All language subtitles for Jappeloup.2013.German.1080p.BluRay.x264-FRACTAL

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Original subtitles

„Frei empfunden nach dem Leben von Pierre Durand,

seinem Pferd und dem sportlichen Werdegang der beiden.“

„Sommer 1974, Saint-Seurin sur l'Isle, Frankreich“

Schneller! Schneller!

Die Nummer 19. Wir bitten dringend die Sanitäter zum Hindernis.

Die 19? Das ist Pierre. Serge, das ist Pierre.

Ist er verletzt?

Oh, mein Gott.

Dem Pferd ist nichts passiert.

Alles in Ordnung? - Ja ja.

Wirklich?

Sehr gut. Dann mach weiter.

Was machst du da, Pierre? Steig sofort von dem Pferd runter.

Nicht doch. Im Gegenteil. Er muss weitermachen.

Pierre. Steig sofort runter. Hörst du?

Mama. Ich scheide sonst aus. Es sind nur noch sechs Hindernisse. Ich schaff das.

Nur damit wir uns verstehen: Das ist das letzte Mal,

dass dein Sohn am Vielseitigkeitsreiten teilnimmt.

Es ist nichts passiert. Er reitet schon wieder.

Die festen Hindernisse sind viel zu gefährlich für ihn.

Verstehst du? Bei einem Springturnier fallen die Stangen wenigstens runter,

wenn man sie berührt. Da passiert zumindest nichts.

Wenn du wüsstest, wie du mich nervst. Hörst du mir überhaupt zu?

Ein Winzer unserer Gemeinde kam eines Tages zu mir ins Rathaus,

klopfte an meine Tür und versuchte, mich für seine Idee zu gewinnen,

auf seinem Gut einen Reiterhof zu errichten.

Ich bitte ihn, zu mir nach vorne zu kommen

und ein paar Worte an unsere Gäste zu richten.

Einen großen Applaus für Monsieur Serge Durand.

Lang lebe der Reiterhof von Saint-Seurin.

Ich möchte dem Bürgermeister meinen Dank dafür aussprechen,

dass er mir mit sehr viel Enthusiasmus und den ihm zur Verfügung stehenden

Mitteln geholfen hat, diesen Reiterhof aufzubauen.

Es ist für meine Enkeltochter.

Seitdem ihre Eltern gestorben sind und sie völlig auf sich selbst gestellt ist,

hat sie auf nichts mehr Lust.

Aber wie du ja weißt vergöttert sie Pferde. Und da hab ich mir gedacht,

ich versuche es mal mit einer Pferdezucht.

Aber nicht mehr als ein Fohlen pro Jahr. Verstehst du?

Und wo willst du deine Zucht aufbauen, wenn ich fragen darf?

Na, in Jappeloup. Auf den Weiden. - In Jappeloup?

Wo denn sonst?

Und was machst du derweil mit deinen Kühen?

Keine Ahnung. Das wird sich dann zeigen.

Wir können.

Ah, weißt du was? Rutsch rüber.

Ich fahre. Sonst dauert es Jahre, bis wir da sind.

Hey. Champion. Zeit zum Aufstehen.

Vielen Dank.

Hey, ihr Zigeuner. Sie wissen doch, dass hier campen verboten ist.

Alles klar, Jungs? - Monsieur Durand.

Guten Morgen. Hallo Kleiner. - Guten Morgen.

Viel Glück.

Nimm es nicht persönlich. Du weißt ja, wie er ist.

Ja. Weiß ich. Genauso blöd wie sein Vater.

Warte ab, bis du nach Rom fährst und an internationalen Turnieren teilnimmst.

Das wird sie zum Schweigen bringen.

Ja. Aber bis jetzt bin ich für Rom noch nicht benannt worden.

Wir werden sehen, was passiert, wenn Orgeix dich reiten gesehen hat.

Glaub mir, dem werden die Augen rausfallen.

Gut. Das reicht. Ich habe es gesehen. Er kann springen. Genug für heute. Steig ab.

Warte. Ich versuch es noch einmal.

Verflucht. Ich hab es gewusst. Für heute ist Feierabend.

Was ist? Hast du dir wehgetan?

Wenn er nicht springen will, dann werden wir ihn auch nicht dazu zwingen.

Aber letzte Woche hat er es doch gemacht.

Aber letzte Woche bist du ebenfalls gestürzt. Wenn du zehnmal stürzen musst,

bevor er über eine Stange kommt... Ich weiß nicht.

Schluss jetzt. Bring ihn rein.

Du willst ihn doch nicht verkaufen?

Ich weiß es nicht. Schon möglich.

Er braucht jemanden, der ihm mal richtig zeigt, wo es langgeht. Verstehst du?

Ich meine, du bist einfach zu lieb zu ihm.

Ich wollte euch nicht beim Essen stören. Hallo Arlette. Hallo Serge.

Komm rein. Wir sind grad fertig. Wie geht es, mein Freund?

Gut. Und dir? - Auch gut.

Du solltest doch kommen, wenn er sein Mittagsschläfchen macht.

Das muss ich überhört haben. - Ach was?

Ich hoffe, es geht dir gut. - Willst du einen Kaffee?

Sehr gern. Danke.

Ich wollte dich um einen Gefallen bitten.

Wenn es um meine Frau geht, nur zu. Ich kann nicht mehr.

Es geht um etwas anderes.

Ein Freund von mir hat ein Anliegen, und da bist du mir sofort eingefallen.

Ich höre.

Guten Tag. - Hallo. Und nochmals danke.

Darf ich vorstellen? Monsieur Durand. - Guten Tag.

Grüß dich.

Der tritt ja ziemlich kräftig.

Hat eine Menge Energie, wie es aussieht.

Ja. Die hat er mit Sicherheit. Außerdem ist er zum ersten Mal auf Reisen.

Anfangs wollte ich ihn für Raphaelle behalten. Aber inzwischen ist er zu schwierig.

Sie ist für ihn nicht gut genug.

Aber seine Sprungkraft ist sehr gut. Und in Anbetracht der Platzierung

Ihres Sohnes bei den französischen Meisterschaften dachte ich,

Pierre würde gern mal sehen, wie er springt,

und ihn vielleicht zum nächsten Turnier mitnehmen.

Ich weiß, ich weiß, ich weiß. Francis hat es mir erzählt.

Das Problem ist nur, dass Pierre, ich sage es mal so,

für alle Beteiligten dummerweise das Abitur geschafft hat und nun vorhat,

zu studieren. Er möchte gern Anwalt werden.

Wie furchtbar. Nicht doch.

Sie sagen es. Und außerdem interessiert er sich plötzlich für Mädchen.

Woher er das wohl hat? Wärm ihn schon mal auf. Hörst du?

Ich denke, Pierre kommt gleich. - Ja.

Ich weiß gar nicht, wo er solange bleibt. Ich hab ihm nicht gesagt,

dass Sie kommen. Sonst hätte er ein Riesentheater gemacht.

Auf geht es. Na los. Komm mit.

Cédric. Kannst du mir Laudanum satteln und dann rüber zur Koppel bringen?

Da ist er ja. - Hallo.

Pierre.

Geht es gut? - Ja.

Ich möchte dich mit Monsieur Dalio bekannt machen. Er ist zu uns gekommen,

um dir sein Pferd zu zeigen. - Guten Tag.

Hallo, Francis. - Schön, dich zu sehen. Hallo, Pierre.

Ist das ein Traber?

Er hat das Blut eines Trabers. Er stammt aus einer Kreuzung mit einem Vollblut.

Ist aber kein Springpferd. Wie alt ist er?

Vier Jahre.

Er ist vom Wuchs her ziemlich klein. Hab ich recht?

Er macht nicht den Anschein, ein gutes Gleichgewicht zu haben.

Am besten, du reitest ihn kurz mal und springst über irgendein Hindernis.

Damit wir uns eine fundierte Meinung bilden können.

Keine Zeit, Papa. Mir bleibt grad mal eine Stunde,

um mich mit Laudanum zu beschäftigen.

Und im Anschluss daran muss ich nach Bordeaux zurück. Arbeiten.

Tut mir leid, Monsieur Dalio. Kommen Sie in einem Jahr einfach noch mal her.

Wenn er richtig ausgewachsen ist.

Ich möchte ihn trotzdem mal springen sehen.

Ich würde vorschlagen, du lässt ihn mal über das Hindernis da drüben springen.

Über das kleine. Mal sehen.

Verflucht.

Oh Gott.

Ruhig. Bist du verletzt?

Francis. Halt du ihn fest. - Hast du dir wehgetan?

Ruhig. Ruhig.

Bist du verletzt? - Nein. Alles in Ordnung. Danke.

Los, gehen wir. Na komm schon.

Was war denn das eben? So präsentiert man doch kein Pferd.

Man könnte glauben, er wäre ein Schulpferd.

So schmutzig und schwach, wie er ist.

Kannst du bitte das Hindernis wieder aufstellen?

Du willst mit ihm springen? Ohne ihn aufgewärmt zu haben?

Er ist genug aufgewärmt.

Baust du mir dann noch ein Rick auf?

Ja.

Ich versuche es mit fünf Galoppsprüngen.

Glaubst du wirklich?

Als Nächstes, mit der Nummer 44: Pierre Durand aus Frankreich.

Pierre Durand hat bereits an mehreren, auch internationalen Turnieren teilgenommen

und kann auf einige Erfolge verweisen.

Da kommt man einmal mit...

Das war das letzte Turnier, zu dem ich euch begleitet habe.

Da hatte noch jemand große Angst, Jean-Marie. Aber wegen seines Pferdes.

Es hätte auch verletzt werden können.

Er ist sehr darüber besorgt, was du mit deiner Zeit machst.

Jean-Marie?

Ja. Wir haben es dir oft genug gesagt.

So nebenbei geht das Reiten nicht. Die Erfolge werden immer seltener,

wie du bemerkt haben dürftest. Und jetzt siehst du ja, wie das endet.

Das hat damit nichts zu tun.

Ich bin gestürzt, weil er einen Schritt zu früh hoch ist. Das ist alles.

Ich bin bloß etwas überarbeitet.

Das ist doch genau das, was wir dir die ganze Zeit sagen.

Du kannst nicht zu Turnieren gehen und nebenbei studieren.

Du musst dich schon entscheiden. Entweder das eine oder das andere.

Wie jetzt? Du willst, dass ich aufhöre?

Nein. Nein, nein. Ich will, dass du das tust, was du wirklich von Herzen willst.

Das dann aber richtig.

