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Original subtitles

Nein. Nein. Nein.

Nein.

Es ist junger.

Komm rein.

Ist deine Familie schon weg?

Ja, seit fünf Tagen.

Ja, meine Eltern sind auch schon in den Osten geschickt worden.

Kann ich eine Weile bei dir unterkommen? Bleib so lange du willst.

Kaffee?

Ja, gerne.

Wie kriegst du Marken?

Gar nicht.

Ich krieg erst mal von den Marktfrauen und näher auf ihre Kleider um.

Du könntest auch mal echte Bohnen besorgen.

Jetzt können wir einen richtigen Kaffee machen.

Vielen Dank.

Tja. Tja.

Du hast doch eine Ausbildung als Grafiker. Nur angefangen. Ich kenne

jemanden, der sucht einen.

Hast du eine ruhige Hand?

Ich denke schon.

Sie haben eine Zeichenschule besucht, bevor Sie in der Rüstung arbeiten

mussten? Wie lange waren Sie auf der Schule?

Zwei Jahre.

Danach wollte ich auf die Kunsthochschule gehen.

Wozu?

Um Kunst zu studieren.

Wieso nicht Architektur? Hätten Sie mehr davon gehabt?

Gut, man kann sie ja nicht aussuchen, wofür einem das Herz schlägt.

Das Herz schlägt.

Einzelkind, was?

Ja.

Ich habe Rechtswissenschaft studiert, im Krieg gedient,

mehrfach ausgezeichnet, danach Promotion.

Ich war immer ein korrekter Beamter, der deutschen Nation und dem Rechtsstaat

verpflichtet.

Glauben Sie an Gott, junger Mann?

Ich bete manchmal.

Für das Eisenkind oder ab und an auch für andere? Auch, aber hauptsächlich,

wenn ich mir etwas wünsche, was ich wohl nicht haben kann.

Sie wollen nur glauben, wenn Sie etwas für sich wollen.

Ist zu einfach.

Wahrscheinlich ja.

Gut. Das hier ist eine Kennkarte.

Können Sie das Bild auswechseln und den Stempel dann ergänzen.

Gute Fälschungen sind im Grunde wie kleine Kunstwerke.

Kriegen Sie das hin?

Das ist eine sehr einfache Frage.

Ich denke schon.

Wenn alles morgens in der Früh...

Anstatt des Milchmanns die freundlichen Herren der Gestapo bei Ihnen an der Türe

klingeln und Ihre Wohnung durchsuchen wollen, dann würde ich Sie sehr bitten,

sich aufzuhängen.

Jawohl.

Die Kennkarten werden im Opferstock meiner Gemeinde der Bekenntniskirche

gesammelt.

Auf dem Schwarzmarkt.

sind diese Karten mehrere tausend Reichsmark wert.

Aber wir machen das hier aus purem Anstand.

Keiner verdient dabei.

Natürlich.

Sie wohnen zurzeit allein.

Ja. Sehen Sie zu, dass es so bleibt.

Und schließen Sie ab, wenn Sie an dem Ausweis arbeiten.

Stecken Sie Krawatte ein.

Das hier ist für Ihre Arbeit.

Stellen Sie das alles ein.

Meine Frau kann jeden Moment zur Tür reinkommen.

Haben Sie vielen Dank.

Weißt du, was ich hier habe?

Ein halbes Hähnchen habe ich schon im Markt vor.

Darf ich?

Ja, ich stelle deine Tasche erst mal unter mein Bett. Frau Peters von unten

kommt immer wieder hoch und steckt ihre Nase in alles.

Die Jacke dann besser auch?

Wir müssen ja nicht übertreiben.

Wie alt ist denn deine Frau Peters?

Keine 30.

Verheiratet? Witwe.

Pass auf, was du hier erzählst.

Ich lass immer die Frauen reden.

Sag mal, Ziuma, habt ihr vielleicht einen Schluck Weißwein für das halbe

Hühnchen? Ich höre zu, nein.

Was machst du da?

Ich habe gerade das Bild rausgelöst, aber eigentlich braucht man dafür eine

Ösepresse. Eine Öse ist schon kaputt. Sag mal, fährst du hier gerade einen

Pass?

Ich versuche es.

Könnte ich dann vielleicht eine Frau Peters zum Schluck Weißwein bitten?

Ich glaub, die rückt nichts raus.

Ich glaub schon.

Herr Litter.

Kriminalpolizei. Ich bin hier, um die Vermögensverhältnisse Ihrer Mutter zu

prüfen. Sagen Sie mal, haben Sie irgendwo ein stilles Örtchen? Ich müsste

mal... Ja, bitte. Hier.

Danke.

Sie bleiben hier stehen.

Nicht, dass Sie noch was verschwinden lassen.

Spannend wollen wir mal.

Wem gehört welches Zimmer?

Hier ist mein Jugendzimmer und das Zimmer meiner Eltern, das ist dort

hinten.

Genauso wie das meiner Großmutter.

Die Uhr steht nicht auf der Liste.

Dürfte ich die Fotografie behalten?

Nehmen Sie es raus.

Wenn irgendwas von den Sachen verschwindet, muss ich das melden.

Dürfen wir nicht zimperlich sein?

Natürlich. Wo geht das Licht aus?

Gleich hier.

Halten Sie mal.

So.

Feierabend für mich. Ich hole schnell ihren Mantel.

Herr Lidler.

Herr Lidler.

Willst du nicht wenigstens die Wohnungstür abschließen?

Oder soll ich das für dich machen?

Nee, besser nicht.

Wer fälscht Pässe bei geöffneter Tür?

Ich mach das, Dad.

Weißt du, vielleicht sollte man Pässe im Park fälschen.

