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Original subtitles

Sie alle schweigen.

Sie alle sind wütend.

Ich hänge meinen Gedanken nach.

Wie lange ist es her? 50 Jahre?

Fünfzig Jahre sind schon vergangen?

Wie viele Gedanken vergeudet?

So viel Freude, Traurigkeit, so viele Freunde.

Menschen kamen und gingen.

Aber einer war immer da.

Nach dem Abschluss musst du unbedingt nach Athen ziehen.

Am Konservatorium studieren, viel erleben.

Du hast dein Leben vor dir.

Ich will es mit dir verbringen.

Das will ich auch.

Fräulein Haris.

Ist es falsch, dich so zu lieben?

Du hast mein Leben verändert. Ich kann nicht ohne dich sein.

Ich will mit dir zusammen in Athen leben.

Das will ich auch. So wird es auch kommen.

Aber wir müssen Geduld haben.

3. KAPITEL - DAS GEBET

Eine geheime Liebe ist aufregend. Sie sorgt für Herzklopfen.

Man strahlt, wenn man tut, was man liebt.

Man ist man selbst.

War ich das?

Lust ist schön.

Ein seltenes Glück.

Ich vergaß mich.

Ich wurde härter.

Dionyssis?

Dionyssis?

Dionyssis?

Dionyssis!

Dionyssis?

Das sind Schmerzmittel. Damit geht es Ihnen besser.

Ich weiß, dass Ihre Herpesinfektion schmerzhaft ist.

-Ist nur Herpes. Es geht vorbei. -Hat er sich den hier eingefangen?

Nein, das Virus lebt in uns. Es ist eine Autoimmuninfektion.

Ich mischte ein paar Vitamine in die Infusion. Bis bald.

Sollte er nicht ins Krankenhaus?

Er hat kein Fieber. Herzmittel bekommt er bereits.

Was könnten sie noch für ihn tun?

Sein Herz ist in Ordnung?

Es geht ihm bald besser. Mit Suppen, Flüssigkeit und Geduld.

Sagen Sie mir das nicht. Ich habe ihn nur zufällig gefunden.

Kochen Sie Suppe für ihn? Ansonsten können wir Maria bitten.

Ja, bitten wir Maria darum.

Sehr schön. Wenn es ihm gut geht, kann ich ja wieder gehen. Tschüs.

Dieser Maestro und sein ganzer Scheiß gefallen mir gar nicht.

Wolltest du noch was? Ich habe zu tun.

-Du hättest nicht kommen sollen. -Warum?

Ich will über mein Boot reden. Ist es gestattet?

-Was ist mit der nächsten Lieferung? -Was soll sein?

-Du meldest dich nicht. -Machen wir etwas langsamer.

-Ich will was besprechen. -Was?

Ich will mehr Geld.

Ich mache sehr viel. Ich will nicht ausgenutzt werden.

Ich glaube, wir sollten unsere Zusammenarbeit beenden.

-Wer übernimmt die Lieferungen? -Ich finde jemanden.

Wirst du nicht. Mir vertrauen sie jetzt alle.

-So funktioniert das nicht. -Wie dann?

Es wäre unklug, mich auszubooten.

Ich besteche alle, ich mache deine Drecksarbeit,

ich bringe dir das schmutzige Geld, und du willst mich loswerden?

Wenn deine Taten mich und mein Geschäft gefährden, ja.

-Ohne mich kriegst du Ärger. -Sag das noch mal.

Überleg's dir gut.

Charalambos, kannst du jetzt bitte gehen?

Ich werde am Dienstag wie geplant das Zeug, das ich abgeholt habe, liefern.

Ich mache weiter meine Arbeit

und vergesse unser Gespräch.

Wir legen alles wieder zurück, wie es war, und kein Wort zu niemandem.

-Wie soll das gehen? -So wie es immer geht.

Was heißt das?

Wir heucheln.

Und weil es gefährlich ist, spielen wir die Dummen.

