Afrikaans
Akan
Albanian
Amharic
Armenian
Azerbaijani
Basque
Belarusian
Bemba
Bengali
Bihari
Bosnian
Breton
Bulgarian
Cambodian
Catalan
Cebuano
Cherokee
Chichewa
Chinese (Traditional)
Corsican
Croatian
Danish
Dutch
Esperanto
Estonian
Ewe
Faroese
Filipino
Finnish
French
Frisian
Ga
Galician
Georgian
Guarani
Gujarati
Haitian Creole
Hausa
Hawaiian
Hebrew
Hmong
Hungarian
Icelandic
Igbo
Interlingua
Irish
Japanese
Javanese
Kannada
Kazakh
Kinyarwanda
Kirundi
Kongo
Krio (Sierra Leone)
Kurdish
Kurdish (Soranî)
Kyrgyz
Laothian
Latin
Latvian
Lingala
Lithuanian
Lozi
Luganda
Luo
Luxembourgish
Macedonian
Malagasy
Malay
Malayalam
Maltese
Maori
Marathi
Mauritian Creole
Moldavian
Mongolian
Myanmar (Burmese)
Montenegrin
Nepali
Nigerian Pidgin
Northern Sotho
Norwegian
Norwegian (Nynorsk)
Occitan
Oriya
Oromo
Pashto
Persian
Punjabi
Quechua
Romanian
Romansh
Runyakitara
Samoan
Scots Gaelic
Serbian
Serbo-Croatian
Sesotho
Setswana
Seychellois Creole
Shona
Sindhi
Sinhalese
Slovak
Slovenian
Somali
Sundanese
Swahili
Swedish
Tajik
Tamil
Tatar
Telugu
Thai
Tigrinya
Tonga
Tshiluba
Tumbuka
Turkmen
Twi
Uighur
Ukrainian
Urdu
Uzbek
Vietnamese
Welsh
Wolof
Xhosa
Yiddish
Yoruba
Zulu
(Georg Trakl)
(Grete Trakl)
(Albert Brückner)
(Mutter Trakl)
(Entfernte Kinderstimmen)
(Entfernte Kinderstimmen)
(Kinderstimmen, Lokomotiv-Geräusche)
(Die Tür ist verschlossen.)
Georg! (Der Schaffner pfeift.)
Schuschi!
Du brauchst gar nicht schauen. Er ist nicht da.
Vielleicht im nächsten Zug. Hm? Mein Mädel!
(Grete weint.) "Schwester!"
"Da ich dich fand ..."
"... an einsamer Lichtung des Waldes ..."
"... und Mittag war ..."
"... und groß das Schweigen des Tiers ..."
(Eine Frau stöhnt lustvoll.)
"Gewaltiges Sterben."
"Die singende Flamme im Herzen."
"Stunde der Trauer."
"Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden."
"Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden."
"Unter finsteren Tannen ..."
"... mischten zwei Wölfe ihr Blut ..."
"... in steinerner Umarmung." (Die Frau stöhnt leise.)
"Dunkle Liebe eines wilden Geschlechts, ..."
"... dem auf goldenen Rädern ..."
"... der Tag davonrauscht." Schuschi!
"Stille. ... Nacht." (Sie lacht.)
Komm! Lass uns lieber das machen, wofür du mich zahlst! Hm?
Das kann ich wenigstens.
Das kann ich mir heute nicht mehr leisten. Dann geh!
He! Du hast was vergessen!
(Eine Frau lacht.)
(Verschiedene Stimmen)
Frau von Schwarzenstein! Schön, dass Sie gekommen sind! Danke!
Guten Abend! ... Frau Hader!
Keine Sorge! Es geht gleich los.
Herr Professor Brückner! Guten Abend!
(Die leere Flasche fällt runter.)
(Die Handknochen knacken.)
Du kannst von mir aus nackt spielen. Aber du spielst!
Nur wenn er kommt!
Er schreibt Examen nächste Woche.
Seit wann wäre das wichtig? Seit er keine Apanage mehr kriegt.
Stell mich jetzt nicht bloß vor den Leuten!
Das machst du mit mir nicht.
Brückner!
Er ist hier in Salzburg?
Er dirigiert das Auftragskonzert.
Ach! Die ganzen Absagen ...
Dass ich nicht zum Vorspiel konnte, das hast du veranlasst!
Bleib in Salzburg, Grete! Heimlich! Und gibst nach, -
- wenn es nicht mehr anders geht. So wie du!
Das reicht so!