Mitten in der Menge am helllichten Tag.

Dad? Ja?

Würdest du kurz mal herkommen?

Hm?

Wie findest du's?

Ja, tschuldigung, ich find's nicht gut.

Und wie findest du das?

Sieh mal, der Stempel dazu mit den mehr Farben läuft an den Rändern aus.

Mhm.

Stimmt.

Danke.

Ja, das ist ganz gut.

Meinst du, die Marktfrauen würden uns was abkaufen?

Sie hören eigentlich die Sachen überhaupt nicht mehr. Genau, genau.

Hören sie gerade niemanden.

Ich lege den fertigen Pass aus.

Ich würde fragen, ob Sie den Pass abholen.

Zieh mich kurz um.

Gefällt es Ihnen?

Ja, sehr.

Jetzt habe ich noch zwei Tage und dann muss ich zurück zur Front.

Als Sie reingekommen sind, dachte ich schon, Sie wären wieder einer der jungen

Männer, die sich K.U. erklären lassen.

K.U.? Kriegsuntauglich.

So viele junge Männer lassen sich doch gerade kriegsuntauglich schreiben.

Wie sollen wir denn da einen Krieg gewinnen?

Ja, da haben Sie völlig recht.

Das sehe ich ganz genauso.

Herr Hitler.

Essen für zwei.

Herr Hitler, leider nur für mich allein.

Aber schön wär's.

Jetzt zurück an die Front.

Jawoll.

Wenn sich alle K.U. erklären lassen, dann werden wir den Krieg nicht mehr

gewinnen.

Das ist wahr, sehr wahr.

Keine Frau, die auf Sie wartet?

Nein, leider nicht.

Danke. Ich bin erst 21, aber schon seit drei Jahren im Dienst.

Wissen Sie was?

Essen Sie, was Sie wollen. Geht alles auf mich.

Das ist sehr freundlich von Ihnen, aber das ist nicht... Ich bitte Sie, junger

Mann.

Sie stellen sich dem Kugelhagel entgegen.

Stellen Sie. Keine falsche Zurückhaltung. Nehmen Sie, was Sie

wollen.

Sie sind ein Held. Vergessen Sie das nicht, wenn Sie wieder an der Front

stehen. Ich bin einer von vielen. Nein!

Ein Held sind Sie!

Was ist denn das für ein affiger Haarschnitt, den Sie da tragen?

Das ist Mimikry.

Manche Tiere nehmen die Gestalt oder die Farbe der Tiere an, die von ihren

Feinden gekürzt werden.

Der... Der etymologische Ursprung des Wortes ist das altgriechische Mimos.

Hörten Sie Altgriechisch in der Schule?

Zum Glück nicht.

Haben Sie den gefälschten Ausweis dabei?

Sagen Sie mal her.

Das ist Ihre Arbeit.

Zwei Ösen, erst einmal beschädigt.

Und der Kreis des Stempels schließt nicht einwandfrei.

Sie haben gesagt, gute Fälschungen sind wie kleine Kunstwerke. Das ist von einem

Kunstwerk noch ein bisschen entfernt. Wie lange haben Sie dran gesessen?

Über eine Stunde, mit Unterbrechung. Mit Unterbrechung?

Ja.

Haben Sie für sich selbst auch einen gefälschten Ausweis?

Mehr oder weniger.

Ich habe einen Postausweis.

Einen Postausweis?

Ich dachte immer,

Der ist für Theateraufführungen, für die Bücherei, für das Abholen von Sendungen.

Zeigen Sie mal her, Ihren Postausweis.

Wieso hat der so viele Wasserflecken?

Ach, ich weiß, es ist fürchterlich, aber unsere Haushälterin reißt uns alles aus

den Händen, bevor wir auch einen guten Tag sagen können.

Oha, Schönhausen steht da drin.

Sind Sie wohl möglich mit der Familie Bismarck verwandt? Nein.

Wobei er ein guter Freund unseres Hauses war.

Verlassen Sie umgehen, mein Haus.

Na los.

Ich rate Ihnen, gehen Sie zu Fuß.

Sie dürfen die Straßenbahn nur benutzen, um zur Arbeit zu fahren.

Das wissen Sie.

Jeder spricht über Kaufmann.

Er ist nicht sonderlich vorsichtig.

Sei froh, dass du da nicht mehr mitmachst.

Ich hab nur ab und an die Gewohnheit, mich zu überschätzen.

Als guter Freund hättest du mir gerade widersprochen.

Als schlechter Freund hätte ich das getan.

Tja, morgen kämen hier dann wirklich ein paar Marktfreunde vorbei.

Ich fürchte fast, es sind zu viele.

Wie viele kommen denn?

Naja, ich hab ihnen gesagt, dass sie in kleinen Gruppen kommen sollten, aber

keine wollte zur zweiten oder dritten Gruppe gehören.

Können Sie sehr, sehr leise sein?

Sehr, sehr leise?

Grundsätzlich eher nicht.

Schön aus.

Ihrer Zigarette riecht man im ganzen Haus.

Sie können mir mal helfen.

Ich muss da ran.

Nach der Dämmerung wird kein Licht mehr angemacht im Treppenhaus. Warum hält

sich denn da niemand dran?

Und ich kam nicht ins Treppenhaus, da war das Licht an.

Wozu klebe ich denn die ganzen Schalte ab und hänge überall Schilder daneben?

Und Sie müssen nicht denken, dass ich das nicht mitbekomme, dass Sie in Ihrem

Hinterzimmer da Sie auch nicht ordnungsgemäß verdunkeln.

Schön Haus.

Sie haben hier nur noch ein Zimmer.

