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Tschüss.
I can't seem to face up to the facts.
I'm tense and nervous and I can't relax.
I can't sleep cause my bed's on fire.
Don't touch me, I'm a real live wire.
Psycho killer, guess you see.
Psycho Killer, Ketzke State, pa pa pa pa.
Shit! Hallo?
Entschuldigung! Entschuldigung!
Es tut mir leid, ich habe eine Patientin da und ich kann nicht verstehen, was sie
sagt. Wir hatten doch schon darüber gesprochen.
Guten
Tag,
hier ist die Mailbox von Polakuenzolal. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.
Danke.
Ja, Dr.
Steiner ist hier am Apparat.
Dies ist schon die dritte Sitzung, die Sie unentschuldigt versäumen, Pola.
Ich denke, nach drei Sitzungen sollte ich mir Sorgen um sie machen.
Schön, versäumte Sitzungen müssen dennoch bezahlt werden.
Was machen Sie denn hier? Guten Abend.
Aber heute haben wir keine Sitzung. Ja, ja, ich weiß. Es ist wichtig. Ich muss
mit Ihnen reden.
Gut, bleiben Sie da nicht sitzen. Kommen Sie rein.
Danke.
Legen Sie sich hin.
Sie wollen sich nicht hinlegen?
Na gut.
Erinnern Sie sich noch vor acht Jahren, als ich das erste Mal zu Ihnen gekommen
bin? Am Anfang ging es darum... Mit dem Rauchen aufzuhören, ja. Genau.
Naja, das war zumindest der Vorwand, um eine Psychoanalyse zu machen. Also ich
habe diese Psychoanalyse gemacht, aber habe nicht aufgehört zu rauchen.
Naja, und dann war ich letzten Montag bei einer Hypnotiseurin.
Und Sie wollen sich wirklich nicht dorthin legen? Dann könnten Sie leichter
frei assoziieren.
Sekunde. Frau Doktor, hören Sie mir zu.
Ich höre Ihnen zu.
François hat mir geraten, da mal hinzugehen. Sie wissen schon, der Freund
meiner Frau, der ein Fan von Alternativmedizin ist.
Sie heißt Granger und wohnt in Aubervilliers. Und er hat durch Sie mit
dem Rauchen aufgehört.
Also, am Anfang hat diese Frau irgendwie dummes Zeug geredet.
Entspannen Sie sich, was weiß ich.
Welches Bild sehen Sie vor sich?
Keine Ahnung, ich sagte, ich sehe meine Eltern nackt in einem Haus.
Naja, ist ja auch egal, irgendwelchen Quatsch. Das ging 20 Minuten so, also
ziemlich kurz. Und dann habe ich für die Beratung bezahlt, das waren immerhin 50
Euro.
Ich war etwas verdattert und dann bin ich rausgegangen.
Und da, einfach so, habe ich meine Schachtel Zigaretten genommen und in den
Müll geworfen.
Ich bin am Müll vorbei und dann bin ich umgekehrt und dann wieder zum Müll. Ich
habe meine Zigaretten angesehen und habe völlig unerwartet mein Feuerzeug auch
weggeworfen.
Das ist jetzt vier Tage her.
Und ich habe nicht geraucht.
Das ist unglaublich.
Ich meine, schon fast eine Woche.
Ich mache es aus. Ich dachte, ich hätte es auf lautlos gestellt.
Ich bin ganz bei Ihnen, ja?
Ich fühle mich von etwas befreit.
Vom Rauchen befreit natürlich.
Aber ich fühle mich auch von Ihnen befreit.
Ich habe keine Lust mehr, zu Ihnen zu kommen.
Schön.
Sehr gut.
Vielleicht legen wir nun einvernehmlich einen Abschluss fest oder ich könnte Sie
an einen Kollegen verweisen. Nein, es ist vorbei.
Meine Frau hat mal nachgerechnet.
Acht Jahre mit einer Sitzung pro Woche und wenn man den Urlaub nicht mitzählt,
macht das 32.000 Euro plus 8.000 Euro für die Zigaretten, die ich gar nicht
rauchen wollte.
