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Original subtitles

(schwerer Kontrabass)

(unheimliche Streichmusik)

(Streichmusik geht weiter)

(ruhige Klaviermusik)

(Fahrradbremse quietscht)

(ruhige Klaviermusik geht weiter)

(ruhige Klaviermusik)

(Schulklingel)

- Alles Gute zum Geburtstag. - Danke.

Hier, dein Aufsatz. Den hab ich gut brauchen können.

(Stimmengewirr)

- Alles Gute, Paul. - Danke.

(Lehrer) Darüber müssen wir nicht reden.

Weiter so.

Kein Kommentar.

Zum Schluss die beiden besten Arbeiten.

Grundverschiedene Ansätze, beide mit dem gewünschten Resultat.

Paul Meier, Sie machen das mit untrüglicher Intuition.

Georg Schmidt, Ihr Weg ist der ernsthafte.

Der methodische. Ich bin schwer beeindruckt.

(ruhige Klaviermusik)

(Musik wird schneller und intensiver)

(Georg jubelt)

(Georg und Anna lachen)

Willst du nicht schwimmen gehen?

Du bist blöd. Das Wasser ist toll.

Dir scheint eine Laus über die Leber gelaufen zu sein.

Es hat doch nichts mit Anna zu tun, oder?

Na los, spuck schon aus.

Ich... hab's dir schon früher sagen wollen.

Sie hat mir das hier gegeben.

(düstere Musik)

Also gut.

Wenn du willst, Anna gehört dir.

Nimm's als Geburtstagsgeschenk.

Es trifft sich ganz gut.

Mein Vater muss nach Leipzig. Ich wollte nicht mit.

Aber jetzt...

- Wie stellen wir's an? - Was anstellen?

Damit sie keine nervigen Fragen stellt.

Sag einfach, du hättest mich mit 'ner anderen gesehen.

Dann leg mal los. Wähle.

Was? Du willst, dass ich dir ein Mädchen aussuche?

Nun?

- Die da. - Welche?

Die, dort drüben.

Sie ist nicht allein.

Das kriegst du doch sicher hin.

Ach so...

Hätte ich fast vergessen.

Es gibt da nämlich eine Bedingung, wegen Anna.

Wenn ich zurückkomme, will ich sie wieder.

Und ich will dieselbe.

- Wie bitte? - Dieselbe.

Oder so ähnlich wie möglich.

(Punkmusik) Vergiss, dass du selbst fühlst

Nun hab Hass und räche dich Hass und Rache sind deine Muttermilch

- Hallo. - (Junge) Hallo.

Was für 'ne Gruppe hört ihr da?

Wenn man dich fragt, sag einfach, du weißt es nicht.

(er stellt die Musik ab)

- Erledigt. - Wie hast du das geschafft?

Mein Vater hat mir ein paar Dinge beigebracht. Na dann, tschüss!

- Wo ist Georg? - Weiß nicht.

Du, Anna...

Eigentlich weiß ich's doch.

Georg ist weg.

Weg?

Da war ein Mädchen, da drüben. Er ist mit ihr gegangen.

Passt ganz gut. Ich hatte ihn sowieso satt.

Worauf wartest du noch?

Wie?

Na, was schon? Küss mich!

(ruhige Geigenmusik)

(sie klopft an)

Paul?

- Die von Ihnen gewünschte Akte. - Danke, Sabine.

- Der Tag mit den Kindern ist heilig, ne? - Menschen sind Gewohnheitstiere.

Wie bei Ihnen und Ihrem Mann, jeden Samstagabend im Kino.

Soll ich sie für morgen da hinlegen?

Nein, geben Sie her. Ich sehe sie mir heute Abend an.

- Ist das der, den Sie kannten? - Das weiß ich nicht.

Das ist so lange her.

Danke, Sabine.

(Geigenmusik)

Probier mal.

Anna?

(bejahend) Mhm.

Tja... und das ist mein Waterloo.

Mit viel Soße schmeckt der sicher wunderbar.

(Tochter) Die Absicht zählt.

- (Sohn) Das Ergebnis auch. - (Tochter) Er macht Fortschritte.

- Wann triffst du denn deinen neuen Chef? - Morgen.

- Schon mal vorher gesehen? - Nein, er war in Bangkok.

Die haben ihn uns vorgesetzt.

Wie heißt er?

Georg Schmidt.

Nicht unser Georg von früher?

- Georg Schmidts gibt's viele. - Hm.

Wer war denn Georg?

Ein Schwarm von eurer Mutter.

Sah er gut aus?

Weißt du, mit 16 halt.

