegbar!
Im ersten Stock.
Komm!
Schnell.
- Monsieur Karl Marx? - Ja, das bin ich.
Auf Anordnung des Premierministers Guizot,
im Namen des Königs, werden sie des Landes verwiesen.
Der König von Frankreich oder von Preußen? - Sehr witzig.
Ausreise innerhalb von 24 Stunden.
Sie machen Scherze! - Meinen Sie?
Ihre Pässe!
Hm.
In 24 Stunden um wohin zu gehen?
Wohin?
Wir müssen alles verkaufen, was wir haben.
In einem Tag. - Wir haben keine Wahl.
Sie haben schon alle des Landes verwiesen. Bakunin, Hess, sogar Ruge.
Liebes? Bist du krank?
Ich
Ich erwarte noch ein Kind.
Ja, Vater?
Wie geht es Ihnen?
Wie geht es dir?
Ich überlebe. - Ich nenne es "nützlich sein".
Aber ich bezahl dich ziemlich gut dafür.
Sind Sie hier, weil Sie mir vielleicht etwas sagen wollen?
In meinem Londoner Club fragt man nach dir.
Mein Freund Naylor fragt ständig, was Freddy so treibt.
Ich kann nicht lügen. Was soll ich ihm sagen?
Was Sie möchten, Vater.
Sagen Sie, ich gehe auf die Fuchsjagd, spiele Karten und arbeite hart für Sie.
Und wenn er mir das zeigt?
Was soll ich ihm sagen? Dass es eine religiöse Schrift ist?
So ist es nicht. - Spiel nicht mit mir.
Es ist keine Satire gegen Religion, es richtet sich gegen die Junghegelianer.
Du hast keinen Respekt für irgendetwas, irgendjemandem oder mich.
Aber ich bin kein Idiot. Du hast nichts gegen subversive Gruppen.
Es sollte Kritik der kritischen Kritik heißen.
Marx fügte Die heilige Familie hinzu ohne mich zu fragen.
Dein Name in Verbindung mit Marx!
Lassen Sie uns bitte kurz allein?
Schöne Freunde hast du da. - Ich habe keinen besseren.
Sie haben ja keine Ahnung.
Provoziere mich nicht.
Ich bitte Sie voller Respekt, nicht über mich zu urteilen.
Bleiben wir bei unserem Arbeitsverhältnis. Sie bezahlen mich als Prokuristen.
Um dir einen Dienst zu erweisen, vergiss das nicht.
Meine Geduld hat ihre Grenzen.
Ich bin noch keinen Tag hier und schon drohen Sie mir.
Ich drohe dir nicht, ich warne dich vor.
Nächste Woche werden dein Bruder und deine Schwester konfirmiert.
Ich nehme an, du wirst nicht an diesem Abendmahl teilnehmen.
Vater, wieso stellen Sie mir Fragen, wenn Sie die Antworten schon kennen?
Wie konnte dieser Teufel nur in dich fahren?
Wir gehen zur Kirche, wir gehen zur Arbeit.
Und du faulenzt in der Höhle des Bösen mit Kommunisten und Konkubinen.
Ich bin noch nicht fertig! Wohin willst du?
Frische Luft schnappen.
Ich ersticke.
Und was sage ich deiner Mutter?
Wollen Sie ein Mundstück für Zigarren?
Zigarren?
Schön gemacht. Wie alt bist du? - Ich weiß nicht.
Manche sagen zehn, andere acht.
Ich würde sagen, höchstens sechs. Danke.
Wo sind sie?
Hey, warte!
Du bist es...
Gott!
Du bist es. - Ich bin es.
Shorty, das ist Friedrich. Er ist kein Wucherer.
Wer ist er?
Nun, wenn er nicht rumläuft und kleinen Bengeln Geld zusteckt
ist er mein Mann.
Lizzy, Friedrich ist wieder da. - Hallo, Friedrich.
Bist du gerade angekommen?
Ich bin seit drei Tagen da.
Drei Tage? Und du kommst jetzt erst?
Du Lump. - Du kennst meinen Vater nicht...
Ach, natürlich kennst du ihn.
Er ist ein wandelndes Gefängnis.
Ich konnte eben erst ausbrechen.
Wir haben kein gutes Bier im Haus, um zu feiern.
Gib Shorty noch eine Guinee. Er hat ihn sich verdient.
Donnerwetter! - Und jetzt ab mit dir.
Ich will meinen Mann für mich.
Danke Ihnen. - Bitte schön.
Wie läuft es hier?
Bewegt sich was?