Wenn du mit den Turnieren aufhören willst...

Ich würde das akzeptieren. Ja. Bestimmt.

Wenn das nur so einfach wäre. Das ist ziemlich schwer für mich.

Warum?

Verstehst du mich wirklich nicht?

Wir fahren seit vielen Jahren von Turnier zu Turnier.

Glaubst du, ich seh nicht, wie glücklich dich das macht?

Ich trau mich nicht, aufzuhören. So sieht es aus.

Du hast dein ganzes Geld in die Stallungen gesteckt, in den Transporter...

Ich will, dass du stolz auf mich bist.

Und wieso glaubst du, dass ich das nicht wäre, wenn du Anwalt wirst?

Und was das Geld angeht, das wir ausgegeben haben...

Wir haben es auch für uns getan.

Wenn du keine Freude mehr am Reiten hast,

dann solltest du so schnell wie möglich aufhören damit.

Du musst ja nicht gleich ganz damit aufhören.

Obwohl du dann Laudanum nicht mehr reiten kannst.

Na ja, ich glaube, so richtig, für immer mit dem Reiten aufhören, das klappt nicht.

Ich meine, sobald ich mit dem Studium fertig bin,

könnte ich doch das ein oder andere Turnier reiten. Oder nicht?

Genau das meine ich. Kümmere dich nicht um uns.

Du bist erwachsen und kannst mit deinem Leben machen, was du willst.

Gut. Dann werde ich jetzt mal nach vorn gehen und den Arzt fragen,

wann du hier raus darfst. Man weiß gar nicht, wo man dich berühren kann.

Bin gleich wieder da.

Siehst du? War doch gar nicht so schlimm.

„Zwei Jahre später“

Perfekt. Den Rest besprechen Sie dann bitte mit Pierre.

Er hat mein vollstes Vertrauen.

Auf Wiedersehen. Sie wissen ja, wo Sie mich finden.

Auf Wiedersehen. Haben Sie nochmals vielen Dank.

Dadurch hat er an Zeit verloren und kaum noch die Chance auf einen vorderen Platz.

Hey Robert. Wie lief es?

Ganz gut. Wenn man zwei Augen zudrückt.

Papa.

Ja? Schön, dass du doch noch gekommen bist. Wir hatten dich zum Essen erwartet.

Bin gestern spät ins Bett gekommen.

Erinnerst du dich noch an Monsieur Dalio?

Natürlich. - Guten Tag. - Guten Tag.

Sie reiten nicht mehr? Behaupten zumindest Ihre Eltern.

Dafür bleibt mir leider keine Zeit mehr.

Neulich hast du mir noch gesagt, es würde dir fehlen.

Ja. Stimmt ja auch irgendwie. Es fehlt mir.

Die Atmosphäre, die vielen Freunde. Es fällt mir wirklich nicht leicht.

Aber ich bin nicht dafür geschaffen, mein Leben lang Turniere zu reiten.

Ich habe andere Prioritäten.

Als Nächstes startet Nadia Devilder auf Jappeloup...

Wenn Sie mich kurz entschuldigen würden.

Pierre. Sieh doch mal. Erkennst du das Pferd wieder?

Nein.

Es ist sein Pferd. Jappeloup. Das du vor zwei Jahren nicht reiten wolltest.

Wenn überhaupt erinnert er sich eher an die Reiterin. Hab ich recht?

Wieso? Wer ist das?

Ich bitte dich. Das ist Nadia. Sie waren zusammen bei den Jugendmeisterschaften.

Ach was? Ich hätte sie nicht wiedererkannt.

Hast du seinen Sprung gesehen?

Jedenfalls ist er kaum gewachsen. Und an Kraft fehlt es ihm auch.

Oh Mann.

Er schafft es. Er schafft es.

Damit ist Nadia Devilder auf Jappeloup aus dem Turnier ausgeschieden.

Bedanken wir uns bei ihr für die bisher gezeigte Leistung...

Er hat bestimmt mehr drauf.

Ich komm gleich wieder. Bis gleich.

Kommen wir nun zum nächsten Teilnehmer. Das wäre dann aus Lyon

Maurice Chevallier auf Laurant.

Beide haben schon an den verschiedensten Turnieren teilgenommen...

Hatten wir mit dem Pony etwa Schwierigkeiten?

Ach. Der Herr Anwalt. Was für eine Ehre. Lang, lang ist es her.

Ich glaub, eine Ewigkeit. - Allerdings.

Und? Wie geht es dir?

Das Pferd vom Grand Prix damals hab ich nicht mehr.

Also versuch ich es mit jüngeren.

Solchen, die mal deiner Aufmerksamkeit nicht würdig waren.

Das Pferd war damals in einer anderen Verfassung.

Es macht aber auch nicht den Eindruck eines Champions.

Ach ja? Du hattest noch nie ein Gespür für gute Pferde.

Genau wie bei den Frauen.

Die Akte, um die Sie mich gebeten haben. - Vielen Dank.

Ja bitte? - Hey. Du hattest mich angerufen?

Was ist? Reichen dir die Frauen aus Bordeaux nicht mehr?

Wir sind da, Prinzessin.

Danke fürs Bringen. Und was jetzt?

Bist du dir sicher, dass du heute noch nach Bordeaux zurück willst?

Tja. Nicht so richtig.

Ich hab gedacht, ich könnte vielleicht bei dir auf der Couch...

Ihr seid doch alle gleich, ihr Männer.

Nein, nein. Schon gut. Ich hab verstanden.

Ich schlaf bei meinen Eltern. Die werden sich bestimmt freuen.

Obwohl, wenn du möchtest, dass ich bei dir bleibe,

reicht es auch, wenn ich ihnen morgen früh zum Frühstück frische Croissants bringe.

Nein. Ich warte darauf, dich weniger betrunken wiederzusehen.

Warte. Wohin willst du, Nadia? Komm, bleib hier. Nadia. Geh nicht. Bitte.

Setz dich grade hin.

Ja. So ist gut. Sehr gut. Nicht so steif.

Halt die Zügel etwas fester. Ausgezeichnet.

Vorsicht.

Nicht so schnell.

Pass auf, dass er nicht seinen Kopf durchsetzt. Schön die Zügel straff halten.

Achte auf deine Haltung. Rücken gerade.

Und ab geht es. Du machst das schon.

Guten Morgen. Alles klar?

Ja. Guten Morgen. Ich sag deinem Vater, dass du wach bist.

Nein. Lass ihn nur machen.

Du kennst ihn doch. Er wird sauer, wenn ich es ihm nicht sage.

Serge. Pierre ist aufgestanden.

Was wollte ich grad sagen? Es fällt mir gleich ein. Mist, verfluchter.

Dann war es wohl nicht so wichtig. Vermutlich.

Ach ja. Ist irgendwas?

Nein. Es ist jedes Mal dasselbe: Schon seit zehn Minuten stellst du mir Fragen,

hörst aber überhaupt nicht zu, wenn ich antworte.

Und dann vergisst du ständig, was du mir sagen wolltest.

Immer wenn du hierher kommst, musst du sofort wieder weg,

und mir bleibt nicht viel Zeit, dir alles zu erzählen.

Was ich dir sagen wollte, ist: Dieses schwarze Pferd, du weißt schon, Jappeloup.

Ich werde es kaufen. Nadia hat es Dalio zurückgegeben.

Und der findet nun keinen passenden Reiter mehr.

Ja. Ich hab davon gehört.

Von wem? Von Dalio?

Nein. Von Nadia.

Ach. Sieh mal an.

Sie meinte, er wäre schwer zu reiten. Hast du dir das überlegt?

Ich hab mir gedacht, ich nehm ihn erst mal nur auf Probe.

Und wer soll das Pferd hier reiten?

Na, wer schon? Gilles.

Meinst du?

Na schön. Dann er.

Ich muss los. Zu einem Gerichtstermin.

Du hast mir noch gar nicht gesagt, ob du bei Francois unterschrieben hast.

Noch nicht. Nächste Woche erst. Ich denke aber, ich werde es machen.

Das freut mich. Ich bin sehr stolz auf dich.

Vielen Dank. Mama!

Mama!

Gib ihr von mir einen Kuss, ja?

Alles klar. Salut. - Salut.

Geh schon. Was soll denn das? Hey. Hör auf damit.

Nein. Lass ihn.

Hab keine Angst. So ist gut. Und jetzt sei schön brav. Ja? Gut.

Dann komm jetzt. Los. Komm mit. Ja. So ist gut. Vorsicht.

Na siehst du, schon geschafft.

Ruhig. Ganz ruhig.

Wenn mein Vater wüsste, dass ich hier bin und reite, würde er eine Krise kriegen.

Warum?

Es hat ihn schwer getroffen, als ich aufgehört habe. Mein Vater hat dafür gelebt.

Die Turniere, mich reiten zu sehen...

Ich glaube, es geht ihm meinetwegen gesundheitlich nicht so gut.

Ach Quatsch. Was soll das? Du hast damit überhaupt nichts zu tun.

Nein. Im Ernst. Es macht ihn krank, dass ich nicht mehr reite.

Manchmal würde ich alles am liebsten hinschmeißen

und wieder mit dem Reiten anfangen.

Damit er mit dem Bild „Ich bei einem Reit- turnier“ vor Augen eines Tages gehen kann.

Und was hält dich davon ab, es zu tun?

Ich weiß nicht.

Dann zeig mir doch mal, ob du noch das Springreiten beherrschst.

Sehr gut. Ein Loch höher?

Von mir aus.

Was ist? Gleich noch mal?

Ja. Die Höhe ist gut. Ich versuche es gleich noch mal.

Wenn du wüsstest, wie gut das tut.

Nicht übel. Hast nicht viel verlernt.

Drehen.

Ruhig.

Der kann ja gar nichts.

Hat ihn mein Vater schon mal springen lassen?

Ich spring jetzt mal über ein Rick.

Mist, was soll das? Hey, hey. Ruhig.

Ruhig. Ganz ruhig.

Und? Wie findest du ihn?

Die Sprungkraft ist gut. Aber da liegt noch viel Arbeit vor dir.

Außerdem muss er geschoren werden. Sonst bekommst du ihn nie in den Griff.

Das haben wir schon versucht. Aber er wollte nicht.

Selbst mit einer Oberlippenbremse. Er zerreißt die Decken.

Und die Bandagen frisst er einfach auf.

Ich müsste längst weg sein. Man erwartet mich in Bordeaux.

Zum Mittagessen bin ich wieder hier. Dann sehen wir weiter.