- Da ist es gerade wichtig. - Sicher, Schätzchen.

Sie hat einen besseren Fang gemacht und ihn sofort vergessen.

Einen, der alles perfekt macht, außer Apfelstrudel.

Nein, er macht absolut alles richtig.

Und seine Soße hat auch alles rausgerissen.

(düstere Kontrabassmusik)

- Guten Tag. - Guten Tag.

Tja, jetzt arbeiten die kleinen grauen Zellen ganz heftig.

"Das Gesicht kommt mir bekannt vor."

Ja, Ihr Gesicht sagt mir etwas.

Dein Gesicht sagt mir etwas.

EOS, 11. Klasse.

Georg Schmidt?

Also doch. Georg!

- Bitte nimm Platz. Wasser? - Gerne.

- Bitte. - Danke.

Ich hab deinen Namen auf dem Plan gelesen.

- Aber ich dachte nicht, dass du's bist. - Ich weiß.

Georg Schmidts gibt's wie Sand am Meer.

Du weißt, dass ich nach der Penne zur Polizei gegangen bin?

- Nein. - Ja, genau wie mein Vater.

Ich hab häufig Leute verhaftet, die so hießen wie ich.

- Das war komisch. - Und wie bist du zur Bank gekommen?

Das war nach der Wende.

Ich war sogar mal Plattenproduzent.

Aber irgendwann musste ich dann doch mehr Geld verdienen.

Da fiel mir ein, dass ich nicht schlecht in Mathe war.

Seitdem widme ich mich den Zahlen.

Und was machst du? Wie geht's dir? Du bist verheiratet.

Ja, natürlich.

Mit Anna.

Anna Klose.

Das Mädchen von der Schule.

Du warst mit ihr zusammen.

Ihr seid weggezogen und sie wurde meine Freundin.

Ich hatte vor Jahren einen Autounfall. Ich habe Probleme mit dem Gedächtnis.

Es gibt vieles, was ich noch weiß.

Aber auch schwarze Löcher.

Komisch, ich erinnere mich nicht.

Wenn es meine Freundin war, war ich ja wohl verliebt.

So was vergisst man nicht.

Du hast sie mir weggeschnappt?

Aber nein, du hast sie mir doch selber angeboten.

Ich sollte dir sogar noch ein Mädchen aussuchen.

Ich hab eine rausgepickt, die hat verbotene Musik gehört.

Ja, das macht sie immer noch.

- Habt ihr euch wiedergesehen? - Wir sind noch zusammen. Yvonne.

Du kanntest sie doch gar nicht.

Ich hab sie einfach so ausgesucht. Absolut zufällig.

Schön.

Wir haben noch ein großes Pensum vor uns.

Von der Jugendzeit können wir später noch erzählen.

Also... ich habe mir die Akten von dir angesehen.

Erfreulich vollständig und präzise Anmerkungen.

Das wird eine große Hilfe sein.

Aber ich habe festgestellt,

dass ihr bei den Futures exklusiv auf Rohstoffe setzt.

Ja, für diesen Punkt habe ich mich persönlich stark gemacht.

Bisher hatten wir damit Glück.

Aber das ist ziemlich riskant.

Davon abgesehen...

alles andere perfekt.

Ach... bevor wir in die Details gehen,

sollte ich dir zeigen, was auf meinem Schreibtisch lag.

Komischer Auftakt zu meinem ersten Arbeitstag.

Ich wollte dich nur informieren.

- Das ist doch deine Assistentin? - Das ist eine billige Fälschung.

Das war auch mein erster Gedanke.

Aber so was ist unangenehm. Ich will dich nur warnen.

Ja.

(Telefon klingelt)

- Sind Sie bereit? - Für was?

- Für einen Schock. - Was kann mich schocken?

Vielleicht das hier?

Machen Sie mal auf.

Ja, das liegt bei Ihnen wohl auch schon in der Post.

Aber...

was soll mein Mann dazu sagen?

Er muss gar nichts dazu sagen.

Das sind Fälschungen.

Aber das müssen wir beweisen.

Lassen Sie sie zu Daniel bringen.

Er wird es nachweisen.

Außerdem ist er ein Freund. Er wird nichts sagen.

(düstere Bassmusik)

Hier bitte, das ist von Herrn Meier.

Danke.

Ich weiß schon Bescheid.

Hallo.

Hey.

Das Gleiche wie er, bitte.

Wenn das wirklich eine Fälschung ist, dann ist sie sehr gut gemacht.

Es wird schwer zu beweisen, dass da was manipuliert wurde.

Du bist doch der Sicherheitsverantwortliche.

