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Original subtitles

Und los geht's.

Ich heiße George Lass. Ich bin 18 Jahre alt und irgendwo da unten.

Ich erzähle euch eine Geschichte. Nicht meine, die kommt später.

Nur eine Geschichte. Bereit?

Es war einmal... Genauer gesagt, zu Anbeginn der Zeit

machte sich Gott an die Schöpfung heran,

wie Kinder heute sagen würden.

Er gab der Kröte ein Tongefäß und sagte:

"Sei vorsichtig damit, darin ist der Tod."

Sie freute sich sehr. Nichts ahnend,

dass sie Gottes Sündenbock in Sachen Tod werden würde,

versprach sie, das Tongefäß zu bewachen.

Doch eines Tages begegnete die Kröte dem Frosch.

"Lass mich den Todeskrug halten, oder wie immer du ihn nennst, du Unke."

In Anspielung auf Nancy Reagans Perle der Weisheit lehnte die Kröte ab.

Doch der Frosch war entschlossen, und nach viel Bettelei gab die Kröte nach.

"Du darfst es haben, aber nur eine Sekunde", sagte sie.

Vor lauter Begeisterung hüpfte der Frosch hoch

und jonglierte das Gefäß des Todes von einem Bein zum anderen.

Der Frosch war ein Arschloch.

"Stopp!", schrie die Kröte, aber es war zu spät.

Der Frosch ließ das Gefäß fallen und es zersprang.

Dabei entkam der Tod,

und darum müssen seither alle Lebewesen sterben.

Man fragt sich, wie viel besser die Welt wäre, würden Frösche Bier brauen.

Da habt ihr es, das Geheimnis des Todes ist gelüftet.

Wir müssen alle sterben, einige von uns früher, andere später.

Ich werde sehr viel früher sterben, aber da beginnt meine Geschichte überhaupt erst.

Das bin ich nicht.

Das bin ich. Ich würde sagen, es tut mir leid, euch zu enttäuschen, aber das stimmt nicht.

Es ist mir sogar scheißegal.

Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass Interesse Erwartungen weckt

und Erwartungen Enttäuschung hervorbringen.

Also lieber kein Interesse zeigen, um nicht enttäuscht zu werden.

A gleich B gleich C gleich A, oder so ähnlich.

Mir ist es übrigens auch egal, ein guter oder ein böser Mensch zu sein.

Soweit ich das beurteilen kann, ist man so oder so am Arsch.

KUNDENSERVICE

Schlechte Menschen werden von Justitia bestraft.

Waffe fallen lassen! Hände hoch!

- Und gute Menschen... - Wer ist eine gute Mieze?

Du bist es.

Komm, meine Kleine.

...bestraft Murphy.

Ihr versteht mein Dilemma.

Georgia Lass?

Hi, ich bin Delores Diemit, wie in "Die mit den großen braunen Augen".

Ich bin deine Berufsberaterin bei Happy Time. Folge mir bitte.

Ein bisschen College, was? Abgebrochen?

Ein bisschen schien zu reichen.

Wie ich sehe, hast du Managementerfahrung in der Gastronomie.

Big Mamito mit einer Kirsch-Pepsi und einmal Maxi-Becher.

Ja.

Wachst du manchmal morgens auf und denkst, dein Leben sei sinnlos?

Was?

Kennst du dich mit Microsoft Office Suite aus?

- Word? Access? PowerPoint? - Ich kenne Lotus.

Wir arbeiten jetzt mit Excel. Du solltest ein paar Fortbildungskurse in Betracht ziehen.

Ich frage geradeheraus. Was für eine Arbeit suchst du?

- Keine Ahnung. Was ist denn im Angebot? - Für dich haben wir Bürotätigkeiten.

Empfang, Dateneingabe...

Ich soll nach einem Chefassistentinnenposten fragen.

Nun, fragen kannst du.

Um ganz ehrlich zu sein, bei deiner begrenzten Erfahrung und Ausbildung

rate ich dir eher zu simplen Tätigkeiten.

Was hältst du von Aktenablage?

- Daran habe ich nie gedacht. - Das solltest du aber.

Darf ich etwas anmerken?

Seit du das Büro betreten hast, habe ich dich nicht einmal lächeln gesehen,

wobei sich ein freundliches Gesicht auf jedem Posten gut macht,

insbesondere bei Happy Time.

Glaub mir, kein Arbeitgeber will einen Trauerkloß einstellen.

Sieh mich an. Ich wäre nie so weit gekommen, wenn...

Wie weit ist das?

- Wie bitte? - Wie weit sind Sie denn gekommen?

Das ist kein Eckbüro mit Aussicht.

Sie müssen Tag für Tag anderen Leuten Jobs suchen,

von denen die meisten sicher besser sind als Ihrer. Muss ätzend sein.

Und ich wette, Sie verdienen nicht gerade viel.

Das wollte ich nur mal so anmerken.

- Wie ist es heute gelaufen? - Ok.

- Nur ok? - Ja, nur ok.

Sie ist enttäuscht, weil sie hören musste, dass sie für anständige Jobs nicht qualifiziert ist.

Oh, Schatz, das tut mir leid.

- Weißt du, was ich denke? - Und los geht's.

Du hättest das College nie abbrechen dürfen.

Ich kapiere immer noch nicht, warum du nicht wenigstens das Semester beendet hast.

Was ist aus dir geworden, Georgia?

Du hattest mal Freunde. Du warst so intelligent.

Es ist, als hättest du aufgegeben.

- Ich sage es ungern, aber ich habe dich gewarnt. - Das sagst du liebend gern.

Schatz, rede nicht so mit deiner Mutter.

- Das reizt sie nur noch mehr. - Danke, mein Lieber, du bist eine große Hilfe.

Das ist meine Familie.

Joy, 41, Sternzeichen Jungfrau.

Sie hat als Sekretärin Karriere gemacht und liebt Eislaufen und John-Grisham-Romane.

Sie hat eine krankhafte Luftballonphobie und hasst das Wort "feucht".

Sie findet es anstößig.

Clancy, 43, Sternzeichen Krebs.

Er ist Professor für Englisch an der U-Dub und, wie mir gesagt wurde, sehr angesehen.

Er hat eine Affäre mit einer seiner Studentinnen.

Und das ist Reggie. Sie ist 10.

Sie ist nicht wirklich unsichtbar,

aber in meinen Augen schon.

Das ist köstlich.

Und feucht.

Als ich klein war, hat Mom mir erzählt, dass Santa Claus nicht existiert.