(Applaus)
(Klassische Musik)
(Er hört die Klavier-Musik.)
Hallo, Papa!
Sie lässt dich nicht hinein. Ne?
(Schöne, ruhige Klavier-Musik)
(Applaus)
Kommen Sie!
Ihre Technik ist brillant. Aber ...
Das ist nichts Besonderes.
Es ist das Herz, -
- das Sie über andere hinaushebt. Geben Sie darauf Acht!
Ja und?
Ab September in Wien.
Sie haben nichts anderes erwartet! Oh danke!
Danke! Das bedeutet mir so viel.
Sie haben da nicht nur eine Gabe. Das ist ein Auftrag!
Nehmen Sie das ernst!
Ihr Bruder.
Ich habe gedacht, du kommst nicht.
Fast ein halbes Jahr und kein einziger Brief, Georg!
Ich habe hundert geschrieben.
Und keinen geschickt. ... Sei froh!
Ich komme nach Wien.
Zu Brückner in die Meisterklasse.
Ab September schon.
Es ist schon alles fest, Georg.
Es ist abgemacht!
Das machst du nicht!
(Schnelle Schritte)
An die Akademie!
Herrgott! Wie konntest du das zulassen? Du bist betrunken.
Allein in Wien! In ihrem Alter! Sie war die Jüngste im Pensionat.
Wien ist kein Pensionat, Mutter! Und sie ist kein Kind!
Du willst das nicht? ... Sehr gut!
Dann sag es ihr! Sie hört auf dich.
Ich habe euch Texte geschickt. Vor einer Zeit schon.
Dein Vater hat auf dein Vordiplom gewartet.
Und jetzt? Du hast ihn gesehen.
(Er weint.)
Es ist nie richtig. Hm?
Egal, was ich mache!
Dein Laudanum.
Rezeptfrei. Wie immer!
(Sie atmet tief ein.)
"Über den weißen Weiher -"
"- sind die wilden Vögel fortgezogen."
"Träumend unter Silberweiden, -"
"- kosen unsere Wangen vergilbte Sterne, -"
"- beugt sich die Stirne vergangener Nächte herein."
"Über unseren Gräbern beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht."
"Immer starrt uns das Antlitz unserer weißen Gräber an."
"Es tönen die kahlen Mauern der Stadt."
"Immer klingen die weißen Mauern der Stadt."
(Schritte) "Oh, mein Bruder!"
Das ... Das schreibst du alles.
Aber dann ... Dann willst du mich nicht.
Wir waren Kinder. ... Wir waren einsam.
Herrgott, Gretl!
Schau doch hin! Wir sind doch davongekommen.
"Aus blauem Spiegel tritt die schmale Gestalt der Schwester."
Gib her! "Er stürzte wie tot ins Dunkel."
Gib das sofort her!
"Es dräut die Nacht am Lager unserer Küsse."
"Es flüstert wo:"
"Wer nimmt von euch die Schuld?" Sei still!
"Noch bebend von verruchter Wollust ..."
Sei jetzt still! Kein Wort mehr!
"Unter den dunklen Bogen unserer Schwermut, ..."
"... spielen am Abend die Schatten verstorbener Engel."
"Unter den dunklen Bogen unserer Schwermut, ..."
"... spielen am Abend die Schatten verstorbener Engel."
"Träumend unter Silberweiden, ..."
"... kosen unsere Wangen vergilbte Sterne."
Wo bleibt die Salbe für den Hofrat? Er schickt jetzt schon zum 2. Mal!
In Arbeit. Alles in Arbeit. Jesus, Maria!
Ich habe den Laden voll!
Sind Sie wahnsinnig?
"Nur ein Vorschlag."
"Für die Musik mit Worten. ... Nicht böse sein!"
"Grete."
Dass sie sich das traut!
"Immer klingen die weißen Mauern der Stadt."
"Unter Dornenbogen, ..."
"... Oh mein Bruder, klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht."
"Immer klingen die weißen Mauern der Stadt."
"Ja! ... Ja, die klingen."
"Die klingen, die weißen Mauern."
Über den weißen Weiher ...
... sind die wilden Vögel ...
... fortgezogen.
"Über den weißen Weiher sind die wilden Vögel fortgezogen."
"Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind."
"Über unsere Gräber beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht."
"Unter Eichen -"
"- schaukeln wir auf einem silbernen Kahn."
"Immer klingen die weißen Mauern der Stadt."
"Unter Dornenbogen, oh mein Bruder, ..."
"... klimmen wir blinde Zeiger gen Mitternacht."