Wieso glaubst du denn, dass er es war?

Wir kennen uns von früher. Er hatte eine Art Pakt mit mir geschlossen.

Ein Pakt?

So 'nen Quatsch, was man als Jugendlicher eben so macht.

Er hat mir Anna überlassen unter der Bedingung,

dass er sie zurückbekommt, wann immer er will!

Und jetzt will er.

Ihr habt ja komische Sachen gemacht.

Kann ja sein.

- Aber mir 'ne Affäre anhängen wollen... - Nein, wirklich.

Wie, "nein wirklich"?

Paul, das war jetzt nicht allzu schwierig, sich so was auszudenken.

Hast du Sabine jemals genauer angesehen, wenn sie bei dir ist?

Es sieht ein Blinder, dass zwischen euch was sein könnte.

Es sind nicht alle so pervers wie du.

- Ich schlafe nicht mit jeder. - Jetzt übertreibst du.

Außerdem ist das jetzt vorbei.

Was soll das denn heißen?

Erzähl mir nicht, du hast schon wieder 'ne Neue.

Doch, aber diesmal ist es wirklich ernst.

Klar, das sagst du immer.

Aber diesmal ist es die Richtige.

Na, super! Willkommen im Club.

Zieht ihr zusammen?

Wir hätten schon Lust dazu.

- Aber sie ist liiert. - Ich glaub's ja nicht.

Kein Wunder, dass du überall Ehebruch witterst.

Aber Georg, dieser...

Der hat doch gerade erst hier angefangen.

Wie konnte er sich das mit dem Foto ausdenken?

- Wenn er der Teufel ist, kann er alles. - Was?

Wenn ihr einen Pakt geschlossen habt, ist er bestimmt der Teufel.

Oder er ist ein Dschinn.

- Was? - Ja, ein Dschinn.

Ein allwissender Geist.

Wo hast 'n das her?

Victor Hugo, "Gesammelte Gedichte", 1829.

Ach so.

Ja, und ich an deiner Stelle würde das ernst nehmen.

Einer der Dschinns heißt Satan.

Er kann dir das Leben zur Hölle machen.

Danke, das hat schon angefangen.

(unheimliche Klaviermusik)

Frau Professorin, ein Brief für Sie.

Danke.

- Anna, ist alles in Ordnung? - Ja, danke.

- Darf ich? - Bitte, hereinspaziert.

Es gibt nur eine Sorte Menschen, die mein Büro betreten dürfen.

(beide) Alte Schulkameraden.

Ich frage mich, ob du eine Ehemalige wiedersehen willst, am Wochenende?

Immer noch so hübsch?

Ja, sogar noch hübscher.

Wenn sie meine Freundin war, muss sie hübsch gewesen sein.

Aber jetzt ist sie mein.

Zweifellos.

Ich hab ja selbst eine, dank dir.

Was ist jetzt mit dem Wochenende?

Ich hab ein kleines Landhaus gekauft.

Keine große Sache.

Vor allem, um Anna eine Freude zu machen.

Sie wollte was, wo sie sich erholen kann.

Ja, man muss die Frauen bei Laune halten.

Wir haben neue Nachbarn, leidenschaftliche Jäger.

Die haben uns zum Einstand zu einer Treibjagd eingeladen.

Wir dürfen Freunde mitbringen. Hättet ihr Lust?

Eine Jagd?

Warum nicht?

Ich müsste nachschauen, aber ich glaube, dieses Wochenende bin ich frei.

Ich war lange nicht auf einer Jagd.

Brillante Idee.

- Soll ich was mitbringen? - Nein, es ist alles da.

Und mein Gewehr?

Ja, natürlich.

Ich schicke dir eine Wegbeschreibung.

Und...

es wäre gut, nicht allzu viel von meinem Geburtstag zu reden.

Was damals zwischen uns passiert ist,

weißt du...

Ich hab mich nie getraut, ihr davon zu erzählen.

Die Zeit ist vergangen und irgendwann war's zu spät.

Was ist passiert beim Geburtstag?

Na, unser Pakt.

Weißt du nicht mehr?

Na schön, ist auch nicht so wichtig. Vergiss es.

(beunruhigende Musik)

Ich hab noch mal mit Daniel gesprochen.

Er ist nicht sicher, aber er hat was gefunden.

So?

Er sagt, die Fälschung ist zu gut, um was beweisen zu können.

Er weiß noch nicht mal, wie sie hergestellt wurde, jedenfalls...

Das war ein Profi.

Ich hätte es wissen müssen.

Sie wirkt viel zu nett, um ganz koscher zu sein.

