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(düstere Musik)
(Aufschrei)
(düstere Musik)
(ruhige, unheimliche Musik)
Hoheit. Ein Bote aus Nancy.
Er hat Nachricht vom Herzog, Eurem Vater.
(bedrückte Musik)
Maria.
Dein Vater, mein Ehemann,
ist nicht mehr.
(ruhige Musik)
Von nun an bist du Herzogin von Burgund.
Alle werden versuchen, sich dein Land zu nehmen.
Und dich dazu.
(spannungsvolle Musik)
(Ein Glöckchen klingelt.)
(Vogelpiepsen)
Karl der Kühne ist vor Nancy gefallen.
Im Kampf gegen die niedere Vereinigung.
Ist dir klar, was das bedeutet?
Was?
Dass unsere Not vielleicht ein Ende hat.
Durch dich, Maximilian.
Ist dir klar, was das auch bedeutet?
Dein Leben ist nun in Gefahr.
Du darfst jetzt die Burg unter keinen Umständen verlassen.
(leise, spannungsvolle Musik)
(Pferdeschnauben)
(Mann) Graf Le Daim.
Majestät.
Dein Rat, das Heer des Herzogs in den Bergen zu bekämpfen, war sehr gut.
Seine Ritter sind in ihren Rüstungen erfroren.
Du hast das vorausgesehen.
Und auch, dass seine rasende Wut zu seinem Untergang führen würde.
Dazu muss man jemandem schon sehr nahestehen.
Frankreich ist dir zu Dank verpflichtet.
Wem gehört der Helm?
Er gehört Karl dem Kühnen, Graf von Charolais, Herzog von Burgund,
der alle Städte Flanderns leergefressen hat.
Wie eine Sau. (Er grunzt.)
Und nun wird er selbst gefressen, von den Maden.
Jetzt wollen die Österreicher sich sein Land durch eine Hochzeit holen,
aber so weit wird es nicht kommen.
Warum nicht?
Weil Burgund unser Lehen ist.
Karl hat Frankreich stets bekämpft und den Lehenseid verweigert.
Denkst du etwa, dass wir keinen Anspruch auf Burgund haben?
Ich bin kein Advokat. - Eben.
Du wirst Maria von Burgund heiraten.
Ich möchte, dass die Bürger von Gent ihre Herzogin in die Enge treiben,
wie eine Katze die Maus.
Das ist dein Auftrag. Du reist sofort ab.
Und Maximilian?
Um den kümmern sich meine Männer.
(leidenschaftliches Stöhnen)
(Er stöhnt auf.)
(Sie atmen schwer.)
Ich kann dein Herz hören.
Gott sei Dank.
Woran denkst du?
Maximilian?
An nichts.
Ist sie schön?
Wer?
Maria von Burgund.
Woher soll ich das wissen?
Alle sagen, dass sie schön ist.
(leise) Keine ist so schön wie du.
Lügner.
Wenn du mir nicht glaubst, glaub ihm.
Er ist vom Glauben abgefallen.
Frag ihn morgen wieder.
Wohin gehst du? - Jagen, mit Polheim.
Der Kaiser hat dir verboten, die Burg zu verlassen.
Ja, und darauf scheiß ich.
(leise, spannungsvolle Musik)
Bist du endlich fertig? - Sicher.
(Schweine grunzen und quieken.)
(lautes Quieken) Psch, psch, psch!
Na bitte. Sie mögen dich, Polheim.
Leck mich.
(angespannte Musik)
(Aufprall)
Alle warten auf dich.
Hast du ihn geliebt, meinen Vater?
Man muss seinen Ehemann lieben, sonst verliert man den Verstand.
Dann kann man wählen, was man empfindet?
Ich habe ihn kaum gesehen. Er war oft im Feld.
Was für ein Glück.
Ich warte im Thronsaal auf dich.
Und was glaubst du? Kann man sich zu Gefühlen zwingen?
Als Frau sicher.
Und als Mann?
Männer sind wie Hunde, Wenn man sie füttert
und manchmal nett zu ihnen ist, dann wedeln sie mit dem Schwanz.
Voller Liebe. Die können gar nicht anders.
Man muss sich nur den richtigen aussuchen.
Deine Welt ist sehr einfach. - Nein.
Weil die Hunde uns aussuchen und nicht umgekehrt.
(getragene Musik)
Meine liebe Stieftochter.
Liebe Stiefmutter. Herzoginwitwe.
(ruhige Musik)
Burgund durchlebt eine bleierne Zeit.
Mein geliebter Mann, Karl der Kühne,
Euer rechtmäßiger Herzog, ist im tapferen Kampf gefallen.
Unser Gesetz besagt, dass nur eine herrschen darf.
Sein einziges Kind, Maria von Burgund.
(getragene Musik)
Der Herzog ist tot.
Lang lebe die Herzogin!
Erhebt Euch!
Monsieur de Brimeu, Monsieur de la Marche,
ich bestätige Euch als meine Berater.
Monsieur Hugonet, Kanzler meines Vaters,
Ihr bleibt auch mein Kanzler.
Ihr Herren des Klerus, Bürger von Gent,
ich danke Euch dafür, dass Ihr hier seid - bei mir.