Der Gast gehört nicht mehr Ihnen.

Das wissen Sie schon.

Und Sie können ja auch nicht mehr einladen, wenn Sie wollen. Das wissen

Sie auch?

Natürlich.

Schön.

Eine Glocke.

Sind Sie hier schön aus? So ist es.

Jetzt komm doch mal. Schön, dass Sie es geschafft haben.

Bitte.

Im Treppenhaus bitte etwas leise sein. Wir haben etwas empfindlichen Nachbarn.

Wir schleichen wie kleine Kätzchen.

Ja, bitte.

Links entlang.

Wir laden uns ein, eine wunderbare Zeit zu haben.

Tür zu oder werden wir uns hier nackig machen?

Wie viele Meter sind denn da noch drauf?

Sicher mehr Sinn.

Nehme ich.

Der blau karierte Stoff ist meiner.

Der ganze.

Wie, der ganze?

Ja, hab ich doch gesagt.

Dann nehme ich den, auch ganz.

Krieg ich noch ein Schlückchen?

Ja, selbstverständlich.

Ich muss mal.

Nein!

Und dann

ist das normal.

Guten

Tag,

Herrschaften. Will gar nicht stören.

Aber alles, was Sie hier sehen, das gehört ihm schon längst nicht mehr.

Können Sie schön die Brosche gleich wieder abmachen.

Und Sie da hinten können sich anziehen.

Wo ist denn Ihr Kollege?

Ihre Mutter hat doch bereits bei der jüdischen Gemeinde die Listen abgegeben.

Und die Gegenstände offiziell übergeben. Da waren Sie doch dabei.

Da war ich dabei.

Das, was Sie hier machen, dafür können Sie erschossen werden. Das wissen Sie

schon.

Sie müssen sich gar nicht... Sie alle,

Sie bleiben hier.

Und Sie räumen hier schön auf, wo alles hingehört.

Niemand nimmt hier irgendwas mit.

Und dabei halten Sie Ihren Mund.

Sie sind ganz still, wie kleine Kätzchen. Haben Sie mich da verstanden?

Und Sie kommen mit!

Sie dürfen mir behilflich sein. Ich habe das Ofenrohr abgeschraubt, sich mit

Rauch vergiftet. Die jüdischen Bestattungsunternehmen kommen nämlich

kaum noch hinterher. Genau.

Und bis die da sind, könntet ihr in ihr großes Kellerabteil schaffen.

Die Birnbaums hatten ja gar keins.

Ja.

Schlucken Sie es runter.

Das war sicher unangenehm, aber Sie verstehen auch, warum ich Sie gefragt

habe.

Na, das hat schon seine Richtigkeit, dass ihr dann euresgleichen auch

wegräumt.

Mein Mann war der Blockwart.

Ich kann hier nicht einfach Marktfrauen einladen.

Laute Weiber, die im Trepphaus frieren und kichern und nachher noch jedem

erzählen, wie sie ihr Groß eingekauft haben.

Was denken Sie sich denn dabei?

Das weiß doch dann jeder!

Wissen Sie, wie unser Haus dann dasteht?

Meine Schwester ist ausgebombt und schläft mit ihren Kindern auf dem

nackten Küchenboden.

Die Betten da hinten, die braucht doch dann keiner mehr.

Oder?

Das kann man alles verkaufen.

Und Sie beide, Sie gehen dann in meine Wohnung. Die Leute mögen das nämlich

nicht, wenn Sie da dabei stehen.

Leute, die sich an den Sachen der Menschen bereichern, die in den Osten

geschickt werden. Und die Parteibonsen, die nehmen sich ja dann die größten

Stücke.

Ich verkaufe das alles für Sie.

Und ich will, dass Sie dann so schnell wie möglich hier verschwinden. Haben wir

uns verstanden? Ich weiß, dass Ihre Freistellung abläuft.

Und Sie, Sie haben nicht mal eine, nicht wahr?

Wenn ich Ihre ganzen Sachen verkauft habe, dann möchte ich, dass Sie so

schnell wie möglich verschwinden. Haben wir uns da verstanden?

Können Sie auch sprechen?

Verstanden.

Gut.

Dann wünsche ich den Herrn noch einen schönen Abend.

Schönhaus, wenn Sie noch einmal zu spät kommen, dann ist Ihre Freistellung

gelaufen. Da breche ich Sie persönlich bei der Levetzowstraße vorbei.

Jawohl. Waren Sie sich den Scheiß. Weiter machen!

Sollen wir ins Uniform bleiben?

Uniform? Naja, es wird ja auch zwei Jahre lang malo.

Ja und?

Da ist ein Offizier.

Und der kommt in seiner kaputten Marineuniform zu uns.

Muss aber gleich wieder zurück in den Krieg der Amik her.

Und dafür kriegt er natürlich einen Ersatzuniform.

Wir reparieren seine Haltung.

Und dann hängt die da herum.

Und wartet nur auf ihren neuen Besitzer.

Weißt du das?

Die Marine ist mehr als Militär.

Sie ist Familie und Freiheit.

Wirklich? Ja.

Wissen Sie, die Marine ist mehr als Militär.

Sie ist Familie und Freiheit.

Darf es noch eins sein?

Sehr gerne.

Du entscheidest dich nicht für die Marine.

Die Marine entscheidet sich für dich.

Übertreib's nicht, Junge.

Du entscheidest dich nicht für die Marine.

Die Marine entscheidet sich für dich.

Mag einer der beiden Herren zum Tanzen nach oben kommen?

Ja, sehr gern.

Darf ich?

Die Marine ist mehr als Militär. Sie ist Familie und Freiheit.

Du entscheidest dich nicht für die Marine.

