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Marquardt? Am Montag examiniere ich dich.
Sie holen mich.
Ich soll an den Atlantik walten.
Dann kann der Spuck nicht mehr dauern. Olbricht, Beck, von Hassel, Gerschen,
Popitz, die planen was.
Deine Impfrubbern, die sind ja alle behindert.
Das entreicht Auswahlkinder.
Sie sind schon eingestorben. Wenn es Karin wäre?
Glaubst du nicht im Ernst, dass ich unsere Karin eingeben würde?
Der Berliner Bote!
Der Berliner Bote!
Der Berliner Bote!
In dieser Spezialwerkstätte werden neuartige Prothesen für Beinamputierte
hergestellt.
Ihre Beweglichkeit passt nicht den natürlichen Bedürfnissen in nahezu
vollkommener Weise an. Wie sich die Kunstglieder auswirken, das zeigen diese
Bilder.
Der Ritter mit der eisernen Faust, Götz von Berlichingen, konnte im 16.
Jahrhundert seine künstliche Hand nur unter Zuhilfenahme seiner Gesunden
bewegen. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Sauerbruchhand gezieltes Greifen
mithilfe der verbliebenen Muskulatur des Dampfes.
So, dann lassen wir ein bisschen Licht da rein.
Das operative Vorgehen erklärt euch jetzt der Examenskandidat
Marquardt.
Die Kraftübertragung erfolgt über diese Zugschnüre.
Die werden dann in Elfenbeinstifte eingehängt und dann in die Muskulatur
eingelegt. So, so.
Aber wie?
Man macht jeweils einen Kanal, einen Muskelkanal.
Und der wird dann mit Haut ausgekleidet.
Welche Muskeln sind das? Das sind Strecker und Beuger.
Damit man das Handgelenk dann strecken und beugen kann. Das ist Quatsch.
Siehst du an dieser Prothese irgendein Handgelenk?
Marquardt, du hast es gerade in dem Film gesehen.
Es geht um den Pinzettengriff.
Halt!
Immer rein, mein Lieber. Es ist mir eine große Ehre, euch heute als klinischen
Fall einen Helden des Afrika -Feldzuges vorstellen zu dürfen, Oberstleutnant
Klaus Schenk, Graf von Stauffenberg.
Bitte.
Würden Sie uns und unserem...
Kandidatus Mediziner, zunächst einmal Ihre medizinische Odyssee schildern.
sehr. Gerne.
Ich bin bei Jagdbomberbeschuss in Tunesien verwundet worden.
Im Feldlazarett wurde mein Auge entfernt. Die rechte Hand wurde über dem
Handgelenk amputiert. So wie der kleine als auch der Ringfinger der Linken. Im
Reservelazarett in München habe ich mich einer Mittelohr - und
Kniegelenksoperation unterzogen. Dort hat man dann auch mein Glasauge
Weil durch einen Geschottsplitter mein rechter Arm eiterte, hat man den Stumpf
nicht auf eine Prothese vorbereiten können. Und jetzt... Und jetzt ist er
Glück bei Sauerbruch.
So, Herr Oberstleutnant, dürfte unser Examenkandidat Marquardt wohl Ihren
begutachten? Natürlich. Bitte.
Guten Tag. Guten Tag.
Nun, Marquardt, hältst du diesen Stumpf für geeignet, um eine Sauerbruchhand
anzupassen?
Ich weiß es nicht.
Selten treffen wir nach Amputationen im Feld optimale Voraussetzungen an.
Glaubst du, dass eine operative Korrektur des Stumpfes notwendig ist,
Kanäle gemacht werden?
Ganz genau. Denn die Stumpfmuskulatur ist so noch nicht beweglich genug.
Also wird in einem ersten Schritt... Die Muskulatur mobilisiert für Bildung der
Kraftwüste. Ganz genau. Und dann...
Werden die Kanäle für die Stifte gebildet.
Oh, das war aber eine schwere Geburt.
Lieber Schaufenberg, Sie hören, es sind noch etliche Eingriffe nötig, bevor Sie
mit einer Sauerbruchhand sich selbst wieder Ihre Zigarette anzünden können.
So, wir müssen hier unterbrechen.
Bitte räumt den Saal.
Ist auch hinter.
Ein Angriff am helllichen Tag.
Was ist eigentlich mit unserer Luftwaffe los?
Fragen wie der Rhein -Mayer.
Sie wollte geringer heißen, wenn auch nur ein feindliches Flugzeug über Berlin
erscheint.
Es ist ein Wunder, dass niemand verletzt worden ist.
Aber die anderen Kamine sind auch einsturzgefährdet. Also, die
im Dachgeschoss müssen geräumt werden.