Genauso wenig wie der Osterhase, die Zahnfee oder der große Kürbis.

Und obwohl sie ihn nicht ausdrücklich erwähnte, nahm ich an, dass dasselbe auch für Gott galt.

Ansonsten würde ich jetzt wohl beten.

Für den Weltfrieden und so weiter und vielleicht für ein wenig Orientierung.

Ich meine, wisst ihr, wie es ist, fast erwachsen zu sein,

ohne zu wissen, wer man ist, was man will und ob man überhaupt sein will?

Das ist mega ätzend.

- Aufstehen. - Mom.

Die Frau von der Zeitarbeitsfirma hat angerufen. Sie hat einen Job für dich.

- Was für einen? - In der Not schmeckt jedes Brot.

- Mir geht es nicht gut. - Tja, Pech gehabt.

Ich glaube, ich habe Fieber.

Verdammt noch mal, Georgia, du bist keine 6 mehr.

18 Jahre im gemachten Nest sind genug, junge Dame.

Wenn du glaubst, du könntest den Rest deines Lebens von meinem Pensionsfonds leben,

hast du dich getäuscht.

Du stehst jetzt auf und gehst arbeiten.

Du wirst Gehalt beziehen und hier ausziehen.

Verstanden?

Zieh dich an.

Das ist Begräbniskleidung.

Es gibt gleich ein Begräbnis, wenn du nicht sofort aufstehst.

Das sind die letzten Worte meiner Mom an mich.

Beeil dich.

Junge, wird sie die bereuen.

Wer hatte die glorreiche Idee, dich Joy zu nennen?

Siehst du all diese Kisten?

Wir haben vor 2 Jahren eine kleine Versicherungsfirma nahe Spokane erworben.

HALLO! ICH BIN NEU, FRAG NACH MEINEM NAMEN

Diese Schadenakten kamen zur elektronischen Datenkonvertierung.

Das hier nennen wir den Bau.

Mach es dir gemütlich, du wirst viel Zeit hier verbringen.

Deine Aufgabe, sofern du sie akzeptierst, besteht darin, diesen Kram zu sichten

und ihn für die Bürohengste in der Dateneingabe aufzubereiten.

- Meinst du, du schaffst das? - Klar.

Cool.

Womit hast du Delores geärgert?

Delores Diemit, wie in "Die mit den großen braunen Augen".

Du musst etwas angestellt haben. Diese Jobs vergibt sie nur an die, die sie hasst.

Im Laufe des Arbeitstages kam mir der Verdacht, dass Delores Diemit,

wie in "Die mit dem Fettarsch", der Teufel war, der mich in die Hölle verbannt hatte.

Um dem Satansbraten eins auszuwischen, verdrückte ich mich, wann immer es ging.

Doch obwohl ich so wenig wie möglich tat,

taten andere noch viel weniger.

Willkommen in einem amerikanischen Unternehmen.

War es das? War das ich?

Würde ich auf ewig als Büromaus in Erinnerung bleiben? Oder schlimmer, als Aushilfe?

Schmeiß sie einfach hier rein.

Wo sind die anderen Akten?

Welche anderen Akten?

Die, die ich angefordert habe, die dringenden.

Ja, habe ich gesucht, aber nicht gefunden.

Nun, Akten verschwinden nicht einfach.

Tun sie doch, wenn sie einem in den Fahrstuhlschacht fallen.

Ist das ein Witz?

Keine Ahnung. Ja, vielleicht.

Kann ich jetzt gehen?

- Welcher Fahrstuhl? - Der mittlere.

Ich war für den Rest meines Lebens zu einem lausigen Job ohne Zukunft verdammt.

Und ich übertreibe nicht.

Ich meine wirklich den Rest meines Lebens,

der nur noch etwa eine halbe Stunde dauern wird.

Hey, was geht?

- Nichts. - Nada mucho, das ist cool.

Dann hast du jetzt Mittagspause. Wir erwarten dich in 35 Minuten zurück.

Warum bekomme ich nur 35 Minuten?

Oh, weil vor etwa fünf Jahren eine Studie ergeben hat,

dass dies die Zeitspanne ist, die wir nach der Stoppuhr brauchen,

um irgendwo hinzugehen, uns Essen zu besorgen und zu essen.

Darum, bis in 3-5.

Es war ein wunderschöner Tag.

Die Sonne strahlte vom Himmel

und eine russische Weltraumstation verließ die Erdumlaufbahn.

Mirs feuriger Fall

Offenbar war die Dichte der Ionosphäre zum Eintrittszeitpunkt oder so

falsch berechnet worden.

Eigentlich sollte alles in den Pazifik fallen,

aber ein paar Teile schafften es an die Westküste,

einschließlich eines Astronauten-Toilettensitzes.

Entschuldigung, wie spät ist es?

- 5 nach 1. - Danke. Vielen Dank.

Wie heißt du?

- George. - Und dein zweiter Vorname?

- Hast du einen? - Verpissen Sie sich.

Beginnt er mit L?

Beeil dich, George.

Sonst kommst du noch zu spät.

Es heißt, das Leben würde kurz vor dem Tod noch mal an einem vorüberziehen.

Das mag stimmen, wenn man todkrank ist oder am ungeöffneten Fallschirm hängt,

aber wenn einen der Tod überrascht, kann man nur noch denken:

Oh Scheiße.

Weg hier!

Schnell. Beeilung.

DU BIST T_T

Ich möchte den Satz ergänzen.

Hey, totes Mädchen, nicht so eilig.

Das ist Rube. Er ist untot.

Es gibt, psychologisch gesehen, fünf Reaktionen auf den Tod.

Ironischerweise gilt das auch noch, nachdem man tot ist.

Erstens, Leugnung.

Das kann nicht sein. Das passiert nicht wirklich.

Oh, Peanut, das ist absolut real. Du bist tot.

Das ist Betty, auch untot.

Das gehört dir.

Grundgütiger, das Ding war laut, was?

- Aber ich habe nichts gespürt. - Deine Seele wurde vor dem Aufprall entfernt.

Das tun wir vor gewaltsamen Toden als Gefälligkeit.

- Aber ich wollte nicht sterben. - Das will niemand.

Außer Selbstmorde. Die sind nicht lustig.

Zweitens, Wut.

Ich bin erst 18! Ich habe nichts Böses getan! Das ist unfair!

Was seid ihr? Seid ihr etwa Engel?

Nein, nein, nein, Ma'am. Engel machen sich ungern die Hände schmutzig.