Viele andere sind auf ihre Burgen geflohen,
um abzuwarten, was sein wird.
Unser Heer wurde vernichtet.
Gerüchte verbreiten sich.
Einige besagen, dass Frankreich sich mein Land nehmen will.
Andere lauten, ich müsste bald heiraten,
denn das Land braucht wieder einen Herzog, einen Mann.
Viele wollen mich zur Frau,
weil meinem Ehemann mein ganzer Reichtum zusteht.
Was werde ich also tun?
Ich sage es Euch: Ich werde Euch glücklich machen.
Wenn du einen Menschen glücklich machen willst,
dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu,
sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.
Ich werde das Herzogtum Burgund alleine regieren
und keinen von Euch zum Mann nehmen.
Mein Vater mag tot sein, aber in meinen Adern fließt sein Blut.
Und wenn Euch das nicht genügt, dann sagt es mir.
Sagt es mir ins Gesicht.
(düstere Musik)
(leise) Komm.
Herr von Egmond, seid Ihr enttäuscht?
Wie könnte ich? Ihr seid voller Anmut.
Ich bin sehr gewöhnlich.
Nichts an Euch ist gewöhnlich, Herzogin.
Dann glaubt Ihr also,
dass hohe Geburt allein reicht, um außergewöhnlich zu sein?
Nein. - Und was ist es dann?
Ich hab Eure Seele erkannt.
Wunderbar. Und ich die Eure.
Ihr seid der neue Herzog von Geldern,
wie mir zu Ohren gekommen ist, Monsieur.
Obwohl Ihr versucht habt, Euren Vater zu ermorden
und zu lebenslanger Haft verurteilt wurdet.
Was für ein Aufstieg! Dazu gratuliere ich Euch!
Ja, die Zeiten ändern sich.
Ja, nur wir ändern uns niemals. Nicht wahr?
(düstere Musik)
Hättest du das gedacht? Dass Karl der Kühne je besiegt wird?
Er hat bekommen, was er verdient hat.
Er hat ständig Krieg geführt, gegen alle.
Und was hat er davon? Nichts.
Jetzt ist er nämlich tot, so wie die, die er besiegt hat.
Was hätte er sonst tun sollen?
Kinder zeugen, Söhne vor allem.
Er hat sein Land groß gemacht.
Mit dem Schwert.
Ich wünschte, mein Vater wäre so. - Wie?
Mutig. - Ist mutig besser als klug?
Schließt das eine das andere aus?
Dein Vater will, dass du Maria von Burgund heiratest,
bevor es ein anderer macht. Das ist dir doch klar?
Zerbrich du dir nicht meinen Kopf.
(ruhige Musik)
Du kannst nicht herrschen ohne Ehemann.
Doch.
Nein, Burgund ist ein Männerlehen, wie du weißt.
Mein Vater ist im Kampf gefallen, für unser Land.
Denkst du, dass ich mich Frankreich einfach beuge? Kampflos?
Du bist genau wie er.
Aufbrausend und stolz.
Ich habe ihn kaum gekannt.
Er hat dich geliebt, das weiß ich genau.
Und er war sehr stolz auf dich.
Ich vermisse ihn so.
(ruhige Musik)
(lautes Atmen)
Steh auf, es ist Zeit.
(Er ächzt.)
(leise, düstere Musik)
(leises Pferdeschnauben)
(bedrohliche Musik)
(Er stöhnt.)
(Ächzen)
(bedrohliche Musik)
(Er schreit.)
(Kampfschreie)
Renn!
(spannungsvolle Musik)
(Kampfgeräusche)
(Wiehern)
(spannungsvolle Musik)
Hüa!
(Er atmet schwer.)
(spannungsvolle Musik)
(ruhige, unheimliche Musik)
(lautes Atmen)
(ruhige Musik)
(Er stöhnt.)
(dramatische Musik)
Hoheit!
Meister Rudolfer.
Knappe! - Sie haben uns angegriffen.
Die Schwarze Armee!
(ruhige Musik)
Polheim! Ich weiß nicht, wo er ist.
Bringt ihn heim.
(düstere Musik)
(Möwen kreischen.)
(entferntes Wiehern)
Monsieur de Commynes.
Ich bin Franchois Coppenhole. Der Bruder von Jan Coppenhole.
Es freut mich sehr, Euch kennenzulernen, Monsieur.
(dunkle Musik)
Monsieur Jan Coppenhole, lange nicht gesehen.
Philippe de Commynes.
Wer ihn nicht kennt: Er war früher Berater von Karl dem Kühnen.
Dann hat er rechtzeitig die Seiten gewechselt.
Die Vertreter der Gilden.
Ab jetzt gehört hier alles der französischen Krone.
Was? Wieso?
Wieso? Weil Burgund ein französisches Männerlehen ist.
Nur ein Mann darf herrschen,
sonst fällt das Lehen an die Krone Frankreichs zurück.
Leider wird Burgund aber nicht mehr von einem Mann regiert, nicht wahr?
Wisst Ihr, wer in diesem Land arbeitet? Das seid Ihr.
Die Bürger.
Während der Adel auf Eure Kosten lebt.
Ihr müsst Eure Rechte einfordern. - Welche Rechte?
Eure Bürgerrechte, diese zum Beispiel.
Hm.