-Wusstest du davon? -Dass unser Vater Geld wäscht? Ja.

-Weiß Mama das auch? -Da bin ich sicher.

-Was bedeutet das? -Unsere Eltern sind Kriminelle.

Komm schon, hilf mir.

Kinder bezahlen für die Sünden der Eltern.

Jede Achtung, die wir vor ihnen hatten, ist weg.

Wir werden wütend, enttäuscht, erwachsen.

Es scheint so schwer, damit zurechtkommen zu müssen.

Dein Vater redet Unsinn. Du warst absolut bezaubernd.

Ich bin so stolz auf dich.

Ich will hier weg.

Klelia?

Tut mir leid. Ich wusste nicht, wohin.

Was ist passiert?

Kann ich eine Weile bleiben?

-Gab es Streit? -Nein.

-Deine Eltern? -Ja.

-Was ist passiert? -Nichts.

-Störe ich bei irgendwas? -Nein.

Ich hörte Musik und suchte nach dem Finale.

Kann ich es hören? Das würde mich ablenken.

Lass dich nicht davon traurig machen.

Diese Familienkrise ist bald vorbei.

Rede nicht, als wäre ich ein Kind. Ich hatte sonst keinen.

Hör zu.

-Klingt schön. -Das stimmt.

-Hast du noch was außer Wein? -Hör weiter zu.

-Es ist noch unfertig. -Wir haben Zeit.

-Wie heißt es? -Keine Ahnung.

Ich will raus aus diesem Kaff.

-So schlimm ist es nicht. -Für dich.

Du wirst nicht hierbleiben.

Thanos studiert Medizin in Athen. Ich kann bei ihm unterkommen.

Gut. Wie läuft es zwischen euch beiden?

Ohne dich würde es besser laufen.

Du bringst mich gern in Verlegenheit, oder?

Tut mir leid.

-"Maestro." -Was für ein Maestro?

-So wird es heißen. -Vergiss es.

-Warum? So nennen wir dich. -Es ist kitschig.

-Hast du die Schlüssel für die Schule? -Wieso?

Wollen wir hin und dort das Finale finden?

Es ist doch erlaubt, oder? Oder hältst du nicht mal das aus?

Du bist wieder verlegen.

-Ja. -Tut mir leid.

Ich habe die Schlüssel nicht. Tut mir leid.

-Okay. -Es ist schon spät, also…

-Klar. Ich sollte los. -Ja.

Die Musik ist jedenfalls wunderschön.

Danke für die Gesellschaft. Ich habe mich aufgedrängt, entschuldige.

Hast du nicht.

Irgendwann wirst du über diese vergänglichen Dinge lachen.

-Du redest, als wäre ich fünf. -Jetzt bist du mal verlegen.

-Das ist nur fair. Gute Nacht. -Gute Nacht.

-Das steht dir richtig gut. -Was?

Das Lachen.

-Die Pillen wirken. -Das sind nicht die Pillen.

Ich weiß. Du lachst auch.

Ja. Ich habe zwei Jahre gebraucht, um wieder lachen zu können.

Zumindest geht's einem von uns besser.

Du siehst auch besser aus. Ruhiger. Und bitte setz diese Pillen ab.

Sobald die Kinder weg sind, gehe ich. Ich habe mich entschieden.

Wem machst du was vor? Du wirst nie gehen.

Warum gehst du nicht?

Ich gewöhnte mich daran.

Es gefällt mir.

Ich spüre meinen Körper mehr, bin ruhiger…

Bei allem, was los ist, was soll ich in Athen?

Diesmal will ich es schaffen.

-Nach allem, was zwischen uns… -Nicht ernst werden.

Zwei Freunde, die Kaffee trinken.

-Du hast gefragt. -Mein Fehler.

-Mein Fehler. -Wie viele hast du gemacht?

Sie sind gefangen, sie lassen los…

Sie werden eingeengt.

Sie schneiden, sie nähen,

und am Ende tragen sie Kleidung, die nicht passt.