Es bewegt sich nicht nur, mein Liebster...
Ich hab das Treffen für dich organisiert.
Sagt dir der Bund der Gerechten etwas?
Erzähl.
Ihnen ist jegliche politische Aktivität hier verboten.
Das habe ich unterschrieben, ja.
Bitte schön.
Kannst du das lesen?
Ich muss eine Familie ernähren. Ich brauche Arbeit.
Für die Post ist eine leserliche Handschrift nötig.
Ich mache alles.
Egal, was.
Wie geht es ihr, Lenchen?
Nein, noch nicht, Herr Marx!
Jetzt drück!
Worauf warten Sie? Sie können zu ihr.
Jenny?
Es ist ein Mädchen. - Schon wieder?
Ist das alles, was du sagst?
Schschsch
Guten Tag, Laura.
Können wir sie Laura nennen?
Wenn Lenchen damit einverstanden ist. - Ja, sicher.
Lenchen?
Zum Glück ist sie da, Karl.
Was hätte ich ohne sie getan?
Lenchen, das ist Laura. Gefällt Ihnen das, "Laura"?
Das ist ein sehr hübscher Name.
Dann nennen wir dich also Laura.
Mein lieber Karl,
besonders scheußlich ist es, nicht nur ein Bourgeois,
sondern auch noch Fabrikant zu sein.
Ein Bourgeois, der aktiv gegen das Proletariat vorgeht
Ein paar Tage bei meinem Vater haben mir dieses Grauen vor Augen geführt.
Kommunistische Propaganda und gleichzeitig Schacher und Industrie zu betreiben -
das geht nicht.
Ich halte das nicht durch.
Mein lieber Friedrich,
ich nehme Anteil an deinem Dilemma.
Und deine Anwesenheit fehlt mir.
Hier ist das materielle Leben materiell hart.
Ich bin wieder einmal Vater geworden.
Jenny hat mir eine wunderbare Laura geschenkt.
Da ich keine andere Möglichkeit sehe, meine Familie zu ernähren,
denke ich über ein neues Buch nach.
Es ist wichtig zu erkennen, dass sich der Materialismus, wie wir ihn verstehen,
von dem bourgeoisen Materialismus insofern unterscheidet;
als er eine Humanisierung der Gesellschaft anstrebt.
Zwei Tage! Mehr verlangen wir nicht...
Das sagen Sie immer. - Sie ermüden Madame!
- Dann eben der Gerichtsvollzieher. - Raus!
Was wollen Sie?
Wir wollen unser Geld.
Sie lassen uns ausbluten!
Entschuldigen Sie.
Hier. In Ordnung?
Schönen Tag.
Jetzt raus hier.
Durch welches Wunder ...? Woher kommst du?
Von der Post. - Hast du Arbeit gefunden?
Geldanweisung. Von Friedrich. - Gibt es Neuigkeiten?
Sogar lebendige!
Jenny.
Lenchen.
Ich wollte euch sagen
ach, es ist nicht so einfach zu sagen.
Du weißt, das Friedrich in London den Bund der Gerechten getroffen hat.
Ja, und? - Du kennst Weitling.
Den erleuchteten Schneider. - Mach dich nicht lustig.
Er ist ein Anführer. Er hat diese Organisation aufgebaut und stark gemacht.
Ich weiß. - Und diese Leute glauben an etwas.
Aber ihnen fehlen fundierte Ideen.
Die du ihnen liefern kannst.
Und was hat Friedrich gesagt?
Er fordert mich auf nach London zu kommen, um die Mitglieder der Liga zu treffen.
Verstehe.
Und ich soll mit Lenchen auf die Kinder aufpassen.
Das macht nichts. Mit Herrn Engels Geld kommen wir aus.
Naja.
Nein. Friedrich braucht mich nicht. Er weiß, was zu tun ist.
Karl - Ich bleibe.
Jetzt setz dich wieder!
Du bist verrückt.
Eine solche Chance kommt nie wieder und du lässt sie dir entgehen?
Es ist eine sehr starke Bewegung, die in vielen Ländern vertreten ist.
In der Schweiz, in Deutschland
Wenn du dich zum Delegierten dieses Bundes nominieren lässt,
seid ihr nicht mehr isoliert.
Gemeinsam könnt ihr eine Armee aufstellen,
die mit der Zeit größer und unbesiegbar wird.
Du musst dort hinfahren.
Der Bund der Gerechten
Du Narr.
Lenchen, kommst du?
Oh, der Schneider Weitling!
Es ist da drüben!
Dort ist sie.
Schnell. Ihr seid spät.