Fahr los.

Was grinst du so blöd? Hast du nichts zu tun? Kümmere dich um den Stall.

Na los. Ruf ihn an.

Halt ihn mal kurz.

Beim Hufschmied hatten wir die gleichen Schwierigkeiten.

Das wundert mich überhaupt nicht. Deshalb sollten Sie mich ja auch anrufen.

Keine Angst. Ich bin ja jetzt da. Sei brav.

Das gefällt dir, was?

Das hat er am liebsten.

Willst du nicht? Das hat dir doch immer...

Sag mal, hast du nicht Lust, hier zu arbeiten und dich um ihn zu kümmern?

Ich soll...

Ja. - Dann bist du eingestellt.

Die hier als erstes. Anschließend die hier.

Ich erklär dir gleich, wie man die anbringt.

Die hier nehmen wir danach. Und mit der hier versuchen wir es dann am Schluss.

Alles klar.

Hey.

Bei der hier wehrt er sich zu sehr. Raphaelle. Bringt mir die andere Knebeltrense.

Ich meine das, was du da hältst.

Ja.

Mit der kommt er auch nicht klar.

Die hier scheint ihm besser zu gefallen. - Ja.

Wir nehmen die hier. Die müsste gehen. Die andern können weg.

Er wird sich schon dran gewöhnen. Ich muss los. Salut.

Wir sind leider gezwungen, die Hilfe eines Anwaltes in Anspruch nehmen zu müssen,

und wenden uns deshalb an Sie, Monsieur Durand.

Hey.

"WOLF & DURAND Anwaltskanzlei"

Merkst du nicht, dass er sich gegen dein Anreiten wehrt?

So wird das nie was. Glaub mir.

Ja. Ich komme.

Geh etwas schärfer in die Kurven rein. Und werde schneller.

Normalerweise ist das sein... Da kommt er.

Hey. Und wo ist Nadia?

Sie ist nach Pau gefahren. Ein Pferd testen. Wir sollen nicht auf sie warten.

Guten Tag. - Guten Tag.

Haben Sie Ihr Pferd gesehen?

Tja, wenn Sie Interesse haben, ich hab noch mehr zum Verkauf.

Nein, danke. Es gibt genug Arbeit. Erst mal kaufen wir den hier.

Dann sehen wir weiter.

Na dann, auf Jappeloup. - Auf Jappleoup.

Und? Wirst du es verkraften?

Wieso denn nicht? Solange ich hier sein kann. Jetzt heißt es nur noch, zu gewinnen.

Alles klar, Chef.

Wie lange brauchte der andere? - 37,8.

Dann muss er schneller werden.

Weiter so.

Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs.

Gewonnen. - Ja. Gewonnen.

Wow. Das Pferd hat wirklich Mut.

Nein. Es hat mehr als das.

Pierre Durand auf Jappeloup übernimmt mit 37,6 Sekunden die Führung

und gewinnt den Großen Preis von Lille.

Na dann. Los geht es.

Vielen Dank dafür, dass Sie auch dieses Jahr wieder so zahlreich zum Turnier

für Jungpferde erschienen sind.

Hey. Das gehört mir.

Beeil dich, Pierre. Beeil dich. Wir kümmern uns um das Pferd. Und?

Er wurde bloß Achter. Zwei Stangen gerissen.

Verflucht.

Du darfst hier nicht rein.

Ich seh auch nicht hin. Ich muss ganz dringend ins Bad. Bin schon weg, Schatz.

Ich muss da auch rein. Wie ist es gelaufen, Pierre?

Nicht so gut. Ich hab zwei Stangen gerissen.

Ich hoffe, der Tag wird sich noch bessern für dich.

„März 1982“

Du bist so schön und hast so starke Muskeln.

Und du schöne Beine, hat er mir gesagt. Lass dieses Abklopfen.

Nicht, dass er Verschleißerscheinungen bekommt.

Pierre. Ein Marcel Rozier hat angerufen. Er wollte dich sprechen.

Was? Warum hast du mich nicht geholt?

Er meinte, er habe keine Zeit. - Und was wollte er?

Mit dir über ein Vorreiten für die französische Nationalmannschaft sprechen.

Ich hab ihm gesagt, du seist im Moment sehr beschäftigt.

Du nimmst mich auf den Arm? - Er wartet auf deinen Rückruf.

Das darf doch nicht...

Reg dich nicht auf. Du hast dein Bestes gegeben.

Dieser Arsch. Seit einer Woche sieht er mich springen, sagt aber kein Wort.

Gib ihm Zeit, sich eine Meinung zu bilden.

Guten Tag.

Raphaelle. Vergiss nicht, das fertigzumachen. Für den Fall der Fälle.

„Nationenpreis Longchamp, Frankreich 1982“

Da ist es dreckig.

Pierre. Du bist nicht mehr Reserve. Jean-Marc ist aus dem Rennen.

Mador hat beim Training mehrmals verweigert. Das Risiko ist mir zu groß.

Bereite dich vor. Dir bleibt eine Stunde. Ich zähl auf dich.

Mit der Startnummer fünf haben wir einen jungen, verheißungsvollen Reiter,

der heute zum ersten Mal bei einem Reitturnier

für die französische Nationalmannschaft am Start ist.

Begrüßen Sie mit mir zusammen Pierre Durand

und sein bisher schon viel beachtetes Pferd Jappeloup.

Ich freue mich, die Anwesenheit des Schauspielers

Jean Rochefort bekannt geben zu dürfen, der hier und heute unter uns weilt.

Wieso ist er denn schon gestartet?

Was sollen wir machen? Wir haben noch nicht geläutet. Die Uhr läuft noch nicht.

Monsieur Durand. Wir müssen Sie leider wegen frühzeitigen Startes disqualifizieren.

Bei mir kam was an. Der Lautsprecher hat es übertönt.

Hier war ein totales Durcheinander. Sie müssen doch...

Sie wurden disqualifiziert. Bitte verlassen Sie den Platz.

Ich hab doch die Linie...

Die Regeln besagen, dass bei einem Frühstart der Reiter ausscheidet.

Was für ein Frühstart?

Als Nächster geht mit der Nummer sechs Eric Camaze auf Sokofeld an den Start.

Warten Sie auf das Startsignal.

Arschlöcher. Diese Schweine.

Hör auf. Hör auf damit, Pierre. Du wirst dich sonst noch verletzen.

Beruhige dich. Die anderen können dich hören. Du führst dich auf wie ein Vollidiot.

Na und? Und wenn schon.

Die da haben mich grad dazu gemacht. Und zwar vor Millionen Leuten.

Ach lass mich doch in Ruhe.

Zweiter Fehler. Somit werden es insgesamt acht Strafpunkte für Gert Wiltfang,

der wohl kaum noch Aussichten auf einen der vorderen Plätze haben dürfte.

Fehler beim Überspringen des achten Hindernisses.

Das bedeutet, dass sich der Abstand zum Erstplatzierten...

Jetzt hör mal zu, Pierre.

So leid es mir tut. Nicht so. Nicht mit mir.

Seit Monaten begleite ich dich zu jedem Turnier, mache alles für dich,

damit du deinem Ziel näher kommst.

Ich habe mein Leben dem deinen geopfert und das Reiten aufgegeben.

Ich mache das wirklich sehr gern für dich. Aber nicht für den Preis,

dass du mich wie den allerletzten Dreck behandelst

und ich mit deinem Vater zurückfahren muss,

nur weil der „Herr“ das Signal nicht gehört hat.

Kannst du mir bis hierhin folgen?

Ich geb dir jetzt eine Viertelstunde.

In der kannst du noch mal über dein Verhalten nachdenken.

Du findest mich unten an der Bar, wo du dich bei mir dafür entschuldigen kannst.

Statt zu baggern, frag lieber, wer noch Wein möchte.

Sehr gern.

Was ist? Soll ich übernehmen? - Nein. Ich mach das schon.

Gut. Hat er sich gemeldet?

Willst du das jetzt alle halbe Stunde fragen?

Und warum rufst du ihn nicht an? Er ist sicherlich sehr beschäftigt.

Das bringt genauso wenig. Ich bin ihm egal.

Pierre. Nadia hat recht. Beim Nationalpreis startet man mit einem älteren Pferd.

Er ist noch zu jung. Und dir fehlt die Erfahrung.

Marcel weiß, dass es sein Fehler war. Deshalb ruft er nicht an. Er schämt sich.

Ich bin ihm absolut egal. Deshalb ruft er nicht an. Wann begreifst du das denn?

Er ist nur an einem von uns interessiert, und zwar an Jappeloup.

Erzähl nicht so einen Quatsch. Du bist ja schon paranoid.

Ihr beide habt ein Problem.

Du wolltest das Thema nicht mehr anschneiden.

Aber du hast damit angefangen. Nicht ich.

Falls jemand von euch Appetit auf ein richtig schönes Stück gegrilltes Fleisch hat,

hier kommt es. Greift zu.

Schön, dass Sie uns drei Tage lang so zahlreich beehrt haben.

„Französische Meisterschaft, 1982“

Sie waren ein wirklich hervorragendes Publikum.

Ich hoffe, Sie bleiben auch noch genauso zahlreich

beim gleich beginnenden zweiten Umlauf, dem Finale der Französischen Meisterschaft.

Der Parcours muss nun gegen die Zeit geritten werden.

Aber vorher erhalten die Reiter die Möglichkeit, sich die Hindernisbahn anzusehen,

um sie sich einprägen zu können.

Anschließend lade ich Sie zur Preisverleihung ein.

Serge. Bleib hier bei mir.

Meinst du, das ist besser? - Er schafft es.

Seht euch um. Wie ihr seht, ist der Parcours sehr schwierig.

Wohin geht er? An die Arbeit.

Seht nach, wie der Boden vor dem Hindernis beschaffen ist.

Dem roten? - Ja.

Die Oberflächenbeschaffenheit des Parcours mit seinen Erhebungen,

Einsenkungen und Höhenunterschieden beeinträchtigt das Gleichgewicht der Pferde

und macht es den Reitern dadurch schwierig, sie zu führen.

Mach die aus.

Na los.

Und hier nun der letzte Wettkampfteilnehmer.

Die Entdeckung der diesjährigen Französischen Meisterschaft.

Im gesamten Verlauf der Meisterschaft hat er noch keinen einzigen Fehler gemacht

und führt souverän in der Gesamtwertung.

Dieses kleine Pferd ist seit diesem Wochenende

auch hier Gesprächsthema Nummer eins, als stamme es von einem anderen Stern.