Schön, nicht?
(Kinderstimmen)
(Die Kirchenglocke läutet.)
(Sie hört mehrere Instrumente.)
(Verschiedene Streichinstrumente)
(Klassische Musik mit Streichinstrumenten)
(Klassische Musik mit Streichinstrumenten)
(Eine Tür wird laut zugemacht.)
(Tanzmusik)
(Er hört die Tanzmusik.)
(Noch Tanzmusik)
(Ruhige Klavier-Musik Schumann: Träumerei)
He! Du schuldest mir einen Tanz!
Jetzt tanz doch mit ihr!
Ja genau! Einmal! (Einige applaudieren.)
(Tanzmusik)
Du musst immer gewinnen. Hä?
Also dann ...
Ha! ... Schuschi!
Ich wollte ...
Ich muss dir was sagen.
Ja, dann sag es halt!
Oh! Ich kann nicht. (Seufzt) Ich kann nichts sagen.
Ist denn das die Möglichkeit?
Kannst du auch mal an was anderes denken?
Kaum.
Und das hast du mir so lange vorenthalten?
(Kinder singen entfernt:) "Ein Männlein steht im Walde -"
"- ganz still und stumm. Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um."
"Sag, wer mag -"
"- das Männlein sein ..." Hier aufpassen!
(Verschiedene Stimmen)
Gretl!
Passt auf, dass ihr nicht ausrutscht!
Gretl!
Glaubst du, dass es eine Sünde ist?
Ich weiß es nicht.
Es ist mir egal.
"Es dräut die Nacht am Lager unserer Küsse."
"Es flüstert wo:"
"Wer nimmt von euch die Schuld?"
"Noch bebend von verruchter Wollust Süße."
"Wir beten: 'Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!'"
"Aus Blumenschalen steigen gierige Düfte."
"Umschmeicheln unsere Stirnen -"
"- bleich vor Schuld."
"Ermattend unterm Hauch der schwülen Lüfte."
"Wir träumen: 'Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!'"
(Akkordeon-Musik)
"Doch lauter rauscht der Brunnen der Sirenen."
"Und dunkler ragt die Sphinx vor unserer Schuld, ..."
"... dass unsere Herzen sündiger wieder tönen."
(Es donnert.) "Wir schluchzen:"
"'Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!'"
Du machst es alles gut.
Mein ganzes Leben. Du wiegst es auf.
(Er atmet heftig und schwer.)
Georg!
(Sie schreit:) Georg!
Georg!
(Sie versucht zu schreien.)
(Sie röchelt.) Wo bist du denn?
(Geräusche von Pillen)
Du weißt nicht, was ich für eine Sehnsucht habe nach dir.
Selbst jetzt, wo ich dich immer haben kann.
Du hast keine Ahnung.
Es hört nicht auf, Gretl.
Im Gegenteil. Es wird immer mehr.
Ich will ein Ganzes sein.
Ein Ganzes, statt zwei Halbe.
Das will ich, ...
... seit ich denken kann.
Was machst du denn? Zwei Klausuren. Gestern, heute!
Willst du das Semester schmeißen?
(Er schnupft Kokain.)
Ich habe gedacht, das ist vorbei.
Dann fängt es halt wieder an! (Er schnieft.)
Ich weiß gar nicht, was du hast.
Die sind doch gut. Ganz gut! "Ganz gut"?
Sie taugen nichts. Mein ganzes Leben taugt nichts.
Ich habe zu viel Ballast. Schau mich an!
Bin ich Apotheker? Im Leben nicht!
Von Worten wird keiner satt. Nicht, wenn sie nichts taugen.
Das bleibt nicht so. Hab Vertrauen! Es kotzt mich an.
Ich brauche einen Platz in der Welt. Ich gehe sonst unter.
(Er hustet heftig.) Das macht dich fertig!
Das Gift, dieses Scheißzeug! Das ist der Ballast in deinem Leben.
Ach komm, Ludwig! Hau ab!
(Er spielt einige Töne.)
Morgen wieder! Professor Brückner!
Verzeihung! Grete Trakl.
Das ist natürlich etwas anderes. Fräulein Trakl!
Für Sie gilt morgen nicht und übermorgen nicht.
Zum Wintersemester dann. ... Vielleicht!
Aber wegen den paar Tagen. Drei Wochen!
Ich hatte einfach keine Zeit.
Ach, das kommt vor! Natürlich!
Aber jetzt sind Sie da!
Viel Erfolg! Nein!
Bitte nicht! Mein Kurs ist voll.