Als wäre es schlimm, glücklich zu sein,

illegal, zu lachen, und abartig, Spaß zu haben.

Was für ein Elend. Was für eine Monotonie. Diese Enge und Traurigkeit.

-Was kochst du da? -Suppe.

-Brauchst du Hilfe? -Nein.

Wirken die Pillen überhaupt?

-Fang nicht an. -Sofia, was machst du?

-Was ich mache? -Willst du so leben?

-Mir geht's gut. -Sieh dich an.

Mama, lass das.

Willst du das deiner Tochter vorleben?

Das hast du schon gemacht.

-Sie mag mich sowieso nicht. -Ist das ein Wunder?

Sieh dich doch an. Du bist kaputt!

-Du bist verlogen! -Mama, hör auf. Ich meine es ernst.

Du stößt sie weg von dir.

Sprichst du aus Erfahrung?

Halt dich aus meinem Leben raus.

Wenn du mich nicht magst,

gehe ich, und du bleibst allein in deinem Palast!

Du tust mir leid.

Ich tue mir leid.

Lass dir schön Zeit.

Möchtest du noch was?

Ich habe sie extra für dich gekocht, also musst du alles aufessen.

Hast du Schmerzen?

Du tust mir nicht leid.

Komm schon, tu mir den Gefallen.

Wenn du lesen willst,

ich habe was für meine Enkelin geschrieben.

Den Text für ein Lied.

Hast du Schmerzen?

Das ist er. Ich will deine Meinung hören.

Nichts Besonderes, aber sag mir, was du denkst.

Komm, lies. Du schaffst das.

Er wird dich auch an das Leben erinnern, das wir nicht gelebt haben.

Weißt du noch?

Hier stinkt es.

Ich liebe dich.

Meine Kleine.

-Klelia… -Tut mir leid.

-Magst du mich überhaupt? -Ich habe mich entschuldigt.

Mache ich was falsch? Stehst du auf krassere Sachen?

Auf was ganz anderes?

-Was soll der Scheiß? -Du hast gesagt, du würdest warten.

-Ist es echt dein erstes Mal? -Glaubst du mir nicht?

-Sind wir etwa in den 90ern? -Ja.

Ich bin ein Mädchen, das noch nicht jeden gefickt hat.

Es tut mir leid.

Ich bin ein Arsch.

Stimmt.

Ich mag dich und weiß nicht, was ich tun soll. Es tut mir leid.

Bleiben wir einfach hier?

-Ich weiß nicht, was ich sagen soll. -Du musst nichts sagen.

Wir können einfach still sein, ohne zu reden.

Warst du schon mal still mit jemandem?

Nein.

Probieren wir es aus?

Er sah mir gern beim Gehen zu. Er starrte mich aus der Entfernung an.

Ich spürte seinen Blick.

Damals durften Mädchen Jungs nicht ansehen.

Aber ich konnte die Augen nicht von ihm lassen.

Wir suchten einander.

Welche Mühe, welch ein Schlamassel,

und einander zu suchen, machte so viel Freude.

Sie ist auf jeden Fall motiviert.

Stimmt.

Ja. Litsa, das reicht.

Du warst großartig.

Die feuchte Luft auf der Insel wirkt sich auf die Stimmbänder aus.

Die Nächste. Komm schon, Kiki. Du bist dran.

Ja. Schön. Das reicht, Kiki. Du warst auch toll. Der Nächste.

Das reicht. Vielen Dank.

Der Nächste.

-Was halten Sie davon? -Wovon?

Fanis' Schwiegermutter. Sie war mal Sängerin.

-Haris? -Ja.

Sollen wir sie einfach fragen?

Das reicht, Stamos! Vielen Dank. Du warst sehr gut.

Klelia! Warte mal kurz.

-Ich? -Ja. Hast du kurz Zeit?

-Darfst du neben mir laufen? -Ja, warum nicht? Ist das nicht gestattet?