Begrüßen Sie mit mir zusammen Pierre Durand und sein Pferd Jappeloup.

Komm mit hoch.

Entschuldigung. Darf ich mal?

Vorsicht. Der Graben. Pass auf.

Was soll das? Warum geht er so ein Risiko ein?

Er kann sich einen Fehler leisten und gewinnt trotzdem.

Mit einem Fehler zu gewinnen entspräche aber nicht dem Ego deines Sohnes.

Ich hol deine Mutter. Sie wartet im Auto. - Ja.

Champagner.

Bravo.

Schickes Auto, was?

Ziemlich groß. Warum hast du einen Kombi gekauft?

Nicht gekauft, gewonnen. Da kann ich wohl kaum sagen: „Nehm ich nicht.“

Sieh mal. Mit Anhängerkupplung. Ich hab auch an dich gedacht.

Da kannst du mit einem Wohnwagen zu den Wettkämpfen mitkommen.

Ich werde nicht mehr mitkommen.

Warum denn nicht?

Darüber wollte ich heute Morgen mit dir sprechen.

Ich denke, ich höre auf mit dem Reiten. Überhaupt. Und nicht bloß hier.

Aber wieso denn?

Ich glaube, es ist so besser für mich.

Warum? Inwiefern besser für dich?

Bloß für neun Monate. Danach fang ich wieder an.

Das gibt es doch nicht. Das gibt es doch nicht!

Dann fang mal schon mit dem Stricken an, Großmutter.

Ich fass es nicht.

Es heißt, in den USA soll der technische Ablauf erschwert

und die Hindernishöhe aufgestockt werden.

Sind das bloß Gerüchte, oder stimmt das?

Das stimmt so nicht. Es sind Gerüchte. Ruhe. Bitte.

Derartige Behauptungen der Presse wurden bisher

von offizieller Seite nicht bestätigt.

Abgesehen davon hat die Mannschaft hart trainiert und ist in der Lage,

den eben beschriebenen Parcours zu meistern. Nächste Frage, bitte.

Sie da.

Monsieur Durand. Bei Ihrer Nominierung

soll es anfangs zu Unstimmigkeiten gekommen sein.

Glauben Sie, das lag an Ihrem Sturz in Hickstead

auf Grund der Verweigerung von Jappeloup, der ja schon davor,

beim Großen Preis von Longchamp, verweigert hatte.

Meinen Sie, das könnte den Verband und Ihren Trainer verunsichert haben?

Was meinen Trainer angeht, den können Sie selbst fragen. Er ist hier.

Und was meinen Sturz in Hickstead betrifft, Sie sind bestens informiert.

Wobei der Sturz während des Trainings auf einem Nebenparcours passierte.

Einen Tag später legte ich einen fehlerfreien Durchlauf ab

und sicherte damit Frankreich den zweiten Platz beim Nationenpreis.

Und hätten Sie es akzeptiert, wenn Jappeloup nominiert worden wäre,

Sie aber nicht?

Selbst wenn das dem Wunsch einzelner Leute entsprechen würde,

das Problem stellt sich nicht. Denn dazu bedarf es immer noch der Zustimmung

des Besitzers. Und da ich das im Falle Jappeloup bin, obliegt es mir,

zu entscheiden, wer ihn reitet.

Es heißt, man hätte Ihnen für Jappeloup eine Million angeboten. Stimmt das?

Jappeloup ist unverkäuflich.

Für den Preis hätte ich meinen Sattel dazugegeben.

Sie sind in diesem Jahr beim Internationalen Springreitturnier

in Paris ausgeschieden, weil Sie gestartet sind,

obwohl noch nicht eingeläutet worden war.

Es ist jetzt schon das dritte Jahr in Folge, dass es dazu gekommen ist.

Finden Sie das nicht etwas komisch, Monsieur Durand?

Komisch, meinen Sie? Dann lachen Sie doch. Was soll ich dazu sagen?

Das war jetzt nicht böse gemeint. - Es ist nie böse gemeint.

Ihre Frage ist typisch französisch. Wer gewinnt, wird gefeiert,

wer verliert, wird fertiggemacht. So sieht es aus.

Wir sind fünf. Seit 45 Minuten stellen Sie aber nur mir Fragen. Das nervt langsam.

Bitte. Niemand hier beabsichtigt, dich fertigzumachen. Gibt es noch weitere Fragen?

Ja. Sie bitte. - Warum fragen Sie nicht...

Monsieur Rozier. Halten Sie es nicht für verfrüht,

Ihren Sohn Philippe in Anbetracht seiner unbeständigen Leistung

in die Mannschaft zu berufen? Es gibt Stimmen, die sprechen von Bevorzugung.

Wissen Sie was? Hätt ich es nicht gemacht, dann hätten Sie gefragt:

„Warum denn nicht?“

Wie man es macht, man macht es falsch. Das war es für heute.

Wieso denn?

Die Zeit ist doch noch nicht um.

„Olympische Sommerspiele in Los Angeles 1984

24 Stunden vor dem Wettbewerb“

Worauf wartest du? Lass ihn springen.

Der Nächste.

Sehr gut. Und gleich noch mal. Aber achte auf deine Haltung.

Wann müssen wir den Platz hier räumen?

Er lässt uns als letzte springen. Wirst sehen.

In 20 Minuten? Keine Ahnung. Danach kommen die Italiener.

Und die werden uns kaum Überstunden machen lassen.

Gestern wollten sie uns sogar fünf Minuten früher vom Platz jagen.

Pierre. Hubert. Springt noch mal über das Rick. Los.

Das glaube ich jetzt nicht.

Jetzt gleich? Ohne Aufwärmen? Ich glaube nicht, dass das...

Zum Aufwärmen ist keine Zeit. Die Italiener kommen gleich.

Da hinten wartet schon Graziano. Also los. Macht, was ich euch gesagt hab.

Hör mal. Wir wollten gestern schon mit dir darüber reden.

Wir springen seit acht Tagen über extrem hohe Hindernisse. Was wir aber brauchen,

ist ein differenziertes Training, das mehr auf jedes einzelne Pferd eingeht.

Schon seit Tagen bittet dich Eric, die Wassergräben trainieren zu lassen.

Und Pierre würde gern etwas mehr an den Kombinationen arbeiten.

Und am letzten Tag vorm Wettkampf lässt du uns plötzlich springen.

Das verstehe, wer will.

Wann hat man dich denn zum Mannschaftssprecher gewählt?

Davon wusste ich ja bis jetzt noch gar nichts.

Seit wir hier sind, bringst du Unfrieden in die Mannschaft.

Wie bitte?

Du mäkelst immer wieder an dem, was ich sage, herum. Vor der gesamten Mannschaft.

Was ist denn da los?

Nur weil du Ersatzmann bist, musst du dich nicht wie ein Idiot aufspielen.

Dürfen wir keine eigene Meinung haben, oder was?

Weißt du, wieso du dabei bist? Wegen deines Pferdes.

Und ich versuche, dich davor zu bewahren, Fehler zu machen.

Hey. Nicht in diesem Ton. Hörst du? Bei allem Respekt,

den ich vor dir als Reiter habe: Glaub mir, du bist der schlechteste Trainer,

den ich je hatte. Du siehst nicht mal, wie kompliziert es ist,

dieses Pferd zu reiten.

Bei diesem Schwierigkeitsgrad bringt ihn niemand dazu, zu springen.

Ich soll ihn auf Tempo reiten. Dabei wäre das Gegenteil richtig.

Du willst, dass ich Vertrauen in mich habe, gibst aber immer nur Befehle an uns.

Merkst du eigentlich, wie du mit uns sprichst?

Wir bitten dich doch nur, die Stangen etwas tiefer zu legen.

Mehr nicht. Verdammt noch mal.

Du willst die Stangen etwas tiefer haben?

Hier. Tief genug?

Du kannst mich mal.

Konzentriere dich auf das, was du kannst.

Du kennst dich selbst am besten. Und zerbrich dir nicht den Kopf.

Reite ihn morgen so, wie du ihn immer geritten bist. Lass alles beim Alten.

Hör nicht auf das, was er sagt. Hörst du?

Ja.

Gut. Es ist schon elf. Du hast einen schweren Tag vor dir.

Dein Vater und ich werden morgen da sein und dir beide Daumen drücken.

Ich liebe dich.

Ich liebe dich auch. Wir sehen uns dann.

Ja. Bis morgen.

Und hier nun findet der Wettkampf statt, auf der Rennbahn vom Santa Anita Park.

Diese berühmte Rennstrecke in Kalifornien wurde 1934 eröffnet,

wo schon ein Jahr später das erste Santa Anita Handicap stattfand...

Durchaus auffallend und nicht unerheblich dürfte diesbezüglich

die geringe Körpergröße von Jappeloup sein.

Verglichen mit den anderen Pferden finde ich das sehr erstaunlich.

Das stimmt. Er misst nur 1,58 Meter bis zum Rist. Das ist wirklich nicht groß.

Im Vergleich zu Touch of Class sieht man den Unterschied sehr deutlich.

Das Pferd des Amerikaners Joe Fargis gehört übrigens bei diesen Spielen

zu den großen Favoriten.

Die Körpergröße entscheidet nicht, wie hoch ein Pferd springen kann. Im Gegenteil.

Sehen Sie, was für einen exzellenten Absprung er hat?

Glauben Sie, Jappeloup hat eine Chance?

Jappeloup hat das Zeug zum Champion. Lassen wir uns überraschen.

Gut. Aber was ist mit dem Alter des Pferdes? Oder seinem Reiter?

Pierre Durand hat noch wenig Erfahrung.

Ist das nicht etwas riskant für den Mannschaftstrainer?

Wissen Sie, ich glaube an die beiden. Sie sind zwar noch jung und unerfahren,

aber sie haben in diesem Jahr schon einige Erfolge vorzuweisen.

Sie sind ja nicht zufällig mit dabei. Ich wüsste wirklich nicht,

warum sie nicht starten sollten. Auf jeden Fall wünsche ich den beiden viel Glück.

Das werden sie wohl brauchen, nehme ich mal an. Verdammtes Gequatsche.

Und da kommt er. Pierre Durand.

Sieh mal, wie schön dieses Pferd ist.

Ist dir eigentlich klar, dass es hier geboren wurde?

Der Trainer scheint voll auf ihn zu setzen.

Hoffen wir, dass Pierre Durand das Vertrauen seines Trainers nicht enttäuscht.

Geh zu Arlette. Und sage ihr, dass Pierre am Start ist.