Mein Freund, Karl. Meine Frau, Mary.
Deine Frau?
Sie sind so ein großartiger Mann für Friedrich.
Ich hatte Sie mir größer vorgestellt. - Ich bin nur ein Mensch.
Ich hatte nicht erwartet... - Sparen Sie sich die Komplimente.
Kommt, hier entlang.
Seid euch nicht zu sicher.
Es sind harte Männer.
Sie haben viele Schläge eingesteckt und trauen niemandem.
Aber haben sie gelese... - Das auch.
Vorsicht mit Ihrem "kritischen" Dingsda.
Das interessiert sie nicht.
Viel versprechend...
Hier sind die Männer.
Friedrich kennen Sie schon. Und das ist Karl.
Karl Marx.
Setzen Sie sich.
Der Bund unterscheidet zwischen zwei Arten von Menschen.
Die, die durch manuelle Arbeit gestählt und geformt wurden,
und die, die davon profitieren, die Bourgeoisie.
Sie scheinen nicht zur ersten Gruppe zu gehören.
In meinem Buch habe ich geschrieben
Sie sind ein Außenstehender.
Haben Sie je Armut erlebt? Gefängnis oder Verfolgung?
Verzeihung, aber wenn Sie uns ablehnen, bevor wir einen Ton gesagt haben,
was soll dann das Motto "Alle Menschen sind Brüder"?
Es ist unser Ideal..
Dafür kämpfen wir. - Es ist unser neues Jerusalem.
Was machen wir hier?
Der Bund braucht richtige Männer, keine Eierköpfe, die ihn bevormunden.
Aber Sie wollen Ihre Ideen verbreiten, oder nicht?
Prüfen Sie uns. Wenn wir nicht von Nutzen sind, lehnen Sie uns ab.
War gerade von Nutzen die Rede?
Marx.
Auch Sie wurden aus Frankreich ausgewiesen. Hier stecken Sie also.
Übergangsweise. In Brüssel. - Brüssel.
Dort halte ich diesen Herbst einige Vorträge.
Eine Etappe auf dem langen Weg zu unserem einzigen Ziel:
Die Abschaffung des Geldes.
Lassen Sie sich ansehen.
Sie sind mager geworden.
Sie haben gelitten.
Ich auch.
Ketten musste ich erdulden, Schläge.
Sehen Sie, was man mit mir gemacht hat.
Aber meine Seele bleibt ungebrochen.
Weitling! Das ist hier keine Kundgebung. Setz dich!
Also, wie könnten Sie von Nutzen für uns sein?
Weitling hat Anhänger in Frankreich und der Schweiz,
und Sie haben Verbände in Deutschland und England.
Mit uns haben Sie einen Brückenkopf in Brüssel...
- Weitling fährt doch dahin. - Ich rede von etwas ständigem.
Eine dauerhafte Vernetzung bis nach Paris, sogar nach Lyon.
Warum Lyon? - Wegen Proudhon.
Sie kennen Proudhon?
Ja, ich kenne ihn persönlich. Wir stehen uns sehr nahe.
Wir trafen uns regelmäßig, bis ich deportiert wurde.
Und wir haben großen Respekt füreinander.
Man könnte sogar sagen,
wir sind ein Herz und eine Seele.
Herz und Seele?
- Herz und Seele. - Ja. Herz und Seele
Das mit Proudhon war gewagt. Du machst den Bauern gleich zur Dame.
James!
Tut mir leid, die Dame... - Ich weiß, keine Frauen.
Bitte, meine Frau holt sich draußen... - Mein Herr...
Ich werde einen solchen Aufstand machen, dass Sie nirgends mehr Arbeit finden.
Nein, Friedrich...
- Ich gehöre hier nicht her. - Gehen wir.
Wir können unsere Notiz in irgendeinem Pub vergleichen.
Sieh mal an, der junge Engels! - Oh, Mister Naylor. Wie geht es Ihnen?
Ich frage meinen guten Freund Engels oft, wie sich der junge Friedrich so macht.
Wie geht es Ihrem Vater? - So gut es geht.
Darf ich Ihnen meine Frau vorstellen?
- Sehr erfreut. - Und meinen guten Freund Marx.
Freut mich.
Mister Naylor besitzt Gießereien in Leeds, mit vielen Arbeitern, darunter auch Kinder.
Hart, aber notwendig.
Mein Freund Marx ist Journalist, er recherchiert etwas für uns.
Über Kinderarbeit in Fabriken.
Wie viele haben Sie?
In einer Fabrik etwa 20 Kinder auf 30 Männer.