Du wirst doch immer verlegen.

Ich will über das Festival reden.

Also gut.

Wir haben Probleme, einen Sänger für das Lied zu finden.

-Maria schlug meine Oma vor. -Ja. Ihre Stimme soll hervorragend sein.

-Sie macht es nicht. -Sie half dir beim Schreiben.

-Sie schrieb ihn praktisch allein. -Dann wäre es doch nur logisch.

Wollen wir schwimmen gehen?

-Machst du das mit Absicht? -Was?

Es ist heiß, ich will schwimmen, und du bist allein.

Wir müssen es nicht zu Tode analysieren.

Wir gehen schwimmen und hören Musik.

Warst du schon mal still mit jemandem?

Was? Hört sich das für dich komisch an?

Die ganze Macht des Universums.

Mein ganzes Leben lag vor mir. Ich war voller Selbstvertrauen.

Vor 50 Jahren war es beschaulich und romantisch.

Mein Leben fing gerade erst an. Mit ihm.

-Es war nicht so schlimm. -Nein.

Ich kann mit Oma reden, aber es wäre besser, es käme von dir.

-Du hättest größere Chancen. -Okay.

Wir können jederzeit schwimmen gehen und schweigen.

-Tschüs. -Tschüs.

ATHEN

Hallo.

Kann ich helfen?

-Ich bin Haris. -Kennen wir uns?

Nein. Dionyssis?

Er ist bei der Arbeit.

-Kann ich auf ihn warten? -Er hat nichts erwähnt.

Und wer sind Sie?

Ich bin seine Frau.

Verzeihung.

Die Realität traf mich mit voller Wucht.

Ich war am Boden. Gebrochen.

Komm schon, noch ein bisschen weiter.

Du hast Hände wie ein Mädchen.

Versuche zu stehen und lass meine Hände da raus.

Das Lied, das du geschrieben hast, ist wunderbar. Du solltest es singen.

Du bist verrückt.

-Du warst immer so grummelig. -Das bin ich noch immer.

Ich habe mehr verloren, Fräulein Haris.

-Ich habe alles falsch gemacht. -Das hast du in der Tat.

-Was liest du da? -Ich suche ein Rezept.

Ist es daheim so schlimm, dass du so oft herkommst?

-Soll ich nicht mehr kommen? -Doch.

Ich habe 50 Jahre darauf gewartet.

Wann kommt deine nichtsnutzige Tochter?

Wollen wir mal etwas… Intimes probieren?

Warum lachst du, Fräulein Haris?

Ja, tun wir es.

Das war ein Scherz.

Sag nicht solche Sachen.

Wie hat mir diese wunderbare Verspieltheit gefehlt.

Sie war voller Leben, Energie, Wahrheit.

Ich will wieder jung sein, auch wenn alles so kompliziert war.

Tut mir leid.

-So schlecht? -Dein erstes Mal?

Natürlich nicht. Von wegen.

Mit einer Frau.

Ja.

Bist du gekommen?

-Ich kam vorhin. -Vorhin. Sehr gut.

-Hat es dir gefallen? -Klar.

Die Erde hat nicht gebebt, aber es war gut.

Also war ich gut?

-Hat es dir gefallen? -Natürlich hat es mir gefallen.

Sehr sogar.

Ich will nicht, dass du verwirrt bist.

Denn ihr Männer neigt zu Dummheit.

Du kannst den Weg wählen, den Männer wie du meist wählten, also den üblichen.

Welchen?

Den Hetero spielen, es für eine Weile verdrängen,

nur beim Masturbieren daran denken,

und weiter das hier machen.

Bis du ein 40-jähriger verkappter Schwuler bist,

der sein Leben an Körper verschwendet, die er nicht mag,

bis sein eigener Körper versagt.

-Passiert das wirklich? -Ständig.

Aber ich bin nicht schwul. Wie kommst du darauf?

Woher weißt du das alles?

