All language subtitles for Anastasia.die.letzte.Zarentocher.1956.GERMAN.dTV

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Original subtitles

Anastasia, die letzte Zarentocher (1956) dTV - Bayerisches FS - 26. Dezember 2013

Und das hier ist sie?

Die geheimnisvolle Unbekannte,

die behauptet, sie sei die Zarentochter Anastasia?

Wer sie ist, weiß niemand. Seit 36 Jahren hat sie keinen Namen.

Sie hat zwar einen Pass auf den Namen Anderson,

sie nennt sich auch Tschaikowsky.

Aber sie sagt, sie sei Anastasia Romanow,

die jüngste Tochter des Zaren Nikolaus II.

Sie sagt, sie habe den Mord an der Zarenfamilie am 17.7.1918 überlebt.

Hören Sie auf, Doktor, so was gibt es nicht.

Eines ist sicher: Ist sie tatsächlich Anastasia,

dann ist ihr Schicksal eines der erschütterndsten unserer Zeit.

Ich bin überzeugt, dass sie es ist.

Das ist ein Märchen, und daran glauben Sie?

Sie sind ihr Rechtsanwalt, Sie müssen vielleicht daran glauben.

Aber ich bin Journalist, und glauben wird bei uns klein geschrieben.

Beweisen, darauf kommt es an. - Auch bei uns Rechtsanwälten.

Aber ich befasse mich jetzt seit 18 Jahren mit diesem Fall.

Hier ist alles gesammelt.

Von amerikanischen und deutschen Anwälten zusammengetragen.

Aussagen, Protokolle, eidesstattliche Erklärungen.

Aber es ist doch bekannt, dass damals alle umkamen.

Es gibt von den verschiedensten Seiten eine Menge Berichte darüber.

Aber hier ist eine Sache... Moment mal, ja?

Die eidesstattliche Erklärung eines österreichischen Kriegsgefangenen.

Er behauptet Folgendes: Ich, Franz Swoboda, berichte...

Das ist nicht so wichtig, aber hier ist das Wesentliche.

"Ganz Russland befand sich im Bürgerkrieg.

Die Kämpfe zwischen Weißen und Roten

wurden mit unbarmherziger Härte geführt.

Ein Riesenreich, überflutet von Revolution.

Ich befand mich am 17. Juli 1918 in Jekaterinburg.

Man spürte starke Unruhe in der Stadt.

Die Weißen rückten vor, um den Zaren zu befreien.

Wir kannten das Haus,

in dem der Zar und seine Familie gefangen gehalten wurden.

Die Roten hatten uns österreichische Kriegsgefangene freigelassen

und zogen uns zu Hilfsdiensten heran.

Ich fuhr in dieser Nacht Verpflegung für die Wachmannschaften."

Bist fertig? - Ja, der letzte Sack.

Frag mal, ob sie einen Machorka haben.

Russische Befehle

Ich möcht wissen, was da los ist. Was soll der Lastwagen da?

Der Russki schreit den ganzen Tag herum.

Er denkt, die Weißen nehmen die Stadt.

Wollen die den Zaren fortschaffen lassen?

Dawai, dawai.

Musik

reden Russisch

Du, da, schau.

Die bringen den Zaren nicht fort, die haben was ganz anderes vor.

Musik

Die ganze Zarenfamilie.

Lass uns verschwinden, sage ich dir. Los, Mensch, komm.

Schüsse

Die haben sie umgebracht.

Spricht Russisch

"So sahen wir,

wie die schwerverletzte Anastasia fortgebracht wurde."

So weit die eidesstattliche Erklärung von Swoboda.

Bis nach Rumänien lässt sich der Weg Anastasias verfolgen.

Dann verliert sich die Spur im Dunkeln.

He, was soll denn das?

Wasserklatschen

He, Fräulein.

Musik

Wer ist da ins Wasser gegangen? - Eine Frau.

Was? Selbstmord?

Nehmt mir doch mal die Frau ab.

Au.

Na, dein Freund hat aber ganz schön hingelangt.

He, Fräulein, schlafen Se?

Die tut bloß so. Seit 3 h tut sie bloß so.

Wollen Se einen Schluck Kaffee? Sie, das ist ein echter.

Wenn ick bloß wüsste, warum det arme Ding ins Wasser jejangen is.

Und warum se ihren Namen nicht sagt.

Vielleicht hat se Dreck am Stecken. Ick kann jedem meinen Namen sagen.

Det gloob ick dir. Dein Name is ja im janzen Viertel bekannt.

Nee, son armet Menschenkind.

Und Sie haben in den 2 Wochen nichts herausgekriegt?

Gar nichts? Nicht ihren Namen, nicht, wo sie herkommt?

Meine Herren, Sie sind die Polizei, ich bin nur Arzt.

Komischer Fall. Keine Fahndung, keine Vermisstenanzeige.

Sie muss doch irgendwoher kommen.

Wir haben sie untersucht. Sie ist körperlich vollkommen herunter.

Das macht mir weniger Sorge als ihre seelische Verfassung.

Sie ist hochgradig manisch-depressiv.

Ich möchte fast sagen, sie leidet an Verfolgungswahn, an Angstzuständen.

Das muss doch einen Grund haben. Haben Sie den schon festgestellt?

Nein, ich steh vor einem Rätsel.

Sobald die Tür aufgeht, schreckt sie zusammen.

Das wird Sie interessieren.

Sie hat Narben am Schädel und am Kiefer,

wahrscheinlich alte Schlagverletzungen.

Hier eine Veränderung des Knochens. Streifschuss.

Außerdem sind ihre Füße etwas deformiert, besonders der rechte.

Das scheint aber angeboren zu sein.

Nur den Pass, wo das unter "Besondere Kennzeichen"

stehen müsste, haben wir nicht.

Gehen wir mal hin zu ihr.

Türschlagen

Wo liegt sie? - Gleich hier.

Nun hören Sie mal schön zu, mein Fräulein.

Jetzt werden Sie mir ein paar Fragen beantworten.

Was ist denn los? Sehen wir aus, als wollten wir Sie umbringen?

Von der kriegen Se nüscht raus, das haben wir auch schon versucht.

Nehmen Se mal die Decke weg.

Stellen Sie sich doch nicht so an.

Bitte, so geht das nicht. - Wieso geht das nicht?

Also, Ihr Name?

Wo wohnen Sie?

Ihren Geburtsort will ich wissen.

Was ist? Nu reden Sie schon.

Redet mit russischem Akzent

Bitte, ich kann nicht.

Ich will nicht. Bitte.

Wie spricht die denn? - Sie ist Ausländerin.

Sind Sie ne Polin oder Russin?

Was sagen Sie dazu, Herr Kommissar? - Hier hilft nur Geduld.

Trotzdem kann sie uns doch ihre Personalien angeben.

Kann sie hierbleiben? - Nein, wir brauchen das Bett.

Ich kann Ihnen sagen, wohin die gehört.

Musik

Nun kommen Sie mal her.

Setzen Sie sich.

Wissen Sie, wie lange Sie nun schon hier sind?

Na?

Ein Jahr und ein halb.

Ja. Fast auf den Tag.

So schlecht ist Ihr Gedächtnis gar nicht, wie Sie vorgeben.

Seit 1,5 Jahren sind Sie hier.

Schweigen, sagen nichts.

Liegen mit dem Gesicht zur Wand.

Warum?

Bitte. - Ich will Sie nicht quälen.

Aber wenn Sie nicht sprechen über das, was Sie bedrückt,

dann kann ich Ihnen nicht helfen, gesund zu werden.

Und das wollen Sie doch. Also?

Wovor haben Sie Angst? Denn Sie haben Angst.

Sie haben Angstträume nachts, und im Traum sprechen Sie.

Ja, sie hat es gehört.

Und sie sagt, Sie haben russisch gesprochen.

Ich habe nicht russisch gesprochen.

Ich kann gar nicht Russisch. Das ist nicht wahr.

Bitte, darf ich gehen? Bitte. - Bitte.

Ich schwöre Ihnen, sie hat russisch gesprochen.

Musik

Bitte, habe Sie meinen kleinen Jungen nicht gesehen?

Er ist aus der Schule nicht nach Hause gekommen.

So groß ist er. Er soll ertrunken sein.

Und sie haben mir den auch gezeigt. Den, der da ertrunken ist.

Alle sagen, das ist mein Sohn.

Aber das stimmt nicht. - Ach, geh mit deinem Sohn.

Bitte, haben Sie meinen kleinen Jungen nicht gesehen?

Er ist aus der Schu...

Was, hier? - Wir haben kein anderes Bett frei.