Probieren Sie es in Fingertechnik oder Gehörübung!
Alle wollen komponieren. Aber nicht alle tun es!
Ich kann nicht bis zum Winter warten.
Es hat noch niemand gesehen. Schauen Sie rein!
Bitte! Ihre Arbeit?
(Schnelle, melodische Klavier-Musik)
(Ruhige Melodie)
(Er schnupft.)
Ausgeschlafen?
(Schnelle Klavier-Musik)
(Ruhige Klavier-Musik) Jetzt langt es!
Packen Sie zusammen! Zehn Minuten und hinten raus!
(Sie beendet das Spiel.)
Sie waren in Amerika?
Ja. ... Es war ein Konzert.
Negermusik!
Ich muss gehen!
Hören Sie es denn nicht? Ich kann es. Ich spüre es.
Ich schreibe es auf. Ganz einfach. Aber es fehlt noch -
- zu viel und ... Ihnen fehlt Disziplin.
Und ein wenig Bescheidenheit.
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag zehn Uhr!
Ich hatte gehofft, dass Sie kommen!
Wo wollen Sie denn hin, Fräulein?
Zu Herrn Trakl. Genau!
Kein Damenbesuch! Ich bin seine Schwester.
Es gibt nicht nur einen Verlag!
Ich komme zu nichts mehr. Wenn du da bist nicht, -
- und wenn du weg bist. Nicht eine Zeile in 3 Wochen.
Wozu das alles? Hauptsache, irgendwer ist schuld.
Ich bin zu viel da und zu viel weg. Wofür soll ich mich -
- zuerst entschuldigen? Es ist zu viel.
Ich kriege keine Luft.
Zu viel jetzt?
Du bleibst da!
Was hast du gedacht?
Hast du gedacht, du kommst her und alles wird gut?
Wie in einem Märchen?
Wie in einem Traum? Wie in einem schönen Traum?
Das ist kein Traum, Gretl!
Ja. Nicht für mich. Es gibt nicht nur dich!
Es gibt auch, was ich will. Du weißt nicht, was du willst!
Ich verstecke mich nicht ein Leben lang. Nicht mal für dich!
(Er schnupft.) Und das soll helfen, ja?
Na gut!
Au! Bitte ... nicht!
Nein! Bitte!
Entschuldigung!
Entschuldige, Gretl!
Es tut mir leid!
Fass es nicht an, ja?
Bitte! ... Fass es nie wieder an!
Versprich es mir!
Lass mich los!
Was? ... Ich dich?
Du lässt doch mich nicht los. So ist das!
Was passiert denn mit uns, Georg?
Ich kann das nicht auf mich laden, Gretl.
Nicht immer mehr und noch mehr.
Also ... kein Wort!
Georg!
Georg!
Nein, Gretl! Nein!
Mach mir Platz jetzt! ... Ich melde mich.
Nein, so nicht!
So kommst du mir nicht davon!
So! Und jetzt probieren wir es auf meine Art.
Einen Cognac!
Oh! Schon Feierabend?
Nix da! Noch zwei Stunden. Morgen ist Abgabe.
Halts Maul, Ludwig! So dankst du mir?
Ausnahme für gute Führung!
(Mann:) He, Kokoschka! Du bist dran. Sie fehlt dir immer noch.
Hm? ... Es scheint dir gutzutun.
Wer immer sie ist, sie kriegt Prozente.
Du bist eine echte Sau, Schubeck.
Weißt du das?
Danke, Ludwig!
Leckt mich am Arsch, ihr bigotten Spießer!
Ihr reaktionären Scheißer! He, Kokoschka! Langsam, ja?
Hände weg! Halts Maul! Lasst mich, ihr Scheißer!
Ihr seid doch längst alle verfault.
Hin seid ihr. Ihr lebt doch nicht mehr. Ach verdammt!
(Kokoschka:) Alma!
Warte, Alma!
Na? Wer sagt es denn?
Unter Ratten ein Mensch!
Alma! ... Jetzt warte!
(Jemand macht ihn nach:) Alma! Alma! Der Kokoschka?
Wie hinter einer läufigen Hündin. Er pudert die Falsche.
Und keiner passt auf ihn auf.
(Schnelles Klavierspiel)
(Sie spielt sehr schnell immer dieselbe Melodie.)
(Noch immer dieselbe Melodie)
(Schlusston)
Danke schön!
(Entfernte Geigen-Musik)
Ich bin so froh, Margarete.
Ich war noch nie so froh für jemand anderen. Es ist seltsam.