Tag- oder Nachtschicht? - Beides.
Ist das nicht etwas anstrengend?
Tag oder Nacht ist der Gesundheit egal. - Ihrer Gesundheit.
Wie bitte?
Meine Frau meint, dass es Ihrer Gesundheit egal ist.
Aber nicht der der Kinder.
Wir haben keine Wahl.
Sie wissen nur zu gut, ohne Kinderarbeit wären wir nicht konkurrenzfähig.
Weil Sie faire Löhne zahlen müssten?
Nicht ich, der Markt bestimmt den Preis. - Natürlich.
Ich kann nicht als einziger keine Kinder einstellen und bankrott gehen.
So ist die Gesellschaft. - Nein, mein Herr.
Das sind die existierenden Produktionsverhältnisse,
Die Gesellschaft sind nicht Sie.
Ich weiß nicht, was Sie mit "Produktionsverhältnissen" meinen.
Das klingt in meinen Ohren hebräisch...
Danke, James.
Wenn Arbeit teurer würde, gäbe es keine Profite mehr.
Und demnach keine Wirtschaft und demnach keine Gesellschaft.
Vielleicht ist das ja, was Sie wollen...
Sie haben Recht, wir sprechen nicht dieselbe Sprache.
Was Sie Profite nennen, nenne ich Ausbeutung.
Mister Engels, ich bin sehr geduldig gewesen, als Freund Ihres Vaters.
Wo ließe eine Gesellschaft ohne Ausbeutung Leute wie Sie?
Sie müssten auch arbeiten. Wäre das nicht grauenhaft?
Meine Empfehlung an Ihren Vater.
Mein alter Herr bringt mich um.
Wir freuen uns, bedeutende Vertreter der Arbeiterbewegung zu begrüßen.
Sie, Pawel Annenkow, willkommen.
Sie, Hermann Kriege, und zu guter Letzt
unseren großen, verehrten Weitling.
Schon gut.
Sie kennen den Grund dieses Treffens.
Wir wollen eine einfache, gemeinsame Doktrin definieren.
Im Interesse der unstudierten Arbeiter.
Das wird nicht leicht zu schaffen sein.
Es ist eine brüderliche Verpflichtung. - Sie und brüderlich?
- Seien wir konstruktiv. - Sonst wäre ich nicht hier.
Es sei denn, Sie sind wegen etwas anderem hier.
Wie bitte? - Was weiß ich?
Karl
Mir gefällt die Idee der Einfachheit.
Was uns vereint, Kameraden, ist einfach.
- Es ist das Glück des Volkes. - Das Glück des Volkes?
Können Sie Ihre Aktivitäten anderweitig nicht rechtfertigen?
Ich bitte um Verzeihung?
Verzeihung, Liebe, Glück, das Königreich Christi auf Erden.
Ich frage Sie, Weitling, der Sie so viel Lärm gemacht haben mit Ihren Predigten,
auf welche reelle theoretische Grundlage stützen Sie sich?
Und auf welche stützen Sie sich künftig?
Mein Ziel, meine Absicht ist es nicht, neue Theorien zu schaffen,
wirtschaftliche oder andere.
Ich bin gegen diesen Kult des Neuen um jeden Preis.
Gestern hab ich's wieder gesagt und der ganze Saal hat getobt.
Alle Macht den Arbeitern, um eine universelle Harmonie zu erreichen.
Es genügen 100000 bewaffnete Proletarier
und der Beistand von 40000 Kriminellen,
um die Tyrannei der Bourgeoisie zu beenden. - Die Arbeiter erheben zu wollen,
ohne ihnen eine konstruktive Doktrin anzubieten,
ist ein unehrliches Spiel mit einem inspirierten Propheten
und sprachlosen Schwachsinnigen.
- Meine Zuhörer Schwachsinnige? - Unerhört.
- Empörend. - Schaut mal. Ein Russe, unter uns.
Pawel.
In seinem Land, spielen Sie vielleicht eine Rolle.
Nur dort wachsen solche seltsamen Verbindungen
zwischen konfusen Propheten und konfusen Anhängern.
Aber bei uns, in Deutschland, Frankreich und England
passiert nichts ohne eine materialistische Theorie.
Dieser Mann hat unter dem Banner der Gerechtigkeit Hunderte versammelt!
Ein Doppelgesicht wie Sie sollte besser schweigen.
Wie nenne Sie mich? Schschsch
Ich habe tausende von Briefen erhalten, die beweisen, dass meine bescheidene Arbeit
gewichtiger sind als Salondoktrinen, die vom leidenden Volk weit
Ignoranz hat noch niemals jemandem genützt!