Die Marine entscheidet sich für dich.

Ist das so?

Gestatten?

Natürlich.

Marat, die junge Dame zeigt mir noch ihre Fotografien aus dem Italienurlaub.

Guck, dass du bald nach Hause kommst.

Entschuldigung, Männer.

Herr Schönausen?

Sie haben Ihre Brieftasche verloren.

Vielen Dank.

Sie sind ein wenig in den Regen gekommen mit Ihrem Ausweis.

Den hat die Haushälterin mitgewaschen.

Sie sind bei der Marine und haben eine Familie mit Haushältern. Wollt ihr eine

Hinderung?

Lebensmittelmarken?

Ich habe noch welche von meinem letzten Urlaub. Sie fahren in den Urlaub?

Hin und wieder.

Ist nicht wahr.

Ich mache das Licht erst einmal um die Tür, wenn es zu ist.

Mein Verlübter ist an der Front.

Haben Sie die Marken?

Sie geben mir alle?

Als Hinterlohn.

Dann laufe ich ja nur noch hinter dir her und warte darauf, dass du was

verlierst. Dann musst du nicht lange warten. Ich verliere ständig Dinge.

Ist das so?

Ja.

Nein, nein.

Was denn?

Ich hätte um sieben bei Genscho sein müssen.

Ich sagte, du bist krank.

Das geht nicht. Man darf nur zweimal im Jahr zu spät kommen und das war ich

schon.

Er hat mir ihn lassen.

Und dann läuft meine Freistellung aus.

Hör mal, du.

Mariensoldat mit Haushälterin, deren Wirklichkeit an der Werkbank steht.

Wenn ich dir jetzt helfe, dann will ich, dass du die nächsten Lebensmittelmarken

mit mir teilst.

Und zwar alle.

In Ordnung.

Wie heißt du wirklich?

Syoma.

Schön aus.

Hör auf zu denken.

Ich soll aufhören zu denken? Ja.

Ich höre, wie du spottest.

Wenn du bei Gensho arbeitest, brauchst du einen Stern.

Hast du einen Stern?

Du kannst den von meiner alten Jacke haben.

Die musst du auch noch irgendwo abgeben?

Wenn der Blinddarm entzündet ist, dann tut's erst, wie wenn der Druck

nachlässt. Also genau.

Jetzt. Wann kam denn der große Schmerz über Sie?

Ich kann es nicht beschwören, aber es fühlt sich nicht gut an.

Erst einmal kommen Sie anderthalb Stunden zu spät, dann mogeln Sie an die

Werkbank und dann denken Sie, ich merke das nicht. Tut mir sehr leid.

Ich glaube, Sie haben gestern was so tief ins Glas geguckt.

Aber Sie können gerne rüberlaufen zum Betriebsarzt.

Gerne. Bitte.

Jetzt vielleicht auch ein bisschen schneller.

Können Sie sich aufsetzen?

Genau.

Sie müssen sofort ins Klinikum.

Ich glaube, so schlimm ist es nicht. Es sind Minuten, wir fahren sofort los.

Wo gehen Sie hin? Er hat geschrien, als der Druck nachgelassen hat. Das ist ganz

klar der Blinddarm. Ich fahre ihn ins Krankenhaus.

Kommen Sie bitte mit mir.

Nein, wir müssen. Ich fürchte, es geht um Minuten.

Geben Sie mir ein Minütchen, bitte.

Setzen Sie sich bitte.

Es tut mir furchtbar leid.

Das... Das heißt, sie haben dich entlassen?

Ja.

Und wenn sie dich ins Krankenhaus gefahren hätten... Aber sie haben mich

ja nicht ins Krankenhaus gefahren.

Hier kannst du nicht bleiben.

Mein Verlobter ist an der Front und denkt, dass ich ihn heirate.

Vielleicht mache ich das sogar, wenn er heil zurückkommt.

Aber damit ich was zum Leben hab, muss ich mich verabreden.

Du musst los.

Ich hab keinen Termin mehr.

Ich hab einen.

War ein schöner Abend gehabt.

Wieso bist du nicht bei Gensho?

Ich habe verschlafen und zu gut einem Blinddarmdurchbruch vorgetäuscht.

Und jetzt?

Tja, wenn du nicht mehr arbeitest, dann kriegst du keine Lebensmittelmarken,

keine Freistellung mehr.

Wahrscheinlich, ja.

Simon, du weißt, worum es hier geht.

Ist dir das klar?

Geh zu den Marktfrauen.

Guck, was ich zu essen kriegen kann.

Ich sag mal so, es ist nicht völlig schlecht.

Walter Heimann war hier und meinte, sie sei in einem Krankenhaus.

Kurz vorm Tod.

Es war leider nur zu gut gelogen. Ich habe lediglich verschlafen.

Es sind vier Ausweise.

Die Passbilder sind eingelegt.

Ich besorge Ihnen ein Zimmer.

Lange können Sie in Ihrer Wohnung nicht mehr bleiben.

Und bei Gensho werden Sie ohnehin bald entlassen worden. Da kommen jetzt

Kriegsversehrte zum Arbeiten.

Das ist auch noch für Sie.

Treffen Sie niemanden und beginnen Sie unverzüglich mit der Arbeit.

Weißt du was, ich schenk dir die Marken.

Was ist los?

Frau Peters verkauft gerade oben unsere Sachen.

So, Herr Schönhaus, das ist dann Ihres.

Haben Sie mit Vorkasse verkauft? Natürlich.

Die gekennzeichneten Gegenstände, die werden dann nach und nach hier noch

abgeholt.

Und das, was ich mir für meine Leistung rausgesucht habe, das hätte ich jetzt

gern von Ihnen quittiert.