Sie irren sich, wenn Sie glauben, dass ich hier lange bleibe.

Ich bin nur zur Untersuchung hier.

Eigentlich brauche ich über Nacht gar nicht zu bleiben.

Ja, ja, schon gut. - Zwischen lauter solchen...

Reden russisch

Na, sehen Sie, ich hab doch gewusst, dass Sie Russin sind.

Wat denn, wer ist Russin? Sie?

Redet russisch

Ich war auch in Russland, Kindermädchen.

Nein, ich bin nicht Russin. Ich kann gar nicht Russisch.

Wieso? Habs doch gehört.

Sagen Sie mal, was ist denn mit der? Ist die auch irgendwie?

Ick mein, ist die auch ein bisschen? Na ja.

Sagen Sie mal, woher kenne ich Sie bloß?

Ich kenn Sie von irgendwoher.

Ich hab Sie erst neulich gesehen.

Auf nem Bild. Kann das sein? - Was, auf nem Bild?

Bitte, haben Sie meinen kleinen Jungen nicht gesehen?

Nu, Muttchen, geh mal weg mit deinem Jungen.

Ick kenn Sie.

Ich weiß nur nicht, wo ich Sie hintun soll.

Nee, im Moment krieg ich es nicht.

Musik

Jetzt weiß ich, wer Sie sind. Sie sind Tatjana oder Anastasia.

Glockenläuten

Verzeihen Sie, sind Sie nicht Russen?

Ja, was ist? Ich habe wenig Zeit.

Sie werden gleich viel Zeit haben. Sind Sie nicht neugierig?

Nein. - Können Se aber sein.

Ich weiß was, da fallen Se um, wenn Se es hören.

Kommen Sie, liebe Frau, gehen Sie.

Kennen Sie Anastasia? - Was für eine Anastasia?

Die jüngste Tochter des Zaren.

Und wenn Sie es genau wissen wollen, die ist nicht tot, die lebt.

Und wissen Sie, wo? Ich weiß es. Hier in Berlin.

Ich weiß nicht, ob ich diese Besuche erlauben kann.

Sie will niemanden sehen. Es regt sie zu sehr auf.

Was heißt aufregen, Herr Doktor?

Wir sind Russen, da macht nichts aufregen.

Wissen Sie überhaupt, was das heißt? Anastasia ist gefunden.

Arm, krank, verlassen. Die Tochter unseres Zaren.

Großfürstin von Russland.

Sind Sie sicher, dass Sie es ist?

Klopfen

Ja, bitte.

Verzeihen Sie, dass wir Sie überfallen.

Redet russisch

Jetzt werden wir es gleich wissen.

Baronessa von Seckendorff kennt sie genau.

Ja, wenn ich darf, würde ich die Dame gern einmal sehen.

Ich war lange Jahre am Zarenhof. Ich kenne die Großfürstin.

Gut, ich lasse Sie hinführen.

Wo ist sie? - Hier, bitte.

Kommen Sie.

Das soll sie sein? - Ja.

Na, ist sies? - Ich kann das nicht so sagen.

Darf ich einmal ihre Füße sehen?

Bitte erlauben Sie, muss sehen die Füße.

Kann sie nicht mal aufstehen? Wegen der Größe.

Bitte, stehen Sie doch mal auf.

Ich will nicht. Weggehen.

Alle weggehen.

Aber es ist doch nur für einen Moment, bitte.

Lassen Sie mich, ich will nicht.

Muss sein, wegen Größe, bitte.

Also, ist sie es? - Das ist doch Anastasia.

Oder ist sies nicht?

Bitte, haben Sie meinen kleinen Jungen nicht gesehen?

Er ist nicht von der Schule...

Nein, das ist nicht Anastasia. Niemals.

Sind Sie ganz sicher, Baroness?

So sicher, wie man nur sein kann. - Ja, Sie müssten sie ja erkennen.

Nein, niemals. Eine kaiserliche Hoheit in einer Irrenanstalt.

Das gibt es nicht.

Wenn sie es wäre, dann hätte sie mich erkannt. Sie ist es nicht.

Ausgeschlossen, niemals.

Wie kann sie tun?

Mich angucken wie Stück Tier.

Die Füße, und wie groß ich bin. Wie kann sie tun?

Meine Mutter hat sie nie gemocht.

Wenn wir gegangen sind nach Kabolsk, sie kam nicht mit.

Sie hat uns verraten.

Haben Sie sie denn erkannt?

Wir haben gehabt andere Hofdamen, die uns nicht haben verraten.

Aber sie. Verlassen und verraten.

Sie sind es also, Anastasia.

Die Großfürstin Anastasia.

Hier in einer...

Ich meine, wie kommen Sie denn hierher?

Es werden jetzt sehr viele Leute kommen und Sie danach fragen,

und Sie müssen es beantworten.

Ich meine, weil es so unheimlich ist, dass Sie leben.

Leben?

Ich lebe nicht. - Hier kann man auch nicht.

Sie müssen hier heraus, sofort.

Mein Mann und ich würden uns sehr freuen,

wenn wir Sie bei uns aufnehmen dürften.

Türklingeln

Ah, lieber Graf, kommen Sie rein. Die gute Stube ist schon ganz voll.

Und wer ist das?

Der ehemalige Kammerdiener des Zaren.

Ausgezeichnet, bitte legen Sie ab.

Das ist ja großartig, er muss sie ja kennen.

Bitte, kommen Sie.

Meine Herrschaften, der Graf hat eine große Überraschung mitgebracht.

Auch für unseren Gast. Darf ich Sie nach nebenan bitten.

Hier führe ich Ihnen jemanden zu, den Sie gewiss kennen.

Wie ist sein Name?

Ich weiß nicht. Ich kann mich nicht finden.

Mein Kopf tut weh.

Warum redet sie nicht russisch mit mir?

Der Arzt sagt, das ist durch den Schock gekommen.

Er hat es genau erklärt. - Es gibt so etwas wie Verdrängung.

Die Großfürstin war viel rundlicher im Gesicht.

Sie sah blühend aus.

Wie hieß der Matrose, der als Diener beim Zarewitsch war?

Nagorny.

Das stimmt.

Es stimmt, sagt er. Habt ihrs gehört? Sie hat es gewusst.

Aber da war noch ein Matrose bei meinem Bruder.

Der hieß Derevenko.

Ja. - Was sagt ihr nun?

Wer war Tatischtschew?

Ein Adjutant von meinem Vater in Sibirien.

Jetzt will ich was fragen.

Erinnert er das Zimmer in unser Sommerhaus in Alexandropol?

Da war ein Fensterglas, darin hat Mama jede Mal, wenn wir hinkamen,

etwas angekratzt mit ihrem Ring.

Anfangsbuchstaben von Mama und Papa und der Datum.

Ja.

Ich bin oft gewesen in diesem Zimmer.

Dann ich weiß, Kammerdiener.

Zweiter von Papa, Name ich weiß nicht mehr.

Wolkow.

Kaiserliche Hoheit. - Kaiserliche Hoheit?

Habt ihr gehört, was er gesagt hat?

Kaiserliche Hoheit. Sie ist es.

Wisst ihr, was das für uns russische Emigranten heißt?

Wir kommen nicht weiter, wenn sie nicht offiziell anerkannt ist.

Von ihrem Onkel, dem Großherzog von Hessen,

von ihren Tanten, den Großfürstinnen Xenia und Olga,

und ihrer Großmutter, der Zarenmutter in Kopenhagen.

Dazu haben wir ja ihn.

Er muss sofort unterschreiben, dass sie es ist.

Ja, Moment, wir setzen es sofort auf.

Natürlich, wir bringen es zu Papier.

Bitte, nein, ich kann das nicht.

Ich kann das nicht unterschreiben, dass sie das ist.

Ich weiß nicht, ob das den hohen Herrschaften recht ist.

Wieso?

Er hat recht, nicht zu früh mit den Verwandten anfangen.

Ja, die nehmen uns sie noch weg. - Finde ich auch.

Wir haben sie gefunden, und wir behalten sie.

Und noch was, der Zar hat doch Geld deponiert.

Hier. - Und in England.

Millionen Goldrubel sind das. Wer bekommt die?

Wir nicht, wenn wir sie aus der Hand geben.

Nur nicht zu früh mit den Verwandten anfangen, die verderben uns alles.

Millionen Goldrubel, sagt ihr? - Ja, in Berlin, Finnland, England.

Außerdem: Wenn sich die Revolution in Russland totgelaufen hat,

dann wird man wissen, wo die Freunde der Monarchie waren.

Und sie belohnen.

Gelächter

Musik

Hallo, Fräulein, was machen Sie denn hier?