Sie gehören zum oberen Management.

Wir genießen die zweifelhafte Ehre, Seelensammler genannt zu werden.

Drittens, Feilschen.

Könnt ihr nicht jemand anders auswählen? Einen alten Menschen, zum Beispiel?

Oder den Obdachlosen da? Ich sage nichts, versprochen.

- Na gut. - Wirklich?

- Nein. - Ich will aber mein Leben zurückhaben.

Du hast doch sowieso nichts daraus gemacht.

Und dann wäre da Depression.

- Ich weiß, was dich aufmuntern könnte. - Was?

Deine Autopsie.

Den eigenen leeren, kalten Körper vor sich zu sehen,

oder, wie in meinem Fall, in kleine Stücke zerfetzt, hat etwas.

Rube sagt, es ist, als blicke man auf eine Schüssel Obstsalat,

die einem aus der Hand geglitten ist.

So lecker er auch gewesen sein mag, man will ihn nicht mehr.

Es klingt abgefahren, aber das tröstete mich.

Das verstehe ich nicht. Wozu eine Autopsie?

Dein Körper muss noch identifiziert werden.

Wie schwer kann das sein?

Du wurdest von einem 320 km schnellen Objekt erschlagen,

das an der Oberfläche über 800° C heiß war. Da ist nicht viel Fantasie nötig.

Ich wusste nicht, was verstörender war: tot zu sein

oder dass der erste Mann, der meinen Körper berührte, Gerichtsmediziner war.

Es war wirklich nett, aber meint ihr nicht,

- dass es Zeit ist zu gehen? - Hast du einen dringenden Termin?

Keine Ahnung. Habe ich einen?

Du musst in der Nähe bleiben, bis dein Körper zur Ruhe gebettet wird.

Er steckt in einem Leichensack.

Wie viel mehr Ruhe ist nötig?

Wichtig ist, dass du dich angemessen aus diesem Leben verabschiedest,

- bevor du ein neues beginnst. - Wie meinst du das?

Werde ich wiedergeboren oder so ähnlich?

Sei nicht so kratzbürstig.

Auf allen Begräbnissen immer die gleiche Leier.

Sie sagen, wie lieb, wunderbar und, oh, wie voller Leben du warst,

dass deine Zeit gekommen war und dass Gottes Pläne unumstößlich sind.

Nie fällt ein böses Wort. Und wäre man der größte Scheißhaufen gewesen,

- würden sie einem noch Rosenduft andichten. - Ein wunderbares Mädchen, so voller Leben.

Weg mit den Ballons.

Raus! Raus!

Diese Betty liebt Begräbnisse. Man könnte meinen, sie sei noch nie auf einem gewesen.

Mein herzlichstes Beileid.

Verzeihung.

- Dieser Platz ist besetzt. - Oh, Entschuldigung.

Wie kommt es, dass sie dich sehen können, aber mich nicht?

Tja, Peanut, du bist tot.

- Du doch auch. - Hüte deine Zunge.

Damit du es weißt, ich bin untot.

- Wo ist der Unterschied? - Als untote Person

genieße ich bestimmte Rechte und Privilegien, wie zum Beispiel einen Körper.

Ich kann die köstliche Süße dieses Limettenkuchens schmecken.

Und wenn ich will, kann ich sogar mit den Lebenden interagieren. Pass mal auf.

- Wie geht's, Sir? - Gut.

- Siehst du? Du kannst das nicht. - Wie blöd.

Für euch tote Typen schon, aber mir gefällt es.

Es hält das Gesindel in Schach.

- Oh, ich bin so froh, dass du da bist. - Oh, Clancy, es tut mir so leid.

Sollte eine freundschaftliche Umarmung zweier Männer so lange dauern?

Und dann war da noch Reggie.

Nachdem ich sie 10 Jahre lang ignoriert hatte,

war ich jetzt wohl dran, die unsichtbare Schwester zu sein.

Du hast das Drama verpasst.

Deine Mutter hatte Weinkrämpfe.

- Sie hätten fast den Notarzt gerufen. - Wirklich?

Sie ist völlig fertig.

Sie wird ihr kleines Mädchen immer vermissen.

Nun, großer Interaktionsmann, könntest du ihnen nicht sagen, dass es mir gut geht?

- Sofort. - Dann sage ich es ihnen.

Wie willst du das machen? Mit Ketten rasseln? Das Licht zum Flackern bringen?

Kannst du den Wind nachmachen? Ich helfe dir, den Teil übernehme ich.

Warum musst du so ein Arschloch sein?

Mirs Austritt tötet Teenagerin.

So ein Mist.

Feucht

Und jetzt?

- Vorwärts und aufwärts? - Vorwärts, nicht aufwärts.

Keine Himmelspforte für dich.

Auch keine Engelschöre.

Du Mistkerl schickst mich in die Hölle?

Sei nicht so eingebildet. So interessant bist du nicht.

Du, kleines totes Mädchen, wirst eine Seelensammlerin.

Täglich sterben Hunderttausende.

Körper sind einfach: Grab ausheben, Feuer anzünden.

Aber was ist mit den Seelen? Wer kümmert sich um sie?

Wir sind Kautionsagenten für die Körperlosen.

Sobald ihre Seelen das Fleisch abgestoßen haben, schützen wir sie,

bis sie ihr endgültiges Ziel erreicht haben.

- Damit meinst du wohl das Paradies. - Wer weiß?

Ich hoffe, es ist weniger pompös als in der Bibel.

Ich hoffe, es ist genau so.

Heißt das, Gott existiert?

Was glaubst du?

Willkommen im Waffelhaus. Was darf's sein?

T-Bone-Steak und Eier. Halb durch, die Eier gewendet.

Toast statt Röstis und heißer Sirup für die Pfannkuchen.

Bitte knausern Sie nicht mit der Butter. Krosser Speck als Beilage.

Extra-, extra-, extrakross.

- Und zu trinken? - Limonade.

Ich muss los. Ich habe einen Termin in der Stadt.

Hoffentlich nicht wieder eine tote Nutte.

Miss? Miss?

Du... Du hast gesagt, dass mich niemand sehen kann.

Ja, bevor du zu den Untoten gehört hast.

Jetzt bestell, bevor sie dich für verrückt hält.

Das Gleiche wie er.

Mich quält immer noch die Frage, "Warum ich?"

Du bist in jemandes Fußstapfen getreten.

Jedem wird eine unbestimmte Anzahl zu sammelnder Seelen zugewiesen.