Kommen Sie. Pierre ist gleich dran.

Wollen Sie wirklich nicht dabei sein, wenn er springt?

Ich bleib lieber hier.

Was machen Sie denn da?

Ich schäle Kartoffeln. Das beruhigt mich.

Ja. Und jetzt noch das letzte Hindernis. Dann hat er es geschafft.

Das war Joe Fargis, der diesen wunderbaren Parcours

durch perfekte Selbstbeherrschung

und einen perfekten Ritt fehlerfrei absolviert hat.

Diesem Joe Fargis könnte man stundenlang zusehen. Ich hatte Ihnen ja vorhin gesagt,

dass er für mich zu den Favoriten gehört. Und mit diesem fehlerfreien Ritt

dürfte den Amerikanern die Goldmedaille nicht mehr zu nehmen sein.

In der Tat. Das Publikum hier scheint derselben Meinung wie Sie zu sein.

Aber wir Franzosen haben ja noch einen Trumpf. Wie heißt es so schön?

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Und da sind sie schon. Pierre Durand und sein Pferd Jappeloup.

Die beiden, auf denen nun die Hoffnungen von ganz Frankreich liegen.

Das war Joe Fargis. Als nächste gehen Pierre Durand aus Frankreich

und sein noch junges Pferd Jappeloup an den Start.

Fred hat 12 Punkte gemacht. Jetzt kommt es allein auf dich an.

Du weißt, wenn du fehlerfrei bleibst, holen wir noch Bronze.

Die Goldmedaille dürfte wohl vergeben sein. Doch bei einem fehlerfreien Ritt

von Durand ist für Frankreich noch der dritte Platz drin.

Pierre. Pierre. Vergiss den Quatsch zwischen uns. Alles bloß dummes Zeug.

Was zählt, ist das, was jetzt ist.

Du wärst nicht hier, wenn ich nicht an dich glauben würde.

Verstehst du? Also vergiss, dass ich ein Idiot bin. Zeig uns einfach, was du kannst.

Der nächste Reiter ist Pierre Durand aus Frankreich auf seinem Pferd Jappeloup.

Bitte begeben Sie sich zur Startposition.

Achtung, Pierre. Bei diesem Hindernis wäre er im ersten Umlauf beinahe gestürzt.

Also Vorsicht.

Na bitte. Wer sagt es denn?

Hab ich dir zu viel erzählt?

Dieses Pferd hat wirklich einen einzigartigen Absprung.

Das sah etwas unglücklich aus.

Hoffentlich hat sich Jappeloup beim Aufsetzen nicht wehgetan.

Das Problem ist, dass er sehr viel Kraft braucht, um so hoch springen zu können.

Der Parcours ist sehr lang. Aber das weiß Pierre.

Er lässt sein Pferd zwischendurch kurz mal galoppieren, damit es durchatmen kann.

Das Pferd ist es gewohnt, mit wenig Tempo und eng am Zügel geritten zu werden.

Das ist wie bei einem Gummi, den man spannt und dann plötzlich loslässt.

Komm schon, Pierre. Spring. Du schaffst es.

Er darf ihn nicht ausbremsen.

Für Pierre Durand ist hiermit der Wettkampf zu Ende.

Der Umlauf kann nicht gewertet werden, wodurch die Franzosen keine Chance mehr

auf einen der vorderen Plätze haben.

Es herrscht sicherlich große Enttäuschung in der französischen Mannschaft.

Mit dem Sturz von Pierre Durand haben sich sämtliche Hoffnungen Frankreichs

auf einen Medaillengewinn in Staub aufgelöst.

Nun ist es auch offiziell bestätigt:

Pierre Durand ist aus dem Wettkampf ausgeschieden.

Das bedeutet, dass Frankreich insgesamt 30 Strafpunkte hat

und es somit definitiv nicht mehr unter die ersten drei Platzierten schafft.

Bedanken wir uns bei Pierre Durand für seine zuvor gezeigte Leistung

und wünschen wir ihm und seinem Pferd alles Gute auf seinem weiteren Weg.

Das Pferd springt wie eine Katze und landet auch so. Wow.

Nicht ganz. Es springt nicht bloß, es fliegt.

Das einzige Problem, das es hat, ist sein Reiter. Schade drum.

Hören Sie endlich auf damit. Holen Sie sich Ihre beschissene Goldmedaille

und stecken Sie sich die sonstwo hin. - Sir.

So ein Mist.

Marcel. Wo ist er?

Da drüben irgendwo.

Pierre.

Mr. Durand. - Was werden Sie jetzt tun?

Wie erklären Sie sich den Sturz? - Was war los?

...wurden sämtliche Hoffnungen enttäuscht.

Das war es.

Ich werde das Angebot des Amerikaners annehmen und ihn verkaufen.

Mir gefällt die Vorstellung, dass unser Leben uns gehört, besser.

Dass wir es ändern können, wenn wir es wollen.

Ohne dass wir jemanden fragen müssen. Dass wir das entscheiden können.

Von jetzt auf gleich.

Ich habe mich immer gefragt, wie es sein würde, wenn ich wieder reite.

Jetzt weiß ich es. Alles Scheiße.

Was du erlebt hast die letzten Jahre, war „alles Scheiße“, ja?

Der Fortschritt, den du mit diesem Pferd gemacht hast,

die Freude, die du vielen Menschen bereitet hast, vor allem deinem Vater.

Du hast seinetwegen wieder mit dem Reiten angefangen. Schon vergessen?

Und das hier? Ist das auch „Scheiße“? Gibt es nichts, das dich glücklich macht?

Du bist ganz schön egoistisch geworden. Weißt du das eigentlich?

Seit zwei Monaten schläfst du nicht mehr und raubst auch mir damit den Schlaf.

Meinst du nicht, ich müsste mich mal vielleicht etwas schonen?

Ich kann ja verstehen, dass du enttäuscht bist.

Enttäuscht?

Weißt du, wie es ist, wenn man von der Presse gedemütigt wird?

Wenn einem die ganze Welt den Rücken kehrt? Wenn dein Trainer dir sagt,

dass dein Pferd ohne dich heute Olympiasieger wär?

Glaubst du, das ist einfach für mich?

Ich habe auf alles verzichtet. Das Wort Jugendzeit kenne ich überhaupt nicht.

Die Wettkämpfe waren das Einzige, was zählte.

Aber eines Tages war es mir zu viel. Ich wollte ein normales Leben führen.

Auch mal etwas anderes erleben. Verstehst du?

Und was mach ich? Ich Idiot stürze mich wieder in dieselbe Scheiße.

Hören wir hier auf. Ich habe keine Lust, mir anhören zu müssen,

dass der Entschluss, mit mir zusammenzuleben, „Scheiße“ war.

Nein. Das hab ich nicht gesagt.

Doch, das hast du gesagt. Du hast es nur anders ausgedrückt.

Von mir aus mach doch, was du willst, Pierre.

Aber mach nicht gleich unser gemeinsames Leben kaputt.

Hörst du? Du willst aufhören? Dann höre auf.

Vergiss, dass Jappeloup es war, der dich zum französischen Meister gemacht hat

und du deshalb zu den Olympischen Spielen fahren konntest.

Na schön, du bist seinetwegen gestürzt. Na und?

Aber bis dahin, bis das achte Hindernis kam, ist dieses Pferd gesprungen

wie kein anderes Pferd auf der Welt.

Mit einem unbeschreiblichen Willen und enormen Großmut.

Und du? Du akzeptierst das erstbeste Angebot aus den USA und willst es verkaufen.

Sag mir, ist das etwa der Vater meines Kindes?

Ein Feigling, der aufgibt, ohne zu kämpfen?

Warum willst du nicht mehr weitertrainieren? Um noch besser zu werden.

Dein Leben ist wirklich so beklagenswert?

Dann verkauf ihn doch. Und arbeite wieder als Anwalt.

Aber gib mir endlich wieder die Möglichkeit, dich lächeln zu sehen.

Denn ich brauche meinen Schlaf.

Da drüben haben die Pferde genug Auslauf. Wollen Sie sich das ansehen?

Ja. Wenn das möglich ist. - Kein Problem.

Sehr schön.

So. Da wären wir. Hier wohnt er, sozusagen.

Das ist seine Box? - Ja.

Als Erstes würde ich ihn gern mal ausprobieren.

Und wenn das in Ordnung für Sie ist, dann würde ich nächste Woche

noch mal mit ihm zusammen hierher kommen.

Gern.

Er ist mit seinem Vater beim Großen Preis von Bordeaux.

Verstehe.

Raphaelle. Komm mal und sattle Jap. Er will ihn mal reiten.

Nein.

Wie bitte?

Ich sagte: nein. Wenn Sie ihn verkaufen wollen, bitte schön. Nur zu.

Von mir aus. Aber Sie können mich nicht zwingen, Ihnen dabei zu helfen.

Hiermit kündige ich.

Entschuldigen Sie mich. Bin gleich wieder da.

Raphaelle.

Gilles. Hast du meinen Vater gesehen?

Der müsste auf dem Reitplatz sein.

Papa.

Ich bin hier.

Was machst du hier? - Komm, steig ein.

Weißt du noch, wie wir immer früher hier drin waren und über die Fortschritte,

die du gemacht hast, gesprochen haben?

All die Zeit, die wir hier drin verbracht haben?

Setz dich. Oder hast du vor, Wurzeln zu schlagen?

Erinnerst du dich daran, warum wir das gemacht haben?

Weil es Freude gemacht hat?

Fang jetzt bitte nicht damit an, Papa.

Nein, nein. Keine Angst. Ich fange mit überhaupt nichts an.

Stimmt, weil es Freude bereitet hat.

Und wie würdest du die Frage aus heutiger Sicht beantworten?

Warum hast du das gemacht? Nur für mich?

Bist du deshalb sauer auf mich?

Ich bin doch nicht sauer auf dich.

Pierre. Seit zwei Jahren ziehst du eine Flappe. Ich kann mich nicht darüber freuen,

dich reiten zu sehen, wenn es dich nervt.

Wofür willst du mich bestrafen? Dafür, dass ich dich glücklich gemacht habe?

Du redest genauso wie Rozier. Der hält mich für verwöhnt.

Mehr oder weniger stimmt das ja auch. Sieh dich doch mal um.

Deine Mutter und ich mussten hart arbeiten, um dir das alles hier zu ermöglichen.

Die Ställe, der Bauernhof, das Pferd, das du jetzt verkaufen willst.

Ich habe deswegen sogar mit dem Weinanbau aufgehört.