Alleine?

Kann man sich ein bisschen dazusetzen?

Hallo, Mädchen, was ist denn?

Musik

Türklingeln

Wat denn? Det ist doch Anni.

Bitte, kann ich... Ich weiß nicht, wohin.

Kommen Se rein.

Wieso denn nicht, wohin. Ick denke, Sie sind bei Baronen und Grafen.

Kommen Se, setzen Se sich.

Haben die Se rausgeschmissen, oder sind Se wegjeloofen?

Das finde ich ja großartig.

Warum sind Se denn da weg?

Sie benehmen sich schlecht.

Ich kann nicht denken, sie geben keine Ruhe.

Fragen, Fragen.

Sie sagen "Kaiserliche Hoheit", aber benehmen schlecht.

So sind Se, die Barone und Grafen.

Na jut, dat Se hier sind. Wären Se mal eher gekommen.

Ick mach uns nen Kaffee.

Ick hab mer schon immer gesagt, wenn die mal nicht abhaut.

Hier können Se bleiben bis in die Puppen.

Wir beide, wir machen das schon.

Wat haben Sie denn die anderen so gefragt?

Ich weiß nicht alles.

Wie ich gekommen bin hierher nach Berlin?

Det möcht ick och jern wissen.

Darüber haben wir uns nicht richtig unterhalten.

Ist n dolles Ding. Alle denken, Sie sind tot.

Wer hat Sie denn nu gerettet?

2 Männer.

Wie? 2 Männer. Offiziere?

Von Wachmannschaft. - Ach nee, von de Wachmannschaft?

Wieso denn dat?

Sie haben gesagt, Sie heißen Tschaikowsky.

Waren Bauern. Früher. - Tschaikowsky?

Vielleicht hießen sie auch nicht. Sie haben gesagt.

Sie haben mich gebracht auf einem Wagen nach Rumänien.

Versteckt, ganz unten.

Da hab ich gelegen, mit meinem Kopf ganz kaputt geschlagen.

Und Fieber.

Ich weiß fast gar nichts.

Wenn ich versuche denken, mein Kopf tut weh.

Und dann?

Dann bekam ich Kind. - Ein Kind?

Einen Sohn. Alexej. - Wo ist denn der?

Nicht immer fragen.

Fragen, wie alles war.

Ich hab ihn geheiratet, den Tschaikowsky.

Er war ein Bauer, ein Tier.

Aber er war gut zu mir, so gut er konnte.

Er starb auch. - Er starb?

Erschossen. Auf der Straße.

Wer hat ihn denn erschossen?

Ich weiß nicht. Waren Unruhen in Bukarest.

Ich habe gesagt, es ist gut, wenn wir gehen nach Deutschland,

weil ich noch haben Verwandte. - Und das Kind?

Haben wir gegeben in ein Haus, weiß nicht, wo.

Hat alles gemacht der andere Tschaikowsky, sein Bruder.

Und wir sind gegangen und gefahren. Immer nachts.

Weil wir hatten keinen Pass.

Nichts. Einfach nichts.

Nur immer Angst.

Machen tot, wenn sie wissen, dass ich lebe.

Wie sie haben gemacht tot die ganze Familie.

Wat denn, wat denn.

Nu sind Se doch bei mir.

Kommen Se, legen Se sich hin.

Hier aufs Sofa.

So, die Beine och hoch.

Und nu kriegen Se nen Kaffee.

Aber hören Sie doch, Herr Kommissar, Anastasia ist verschwunden.

Niemand weiß, wo sie ist.

Wir müssen alle Polizeidienststellen alarmieren.

Sie muss gefunden werden. - Nun lassen Sie mich auch mal reden.

Warum ist sie denn weggelaufen von Ihnen?

Warum? Wissen wir, warum? - Sie hatte es gut bei uns.

Sag du, hatte sie es nicht gut? - Natürlich.

Niemand kann behaupten, dass sie es nicht gut hatte.

Meine Herren, ich verspreche Ihnen, ich werde mich selbst darum kümmern.

Na los, nu sagen Se wat.

Der ist von de Zeitung, da müssen Se wat sagen.

Ich will nicht. Er soll gehen.

Warum haben Sie jemanden geholt von Zeitung?

Warum, warum?

Dat Se selber sagen, Sie sind ne kaiserliche Hoheit.

Det glaubt doch nicht jeder.

Erzählen Se doch mal det von dem Kammerdiener.

Na los. - Es hat Sie schon jemand erkannt?

Jetzt müssen wir nen Rummel machen.

Ich sage nichts. - Das müssen Se nicht ernst nehmen.

Die ist nicht ganz. Hat wat abgekriegt, mitm Gewehrkolben.

Ja, ja, sieht so aus.

Kann sie wenigstens Russisch? - Kann Se, hab ich selbst gehört.

Los, sprechen Se mal russisch.

Se kann et. Ich sag Ihnen, se kann et wirklich.

Ich spreche nichts.

Ich glaube, das reicht. Ein Alexej ist in Polen,

eine Tatjana in Frankreich, Olga ist auch irgendwo.

Wenn das so weitergeht, ist in Jekaterinburg niemand umgekommen.

Ein Foto will ich wenigstens. - Nein.

Den Text für das Foto machen wir, verstehen Sie?

Wegen so nem Quatsch holen Sie mich. Habe ich meine Zeit gestohlen?

Sie waren doch auch in Dalldorf. Wohl zu lange, wie?

Hat der Mensch schon so was gehört? Was wollen Sie eigentlich?

Muss ich mich hier Ihretwegen anpöbeln lassen?

Sie müssen den Mund auftun wie ein ganz normaler Mensch.

Sonst sind Sie eben verrückt. Aber bei mir ist zappenduster.

So, Schluss. Und nu raus.

Wohin?

Meinetwegen springen Sie wieder in den Landwehrkanal.

Musik

Was ist denn mit Ihnen?

Haben Sie keine Angst.

Kommen Sie mit mir.

Hoher Besuch. Weißt du, wer da drin ist?

Kronprinzessin Cecilie und Prinzessin Irene von Preußen.

Na, dann kann ich nicht rein. Ich heiß bloß Müller.

Was ist denn los? - Anastasia.

Die Poltert hat sie rausgeworfen,

dann habe ich sie mit zu mir genommen.

Sie lebt jetzt draußen bei uns auf dem Lande.

Seit wann ist die Polizei so karitativ?

Ich interessiere mich für den Fall. Auch menschlich.

Das ist alles gut und schön, Herr Kommissar.

Aber Sie werden zugeben:

Landwehrkanal, Krankenhaus, Irrenanstalt.

Kein empfehlenswerter Lebenslauf.

Verzeihen Sie, wenn ich das sage, die Lebensläufe macht Gott.

Es sind auch absonderliche darunter.

Ich finde es sehr schön, dass Sie sich ihrer angenommen haben.

Sie weiß doch offenbar eine Menge verblüffender Einzelheiten.

Das ist es ja gerade. - Das bedeutet gar nichts.

Es steht doch haargenau in allen Zeitungen, wie es am Zarenhof war.

Bis in die kleinsten Einzelheiten. Bis zu den Tapeten an den Wänden.

Nein, Sie kennen unsere russischen Emigranten nicht.

Die wollen, dass sie es ist. Die haben sie erst dazu gebracht.

Vielleicht ganz unbewusst. Das ist meine Meinung.

Vielleicht haben wir nicht genug Fantasie,

uns so eine unglaubliche Möglichkeit vorzustellen.

Ich finde, ansehen müssten wir sie.

Ich verstehe nicht, warum Sie nicht gleich zu Ihren Verwandten gingen,

als Sie nach Deutschland kamen.

Das wäre doch das Einfachste gewesen.

So, wie ich war, so krank? Sie wissen doch, wie ich war.

Was ich alles hätte erzählen müssen. Das von Tschaikowsky, das mit Kind.

Aber trotzdem, ich hab geschrieben. In Dalldorf.

Wie ich nur konnte halten Bleistift, ich habe geschrieben.

Kein Antwort.

Die da? - Ja.

Und wer ist die andere Dame? - Das ist Frau von Rathleff.

Sie hat sich ihrer besonders angenommen.

Bitte, Frau Grünberg, hätten Sie die Liebenswürdigkeit,

sie zu uns hereinzubitten?

Aber sagen Sie ihr nicht, wer da ist.

Wie Sie meinen.

Gefällt Ihnen? - Doch, sehr.

Ich wollte Ihnen nur sagen, es ist Besuch für Sie da.

Besuch? - Ja.

Sagen Sie nicht, dass ich Anastasias Tante bin.

Sagen Sie ihr, ich sei eine Gräfin Mansfeld.