Du weißt nicht, wie viele es sind, bis du die letzte eingesammelt hast.

Weißt du noch der Typ, der dich nach dem Namen fragte,

bevor dich der Toilettensitz umgenietet hat?

- Ja. - Du warst seine letzte Seele,

das heißt, er wird befördert, bekommt Zusatzleistungen,

- und du übernimmst seinen Job. - Ich bin froh, dass er weg ist.

Er... Er war so eine Nervensäge.

Als sei man der millionste Kunde, nur leider ohne Shopping-Erlebnis.

- Das hättest du mir früher sagen können. - Entschuldige meine guten Umgangsformen.

Der Tod ist traumatisch genug, als dass man sich damit herumschlagen sollte.

Ach, mach dir nicht ins Hemd.

Es ist eine Frage des Schicksals. Genieß es.

Sie benutzen ständig Wörter wie "Schicksal" und "Bestimmung".

Das Wort "Wahl" fiel dabei nie, weil ich nie eine hatte.

- Ok, tschüss. - Tschüss.

Und Glückwunsch.

Isst du deinen Bacon?

Und einfach so avancierte ich zur Seelensammlerin.

Ich schwöre bei Gott.

Ich war wiedergeboren, aber nicht auf unheimliche, religiöse Weise.

Ich war mitten in einer strahlenden, sonnigen Welt.

Und der Tod war überall.

Tod

Infektions- und parasitäre Krankheiten.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Maligne Neoplasmen.

Das sind die drei großen Todesursachen weltweit.

Aber dafür war ich nicht zuständig.

Seelensammler werden spezifischen Abteilungen zugewiesen.

Meine heißt Äußere Einflüsse.

Übersetzt: Morde, Selbstmorde,

Unfälle und so weiter. Und "und so weiter" hat es in sich.

ABGELAUFEN

Das ist Roxy. Sie könnte dich umhauen.

Jeder Seelensammler hat einen eigenen Stil.

Diese kleinen persönlichen Noten, die den Tod so besonders machen.

- Morgen. - Morgen.

Man steht nicht nur da und wartet, dass ein Klavier vom Himmel fällt.

Höflich wäre es, ihre Seele an der Ecke einzusammeln,

um ihr einen würdevollen Tod zu gönnen.

Steht ihr darauf, Menschen mit Klavieren zu erschlagen?

Ist das ein Fetisch oder so?

Es ist nicht unser Job, Klaviere oder Toilettensitze fallen zu lassen.

- Wessen Aufgabe ist es dann? - Die der Gruftlinge.

Gruftlinge?

- Sind sie unsichtbar? - Nein, sie sind nicht unsichtbar.

Man sieht sie nur nicht, zumindest nicht direkt.

Nur manchmal, wenn bald etwas passiert oder gerade passiert ist,

kann man einen Blick auf sie erhaschen.

- Also bleib ruhig. - Aber es gibt sie wirklich?

Ich fürchte ja.

Sie setzen Dinge in Bewegung und steuern Unfälle.

- Sie töten Menschen? - Es ist wie...

Leben und Tod müssen in perfekter Harmonie existieren.

Ying und Yang, nenn es, wie du willst, aber das Gleichgewicht muss gewahrt bleiben.

- Sonst? - Sonst gerät alles aus den Fugen.

Und dann wird es unschön.

- Hey, was geht, Angsthase? - Hey.

- George, das ist Mason. - Mason.

Oh, Mason, Mason, Mason.

- Mason, George. - Hey.

Muss dieser Knallkopf mit jedem reden, der...?

Hör auf, mir über den Mund zu fahren. Das ist unhöflich.

Das ist Missachtung der Toten.

Hey, hört mal her.

Ihr beide habt euch gerade in einer Crackhütte umgebracht.

Ihr verdient meinen Respekt nicht, darum...

Das ist kaltherzig, Mann.

George ist vor einer Woche bei einem Raumfahrtunfall ums Leben gekommen.

Ja. Ja, ich erinnere mich. Das Toilettensitz-Mädchen.

Hörst du? Du hast schon einen Spitznamen.

Das Toilettensitz-Mädchen braucht eine Bleibe. Wüsstest du eine?

Dieser Ort in Spring Hill ist vielleicht noch verfügbar.

Sei so nett und finde es heraus.

Nimm sie mit. Ich habe dich gern, Peanut, aber du bist anstrengend.

Ich bringe Dick und Doof an ihren Bestimmungsort.

Sei mein Held und nimm sie im 14:30-Uhr-Bus mit.

- Sie braucht Anleitung. - Wann willst du sie zurückhaben?

9:30 Uhr, Waffelhaus. Bananenshakes, ihr seid eingeladen.

Da ist euer Bus. Geh mit dem netten Mann mit. Auf geht's.

Es war an einen Buchhalter vermietet.

Er hat die Bücher eines dieser Stammes-Kasinos frisiert

und alle Rechnungen über ein Schwarzgeldkonto abgewickelt.

- Wie ist er gestorben? - Keine Ahnung, ich habe nicht gefragt.

- Bis wann sind die Rechnungen bezahlt? - Bis das Konto aufgelöst wird.

- Bis dahin besetzt du die Wohnung. - Wie...

Wie in "illegal und ohne Mietvertrag in eine Wohnung einziehen".

- Seelensammler sind Hausbesetzer? - Betrachte sie als Dienstwohnungen.

- Wir leisten doch öffentliche Dienste, oder? - Das sehen die Lebenden sicher anders.

- Und wenn hier jemand aufkreuzt? - Gehst du einfach.

- Solltest du Chaos hinterlassen, rennst du. - Wie läuft das? Ich schlafe einfach hier?

- Ja, mehr oder weniger. - Bekomme ich Schlüssel?

- Wenn du sie findest. - Was...? Um Himmels willen.

- Was ist? - Um Himmels willen!

- Um Himmels willen! - Schrei nicht so. Was ist?

Die sind tot.

Was du nicht sagst.

Ich kann nicht mit Toten zusammenwohnen. Das ist eklig.

Das musst du auch nicht. Sieh sie dir an.

Exekutiert, exekutiert, exekutiert.

Sie wurden wahrscheinlich zu Tode gefoltert.

- Hier war ein Profi am Werk. - Und?

Darum werden die Leichen nicht lange hier herumliegen.

Sie werden verschwinden.

Für solche Fälle gibt es Aufräumtrupps.