Also dann ist es vorbei.
Ich habe gesehen, sie haben mehrmals versucht, sie zu erreichen.
Ich habe eine sehr traurige Nachricht für sie.
Sie hat uns verlassen.
Ich lade sie ein, zu uns zu kommen. Wir treffen uns morgen alle, um gemeinsam zu
trauern.
Danke, dass ihr alle gekommen seid.
In Mamas Zimmer sind eine Menge Leute. Ich bitte die Studenten, sie gehen.
Entschuldigen Sie, wissen Sie, was mit ihr los gewesen ist? Keine Ahnung, es
ging alles sehr schnell.
Hallo,
Jean.
Mein Herz spielt es bei.
Ich danke dir.
Bitte nicht, das weckt die Dieburgs.
Die was?
Die, die Dieburgs, die bösen Geister.
Die Dieburgs.
Guten Tag, Simon, ich bin Jacques Tiffou, Ihr Geschichtskollege von
Monsieur Gilles Ferry. Bin nett von Ihnen, dass Sie gekommen sind. Gehen Sie
hinein, wir werden gleich Ihre Gedenken. Kommen Sie. Nein, nur hinein.
Gehen Sie ruhig.
Aaron, kommst du? Kommen Sie, kommen Sie.
Aaron, komm.
Lass uns Gottes sprechen.
Legen Sie ihn auf die Seite.
Lagern Sie seine Beine mit einem Kissen hoch, bitte.
Bitte ein Glas Wasser. Nein, auf keinen Fall Wasser. Ich bin Ärztin. Das ist
auch kein Wunder.
Das Bad. Wo ist hier das Bad? Gleich da vorne. Kann mal jemand herkommen?
Papa, was hast du denn?
Lieblinge.
Lieblinge, ich weiß es nicht.
Es ist... Setz dich auf und atme. Aber ja.
Hier, Monsieur, nehmen Sie das. Sie haben einen kleinen... Ihr Vater hat
einen Schwächeanfall.
Und atmen Sie tief durch. Es geht schon, es geht schon. Atmen Sie tief durch.
Wer sind Sie?
Ich bin Liliensteiner. Ich habe Ihre Frau seit neun Jahren behandelt.
Mein herzliches... Verschwinden Sie, los, verschwinden Sie.
Ich bedauere es... Verpissen Sie sich! Was wollen Sie hier?
Wer hat Sie reingelassen?
Sie sind hier bei mir zu Hause. Wie können Sie es wagen?
Schmeißen Sie aus!
Reaktion Ihres Mannes unerwartet.
Aggression mir gegenüber, auf die Therapeutin umgelenkte Schuldgefühle,
nicht verarbeitete Emotionen.
So, hier, Madame.
Alles in Ordnung?
Setzen Sie sich, Monsieur, alles als Bestens.
Du hast geklingelt. Ich hatte doch gesagt, du sollst nicht klingeln, damit
du Joseph nicht weckst. Sag vorher Bescheid. Hab ich ihn geweckt? Nein, er
schläft. Aber es hätte passieren können.
Du schnauzt mich wegen was Hypothetischem an, das noch nicht mal so
gekommen ist.
Weißt du, wie man sowas nennt? Nein, und ich will es auch gar nicht wissen.
25 Euro für 5?
Bestell mir am besten gleich 50.
Nein, doch lieber 100.
500 Euro für Minidiscs, Maman, diese prähistorischen Dinger. Das ist doch
Schwachsinn. Wieso nimmst du nicht was Modernes?
Naja, weil ich sie gerne in der Hand habe.
Ja, aber du kannst sie verlieren oder sie werden beschädigt.
Und gerade weil ich sie verlieren kann, sind sie ja so wertvoll für mich. Oh
nein, bitte nicht.
Das sind 500 Euro.
Was willst du denn? Ich arbeite damit. Wie viel hast du denn für deinen
Computer bezahlt?
Komisch, immer wenn du irgendwas willst, kurzt du hier auf.