Aber das ist doch...

Hier ist Gräfin Mansfeld, die Sie gern sprechen würde.

Wer? Gräfin? - Mansfeld.

Wieso? Ich habe nicht gebeten, mich besuchen.

Ich will nicht. Gehen Sie. - Aber hören Sie mich doch an.

Ich habe gesagt, ich will nicht. Wie konnten Sie tun?

Sie wissen, ich will niemanden sehen.

Ich kenne nicht Gräfin Mansfeld.

Was ist das denn für eine Person? Das ist ja ein Affront.

So kann sich nur eine Schwindlerin benehmen.

Oder eine Kranke.

Ich möchte mit dieser Angelegenheit nichts mehr zu tun haben.

Bitte beruhigen Sie sich doch.

Schwester von Mama kommt unter falschem Namen.

Schwester von Mama.

Das ist keine Schwindlerin. Können Sie da nichts tun?

Nein. Bitte verstehen Sie mich, ich kann mich da nicht einmischen.

Das ist eine Angelegenheit des Hauses Romanow.

Sie ist noch immer in diesem Sanatorium?

Ja, Kaiserliche Hoheit, und sie wird auch nicht so bald herauskommen.

Sie ist schwerkrank. Knochentuberkulose im linken Arm.

Darf ich annehmen, dass Ihr Besuch hier in Berlin...

Ich meine, hat man in Kopenhagen

einen Beschluss gefasst wegen der Anerkennung?

Wie stellen Sie sich das denn vor? Der Fall ist noch ganz ungeklärt.

Trotz Ihrer Berichte.

Was da drinsteht, ist allerdings erstaunlich.

Verzeihung, Kaiserliche Hoheit, seit fast einem Jahr

bezahlt der dänische Hof die Kosten für das Sanatorium.

Offiziell kommt das Geld natürlich von mir.

Wie ich mich auch nur privat um sie kümmere.

Aber man bezahlt nicht, wenn man nicht glaubt.

Da gibt es noch ganz andere Schwierigkeiten,

die auch in der Familie liegen.

Wieso in der Familie?

Der Großherzog von Hessen beispielsweise.

Für ihn ist das eine Verrückte und eine Schwindlerin.

Warum sind Sie dann nach Berlin gekommen?

Sind Sie nicht als Tante der Unglücklichen hier?

Nein, weil der Fall nicht länger in der Schwebe bleiben darf.

Die Familie wünscht einen Bericht.

Außerdem, Exzellenz, ich bin eine Frau.

Einfach Neugierde.

Exzellenz? - Oh, guten Tag.

Das ist Frau von Rathleff.

Ihre Kaiserliche Hoheit, Großfürstin Olga.

Großfürstin Olga? - Ich habe schon von Ihnen gehört.

Sie nehmen sich der Kranken in einer besonderen Weise an.

Warum? - Warum?

Weil mich das Schicksal dieser Frau bewegt.

Und Sie glauben, dass es Anastasia ist?

Ich bin davon überzeugt. - Sie steigern meine Erwartung.

Ich freu mich sehr.

Wollen Sie nicht Russisch mit mir sprechen?

Nein, bitte, ich möchte nicht.

Hübsch haben Sie es hier.

Aber Sie selbst sehen nicht gut aus.

Danke, es geht schon gut heute.

Wissen Sie, wer diese Dame ist?

Meine Tante Olga.

Schwester von Papa.

Warum haben Sie mich nicht mit meinem Namen angeredet?

Sie haben mich ja auch nicht Schwibsik genannt.

Sie hat mich immer Schwibsik genannt.

Ja, das stimmt. Sie hat recht.

Das kann eine Fremde nicht wissen. - Das spricht doch wieder dafür.

Nun, wir werden alles genau feststellen.

Du wirst dich erinnern an Dinge, die nur wir beide kennen. Gut?

Ich weiß nicht.

Wo anfangen überhaupt?

Aber Kind, es wäre sehr gut, wenn du dich erinnern könntest.

Immer Fragen. Alle fragen.

Wie war das, wie war dies, wie hieß der noch,

was für Bilder hingen an Wand?

Wo hat Pferd von Papa weiße Flecke? Ich weiß nicht mehr viel.

Ich kann nicht.

Ich will auch nicht. - Zuerst musst du gesund werden.

Versprichst du mir das?

Bitte, ich möchte zu Großmama nach Kopenhagen.

Da gibt auch gute Ärzte. - Ja, ja, du bist sehr aufgeregt.

Du brauchst Ruhe.

Wir werden dich allein lassen.

Schwibsik.

Guten Morgen, Kaiserliche Hoheit. - Guten Morgen, Exzellenz.

Ihre Kaiserliche Hoheit, die Zarinmutter, wird gleich kommen.

Wollen Kaiserliche Hoheit mit Ihrer Majestät

über diese obskure Kranke sprechen? - Ja, Exzellenz.

Dann möchte ich mir erlauben, dringend davon abzuraten.

Die Zarinmutter hat hier endlich ihre innere Ruhe wiedergefunden.

Ich kenne Ihre Einstellung, und ich weiß, woran sich Mama klammert.

Aber in diesem Fall muss man doch davon reden.

Du?

Guten Morgen, Mama.

Du warst in Deutschland?

Ja, ich bin heute zurückgekommen, Mama. Willst du dich setzen?

Wie fühlst du dich?

Ich weiß es nicht.

Ich glaube, ich habe zu viele Ärzte, um gesund zu werden.

Wie war es in Deutschland? - Schön, Mama.

Ich, ähm, ich habe eine Frau getroffen, die...

Ich habe Anastasia gesehen.

Ich verstehe nicht. Wen? - Anastasia Nikolajewna.

Sie wollen sagen, Sie glauben, dass es Anastasia war.

Hindern Sie mich nicht daran zu reden.

Bitte, Mama, du musst mich anhören.

Da ist eine Frau aufgetaucht, die behauptet, Anastasia zu sein.

Ich hab es nicht geglaubt. Zuerst nicht.

Bis ich sie gesehen habe.

Was ist das für eine Art zu sprechen?

Wovon redest du?

Von Anastasia Nikolajewna?

Willst du sagen, dass sie alle zurückgekommen sind?

Nein, Mama, sie sind nicht zurückgekehrt.

Nur Anastasia ist zurückgekehrt.

Haben Sie sie erkannt? - Wie meinen Sie, erkannt?

Ich weiß nicht, wovon ihr redet.

Anastasia ist in Russland. Bei ihren Eltern.

Wenn sie kommt, kommen alle zusammen.

Mama, es nützt doch nichts, sich selbst zu belügen.

Sie sind tot, und sie werden nie zurückkehren.

Was soll das?

Wer ist tot?

Niemand ist tot, hörst du.

Niemand ist tot. Niemand.

Sie hätten meinem Rat folgen sollen, Kaiserliche Hoheit.

Ich möchte Sie auch dringend bitten,

in dieser Angelegenheit nichts mehr zu tun.

Wie meinen Sie das?

Gestatten, dass ich frage, Kaiserliche Hoheit.

Wissen Sie überhaupt, was Sie tun?

Was wollen Sie denn? Diese Person anerkennen?

Wenn Sie es ist... - Selbst wenn Sie es wäre.

Woran ich natürlich keinen Augenblick glaube.

Bedenken Sie die rein dynastischen Folgen.

Eine kranke, hilflose Frau an der Spitze des Hauses Romanow.

Das Ansehen der Monarchie mit einer Frau, die aus dem Irrenhaus kommt.

Können Sie sich das vorstellen?

Ganz abgesehen von anderen wichtigen Bedenken.

Sie wissen genau, was ich meine.

Musik

Onkel Sergej.

Freut mich, dich zu sehen.

Du siehst gut aus.

Komm, setz dich.

Ich habe dein Telegramm bekommen.

Ach bitte, noch ein Glas.

Das ist Polkownik Tscheronzew. Mein Neffe, gerade aus Amerika gekommen.

Polkownik Tscheronzew. - Freut mich.

Geht es drüben wirtschaftlich besser?

Immerhin kann er sich schon Reisen nach Europa leisten.

Ich habe alles zusammengekratzt, was ich hatte.

Weswegen bist du gekommen? - Prost.

Wegen Anastasia. - Du bist verrückt, Cleb.

Ich habe in Amerika alles gelesen, was in der Zeitung stand.

Das ist doch toll.

Ich meine, es muss nicht alles stimmen.

Aber wenn nur die Hälfte stimmt...

Was weißt du darüber? - Alles.

Was heißt, alles? Ist sie es, oder ist sie es nicht?

Sie ist entweder Anastasia, oder sie ist ein Wunder.