Fernsehserien, Filme, Artikel. Und meine Mutter ist lesbisch.

-Frau Rena? -Oh ja.

-Glaube ich nicht! -Doch.

Sie hat es verdrängt. Sie hatte Krebs. Sie existiert nur.

-Weil sie lesbisch war? -Und noch ist.

Nie im Leben!

Pass auf… Ich mag dich.

-Als Mann? -Klar. Du bist doch einer.

Wir können abhängen, wenn du willst. Hast du eine beste Freundin?

-Nein. -Jetzt hast du eine.

-Du bist echt seltsam. -Ich bin einzigartig.

Antonis, du gehst schon?

-Ja. -Einfach so? Möchtest du etwas Kuchen?

Ja, gerne.

-Schönen Tag noch. -Tschüs.

Tschüs.

Nein, es macht mich krank.

Aber es hat dir bei Lina geholfen. Seid ihr zusammen?

-Macht's dir was aus? -Überhaupt nicht.

Fickt ihr nur, oder seid ihr verliebt?

-Ich wollte dich sehen. -Ich halt's nicht mehr aus.

Okay.

Wie kannst du das vergessen? Du wärst fast gestorben.

Ich hab's nicht vergessen.

Dein Vater ist ein schlechter Mensch.

Von der übelsten Sorte.

-So viel Gewalt. -Ich soll ihm bei der Arbeit helfen.

-Arbeit? -Im Jachtgeschäft deines Vaters.

-Mach da nicht mit. -Warum nicht?

Du kriegst Ärger. Tu's nicht.

-Ich muss los. -Warte mal.

Ich kann nicht. Sie warten.

-Ich bin nicht in Lina verliebt. -In wen dann?

Je mehr Stoff wir aus Albanien kriegen, desto höher die Provision.

Die Lieferung erfolgt immer an derselben Stelle,

nach vorheriger Absprache.

Die Italiener bevorzugen uns, weil wir zuverlässiger sind. Klar?

Es ist nicht schwierig. Wir liefern die Ware und kriegen das Geld.

-Was passiert mit dem Geld? -Wir teilen es.

-Mit Fanis? -Ist er in deinen Augen gesunken?

Deshalb solltest du dich fernhalten.

Mit der Familie gibt's nur Probleme.

Sie glauben, sie können sich alles erlauben, weil sie reich sind.

Er will mich rausdrängen, aber er wagt es nicht.

Warum machst du das?

Glaubst du, das Restaurant ernährt uns?

Weiß Mama davon?

Deine Mutter ist eine Frau.

Frauen sind nur begrenzt nützlich.

-Warum willst du mich dabei haben? -Ich schaffe es nicht mehr allein.

Du sprichst fließend Englisch. Wir knüpfen neue Kontakte.

Wenn du mitmachst, kann Fanis mich nicht rausdrängen.

-Er hätte zu viel Angst. -Vor wem?

Vor deinem besten Freund. Dem Schwulen. Und seiner Familie.

Er hat Angst, dass seine Familie es herausfindet. Wie alle Reichen.

Machen auf Macho, aber ziehen den Schwanz ein.

Warum sollte ich Angst haben? Weißt du, wie viel Geld im Spiel ist?

Wenn mein Sohn mir nicht hilft, wer dann?

-Und wenn man mich erwischt? -Sei schlau,

dann erwischt dich niemand.

Das ist deine Chance, was zu finden, worin du gut bist.

Fahren wir erst mal los.

Bist du blöd? Steig ein.

Wenn du meine Mutter noch mal anfasst, gehe ich zur Polizei und zeige dich an.

Du wusstest es?

Seit ein paar Tagen.

Du fragst dich, wie ich die Gewalt aushalte?

-Wie hältst du die Lügen aus? -Tu ich ja nicht.

Du bist nicht besser als ich, also belehre mich nie wieder.

Wir lügen beide, aus anderen Gründen.

-Geht es dir gut dabei? Mir nicht. -Ich habe keine Wahl!