Ich wusste es. Dass du damit eines Tages kommen wirst.

Jetzt weißt du, warum ich aufhören wollte.

Ich bitte dich. Wir haben es akzeptiert, als du aufgehört hast.

Am Anfang hat es etwas wehgetan. Aber wir haben dir deshalb

nie einen Vorwurf gemacht oder waren sauer auf dich.

Wenn du aufhören willst, dann hör auf. Aber mach mich nicht dafür verantwortlich,

dass du wieder angefangen hast zu reiten.

Du selbst bist gekommen und hast gesagt, dass es dir fehlt.

Mein Gott, wann siehst du das endlich ein?

Du hast vielleicht vieles für mich gemacht. Genauso viel aber auch für dich.

Wenn dem nicht so wäre, dass du es auch für dich

und nicht bloß für mich gemacht hast, das wär ziemlich traurig.

Pierre. Ich meine, solange du in dieser Verfassung bist,

kommst du keinen Schritt im Leben weiter.

Du kannst mich oder deinen Trainer gern beschuldigen.

Aber so trittst du auf der Stelle.

Dass du in Amerika gestürzt bist, war dein Fehler. Nicht der von Jappeloup.

Du musst noch viel lernen, um ein Pferd wie ihn reiten zu können.

Wenn du in diesem Beruf nicht glücklich wirst, dann ist es wirklich besser,

wenn du aufhörst.

Ich bitte dich nur um eins: Nimm dir etwas Zeit, bevor du dich entscheidest.

Mach Urlaub, fahr für ein paar Tage weg. Aber triff bitte keine übereilte

Entscheidung, auch nicht beim Verkauf des Pferdes.

Papa. Das sind 400.000 Dollar. Das ist wahnsinnig viel.

So eine Gelegenheit bietet sich nur ein Mal.

Ich werde bald Vater und verdiene nichts regelmäßig.

Ich wohne noch immer bei meinen Eltern, obwohl ich schon 30 bin.

Vom Turnierreiten allein kann ich nicht leben.

So würde ich das nicht sehen. Es fällt dir schwer, wie bei den Olympischen Spielen,

ein Turnier auch mal zu verlieren und die Demütigungen zu ertragen.

Ich meine, als du die französische Meisterschaft gewonnen hast,

da war es kein Problem für dich, nur Turnierreiter zu sein.

Na schön, du musst dich entscheiden, was du willst.

Ein kleinbürgerliches Leben in Bordeaux und die Garantie,

eine Menge Geld zu verdienen,

oder das Leben eines Turnierreiters, der hart dafür arbeiten muss,

um eines Tages Olympiasieger zu werden.

Das war schon immer dein Traum, nicht wahr?

Und weil es dein Traum war, wurde es auch meiner.

Das heißt aber nicht, dass es hier um mich geht. Nein. Nicht um mich.

Mach, was du willst. Ich mische mich nicht ein.

Ich will nur noch reiten, wenn ich reiten will.

Und wir können doch ein Pferd, das 400.000 Dollar wert ist,

nicht im Stall rumstehen lassen.

Mach, was du willst und für richtig hältst, Pierre.

Was deine Mutter und mich betrifft, wir bereuen nichts. Gar nichts.

Wir haben es getan, weil wir dich lieben.

Wenn du im Michou singen willst...

Ich würde dich auch dorthin begleiten.

Du musst mir nichts beweisen. Ich weiß, dass du mich auch liebst.

Ausgezeichnet. Sehr gut.

Bist du soweit? Wir haben die Stange ein Loch höher gelegt.

Ich bin Ihrem Vater mal begegnet. Auf einen Handschlag. So sagt man bei uns.

In L. A. Ist Ihr Vater da?

Keine Ahnung, wo er ist.

Ich würde Sie gern etwas fragen. Etwas Persönliches.

Klar. Fragen Sie.

Was sagt Ihr Vater dazu, dass Sie dieses Pferd verkaufen?

Er ist enttäuscht, würd ich mal sagen. Aber Jappeloup ist mein Pferd.

Von daher kann er nichts dagegen machen.

Verstehe.

Ich hab viel Geld. Und deswegen kann ich,

werde ich meinem Sohn das beste Pferd kaufen, das es gibt.

Aber wenn es für Sie ein Problem wäre, dann will ich das Pferd nicht haben.

Ich habe schon viele Familien in Zwietracht auseinanderbrechen sehen.

Mehr als genug.

Es ist aber kein Problem.

Okay. Zumindest hab ich es erwähnt.

Wie findest du es?

Er ist toll, Dad. Du hattest recht, Joe.

Viel Arbeit liegt vor dir. Ein sehr gutes Pferd, das du dir ausgesucht hast.

Für das, was du vorhast, dürfte es mit Abstand die beste Wahl sein.

Worauf warten wir dann noch? Kaufen wir es.

Rock and Roll, Baby. Wenn der Junge sagt: „Kaufen wir es“, dann kaufen wir es.

Und zwar sofort.

Ich habe den Kaufvertrag von meinem Anwalt bereits aufsetzen lassen.

Das ist gut.

Wenn Sie dann bitte unterschreiben würden.

Hier? - Ja. Dort, bitte.

Es ist bald soweit.

In knapp einem Monat.

Gratuliere. Sie haben ein brillantes Pferd gekauft.

Passen Sie gut auf ihn auf und, bitte, lassen Sie uns wissen, wie es ihm geht.

Ja. Selbstverständlich. Nochmals danke. Vielen Dank.

Was machst du hier? - Nichts. Nur ein kleines Schläfchen.

Ach so. Zur Mittagszeit? Klar. Natürlich.

Du kannst wieder raus kommen. Sie sind weg.

Wenn das Kind da ist, könnten wir ja vielleicht noch mal

mit Jappeloup hierher kommen. Das würde ihm bestimmt gefallen.

Wann ist sein letzter Tag hier?

Es fehlen eigentlich nur noch ein, zwei Papiere. Vielleicht finden wir vorher Zeit.

Obwohl, das wird etwas knapp für dich und das Baby.

Was solls?

Was hast du?

Nichts.

Halt den Arm still. Schau nach vorn. Ja. So ist gut.

Und jetzt mach eine Volte. Mach eine Volte.

Nicht so schnell. Nicht so schnell.

Als Nächstes kommt der Sprung.

Sei vorsichtig. Ich hab die Stange etwas höher gelegt.

Nein, nein. Warte. Warte, warte, warte.

Ich werde sie etwas tiefer legen.

Madame Durand.

Wie wäre es, wenn wir uns aufs Zimmer ein paar leckere...

Guten Tag. Dies ist der Anrufbeantworter des Reiterhofs von Saint-Seurin.

Hinterlassen Sie bitte nach dem Piepton eine Nachricht. Danke.

Hey Pierre. Hier ist Joe Fargis.

Ich hab das mit Ihrem Vater gehört. Mein Beileid.

Tut mir leid, dass ich grad jetzt wegen der Sache anrufen muss,

aber es gibt da ein Problem. Wir haben Jappeloups Blutergebnisse

und er wurde positiv auf Babesiose getestet.

Er müsste medizinisch behandelt werden.

Das ist jetzt nicht dramatisch. Aber rein rechtlich müssen wir uns darum kümmern.

Es wäre nett, wenn Sie sich so schnell wie möglich bei mir melden würden.

Anderenfalls müssten wir vom Vertrag zurücktreten,

zumal noch die Gebührenrechnung für die Vertragsabwicklung offen ist.

Bitte melden Sie sich heute noch bei mir.

Der Käufer will, dass ich Jappeloup bei der Weltmeisterschaft in Berlin reite.

Ich warte auf Ihren Rückruf.

Okay.

Wenn du noch mal so die Kurve nimmst, kannst du was erleben.

Okay. - Hast du mich verstanden?

Ja doch. Tut mir leid. Aber wir haben es nun mal eilig.

Atmen. Atmen. Pressen. Schatz. Pressen.

Monsieur. Sie darf noch nicht pressen. Dazu ist es noch zu früh.

Ihr Gebärmutterhals muss sich erst weiter öffnen.

Oh. Verstehe. Also noch nicht pressen. Noch nicht pressen.

Halt endlich den Mund.

Lass den Quatsch.

Tut es weh? Und wo genau?

Hör auf.

Entschuldige.

Schon gut. Das ist normal. Ist normal. Ganz normal.

Schlaf ein bisschen.

Ich muss noch etwas erledigen. Es dauert nicht lange.

Ich bin in drei Minuten wieder da. Ja?

Guten Morgen.

Ich müsste mal jemanden anrufen. Gibt es hier irgendwo ein Telefon?

Ja. In meinem Zimmer. Kommen Sie mit.

Vielen Dank.

Hallo Joe. Hier ist Pierre. Ja. Hören Sie...

Raphaelle.

Salut.

Ich wollte dir etwas Wichtiges sagen. Ich hab Jappeloup nicht verkauft.

Und werde wieder mit dem Training anfangen. Es wär schön, wenn du dabei wärst.

Das sind gute Neuigkeiten. Zumindest für Sie. Für Jappeloup weniger.

Mit etwas Glück wär er jetzt bei einem Besitzer, der ihn zu schätzen weiß.

Raphaelle. Es war eine schwere Zeit für mich.

Ich weiß. Das mit Ihrem Vater, glauben Sie mir, das tut mir wirklich leid.

War ein sehr netter Mensch.

Bin ich das etwa nicht?

Sie haben wirklich gar nichts kapiert. Sie sind zwar Französischer Meister,

aber von Pferden verstehen Sie überhaupt nichts.

Für Sie gibt es nur Medaillen, Dollars und Ihre Karriere.

Aber haben Sie mal an ihn gedacht? Er ist ein Lebewesen.

Wir haben ihn an Sie unter Preis verkauft.

Wir wollten nur, dass Sie für ihn da sind.

Er war zwei Jahre bei Ihnen,

und Sie haben noch keine zwei Minuten bei ihm in der Box verbracht.

Das Einzige, was Sie tun, ist auf ihn aufsteigen.

Er braucht Ihr Vertrauen und Sie das seine.

Deshalb verweigert er sich.

Und wenn ich bereit bin zu lernen? Ich meine, sein Vertrauen zu gewinnen.

Würdest du mir helfen?

Ja. Aber erst, wenn ich mich abgeregt habe.

Ich sage es ja. Sie ist nicht umsonst die Enkelin eines Zigeuners. Hab ich recht?

„Januar 1985“

Na los.

Vorsicht.

Gut so.