Hier.
Bist du krank?
Naja, nicht wirklich.
Du hast kein Desinfektionsmittel da, oder? Doch, da.
Du kannst dir davon irgendwas Schönes kaufen, was dir Freude macht.
Weißt du, was mir Freude machen würde? Dass du kommst, wenn dein Enkel wach
ist.
Also weißt du, ich kann ja nichts dafür, wenn Babys die ganze Zeit schlafen.
Erledigt. Der Kauf ist bestätigt.
Gut.
Du kannst Joseph noch sehen.
Nein, ich muss los. Ich habe einen Termin. Wie bitte? Ein Termin ist dir
wichtiger als 30 Sekunden für uns?
Los, komm schon.
Na, kleiner Mann, was ist?
Hast du Hunger?
Komm schon.
Es ist doch noch viel zu früh. Du kleiner Nimmerser.
Ich geh jetzt, mein Schatz.
Ich bin krank.
Ich hab jede Menge Bazillen.
Ich will ihm lieber nicht zu nahe kommen.
Küsschen.
Wir haben uns lange nicht gesehen.
Ist er da?
Ja, sie kann rein. Vielen Dank.
Lilian?
Geht's dir gut?
Störe ich gerade? Nein, nein, nein, überhaupt nicht.
Alles in Ordnung?
Nein, ich meine, ich, ich...
Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich habe mir irgendwas eingefangen.
Würde es dich stören, mal nachzusehen?
Nein, gar nicht. Setz dich. Deine letzte Augenuntersuchung war wann? Bei unserem
letzten Treffen, Wally.
Lehn deine Stirn da an. Okay.
Hast du Joseph in letzter Zeit mal gesehen?
Ja. Ich war vorhin gerade da, aber er hat... Geschlafen.
Dieses Baby schläft viel. Aber nein, ich finde ihn unheimlich wach für sein
Alter. Na ja, ich meine... Er ist zwei Monate.
Aber ich finde, er würde locker für drei durchgehen.
Julien ist sehr jung, oder?
Für einen Vater.
Meinst du nicht? Sehr jung?
Aber du warst im selben Alter.
Im.
So, lehn dich an. Mit der Stirn dagegen.
Das fließt ja richtig, mein Schatz, ne?
Hast du mich gerade Schatz genannt?
Ich glaube, ich sehe dich zum allerersten Mal weinen. Na ja, das weiß
ich. Aber das steht dir wirklich.
Ich weine ja gar nicht, das sind nur meine Augen.
Hast du irgendetwas gefunden? Nein, nein, alles ist normal.
Du hast nicht vielleicht Augentropfen oder ein Placebo, das du mir geben
kannst, oder?
Ich habe höchstens künstliche Tränen, um die Hornhaut feucht zu halten. Aber
nein, nein, nein, du musst warten, bis es weggeht.
Ich habe Patienten nicht. Ich kann nicht warten. Ich habe zu tun.
Ist denn irgendetwas passiert?
Nein, nein.
Nichts Besonderes.
Gib zu, du hast nur einen Vorwand gesucht, um mich zu sehen. Nein, nein.
Keineswegs. Absolut nicht. Du kannst mir per SMS eine Einladung zum Essen
schicken. Das ist viel einfacher.
Ich denke nie an dich. Nein, das stimmt.
Niemals.
Als ich mich vorhin mit Julian gestritten habe, habe ich gedacht, der
Arme. Er hat den schwierigen Charakter seines Vaters.
Oh nein, verflucht.
Entschuldige bitte.
Guten Tag. Guten Tag.
Ich bin Valerie.
Du lässt haken.
Ich erkenne Sie wieder.
Ich muss unbedingt mit Ihnen reden.
Jetzt geht es nicht. Ich erwarte gleich einen Patienten.
Also sagen wir vielleicht ein anderes Mal? Aber ich kann ja warten. Im Café da
drüben. Gar kein Problem.
Na schön.
Also, ich höre Ihnen zu.