Was machen wir?

-Nichts. -Er wird mich umbringen.

Er wird Angst vor dir haben.

Ich schaff's nicht mehr allein.

-Du hast Yianna. -Tu mir das nicht an!

Ich halte es nicht mehr aus! Was willst du von mir?

Sollen wir weglaufen?

Alle zum Teufel schicken?

Geht nicht, wegen Mama.

Deine Mutter weiß alles, Spyros.

Und du leidest.

Nur bei dir geht's mir gut.

Ich konnte mit niemandem reden. Ich musste alles allein bewältigen.

Damals konnte ich meine Gedanken nicht teilen.

Manches ist einfach so schwer.

Und so ungerecht.

Und wir lassen es zu. Es ist eine Schande.

Haris…

Kann ich es erklären?

Lass es mich erklären.

Haris! Es tut mir leid.

Es tut mir leid.

Hätte ich damals nur gewusst, was ich heute weiß,

hätte ich nicht aufgegeben.

Ich wäre nicht zurückgekommen.

Ich war voller Angst und Enttäuschung.

Kommst du morgen wieder?

Ja. Schlaf jetzt.

Willst du dich zu mir legen?

Schlaf jetzt. Du und deine Andeutungen.

Schön, wenn man irgendwohin kann.

-Guten Morgen, Frau Haris. -Guten Morgen.

Ich wollte dich privat sprechen.

Ich weiß.

Ich weiß, dass Sie das Lied geschrieben haben. Ich finde es großartig.

Und es ist sehr persönlich, nicht wahr?

Ja, das ist es.

Ein so persönliches Stück sollte vom Komponisten selbst vorgetragen werden.

Klelia erzählte von Ihrem Talent.

Klelia redet zu viel.

Sie war nicht die Einzige.

-Alle sagen, Sie hätten eine tolle Stimme. -Früher.

Frau Haris, Sie sind die Einzige, die dieses Lied singen kann.

Das kann nur gut werden.

Ich weiß, wie wir den Auftritt präsentieren könnten.

Schenken Sie mir nur etwas von Ihrer Zeit.

-Maestro, darf ich ehrlich sein? -Natürlich.

Sie ist verliebt in dich.

Und sie wird verletzt werden.

Das wusstest du schon, oder?

Sie ist 19 Jahre alt.

Ja, das ist sie. Und?

Ich bin in einer Zwickmühle.

Du bist verrückt nach ihr.

Du quälst dich selbst. Du hast Angst, was gut ist.

Weil du weißt, dass es kein gutes Ende nehmen wird.

Ich verstehe nicht, warum du hierbleibst.

Was willst du hier?

Du willst sie sehen.

-Ich will ihr nicht wehtun… -Das fragte ich nicht.

Nur zwischen uns.

Ich bin viel schlauer als die anderen.

Mein Verhalten täuscht.

Ihre Enkelin kommt nach Ihnen, oder?

Wahrscheinlich.

Aber sie soll nicht mein Schicksal erben.

Klelia ist talentiert, wunderschön, klug und stark.

Sie soll wegziehen. Glücklich sein.

Kannst du ihr das ermöglichen?

Nein.

Schade. Ich hoffte, du würdest Ja sagen.

Ich überlege es mir.

Aber Vorsicht mit meiner Enkelin.

Sonst verliebst du dich.

LONGOS

Aber ich habe dich täglich gesehen.

Das war keine Kleinigkeit. Ich war da.

Ich bat nie darum.

Ich hatte kein gutes Leben.

Daran musst du mich nicht erinnern.

Eines solltest du wissen: Ich liebte niemanden so sehr wie dich.

Du wirst immer meine Kleine sein. Das weißt du, oder?

Rutsch mal.

Auf deine alten Tage wirst du liebevoll.

Ist dir das Morphium zu Kopf gestiegen?

Willkommen, Fräulein Haris.

Weißt du noch, wie schön es war, wenn wir uns geliebt haben?