Und an Wunder glaube ich nicht.

D.h. du bist der Meinung, sie ist es.

Es gibt ein Archiv, da ist alles zusammengetragen,

was über Anastasia zu sagen ist.

Aber das Material ist streng vertraulich.

Jede Veröffentlichung würde sofort dementiert.

Cleb, denk nicht, dass ich dich nicht kenne.

Du hast mit Anastasia gespielt.

Und dein Vater ist zusammen mit dem Zaren umgekommen.

Denkst du, Großfürst Kyrill würde Anastasia anerkennen?

Er ist gerade dabei, eine Regierung zusammenzustellen.

Die Großfürstin Xenia?

Hat ihrer Schwester, der Großfürstin Olga, ein Telegramm geschickt.

"Erkenne Anastasia unter keinen Umständen an."

Warum denn nicht?

Xenia hat sich in England als Erbin des Zaren eintragen lassen.

Auf der Bank von England

liegen wahrscheinlich noch Millionen Goldrubel.

Aha.

Das ist es.

Wir alle sitzen hier und hoffen und warten,

dass wir nach Russland zurück können.

Die Emigranten brauchen Geld. Viel Geld.

Was soll das Geld in den Händen einer kranken Frau?

Weiß du, was sie damit anfangen würde?

Wo ist sie jetzt?

Der Herzog von Leuchtenberg hat sie aufgenommen.

Sie ist auf Schloss Seeon in Bayern.

Haben sie dich wieder rausgelassen? Komm zu mir.

Was ist denn jetzt schon wieder los?

Geh nur, mein Kind.

Na, was ist denn?

Man hat sie herausgelassen, obwohl ich gesagt habe,

Türe soll immer zubleiben. Man hört nicht auf mich.

So, tut man das?

Das ganze Haus muss immer auf diese Katze aufpassen.

Glauben Sie denn, es ist alles nur für Sie da?

Wir haben hier sonst auch noch was zu tun.

Wie sprechen Sie mit mir?

Sie vergessen, wer ich bin.

Dann will ich Ihnen etwas sagen:

Dass ich die Herzogin von Leuchtenberg bin, das weiß ich.

Wer Sie sind, das weiß ich nicht.

Ich habe in Moskau nach dem Krieg Straßen gekehrt,

und jetzt pflanze ich meinen Kohl wie ein Bauer.

Und Sie? Was tun Sie? Nichts.

Sie liegen den ganzen Tag in Ihrem Zimmer und verwöhnen den Kater.

Und wenn Sie die Tochter vom Zaren sind.

Zum Teufel noch mal, es gibt keinen Zaren mehr.

Und es gibt auch keine Zarentöchter. Arbeiten Sie gefälligst.

Ich verlasse sofort Ihr Haus. - Bitte, wie Sie wollen.

Aber gehen Sie bitte zuerst in die Halle.

Es wartet dort jemand auf Sie, Kaiserliche Hoheit.

Wer wartet auf mich? - Cleb Botkin.

Er ist eigens aus Amerika gekommen, um Sie zu sehen.

Cleb... Cleb Botkin?

Ja, kennen Sie den?

Vielleicht hat er seine komische Tiere mitgebracht.

Herzlich willkommen auf Seeon.

Der Teufel hole dieses Mädchen.

Na, was ist? Was hat sie gesagt? - Sie muss verrückt sein.

Ob Sie Ihre komischen Tiere mitgebracht haben?

Das hat sie gesagt? - Ja.

Die Zeichnungen meint sie.

Ich habe früher immer Tiere gezeichnet.

Wenn sie das weiß, woher soll sie das haben?

Hier habe ich sie. Neue Zeichnungen und die alten von damals.

Nur Anastasia kann wissen, welche Zeichnungen sie damals gesehen hat.

Bitte, gehen wir hinauf.

Klopfen

Herein.

Anastasia Nikolajewna.

Ich habe die Tiere mitgebracht.

Sie haben die Zeichnungen nicht vergessen, Kaiserliche Hoheit.

Er malte immer so komische Tiere.

Er liebte es, Menschen zu karikieren.

Er zog ihnen Köpfe von Tieren an. Löwen oder Schweine.

Aber ich habe immer erraten, wen er gemeint hat, nicht wahr?

Ja, ja, ich weiß noch.

Das malten Sie vor langer Zeit. In Sibirien.

Ich will es nicht sehen.

Musik

So, das Gleiche in die Setzerei,

dreispaltig, kann überlaufen auf Seite 4.

Ja, was ist? Ich habe jetzt gar keine Zeit.

Die werden Sie sich nehmen, wenn Sie das hier hören.

Dies ist, ähm, wie war Ihr Name? - Doris Wingender heiß ich.

Sie erinnern sich noch der Geschichte damals,

mit der Anastasia.

Ja, ja. Ist sie das?

Ich? Nee. Aber die Unbekannte aus dem Landwehrkanal ist es auch nicht.

Wir haben doch damals ein Bild von ihr gebracht.

Das habe ich in die Finger gekriegt.

Ich guck und denk, das is se doch. - Wer?

Na, die Franziska, die bei uns 2 Jahre gewohnt hat.

Ach nee, kommen Sie, setzen Sie sich.

Ich habe sofort gesagt, das ist die Schanzkowski.

Die hat noch meine Kleider an von damals.

Na, was sagen Sie jetzt?

Das ist ein Ding. Darauf habe ich noch gewartet.

Sagen Sie mal, Sie irren sich nicht? - Irren? Ich? Ausgeschlossen.

Aber es liegt doch keine Vermisstenanzeige vor.

Die Schanzkowski muss doch ganz plötzlich verschwunden sein.

Natürlich habe ich Anzeige erstattet. Ohne Ergebnis.

Ich bin sogar ein 2. Mal hingelaufen.

Aber die ist nicht verschwunden.

Da ist sie, Anastasia.

Franziska hat immer schon einen kleinen Tick gehabt.

Das ist ja großartig. - Das Foto habe ich gemacht.

Ich kenne ein paar hohe Herrschaften,

denen ist diese Nachricht eine Menge Geld wert.

Aber kommen Sie, wir trinken Kaffee zusammen.

Musik

Russisch-orthodoxe Gebete

Musik

Musik

Das brennt.

Das kann nur ein guter Christenmensch vertragen.

Sie ist rührend wie ein Kind.

Das kranke Häschen hat einen guten Zug.

Musik

Sie soll leben. - Malenkaja soll leben.

Was sagen Sie? - Man hat sie immer so genannt.

Malenkaja, die Kleine.

Malenkaja soll leben.

Malenkaja, das ist wahr. Früher war ich immer Malenkaja.

Aber jetzt bin ich sehr gewachsen. - Na wasche zdorowje.

Musik

Und jetzt noch einen Zubrowka.

Dann bekomm ich einen Schwips.

Das möchte ich gern einmal erleben.

Aber dann...

Passen Sie auf.

Jetzt hören wir das Lied,

das die Zarin immer mit ihren Töchtern gesungen hat.

Musik von "Kalinka"

Summt

Ne schumi je nado mnoy.

Summt

Ne schumi je nado mnoy.

Kalinka, kalinka, kalinka maya.

Vsadu yagoda malinka, malinka maya.

Kalinka, kalinka, kalinka maya.

Vsadu jagoda malinka, malinka maya.

Krasavitza, dusha devitza, palyubi je ti menya.

Palyubi je ti menya.

Kalinka, kalinka, kalinka maya.

Vsadu yagoda malinka, malinka maya.

Was gibt es denn? - Bitte.

Ich kenne den Fall genau.

Ich habe immer gefühlt, dass es hier mächtige...

Na, sagen wir mal, Gegenspieler gibt.

Polnische Landarbeiterin, ich bitte Sie.

Wer hat das aufgebracht?

Eine gewisse Frau Wingender.

Sie behauptet, Anastasia sei Franziska Schanzkowski,

die bei ihr gewohnt hat.

Sie erkennt sie wieder. Nach Bildern, die sie gesehen hat.

Das ist doch dummes Gerede. - Nein, nein.

Sie wissen, wie wohlwollend ich unserer Unbekannten gegenüberstehe.

Aber... Die neuen Beweismittel haben eine solche Kraft,

dass ich ihnen nachgehen muss.

Ich verurteile keinesfalls, Durchlaucht,

was Sie für diese kranke Person getan haben.

Allein die Tatsache, dass Sie, der Herzog von Leuchtenberg,

ein Vetter des letzten Zaren, sie in Ihrem Haus aufgenommen haben,

kommt fast einer Anerkennung gleich.

Das Hin und Her um diese Person hat ja nun ein Ende.