Aber schön!
Ein schönes Gefühl.
(Hufe klappern.) Heute kommen sie bestimmt!
Das ist der dritte Tag, Georg. Ich will nicht mehr.
Georg!
Werfel, Schnitzler und Rilke.
Oh! Jetzt hat er schon wieder einen neuen Roman.
Georg, bitte! Ob heute oder morgen ist doch egal. Da! Hier ist es.
Hier! Georg Trakl! Das ist mein Buch.
Ich bin es. Das bin ich. ... Hier bitte!
(Die Kirchturmuhr schlägt.) Hilf mir mal! Ist alles nass hier.
(Nichts zu verstehen.) Gretl! ... Gretl!
Was willst du?
Sehen, ob du noch lebst.
Du siehst es ja! Man kann nicht ewig wegrennen!
Was du nicht sagst.
Und was will er?
Professor Brückner. ... Mein Bruder Georg.
Wir sind uns begegnet. Flüchtig.
Verzeihen Sie! Ich komme dann zur 2. Stunde.
Gretl! Gretl, bitte! Es tut mir leid!
Ich war grob. Ich schaue zu oft nur auf mich selber.
Aber ... Das heißt nicht, dass ich es nicht weiß. Was?
Was du kannst und was es bedeutet und wie viel das ist.
Ich bin wirklich stolz auf dich.
Du kannst es gut verbergen. Sonst wirst du zu eingebildet.
Depp! Stimmt!
Aber nur, weil es mir so gut geht.
Ist es nicht ein bisschen schmal?
Du kleines Luder!
(Georg öffnet die Tür.) (Türglocke)
Die sind alle weg. Alle! Nur eins ist noch da.
Die sind alle verkauft. Alle!
Die sind alle weg!
Heute lesen die Leute aber auch jeden Schund.
Das dank ich alles nur dir. Du weißt gar nicht, wie sehr.
Ich mache es gut, Gretl. Alles! Ich schwöre es!
Ich habe gedacht, du kommst nicht mehr.
Nein?
Nein.
(Sie spielt ruhige Klavier-Musik.)
Jetzt wird alles anders, Gretl.
Wenn ich Erfolg habe ...
... und Geld ...
Endlich Geld, Gretl!
Wir reisen, leben in den besten Hotels.
Mit Geld geht alles.
Ich brauche kein blödes Geld.
Ich brauche bloß dich!
Das wird dir dann schon gefallen.
Ich wollte eigentlich warten damit.
Was soll das?
Das ist Australien.
Das ist die andere Seite der Welt.
Das ist das Paradies. ... Wir allein!
Was ist?
Warum nicht?
Vielleicht, weil mich da keiner versteht außer dir?
(Ziehharmonika-Musik) Erstaunlich!
Ganz genau!
Für Hochzeitskarten. Manche machen das.
Das wird gedruckt. Sie ist meine Schwester!
Da kommt irgendein Depp und du ziehst den Schwanz ein!
Der Depp kennt die halbe Stadt. Ja und?
Eine scheiß Angst hast du.
Eine scheiß Angst! Man muss schauen, was möglich ist.
Soll ich mich verstecken wie ein räudiger Hund? Wir müssen weg hier!
Ich brauche meine Sprache! Bloß ja nie zu nah dran.
Bloß nie satt werden!
Entweder so oder gar nicht. Wenn es dir passt, holst du mich.
Und dazwischen werde ich am besten unsichtbar. Ja? Etwa so. Ja.
Und was wird dann aus mir?
Wo komme ich noch vor?
Das musst du selber wissen!
(Sie würgt heftig.)
Und morgen?
Ich weiß noch nicht.
Vielleicht!
Grüß Gott!
(Musik) Und dann hält sie mich wieder hin.
Tagelang, wochenlang.
Sie ist ja verheiratet. Nicht?
Aber das ist es nicht.
Nein. ... Sie wartet.
Sie wartet, bis ich an ihrer Tür kratze wie ein läufiger Hund.
Und dann sitzt sie mir Modell.
So! Verstehen Sie, Trakl?
Und nur manchmal, ...
... selten, gibt sie sich wirklich her.
Und ich wie ein Depp.
Als gäbe es nur eine auf der Welt.
Nur sie!
Und wie hält man das aus?
Dass es nicht anders wird?
Dass sie Ihnen nie ganz gehört?
Wie machen Sie das?
Wahnsinnig werden.
Arbeiten.
Und außerdem ...
Wenn ich sie wirklich hätte, das ...