Kollege Jung, Sie können hier bei mir im Arbeitszimmer schlafen. Das weiß ich
sehr zu schätzen. Und Maria Fritsch? Die muss ins Wohnzimmer.
Es geht nicht anders.
Du kannst mit deinen Kolleginnen im unteren Schwesterzimmer schlafen.
Und Martin, du ziehst in die Prothesen -Weichstaff.
Im Marquardt geht ja sowieso.
Krankenzimmer. Die oberen Stockwerke werden komplett geräumt. Alle.
Und was den Operationsbetrieb anbelangt.
Wenn die Amerikaner jetzt auch tagsüber Angriffe fliegen, müssen wir ab sofort
alle Operationen im Bunker machen. Immer.
Wir können natürlich auch bei Alarm mit einem Patienten mit offenen Bauch in den
Bunker umziehen. Der Bunker ist bei einem Treffer sicher.
Drei Meter Beton fast.
Das sollte ja wohl reichen. Und was ist mit den Patienten, die ans Bett gebunden
sind? Meine Forderung nach einem Bettenbunker hat der Goldfasern vom
Luftschutzamt ja als vollkommen überzogen abgewiesen. Und die Charité
evakuieren will man nicht, um die Berliner nicht zu beunruhigen. Wir
mit vereinten Kräften bei jedem Alarm die Patienten wie die Ölsardinen in den
-Bunker schichten.
Verstößt das nicht gegen die Luftschutzordnung? Es gibt doch da nicht
Toiletten. Von der Belüftung ganz abgesehen. Wer reinpasst, kommt rein.
Diskussion.
Er hat sich jetzt die Prüfung gestalten.
Und ist jetzt ein richtiger Arzt.
Na dann ist er doch der richtige Deckelführer im Tag.
Aber er muss erst an die Front. Vorher will er bestimmt nicht noch heiraten.
Kindchen, das ist die Gelegenheit für eine Witwenrente.
Ich heirate doch nicht wegen Geld. Nein, Geld macht nicht glücklich. Aber ich
lobe mir, das wehnt sich leichter damit.
Und eine Verlobung reicht ja auch schon. Der Führer erstattet jetzt so ja
Leichentrauungen.
Ich glaube, Otto macht sich gar nichts aus Frauen. Der ist ganz dicke mit
Martin. Das macht doch nichts.
Im Gegenteil, dann braucht er so ja ganz dringend eine Frau, damit keiner doofe
Fragen stellt. Da kommt es ihm doch gerade recht.
Und das wäre auch nicht das erste Mal, dass so einer das Amüsement mit der
Weiblichkeit noch findet.
Meint er?
Wenig.
Hier sind alle deutschen Sender. Heute ist ein Datum von weltgeschichtlicher
Bedeutung. Unter dem Druck Moskaus haben Briten und Amerikaner... Die seit
langem angekündigte und von uns erwartete Invasion an Europas Westküste
begonnen. Sie findet Deutschland...
Ich
muss endlich in die Vorderanstellung.
Als Unterarzt einer Sanitätskompanie darf man nicht bewaffnet werden. Das ist
das Gegenteil der Abkommen. Was soll ich denn jetzt auch tun?
Willst du den Befehl verweigern und aufgeknüpft werden?
Als ich sieben war, bin ich mal von einem Kirschbaum gefallen.
Und hatte kaum eine Katze.
Und Mutter hat immer gesagt, ich bin wie eine Katze, muss ich leben.
Und zwei oder drei habe ich bestimmt noch.
Hey.
Deinen Glücksbringer wirst du trotzdem brauchen.
Hey, ich nehme ihn gerne, wenn du heiß zurück bist.
Wenn ich dir schreibe, grüße an dein Holzbrot.
Hier, für Mutter.
Wer weiß, wie lange du bis in die Normandie unterwegs bist.
Ich würde mich jetzt gerne von meinem Bruder verabschieden.
Du wirst mir so fehlen, Otto.
Was ist los?
Ich weiß nicht weiter. Karins Behandlung hilft nicht.
Aber Karin wird trotzdem liebenswert.
Es sind so viele Dinge in der Natur, schief und krumm, und sie sind trotzdem
schön. Egal, was die Nazis sagen.
Meinst du, es wäre besser für Karin, wenn wir sie evakuieren würden?
Wie kannst du sie dann schützen?
Ich meine nur, sie weint so viel bei den Luftangriffen.
Vielleicht würde es ihr gut tun, hier aus diesem Wahnsinn rauszukommen.
Kann Mutter sie nicht nehmen?
Sie weiß noch gar nicht, dass Karin behindert ist.
Machen Sie die Tür.
Gute Schrift, Frau Laura.
Auf Wiedersehen.
Machen Sie.
Alles Gute für Sie, Herr Marquardt.