Wir wissen, wer sie ist.

Das ist eine Tatsache, der Sie nun Rechnung tragen müssen.

Rücken Sie raus mit der Sprache, was wollen Sie?

Sie beherbergen hier eine polnische Landarbeiterin.

Lächerlich. Hören Sie zu, das ist lächerlich.

Bitte, meine Liebe. - Na, was denn?

Ich habe immer gesagt, was ich denke.

Und ich sage: Das ist lächerlich.

Ich kann Ihnen beweisen, dass sie das ist.

Wenn Sie das können?

Auch so, dass ich überzeugt werde. - Was dann?

Man wird ihr den Pass der Schanzkowski geben

und sie so behandeln, wie sie es verdient.

Als eine Schwindlerin, die man auf ihren Geisteszustand hin untersucht.

Und dann in ein Irrenhaus steckt. Das wollen Sie doch sagen.

Durchlaucht, was interessiert Sie das Schicksal einer Landarbeiterin?

Das müssen Sie zuerst beweisen.

Den Beweis habe ich Ihnen mitgebracht.

Draußen warten ihre Geschwister, sie werden sie wiedererkennen.

Darf ich sie hereinholen? - Bitte.

Bitte, tu mir den Gefallen und werde nicht weich.

Ich bin mit dem Mädchen nicht einverstanden, das weißt du.

Aber ich sage dir, was hier geschehen soll, mach ich nicht mit.

Wollen Sie nicht mitkommen zu uns, über den großen Teich?

Ins gelobte Land Amerika. Davon sprechen Sie immer.

Was soll ich dort?

Dort hätten Sie Freunde.

Gerade für Freunde bin ich immer wieder eine Enttäuschung.

Selbst gute Freunde können nicht verstehen, wie ich bin.

Ich kann es manchmal selbst nicht.

Ich gehöre nirgendwohin. Das ist die ganze Wahrheit.

Sie gehören ins Leben, genau wie jeder andere.

Nicht in das frühere Leben. Das ist vorbei.

Ja, ich versuche.

Immer, wann ich in einem Ruderboot sitze,

muss ich denken an die Seen in Finnland.

Wo wir gerudert haben. War wunderschön.

Sie sollen nicht zu viel denken. Sie sollen viel mehr lachen.

Ich tue es ja schon. - Noch viel mehr.

Sie sind ein verrückter Kerl.

Das dürfen nur Leute sagen, die mich mögen.

Sie sind ein verrückter Kerl.

Kommens, bittschön, is jemand da für Sie.

Wo bleibt sie denn?

Bitte, nehmen Sie Platz. - Danke.

Ist sie das? - Wieso, ist sie das?

Siehst du doch, dass sie das ist. Das ist sie.

Franziska. - Was will sie von mir?

Sei doch nicht so komisch. Du bist doch Franziska.

Tu doch nicht so, als ob du mich nicht kennst. Das ist sie.

Was will diese Frau? Ich mag nicht. Sie soll weggehen.

Erkennen Sie Ihre Schwester Franziska?

Ja, natürlich. - Was soll das Ganze?

Lassen Sie die Suggestivfragen.

Ich stelle nur fest, dass sie Sie erkannt hat.

Was wird hier gespielt? Erkennen Sie Ihre Schwester Franziska?

Natürlich kennt er sie.

Nu los, sag doch, dass sie es ist.

Ja, ich... Franziska war... Größer, nicht so klein.

Und überhaupt... - Wieso größer, das ist sie.

Franziska. - Ich will nicht.

Ich mach das nicht mehr mit. - Was soll das heißen?

Lassen Sie ihn reden.

Es ist ja schon lange her, dass ich Franziska gesehen habe, aber...

Ich glaube nicht, dass sie es ist.

Sie glauben es nur? - Nein.

Na, hören Sie, Sie haben mir doch... - Was hat er?

Verraten Sie sich nicht.

Und Sie, können Sie beschwören, dass sie es ist?

Schwören? Klar.

Da kommts nämlich hin, und dann musste schwören.

Ich sag jedenfalls Nein.

Schluchzen

Sind diese schrecklichen Menschen fort, Cleb?

Ja.

Ich will so was nie wieder erleben. Nie wieder.

Gibt es denn keine Ruhe für mich, wird es das nie geben?

Hier in Deutschland nicht. - Warum nicht?

Sie haben zu viele Feinde hier.

Man wollte Ihnen den Pass der Schanzkowski geben.

Dann hätte man alles mit Ihnen machen können.

Ich hab Angst, Cleb.

Wollen Sie mitkommen nach Amerika?

Musik

Mr. Grand, eine Frage.

Ihre Frau ist mit der Großfürstin Anastasia verwandt?

Meine Frau ist eine geborene Prinzessin Katharina von Russland.

Eine Cousine der Großfürstin Anastasia.

Aber Jungs, ich bitte euch wirklich, nachher nur 2 oder 3 Fotos.

Im Hafen ist sie uns auch schon durch die Lappen gegangen.

Na, der Artikel gegen Anastasia in der New York Times,

der hat es in sich.

Ja? Was für ein Artikel?

Unser lieber Gast, die Großfürstin Anastasia.

Nun Schluss, Jungs, bitte.

Das ist George, mein Mann. - Herzlich willkommen.

Ich freue mich, dass Sie unser Gast sind, Kaiserliche Hoheit.

Ich danke Ihnen, Mr. Grand.

Das ist Jenny Stevens, eine alte Freundin von mir.

Sie steckt jeden Börsenjobber in die Tasche.

Ihr Konto ist allerdings auch danach.

Ich bin entzückt, Kaiserliche Hoheit.

Oh, mein Gott, bin ich entzückt.

Mr. Pelrose.

Mr. Eldrew Peldridge.

Mrs. Miller, Mr. Miller.

Kaiserliche Hoheit, meine Damen und Herren,

wir alle haben uns auf Ihr Kommen gefreut.

Wir sind glücklich, dass Sie bei uns sind.

Wenn man mit Mokka-Tassen anstößt, klingts nicht gut.

Verzeihen Sie meiner Regierung das Alkoholverbot,

unter dem wir alle schmachten.

Oder sollte in den Tassen Wodka sein?

Cheers. - Cheers.

Ich danke Ihnen, Mr. Grand.

Ich danke Ihnen allen.

Ich habe mich sehr gefreut über diesen Empfang.

Und... Weiß nicht.

Komm, ich will dir etwas zeigen.

So viele Menschen.

Also, jetzt sagen Sie, was stand in dem Artikel in der New York Times?

Sie wollten vorher erzählen.

Klatsch und Tratsch. - Lass ihn doch reden.

Gar nichts Besonderes. Eine Erklärung der Verwandten.

Großfürst Alexander sagte der Presse, sie sei eine Schwindlerin.

Unser guter Cleb sei mit von der Partie,

um die Kontrolle über das Zarenvermögen zu bekommen.

Typisch Verwandtschaft.

Das ist doch üble Nachrede. Können Sie doch gegen vorgehen.

Sie sind doch Anwalt.

Du wirst dich hier so richtig erholen.

Die beiden wollte ich dir zeigen.

Sie sind für dich.

Für mich? Cleb, das kommt doch von Ihnen.

Sie haben Katja gesagt, dass ich Tiere so gern mag.

Wenn du ganz gesund bist, dann fahren wir nach Kopenhagen.

Zu Großmama. Ja, es ist der einzige richtige Weg.

Marija Fjodorowna wird dich anerkennen.

Glaubst du? - Du warst doch immer ihr Liebling.

Sie wird dich nicht verleugnen,

ganz gleich, was die Verwandtschaft will.

Verwandtschaft will Geld.

Ach, hören Sie doch auf. Es gibt kein Vermögen.

Was soll dann der Artikel in der New York Times?

Da bin ich doch ein Gangster.

Da will ich die Kontrolle über das Zarenvermögen, oder?

Der Großfürst Alexander scheint überzeugt zu sein,

dass Geld da ist. - Nichts ist da.

Du entschuldigst mich, meine Liebe.

Doch. Es ist Geld da.

Auf der Bank von England, 5 Mio. Goldrubel für jedes Kind.

Papa hat es uns gesagt in Jekaterinburg, kurz bevor...

Auf einem Geheimkonto ist das Geld. Ein Mann weiß Bescheid.

Papa hat uns auch den Namen gesagt. War kein russischer Name.

Ein deutscher, ganz kurz.

Name fällt mir nicht mehr ein.

Ich habe auch damals dem dänischen Gesandten gesagt.

Und Tante Olga, damals in Berlin.

Und er hat geschrieben, und Geld ist da.

Ist eine Frist von 10 Jahren.