Ich hatte sie für dumm gehalten, jetzt bin ich die Dumme.

Ich bin ihr auf den Leim gegangen.

Wovon redest du überhaupt?

Das ist eine Fälschung, ich war nie mit Sabine in dem Restaurant.

- Aber in einem anderen? - Natürlich.

Sie ist meine Assistentin.

Du bist ein miserabler Lügner.

Verhungern muss er nicht.

- Er ist der neue Chef deines Vaters. - War er es, in den du verliebt warst?

Weiß ich nicht. (laut) Ist auch egal!

- (Tochter) Entschuldigung. - Es tut mir leid.

Ich bin einfach nervös.

(Punkmusik) Hab Hass und räche dich Hass und Rache sind deine Muttermilch

Jeden Tag mit Feuer Jeden Tag mit Macht

Jeden Tag mit Feuer Jeden Tag mit Tod

Jeden jeden jeden Jeden Tag mit Macht

Jeden jeden jeden Jeden Tag mit Tod

Vergiss, dass du selbst liebst

Vergiss, dass du selbst...

(Musik bricht ab)

Du hast dich nicht verändert.

Kommt mir vor wie gestern.

- Da verschlägt es einem ja die Sprache. - Ja, Paul wollte mir eine Freude machen.

- Yvonne. - Guten Tag.

- Sie haben es ja nett hier. - Ja, aber es ist auch viel Arbeit.

Emilie, weißt du, dass Georg mal Musikproduzent war?

Ach, das war ein früheres Leben.

Sie schreibt gute Songs.

Papa!

- Und das ist Lukas. - Hi, ist das Ihr Auto?

Ja.

Hier sind die Schlüssel, wenn du willst.

Er hat keinen Führerschein.

Dann zeig ich's ihm.

- Dann komm ich mit. - Kommt nicht in Frage.

Gut, ich fahre. Eine schnelle Runde.

Kommt.

(Yvonne) Nicht zu schnell!

Das letzte Mal gab's nämlich einen Unfall.

Ihm ist nichts passiert, aber die Kinder...

Reingelegt. Das war ein Scherz.

Es waren keine Kinder im Wagen, aber Georg hat...

Wollen wir uns duzen?

(Motor röhrt laut)

- (Anna) Oh! - (Yvonne) Mmh!

Kuchen backen wurde mir verboten.

- (Anna) Das hast du vermasselt. - Du übertreibst.

Emilie will nicht mal einen Geburtstagskuchen von dir.

Wie alt wird sie denn?

- 17. - 17, wie süß.

Was für ein schönes Alter, nicht?

Es gab eine Zeit, da hätte ich auch so gern Kinder gehabt.

Ich war schwanger, als ich Georg kennenlernte.

Danach konnte ich keine mehr haben.

Aber Babys waren nie Georgs Ding.

Man kann nichts ungeschehen machen.

Heute interessieren mich vor allem Heranwachsende.

Aber die interessieren sich selten für Erwachsene.

Für mich würden sich Kinder in dem Alter interessieren.

Ich würde sie einsperren und nur zum Spielen zu ihnen gehen.

Yvonne war immer von Leuten fasziniert, die ihre Kinder im Keller halten.

Ich bin mir nicht sicher,

ob die Jugend die beste Zeit ist.

Was denkst du?

Jetzt übertreibst du. Da haben wir uns kennengelernt.

An deinem Geburtstag haben wir uns erstmals geküsst.

Hat dir Georg von damals erzählt?

Nein, war er dabei?

Und ob.

Klar, dass er's dir nie erzählt hat.

Es gibt ja Dinge, auf die ist man nicht stolz.

- Das verjährt. - Schön wär's.

Aber so eine Kränkung des Selbstwertgefühls...

Manche Wunden verheilen nie.

Wir waren damals zusammen, Georg und ich.

- Zusammen? - Ja, wir waren sehr verliebt.

Und dann...

dann war er plötzlich weg, einfach so.

Warum eigentlich, so ohne alles?

Ich war sehr empfindlich.

Ich wollte wohl nicht, dass es Tränen gibt.

Ach! Wie kommst du darauf, dass ich geweint hätte?

Nicht du, ich hätte geweint.

Ja, so ist er. Er ist zu sensibel.

Als du meinen Ex-Freund an die Volkspolizei verraten hast...

Welchen meinst du, Liebling?

Ach, du meinst diesen Punk?

Ja, den Oppositionellen. Du warst ganz fertig,

weil er zwei Jahre ins Gefängnis musste.

Georg ist noch immer so sensibel,

auch wenn es darum geht, sich von Mitarbeitern zu trennen.