Auch vom Chef und Jung, die sind noch im OP. Und ich soll Ihnen ausrichten, dass
man Sie ja nicht als Patient, sondern als Arzt wiedersehen möchte. Nichts
dafür.
Vielen Dank, Dr. Wagner.
Wiedersehen, Herr Kollege.
Alles Gute, Frau Anna.
Für Sie auch.
Wollen wir uns jetzt hier vor Zeugen einander versprechen?
Liebe Schwester Christel, so gut kennen wir uns wahrhaftig nicht. Und Sie werden
ja sicher nicht auf eine Kriegswitwenrente spekulieren. Denn dann
enttäuschen, ich habe vor, im Leben zu bleiben.
Leben Sie wohl.
Sie werden sich damit abfinden müssen, dass er Karin an den Wasserkopf bekommt.
Und wenn wir es dann mal mit der hypertonischen Kochkreuzlösung
Vielleicht bewirkt das ja noch etwas.
Wir können das Kind nicht noch stärker dehydrieren. Wir riskieren einen
Nierenversagen. Und der Hirndruck ist trotzdem nicht gesunken. Ich denke, in
Kinderfachabteilung Wiesengründ ist ein Kind für Karin am besten aufgehoben.
Das kommt nicht in Frage.
Wir müssen unsere Betten für die Luftangriffsopfer freimachen.
Dann nehmen wir sie wieder zu uns.
Ich kann auch keine Ärztin freistellen, nur damit sie ein behindertes Kind legt.
Sie wissen doch selber, was hier los ist.
Ja, aber in diesem Grund herrscht schon inzwischen auch Bettenmangel. Dann kann
Karin doch erstmal bei uns auf der Station bleiben.
Ich weiß doch, wie schwer das für Sie beide ist. Aber als Arzt muss man auch
seine Grenzen kennen.
Sie haben vielleicht mit Ihrem Leben abgeschlossen. Aber wir noch lange
Ich lasse mein Kind nicht.
Walter, Sie haben Ihrer Frau von meiner Krebserkrankung erzählt?
Ich habe auf Ihre ärztliche Schweigepflicht vertraut. Es tut mir
weiß... Ich... Ich wünsche mir einen Nachfolger, der in
der Lage ist, auch schwierige Entscheidungen mannhaft zu tragen.
Beweisen Sie mir, dass Sie der Richtige wären.
Sie müssen wegen der Situation Verlustmeldung erstatten.
Wenn ich zutue, dass Karin verlegt wird, das wird mir Anni doch nie verzeihen.
Wollen Sie wirklich, dass Ihre Ehe unter einem behinderten Kind leidet?
Es ist besser, wenn es wegkommt. Oder wollen Sie warten, bis man Ihnen Ihr
Sorgerecht entzieht? Ihre Frau wird sich schon abfinden.
Machen Sie neue.
Sie können das doch.
Wenn sie gehen muss, dann gehe ich mit ihr.
Haben Sie Nachricht von Peter?
Er ist als 1A bei der 4.
Panzerdivision im Raum Koblenz in der Ukraine.
Es geht ihm in den Umstädten entsprechend gut.
Ich will dafür sorgen, dass er zumindest Oberkommandeur abkommandiert wird.
Deutschland kann nur hier in Berlin gerettet werden.
Können Sie ein diskretes Treffen mit Generaloberst Beck in Ihrem Haus für
arrangieren? Nein, Tim.
Sie sind doch mit ihm bekannt.
Er ist mein Freund.
Der Plan ist folgender.
Sechs Wochen nach dem ersten Eingriff kann ich die Kanäle...
für die Elfenbeinstifte bilden. Nach weiteren vier Wochen sind die Kanäle
belastbar. Dann folgen Stumpfübungen mit einer Zugapparatur zur Kräftigung der
Muskulatur. Drei bis fünf Kilo sollten Sie heben können, bis die Prothese
endgültig angepasst ist.
Vier Monate müssen Sie rechnen.
Davor muss ich eine wichtige Aufgabe erfüllen.
Sie selbst.
Ein Unrecht muss man auf sich nehmen.
Dass das Tuns oder das Nichttuns.
Aber Ihre körperlichen Kräfte sind angegriffen. Ihre Nerven sind...
Bei der Ausführung Ihrer Aufgabe könnten Sie einen Fehler machen.
Das muss ich riskieren.
Nach Lage der Dinge bin ich der Einzige, der es machen kann.
Aber doch nicht in Ihrem Zustand.
Wenn Sie so weitermachen, werden Sie das nächste halbe Jahr nicht überleben.
Diese Diagnose können Sie jedem deutschen Soldaten stellen.
Meine Herren, Oberstleutnant Klaus Schenk, Graf von Stauffenberg, Chef des
Stabes im Allgemeinen Heeresamt unter General Olbricht.
Darf ich vorstehen?