Maria von Burgund wird dem niemals zustimmen.
Deswegen werdet Ihr Euch gegen Eure Herzogin erheben.
Ein Aufstand? - Nein.
Aufstände werden niedergeschlagen, das soll von Dauer sein.
Ein Land, das von seinen Bürgern regiert wird.
Ihr wollt Euch gegen die von Gott gegebene Ordnung stellen?
Ich bin sicher, er versteht uns.
Wir sollen also werden wie Ihr? Verräter?
Nein, Ihr sollt nur bleiben, was Ihr seid: Kaufleute.
Unter Frankreichs Herrschaft gibt es weder Kriege,
noch gibt es Kriegssteuern, nur freien Handel.
Und was hat König Ludwig davon?
Akzisen und Zölle im üblichen Rahmen
und die Gewissheit, dass Ihr ihm Treue schwört.
Der König liebt die Städte und seine Bürger,
solange sie sich an seine Regeln halten.
Überlegt es Euch.
(leise, düstere Musik)
Dein Bruder war jagen.
Ich habe strengste Anweisung gegeben,
dass er die Burg nicht verlassen darf, weil es gefährlich ist.
Aber er ist offenbar taub.
Er ist mein einziger Sohn.
Wer soll nach uns regieren, wenn er nicht mehr ist?
Verstehst du, wie wichtig das für uns ist,
dass er gehorcht und am Leben bleibt?
Er ist also der Schwarzen Armee begegnet.
Ungarn?
Ich glaube.
Du glaubst?
Und jetzt fehlt dein guter Kämmerer, Polheim.
Bist du zu dumm, den Sinn unserer Befehle zu begreifen?
Oder bist du zu widerspenstig, uns zu gehorchen?
Du erinnerst dich an Herrn Fugger von der Lilie aus Augsburg?
Er hat Nachricht gebracht von den Märkten.
Erklärt meinem Sohn das Problem.
Es geht um Eure Kleidung.
Alle Wollstoffe, die Ihr am Leib tragt, kommen aus Burgund.
Gent ist das Zentrum des Tuchhandels.
Er hat das Land unermesslich reich gemacht.
Ja, und Euch.
Burgund war stets Frankreichs Feind.
Wenn unsere Gegner die Kontrolle über den Tuchhandel gewinnen,
fallen wir tief, gemeinsam.
Und das gilt es zu verhindern.
Unser Sohn wäre fast gestorben. - Lasst ihn gehen.
Er hat Euch geholfen mit den Pferden.
Er ist nur ein Leibdiener.
Du bist so überaus gedankenlos wie deine Mutter.
Und außerdem doch nur an Unsinn interessiert,
an der Jagd, an Turnieren, am Tanze.
Meine Mutter ist vor Bitterkeit gestorben,
weil sie hier eingesperrt war. Gebt mir 1000 Mann,
und ich werde unsere Feinde in die Flucht schlagen.
Dann können wir die Burg verlassen, ohne Angst zu haben.
1000 Männer.
Und dann?
Dann werden wir kämpfen und siegen. - Du bestimmt, ja.
Ihr seid Kaiser eines Landes, in das Ihr keinen Fuß mehr zu setzen wagt,
weil Ihr lieber zögert, statt zu handeln.
Macht Euch das stolz Vater? Mich nicht!
Schau ihn gut an. Eines Tages wirst du herrschen.
Jede Handlung, die du setzt, zeitigt Folgen.
Manchmal nur für einen, oft für viele.
Von nun an bist du geächtet in unserem Reich.
Alles, was dein ist, fällt uns anheim.
Du wirst gehen, wohin auch immer, frei wie ein Vogel.
Und du geh auch.
Herr Fugger von der Lilie, Ihr reist nach Gent zu Maria von Burgund
und legt in meinem Auftrage
die Bedingungen der Ehe zwischen ihr und meinem Sohne fest.
Ein Herold wird Euer Kommen ankündigen.
Gut.
Kunigunde?
Du weißt, dass Ungarn uns bedrängt.
Sie sind stärker als wir,
und die Kurfürsten denken nicht daran, uns zu helfen.
Es gibt nur eine, die Österreich retten kann.
Dich.
Ich erwarte, dass du deinen Beitrag leistest wie wir alle,
für Habsburg.
Ich werde dich Matthias Corvinus zur Frau geben.
Du wirst Königin der Ungarn.
(düstere Musik)
(Ein Vogel krächzt.)
(düstere Musik)
(Knacksen)
(leise, spannungsvolle Musik)
(leise Musik)
Niemandem ist es erlaubt, dir Quartier zu geben in diesem Land.
Weder Speis noch Trank sollen dir gereicht werden.
Jedermann kann dir das Leben nehmen, wie es ihm beliebt.
All dein Besitz fällt dem Hause Habsburg zu.
Möchtest du mit ihm gehen oder bleiben?
Der Kaiser lässt dich in seiner Güte wählen.
(Er atmet hektisch.)
(Er wimmert.)
(leise, dramatische Musik)
(Pferdeschnauben)
Habt Ihr die nötigen Geleitbriefe? - Ja.
Gebt dieses Schreiben der Herzogin von Burgund,
persönlich, keinem anderen.
(Wiehern)
Die feigen Hunde sind geflohen.