Das bricht ihm das Herz.

Irgendwann kommt er drüber weg.

Mein Prinzip ist, die Dinge vom Ergebnis her zu beurteilen.

Schaut euch doch an, was für ein beneidenswertes Leben ihr hier führt.

Jeder sieht, wie nahe ihr euch steht. Das ist das Ergebnis.

- (Georg) Wer fragt da nach den Mitteln? - Ja...

ja, wir haben Glück gehabt.

Es lief alles gut... bis jetzt.

Wieso bis jetzt?

Na ja...

Bis ich erfahren habe, dass mein Mann eine Affäre hat.

Ich bekam ein Foto ins Labor.

Ach, das? Das habe ich auch bekommen. Jemand will Paul erpressen.

Ich würde eher sagen, mich destabilisieren.

Das ist eindeutig eine Fälschung.

Keine Ahnung, warum man mir so was schickt.

- So was ist natürlich unangenehm. - (Anna) Ja.

Ja, das ist es.

Entschuldige bitte, du arbeitest in einem Labor?

Als Professorin für genomische Mikrobiologie.

Du wolltest Pianistin werden,

damals, wenn ich mich recht entsinne.

Ja, aber jetzt ist alles anders gekommen.

Sie spielt noch immer und unser einziges eigenes Möbelstück hier ist ein Klavier.

(gefühlvolle Klaviermusik)

- (Paul) Die da. - (Georg) Welche?

Die dort drüben.

- Sie ist nicht allein. - Das kriegst du doch sicher hin.

Hallo.

Hallo.

Was für 'ne Gruppe hört ihr denn da?

- Sag einfach, du weißt es nicht. - Das solltest du nicht hören.

Die Musik ist gar nicht übel, nur der Text ist so reaktionär.

Sag mal...

Drehst du 'ne Runde mit mir? Wir sollten uns unterhalten.

- (Georg) Guten Tag. - Guten Tag.

Geben Sie das bitte meinem Vater, dem Genossen Hauptmann?

(Handy piept)

(flüstert) Daniel.

Was?

Schön. Ich bin müde. Gehen wir schlafen?

Du wolltest mir nicht bis zum Ende zuhören?

Entschuldige. Es gab ein Attentat in Burkina Faso.

Die größten Kupfervorkommen. Wir haben dort riesige Positionen.

Es hat sich noch keiner bekannt, aber...

die Märkte werden reagieren, das steht fest.

Und er hat es gewusst.

Wer, "er"?

Na, Georg. Im Büro.

Er hielt mir meine Ankäufe vor, als wüsste er, was passiert.

Wie soll denn so was möglich sein?

Ich weiß es nicht.

Aber er kennt alle möglichen Leute.

Da gibt es etwas, was ich dir noch nie erzählt habe über diesen Tag am See.

Ich hab mich immer geschämt.

Aber damals, als Georg ging, da hat er mir gesagt...

dass ich dich haben könnte.

Aha.

Und als Gegenleistung?

Das hab ich nie so richtig verstanden.

Aber ich denke, er meinte...

dass ich dich zurückgeben müsste, wenn er es verlangt.

Und du hast zugestimmt?

Ich wusste nicht, dass wir 30 Jahre später noch zusammen sind.

Anna?

Um ganz ehrlich zu sein...

ich hab ihm damals einen Brief gezeigt und gesagt, er sei von dir.

Ich hab deine Handschrift gefälscht, abgepaust.

Ich hatte immer Angst, dass du mich verlässt.

Ich habe dich immer geliebt.

Und jetzt? Was will er?

Dich zurück.

Bist du sicher?

Gut, dann will ich es wissen.

- Ich werde ihn verführen. - Was?

Es muss sein, wenn wir's wissen wollen.

- Du kannst doch nicht... - Das war zuletzt ziemlich viel für mich.

Wenn der dich wirklich deswegen erpresst, gut.

Dann müssen wir sehen, was sich da machen lässt.

Wenn du zu ihm zurückgehst, lässt sich gar nichts machen.

- Dann... ist es vorbei. - (Tür schlägt zu)

(Mann) Liebe Waidgenossen,

ich darf Sie ganz herzlich zu unserer Treibjagd begrüßen.

Zur Ordnung und Sicherheit und zur Organisation:

Wir jagen Richtung Westen und halten den Sicherheitsabstand ein.

Wir jagen folgende Wildarten: Raubwild, Flugwild und Wachteln.

Ich wünsche Waidmannsheil!

(alle) He! Ho! Ho!

Au! Au!

Was ist?