Botschafter R .D. von Hassel, Herr Minister Puppitz,
Herr Professor Jessen, Direktor Plank, Herr Dr.
Kempner und General Obersbeck.
Bedient euch nach Belieben an den Getränken.
Wenn ihr was benötigt, dann finde ich mich bei meiner Frau im Salon. Das ist
sicher das Beste, Herr Gerberat.
Vielen Dank.
Die macht sich bereit für die Götterdämmerung.
Und du weißt nicht, was sie vorhaben?
Wahrscheinlich wollen sie mit den Alliierten über eine Kapitulation im
verhandeln, damit sie die Ostfront halten können. Aber dafür müsste man
beseitigen. Die Wehrmacht will putschen. Ich hätte nie gedacht, dass ich diesen
Tag einmal herbeisehnen würde.
Ich bin nur froh, dass Peter nicht mehr hier im Oberkommando dient.
Und wenn sie fehlschlägt?
Was blüht uns dann?
Wenn sie es tun muss, es klappt.
Aber rein, wir haben es so gut.
Je aufrichtsloser die Kriegslage, desto brutaler die Verfolgung.
Mich halten alle für einen harmlosen Schachverrückten. Man hat mich sogar vom
Konsulatsekretär zum Kanzler befördert, mit dem Segen der Partei.
Heil Hitler!
Heil Hitler!
Wo finden wir Martin Schelling?
Martin Schelling?
Ja? Gegen Sie ist eine Vorbeugehaft verhängt.
Es muss eine Verwechslung sein. Nein.
Ist alles in Ordnung?
Besser als tot.
Seine Frau hat gerade angerufen.
Du mochtest ihn.
Er hat dich immer gefördert.
Aber vielleicht hat es auch sein Gutes. Dann müssen wir uns weniger Sorgen um
Karin machen.
Weniger Sorgen?
Karin kriegt einen Wasserkopf. Bisher ist es doch gar kein so schwerer
Und der Kopfumfang hat kaum zugenommen.
Vielleicht haben wir Glück und das Ganze kommt zum Stillstand.
Sogar Churchill soll als Kind angeblich einen Wasserkopf kaufen.
Habe ich zu seinem Nachfolger ernannt.
Ganz stolz auf deinen Papa, sag ich.
Glauben Sie mir, ich sollte schon längst weg sein. Ich werde als Arzt einer
Front dringend gebraucht. Und Sie holen mich für solche absurden Anschuldigungen
aus dem Zug? Zum hundertsten Mal.
Ich habe nichts mit diesem Pfleger. Das ist doch gar nicht nötig.
Der Straftatbestand der Unsucht ist erfüllt, wenn Sie das allgemeine
verletzt haben.
Und das ist bereits der Fall, wenn Sie ihm gegenüber wohl lästige Absichten
gezeigt haben. Eine körperliche Berührung ist dazu nicht erforderlich.
lästige Absichten.
Darf man erfahren, welcher Hellseher Anteile gegen mich erstattet hat?
Smakrat.
Räumen Sie ein, dass Sie verführt wurden.
Wir kennen Martin Schelling. Er ist ein notorischer Triebtäter, vor dem wir das
deutsche Volk in Zukunft wirksam schützen werden. Aber bei Ihnen liegt
anders.
Soweit ich das beurteilen kann, sind Sie in der Reichszentrale zur Bekämpfung
von Homosexualität und Abtreibung bisher nicht erfasst, also?
Wenn Sie zugeben, dass er Sie verführt hat, würden Sie mit Frontbewehrung davon
kommen.
Ich will eine Aussage machen.
Ich bin überzeugt.
dass diese Denunziation von einer gewissen Schwester, Christel Böhne,
Sie wollte mich vor meiner Abreise zur Verlobung drängen. Wahrscheinlich aus
eigennützigen Motiven.
Ich bin mir sicher, sie will sich dafür an mir rächen. Ihre Behauptung, Fräulein
Böhne, schätze angeblich... Das ist keine Behauptung. Dafür gibt es diverse
Zeugen in der Chirurgie der Charité.
Unter anderem Frau Dr. Margot Sauerbruch.
Sauerbruch? Ja.
Seine Ehefrau.
Vorzimmer, Professor Sauerbruch, Maria Fritsch im Apparat.
Einen Moment.
Die Kripo.
Wir wollen ausdrücklich Sie.
Margat Sauerbruch, guten Tag.
Kriminalsekretär Leibfried.
Sie kennen doch einen gewissen Otto Marquardt. Bestand zwischen Herrn
und Fräulein Böhnisch eine Liebesbeziehung? Vom Privatleben des
ich wenig Kenntnis.
Bei Herrn Marquardts Abschied kam es zu einem Vorfall. Sie sollen Zeugin
dieser... Ja, Fräulein Bönisch hätte sich wohl noch eine Verlobung gewünscht.