Man weiß ja nicht, ob Sie dann später mit Ihrer ganzen Familie vor der Tür

stehenden Sachen wiederhaben wollen.

Bitte, nein, Sie haben all unsere Sachen verkauft. Nehmen Sie sich, was Sie haben

wollen. Nein, da bestehe ich drauf!

Wann ziehen Sie aus?

Wir haben ein kleines Zimmer gefunden.

Na schön.

Da freue ich mich für Sie.

Ich will Ihnen nämlich nichts Schlechtes. Das können Sie mir glauben.

Ja, das weiß ich, dass Sie es denken.

Und Sie, Sie bringen mir dann später noch den Leuchter an?

Und, Lampe gut aufgehängt?

Ja.

Hängt.

Komm, lass uns gehen.

Ja.

Lass uns gehen.

Kommen Sie rein.

Ich bin die Hanni. Wir

bauen jetzt so

eine Art Fälscherwerkstatt auf.

Eine Frau aus meiner Gemeinde hat den Lebensmittelladen ihrer toten Mutter für

uns freigeräumt.

Der Krieg ist vorbei.

Sie da draußen wollen sich das nicht eingestehen.

Aber die Menschen glauben, was sie glauben wollen.

Wie haben Sie das genannt?

Mimikrie.

Wir dürfen nicht leichtsinnig werden. Ich habe Ihnen jetzt jemanden zur Seite

gestellt. Lichtwitz.

20 Jahre älter als Sie.

Und der redet nur, wenn er gefragt wird.

Aber schön los.

Erzählen Sie den Leuten ruhig weiter, was Sie hören wollen.

Das macht der Führer ja auch schon seit Jahren.

Ja, bitte?

Ach, Helene.

Die neuen Pässe.

Ja, das ist unser Herr Schönhaus.

Helene.

Jakobs. Frau Jakobs, Blütegasse 8.

Fräulein Jakobs, Bonnerstraße 2.

Ach, muss ich Sie verwechselt haben mit einer Freundin meiner Mutter? Helene,

dein Wohnort geht doch wirklich niemandem was an. Nein, natürlich nein.

Ich hab den Dress schon wieder vergessen.

Das würde ich mir zu gerne glauben.

Danke.

Schönhaus.

Sie arbeiten jetzt an einer Wunderwaffe.

Aber niemand, wirklich niemand darf davon wissen, ne?

Ach, es ist ein Kriegsgeheimnis.

Kriegsgeheimnis? Was für eine Art Kriegsgeheimnis?

Darüber darf ich leider nicht sprechen.

Aber wenn einer der Gegenstände wegkommt, muss ich es unverzüglich

anzeigen.

Ich hoffe, Sie haben da Verständnis für. Ich darf da leider nicht zimperlich

sein.

Hans? Glaubst du, ich höre dich nicht?

Ich will keinen Mucks hören.

Der Bluckwart und ich, wir sind befreundet, beide in der Partei.

Peter Schönhausen.

Aber den Namen haben Sie gleich wieder vergessen.

Natürlich. Gut.

Heil Hitler.

Heil Hitler.

Ich habe das Elektromaterial in den Schuppen gelegt. Und das Regal direkt

vor das Fenster. Also sollte jemand gucken, sieht er sofort das ganze teure

Zeug.

Gut.

Eine Ösenpresse.

Keine Sorge, ich schreibe dir an mich selbst.

Sie schreiben es nicht selbst, Oskar.

Herr Schönhausen.

Herr Schönhausen. Herr Schönhausen.

Ich wünsche mehr als nur

gutes Gelingen.

Eine Niederlage käme.

Einer Katastrophe.

Gleich. Wir haben nicht mal einen Briefkasten.

Ich denke, die findet uns schon.

Herr Schönhausen.

Möchtest du noch kurz reinkommen?

Das ist nicht meine Wohnung.

Ich will nicht, dass du dir irgendetwas seltsam anguckst.

Wenn ich Kaffee mache, schnüffelst du nicht in den Schuhladen rum.

Du guckst niemanden an, außer mich.

Riechst an nichts.

Nur an mir.

Reif, gesprengt, braun und Blütenkelche.

Blütenkelche so groß.

Kennen wir lieber alles, da kann eines solch ein Schuldensprüchlein einfallen.

Willst du mir nicht mal deinen Namen sagen?

Motsi?

Ich würde alles nehmen, wem ich hier mitlege.

Oder liegt hier sonst noch jemand?

Und wenn du in deinem Pass hättest, was für einen Namen würdest du da eintragen?

Gitte?

Oder Gerda?

Wir hätten drei Gerdas einmal in der Schule.

Gerda Meier, Gerda Schulte und Gerda

Weiß.

Gerda Weiß.

Wie weit kennen Sie diese Frau?

Seit kurzer Zeit. Seit kurzer Zeit.

Dann kommen Sie hierher in mein Haus?

Haben Sie Rutz bei mich, um eine Kennkarte für Sie zu fragen?

Ein sehr hübscher Rudolf Neubauer.

Oh.

Ja, die müsste ich dann wohl wieder tauschen, die Bilder.

Schlafen Sie überhaupt noch?

Nicht so viel.

Dann bringen Sie das bis morgen in Ordnung.

Ich gebe Ihnen noch die neuen Kennkarten.

Sie wissen schon, dass es in Berlin Frauen gibt, die illegale Juden an die

Gestapo verraten, ja?

Haben Sie Ihre Krawatte noch?

Haben Sie Namen genannt?

Nein.

Haben Sie gesagt, von wo Sie die Kennkarten haben? Nein, ich habe keinen

Namen genannt und ich habe auch nicht gesagt, wo die Kennkarten herkommen,

noch wo wir sie herstellen.