Das wäre furchtbar. Weil Sehnsucht ...
Sehnsucht ist doch der größte Antrieb.
Erfüllung ist ein Scheißdreck. Oder?
Was wollen Sie eigentlich wissen von mir, Trakl?
Immer wieder fragen Sie die gleichen Sachen.
Um wen geht es hier wirklich?
Meine Schwester.
Es ist meine Schwester!
Das ist wunderbar, Trakl.
Es ist perfekt.
Sie werden ein ganz großer Dichter.
Sie werden ganz groß.
(Klavier-Musik)
"Im wunderschönen -"
"... Monat Mai, ..."
"... als alle -"
"... Knospen sprangen."
Schon der übergebundene Auftakt -
- in der Klavierstimme zu Beginn des Liedes impliziert Traurigkeit.
Eine herzzerreißende Ahnung von Untergang. (Schluchzen)
(Brückner spielt eine ruhige Melodie.)
Wen haben wir denn da?
(Tanzmusik)
Die Schwester!
Danke! Gerne.
Kokoschka. Ich bin mit Ihrem Bruder bekannt. Soweit das möglich ist.
Du hast sie eingeladen. Was?
Verdammter Idiot!
Spinnst du? Willst du es dir mit allen verderben?
Hast du Angst, Ludwig? Dass ich dich nicht mehr brauche?
Du machst es einem schwer. Ja? Ja. Was soll ich machen?
Um dich zu erleichtern? Sag! Komm!
Jetzt sag es doch mal!
(Eine Frau lacht laut.)
Komm!
Wohin denn? Heim. Zu mir oder zu dir? Pass auf, du!
Er ist mein Bruder. Er ist auch mein Bruder.
Er ist mir das Liebste! Sei still!
Ich lüge nicht mehr. Hast du verstanden? Eine Frau.
Wir brauchen eine Frau!
Traut sich denn keine?
Gretl, geh jetzt mit! Bitte!
Warum, Schuschi?
Sag es mir hier! Sag es mir einmal vor allen Leuten!
Weil ich meine Ruhe haben will.
Weil ich endlich einmal meine Ruhe haben will vor dir.
Dann gehst du jetzt besser! Nicht ohne dich!
Hier!
Was muss ich machen? (Applaus)
Nun äh ...
Machen Sie sich frei!
Bitte!
Lebende Skulptur.
Wer etwas weiß, ...
... ruft -
- und gewinnt.
"Die Anbetung". Das ist "Die Anbetung".
Rodin. Herbstsalon Paris im letzten Jahr.
Bravo! Bravo!
Ich bringe dich um, du!
Blöder Hund! Georg! Lass das! Er ist ja deppert.
Sie also! Hm?
Es war immer nur sie.
Ich habe dich wirklich nie gekannt.
Und dabei bleibt es jetzt.
Pack deine Sachen! Morgen bist du raus.
(Ludwig schließt leise die Tür.)
Sie ist so viel jünger.
Und sie ist meine Schülerin. Mein Interesse -
- an ihr galt nur der Musik. Das ist kein Vorwurf, Professor.
Es ist nur eine Bitte.
Wie alt sind Sie, Professor?
Alt genug. Alt genug, -
- um nur noch zu fördern, wer es wirklich wert ist?
Alt genug, um eine Familie zu gründen?
Weg von allem hier?
In einer anderen Stadt? Vielleicht auf dem Land?
Ihre Schwester wird mich nicht heiraten. Sie wird!
Weil sie immer getan hat, was ich will.
Und dieses eine Mal wird es gut für sie sein.
Zwingen Sie sie zur Vernunft!
Es ist ihre einzige Chance.
Danke!
Servus, Mama!
Hat Georg dich geschickt? Wer besucht dich in der Nacht?
Schubeck.
Schubeck?
Ja und?
Die Wirtin hat ihn gesehen, Grete!
Wen?
Das sagst du mir!
Ach! So ein Unsinn.
Und das?
Ich habe versucht, dich fernzuhalten. Immer!
Ins Pensionat mit sechs schon. Und auswärts die Ferien.
Aber du mit deinem Trotz wolltest nach Wien!
Gott ist mein Zeuge. Ich war dagegen.
Was sagst du denn da?
Sag es!
Oh Gott! Du hast es gewusst.
Du hast es immer gewusst. Von Anfang an.
Nein. Nein. Oh doch! Du hast es gewusst!
Nein! Du hast es passieren lassen.
Du hast uns damit alleingelassen. Sogar damit! Warum?
Ich ... wusste gar nichts!