Schweizer?
Die kämpfen nur für Geld.
Da hat jemand gut gezahlt, sehr gut sogar.
Nicht einmal die Pferde haben sie mitgenommen.
Franzosen dingen Schweizer.
Wer hat gewusst, dass er auf die Jagd geht?
Und wer hat ihnen verraten, wo sie ihn finden?
Die Wälder sind groß.
Polheim.
Wie ist es Euch nur gelungen zu entkommen?
Ich war offenbar nicht wichtig genug.
(düstere Musik)
(unruhige Musik)
(Wiehern)
(rasante Musik)
(Schreie)
(Wiehern)
(unruhige Musik)
(langsame Musik)
(Wiehern)
(unruhige Musik)
(Klingeln)
(Vogelpiepsen)
Ist er nicht zu warm gekleidet? Er glüht ja.
Das ist das Fieber.
(Das Baby wimmert.)
Was sagen die Ärzte?
Sie streiten die ganze Zeit.
Ich habe Angst.
Bitte nicht er auch noch.
François ist nur ein bisschen krank.
Die Ärzte sagen, dass er bald wieder gesund wird.
Wir müssen Gott vertrauen.
So wie Hiob?
Er erbarmt sich unser, du wirst sehen.
Eine Nachricht, Majestät.
Maximilian hat überlebt.
Der Kaiser möchte mit Maria von Burgund in Verhandlungen eintreten,
über eine baldige Hochzeit mit seinem Sohn.
Er schickt Ulrich Fugger, einen Kaufmann aus Augsburg.
Das muss aufhören.
Ja.
Das wird es auch.
(beunruhigende Musik)
Ich werde dir meine Antwort zukommen lassen.
Der Kaiser schreibt, dass mein Vater der Verbindung unserer Länder
schon vor Jahren zugestimmt hat, indem Maximilian mich heiratet.
Ja, das ist wahr. - Ach wirklich?
Aber der Kaiser war meinem Vater zuwider,
weil er völlig mittellos ist - und habgierig zugleich.
Er würde mein Land ausbluten lassen, um seines zu retten.
Das ist typisch, für die Verhand- lungen einen Kaufmann zu schicken.
Das kommt nicht in Frage. - Sei nicht so hochnäsig!
Man spuckt nur große Töne, wenn man gute Karten hat.
Mit einem schlechten Blatt sollte man lieber zuhören,
seine Chance abwarten und höflich lächeln.
Die Herzoginwitwe hat recht.
Wenn Ihr Euch noch den Kaiser zum Feind macht, ist keinem gedient.
Die Politik ist immer ein Geschäft, Hoheit.
Friedrich braucht Geld, um zu herrschen.
Und Ihr braucht einen Herrscher, der auf Eurer Seite steht.
Jemanden, den Eure Feinde fürchten.
Das wäre für beide Seiten von Vorteil.
Na gut.
Wir werden diesen Fugger empfangen, aus purer Höflichkeit.
Aber die Österreicher sollen sich keine Hoffnungen machen.
Genau wie die anderen Bewerber.
Wie viele Männer brauchen wir, um uns zu verteidigen?
Gegen Frankreich? 20.000.
Und wie kann Burgund ein so großes Heer finanzieren?
Das wird schwer, wir sind von den Steuern abhängig.
Und die Bürger weigern sich, sie zu bezahlen.
Dann hol sie schleunigst her.
Sag ihnen, ihre Herzogin fordert Rechenschaft.
(leise, düstere Musik)
Bürger von Gent, wir müssen ein Heer rüsten,
um unser Land gegen Frankreich zu verteidigen.
Burgund braucht dringend Geld, sogar sehr viel Geld.
Aber Ihr seid säumig.
Euer Vater hat mehr an Kriegssteuern eingetrieben
als alle Herzöge vor ihm.
Durch ihn habt Ihr alle so viel Reichtum und Macht angehäuft
wie kein Bürger vor euch.
Dann wird es Zeit, dass wir mitbestimmen.
Und was ist das?
Lest.
Wir, die Vertreter der Generalstaaten, fordern,
dass ein Rat eingerichtet wird,
der Euch in politischen Fragen zur Seite steht.
Das Große Privileg.
Was soll das heißen?
Ohne die Zustimmung des Großen Rats
dürfen keine neuen Steuern erhoben werden.
Ebenso darfst du nur mit ihrer Zustimmung den Bund der Ehe eingehen.
Und sie wollen eine eigene Gerichtsbarkeit.
Ihr wollt also entscheiden, wen ich heirate?
Ja, das ist eine politische Entscheidung.
Und wen schlagt Ihr vor? - Wir wissen, wen wir nicht wollen.
Österreich.
Denn das würde Krieg mit Frankreich bedeuten.
Ein Krieg, den wir nicht finanzieren werden.
Dann verweigert Ihr Eurer Herzogin die Unterstützung?
Ich kann Euch verstehen, die Zeiten sind schwer.
Das ist der perfekte Augenblick für Unverschämtheiten.
Darauf sind sie nicht selbst gekommen.
Habt Ihr tatsächlich gedacht, ich beuge mich Euren Forderungen?
Dann gibt es auch kein Geld.
Es ist Eure Pflicht, der Herzogin gehorsam zu sein.