„Europameisterschaft Deutschland, 1985“

Also: erst die Trippelbarre. Dann Kurve nach rechts.

Anschließend die Gerade. Alles klar. - Zwischen der Vier und der Fünf

hast du insgesamt sechs Galoppsprünge. Kriegst du das hin, Liebling?

Denke schon. Bis nachher. - Bis nachher.

Alles klar? - Ja.

Du hast die Haube aufgelegt?

Ja. Hier gibt es so viele Fliegen.

Bist du bereit? Zum Siegen?

Marcel. Baust du mal bitte ein Rick mit zwei Stangen vor dem Oxer auf?

Ja. Wie der Herr Reiter wünschen.

Bringt die Teile von dem Rick da hier rüber.

Nicht zu hoch. Ich will bloß was ausprobieren.

Ja. Probier du mal was aus.

Warte mal. Mach ihn nicht zu müde.

Mist.

Verflucht. Das gibt es doch nicht.

Schnell, Raphaelle. Hol die Tierärztin.

Halb so schlimm. Nichts passiert. Nichts passiert.

Wir haben noch zehn Minuten. Ich versuch, beim Kampfrichter Zeit zu gewinnen.

Alles in Ordnung, Pierre? - Ja.

Wo ist Raphaelle? Sie sollte die Tierärztin holen.

Nur ein, zwei Minuten. Na kommen Sie.

Wo ist sie? Ist sie schon zurück? - Sie ist los, die Tierärztin holen.

Verdammt.

Wir schaffen das. Glaub mir.

Die Kampfrichter zeigen an, dass der nächste Reiter noch nicht am Start ist,

sodass sich der weitere Verlauf verzögern wird...

Würden Sie ihn bitte noch mal traben lassen?

Eine Fraktur oder einen Muskelriss scheint er nicht zu haben.

Er wird vermutlich Muskelkater und ein paar Blutergüsse bekommen.

Es grenzt schon an ein Wunder, dass er sich nichts gebrochen hat.

Und die Wettkämpfe?

Der morgige dürfte kein Problem sein. Aber bei dem jetzigen besteht die Gefahr,

dass er verspannt. Dazu müsste ich ihn noch mal springen sehen.

Nein. Wir hören hier auf. Ich will nicht, dass er sich verletzt.

Die Europameisterschaft endet hier für uns. Wir fahren nach Hause.

Monsieur Durand. Letzte Aufforderung, an den Start zu gehen.

Sonst scheiden Sie aus.

Was soll ich dazu sagen? Es ist, wie es ist.

Das ist die größte Schweinerei, von der ich jemals gehört habe.

Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache.

Was ist passiert? Warum guckt ihr so?

Weißt du, was er herausgefunden hat? Vorhin im Abreiteplatz hat sich Rozier vertan.

Bei der Kombination.

Wie bitte? Er hat sich... Bist du dir sicher?

Hundertprozentig. Als ihr weg wart, hab ich den Abstand nachgemessen.

Ich fand es komisch, dass so ein gutes Pferd solch einen Fehler macht.

Es waren neun Meter. Viel zu kurz, um zwei Galoppsprünge zu machen.

Ich glaube es einfach nicht. Ich tu alles, damit das Pferd nicht blockt,

und er macht alles kaputt. Wir hätten draufgehen können.

Aber Pierre. Das hat er doch bestimmt nicht mit Absicht gemacht.

Nicht mit Absicht. Es ist aber passiert. Er muss sich verzählt haben.

Mit Absicht oder ohne, es war Marcels Fehler.

Wir sind hier bei der Europameisterschaft. Mir reicht es.

Ich hab die Nase endgültig voll.

Er ist ein großer Reiter, mit einer großen Erfolgsbilanz.

Wenn er bleibt, trete ich nicht mehr für Frankreich an.

Hast du gehört, was er gesagt hat? Auf der Pressekonferenz?

Ja. - Er und der Verbandspräsident?

Der Mannschaft mangele es an Esprit. Und die Reiter würden in den Zelten

da drüben bei den Sponsoren nur rumsaufen.

Tut mir leid, aber da mache ich nicht mehr mit.

Wir geben eine Pressekonferenz und teilen auf der mit,

dass wir uns von Rozier trennen. Das mach ich. Ich schwör es euch.

Du wolltest ja nicht hören. Ich hab gesagt, du sollst es für dich behalten.

Nadia. Du musst ihn davon abhalten. Unsere Pferde gehören dem Verband.

Und das weiß er. Für uns steht alles auf dem Spiel.

Wenn wir was sagen, können wir einpacken. Er ist der Besitzer von seinem Pferd.

Wir nicht. So sieht es aus. Verstehst du?

Gut. Ich rede mit ihm.

Erlauben Sie mir eine Frage, Monsieur Durand.

Weshalb brauchen Sie einen Sponsoren?

Ganz einfach. Ich brauche zufällig Geld, um meinen Sport ausüben zu können,

Monsieur. Dafür sind doch Sponsoren da.

Und wieso haben Sie da an uns gedacht?

Die anderen Firmen, die wir gefragt haben, haben abgelehnt.

Francis hat mir von Ihnen und der Remy Martin Gruppe erzählt und meinte,

Sie könnten Interesse haben.

Und deswegen waren wir der Ansicht, dass vielleicht ein Reiter aus Bordeaux

von einer großen Weinmarke aus Bordeaux unterstützt werden könnte. Ich meine...

Reden wir doch mal über Sie. Ich hab mich mal umgehört.

Sie sind nicht mehr in der Mannschaft von Frankreich.

Ja. Das stimmt. Ich reite seit zwei Monaten nicht mehr für die Nationalmannschaft.

Und warum nicht?

Es kam zwischen dem Trainer und mir zu Unstimmigkeiten.

Aber es ging nicht bloß mir so. Bleibt nur zu hoffen, dass dann im nächsten Jahr

ein neuer Nationaltrainer ernannt wird.

Und was ist mit dieser Krankheitsgeschichte Ihres Pferdes?

Weswegen ja wohl dessen Verkauf abgeblasen wurde.

Da scheinen Sie leider falsch informiert zu sein. Ich habe den Verkauf „abgeblasen“.

Das Pferd hat Babesiose.

Womit es aber gut leben kann. Wir nutzen die Zeit,

um es medikamentös behandeln zu lassen. Man könnte es aber auch lassen.

Es ist vielleicht eher von Interesse, über die letzten Erfolge der beiden

und die Berichterstattung darüber in den Medien zu sprechen. Oder nicht?

Das stimmt. Sie haben recht. Haben Sie die Möglichkeit,

uns so was wie eine Pressemappe zukommen zu lassen?

Ich zeige sie Ihnen sofort, wenn Sie wollen. 1982 habe ich damit angefangen.

Ah. Da ist es ja. Ein prächtiges Pferd.

Soll ich wirklich nicht meine Eltern fragen?

Ich könnte sofort bei dem Auktionator anfangen. Sein Angebot steht immer noch.

Mach den Mund auf. Sag mal „ah“.

Hallo Lisa. Mach schön den Mund auf.

Einen Happs für Papa... Komm, Schatz, sag mal: „ah“.

Also... Das Problem liegt ja wohl auf der Hand.

Wenn du wieder in der Nationalmannschaft und erfolgreich wärst,

wärst du aus dem Schneider.

Dann bräuchte ich aber auch nicht so was wie einen Sponsor.

Kann sein. Aber beides wäre schon besser.

Pierre. Ich fahr los.

Bis heute Abend.

Ja, bitte.

Na du?

Hey.

Was ist los? Wer war das?

Marcel ist heute Mittag zurückgetreten. Das war Patrick Caron.

Der neue Nationaltrainer.

Er will, dass ich in die Nationalmannschaft zurückkomme.

Nein...

„Weltmeisterschaft Barcelona, Spanien, 1986“

Die Mannschaften bekommen vor dem Wettkampf die Gelegenheit,

den Parcours unter die Lupe zu nehmen und ihn genauestens zu studieren.

Pierre. Du startest als letzter. Das setzt sie unter Druck.

Pass auf den Abstand auf. Fünf Galoppsprünge nach dem Rick.

Ich weiß, das ist verdammt kurz.

Begrüßen Sie sie mit mir die französische Nationalmannschaft.

Ist das eng hier. Da kriegt man ja Platzangst.

Und das hat für euch gereicht?

Ruhe.

Pierre!

Schließt die Augen und konzentriert euch nur auf die Atmung,

indem ihr die Aufmerksamkeit auf euren Bauch lenkt.

Und jetzt geht jeder von euch den Parcours noch mal in Gedanken durch.

Hindernis für Hindernis.

Und überprüft noch mal die Galoppsprünge. So wie wir es vorhin besprochen haben.

Versucht, euch jede Möglichkeit genau vor Augen zu führen.

Und jetzt bloß noch der Sattel.

Komm mit. Wir treffen uns am Ausgang. Los, los, beeil dich.

Ja. Ich weiß Bescheid.

Sehr gut. Wir haben Gleichstand mit den Engländern.

Es kommt mit ihnen zu einem Stechen um Bronze.

Du kannst sitzen bleiben. Ich schick dich raus.

Ich vermute mal, dass die Engländer Whitaker ins Rennen schicken werden.

Sein Pferd ist im Körperbau größer als deins. Dadurch ist es schneller.

Und wenn schon. Ich habe andere Möglichkeiten, zu gewinnen.

Aber Whitaker wird all seine Trümpfe ausspielen.

Soll er doch. Ich hab meine.

Und wie willst du den Wassergraben überspringen, wenn ich fragen darf?

Ich reite auf das Rick schräg zu, kürze vor dem Oxer ab

und springe anschließend rüber.

Der Anlauf wird niemals reichen. Glaub mir. Du hast bloß anderthalb Galoppsprünge.

Mach, was du für richtig hältst. Aber davon würde ich dir abraten.

Berührst du das Wasser, hast du verloren.

Aber wenn ich es schaffe, stehen wir mit auf dem Treppchen.

Und ich werde es schaffen.

Pierre Durand. Mit Jappeloup. Für die Franzosen.

Ja. Alles klar.

Pierre. Vergiss die Sache mit dem Wassergraben.

Das klappt niemals. - Wir werden sehen.

Mach es nicht. Bitte, Pierre, mach es nicht.

Lass den Quatsch.

Du bist ja verrückt.

Mein Gott. Er hat es wirklich geschafft.

Komm schon, komm schon, komm schon.

Was für eine sensationelle Zeit! Und das bei einem fehlerfreien Ritt.