Geh weg! Geh weg!
Ich ... Ich bin dir nichts mehr schuldig.
Ich bin niemandem mehr was schuldig.
Nur noch mir selber. Ich will, dass du gewinnst, Gretl.
Wenigstens du! Du hast das Zeug dazu.
Heirate Brückner!
Das ist deine letzte Chance.
Das bringt ihn um.
Das hält er nicht aus.
Ich bin im Hotel, bis ich wieder heimfahre.
(Eine Tür wird geöffnet und geschlossen.)
Was sagt der Arzt?
Sei nicht traurig!
Er sagt, es kann dauern beim ... Ersten.
Ein Jahr. Oft länger.
Was ist das da?
Neueste Methode! Ach komm!
Das wird schon.
Ist was dabei für mich?
Lobmann lässt fragen, ob du diesmal spielst beim Sommerkonzert.
Nein!
Das ist solche Verschwendung! Eine Schande!
Ich kann da nicht mehr zusehen. Dann schau woandershin!
Du musst wieder spielen! Ich muss nur sterben irgendwann.
Lass dir doch helfen! Ich kann helfen.
Eine Lesung. ... Seine erste Lesung!
Mach so was nie, nie mehr!
Wir wollten nach Bayreuth an dem Tag. Was will er?
Wieder Geld? Ich telegrafier ihm. Er bat dich einmal!
Aus Not. Er braucht mich da.
Er ist mein Bruder. Und ich bin dein Mann.
Wir reden morgen. Und wenn ich Nein sage?
Verzeih!
Bitte!
Ich wünschte nur, es hätte einmal mit mir zu tun.
Ich finde nichts, was dich annähernd so bewegt, -
- wie alles, was mit ihm zusammenhängt.
Aber wahrscheinlich habe ich mich ganz furchtbar vertan.
Und ich kann dir ... nichts geben.
Rein gar nichts!
"Es ist ein Stoppelfeld, in das ein schwarzer Regen fällt."
"Es ist ein brauner Baum, der einsam dasteht."
"Es ist ein Zischelwind, der leere Hütten umkreist."
"Wie traurig dieser Abend."
"Am Weiler vorbei sammelt die sanfte Waise -"
"- noch spärliche Ähren ein."
"Ihre Augen weiden rund und goldig -"
"- in der Dämmerung."
"Und ihr Schoß harrt des himmlischen Bräutigams."
"Bei der Heimkehr fanden die Hirten -"
"- den süßen Leib verwest im Dornenbusch."
"Ein Schatten bin ich -"
"- ferne finsteren Dörfern."
"Gottes Schweigen ..."
"Gottes Schweigen trank ich aus dem Brunnen des Hains."
"Auf meine Stirne -"
"- tritt kaltes Metall."
"Spinnen suchen mein Herz."
"Es ist ein Licht, -"
"- das in meinem Mund erlöscht."
"Nachts fand ich mich auf einer Heide, -"
"- starrend von Unrat und Staub der Sterne."
"Im Haselgebüsch klangen wieder kristallene Engel."
Grete? Hast du das gesehen?
Mein Gott! Hast du gehört, wie die klatschen?
Entschuldige, Gretl! Ich bin so froh.
So unglaublich ...
Einfach froh.
Danke, Gretl!
Das ist meine Schwester.
Ach, Sie sind das!
Ich freue mich sehr.
Sollen wir nachhause fahren? Ja, fahren wir.
(Nichts zu verstehen.)
(Nichts zu verstehen.)
Gretl! ... Gretl! Jetzt warte doch!
Ich muss morgen früh raus. Morgen ist Sonntag!
Willst du mir noch mehr zeigen hier? Was reimst du dir zusammen?
Dass nichts für ewig ist. Gretl! Wir müssen reden.
Aber ich kann jetzt nicht weg. Nein. Weil deine Freunde da sind.
Deine neuen, guten Freunde! Nein! Da geht das jetzt nicht!
Aber nachher vielleicht.
Nachher! ... Wer weiß?
(Er seufzt.)
(Jemand öffnet die Tür.)
(Sie stöhnt lustvoll.)
Halt! ... Halt!
(Flüstert:) Es ist gut so. Es ist nicht die Zeit.
Komm!
Grete! Ich habe immer Angst.
Jeden Tag.
Ob du auch zufrieden bist.
Ob ich nicht zu viel krieg vom Leben und du zu wenig.
Was kann ich noch machen, Grete?
Du hast alles getan, Georg.
Das reicht für ein Leben!