Herr Marquardt hat das aber abgelehnt.
Und Sie wären auch bereit, das zu beeilen?
Selbstverständlich. Und Ihre Dienststelle ist?
Kriminalinspektion M22.
Gott, das war das homosexuelle Dezernat.
Es ging um Otto Marquardt.
Vielleicht haben die auch Martin verhaftet.
Was?
Dann hätte ich betonen müssen, wie innig Ottos Verhältnis zu Schwester Christel
ist.
Ich muss Professor Besser auf der Arbeitstagung Ost in Hohen Lüchen
Und Sie, Frau Dr. Waldhausen, kommen Ihren Chef da besuchen.
Wie Sie wissen, Herr Doktor, habe ich noch keinen Doktor.
Und einen Papierschein raus aus Berlin kriege ich nicht. Das war eine dringende
Dienstreise, aber schön.
Schickst du mir noch Bettnarkete?
Ja. Wir müssen die Betten für die Bombenopfer freimachen.
Evakuieren Sie diese, werde ich in Hohen Lüchen bin.
Und? Wohin geht die Reise?
Ins Wiesengrund.
Sagen Sie es nicht meiner Frau.
Und tief einatmen.
Danke, dass Sie sich wieder hüten.
Kein Problem.
Genießen Sie die ungestörten Nächte da draußen in Hohenmüchen, bei den ganzen
feinen Pinkels, die dort in der Kur sind.
Das werde ich.
Das ist die Letzte.
Wollen Sie nicht erst im Wiesengrund anrufen, ob er überhaupt noch fahren
Ja, mache ich.
Zeigen Sie mir die Transportliste, bitte. Und Sie sind?
Dr. Waldhausen.
Ach so, ist ja Ihre Liste.
Kann die Verlegung nicht warten bis nach dem Angriff?
Ja, natürlich.
Führen Sie die Kinder zurück ins Haus.
Gut.
Wir haben Anweisung, sofort aufzubrechen. Trotz des Alarms.
Ich schaff das schon alleine.
Unser Patient hier ist sicher vernünftig.
Ich glaub, von wenn ich fertig bin.
So.
Bauerbruch -Tirkuspferdchen mit der Unki -Plastik.
Ihr Chef war auch schon da und hat sich sehr für sie eingesetzt.
Sie sind sicher daran interessiert, nicht lange hier zu schmoren. Die
forensischen Patienten werden nämlich bei einem Luftangriff nicht evakuiert.
Diese Zelle hier ist also nicht wirklich ein gemütliches Plätzchen.
Wir können das auch abkürzen.
Ich werde mein Gutachten stellen, auch wenn Sie schweigen.
Mir ist die Aussage unserer NS -Funktionsschwester Beweis genug für
Die Frage ist doch nur, ob Sie Anstand genug haben, sich als Verführer von Otto
Marquardt schuldig zu bekennen. Dann käme wenigstens Ihr kleiner Lustknabe
Frontbewährung davon.
Sie selbst landen so oder so im KZ.
Es sei denn, Sie lassen Ihr abnormes Triebleben medizinisch behandeln.
Wenn Sie in Ihre Entmannung einwilligen, dann kann ich Sie hier in der Klinik
behalten. Und der Kastration hat schon manchem geholfen, diese widerlichen
Neigungen zu überwinden.
Also, ich wüsste jedenfalls, wie ich mich an Ihrer Stelle entscheiden würde.
Wo ist Karin?
Hat jemand nichts gesagt?
Die Kleine ist nur auch evakuiert. Glauben Sie mir, das ist doch besser so.
Ja, jetzt kannst du es essen.
Anni?
Was machst du hier?
Und du?
Du bist doch nicht an der Front.
Ich bin desertiert. Was macht Karin hier?
Sie war im Krankenhaus Wiesengrund.
Ich verstecke sie hier.
Vor Arthur.
Arthur würde sein eigenes Kind ausliefern.
Er hat es versucht.
Ich traue ihm nicht mehr.
Ist Karin alleine hier?
Ich rede sie mit Phenobabitalis.
Das geringere Übel.
Und wieso wirst du desertiert?
Die vom homosexuellen Referat sind hinter uns her.
Schwester Gretel muss mich denunziert haben.
Euch?
Wie kommt Gretel dazu, dir sowas anzuhängen? Ist absurd.
Anni, ich bin... Du doch nicht. Du hast nur noch nicht die Richtige gefunden.
Aber den Richtigen.
Ich liebe Martin.
Weißt du, wo er ist?
Hat man ihn verhaftet?
Ja.
Er soll bei den Kriegen zur Begutachtung sein.
Der bringt ihn ins KZ.