Sie wissen nicht, wie meine Mutter sich umgebracht hat?
Nein, ich wusste nicht, dass Ihre Mutter Suizid begangen hat. Sie haben sie die
Woche davor noch super fit gesehen.
Und stellen sich gar keine Fragen?
Naja, das passiert doch jedem, dass er irgendwann geht. Und wenn ich sage, dass
sie sich umgebracht hat, lässt sie das jetzt völlig kalt? Es lässt mich nicht
kalt.
Verzeihung, ich wollte Sie nicht zum Weinen bringen.
Was? Nein.
Das liegt nicht an Ihnen.
Sie hat alle Medikamente von Ihnen auf einmal geschluckt.
Ich verstehe.
Und Sie denken, ich bin nun verantwortlich für den Tod Ihrer Mutter?
Mein Vater denkt es.
Ihr Vater ist nicht hier. Ich spreche mit Ihnen.
Hier, das hatte sie in der Hand.
Sehen Sie sich an, was sie hinten drauf gekritzelt hat, bevor sie starb.
Ich kann es nicht lesen.
Die Schrift ist ja total unleserlich. Ich glaube, dass es eine Botschaft ist.
Eine Botschaft?
Für wen denn? Lesen Sie.
Lesen Sie es laut vor. Lesen Sie es.
Ich bedauere... Nein, ich habe jetzt einen Patienten.
Verhalten Sie das.
Geben Sie es mir später zurück.
Kommen Sie.
Valerie, Sie wissen es ja oder vielleicht auch nicht, aber nichts von
dem, was Polar mir anvertraut hat, darf ich Ihnen erzählen.
Das nennt sich ärztliche Schweigepflicht. Verstehen Sie?
Ich muss es aber unbedingt begreifen.
Wie konnte sie das tun?
Und ganz besonders jetzt.
Wo ich in diesem Zustand bin.
Welchem Zustand denn?
Ich verstehe.
Und wie ist die Beerdigung gewesen?
Wir wissen nicht, wann die sein kann.
Aber ich meine, in der jüdischen Religion ist es doch so, dass... Wir
müssen die Autopsie abwarten und die ganzen Ermittlungen. Eine Ermittlung? Es
gibt noch Ermittlungen?
Das ist Vorschrift beim Suizid.
Das kann dauern.
Wir hatten am Straßenrand geparkt und ich war vielleicht
zehn oder elf. Wir hatten einen weißen Minivan mit goldenen Zierleisten, daran
erinnere ich mich.
Es war zur selben Zeit oder später, aber die Bremse im Auto hat versagt. Also
musste meine Mutter die Handbremse ziehen.
Und es ist schwer, das zu sagen. Kurz bevor ich zu Ihnen in die Behandlung
gekommen bin, ist mir klar geworden, dass ich...
Dass ich das hatte. Ich habe sogar Sparma gespendet, aber wieso
funktioniert es überhaupt nicht? Wie kommt es, dass ich mich abgeschnitten
fühle? Ich kratze und kratze und kratze.
Die Katzenaugen. Ich scharre.
Ich scharre.
Ich träume viel von ihren Händen.
An ihre Hände auf meinem Körper, denke ich.
Dann war ich letzten Montag bei einer Hypnotiseurin.
François hat mir geraten, da mal hinzukommen.
Sie heißt Granger und wohnt in Aubervilliers. Hatte ich sie mit dem
Rauchen aufgehört.
Also, am Anfang hat diese Frau irgendwie dummes Zeug geredet.
Entspannen Sie sich.
Es ist nicht einfach nur ein Augenproblem?
Nein. Vielleicht lassen Sie sich professionell behandeln.
Ich bin Psychiaterin. Also wenn ich eine Depression hätte, wüsste ich das.
Aber Madame, ich bringe Sie nicht dazu, dass Sie nicht mehr weinen.
Ach so? Wieso denn nicht?
Weil Sie das Weinen immer noch brauchen. Es wäre, als klebte ich ein Pflaster auf
eine nicht gereinigte Wunde.
Sie leben in Trauer.