Nimm das zurück! Friedrich, sag was!
Was soll das alles?
- Das lass ich mir nicht bieten. - Seien Sie vernünftig, bitte.
Ich werde das erste Opfer der Guillotine sein, dann seid ihr an der Reihe,
dann deine Freunde,
und zum Schluss schneidest du dir selber den Hals ab.
Die Kritik verschlingt alles, was existiert.
Und wenn es dann nichts mehr gibt,
verschlingt sie sich selbst.
Meine Herren, Ladies.
Danke.
Was ist passiert?
Ja, was ist passiert?
War nicht das Ziel, eine gemeinsame Doktrin zu finden?
Mit solchen Trotteln?
Karl, sieh mich mal an.
War das Absicht oder nur schlechte Laune?
Wie dem auch sei, wir sind erledigt. Kaputt.
Grün wird Proudhon berichten.
Können wir einfach mal aufhören, vor Proudhon zu kuschen!
Grün hätte uns sowieso schlecht geredet.
Schön, aber Proudhon war unser Joker,
die Königskarte in der Strategie.
Das war gerade ein Riesenschritt für uns. - Und wieso?
Klärt mich mal jemand auf, warum das Trottel sind?
Ich weiß nicht, was mich davon abhält, Sie beide zu zerquetschen.
Sie haben einen der respektabelsten Männer unserer Bewegung beleidigt,
Sie eingebildeten Strolche.
Weitling ist am Boden zerstört.
Er sagt, niemand habe ihn jemals so gedemütigt.
Er hat vielleicht ein wenig übertrieben.
Er hat was? Würden Sie das wiederholen?
Sie haben einen Mann durch den Schmutz gezogen, einen Kämpfer, einen Anführer
Ohne Rücksicht auf seine Erfahrung und Reife!
Eigenschaften, die Ihnen völlig abgehen! Ihre Jugend entschuldigt nicht alles.
Der Bund hat, was Sie betrifft, eine Entscheidung gefällt.
Und ich bin hier, sie zu übermitteln.
Sie werden sich dieser gemeinschaftlich getroffenen Entscheidung fügen.
"Nach reiflicher Überlegung..."
Ich wiederhole: "Nach reiflicher Überlegung
bittet Sie das Londoner Komitee erstens, dem Bund der Gerechten beizutreten.
Zweitens,
zu helfen, ihn neu zu organisieren.
Und drittens dazu beizutragen, ein neues Programm zu entwickeln,
über das anschließend mit allen Mitgliedern diskutiert werden wird." verstanden?
Selbstverständlich werden Sie zu unserem nächsten Kongress im Herbst eingeladen.
Wir hoffen, Joseph Proudhon davon überzeugen zu können, teilzunehmen.
Ihre Hilfe dabei wäre kostbar, da Sie ja mit ihm befreundet sind. Nicht wahr?
Haben Sie etwas zu sagen?
Nichts.
Nichts.
Meine Herren.
Ich kann ohne diesen Vertrag nicht nach Port-au-Prince zurück.
Natürlich, das verstehe ich.
- Du musst - MARX: Ich weiß, was ich sagen muss.
Entweder schlägt das Eigentum die Republik zu Boden
oder die Republik schlägt das Eigentum zu Boden.
Da ist er. - Wirf die Zigarre weg.
Proudhon!
Lieber Doktor...
Erinnern Sie sich an Engels? - Natürlich. Leider hab ich wenig Zeit.
Ich habe Ihren Brief nicht ganz verstanden. Um was geht es?
Ja, gleich, Grün.
Es ging um den Bund der Gerechten. Eine Bewegung,
die sich bis in die Neue Welt erstreckt. - Ganz kurz, was wollen Sie von mir?
Sein Korrespondent in Frankreich zu sein.
- Berichterstatter? - Meister, wir müssen gehen.
Nennen Sie mich nicht Meister! Lassen Sie mich atmen.
Ein netter Junge, aber er hängt mir am Rockzipfel.
Er erzählt überall, er hätte Sie die deutsche Philosophie gelehrt.
Pssst!
Wissen Sie, er hat eine Frau und zwei Kinder zu ernähren.
Verständlich, dass er sich etwas aufbläst.
Was wollten Sie?
Dass ich Delegierter des Bundes werde?
Ich bin ehrlich mit Ihnen.
Ich habe zu viel Arbeit und bin zu faul, mich weiterer Verpflichtungen anzunehmen.
Sie sind jünger als ich.