Geht weiter. Ich gehe zum Wagen zurück.

Nein, ich begleite dich.

- Es ist nicht so weit. - Warte.

(düstere Bassmusik)

- Was ist los? - Deine Mutter hat sich verletzt.

Ich begleite sie zurück.

Hier.

Kannst auch schießen, wenn du willst.

(alle) Ho, ho! He!

Das ist das erste Mal, dass mich die Gelenke im Stich lassen.

Ich sollte mehr Sport machen.

Weißt du noch, wie wir geschwommen sind?

(bejahend) Mhm.

Du hattest eine Badehose, die ich besonders mochte.

Mit Sternen drauf.

Weißt du noch?

Mhm.

Wo hattest du die eigentlich her?

Die hab ich im Müll gefunden.

- Ist nicht wahr? - Doch.

Wühlst du immer noch im Müll?

Ab und zu.

Georg?

Du bist damals gegangen, ohne mich zu küssen.

Tja...

ich dachte, Paul kriegt das auch ganz gut hin.

Ja, sicher.

Aber trotzdem...

Ich war damals wirklich verliebt in dich.

Mit 16 ist man ein bisschen dumm.

Aber ein Abschiedskuss hätte mir was bedeutet.

Du schuldest mir noch einen.

Früher hättest du mich anders geküsst.

Früher warst du auch eine andere.

- Was soll das heißen? - Du warst jünger.

- Ich hab mich verändert? - Ja, du bist nicht mehr dieselbe.

Ach, ist das nicht irgendwie normal?

Es tut nicht so weh. Ich fahr allein zurück.

(Motor geht aus, Anna steigt aus)

(Yvonne) Los, schieß!

Bravo.

Mist, der lebt ja noch.

Hast du ein Messer dabei?

Nein.

Das ist aber unprofessionell.

Bei der Jagd hat man immer ein Messer.

Schön. Schickst du mir eine Aufnahme?

Interessiert Sie das echt?

Na klar, aber schick sie mir ins Büro, meine Freundin ist eifersüchtig.

Wenn sie erfährt, dass ich Post von so einem jungen Mädchen bekomme,

und noch dazu einem so schönen...

- Ihr seid jederzeit herzlich willkommen. - Ach, Paul...

Unser Pakt damals... Ich erinnere mich wieder.

Sehr gut.

(Motor röhrt laut)

Das war's gar nicht. Ich bin es gar nicht, die er will.

Ich hab mich zu sehr verändert.

- Ich bin nicht mehr dieselbe. - Natürlich bist du das nicht.

Er hat dich so lange nicht gesehen. Der ist krank.

Ihm ist wohl klar geworden, was er verloren hat.

Er würde die Zeit gern zurückdrehen.

Jetzt ist es klar.

Ich fange nichts mit meinem Schwarm von früher an.

Und du hast nie mit deiner Assistentin geschlafen.

Du bleibst bei mir?

Ja, jetzt ist wieder alles gut.

(Radio) "Nach dem Anschlag auf eine Kupfermine in Burkina Faso

reagierten die Börsen mit einer dramatischen Abwertung der Papiere.

Die Hintergründe der Attacke bleiben unklar."

- Guten Morgen. - Morgen, Sabine.

- Haben Sie die Nachrichten gehört? - Ja.

Herr Schmidt lässt ausrichten, Vorstandssitzung um zehn.

Danke. Sabine?

Wir finden den Typen, der das Foto fabriziert hat.

- Dann wird mit Ihrem Mann alles gut. - Glaub ich nicht.

Dafür ist zu viel passiert. Zu viel zerbrochenes Porzellan.

(Georg) Wie konnte so etwas überhaupt passieren?

Solche Positionen in einer derart instabilen Region?

- Zuvor war die Region nicht instabil. - Ach?

- Woher wissen Sie das? - Ich habe Freunde da.

Nicht nur Sie, auch ich habe Freunde da.

- Es gab noch nie Attentate. - Die Region ist islamistisch.

- Muslimisch! - Da kann so etwas jederzeit passieren.

- Nicht mal Hermes... - Die Hermes-Leute haben keine Ahnung.

Du hättest es wissen müssen.

Du hast die Futures abgeschlossen.

Ich will ganz offen zu dir sein.

Wir kennen uns seit Jugendtagen.

Aber es gibt keine Vorzugsbehandlung.

Ich bin mir im Klaren,

dass du nicht allein entschieden hast.

Aber egal.

Dem Aufsichtsrat genügt ein Kopf.

Daniel, danke.

Wofür?

- Für die Verteidigung. - Ist doch selbstverständlich.