Einer sehr tiefen Trauer.
Ich spüre es.
Sie sind nicht allein hier.
Irgendjemand ist bei uns.
Abgesehen von Ihnen sehe ich hier niemanden.
Es ist eine Frau.
Eine blonde Frau.
Also, ich habe gerade eine Patientin verloren.
Und es ist aber nicht das erste Mal, dass ein Patient stirbt.
Sie war eine Patientin, keine Freundin.
Hören Sie, was ich Ihnen anbieten kann, falls Sie es wollen, ist eine Therapie,
die sich auf Erinnerungen stützt.
Und...
Ich
spüre, Sie sind bereit, sich fallen zu lassen.
Das höre ich zum allerersten Mal.
Gut, vereinbaren wir einen neuen Termin?
Oh nein, wir erledigen das sofort.
Das geht ja schnell bei Ihnen. Gerade wollten Sie mich noch weinen lassen und
jetzt? Ja, aber ich mag es, wenn Menschen schnell gesund werden. Ah,
nicht wie bei den Psychiatern, richtig?
Legen wir los?
Ja.
Warten Sie, Sie wollen das aufzeichnen? Ja, das gebe ich Ihnen nachher mit.
Damit können Sie das Ganze innerlich vertiefen nach unserer Sitzung.
Denn man ist manchmal erstaunt, wenn man sich selbst hört.
Es gibt einiges, an das man sich nach der Therapie nicht erinnert.
Also, habe ich Ihre E-Mail-Adresse schon?
Machen Sie, was Sie wollen. Ich bin flexibel.
Naja.
Ich bin auch flexibel.
Gut.
Bitte sehr.
Schön. Entspannen Sie sich.
Entspannen Sie sich.
Schauen Sie einfach ins Leere.
Machen Sie die Augen jetzt zu.
Alles ist dunkel.
Sie hören, wie ihr Herz schlägt.
Sie sind im Bauch ihrer Mutter.
Lilian, hören Sie auf, Skepsis mit Intelligenz zu verwechseln.
Ihre Ironie ist ein Ausdruck ihrer Angst.
Sie sind im Bauch ihrer Mutter.
Sie sind ein Fötus.
Gehen Sie weiter.
Gehen Sie noch weiter.
Sie sehen eine Tür.
Hinter der Tür sehen Sie eine Treppe.
Wenn Sie bereit sind, gehen Sie hinunter.
Sehr gut.
Es schneit. Und weiter. Lassen Sie sich Zeit.
Sie sehen eine Tür.
Öffnen Sie sie.
Nein, nicht diese.
Nein, bitte nicht.
Dann schließen Sie sie wieder.
Und in Ihrem eigenen Tempo gehen Sie weiter hinunter.
Ich bin da.
Was für ein Raum ist das?
Könnten Sie ihn mir beschreiben?
Dunkel.
Mit viel Holz.
Auf den Gesichtern ist Licht.
Instrumente.
Erzählen Sie mir mehr von diesem Raum.
Da ist eine Frau.
Mit einem Cello.
Beschreiben Sie mir weiter, was Sie sehen.
Oh, das, das bin
ich.
Das ist sie. Es ist Pola, Pola Quensolal, meine Patientin.
Wir sind in einem Orchestergraben.
Wir stimmen unsere Instrumente.
Es ist während des Krieges.
Da sind Deutsche.
Das Publikum.
Das Publikum sieht uns an.
Und wir beide lieben uns.
Wie verrückt.
Ich fühle es. Sie ist meine Geliebte.
Das ist Wahnsinn.
Ich spüre, dass sie Angst hat.
Sagen Sie mir, was da passiert, Lilian.
Simon. Ja, Mann.
Sie, sie sagt etwas zu mir, das ich nicht verstehe. Ich muss es verstehen.
Lassen Sie sie erst mal, Lilian. Lassen Sie sie. Ich verlange es von Ihnen.
Nein, nein. Ich muss es hören. Wenn Sie bereit sind, gehen Sie wieder zurück zu
der Tür. Nein.