Ja, sie sind wahrscheinlich schon unterwegs

mit ein paar Fässern Säure und Teppichreiniger.

Was machst du da?

Mein Gehalt einsammeln.

Plastik ist wertlos, nur Cash zählt.

Wir werden nicht auf normalem Weg bezahlt?

Nein.

Ich redete mir ein: "Sie sind tot. Es ist ein Verbrechen ohne Opfer."

Dann fiel mir ein, dass das auch diejenigen tun, die Sex mit Leichen haben.

Das ist der Buchhalter. Durchsuch seine Taschen nach dem Schlüssel.

Ich will nicht den Moralapostel spielen,

aber ist Tote zu bestehlen nicht geschmacklos?

Tja, entweder das oder du musst dir reguläre Arbeit suchen.

Er meint es ernst.

Die US-Regierung verteilt keine Essensmarken an Seelensammler.

Wir fahren nicht zum ermäßigten Tarif oder kommen umsonst ins Kino.

Die meisten Seelensammler beklauen die Toten.

Andere suchen sich Arbeit.

Muss ich etwas kreuzen oder in etwas schlüpfen oder so?

Sie gehen nirgendwohin, bis ich mein Soll erfüllt habe.

Hi. Was macht ihr Schönes?

- Schlüssel suchen. - Oh, die habe ich.

- Seit zwei Stunden. - Du hast doch eine Wohnung.

Mein Immobilienmakler hat mich aufgefordert zu gehen.

Sehr zivilisiert.

Tja, Scheiße, jetzt müssen wir ihr irgendetwas anderes suchen.

Kann ich nicht für ein paar Tage bei einem von euch auf der Couch schlafen?

Das ist das Problem. Es sind nie nur ein paar Tage.

Nein. Aus zwei Tagen wird eine Woche, aus einer Woche wird ein Monat.

Wir wissen nichts über dich.

Vielleicht bist du ja verrückt,

- und wir würden dich nach Hause einladen. - Du verstehst doch, oder?

Meine Freunde aus der Abteilung Kreislauferkrankungen

haben mir Auskunft über freie Zimmer gegeben.

Normalerweise teile ich diese Exklusivinfo mit niemandem,

aber dein Mumm imponiert mir, Toilettensitz.

Ich hoffe, es gab keine Blutfontänen.

Und hoffentlich war er so freundlich, kopfüber zu sterben.

Auftritt des wütenden weißen Mannes.

- Was machen Sie da? - Und wer sind Sie?

Wer bist du, Bitch?

- Wir sind wegen der Wohnung hier. - Vermietet. Verpisst euch.

Er hat dich Bitch genannt.

Überlassen wir ihm die Wohnung.

Diesen Schwachsinn lasse ich mir nicht bieten.

Nenn mich nicht Bitch, Bitch.

Sorry, wir schon wieder.

Meine Kolleginnen und ich kommen vom Wohnungsamt.

Der Mieter von Apartment 12-J ist verstorben.

- Das ist 12-J. - Ja. Ja, genau.

Darum müssen wir Sie auffordern, die Wohnung zu räumen.

Ich habe Rechte, Sie Wohnungshansl. Ich gehe nirgendwo hin.

Das örtliche und bundesstaatliche Mietrecht

findet nur bei klassischen Mietverhältnissen Anwendung.

Wohnungsbesetzung ausgeschlossen.

Mein Name steht im Mietvertrag, du Drecksack.

- Wie bitte? - Ich bin der offizielle Mieter.

- Ich will Ausweise sehen. - Sie sind D. W. Mannis?

Stimmt genau.

Ich denke, er ist tot.

Ich lebe und trete Ihnen gleich in den Arsch, wenn Sie nicht gehen.

Wie peinlich. Ich bin...

- Was ist? - Ich habe einen Fehler gemacht.

- Verdammt richtig. - Entschuldigen Sie uns.

Na ja...

Er soll erst nächsten Dienstag sterben.

- Machst du Witze? - Ich habe "1." gelesen, aber das ist eine Sieben.

- Da, sieht doch aus wie eine Eins. - Das ist deine Sauklaue.

Ich fühle mich schon mies genug.

- Was sollen wir jetzt machen? - Wir sollten vor allem hier verschwinden.

Ok, wir kommen nächsten Dienstag wieder.

Schöne Woche noch!

Der wütende weiße Mann behielt seine Wohnung

noch 6 Tage, bis eine Koronarthrombose das Mietverhältnis auflöste.

Derweil war ich obdachlos.

Erinnerst du dich an das erste Mal, als du deine Eltern nach dem Tod gefragt hast?

Mein Vater machte sich vor Schreck in die Hose.

Er sagte, ich solle mir keine Sorgen machen.

Die meisten Menschen würden sterben, wenn sie so alt sind,

dass sie keinen Lebensmut mehr haben.

Sorry, ich habe nicht zugehört. Hast du gejammert?

Ich habe einen Monat nicht geschlafen.

Was Kindheitstraumata angeht,

schlägt nichts die Erkenntnis, dass alles einmal sterben wird.

Einschließlich dir selbst.

Das war schlimmer als alles, was Eltern einem antun konnten.

Ich war immer ein glückliches Kind. Ich habe nie über den Tod nachgedacht.

Habt ihr Lust auf Eis?

Betty lud uns zu einem Eis ein und zog ihrer Wege.

Ich hatte Schokolade-Schoko irgendwas.

Mason nahm Vanille.

Normalerweise würde ich das verdächtig finden, aber bei ihm fand ich es liebenswert.

Hey, sieh mal.

So sehen uns die Lebenden.

Ach du Scheiße.

Der kleine Hase Fufu.

Von allen Dingen, die mit dem Untotsein einhergingen,

fand ich die am erschreckendsten.

- Wer entscheidet, wie wir aussehen? - Das weiß ich nicht.

Vielleicht sieht so das Kind in uns aus, wenn es erwachsen wird.

Wenn das der Fall war, sah mein inneres Kind aus,

als sei es mit Crack, $10-Blowjobs

und 1, 2 Babys infolge von Prostitution aufgewachsen.

Findest du sie hübsch?

- Nicht so hübsch wie dich. - Ich hätte mich bedanken sollen.

Ich wollte mich bedanken. Ich wollte lächeln und flirten und kichern,

- aber stattdessen sagte ich: - Was soll's.

Verhalt dich wie die Fliege an der Wand. Beobachte, ohne einzugreifen.

Das ist sehr Zen von dir. Du rauchst bestimmt Gras.

Also bitte.