Das hättest du nicht tun müssen.

- Hast was gut. - Das sagst du immer.

- Jetzt übertreibst du. - Tu ich nicht.

Ich bin dein Mann für alles.

Ich kümmere mich um deine gefälschten Fotos,

angle mit deinem Sohn... Dafür sind Freunde da.

Das sind nur die Umstände. Ich würde dir doch auch helfen.

Ich weiß. Deshalb nehm ich's dir auch nicht übel.

(singt) The air around crystal clear

Our love young, avid and wild

We kissed with haste, rage and fear

As we met

On a hillside

The wind was soft, no echo

Our combination fateful

We are going with the flow

Is our feeling deceitful?

- (es klopft) - Ja, bitte?

- Ein Brief für Sie. - Danke.

Ich möchte nicht gestört werden.

(laute Gitarrenmusik)

(Handy klingelt)

Hallo?

Guten Tag.

(sie stellt die Musik ab)

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.

Ich hab's einfach so aufgenommen, es ist gar kein Demo.

- Morgen? - Ja, morgen.

Ein Freund von mir hat ein Musikstudio.

Er hatte nichts frei, aber ich hab gesagt, er soll sich beeilen.

Du bist eine Goldgrube.

Wäre schade, wenn ein anderer dich entdeckt.

(Computer-Piepton)

(Computer-Piepton)

(Wählton)

Daniel,

- New York hat im Plus eröffnet. - (Daniel) Zwei Punkte.

- Chicago wird folgen. - Da sind wir noch mal davongekommen.

Ich bin noch mal davongekommen.

Da bist du ja noch mal davongekommen.

Die Lage in Burkina stabilisiert sich.

Sie haben die Attentäter gefasst.

Ich kenne die Region etwas.

Sehr gut sogar.

Und ich weiß, was das bedeutet.

Die Ordnung wird zurückkehren.

New York weiß das auch.

Der Kupferkurs war heute Morgen schon um drei Punkte gestiegen.

- Tja, da kann man wieder aufatmen. - Ja.

Du weißt ja, wie das bei uns ist.

Entweder man verliert Geld oder man gewinnt.

Wir werden gewinnen. Viel Geld.

Ich habe geahnt, dass es steigen wird,

und unserer Filiale in Bangkok heute einen Wink gegeben, wieder zu kaufen.

- Diese Schwachköpfe wollten verkaufen. - (Paul lacht)

Ach, übrigens...

deine Tochter hat mir eine CD geschickt mit Liedern von ihr.

Fantastisch.

Du hast mir verschwiegen, dass sie so gut singen kann.

Komisch, wie ihre Mutter in dem Alter!

Herr Krauss, bitte.

(spannende Geigenmusik)

(Geigenmusik geht weiter)

(Paul) Ich hab's raus.

Ich weiß jetzt endlich, was er will.

Es ist Emilie.

Er will Emilie.

Sie ist so alt wie du damals.

Und ihr seht euch so ähnlich.

Das meinte er, als er sagte, ich will dieselbe.

"Ich will dieselbe."

Sie hat ihm ihre Songs geschickt. Er wird sie treffen wollen.

Er bekam, was er will, und lässt darum die Börsenkurse wieder steigen.

Was?

Genau zur gleichen Zeit stiegen in New York die Kurse.

Er lässt die Börsenkurse steigen? Er allein?

- Weißt du noch, was du da redest? - Aber natürlich.

Hast du nichts begriffen? Dieser Mann ist der Teufel.

Hier, das wird dich beruhigen.

Das gibt's in keiner Apotheke.

- Spinnst du? - Nee.

Da vertauschst du was.

Geh ins Büro zurück. Die brauchen dich da bestimmt noch.

(gefühlvolle Klaviermusik)

Geht's, Paul?

Ja.

(leise) Bitte schön.

- Sicher? - Ja, wirklich.

Mein Mann hat wieder angerufen.

Wir gehen wieder ins Kino.

Wirklich? Ja toll.

- Ich hab's Ihnen doch gesagt. - Ja, Sie hatten recht.

Alles wird irgendwann wieder gut.

(ruhige Geigenmusik)

(Stimmengewirr und Lachen im Hintergrund)

- (Mädchen) Emilie, viel Glück. - Danke.

(beunruhigende Geigenmusik)

(Georg, leise) Nein.

(Gitarrenmusik)

(singt) The air around crystal clear

Our love young, avid and wild

We kissed with haste, rage and fear

As we met

On a hillside

The wind was soft, no echo

Our combination fateful

We are going with the flow

Is our feeling...

deceitful?