Wir werden wieder die Treppe nehmen.
Los, auf mein Zeichen. Verlassen Sie den Schauplatz. Aber jetzt, mitten im
Konzert... Sie verlassen die Szene. Ich muss es hören.
Gehen Sie.
Ich verlange es von Ihnen. Er ist bewaffnet.
Sie gehen wieder zur Tür.
Da ist eine weitere Tür. Was soll ich... Was soll ich machen?
Sie warten davor.
Bevor Sie sie öffnen, muss ich Ihnen etwas sagen.
Sie werden nicht mehr weinen, Tisha.
Das ist nun vorbei.
Sie haben keinen Grund mehr zu weinen.
Nun wissen Sie, dass Pola ein Teil Ihres Lebens ist.
Sie war Ihre Geliebte.
Früher, in einem anderen Leben.
Es ist normal, dass Sie leiden.
Und wenn ich es sage, werden Sie die Tür öffnen können.
Öffnen Sie die Tür.
Wenn Sie bereit sind, öffnen Sie die Augen.
Er ist bewaffnet.
Der Ehemann, der der Dirigent Simon ist.
Sie sind eine sehr empfängliche Person.
Ja, es kommt äußerst selten vor, dass jemand die Treppe so schnell hinunter
geht. Gut, ich sag's Ihnen gleich.
Ich glaub ja nicht an das hier, aber... Hier geht es nicht darum, ob Sie daran
glauben oder nicht.
Auf jeden Fall werden Sie nicht mehr weinen, wenn Sie die Praxis verlassen.
Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Eine ganz einfache?
Hatten Sie schon mal das Gefühl, dass Sie sich in Ihre Patientin verlieben?
Oder wenigstens durch Sie verwirrt waren?
Schön.
Danke für alles.
Was bin ich Ihnen schuldig?
50, oder?
Nein.
Ich entscheide, wann und ob ich bezahlt werde.
So läuft das.
Es funktioniert trotzdem, oder?
Ja, ja, es wird trotzdem funktionieren.
Keine Sorge, bei uns hat Heilung gar nichts mit dem Geld zu tun.
Übrigens, vielleicht wissen Sie, dass angeblich hat Freud die Hypnose deshalb
aufgegeben, weil es für ihn nicht so interessant war.
Finanziell. Die Leute waren zu schnell geheilt.
Ist die nicht ein wenig antisemitisch, Ihre Bemerkung?
Wir belassen es dabei, Lilian.
Entschuldigung, hätten Sie vielleicht Taschentücher?
Sekunde.
Bitte.
Amen.
Aber trotzdem weiß ich nicht, ob ich solche Dinge im Leben verdiene oder
nicht.
Unglück. Kinder tot.
Ich glaube, dass es eine Botschaft ist.
Nein, aber ich bin mir der Lüge bewusst.
Ihres enormen Ausmaßes.
Jetzt ist es zu spät.
Ich kann nicht mehr zurück.
Ihr die Wahrheit zu sagen, würde bedeuten, Valerie zu zerstören. Es würde
sie wirklich zerstören.
Sie ist zu labil.
Wissen Sie, das ist mein größtes Unglück gewesen.
Die Kinder, die sich nicht halten wollten.
Föten. Es waren noch keine Kinder.
Ja.
Simon hat zu mir gesagt, unsere toten Kinder.
Und Sie hatten das Gefühl, dass er Ihnen die Schuld gab?
Ich weiß nicht, aber irgendwas hat mich dazu gebracht, so zu denken wie er, ja.
Er wurde verrückt.
Weil er gespürt hat, er war das Problem.
Was soll das heißen?
Er weiß, sie ist nicht seine Tochter.
Aber das ist kein Geheimnis.
Valerie weiß es, nicht wahr? Das hatten Sie mir erzählt.
Ich habe sie angelogen.
Ich habe sie nie gesagt.
Das könnte bei ihr eine Krise auslösen. Eine furchtbare Krise.
Würde sie es erfahren, würde sie mich umbringen.