Ich weiß, dass Sie wieder zu der Frau gehen werden.

Du musst mir keine Blumen bringen.

Das ist Mimikry.

Wie, soll ich sie später vor der Tür zurückgeben?

Ja, sieh's mal so. Ich schenk's ihr morgen einfach ein zweites Mal.

Herr Schönhausen!

Ich habe eine Postkarte für Sie in Empfang genommen.

Oh, vielen Dank.

Kommen Sie voran? Wir arbeiten Tag und Nacht.

Wir im Haus. Wir sorgen dafür, dass Sie in Ruhe arbeiten können.

Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.

Heil Hitler.

Heil Hitler.

Dieses Haus ist ein Segen. Ein Segen wäre, wenn wir zwei blanke

Wehrmachtsausweise kriegen.

Hm?

Ich glaube, sie unterschätzen die Welt da draußen.

Überschätzen ihre Rolle darin.

Ich glaube, ich schätze die Welt zu sehr, um nicht eine Rolle darin

einzunehmen.

Sehen wir uns später zum Mittagessen.

Darf ich fragen, wohin?

Nur kurz zum Essen.

Bin in zwei Stunden wieder da.

Was haben Sie gegen das Boot, das da liegt?

Nichts habe ich gegen das Boot.

Aber da kann ich schon mal die ersten fertigen Pässe ausliefern.

Ich bin aus, ich würde nicht sinnlos durch die Stadt laufen.

Außerdem ist es sehr kalt.

Da haben Sie recht.

Dann nehme ich den Bus.

Herr Littler.

Herr Littler.

Herr Schönhausen, darf ich Ihnen eine Vase bringen für die Blumen? Ja, lieben

gern.

Herr Schönhausen, also dass Sie mir jeden Tag Blumen bringen, das ehrt mich

wirklich sehr.

Lieben gern.

Bitte sehr.

Vielen herzlichen Dank.

Entschuldigung.

Haben Sie heute Schokotörtchen?

Bis ins Krieg.

Das heißt, Sie haben keine?

Es ist Krieg.

Was ist?

Im Bus hatte ich ihn noch.

Willst du eine Jacke nachziehen? Ich hab mein Geldbeutel normalerweise in der

Hosentasche. Ich frag bei der Fundstellung. Simon, du kannst jetzt

nicht gehen.

Ich bin gleich wieder da. Simon, gib dein Geldbeutel. Gleich wieder da.

Darf ich?

Gerne.

Mein Verlobter hat leider die schlechte Angewohnheit, alles zu verlieren, was er

bei sich trägt.

Soll ich Ihnen noch etwas bringen?

Danke. Vielen Dank.

Nein, hier steht jeder an. Sie auch.

Meine Frau, das stehen Sie mir nicht bei der Zeit.

Ich lehne den Schlüssel an mich her.

Dann ist auch Jürgen noch froh am Leid.

Heil Hitler.

Heil Hitler.

Seit wann wohnt Herr Schönhaus nicht mehr da oben? Was, wieso wohnt er nicht

mehr hier?

Wahrscheinlich ist er untergetaucht.

Geld genug hat er ja.

Durch den Verkauf der beschlagnahmten Wertgegenstände.

Er hat Gegenstände verkauft. Ja.

Das kann ich mir gar nicht vorstellen.

Wir müssen alle zusammenhalten.

Das müssen wir.

Wir? Ja.

Heil Hitler.

Heil Hitler.

Heil Hitler.

Die Kennkarten bitte.

Bitte schön.

Keine Karte, bitte.

Bitte schön.

Ja, danke.

Wieso kontrollieren Sie ihn nicht?

Man sieht doch, dass er bei der Partei ist. Sie wissen aber schon, dass man

diese Partei bezeichnend auch auf dem Schwarzmarkt erwerben kann.

Ich bin in der Partei seit 1939.

Zu Beginn des Krieges in die Partei eingetreten. So spät.

Wieso sind Sie nicht im Krieg?

So alt sehen Sie ja noch gar nicht aus.

Ich habe mit 17 Jahren im Ersten Weltkrieg gedient.

Wenn Sie alle K.U. erklären lassen, werden wir den Krieg nicht mehr

gewinnen. Wie heißen Sie?

Frieder Schulze. Und Sie?

Albert Schwarz.

Darf ich mal Ihre Ausweise sehen?

Von ihm ein, bitte.

Das sieht ja gut aus.

Diesmal melde ich Sie nicht.

Herr Littler.

Herr Littler.

Entschuldigen Sie.

Wurde bei Ihnen eine Brieftasche abgegeben. In das Leder sind meine

Initialen eingraviert. PS.

PS steht für?

Peter Schönhausen.

Moment.

Diese hier?

Die wurde vor zwei Stunden abgegeben.

Entschuldigen Sie, ich verliere leider alles, was ich nicht sofort an mich

festbinde.

Bitte sehr.

Das Essen unseres Freundes, das zahle ich auch.

Das ist schon gut so.

Jawohl.

Vielen Dank.

Ich danke.

Ich habe den Geldbeuter tatsächlich im Bus liegen lassen, aber er wurde

abgegeben. Herr Hitler.

Herr Hitler, in keiner anderen Hauptstadt in Europa wäre das so.

Aber in Berlin, da haben die Menschen das Herz am richtigen. Ja.

Also, nächsten Montag machen?

Gerne.

Schön.

Ihr Essen ist bezahlt.

Bis dann.

Ich danke.

Das nächste Mal geht auf mich. Aber sehr gern.

Wir kennen sicherlich jemanden, der jemanden kennt, wo du unterkommen

kannst.