I'm telling you, I'm so scared

And you

I'm feeling so unprepared

Siehst du, war doch gar nicht so schwer.

Dank Ihnen.

Du wirst erwartet.

- Kommen Sie zu meinem Geburtstag? - Ob das deinem Vater gefällt?

Und wenn Ihre Freundin mitkommt?

Hallo.

(Partymusik, Stimmengewirr)

Geht's gut?

Mit einem Whisky ginge es besser.

Ich hol dir was.

(Tür quietscht)

(Mädchen kichert)

Oh, Entschuldigung.

Georg.

Danke.

(flüstert) Ich gehe mal hoch.

(geheimnisvolle Klaviermusik)

Das Studio hat angerufen.

Man hat mich auch benachrichtigt.

Danke.

Ich habe doch gar nichts getan.

Es ist dein Talent.

- (es klopft) - (Mädchen) Emilie!

Emilie, bist du da?

Komm runter, der Kuchen wird angeschnitten.

(düstere Musik)

(Freunde singen Geburtstagsständchen)

Traumhaft schöne Jahre Und viel Sonnenschein

Heute zum Geburtstag Sind wir alle hier

Ach, was für 'ne Freude Haben wir an dir

Ach, was für 'ne Freude Haben wir an dir

(Jubel)

(laute Tanzmusik)

Feuer!

Feuer!

(Kreischen) (Musik bricht ab)

Feuer!

Vorsicht! Übertrampelt euch nicht. Da vorne ist die Tür.

(Anna) Hier raus!

Hier gibt's noch einen Ausgang. Kommt! Nicht stolpern!

(Schreien und Husten)

(Paul) Vorsicht!

Kommt alle raus!

(Anna) Emilie!

Wo ist Georg?

- Georg! - Emilie!

Georg!

(Paul hustet)

(Klirren und Knarzen)

(hustet)

(schreit)

(Klirren und Knacken)

(Feuerwehrsirene)

(unheimliche Geigenmusik)

- Hallo. - Hallo.

Wie geht's?

So lala.

Und wie geht's Emilie?

Sie ist noch ein bisschen müde.

Danke für deinen Vorschlag. Ein Tag in der Natur wird ihr guttun.

Ich werde mich gut um sie kümmern.

Ich lass dich jetzt mal reinkommen. Aber er ist noch ziemlich angeschlagen.

- Immer noch Alpträume? - Ja.

- Sieht nett aus. Richtig sexy. - Nicht wahr?

Ich hab hier 'n paar CDs für dich. Das lenkt dich ab.

- Aus meiner Jugend. - Danke.

Hast du was Neues gehört?

Sie haben mit der Identifizierung begonnen. Was nicht einfach werden wird.

Aber es ist ein Männerkörper.

Hast du seine Frau besuchen können?

Ja, mach dir da keine Sorgen.

Und bei euch? Wie geht's mit dem Haus?

Ich hoffe, die Versicherung ist kulant.

Wenn man vorm Tod gerettet wird, ist das egal.

- (Lukas) Scheiße, mein Handy ist leer. - Macht nichts. Ich hab meins.

- Guten Morgen. Seid ihr fertig? - Klar sind sie fertig.

Los. Wir müssen noch kurz meine Freundin mitnehmen.

Du wirst dich nie ändern, oder?

(ruhige Geigenmusik)

(Klavier setzt ein)

(Mädchen lacht)

- (Paul) Die da. - (Georg) Welche?

Die!

(Punkmusik)

(er stellt die Musik ab)

(Paul) Wie hast du das geschafft?

(Georg) Mein Vater hat mir ein paar Dinge beigebracht.

(Yvonne) Weißt du noch, wie du meinen Ex verraten hast?

- (Georg) Diesen Punk? - (Yvonne) Ja, den Oppositionellen.

Du warst ganz fertig, weil er ins Gefängnis musste.

(Bremsen quietschen)

(klopft)

Ist das Ihre Kassette?

(unheimliche Klaviermusik)

(düstere Bässe)

(er atmet schwer)

(Punkmusik)

Vergiss, dass du selbst liebst

Vergiss, dass du selbst fühlst

Jeden Tag mit Feuer

Jeden Tag mit Macht

Geh schon ran, du Arschloch!

(Handy summt)

Anna!

(Punkmusik läuft weiter)

Anna, es war Daniel!

Daniel war der Punk.

Der Freund von Yvonne.

Jetzt sind sie wieder zusammen.

Anna!

Unsere Kinder!

(schreit) Sie haben unsere Kinder! Anna!

Nein!

Nein!

Nein!

(düstere Musik)

(ruhige Musik)

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