Einige Seelensammler glauben, dass der Zeitpunkt deines Todes

schon vor deiner Geburt verzeichnet ist.

- Und wenn man vorher stirbt? - Woher soll ich das wissen?

Ich sage nur, bewege keine Gegenstände und sprich keine Menschen an,

denn du könntest den Lauf der Dinge ändern.

Betrachte es als retroaktiven Tatort.

Du hältst dich bedeckt und achtest auf besondere Risikofaktoren.

Welche, zum Beispiel?

Die Angestellten hinter dem Schalter.

Sie fühlen sich elend. Unglückliche Menschen rennen ins Unglück.

Der Hüne da auf der Leiter. Er könnte hinunterfallen.

Er könnte auf jemanden herauffallen.

Speed-Junkie. Sie berauscht sich auf der Damentoilette.

- Überdosis? - Vielleicht hat sie gerade ihre Tage bekommen.

- Bleib locker. - Du hast es kapiert, oder?

Wie bei Cluedo.

Gruftling in der Bank mit einer Bananenschale.

Ok, vielleicht nicht der Gruftling. Könnte Mord sein. Oder Selbstmord.

Oder Lebensmittelvergiftung.

Es ist die Bananenschale.

Gruftling, Bananenschale.

Ok, der Gruftling. Aber die Bananenschale ist zu offensichtlich.

Eine Tussi wurde von einem Klavier erschlagen, der Originalität sind keine Grenzen gesetzt.

Es ist nicht die Bananenschale, ok?

Wenn es nicht die Bananenschale ist, dann wirf sie in den Müll.

Gut, ich mache es.

Na schön, wir müssen die Möglichkeit in Betracht ziehen,

dass es die Bananenschale sein könnte. Jetzt setz dich wieder hin.

- Ich wusste, dass du das sagen würdest. - Ja.

- Was wissen wir über die Person? - Über welche?

Über die, die sterben wird.

Nicht viel. Er heißt Moore, mit den Initialen B. M.

"B. M. MOORE 161 FRANKLIN 14:36 UHR"

"B. M. Moore"?

So steht es hier.

- ATZ ist 14:36 Uhr. - ATZ?

Anzunehmender Todeszeitpunkt.

Ist unser B. M. ein Er oder eine Sie?

Das weiß ich nicht.

- Du machst Witze. - Nein, das ist kein Witz.

Wir bekommen nur Name, Adresse und ATZ.

Das ist das Dümmste, was ich je gehört habe.

- Auf einem Post-it-Zettel? - Je weniger wir wissen, desto besser.

- Wieso? - Weil es sauberer ist.

Hör zu. Es ist einfacher,

wenn du nichts über sie weißt.

Also war ich die Fliege an der Wand. Ich beobachtete. Ohne einzugreifen.

Und dabei hörte ich,

wie zahlreiche Namen mit B in der Gerüchteküche gar gekocht wurden.

Aber waren es auch B.-M.s?

Da war Bryon, der korrupte Bankmanager.

Brenda, die Büroschlampe.

Ja.

Ja.

Brad, der untreue Kreditberater.

Ja, ich rufe zurück.

Und Becky, seine liebende Ehefrau.

Doch es gab noch einen B-Namen, über den nicht getuschelt wurde.

Hallo.

Kann ich Ihnen helfen?

Brett, der glücklose Bankräuber.

Alle mal herhören.

Dieses Gerät detektiert die Aktivierung eines stillen Alarms.

Sollte es einen stillen Alarm detektieren, beginne ich alle zu töten.

Ich meine... Ich beginne, Menschen zu töten.

Er hatte den ganzen Morgen geprobt.

Legen Sie die Waffe auf den Boden.

Sofort! Legen Sie Ihre verdammte Waffe auf den Boden!

Glaubst du immer noch an die Bananenschale?

Her damit.

Alle Mann sofort auf den Boden!

Schnell, Sie! Hier rüber! Beeilung!

Alle, runter! Sofort!

Gut so...

Währenddessen hatten der Schürzenjäger und die Büroschlampe

den allerbesten Sex.

Wie schon so oft.

Bradley. Brad.

- Brad? - Auf den Boden.

Zielen Sie nicht mit der Waffe auf mich. Ich halte ein Baby in der Hand.

Halten Sie den Mund.

- Nein, Sie. - Oh nein!

Niemand hat gesagt, dass Sie aufhören sollen. Der Mann wartet auf sein Geld.

Wie viele Menschen sollten noch mal sterben?

- Nur einer, glaube ich. - Beeilung!

Leck mich, Jackson.

Sie, kennen Sie Brad?

- Ja. - Ich bin seine Frau.

Ja, "oh".

Betrügt mich mein Schatz?

- Sagen Sie mir die Wahrheit. - Ja, Ma'am.

- Ja. Die ganze Bank weiß Bescheid. - Oh, dieser Wichser.

Oh nein.

Oh, du Wichser.

Wie lange betrügt er mich schon?

Seit etwa 2 Jahren vielleicht.

Ja, mindestens 2, würde ich sagen.

Haben Sie mit meinem Mann gevögelt? - Nein. Nein.

Brad!

Nein. Oh nein.

Brad. Brad, mein Schatz.

Ich werde dir nichts tun, ich will dich nur etwas fragen, ok?

Ich weiß, dass du hier bist, weil dein Jackett auf deinem Stuhl hängt.

Versteckt er sich dahinten?

Ich habe ihn seit der Rückkehr von seiner Pause nicht gesehen.

Brad!

Bist du hier? Zeig dich, sofort! Ich meine es ernst!

Machen Sie sofort die Tür auf!

Niemand ist gestorben.

Ist das koscher?

Es ist auch noch nicht 14:36 Uhr.

- Geschlossen! - Der Automat ist kaputt, Hoss.

- Ich brauche Bargeld. - Die Bank hat geschlossen.

Kommen Sie, Mann.

Du hattest recht. Es war die Bananenschale.

Leute, wie krass!

Moment mal.

- Bin ich das? - Ja. Sorry, Mann, aber du bist tot.

Niemals.

Oh, ich habe gerade mein Gehalt kassiert.

Mann, das ist ätzend.

Wohnst du alleine?

Es hatte den Charme einer schlecht belüfteten Jugendherberge in der Dritten Welt.

Immerhin lagen keine Leichen herum.

Und von den diversen Flecken war keiner Blut oder sonst was Ekliges.

Man wird bescheiden.

Jetzt war es offiziell, ich wohnte alleine.