Hast du wirklich gemeint, du kommst so davon?
Dann pass gut auf jetzt, Georg!
Das heute Nacht ...
Das war genau einmal zu viel!
Ab heute brauche ich dich nicht mehr.
Weil ab heute bin ich nicht mehr allein.
Verstehst du?
Nie mehr allein!
Das hast du nicht getan!
Das darf nicht sein!
Es ist die größte Sünde!
Dann passt es ja zu uns.
Ein Ganzes ... Weißt du noch, Georg?
Ein Fleisch.
Jetzt ist es so weit!
Wer in Gottes Namen bist du?
Ich bin, wer ich immer war.
Nur du bist ein anderer.
Du hast alles vergessen.
Aua!
Ich bin glücklich.
(Ein Kind ruft:) Hier zu mir!
(Anderes Kind:) Ich will auch mal.
Genau, ich auch!
(Die Kinder lachen.)
Aaah!
(Sie schreit laut.)
Wo ist sie?
Fass mich nicht an! Nimm deine Drecksfinger von mir!
Geh weg! Hau ab! Es ist mein Kind. Es gehört mir. Geh weg!
(Weint:) Lass mich in Frieden endlich!
Geh weg! ... Geh weg!
Lass mich in Frieden! Hau ab!
Raus! ... Gehen Sie raus, Brückner!
Bitte!
(Grete weint.) Gehen Sie, bitte!
Schlaf jetzt!
Dass du ...
... schnell gesund wirst.
Du musst mir gesund werden!
(Sie flüstert:) Er weiß es nicht.
Er denkt, es ist sein Kind.
Er darf es nicht wissen!
"Es dräut die Nacht am Lager unserer Küsse."
"Es flüstert wo:"
"Wer nimmt von euch die Schuld?"
"Noch bebend von verruchter Wollust Süße. Wir beten:"
"Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!"
"Aus Blumenschalen steigen gierige Düfte."
"Umschmeicheln unsere Stirnen bleich vor Schuld."
"Ermattend unterm Hauch der schwülen Lüfte."
"Wir träumen:"
"Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!"
"Doch lauter rauscht der Brunnen der Sirenen und -"
"- dunkler ragt die Sphinx vor unserer Schuld."
"Dass unsere Herzen sündiger wieder tönen."
"Wir schluchzen:"
"Verzeih uns, Maria, in deiner Huld!"
(Er hört, wie die Tür zufällt.)
Sie sind schuld, wenn sie stirbt!
Sie haben sie umgebracht! Damit, damit, -
- damit, damit! Es gab immer nur Sie.
Sie haben sie mir nur geliehen. Nur einen Teil von ihr.
Sie haben es gewusst?
Nein.
Nein.
Ich weiß es erst seit gestern.
Sie hat im Fieber geredet und sie war ...
... sehr präzise!
Wie können Sie nur damit leben?
Warum?
Trakl!
Warum?
Ich weiß es nicht.
Es gab keine Wahl.
Sie sind ein Monstrum!
Egal, was ich mache, ich kann immer bloß verlieren!
Ich mag nicht mehr.
Vielleicht geht es nicht immer ums Gewinnen.
Sondern?
Ums Aushalten. (Sie seufzt.)
Ich weiß nicht. Ums Verstehen.
Man wird an seinen Platz gestellt.
Man kann es sich nicht aussuchen. Ach nein?
Aber du!
Hast du nicht immer gehabt, was du wolltest von mir?
Was ich am meisten wollte, das habe ich dir nie gesagt.
Weil du es mir gegeben hättest!
Vor langer Zeit schon.
Verstehst du?
Du wärst mit mir gegangen.
Auch dahin!
Das Leben macht mir mehr Angst als der Tod.
Immer schon.
Für alles andere verzeih mir!
Verzeih mir, Gretl!
Nicht für mich, sondern für dich.
Mach deinen Frieden mit der Welt!
Und dann?
Dann schaust du es einmal ...
... einmal wirklich an ...
... das Leben.
Ohne mich.
In Freiheit!
(Vögel zwitschern laut.)
Also dann!
Eins noch, Schuschi!
Es gibt keinen Jüngsten Tag!
Und keine Schuld über den Tod hinaus.
Es richtet sich alles hier.
Du kriegst alles hier, und du zahlst alles hier.
Danach gibt es -
- nichts mehr.
Nur Frieden und Licht.
Ich weiß es, Georg.
Ich habe es gespürt.
Ich war doch fast da!
Untertitelung 2014: Untertitel-Werkstatt Münster
Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.