Ja doch. Ich steh auf Platz eins nach den drei Umläufen. Aber ja.

Der Beste von 73 Reitern aus 15 Nationen. Ist das zu fassen?

Ja. Der weltbeste Springreiter. Im Moment zumindest.

Morgen findet das Reiten mit Pferdetausch statt.

Da wird man dann sehen, wer wirklich der Beste von allen ist.

Nein. Mama. Ich muss jetzt Schluss machen. Es ist schon spät. Hörst du?

Ja. Gib Lisa einen Kuss von uns. Ja. Ich dich auch. Alles klar.

Was hast du denn vor?

Komm mal her. Von wegen der Beste. Ich zeig dir mal, wer besser ist.

Was ist denn mit dir auf einmal los? Du bist ja ganz aufgedreht.

Hat dich mein Sieg so aufgeputscht? - Wer weiß?

Und? Gut geschlafen, Pierre?

Nein. Viel zu wenig.

Dass ich mein Pferd von jemand anders reiten lassen soll, gefällt mir nicht.

Das ist doch eine total blöde Regel.

Da arbeitet man eine Ewigkeit mit seinem Pferd zusammen,

und wenn es drauf ankommt, trennt man dich von ihm.

Wir sind bei einer Weltmeisterschaft. Da geht es nicht nur allein um beste Zeiten.

Oder welcher Reiter sein Pferd am meisten liebt.

Pass auf. Ich will dir mal was zeigen.

Ich weiß. Ich habe sie gestern gesehen.

Das war Pierre Durand auf Jappeloup aus Frankreich.

Er erhält insgesamt acht Strafpunkte.

Ich war zu kurz. Ich war viel zu kurz in der Kurve.

Das wird schon. Glaub mir. Es ist noch nicht vorbei. Du schaffst das.

Na los.

Als Nächstes Gail Greenough aus Kanada, die nun auf Jappeloup reiten wird.

Wird sie mit dem Pferd von Pierre Durand zurechtkommen?

Oder hat sie Schwierigkeiten?

Ein fehlerfreier Ritt von der Kanadierin Gail Greenough

auf dem Pferd Jappeloup aus Frankreich.

Das Problem ist: Alle hatten recht.

Ich hab ein gutes Pferd, bin aber ein schlechter Reiter.

Jetzt hör auf mit dem Quatsch.

Sie kannte ihn gar nicht. Sie sind sich das erste Mal begegnet.

Und sie steigt auf und ist fehlerfrei. Und für Skelton gilt das Gleiche.

Du bist enttäuscht. Das ist normal. Nicht zum ersten Mal reitet jemand

mit einem fremden Pferd fehlerfrei.

Sie hat verdient gewonnen.

Sicher hat sie das. Ich habe nicht das Gegenteil behauptet.

Ich frage mich nur, ob ich dieses Pferd wirklich verdient habe.

Aber du hast doch mit Jappeloup auch genug Erfolge gehabt. Oder etwa nicht?

Dieses Wochenende warst du viermal fehlerfrei. Niemand hat das bisher geschafft.

Du hast in diesem Jahr dreimal einen Großen Preis gewonnen.

Den von Amsterdam, Rom, Hickstead.

Und du bist bei sechs Großen Preisen zehnmal fehlerfrei geritten.

Es sind nur noch zwei Monate bis zu den Spielen.

Du wirst doch jetzt wohl nicht alles hinschmeißen?

Was ist da los? Seht ihr das? - Da brennt es.

Verdammt. Das ist doch unser Laster. Halt an.

Halt an. Halt an!

Hör auf.

Nicht mehr tanken. - Der Laster brennt.

Wir müssen die Pferde rausbringen!

Schnell weg hier.

Mach auf! Lass sie raus!

Beeilt euch!

Das reicht. Schnell, die Pferde raus!

Los. Schneller.

Beeilt euch. Beeilt euch.

Komm. Schnell raus hier. Na komm.

Passt auf. Seine Decke brennt. Scheiße.

Ruhig. Ruhig.

Hast es gleich geschafft.

Verdammt. Wo ist Pierre? Nimm ihm die Decke ab. Nimm ihm die Decke ab.

Vorsicht. Hey. Lasst ihn nicht entwischen.

Nein.

Halt. Halt.

Ruhig.

Ruhig. Ruhig.

Ruhig. Ruhig.

Ich bin ja bei dir.

Hab keine Angst.

„Die Olympischen Spiele in Seoul 17. September 1988“

Wir heißen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen. Frankreich...

Nicht stehen bleiben.

Warum geht das nicht weiter?

Hör auf zu drängeln.

Die französische Mannschaft erweist ihrem berühmten Schauspieler

und Chansonier Maurice Chevalier ihre Ehrerbietung.

Wie man bei den Herren sehen kann, sind Strohhüte wohl wieder in Mode.

Insgesamt 170 Delegationen werden auf der Laufbahn

des Olympiastadions von Seoul vorbeimarschieren.

Hier, beim größten Sportereignis der Welt. Vor 70.000 Zuschauern im Stadion

und einer Milliarde vor den Bildschirmen.

Gut so. Werd nicht langsamer.

So ist gut. Sehr gut.

Ja!

Für mich reicht es für heute. Ich geh schlafen.

Gute Idee. Ihr solltet euch ihm anschließen. Morgen sind die Einzelwettkämpfe.

Warum denn? Es ist doch noch nicht mal elf.

Joe. - Ich wünsch dir was.

Bis morgen dann.

Schlaf gut.

Gute Nacht.

Vielen Dank.

Na. Wie geht es?

Ist ja kaum jemand da.

Dann sieh mal auf die Uhr. Beim zweiten Durchgang ist die Bude bestimmt voll.

Viel zu weich. Das müsste festgetreten werden.

Wie schätzt du es ein, Pierre?

Ich konzentrier mich auf einen fehlerfreien Ritt. Die Zeit ist mir scheißegal.

Wenn man zum Beispiel die Abstände der Kombinationen sieht,

schafft es kaum jemand fehlerfrei.

Die beiden Umläufe fehlerfrei und du bist Olympiasieger.

Entweder Gold oder nichts.

Da muss er jetzt wirklich aufpassen. - Er schafft es.

Das war aus Frankreich Pierre Durand auf seinem Pferd Jappeloup.

Seine Zeit beträgt 107,1 Komma Sekunden bei einem Viertel Strafpunkt.

Pierre Durand erhält wegen Überschreitens der erlaubten Zeit

einen Viertel Strafpunkt, was jedoch bei der Tatsache...

Nicht schlecht, was?

Sehr gut. Den Viertel Strafpunkt kannst du vergessen.

Du warst fehlerfrei, und nur das zählt.

Hier. Gut geritten. Gratuliere.

Komm mit. Na los. Jetzt wird sich ausgeruht.

Du hast dein Bestes gegeben. Kopf hoch.

Pierre.

Alles klar? Bist du enttäuscht?

Wärst du das nicht? Bei dem vorletzten, dem großen Oxer...

Alle machen dort den gleichen Fehler. Sie stoßen sich das Knie,

weil sie nur an die Breite denken.

Am besten, du nimmst ihn einfach wie ein Rick.

Nimm in der Kurve ein bisschen Schwung

und kümmere dich dann nur noch um das erste Hindernis.

Ist gut. Alles klar. Noch was?

Hals- und Beinbruch.

Baust du mir dann noch ein Rick auf?

Das war der vorletzte Starter, Karsten Huck aus Deutschland auf Nepomuk,

der im ersten Umlauf vier Strafpunkte erhielt.

Sein Pferd wirkte heute Morgen etwas angeschlagen.

Doch es hatte zwischen den beiden Umläufen genug Zeit, sich zu erholen.

Der vorletzte Reiter ist am Start.

Dann sollten wir sofort nach Seoul umschalten.

Jetzt kommt es allein darauf an, wie Karsten Huck den Parcours meistert.

Bleibt er fehlerfrei oder nicht? Noch besteht für ihn die Möglichkeit,

eine Medaille zu gewinnen.

Was denn? Du willst doch nicht etwa die ganze Zeit... Los. Hau sie runter.

Geschafft. - Mist.

Geschafft.

Noch vier Hindernisse. Dann hat er es geschafft. Karsten Huck auf Nepomuck.

Letzter Sprung...

Geschafft.

Verdammte Scheiße. Blöder Amerikaner.

Er ist Deutscher.

Was? Ist doch dasselbe. Oder etwa nicht?

Das war Karsten Huck aus Deutschland auf Nepomuck

mit vier Strafpunkten aus dem ersten Umlauf,

der im zweiten Umlauf den Parcours

in einer Zeit von nur 84,5 Sekunden absolviert hat.

Als letzter Reiter geht nun Pierre Durand aus Frankreich an den Start.

Sein Pferd Jappeloup erwies sich im Verlauf dieser Olympischen Spiele

als ausgezeichnetes Springpferd und gilt inzwischen

als Favorit für die Goldmedaille...

Als Letzter nun Pierre Durand und sein Pferd Jappeloup.

Wenn er diesen zweiten Umlauf fehlerfrei über die Bühne kriegt,

ist er Olympiasieger.

Heute spring ja rüber. Nicht, dass du mir verweigerst.

René, René, René. Schnell. Gib mir noch einen Schnaps. Das ist zu viel für mich.

Ich sterbe gleich. Wer soll denn das aushalten?

Palisadensprung...

Siebtes Hindernis...

Nur noch zwei Hindernisse. Dann ist er durch.

Letztes Hindernis.

Pierre Durand. Mit seinem Pferd Jappeloup. Null Fehler. Null Strafpunkte.

Der Olympiasieger von Seoul kommt aus Frankreich und heißt Pierre Durand,

der mit seinem Pferd Jappeloup den zweiten Umlauf fehlerfrei bestritt.

Pierre Durand und Jappeloup sind Olympiasieger.

In Seoul wird die Marseillaise erklingen.

Der Junge hat gewonnen. Er hat gewonnen.

Ich liebe dich. Ich liebe dich.

Ja!

Du hast gewonnen. Gratuliere. Gratuliere.

Der Olympiasieger im Springreiten heißt Pierre Durand auf Jappeloup.

„Nach Seoul heimsten Pierre und sein Pferd noch viele weitere Siege ein.

Jappeloup ging 1991 in den verdienten Ruhestand.

Am Fuße des Eiffelturms wurde ihm eine nationale Ehrung zuteil.

Seinen Lebensabend verbrachte er auf dem Reiterhof von Saint-Seurin,

dort, wo alles begann.“

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