Ich war tot, nee, untot.

Ich musste mir nicht nur einen Job suchen, sondern auch Wäsche waschen.

Das war mein sogenanntes Nachtodleben.

Hypnotisiert vom schaumigen Wirbel des 60-Grad-Waschgangs

ging mir auf, dass wenn ich noch am Leben wäre,

würde meine Mom meine Bettwäsche waschen.

Sie würde wie von magischer Hand faltenlos und blütenrein auf meinem Bett auftauchen.

Diese Tage waren vorbei.

Alles war vorbei.

Das machte es nicht leichter weiterzumachen,

auch wenn das Leben auch ohne mich weiterging.

GARAGENVERKAUF

- Ich suche schon lange... - Ich fühlte mich wie eine Spannerin.

Ich konnte sie sehen, aber sie konnte mich nicht erkennen.

Oh Mann, sie verkauft meine Sachen.

Kann ich dir helfen?

- Wie viel kostet der? - Er sollte nicht hier stehen.

Da klebt ein Aufkleber drauf, 70...

Sie wollten Frankenfruity für 75 Cents verkaufen?

Wer sagt, Kindheitserinnerungen seien unschätzbar?

- Das ist ein Irrtum, er ist unverkäuflich. - Warum?

Weil ich es mir anders überlegt habe.

Ich biete Ihnen $5 dafür.

- Ich sagte, er ist unverkäuflich. - Es ist doch nur ein blödes Spielzeug.

Er gehörte meiner Tochter. Sie ist tot.

Jetzt gib mir die verdammte Puppe.

Ich hatte meine Mutter noch nie fluchen gehört.

Mir klingelten die Ohren.

Wo hatte sie ihn her?

- Was? - Frankenfruity.

Ich suche schon lange nach einem. Wo hatte sie ihn her?

Von einem Garagenverkauf, als sie klein war.

Er wird nicht mehr hergestellt. Versuch's bei Ebay.

Wie ist Ihre Tochter gestorben?

Ich glaube nicht, dass ich dir das erzählen möchte.

Ok, wie war sie?

Warum willst du das wissen?

Ich finde es cool, dass sie die Puppe hat, das ist alles.

Ich meine, Frankenfruity ist einfach geil.

Sie hat mich bis aufs Blut gereizt.

Was?

Sie war stur.

Aber das war wohl, weil sie klug war.

Wahrscheinlich zu klug.

Sie wusste vieles lange vor ihren Freunden, so viel ist sicher.

Wir haben uns nie wirklich gut verstanden.

Ich war wohl keine besonders gute Mutter.

Wenn du diese Puppe unbedingt haben willst, hier.

Aber nur bis du deine gefunden hast, dann will ich sie zurückhaben, ok?

- $5. - Hier steht 75 Cents.

Du hast mir $5 angeboten. Du bekommst sie zurück, wenn du mir die Puppe bringst.

Bitte geh jetzt.

Du strengst mich an.

Tschüss.

Es war das längste Gespräch mit meiner Mutter,

seit ich meine Tage bekommen hatte.

Und sie wusste nicht mal, dass ich es war.

Steh auf.

Komm.

- Mom? - Nein, ich bin nicht deine Mutter.

- Scheiße. - Was?

Ich hatte gehofft, dass alles ein Traum sei.

Los, zieh dich an.

Bestellung fertig.

Hast du eine Bleibe gefunden?

- Ja. - Ich habe auch eine neue.

- Ach ja? - Toll ausgestattet, mit allem Drum und Dran.

Jacuzzi, begehbarer Schrank mit einem Haufen Schuhe und ein irre großes Bett.

- Die Matratze macht's. - Simmons terra, mittelweich.

- Bitch. - Nicht mal Babys schlafen besser.

Sie können es sich nicht leisten.

War die Kellnerin schon da?

Mann, habe ich Durst.

Darf ich? Danke.

- Bananenshakes für alle. - Ich wollte eigentlich...

Der Chef sagte, Bananenshakes für alle.

Ein Bananenshake und noch mehr Saft, bitte?

Und etwas Wasser.

- Gesundheit. - Entschuldigung.

Werden deine Nippel hart, wenn du niest?

Ich... Ich weiß nicht.

Meine schon. Ich könnte damit Augen ausstechen. Und deine?

Wie kleine Diamanten.

Meine sind immer hart. Ich weiß nicht, warum.

Den Typen hatte ich schon.

Das war der Senior, das ist Junior.

- Traurig. - Sie hätten zusammen sterben sollen.

- Das hätte dir einen Weg erspart. - Blödmann.

Peanut, wie wär's, wenn du dich heute um eine Seele kümmerst?

Muss nicht sein.

Tja, zu schade.

Zeit für die Entjungferung.

GLEIS 2 BAHNSTEIG B

Sein oder nicht sein? Das ist hier die Frage.

Und für einen bedauernswerten Passagier des Küsten-Expresses

halte ich die Antwort bereit.

- Woher weiß ich, wer es ist? - Wagen 6, Sitz 4, reist allein.

Sorg dafür, dass er auf seinem Platz bleibt.

ATZ ist 19:27 Uhr.

Er ist gewaltsam, also sammle die Seele ein, bevor es fies wird.

- Wie gewaltsam? - Schnall dich an.

Geht das in Zügen?

- Ich glaube nicht. - Ich muss kotzen.

Weißt du, das erste Mal ist es nie leicht.

Ich erinnere mich noch. Mein Typ war unkenntlich. Er ist fast verdampft.

Ich musste suchen, um die Seele aus einem ausreichend großen Stück ziehen zu können.

- Und wenn etwas schiefgeht? - Sieh es mal so, du bist schon tot.

- Das ist nicht witzig. - Es wird gut gehen.

Folge nur penibel meinen Anweisungen.

Wir treffen uns an der nächsten Haltestelle.

Einsteigen, bitte!

Ich schaltete auf Autopilot.

Mit jedem Schritt schrie mein Verstand, ich solle in die andere Richtung davonlaufen.

SITZ 4

Aber ich ging weiter.

Ich fragte mich, wen es treffen würde

und wie er vom Bahnhof nach Hause kommen wollte.

Hatte er geplant, ein Taxi zu nehmen oder würde er von seinen Lieben abgeholt werden?

Hätte ich einen Wunsch frei, dann würde die Person in Wagen 6 auf Platz 4

von der Security wegen Drogenbesitzes festgenommen werden.

Egal was, Hauptsache sie steigt nicht in den Zug.