Martin ist Aktenkundig, er gilt als Verführer. Ja, ohne ihn wärst du ja auch
nicht. Ich meine, was soll denn das?
Begreif das bitte.
Martin hat mich nicht verführt.
Ich habe mich in ihn verliebt.
Ich könnte mich hier oben verstecken und auf Karin aufpassen.
Aber dafür musst du was für mich tun.
Begrin ist hellgutstücker auf dich.
Du musst zu ihm gehen und Martin rauspauken.
Wo warst du?
Schade, dass du vor dem Angriff nicht mehr rausgekommen bist.
Ich habe versucht, dich zu erreichen, aber die Leitungen waren alle tot.
Und die Gleise haben sie erst jetzt wieder flott gekriegt.
Gut, dass dir nichts passiert ist.
Du hast unsere Tochter ausgeliefert.
Alle Kinder werden jetzt evakuiert.
Oder ist dir lieber, dass Karin beim nächsten Angriff umkommt? Aber doch
nach diesem Grund. Du weißt doch, was man da mit den Kindern macht.
Anni, das ist eine ganz normale Nervenklinik, in der sie behinderte
pflegen. Und sie für Experimente benutzen. Karin doch nicht.
Anni, wenn du willst, hole ich dich wieder zurück.
Es soll einen Anschlag auf Hitler gegeben haben.
Ist er tot?
Das sind nur Gerüchte.
In der Wolfschanze.
Stockenberg.
Er hat immer wieder die Behandlung aufgeschoben.
Hitler tot.
Das wäre... Das glaube ich erst, wenn es offiziell ist.
Komm, komm, komm.
Schon nach Mitternacht.
Und immer noch keine Meldung.
Das ist doch ein gutes Zeichen.
Hätte Hitler überlebt, dann hätte er doch gleich im Rundfunk gesprochen.
Vielleicht noch richtig an Feinschänder.
Überall nur Musik.
Dann lassen wir eben Musik laufen.
Das passt doch zu dieser Feierstunde.
Kinder, es ist ein historischer Moment.
Endlich ist er krepiert. Und die übrigen Nazis, die werden auch noch zur Hölle
fahren. Komm.
Ich hoffe wirklich, die Alliierten werden
nicht nur die Regierung vor Gericht stellen, haben sich aber haftig auch
andere schuldig gemacht.
Auch unter den Ärzten.
Siegerjustiz ist nicht unbedingt gerecht.
Ich werde jedenfalls für Sie aussagen, sollte man Sie beschuldigen. Wessen
sollte man mich denn wohl beschuldigen, dass ich unter den Nazis als Chirurg
gearbeitet habe?
Sie werden sehen, das wird man Ihnen auch vorwerfen.
Ja, aber ich bin nicht freiwillig hier. Und im Gegensatz zu Ihnen bin ich auch
nicht Generalarzt. Was wollen Sie damit sagen?
Wissenloser und zufällig, unvernünziger, verbrecherisch, dummer Offizier hat den
Komplott geschmiedet, damit zu bezeichnen, dass ich mir den Tag der
Wehrmachtsführung ausbekommen habe. Die Waffe, die von dem obersten Graf von
Stauffenberg gelegt wurde, radierte zwei Meter an meiner rechten Seite.
Ich selbst bin völlig unverletzt. Ich fasse das als eine Bestätigung des
Auftrags der Vorführung aus, mein Lebensziel weiter zu verfolgen, so wie
wieder getan habe.
Was machst du da?
Stauffenberg, Olbricht und Beck hat man hingerichtet. Die Verhaftungswelle
rollt. Ich habe Angst, dass sie bei dir was finden. Oder bei Peter.
Sie werden doch den Sohn des großen Sauerbruch nicht antasten. Sie taten
den Sohn des großen Max Planck an.
Frau Kessler -Sauerbruch, folgen Sie uns bitte ins Reichssicherheitshauptamt.
Ich habe eine sehr wichtige Operation.
Bedauere, die wird jemand anderes ausführen müssen.
Eine Fähigkeit sind nicht so leicht zu ersetzen, wie Sie vielleicht glauben.
Ihr Sohn Peter ist an der Ostfront verhaftet und ins KZ Fürstenberg
worden. Der Chef der Sicherheitspolizei und SD vernimmt ihn gerade.
General Kaltenbrunner erwartet Sie. Folgen Sie uns.
Soll ich mitkommen?
Ist das eine Verhaftung? Wenn Sie es so nennen wollen.
Wenn Sie sich nützlich machen wollen, dann schicken Sie Peter Sauerbruch
Kleidung. Uniform darf er angesichts der gegen ihn erhobenen Vorwürfe nicht mehr
tragen.
Sie haben alles besprochen.
Herein.
Herr Ledler.
Mache ich.