Wann niemand das Geld beansprucht, dann erben es meine Tanten.

Xenia und Olga.

Die 10 Jahre sind am 17. Juli vorbei.

Am 17. Juli?

Ich bin eine Schwindlerin, sagen sie.

Sie sollen das Geld nicht erben. Sorgen Sie dafür, Cleb.

Lassen Sie es verschwinden. Versprechen Sie?

Ja, natürlich.

Ich kann das Erbe antreten. Ich fühle mich stark in jeder Beziehung.

Jetzt bin ich auch nicht mehr krank.

Ja? Ich bin doch gesund?

Sie sind gesund. Sie müssen daran glauben.

Cleb, ich möchte so gern einmal tanzen.

Bitte.

Musik

Nun setzen Sie sich wieder hin.

Wenn ich sitze, werde ich verrückt.

Ich habe Ihnen jetzt alles erzählt.

Ein Jurist muss die Sache in die Hand nehmen.

Wir müssen etwas tun.

Am 17. Juli ist der Termin vorbei. Es bleibt uns nur noch eine Woche.

Sie meinen,

Mrs. Grand oder Prinzessin Katharina halten das Mädchen nur hin?

Ich werde Ihnen sagen, was ich meine.

Katharina hat sich zwischen 2 Stühle gesetzt.

Sie erkennt wohl Anastasia an.

Aber das Geld soll an ihre Tanten fallen,

die Großfürstinnen Olga und Xenia.

Verlassen Sie sich darauf.

25 Mio. Goldrubel.

Eines der großen Vermögen dieser Welt.

Ich liebe solche Fälle.

Eine Woche, sagen Sie?

Das ist ein bisschen sehr knapp.

Sehen Sie eine Möglichkeit?

Gut, melden wir bei der Bank von England

die Ansprüche der Tochter des Zaren an.

Die Ansprüche der Großfürstin Anastasia Nikolajewna.

Mal sehen, was passiert.

Guten Tag, Prinzessin. - Guten Tag.

Ich danke für die Einladung. - Ich hatte Sie gestern erwartet.

Warum sind Sie nicht gekommen? Bitte.

Ich wusste nicht, dass es so wichtig war.

Es ist wichtig. Sehr sogar.

Hallo. - Hallo, Mr. Grand.

Anastasia ist oben in ihrem Zimmer.

Ich muss mit Ihnen sprechen, und sie soll nicht dabei sein.

Wie Sie wollen.

Whisky? - Gute Idee, danke.

Sieht aus wie eine Konferenz. - Ist auch eine.

Wissen Sie, was für ein Datum heute ist?

Genau, der 22. Juli.

Welches Recht hatten Sie, diese fürchterliche Sache zu machen?

Was für eine fürchterliche Sache?

Sie wissen es genau.

Sie haben die Romanow-Rubel auf der Bank von England blockiert.

Ich wusste nicht, dass ich damit Erfolg hatte.

Erfolg nennen Sie das?

Wie kann ich den Großfürstinnen begreiflich machen,

dass ich mit der Sache nichts zu tun habe.

Aha, Sie stehen mit der Familie Anastasias in Verbindung.

Ja, natürlich. Warum denn nicht?

Das ist der Familiensinn, lieber Botkin.

Mach daraus keine Bagatelle.

Es ist entsetzlich, was er getan hat.

Im Gegenteil, ich bin angenehm überrascht.

Hast du das gehört? - Ja, und jetzt sage ich mal etwas.

Von dem ganzen Fürstenkram verstehe ich nichts, aber von Geschäften.

Ich unterstelle, dass Sie für Anastasia das Beste wollen.

Vorweg, die Familie wird Anastasia nicht anerkennen.

Nicht heute, nicht morgen, nie. - Das ist doch unmöglich.

Nehmen Sie es als eine Tatsache. - Und die Reise nach Kopenhagen?

Das geht nicht, sie wollen nicht. - Und sie haben Gründe.

Darf ich sie wissen? - Ja. Anastasia ist krank.

Nicht äußerlich, seelisch.

Sie ist labil, zerrissen, zerstört. Und wir wissen, warum sie so ist.

Sie eignet sich nicht, anerkannt zu werden,

Symbol oder Mythos des Kaiserhauses zu sein.

Weil sie ein Mensch ist.

So sehr ein Mensch, der nicht Hilfe geben kann,

sondern sie selbst braucht.

Habe ich recht?

Sagen Sie mir, wenn Sie glauben, ich habe unrecht.

Sie können ungestraft Mr. Botkin sein.

So wie ich Mr. Grand, der in New York Geschäfte macht.

Aber man kann nicht ebenso einfach Tochter des Zaren sein.

Dann ist man Gegenstand der Politik. Ist Ihnen das klar?

Wollen Sie ihr das wünschen?

Kommen Sie zum Geschäft.

Ein Angebot. Nicht von mir.

Sie verzichtet, die Familie erbt.

Sie bekommt so viel, dass sie leben kann, wie und wo sie will.

In absoluter Ruhe.

Nun, was sagen Sie, Cleb?

Vielleicht haben Sie recht.

Sie haben ihr Vertrauen. Wollen Sie es ihr sagen?

Wo ist sie? - Bitte.

Das ist doch nicht wahr, Cleb. Dazu raten Sie mir?

Ausgerechnet Sie?

Bitte, lassen Sie mich erklären.

Sie können doch nicht glauben,

dass ich Ihnen zu etwas rate, was Ihnen schadet.

Man wird Sie niemals anerkennen.

Katharina war unsere letzte Hoffnung.

Was sehen Sie mich an? Es ist doch so.

Und was bietet man Ihnen, dass Sie damit kommen?

Sie glauben doch nicht... - Nun sagen Sie schon.

Was kriegen Sie?

Das kommt doch nicht von Ihnen selbst. Das ist doch nicht möglich.

Die anderen sind zu mächtig. Glauben Sie es.

Ich meine, das ist wenigstens eine Möglichkeit, Ruhe zu haben.

Sie werden irgendwo in der Welt einen Platz finden.

Sind Sie auch einer von denen?

Denen es am liebsten wäre, wenn ich gar nicht existierte.

Wenn ich tot wäre.

Und weil ich es nicht bin, soll ich mich verstecken.

Verkriechen wie ein Hund.

Ein Mensch, der niemals sagen darf:

Das ist mein Vater, das meine Mutter.

Wer denn soll ich sein? Was ist mein Name? Sagen Sie schon.

Sagen Sie es mir. Hat man Ihnen keinen Vorschlag gemacht?

Ist Ihnen etwas eingefallen?

Bin ich geboren vom Landwehrkanal?

Eine Erfindung aus einem Irrenhaus?

Ich will Sie nie wiedersehen. Nie wieder.

Ich werde mein Schicksal in meine eigene Hand nehmen.

Nie wieder werde ich einem Menschen vertrauen. Nie wieder.

Einen Moment, bitte.

Kaiserliche Hoheit.

Ich habs geahnt, dass Sie kommen.

Ich habe gedacht, wenn Sie vernünftig ist, kommt Sie zu mir.

Bitte, Mrs. Stevens... - Sie brauchen nichts zu sagen.

Ich kenne meine Verwandtschaft. Das ist immer dasselbe. Kommen Sie.

Setzen Sie sich.

Was wollen Sie tun? - Ich weiß noch nicht genau.

Ich möchte mit Ihnen sprechen.

Ich möchte was... Etwas tun.

Und Sie wissen nicht, was.

Losgehen würde ich wie eine Rakete.

Sie dürfen sich das nicht gefallen lassen.

Hören Sie zu, der ganze Ärger kommt nur von diesen hübschen Rubelchen.

Das habe ich gleich gewusst. Wollen Sie denen das Geld lassen?

Das wollen Sie doch nicht, und das brauchen Sie auch nicht.

Ich bin keine Prinzessin, ich bin nur Mrs. Stevens,

aber ich habe Dollar.

Und ich versteh was davon.

Passen Sie auf, was wir jetzt machen werden.

Die Dollar holen die Rubel.

Was hältst du von der Sache, Joe? - Ein dicker Hund.

25 Mio. Goldrubel, und wir haben eine Chance.

Wenn wir den Prozess gewinnen.

Nach den Unterlagen, wir haben es doch alle gesehen.

Das ist doch ein ganz klares Geschäft.

Jedenfalls liegt das Geld auf der Bank von England.

Wie viel müssen wir investieren?

Das kann man doch nicht übersehen. - Was denn? Risiko gegen Chance.

Das Risiko ist ein Dreck gegen die Chance.

Hier, die Verträge. - Danke.

Darf ich bitten?