Ja. Aber die Frau ist dem Mann untertan.
Das hebt es auf.
Die Folgen Eurer Entscheidung tragt Ihr, Hoheit.
Hoheit.
Ich habe 300 Veteranen, gute Kämpfer.
Mit Eurem kleinen Haufen wollt Ihr mich vor ganz Frankreich schützen?
Nein. Ich schicke sie zu Euren Bürgern, in ihre Häuser.
Dann zahlen sie, und ihr Großes Privileg lasse ich sie fressen.
Und was kostet mich das?
Nur ein holdes Lächeln.
(leise Musik)
Hinaus! Raus hier!
Herr von Egmond! Setzt nie wieder auch nur einen Fuß in mein Haus.
Euer Haus?
Ich fürchte, diesen Krieg habt Ihr längst verloren, Herzogin.
(ruhige Musik)
Schreibt diesem Herrn Fugger.
Ich werde ihn gern empfangen.
(De Commynes) Sie fühlt sich noch zu sicher.
Aber sie wird Euch das Große Privileg gewähren.
(Coppenhole) Und dann?
(De Commynes) Dann muss sie tun, was Ihr sagt.
Und Ihr tut, was ich sage. - Ganz einfach, oder?
Ja.
Dieser Herr von Egmond, ist er käuflich?
Sicher.
Ich würde gern mit ihm reden. - Worüber?
Über Beinschrauben.
Er soll den Druck auf die Herzogin erhöhen, so, dass es schmerzt.
Wenn sie sich König Ludwig nicht freiwillig beugt,
dann muss man ihr eben die Beine brechen.
Sie will diesen Fugger empfangen.
Und verhandeln über eine Vermählung mit Maximilian von Österreich.
Le Daim wird sich darum kümmern. - Nein, lass sie gewähren.
Damit hätten wir einen Vorwand, ihr die Beinschrauben anzulegen, oder?
Bring das dem Deutschen und sag uns, wann er hier eintreffen wird.
Dein Vater mochte Maximilian von Habsburg.
Jeder, der ihn kennt, mag ihn. Ich höre nur Gutes.
Ich höre bloß Schlechtes.
Am kaiserlichen Hof essen sie noch rohes Fleisch.
Sie sind bettelarm, unkultiviert, und sie stinken!
Wer behauptet so was? - Na, alle!
Ich heirate keinen stinkenden Barbaren!
Und wenn er zehnmal der Sohn des Kaisers ist.
Außerdem liebe ich ihn nicht. - Jetzt sei nicht kindisch.
Dann soll ich es halten wie du mit meinem Vater?
Wäre das so schlimm?
Dein Vater war sehr rücksichtsvoll. Er beanspruchte mich kaum.
Und wenn mein künftiger Gatte kein Maß kennt
und mich täglich will, andauernd?
Ich bin sehr empfindlich.
Das gibt sich, man stumpft ab.
Überall. - Ich aber nicht.
Doch, alle Frauen tun das - oder sie gehen zugrunde.
Sie ist eine Waffe und ein Werkzeug. - Was meinst du?
Deine Weiblichkeit. Sie kann das Zepter führen wohin sie will.
Ich bevorzuge den Kopf.
Das reicht leider nicht. - Was soll das hier werden?
Wird das ein Ratgeber für Dirnen? - Freier haben Geld. Er nicht.
Lasst mich allein, alle!
Ich befehle es als eure Herzogin.
Du geh auch.
(ruhige Musik)
Rosina ist hier.
(Die Tür wird geöffnet.)
Was machst du hier? - Ich wollte dich sehen.
Wie geht es meiner Schwester?
Sie weint viel.
Dabei soll der König von Ungarn ein recht edler Herr sein.
Ja?
Wie alt ist Matthias Corvinus? 40?
Er freit um eine Zwölfjährige. Mein Vater ist so voller Angst,
dass er Kunigunde unserem größten Feind vorwerfen will,
nur um ihn zu besänftigen. Begreifst du das?
Dich sollte man auch besänftigen, oder?
Nur du wusstest, wo ich auf der Jagd bin.
Daher weht der Wind.
Ja. - Ja, nur ich.
Und Polheim. Und der Leibdiener. Und jene, denen sie davon erzählt haben.
Warum sollte ich dich verraten?
Weil du mich niemals kriegen wirst.
Ich werde immer oben sein. Und du unten.
Weil du mich nicht kriegen kannst.
Weil ich von zu niederem Stand für dich bin.
Deswegen musst du dich heimlich mit mir treffen.
Nachts steigst du zu mir herab, voller Sehnsucht nach Wärme.
Weil es oben so einsam ist.
Ich kann viele haben bei Tageslicht.
Du nur sehr wenige, Maximilian von Österreich,
weil ja kaum eine gut genug für dich ist.
Also gewöhn dich besser an die Dunkelheit.
(Klopfen)
(leise) Ich bin sehr froh, dass du lebst.
(energisches Klopfen) Ja!
Der Kaiser wünscht Euch zu sprechen.
Sofort.
Rosina von Kraig.
Seid Ihr nicht die Kinderfrau der Kunigunde von Österreich?
Das ist aber das andere Kind des Kaisers.