Sie müssen nicht sofort antworten.
Wir schicken Ihnen die Dokumente. - Nein, wirklich nicht. Allerdings
würde ich gerne unsere Diskussionen als Briefwechsel fortführen.
Aber bitte, mein lieber Marx,
schlachten wir uns nicht gegenseitig ab oder ziehen uns durch den Dreck!
Machen Sie es nicht wie Luther, der das katholische Dogma zerstörte
und eine ebenso intolerante Religion gründete.
Ist das Ihr letztes Wort?
Ganz sicher nicht, verehrter Marx. Sicher nicht.
Die ganze Geschichte liegt doch noch vor uns.
Moment.
Mein neuestes Buch.
Danke.
Ich bin gespannt auf Ihren Kommentar.
Grüßen Sie Ihre Familie.
Die Philosophie des Elends.
Diesen Kongress müssen wir für uns entscheiden, ja?
Ja.
Sicher.
Nur wie? - Lass das mal meine Sorge sein.
Und Proudhon?
Das wird dann wohl meine Sorge sein.
Das Elend der Philosophie!
Haben Sie Proudhons Philosophie des Elends gelesen?
Hier ist Marx' Antwort darauf: Das Elend der Philosophie.
Heute beim ersten Kongress des Bunds der Gerechten in London:
unsere Brüder aus Leipzig und Berlin.
Aus Schweden sind hier die Abgesandten aus Uppsala und Stockholm.
In Kürze erwarten wir Neuigkeiten
von unseren Freunden aus Philadelphia und New York.
Karl, darf ich dir ein paar Genossen vorstellen? Wilhelm, Hans, Walter.
- Schön, ja. Hermann! - Aber nichts Neues von Weitling.
Hörst du, Weitling?
Wie geht's dir? - Gut. Du musst mit ihm sprechen.
Lizzy! - Ist das schön.
Alles in Ordnung?
- Äh, Mister Engels? - Ja, der bin ich.
Ich bin Donald Murray. Freut mich.
Es tut mir leid, aber Sie stehen nicht auf der Rednerliste.
Sie sind nicht offiziell delegiert.
Was meinen Sie? Wir sind Mitglieder des Bundes, also Delegierte.
Es kann nur einen akkreditierten Delegierten geben.
Akkreditiert... Aber ich bin akkreditiert.
Sie sind eingeladen, nicht akkreditiert.
Sie können zuschauen - Nein.
Wir kommen nicht von so weit, um zuzuschauen.
Ich verlange eine Abstimmung.
Sie werden verlieren. Sie haben zu viele Gegner.
Ich muss Delegierter sein, Punkt, aus.
Mir wurde angetragen, für die Delegation aus Brüssel...
- Ich rufe zur Abstimmung auf. - Warum? Muss das sein?
Welcher der Anwesenden ist gegen die Akkreditierung Friedrich Engels
als einzigem Delegierten für die Region Brüssel?
- Wir sind dafür! - Wir nicht! Dagegen!
Wer stimmt dagegen? Hebt die Hand.
Und wer ist dafür?
Mit einfacher Mehrheit ist Engels
als Brüsseler Vertreter angenommen.
Los, Friedrich, los!
Danke.
Im Namen meiner Freunde in Frankreich,
Deutschland, der Schweiz und Belgien
bin ich hier, um die Grundsätze darzulegen,
auf deren Basis wir den zukünftigen Kampf planen...
Denn machen wir uns nichts vor:
Dieser Kampf wird extrem gewalttätig werden
Genug, genug Gewalt!
Was wir fordern, was die Menschheit fordert
ist Güte! Brüderlichkeit!
Was die Welt braucht,
mehr als unsere Körper Wasser, ist Freundlichkeit.
- Eine innige Brüderlichkeit. - Recht hat er! Lasst ihn reden!
Es gibt wahrscheinlich Leute hier, denen die Tränen aufsteigen,
wenn sie die Worte Güte, Freundlichkeit und Brüderlichkeit hören.
Aber Tränen verleihen keine Macht.
Die Macht vergießt keine Tränen.
Die Bourgeoisie ist nicht freundlich
und ihr werdet sie nicht mit Güte erobern.
Bürger, Freunde, Genossen.
Warum sind wir hier?
Weil wir kämpfen!
Und wofür kämpfen wir?
Freiheit! - Gleichheit!
Alle Menschen sind Brüder!
Alle Menschen sind Brüder?
Alle Menschen sind Brüder?
Seid ihr das? Du? Und du?
Ja, natürlich.
Und was ist mit dir? Mir? Alle hier heute?