Aber glücklicherweise ist das ja nicht nötig. Die Vorerwählung hat unseren
Führer ja wieder mal bewahrt.
Sie sehen bezaubernd aus, Frau Waldhausen.
Haben sogar schon Ihre Figur wieder zurückgewonnen.
In der schlechten Versorgungslage sei Dank.
Bitte.
Was kann ich für meine Lieblingsdoktorandin tun?
Es freut mich, dass ich diesen Ehrentitel immer noch führe.
Und auch wenn ich wegen meiner Tochter in der Kinderklinik volontiert habe,
schlägt mein Herz immer noch für die Psychiatrie.
Und ich dachte jetzt, wo Karin evakuiert worden ist, ich könnte meine
Doktorarbeit wieder aufnehmen?
Sehr, sehr gern.
Die Diagnostik bei Verdacht auf Selbstverstümmelung ist leider immer
hochaktuelles Thema.
Traurig nicht.
Ich finde, wir sind es unseren Frontkämpfern schuldig, Drückeberger zu
entlarven.
Mein Bruder Otto kämpft inzwischen in Frankreich.
Ja, Ihr Bruder.
Ist ja kurzzeitig in Verdacht geraten, dass der Pfleger Martin Schelling ihn
verführt hätte.
Und ich schätze Schwester Christel wirklich sehr als eine weltanschaulich
gefestigte Kraft, aber sie ist eben auch eine unbefriedigte Frau, der ihre
Fantasie wohl ein Streich gespielt hat.
Glauben Sie mir, mein Bruder war Zeit seines Lebens ein Frauenheld. Seine
Wirkung auf Schwester Christel hat jedenfalls nicht verfehlt.
Und was Martin Schelling betrifft, mein Mann und ich haben lange genug Tür an
Tür mit ihm gewohnt, um unfreiwillige Zeugen seines Liebeslebens zu werden.
Obacht.
Frauenbekanntschaften können auch zur Tarnung von Homosexualität dienen.
Das mag sein.
Aber wissen Sie, ich habe bei einer Koryphäe der Psychiatrie studiert. Und
mir einer beigebracht hat, einen Lügner zweifelsfrei zu erkennen, dann sind es
Sie. Und Sie denken, dass Schelling kein 175er ist?
Bitte, ich bin nicht der Pichter, auf einen verwunderten und dekorierten
Frontsoldaten ans Messer zu liefern.
Also Sie sind ganz sicher?
Ja.
Und mein Mann kann das bestätigen.
Darf ich erfahren, was man meinem Sohn zum Vorwurf macht?
Er ist ein Freund von Stauffenberg.
Aber darum geht es nicht.
Jetzt geht es um Sie.
Wir wissen, dass sich die Verschwörer mehrfach in Ihrem Haus getroffen haben.
Ich schwöre ein offenes Haus. Auf wen spielen Sie an? Meinen Sie die Treffen
Mittwochsgesellschaft? Das ist ein durch und durch unpolitischer Club von
Wissenschaftlern. Und General Obersbeck?
Mein langjähriger Freund von Pazet. Er war es.
Und ausgerechnet den Kopf der Verschwörung haben Sie zufälligerweise
vor dem Attentat mit Ihrem Wagen zu seinem Mitverschwörer General Olbricht
chauffiert.
Ich kam zu Beck, als er gerade zu Ulbricht wollte.
Ich habe angeboten, ihn zu fragen.
Und was taten Sie dann dort?
Die Herren Generale hatten eine Unterredung und ich habe in der
Beck gewartet. Was taten Sie da?
Ja, was man gemeinhin in einer Bibliothek tut, lesen. Und was haben Sie
Das Trompeterschlösschen in Dresden.
Gnade Ihnen, Gott, wenn es dieses alberne Buch verolbricht nicht gibt.
Überprüfen Sie es.
Unterschreiben Sie diese öffentliche Verurteilung der Attentäter.
Ihr Sohn wird es begrüßen.
Er hat schließlich ein Eid auf den Führer geleistet.
Herr Geheimrat Sauerbruch.
Krass, bin ich froh.
Ich bin nach Richtung Peter.
Er ist frei und wartet dran.
Ich weiß nicht warum, aber sie haben mich freigelassen, einfach so.
Dafür danke ich dem Schicksal.
Und dafür, dass mir der Titel von diesem idiotischen Buch eingefallen ist.
Dass ich euch recht zu seinem letzten Geburtstag geschenkt habe.
Vielleicht ist doch die Schweiz jetzt der richtige Ort. Bloß nicht.
Die Bad hat angerufen, um dich zu warnen. Wenn du jetzt ins Ausland
wird man dir das als Fluchtversuch unschuld eingeständen auflegen. Und ich
Befehle gefordert, auf meine Post nach Hohland zurückzukehren.