Meine Herren, wir haben hiermit eine Gesellschaft gegründet.

Die Großfürstin Anastasia Corporation.

Im Folgenden GAC genannt.

Einziges Ziel der Gesellschaft ist es,

die Rechte der hier anwesenden Großfürstin Anastasia zu vertreten.

Und sie in den Genuss ihres Erbes zu setzen,

das sie in die Gesellschaft einbringt.

Das ist ganz klar, da hat man Sie reingelegt.

Wissen Sie, was Sie da getan haben? Lesen Sie es sich mal durch.

Was habe ich getan?

Ihr Vermögen haben Sie verschenkt. Weiter gar nichts.

Zu bestimmen haben Sie überhaupt nichts mehr.

Wer sind Sie eigentlich, und was wollen Sie von mir?

Ich bin Anwalt. Aus der Sache kommen Sie raus.

Ich hab da eine Gruppe von Leuten, die sich dafür interessiert.

Was wir brauchen, ist Ihre Zustimmung.

Was geht hier vor?

Ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen mit niemandem reden.

Das ist mein Haus.

Hier kommt nur rein, wen ich einlade. Habe ich Sie eingeladen?

Nein, vergessen Sie nicht, was ich Ihnen gesagt habe.

Was hat er gesagt? Was wollte er? - Ich weiß es nicht.

Das soll ich Ihnen glauben? Was wollte er?

Na los, sagen Sie schon.

Ich habe Ihnen doch ausdrücklich verboten, irgendjemand zu empfangen.

Sie können mir gar nichts verbieten.

Ich bin mit Ihrem Benehmen nicht einverstanden.

So? Sind Sie nicht?

Ich will Ihnen mal was sagen, Kaiserliche Hoheit.

Ich nehme Sie in mein Haus, ich sorge für Sie,

gebe Geld für Sie aus, kümmere mich um Ihre Angelegenheiten.

Und Sie sind mit meinem Benehmen nicht einverstanden?

Ich habe Sie nicht aufgefordert, irgendetwas für mich zu tun.

Ich kann gehen. Sofort, wann Sie wollen.

Sie zahlen also mein Geld zurück?

13.800 Dollar haben Sie mich schon gekostet.

Na, sehen Sie.

Sie können so verrückt sein wie Sie wollen,

aber ich verliere kein Geld daran.

Dann werde ich in aller Öffentlichkeit erklären,

dass Sie mich betrogen haben.

Sie haben mich erpresst. Meine Unterschrift gilt nicht.

Sie werden sich wundern, was es da für einen hübschen Weg gibt.

Aber sehr werden Sie sich wundern.

Türe wird abgeschlossen

Macht auf, aufmachen.

Ihr sollt sofort aufmachen.

Ihr habt kein Recht, mich einzusperren!

Aufmachen! Ihr...

Musik

Hello.

Amt. Amt.

Bitte geben Sie mir New York.

Amt? Amt.

Ach, kommt.

Kommt heraus.

Ihr sollt frei sein. Kommt heraus.

Schnell, so ist gut. Fliegt weg.

So ist schön. Fliegen.

Fliegt, fliegt. Ja, so ist gut.

Fliegt, fliegt.

Musik

Hört ihr mich?

Ich bin Anastasia Nikolajewna!

Ich befehle euch, mich sofort herauszulassen. Ich befehle euch.

Hört ihr mich?

Mörder!

Verbrecher!

Ihr seid alle Verbrecher!

Cleb Botkin ist auch ein Verbrecher!

Cleb auch, Cleb auch.

Ihr sollt mich hören!

Raus, raus!

Musik

Heraus, heraus!

Heraus, heraus, heraus, heraus!

Heraus, heraus, heraus, heraus!

Heraus, heraus, heraus, heraus!

Musik

Merkwürdig.

Sehr merkwürdig.

Sie werden aus Amerika hierhergeschickt,

begleitet und bewacht wie eine Tobsüchtige, aber Sie sind gesund.

Ich war immer gesund.

Aber wer hat gesagt, Sie sind krank?

Was hier drinsteht, ist doch alles Blödsinn.

Lieber Doktor, sicher haben Sie unter Ihren Patienten einige,

die sagen, Sie seien Napoleon oder der Kaiser von China.

Ich sage, ich bin Anastasia, Großfürstin von Russland.

Die einen werden eingesperrt, weil sie es nicht sind.

Und ich? Weil ich es bin.

Ob Sie Anastasia sind oder nicht,

das ist Sache der Kriminalpolizei oder des Erkennungsdienstes.

Aber krank sind Sie nicht.

Deswegen können Sie nicht hierbleiben.

Sie können jederzeit gehen.

Wohin?

Musik

Sagen Sie mal, was ist mit der los? - Ich weiß nicht.

Ich seh schon seit einigen Tagen eine Frau hier im Wald.

Sieht aus, als sammelt sie Holz oder Beeren.

Warum läuft sie denn weg?

He, Sie, bleiben Sie mal stehen.

Musik

Was ist los mit Ihnen? - Sehen Sie sich die mal genauer an.

Sieht fast so aus, als übernachtet die im Wald.

Was machen Sie hier? Na, wie heißen Sie?

Haben Sie Papiere bei sich?

Ich glaube, Sie kommen am besten mal mit.

Oberwachtmeister Schröder. Sind Sie der Prinz von Sachsen-Altenburg?

Ja, der bin ich. - Sie sind schon angemeldet.

Ich danke Ihnen, dass Sie die Nachricht so schnell weitergaben.

Ja, es musste ja sein. Ein merkwürdiger Fall mit dieser Frau.

Diese Frau ist Ihre Kaiserliche Hoheit, die Großfürstin Anastasia.

Diese Frau ist eine Großfürstin?

Aber die hat doch gelebt wie ein Tier im Wald.

Na und? Also, gehen wir rein.

Ich bin gekommen, Kaiserliche Hoheit,

um Sie abzuholen.

Sie werden mich nicht kennen, Prinz von Sachsen-Altenburg.

Ich will niemanden sehen, keinen Menschen.

Das kann ich verstehen. Ich will Sie zu nichts überreden.

Ich dränge Ihnen meine Hilfe nicht auf, und erwarte nichts von Ihnen.

Ich will Sie einladen.

Haben Sie vielleicht ein Gastzimmer frei in Ihrem Schloss?

Auf einige Zeit, ein paar Wochen.

Ich weiß, was Sie brauchen.

Ruhe.

Musik

Mein Gott. Hier wohnt sie? - Ja, seit 1946.

Bis dahin lebte Sie bei dem Prinzen von Sachsen-Altenburg.

Kronprinzessin Cäcilie ist es.

Bitte, Kaiserliche Hoheit.

Das hat mich 30 Jahre lang bedrückt wie eine alte Schuld.

Sie erinnern sich? Damals? - Ja.

Ja, das ist bald 30 Jahre her, aber ich weiß noch genau.

Hier wohnen Sie also?

Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich viel eher gekommen.

Ja, finden Sie es denn nicht schön hier?

Zimmer ist ein bisschen klein, aber ich kann sowieso nicht viel laufen.

Kommen Sie.

Jetzt um diese Jahreszeit

geht die Sonne genau zwischen diesen beiden Tannen auf.

Das kann ich von meinem Bett sehen, ohne mich aufzusetzen.

Ja, aber diese Einsamkeit.

Haben Sie nie das Bedürfnis, Menschen zu sehen?

Im Gegenteil. Bitte, setzen Sie sich.

Ach, darf ich?

Sehen Sie, früher habe ich immer bei Menschen gesucht,

was mir das Schicksal vorenthalten hat.

Jetzt habe ich es endlich gefunden. In mir selbst. Frieden und Ruhe.

Man kann sich aber doch nicht so völlig vor der Welt verschließen.

Sie haben doch einen Platz im Leben. Eine rechtmäßige Stellung.

Deswegen bin ich heute hierhergekommen.

Ich habe alles

für eine eidesstattliche Erklärung vorbereiten lassen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Sie Anastasia Romanow sind.

D.h., dass ich von hier fortgehe? - Natürlich.

Es wird sich etwas finden,

das mehr Ihrer gesellschaftlichen Stellung entspricht.

Ich danke Ihnen. Aber ich bleibe hier.

Denken Sie doch an den Winter und an die Kälte.

Da ist noch viel schöner hier.

Der Schnee liegt bis hier ans Fenster,

und der Ofen heizt beinahe zu viel.

Na schön.

Ich werde diese Erklärung trotzdem unterschreiben.

Die Wahrheit muss sich erweisen.

Nach meinem Tode.

Wer 2 Mal stirbt, dem glaubt man. Vielleicht.

Copyright WDR 2010

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