Sind Bourgeoisie und Arbeiter Brüder?
Nein! Nein!
Nein, sind sie nicht.
Sie sind Feinde!
Wir müssen wissen, wozu wir uns hier versammeln.
Wegen einer abstrakten Idee? Eines sentimentalen Tagtraums?
Wie weit kommen wir damit?
Wir müssen wissen, was der Bund will, wofür er kämpft!
Und das müssen wir jetzt entscheiden. - Warum jetzt?
Wir wissen, wen Sie repräsentieren. Marx ist da.
Er versteckt sich jetzt.
Lang lebe Weitling! - Lang lebe Proudhon!
Nein, ich bin hier. Ich verstecke mich nicht.
Ihr schreit "Lang lebe Proudhon" und "Lang lebe Weitling", aber wozu?
Ruhe! - Das kennen wir schon!
Proudhon verlässt Frankreich nicht. Und Weitling hat aufgegeben.
Ihr jubelt Schatten zu! Ihr alle.
Ihr alle!
Ich habe hier das Buch, von dem Marx spricht.
Seine Antwort auf Proudhon...
Er stellt die grundlegende Frage und bringt damit unser aller Kampf auf den Punkt.
Karl. - Fahr fort, du hast das Wort.
"Der Gegensatz zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie
kann nur zu einer totalen Revolution führen..."
Stopft ihm das Maul!
"und solange Klassen existieren,
wird das letzte Wort der Sozialwissenschaft immer lauten...", wie George Sand sagte:
"Der Kampf oder Tod."
"Der blutige Kampf...
oder das Nichts."
- Lang lebe George Sand! - Lang lebe Marx!
Wer sich weigert zu kämpfen, soll aufstehen und es sagen!
Die industrielle Revolution hat den modernen Sklaven hervorgebracht.
Dieser Sklave ist das Proletariat.
Wenn es sich selbst befreit, befreit es die gesamte Menschheit!
Und diese Freiheit trägt einen Namen!
Kommunismus!
Daher fordere ich, dieses Motto abzuschaffen!
Denn es ist irreführend und schwach!
Das ist ein Putsch!
Hier ist unser Motto!
"Arbeiter aller Länder vereinigt euch!"
Ich beantrage, dass der Bund der Gerechten
von heute an umbenannt wird in "Bund der Kommunisten"!
Wer ist dafür?
Und wer ist dagegen?
Wir nennen uns ab heute offiziell
Bund der Kommunisten!
Der Bund der Kommunisten!
Du hast zwei hübsche Kinder, Jenny.
Möchtest du auch welche?
Fred? Als Vater?
Nein, ihm kribbelt es zu sehr in den Beinen.
Außerdem bedeuten Kinder für Arme viel Kummer.
Aber Fred... - Ich weiß.
Er hat Geld. Schmutziges Geld...
Nein. Ich will frei sein.
Ich bin frei. Ich will kämpfen.
Und um zu kämpfen, muss ich arm bleiben.
So seh ich das.
Er versteht mich.
Also keine Kinder mit ihm? Jemals?
Vielleicht mit Lizzy, später.
Wer ist Lizzy?
Meine Schwester. Sie ist 16.
Sie könnte ihm welche schenken. Sie bettelt geradezu darum.
Hab ich was Falsches gesagt?
Keine Zeit? Du hättest das Programm schon vor einer Woche liefern sollen.
Ich bin mit drei Artikeln in Verzug und ich brauche das Geld.
Die Zeit ist reif!
Ich habe eine Familie zu ernähren. Du nicht!
Du bist ungerecht.
Entschuldige. Ich will sagen:
Ich kann nicht ewig von anderen abhängig sein, auch nicht von dir.
Ich kann auch mit deinen Notizen nichts anfangen.
Ein Katechismus des Kommunismus?
Darum hat man uns gebeten? - Warum? Es ist idiotisch!
Damit der Arbeiter es sich besser merken kann.
Ich weiß, das ist ärgerlicher Mist.
Das habe ich nicht gesagt. - Doch!
Lad es mir auf. Sag dem Komitee einfach, es ist meine Schuld.
Ist das meine Art?
Weiß ich nicht, aber in London verlieren sie langsam das Vertrauen.
Wir haben einen letzten Abgabetermin.
1. Februar.
Das ist bald.
Und wenn wir nichts haben?
Dann musst du alle geliehenen Dokumente zurückgeben und
es werden Maßnahmen gegen dich eingeleitet.
Sollen sie sie einleiten.
Ich bin müde.
Müde?
Du?