Und Gerda, irgendwann ist da eine Kennkarte dabei, die auf dich passt.

Und dann geb ich dir Geld und dann fährst du in die Schweiz. Lass doch

nicht mal selbst einen anstrengenden Ausweis.

Dein verwaschener Postausweis ist eine Witznummer.

Du bist gefährlich für mich. Gerda, ich bin für dich da. Ich heiße nicht Gerda.

Und nein.

Ich komm allein klar.

Mach das nicht.

Geh jetzt.

Machen Sie den nicht kaputt.

Ich würde Sie was fragen.

Hm.

Herr Kaufmann hat erzählt, dass sich Ihre Frau von Ihnen getrennt hat.

Ja, stimmt.

Ich vertrage Sie noch den Ehering und habe das Bild aufgestellt.

Ich habe Sie noch nicht verlassen.

Das machen wir.

Das machen wir.

Sagen Sie mal, wo wollen Sie denn überhaupt hin?

Ich wollte hoch zu Frau Lange.

Frau Lange wohnt im ersten Stock.

Dann gehe ich mal wieder runter.

Tun Sie das.

Danke.

Nimmer dünner und dünner, nicht dicker.

Aber dann muss ich ihn wenigstens nicht schlachten.

Bleiben Sie durch.

Warten wir erst ab. Danke, aber Sie haben uns schon so sehr geholfen.

Vielen Dank für alles.

Können wir das ein bisschen schneller machen?

Wir verstecken uns nicht.

Doch, wir verstecken uns gerade.

Oh.

Was?

Er war wirklich offen.

Sehr lustiges Zimmer.

Aber schlafen tun wir hier nicht.

Nein, wir schlafen im Schuppen.

Zieh mal eine Sache noch zu Kaufmann.

Wenn der nicht zufällig einen jüdischen Mord hatte, wenn der dich jetzt noch in

der Wehr macht und würde auf uns eins schießen lassen im Osten.

Mir ist wahnsinnig kalt.

Letztlich ist doch egal, wieso Menschen Gutes tun.

Immerhin ich mach das wegen den Lebensmittelmarken.

Ohne Marken würdest du niemandem helfen?

Die Frage stellt sich nicht. Ohne Marken wären wir längst verhungert.

Vielleicht müssen wir einfach wieder ins Warme und was Leckeres essen.

Sagen Sie mal, haben Sie hier das Geburtsdatum gefälscht?

Haben Sie das gesehen?

Gar nicht.

Ich weiß nur zufällig, wie alt der Mann ist.

Wir waren zusammen im Krieg. Er ist einer meiner engsten Freunde.

Ich hatte schon Sorge, weil er 20 Jahre jünger ist, als der Mann, dem die

Kennkarte ursprünglich gehörte.

Ja, die Sorge hatte ich auch.

Wie haben Sie die Zahl geändert?

Mit einem Radierwasser. Die Werbung dazu habe ich im Kino gesehen.

Sie gehen ins Kino? Mit Ihrem Postausweis? Ja, ich kenne die

Besitzerin, von daher ist es... Ich will es gar nicht wissen!

Ich bin mir sicher, wenn Sie hier rausgehen, gehen Sie nicht zu Fuß.

Das behaupten Sie nur, um mich nicht zu verärgern.

Sie fahren sicher immer noch Bus und Straßenbahn.

Es sind drei Stunden zu Fuß.

Ich bemühe mich, zwei Blanco-Wermats-Ausweise zu finden.

Das ist kein leeres Versprechen, um Sie bei der Laune zu behalten.

Ich bemühe mich.

Das weiß ich.

Das hier ist ein kleines Kunstwerk.

Abmarsch!

Vielen Dank.

Herr Rittler. Herr Rittler.

Essen gibt es nur noch mit Mark.

Und auch nicht alles.

Ja, natürlich.

Ich habe Marken für Urlauber. Bin auf der Durchreise.

Sie sind auf der Durchreise?

Ähm, ja. Meine Familie wurde ausgebombt.

Ich finde jetzt meinen Freund.

Und die Reise?

Äh, die geht nach Köln.

Zu meiner Tante.

Dürfte ich ganz kurz Ihre Kennkarte sehen?

Ja, natürlich.

Wieder in der Reishauptstadt?

Ja, das Rheinland ist leider so gar nicht meins.

Das kann ich gut verstehen.

Essen Sie heute bei uns?

Nein, ich nehme eine Heizschokolade mit einem Schuss rum.

Schokolade ist leider nur mit Wasser verdünnt.

Ausgezeichnet. Also, das sind meine Lebensmittel.

Die Kennkarte muss ich zu Hause lassen haben.

Kein Problem.

Würden Sie mich kurz mit nach draußen begleiten?

Ja, natürlich.

Bitte sehr. Vielen Dank.

Zahlen, bitte.

Es tut mir leid.

Soll ich Ihnen was anderes bringen? Nein, ist in Ordnung.

Lassen Sie das.

Sie haben hier kaum was getrunken.

Geht's Ihnen gut? Alles Bestens, danke.

Brauchen eine Vorlage.

Sonst sind die Ausweise nutzlos.

Fragen wir Kaufmann.

Das geht nicht.

Kaufmann kann jeden Moment verhaftet werden.

Also Kaufmann, dann frag ihn.

Na? Ich kenne nicht einen Soldaten, der mir seinen Wehrmachtspass ausleihen

würde. Nicht einen. Ich war auf dem Gymnasium, ja, aber ich bin dann auf

einer jüdischen Schule. Der war der Einzige, der bis zum Ende auf dem

Gymnasium ging. Er kann die Leute von der Wehrmacht. Vorne bei einem Freund im

Keller. Ich kann da draußen nicht rumlaufen wie Sie.