Kein Glück. Es gibt einen Gewinner.

Ich begann mir sofort vorzustellen, was für eine Zicke sie war,

wie alle sie hassten und dass sie unfruchtbar und kinderlos war.

Dann geschah das.

Ihr Name ist Kirsti.

Alle einsteigen!

Sie geht in den Kindergarten.

Sie malt gern und spielt gern mit Lego.

Am liebsten isst sie Pommes und Apfelmus.

Und sie muss sterben.

Darum ist es ätzend, ein Schicksal zu haben.

Ich starrte stundenlang auf ihren Sitz, so kam es mir jedenfalls vor,

und dachte an all die Orte, an denen ich jetzt lieber wäre,

zum Beispiel beim Zahnarzt, beim Gynäkologen oder in der Kirche.

Besser als fliegen, oder?

Was? Oh, ja, kann sein.

Aller Tequila Mexikos würde mich nicht in ein Flugzeug bringen.

- Als ich in deinem Alter war... - Ich kann jetzt nicht reden. Ich bete.

Wenn ich nur meine Augen schließen und mir all das wegwünschen könnte,

in ein Getreidefeld oder so.

Ich würde die Augen öffnen und neu anfangen.

Ich würde alles richtig machen, das College abschließen,

nicht für eine Zeitarbeitsfirma arbeiten und noch leben.

Hi.

- Arbeitest du für die Bahn? - Nein.

Ich darf nur mit dir reden, wenn du für die Bahn arbeitest.

Ok, ich arbeite für die Bahn.

Wo ist deine Uniform?

In der Reinigung, ok?

- Wie heißt du? - Kirsti.

Danach fiel mir nichts mehr ein.

Ich meine, in der Sesamstraßebekommt man so etwas nicht beigebracht.

Darum fragte ich:

Warst du schon mal bei SeaWorld? Magic Mountain?

Disneyland?

- Ich mag Donald Duck. - Ja, ich auch.

Kennst du das Gefühl, wenn du den ganzen Tag im Park alles ausprobierst

und nicht aufhören willst?

Deine Eltern sagen, es wird Zeit, nach Hause zu gehen, aber du bist nicht bereit.

Du willst noch einmal mitfahren, aber es geht nicht.

Du findest es unfair und bist sauer und...

Verstehst du, wovon ich rede?

Warum setzt du dich nicht zu mir?

- Miss, alles in Ordnung? - Ja, wir wechseln nur den Sitzplatz.

- Kennen Sie das Mädchen? - Ich kenne sie nicht.

Setzt euch beide wieder auf eure Plätze.

Nein, sie sollte sich zu mir setzen.

Setz dich. Halt dich gut fest.

Mr. Blinkie!

Geht es allen gut?

In diesem Wagen saßen zehn Passagiere.

Ich werde Sie zählen.

Eins...

zwei, drei, vier...

Klein Kirsti, mit ihrem Puppenkleidchen und ihren Lacklederschühchen,

war heil und unversehrt geblieben.

Ich hoffte insgeheim, dass mir gekündigt werden würde.

- Zehn. - Und das war einer mehr als vorgesehen.

Wir sind alle hier.

Zum Glück beschränkte das überstandene Nahtoderlebnis

den Gesprächsbedarf auf ein Minimum.

Wir sind vermutlich nicht weit von der A20 entfernt.

Rettungsteams sind bestimmt schon unterwegs.

Ich würde sagen, wir halten uns warm und sind dankbar.

Miss? Wir sollten zusammenbleiben.

- Ich muss pinkeln. - Bleiben Sie in der Nähe.

- Rube, wo bist du? - Schrei nicht so.

Du hättest mich warnen können, dass es ein Mädchen ist.

- Was macht das für einen Unterschied? - Einen großen. Warum sie?

Was glaubst du wohl?

- Sie ist zu ihrem Termin erschienen. - Dann hättest du ihn verschieben müssen.

So funktioniert das nicht. Du kannst das Schicksal nicht ändern.

Das habe ich aber.

Was hast du getan?

Was hast du getan?

Sie ist nicht tot. Ich habe ihre Seele nicht entfernt.

Erklärst du mir, was du dir dabei gedacht hast?

Ich lasse sie leben.

Oberste Grundregel: Jeder stirbt.

Darum, geh schnell zu ihr und entferne ihre Seele.

- Wenn sie unbedingt sterben soll, tu du es. - Nein,

das kannst nur du. Der Tod ist nicht übertragbar.

Sie gehört dir.

Nur du kannst es vollenden.

Dann wird sie, unvorhergesehene Unfälle ausgeschlossen, noch 80 Jahre leben.

Ja, glaub mir, sie wird diese 80 Jahre nicht wollen.

Was soll das heißen?

Ihr Schicksal ist besiegelt, seit sie in den Zug stieg. Ihre Seele ist verfallen.

Weißt du, was passiert, wenn eine Seele über Gebühr lebt?

- Nein. - Das Gleiche wie der Milch.

Sie wird schlecht. In vielerlei Hinsicht.

- Aber... - Wenn du den Ernst der Lage

nicht verstehen kannst, schlag im Duden "schlecht" nach.

Wenn du ihre Seele nicht entfernst, wird sie in ihrem Inneren sterben und verrotten.

Das habe ich schon erlebt.

Möchtest du sie dazu verdammen?

Sie ist nur ein kleines Mädchen.

Sie darf nicht sterben, das ist grausam.

Es ist grausam.

Es ist grausam, dass sie das Leben nie auskosten wird,

dass ihr Liebe, Schmerz und Schönheit entgeht,

und es ist traurig für jeden auf der Welt, außer für sie.

Ihr wird es egal sein. Sie wird etwas anderes tun.

So ist das nun mal.

Ich...

Ich wollte sie nur retten.

Das kannst du nicht.

Du kannst keinen von ihnen retten.

Du kannst es höchstens einfacher machen.

Das erscheint wenig, aber das ist es nicht.

Na los.

Ich weiß nicht, ob das die richtigen Worte sind.

Ich... Ich meine, du...

Tu mir einen Gefallen und schließ die Augen.

Wir machen einen kleinen Ausflug, ok?

- Warte! - Du kannst sie dahin nicht begleiten.

- Was ist das? - Das ist uns verborgen.

Als wir ins unbekannte Dunkel entschwanden, oder wie man es nennen will,

dachte ich, ist es das?

Bin ich das?

Bin ich wirklich eine Seelensammlerin?

Ich glaube, der Tod war ein Weckruf für mich.

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