Karl, die Völker sind im Aufruhr! Der Brotpreis steigt.
In Irland sind mehr als 500 000 Leute verhungert.
Die Arbeitslosigkeit nimmt zu.
Österreich und Frankreich hängen am seidenen Faden, Polen ist bereit!
Wir sind dabei zu gewinnen, Herrgott!
Steh du auch auf, gütiger Himmel! Wach auf!
Ich habe nie aufgehört.
Nie. Nicht eine Sekunde.
Ich werde bald 30, Friedrich. Ich habe kein Geld und keine Energie mehr.
Ich will Bücher schreiben.
Das braucht einfach einen langen Atem.
Ich hab genug von Flugblättern und Manifesten
Schon gut.
Du weißt wie ich, dass...
all die Arbeit, diese ungeheure Arbeit,
die Bücher, Artikel, Vorträge umsonst waren,
wenn wir kein einfaches Buch schreiben, das alles zusammenfast, das alle verstehen.
Das Elend der Philosophie, gut.
Aber wir brauchen ein wahres kommunistisches Manifest.
Proudhon wird sich davon nicht erholen. Weitling ist am Ende.
Willst du jetzt damit aufhören?
Wirklich?
Du kannst dich danach ausruhen. Wir beide werden uns ausruhen.
Wir werden brave Bürger,
ich zusammen in Barmen mit Mutter und du in Trier mit zehn Kindern.
Gefällt dir das?
Jetzt habe ich kurz geglaubt, du meinst es ernst.
Karl, was bedeutet das?
"Schreckgestalt".
"Schreckgestalt".
Nein, warte.
"Ein Gespenst
geht um in Europa."
"Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus.
Alle Mächte des alten Europas
alle Mächte des alten
Europas ..."
- Lass das. - Jenny, lies es ihm vor.
"Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst des Kommunismus.
Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd
gegen dies Gespenst verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot,
französische Radikale und deutsche Polizisten der Geschi... Gesell..."
Das macht so keinen Sinn.
Was macht keinen Sinn? - Hier.
Du hast Recht, da fehlt der zentrale Absatz. Friedrich, wo ist er?
- Wo ist er? Schnell! - Schubs mich nicht.
Hier.
"Es ist hohe Zeit, dass die Kommunisten ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke,
ihre Tendenzen darlegen und dem Märchen vom Gespenst des Kommunismus
ein Manifest der Partei selbst entgegenstellen.
Zeig mal her.
Also... Ich würde schreiben:
"ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen
vor der ganzen Welt offen darlegen ..."
Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft'
ist die Geschichte von Klassenkämpfen.
Die Gesellschaft spaltet sich immer mehr in zwei feindliche Lager.
In zwei große, einander diametral entgegengesetzte Klassen.
Die Bourgeoisie und das Proletariat.
Die Bourgeoisie hat die persönliche Würde in einen einfachen Tauschwert aufgelöst
Und anstelle zahlloser verbriefter, weh/erworbener Freiheiten hat sie
die einzig und mitleidslose Freiheit des Handels und des Profits gesetzt.
Sie hat dem Familien Verhältnis seinen rührend-sentimentalen Schleier abgerissen
und es auf ein reines Geldverhältnis zurückgeführt.
Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei der spießbürgerlichen Wehmut
im eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt.
Die Handelskrisen steilen in ihrer periodischen Wiederkehr
immer wieder die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft infrage.
Das Bedürfnis nach einem stets ausgedehnteren Absatz für ihre Produkte
jagt sie über die Erdkugel.
Es entwickelt sich eine Bourgeoisie des allgemeinen Handels
und so eine allseitige Abhängigkeit der Nationen voneinander:
Die moderne Bourgeoisie ähnelt einem Zauberer,
der die teuflischen Kräfte, die er heraufbeschworen hat,
nicht mehr unter Kontrolle bringt.
Die Waffen, womit die Bourgeoise den Feudalismus geschlagen hat,
richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst.
Song: Bob Dylan - Like a Rolling Stone ♪ Once upon a time you dressed so fine
♪ Threw the bums a dime in your prime, didn't you?
♪ Peaple call, say, ”Beware doll, you're bound to fall”
♪ You thought they were all kiddin ' you
♪ You used to laugh about
♪ everybody that was hangin' out
♪ Now you don't talk so loud
♪ Now you don't seem so proud
♪ About having to be scrounging your next meal
♪ How does it feel
♪ How does it feel
♪ to be without a home
♪ without a direction home
♪ like a complete unknown
♪ like a rolling stone?
Can't find what you're looking for?
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