Weiß nicht, was los ist.
Mutter? Anni.
Endlich komme ich durch.
Ich bin hier in der Poststelle. Ich habe nicht viel Geld.
Was ist mit Otto?
Wieso? Bei mir waren die Feldjäger. Die sagen, Otto ist desertiert.
Stimmt das?
Die haben alles auf den Kopf gestellt.
Anni, wenn die ihn kriegen, die hängen dann auf.
Kannst du nicht kommen?
Ich kann nicht weg. Ich kriege für eine private Reise kein Papier. Anni, bitte.
Ich möchte endlich auch die kleine Karin sehen.
Ich warte schon so lange auf euch.
Karin ist krank. Was hat sie denn? Sie kriegt einen Wasserkopf.
Die arme Kleine. Bring sie doch zu uns.
Ich helfe ihr.
Mutti, ich bin es nochmal.
Ja, sei versichert. Karin kriegt die bestmögliche Behandlung.
Herr Wein.
Es ist dringend, Herr Kollege.
Ich bin in Eile.
Ich habe gehört, Sie haben Max Planck zu einer Gachtvorlesung eingeladen. Sie
wissen schon, dass sein Sohn wegen des Attentats auf unseren Führer zum Tode
verurteilt ist. Ihr Sohn hat da ja wohl mehr Glück gehabt.
Mein Peter hat wie Erwin Planck ein reines Gewissen.
Genauso wie die Söhne und Schwiegersöhne Bonhoeffers. Ich vergaß. Sie sind ja
nicht nur mit den Plancks befreundet. In diesen Zeiten kann man Freundschaften
gar nicht hoch genug einschätzen.
Aber ich muss gehen.
Ich habe übrigens über Ihren Lieblingspfleger ein entlangtendes
abgegeben. Er kommt daher frei.
Ich hoffe, Sie erinnern sich zu gegebener Zeit wohlwollend an diesen
Freundschaftsdienst. Das werde ich ganz sicher nicht vergessen.
Nicht mir gebührt heute die Ehre, sondern dem Nestor der deutschen
physikalischen Wissenschaft, Geheimrat Professor Max Planck.
Meine Damen und Herren, in unseren Tagen, in denen man nicht mehr an den
als den Urgrund aller Schöpfung glaubt und darum in bitterer Gottesferne steht,
ist es gerade das Winzigste und Unsichtbare, das die Wahrheit wieder aus
Grabe materialistischen Stoffbahnes herausführt und die Türe öffnet in die
verlorene und vergessene Welt des Geistes.
Das Einzige, was wir mit Sicherheit als unser Eigentum beanspruchen dürfen, das
höchste Gut, was uns keine Macht der Welt rauben kann und das uns wie kein
anderes zu beglücken vermag, das ist eine reine Gesinnung.
Warum haben Sie das für mich getan?
Ich tue das für Otto.
Wie geht's ihm?
Ist er noch in Haft?
Oder schon wieder an der Front?
Kennen Sie die Dachluke in dem Gang von Ihrem alten Zimmer?
Nein, bin nicht in Dachluke.
Martin!
Martin!
Warum bist du desertiert? Ich musste wissen, was mit dir ist.
Du Wahnsinniger.
Das ist Karin. Ich helfe Anni, sie vor Arte zu verstecken.
Weil sie behindert ist.
Wir müssen nur durchhalten.
Die Alliierten sind schon in Straßburg. Und die Russen stehen an der Grenze zu
Ostpreußen.
Und was macht ihr bei Luftalarm? Dann singe ich Guten Abend, Gute Nacht für
Karin. Und das hilft gegen die Tommys. Du ahnst ja nicht, wie falsch ich singe.
Komm mal mit.
Hier stehe ich immer und denke an dich.
Wenn die anderen nachts im Bunker sind, dann sieht mich keiner.
Du hast gesagt, wenn wir uns wiedersehen, dann nimmst du mich.
Ich weigere mich, mit einem Sittlichkeitsverbrecher
Ich sehe keinen Sittlichkeitsverbrecher weit und breit.
Nur einen Mann, der seinem Vaterland ein Bein geopfert hat.
Egal, was Professor De Quines schreibt.
Martin hat Otto verführt.
Wenn Sie nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen, dann lassen Sie sich versetzen.
Der Chef verhilft Ihnen gerne zu einem Fronteinsatz.
Pass mal mit an.
Woher hast du das?
Ein falsches Wort. Ich bringe dich.
Diesen Kontakt geschrieben.
Karin ist da nie angekommen. Wo ist sie?
Anni, ich bin dafür verantwortlich, wenn ein Kind verschwindet. Ja?
Es verschwinden so viele Kinder.
Sag ihm doch einfach, dass sie in eine andere Anstalt verlegt worden wäre.
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