Ihre Kemenate ist am Ende des Ganges, falls Ihr Euch verlaufen habt.
Setz dich.
Ich habe keine Lust, um den heißen Brei herumzureden.
Nicht um diese Stunde.
Es ist mein Wille, dass du Maria von Burgund zur Frau nimmst,
bevor es ein anderer tut.
Ich verstehe.
Krieg führen die anderen.
Wir glücklichen Österreicher heiraten lieber.
Du bist mir fremd.
Obwohl du mein Sohn bist, mein einziger.
Frankreich, Burgund.
Österreich.
Die deutschen Kurfürsten.
Und die Osmanen, aufgehalten nur noch von Matthias Corvinus,
der uns zugleich knacken will.
Was tue ich dagegen, der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs?
Nichts.
Wir bräuchten eine Armee, um die Macht zu festigen,
die Gott uns in die Hand gelegt hat.
Eine Armee, die wir nicht bezahlen können.
Aber wir haben Glück:
Dieser Apfel hat eine Tochter. Und diese Nuss einen Sohn.
Mit Burgunds Reichtum könnten wir endlich regieren,
die Kurfürsten zum Schweigen bringen.
die Ungarn bezwingen, die Türken aufhalten. Dominium terrae.
Aber du wirfst dein Leben weg, bevor es begonnen hat.
Auch wenn du das nicht verstehst, eines begreifst du hoffentlich.
Deine Bestimmung ist alles, du bist nichts.
Es ist dein Schicksal, zu herrschen oder unterzugehen.
So wie Ihr, Vater.
Ich gehe nicht unter.
Ich harre aus, seit vielen Jahren.
Ich warte, bis Gott mir die Hand reicht
und selbst den Apfel hineinlegt.
Nimm ihn.
Es ist der Reichsapfel.
Die Weltkugel, auf der du dein Reich errichten kannst - für Habsburg.
Mach lieber kleine Bisse, sonst erstickst du dran.
Es ist nur ein Apfel.
Was deine Mutter betrifft:
War es auch nicht Liebe, war es doch gut und richtig.
Nimm es an, dein Schicksal.
Wenn man sich wehrt, wird's nur schlimmer.
Wir treffen Matthias Corvinus, er will sich deine Schwester ansehen.
(leise, düstere Musik)
Du weichst mir aus, seit Tagen.
Wenn du wie die anderen denkst, dann sag es.
Welche anderen?
Die denken, dass ich es war.
Das ergibt keinen Sinn.
Lebend bin ich für dich mehr wert.
Wer dem künftigen Kaiser dient, sitzt an der Quelle.
Du hast eine hohe Meinung von mir.
Ich habe schon besser gelaunte Quellen gesehen.
Der Kaiser verlangt, dass ich sie heirate.
Mehr fällt dir dazu nicht ein?
Die Donau ist ein mächtiger Fluss, nicht wahr?
Auch sie hat als Quelle angefangen.
Aber erst ihre Zuflüsse haben sie so groß gemacht.
Ja, und so trüb.
Das ist nur, weil dort alle reinscheißen.
Du kannst einem die Zukunft wirklich schmackhaft machen.
Ich weiß nicht, was ich tun soll.
Aber ich. Im Keller ist noch mehr vom Wein.
Komm, dann weißt du morgen wenigstens,
warum's dir schlecht geht.
(leise Musik, Möwenkreischen)
(entferntes Glockenläuten)
(Huftrappeln)
Herr von Egmond.
Du nimmst die Münze, behältst deinen Kopf und trittst in meine Dienste.
Oder ich behalte die Münze und bezahle damit dein Begräbnis.
Wähle, aber beeil dich.
(leise, angespannte Musik)
Aus Gent kommt seit Wochen kein Tuch.
Eure Städte entrichten die Wegzölle und Einnahmen
aus dem Stapelrecht nicht. - Wer behauptet das?
Das pfeifen die Spatzen von den Dächern.
Besorgt Euch das? - Was?
Das Euch die Ware ausgeht. - Nein.
Ich habe Vorräte, ich bin Kaufmann.
Ich sorge stets vor. Ihr hoffentlich auch.
Der Kaiser will Geld von Euch. - Und wofür genau?
Für das zweifelhafte Vergnügen, seinen Sohn zu heiraten?
Dafür, dass Euer Land einen Herzog hat, der hier für Ordnung sorgt,
der Frankreich zurückschlägt, der den Handel wieder in Gang bringt.
Wie viel?
Denkt Ihr, dass ich so viel besitze?
Weiß Maximilian eigentlich von dieser dreisten Forderung?
Nein.
Seine Majestät hat mich entsandt.
Verstehe ich das richtig, Eure Ware ist der Sohn des Kaisers?
Und Ihr wollt ihn mir für einen guten Preis verkaufen?
Wie ein Stück Vieh am Markt, ja?
Besser er ist die Ware, als Ihr seid es, oder?
(herannahende Schritte)
Maria von Burgund,
Ihr verhandelt hinter dem Rücken Eurer Bürger mit dem Kaiser.
Wie könnt Ihr es wagen?
(Aufschrei)
Was tut Ihr da?
Die Generalstaaten sind gegen Maximilian von Österreich.
Ich bin deine Herzogin. Ich kann tun, was mir beliebt.