Wenn Sie mich wegschicken, dann sage ich, dass Sie alle unsere Sachen

verkauft haben.

Glauben Sie, jemand hört Ihnen zu?

Wahrscheinlich nicht. Ihn und nicht mir?

Die hier.

Die habe ich bekommen, um mich zu erhängen. Wenn Sie mir nicht helfen,

dann hänge ich mich direkt hier auf. Sie sind ein schön Geist, Juma. Das trauen

Sie sich gar nicht.

Ich brauche einen Wehrpass von einem Soldaten, der mir ein Haus leiht.

Kennen Sie jemanden, der mir ein Haus leiht würde? In dem Haus, um Ihren Pass

zu füllen, sind Sie noch bei Prost.

Niemand weiß, dass er von Ihnen ist. Ich habe Ihnen nicht geholfen, weil ich Sie

mag, Herr Schönhaus, sondern weil die Parteibonsen sich zu viel nehmen.

Ich habe immer korrekt abgerechnet. Nichts habe ich unterschlagen. Von

meinen Eltern habe ich gelernt, was es...

Das kann ich doch keinem erzählen.

Sie sind ein guter Mensch.

Hör auf!

Wenn ich versuche, Ihnen einen Ausweis zu besorgen, dann möchte ich jetzt schon

was dafür haben.

Geben Sie mir alle Lebensmittelmarken, die Sie noch haben.

Sie müssen über alles herhaben.

Ich hunger.

Und Sie stehen hier mit vier Stück Lebensmittel im Hang für Urlauber.

Gehen Sie hoch in die Wohnung.

Wenn ich bis morgen nicht geklopft habe, dann habe ich keinen Ausweis gefunden.

Dann verschwinden Sie, bevor es dunkel wird. Haben wir uns ja verstanden.

Sie kriegen nichts zu essen.

Sie benutzen nicht die Toilette. Besser, Sie laufen nicht herum.

Besser, Sie drehen nicht den Wasserhahn auf. Haben wir uns ja verstanden.

Ich baue mir den Reiter zurück.

Vielen Dank.

Könnten Sie mir vielleicht ein Deckel rein?

Nein!

Das ist mir viel zu gefährlich, wenn ihr Sachen von mir holt.

Ich habe mir noch ein paar besorgt.

Sie bleiben in der Wohnung. Ich schließe sie ein.

Sie kommen nicht raus, bis ich sie hole.

Ist das klar?

Sie haben einen schwarzen Fleck.

Ich hole sie beim Spiegel an.

Ist kein Spiegel mehr da?

Und ärztlich untersucht.

Als dienstpflichtig.

Herr Dietrich, kann ich Ihnen helfen?

Vielleicht können Sie mir sagen, wo sich die Oma schön ausfällt.

Wie? Woher soll ich denn wissen, wo der sich rumtreibt? Ich bin doch nicht das

Dienstmädchen. Ja, vielleicht stehen Sie sich nahe.

Die schöne Lampe in Ihrem Wohnzimmer lässt mich das vermuten.

Wissen Sie, dass der Pässe gefälscht hat? Wir gehen davon aus, dass er mehr

als 300 Pässe gefälscht hat. Das sind alles Menschen, die Sie in Luft

aufgelistet haben.

So, ich gehe jetzt in die Wohnung.

Sie wollen die Tür aufbrechen? Das dürfen Sie nicht. Ich habe einen

Schlüssel von der Reichssicherheit.

Schön. Na dann schauen Sie mal nach. Tue ich ja.

Herr Lüttler. Herr Lüttler.

Alleine Luftschutzkeller, das geht auch für Leute von außen. Ja, ja, ja.

Ach, Sie sind ein Kriegsheld.

Kriegsheld?

Quatsch.

Ein Kamerad hat mich beim Wehrputzen ins Knie geschossen.

Sind Sie fertig geworden?

Sagen Sie dem jungen Mann, dass ich ihm unendlich dankbar bin. Wenn der Krieg

vorbei ist, dann werde ich zu ihm gehen und ihm sagen, dass er... Der Krieg

vorbei ist. Der Krieg ist nicht vorbei.

Das hätten Sie wohl gerne, dass der Krieg vorbei ist.

Dem jungen Mann kann ich nichts sagen.

Er ist tot.

Das tut mir leid.

Das tut es Ihnen nicht.

Wieso denken Sie das?

Wieso?

Das ist völlig egal. Warum ich das sage?

Sie haben alles von mir.

Wieso verschwinden die jetzt bitte?

Wissen Sie, die Lampe, die Sie mir vor allem nach dem Reichsmarkt abgekauft

haben, die ist wunderbar so viel wert.

Ich habe sie mir quittiert. Ja, aber ich schenke sie Ihnen.

Keine Sorge, ich werde niemals vor Ihrer Tür stehen oder irgendeinen Gegenstand

wieder haben wollen.

Ich brauche nichts und niemanden.

Und wenn ich Glück habe, dann komme ich mit dem Pass durch den Krieg und dann

werde ich allen das Gefühl geben, es ist alles gut.

Alles ist gut.

Sie sollten sich mal einen Platz suchen zum Schlafen.

Ich habe nicht vor, noch mal zu schlafen. Ich bleibe wach, bis ich

sterbe. Ja, dann sterben Sie wahrscheinlich bald. Sie wirken leicht

irre auf mich.

Es ist ein herrlicher Tag.

Ich gehe dann mal. Bitte.

Die sieht davon aus, dass... Haben Sie vielen Dank.

Ich habe nichts gemacht.

Natürlich nicht.

Untertitelung. BR 2018

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