Du fängst schon wieder an. Nein, weiß ich nicht mehr.

Da gab's noch die Junta.

-Welches Jahr haben wir? -2022.

Mein Gott!

Ich werde singen.

Ich tue es für meine Enkelin.

Es hat mir irgendwie gefehlt.

Dieser Maestro fängt langsam an, auch mich zu verändern.

Wer weiß? Vielleicht führt das zu was Gutem.

Ich hatte auch kein gutes Leben. Aber nicht deinetwegen.

Ich bekam Angst und lief weg.

Damals wollte ich nur dir die Schuld geben.

Damals gab es keine Psychiater.

Wäre es heute passiert,

wäre ich im Nu über dich hinweg.

Hätte Karriere gemacht.

Unser letztes Mal war auf dem Boot.

Wir segelten heimlich nach Andipaxos.

Das Konservatorium kann man von Pagrati gut mit dem Fahrrad erreichen.

Du kannst ganz Athen mit dem Fahrrad erkunden.

Wovon redest du? Träumst du etwa wieder?

Dionyssis?

Dionyssis?

Dionyssis…

Falls und wenn ich irgendwann nach Athen komme,

wo würden wir leben?

In Pagrati.

Das Konservatorium kann man von Pagrati gut mit dem Fahrrad erreichen.

Du kannst ganz Athen mit dem Fahrrad erkunden.

Hier sitze ich wieder gedankenverloren am Tisch

mit allen, die ich Familie nenne.

Klelia.

Sie schweigen sich an.

Die Kinder sind wütend. Ihre Eltern sind verloren.

Und ich? Ich bin ruhig.

Sie wollen sich für ihre Enttäuschung rächen.

Sie halten es nicht mehr aus.

Gib das her.

Ich bin nicht heterosexuell.

Das wusstet ihr schon. Also tun wir nicht so.

Nein, das habe ich… Das wusste ich nicht.

Ich auch nicht, Oma. Ich weiß es erst seit Kurzem.

Bist du sicher? Viele junge Leute in deinem Alter experimentieren.

Hast du experimentiert?

-Nein. -Antonis…

-Wir sind da, egal, was du beschließt. -Ich habe das nicht beschlossen.

-Wenn es dich glücklich macht… -Tut es nicht.

Warum nicht?

Wäre ich hetero, wäre das kein Thema.

Ich verstehe.

-Und was ist mit Lina? -Ein Experiment.

Das fehlgeschlagen ist.

Der Sex funktioniert, aber die Liebe nicht.

Du bist noch zu jung, um es zu wissen.

-Du kannst gern hoffen… -Das meinte ich nicht.

Ich rede von der Gegenwart. Was ich jetzt mag. Das ist alles.

Fanis, warum machst du nicht einen Wein auf?

Ein Grund mehr, auf dich stolz zu sein.

-Hast du davon gewusst? -Wovon?

-Er sagte nichts Schlimmes. -Nein.

Versteh doch, wir brauchen etwas mehr Zeit. Ich meine…

Wir müssen das erst mal verarbeiten.

Es ist eine Sache, etwas zu ahnen, und eine andere…

Wie dem auch sei.

-Du warst ehrlich. Bravo. -Er hat kein Verbrechen gestanden.

Ich weiß, also erspare mir die Ironie.

Du redest wie im Fernsehen.

-Klelia! -Was?

Er hat doch nur Offensichtliches ausgesprochen.

-War es nicht. -Nicht für Blinde.

-Pass auf! -Sei eine bessere Mutter!

Das versuche ich ja! Was soll ich denn tun?

Dazu muss man ein besserer Mensch sein.

Das reicht!

Rede nicht so mit deiner Mutter!

Sag, was du zu sagen hast, aber nicht so.

Also gut.

Jetzt, wo Antonis sein lebensveränderndes Geheimnis verraten hat,

erzählt ihr uns von dem Geld im Keller?

MAESTRO IN BLUE

Untertitel von: Tanja Ekkert

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