Ich fordere Euch noch einmal dazu auf,
uns das Große Privileg zu gewähren.
Dann werden wir gemeinsam den neuen Herzog bestimmen,
dem wir uns gerne beugen werden.
Wer bezahlt Euch dafür?
Und Euch, Herr von Egmond?
Über Geld spricht man nicht.
Niemand betritt oder verlässt den Hof, bis Ihr unterzeichnet habt.
Ich wollt Eure Herzogin einsperren?
Nur zu Eurem Schutz, Hoheiten.
Noch kannst du wählen, wer du sein willst.
Eine Fürstin ohne Macht - oder aber die künftige Kaiserin.
Bald hast du nicht mehr die Wahl. - Und wenn ich Frankreich wähle?
Dein Vater und König Ludwig waren Todfeinde.
Er würde Burgund besetzen,
dich als Spielzeug eines dummen Kindes verrotten lassen.
Und Österreich? Wo ist der Unterschied?
Maximilian braucht dich.
Ohne unser Geld ist er nichts.
Und auch du brauchst ihn dringend, denn er wird dein Schwert sein.
Das ist der Unterschied.
(ruhige Musik)
Ein Bote der Liebe.
Aber Frankreich will das nicht.
Wer seid Ihr? - Philippe de Commynes.
Zu Euren Diensten.
König Ludwig mag Euch.
Er bietet Euch reichen Handel an.
Und zwar hier in Burgund, also Frankreich.
Eure Geschäfte sind bei uns in besten Händen.
Kehrt nach Augsburg zurück, in Eure warme Stube.
Das hier rechnet sich für Euch nicht.
(ruhige Musik)
Unsere Wachen sind alle weg.
Ich weiß.
Überall hocken diese Kerle.
Nein, nicht überall.
Noch gibt es Möglichkeiten zu entkommen.
Du kennst doch die Männer.
Ja.
Du wirst einen für mich begutachten, sehr sorgfältig.
Du wirst nach Österreich reiten, zu Maximilian.
Und du wirst genau das tun, was ich dir auftrage.
(getragener Choralgesang)
(Anne) Vater hat angeordnet, dass der ganze Wald gefällt wird,
weil er dort die Nachricht vom Tod unseres Bruders erhalten hat.
Mutter ist in ihrer Kemenate gewesen.
Sie hat die ganze Einrichtung verbrennen lassen
und wird die Tür für immer versiegeln.
Nichts soll sie je an dieses Unglück erinnern.
(getragener Choralgesang)
(Trommelschläge)
(treibende Trommelmusik)
(lautes Atmen)
(Kampfschreie)
(Donnergrollen)
(lautes Atmen)
(Kampfgeräusche)
(schmerzerfülltes Stöhnen)
(leise, dramatische Musik)
(Kampfgeräusche)
(Ächzen)
(Schrei)
(leise, dramatische Musik)
(Kampfgeräusche)
(Schrei)
(leise, dramatische Musik)
(mit Akzent) Er ist sehr wütend, Euer Sohn.
Er kämpft gut im Turnier.
Matthias Corvinus wird meine Schwester nicht heiraten.
Ich werde ihn aus meinem Land jagen.
Für einen Krieg brauchst du Geld.
Dieser Fugger soll es mir geben.
Kaufleute geben nur, wo schon etwas ist.
Doch bei dir ist nichts, nur heiße Luft.
Du drohst allen und kündigst Dinge an.
Aber du tust nichts.
Hüte deine Zunge, Polheim.
(Corvinus) Mögt Ihr Huren?
Nein.
Warum behandelt Ihr dann Eure Tochter, als wäre sie zu verkaufen?
Was wollt Ihr für sie?
Die Räumung der Steiermark
und die Garantie, dass Eure Schwarze Armee uns nicht weiter bedrängt.
Mehr nicht?
Ist sie so billig zu haben?
Ich will Frieden, Eure Unterstützung gegen meine Feinde.
Und Ihr könnt König von Böhmen bleiben.
Mein Ungarn erstreckt sich von der Lausitz bis in die Walachei,
wo meine Wojwoden die Osmanen auf Pfähle stecken.
Es dauert, bis der Pfahl von hinten durch den ganzen Leib dringt.
Aber er tut es, unaufhaltsam.
Ich bin der Pfahl im Fleisch Österreichs.
Wenn man ihn einfettet, geht es leichter.
(düstere Musik)
(ruhige Musik)
Ich möchte zu Erzherzog Maximilian. - Warum?
Ich bringe Nachricht von Maria von Burgund.
Meine Herrin schickt mich, Maria von Burgund.
Ich soll Euch sagen, dass sie es bedauert, nicht hier sein zu können.
Sie hätte Euch gerne mit eigenen Augen betrachtet.
Nun sind meine Augen jene der Maria von Burgund. Darf ich mich nähern?
Ja.
(Sie schnüffelt.)
Badet Ihr?
Ja. - Wie oft?
Sooft ich stinke. - Esst Ihr rohes Fleisch?
Manchmal die Leber eines frisch erlegten Rehs auf der Jagd.
Könnt Ihr lesen? Schreiben? Rechnen? - Ja.
Dann lest.
(Rudolfer) Soll ich sie rausschmeißen?
"Maximilian, durchlauchtigster Erzherzog von Österreich."
"Ich, Maria, Herzogin von Burgund und Luxemburg,
schreibe Euch, weil meine Not mich zwingt."
(ruhige Musik)
"Ich bin von großem Schmerz erfüllt. Mein Vater ist tot."
"Ich habe nun keinen Menschen mehr auf der Welt,
außer meiner lieben Stiefmutter und meiner Hofdame, Johanna,
die Euch gut riechen kann."
"Sonst hätte sie Euch diesen Brief nicht gegeben."
"Mein eigenes Volk bedrängt mich."
"Die Stände drohen mir, sie sperren mich ein."
"Wir bestimmen nur über das, was im Moment geschieht,
ob ich mein Pferd zügle, oder ihm die Sporen gebe,
mehr vermögen wir nicht."
"Auch wenn wir das gerne glauben würden."
"Aber Gott lacht über das, was wir planen."
"Wir ruinieren unser Leben, weil wir das Leben immer wieder aufschieben."
"Maria." - Sie zitiert Epikur.
Ihr kennt Epikur?
Ich liebe ihn.
Sie auch.
Für Euch, von ihr.
(leise, gefühlvolle Musik)
Ist sie das? - Ja.
Lüg mich nicht an.
Genau so sieht sie aus?
Wie sie leibt und lebt.
Dann ist Maria von Burgund wirklich so schön?
Wunderschön.
Vielleicht sollte ich hinreiten und an ihr schnüffeln.
Der Kaiser verlangt nach Euch.
Wolf von Polheim. Ich bin der Kämmerer des Erzherzogs.
Wolf? - Wolfgang.
Alle sagen Wolf zu mir.
Meine Herrin erwartet Antwort, sagt das Eurem Erzherzog.
Die Franzosen haben den Ulrich Fugger fortgejagt.
Ich habe ihn nach Gent geschickt,
um den Vertrag zu schließen und Geld mitzubringen.
Was?
Ihr habt versucht, mich zu verkaufen? An die Burgunder?
Wenn Matthias Corvinus deine Schwester nicht zur Frau nimmt,
werden wir untergehen.
Ich habe lange genug zugesehen.
Das muss ein Ende haben.
Von was sprichst du? - (schreit) Von Eurer Feigheit!
Und Eurer Hilflosigkeit.
Deswegen haben die Kurfürsten Euch gewählt,
weil Ihr ihnen nicht gefährlich werden könnt.
Niemand respektiert Euch, Vater.
Ja, Ihr seid der Kaiser, aber Ihr handelt wie ein Krämer.
Wenn du mich anrührst, töte ich dich.
Ich werde mich aus dem Dreck kämpfen,
alleine und aus eigener Kraft.
Es gibt Krieger, die nie besiegt werden,
weil sie alles in Stücke hauen.
Und dann gibt es welche, die jeden Schlag aushalten,
bis ihre Gegner vor Müdigkeit sterben.
Gott hat mir kein Schwert gegeben, aber eine sehr starke Rüstung.
(düstere Musik)
An mir werden sie alle zerbrechen.
(leise, angespannte Musik)
Die Kammerfrau der Herzogin möchte, dass du ihrer Herrin antwortest.
Du hattest Recht mit dem, was du gesagt hast.
Ich rede nur und mache nichts.
Ich werde der Welt mein Siegel aufdrücken.
Wer in seinem Leben kein Gedächtnis macht,
der hat nach seinem Tod kein Gedächtnis.
Und desselben Menschen wird mit dem Glockenton vergessen sein.
(ruhige Musik)
Bring mir Tinte und Federkiel.
"Maria, durchlauchtigste Prinzessin von Burgund und Luxemburg."
"Ihr schreibt von unseren Plänen, dass Gott über sie lacht."
"Vielleicht aber sind unsere Pläne alles, was wir besitzen."
"Wie Bilder, die wir voneinander haben."
"Auch diese stimmen selten,
und dennoch versuchen wir stets, ihnen gerecht zu werden."
"Keiner sieht ein Übel und wählt es, sondern man lässt sich täuschen."
"Weil man es im Vergleich mit einem anderen,
noch größeren Übel für ein Gut hält."
"Ich reise in wenigen Tagen ab, zu Euch. Maximilian."
Wieso ein Übel?
Natürlich. Jede Ehe aus politischen Gründen ist ein Übel,
um ein anderes, schlimmeres Übel zu verhindern.
Er sieht die Dinge, wie sie sind.
Er ist wie du.
Und hübsch ist er auch.
Ja. Das hast du schon zehnmal gesagt.
(ruhige, gefühlvolle Musik)
Ich würde gern allein sein.
(düstere Musik)
Mein tief empfundenes Beileid, Majestät.
Was willst du?
Maria von Burgund hat das Große Privileg unterzeichnet.
Wird sie sich daran halten? - Nein.
Maximilian wird nach Gent reisen. - Sehr gut.
Wieso?
Weil sie damit gegen den Vertrag verstößt.
Verstehst du, was das für uns heißt?
Nein.
Sie bricht den Vertrag, und wir bestrafen sie dafür, nicht wahr?
Ja.
Und Maximilian? Was machst du mit dem?
(bedrohliche Musik)
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