Ich habe sie angelogen.
Ich habe sie nie gesagt.
Das könnte bei ihr eine Krise auslösen. Eine furchtbare Krise.
Würde sie es erfahren.
Würde es mich umbringen.
Aggressivität der Mutter gegenüber ist normal, aber bis hin zum Mord.
Du weißt doch genau, dass sowas immer möglich ist.
Auch wenn ich es noch nie erlebt habe.
Oh, halte, erzähle ich dir Unsinn. Doch.
Ich hatte einen Kollegen in Nizza vor 20 Jahren.
Jetzt gerade fällt es mir wieder ein.
Ein Mädchen hatte ihre Mutter in einem psychotischen Anfall ermordet. Und das
im letzten Schwangerschaftsmonat.
Sie hat sie, wenn ich mich recht erinnere, erstochen.
Und dann ausgeweidet. Es war fürchterlich.
Und solche Fälle von Übertragung sind nicht selten am Ende der
Schwangerschaft.
Das erinnert mich an einen anderen Fall, da hat das Mädchen einfach alle getötet.
Ihre Mutter und ihre zwei Schwestern, alle vergiftet.
Alles Frauen übrigens.
Interessant. Oh ja, sehr.
Du hast noch nie davon gehört?
Nein. Aber in dem Fall gab es natürlich schon vor der Schwangerschaft Symptome
für eine psychotische Störung.
Hallo? Hallo?
Hallo, wer ist da?
Hallo?
Kommst du immer noch montags her?
Ich bin ein Gewohnheitstier.
Darf ich? Aber sicher.
Und deine Augen?
Denen geht's gut. Aber ich brauch mal deine Hilfe.
Ja. Es geht um meine Patientin. Wovon sprichst du?
Von meiner Patientin, weißt du, die sich... Ja?
Also meine Patientin, die sich umgebracht hat.
Aber wieso hast du mir das dann nicht gleich gesagt?
Mir ist nach Trinken zumute, in großen Mengen und in kurzer Zeit.
Da mache ich mit.
Ich bekomme ständig irgendwelche Anrufe.
Immer anonym.
Also. Madame nimmt die Tagliatelle aber ohne Sand.
Sieh mal.
Was liest du da?
Ist das von ihr?
Ja, sie war Lehrerin.
Kinder, Kinder steht da.
Ja. Nein, hey, mach es nicht schmutzig. Oh, ist ja schon gut.
Und dann steht hier Tod.
Na, vielleicht bedeutet das, dass irgendwelche Kinder gestorben sind.
Ja.
Ja, ich, äh, ich habe das Gefühl...
dass es eine Botschaft sein soll, die an mich gerichtet ist. Eine Botschaft?
Ja, genau.
Ich, äh... Hör mal, ähm... Ich habe über was nachgedacht, Gabi. Und ich
will, dass du es ernst nimmst. Ja. Ja, okay?
So, rausch damit.
Ich... Ich habe niemals nur den geringsten Selbstmordgedanken von ihr
gehört. Also, das ist nicht normal in neun Jahren.
Ich meine, so kann man sich nicht irren. Aber, äh...
Wovon sprichst du da?
Na ja, von meiner Patientin.
Ich... Ich denke, dass sie getötet worden ist.
Getötet worden ist? Aber von wem und wieso?
Aber sicher.
Das ist die Frage, ja. Ich muss immer daran denken und ganz instinktiv würde
ich sagen, es war ihre Tochter. Sie ist Borderliner.
Aber eine dekompensierte Persönlichkeitsstörung macht sie ja noch
nicht zur Kriminellen, das weiß man.
Helgo.
Komm, iss. Iss mal etwas.
Isst du nichts?
Doch, doch.
Danke.
Oh, an diese Ohrringe erinnere ich mich noch.
Wir haben viel getrunken, oder?
Oh ja.
Ich habe keine Lust, nach Hause zu gehen.
Vielen Dank.
Nicht schon wieder.
Warte mal.
Hey,
Sie stören uns gerade. Das ist kein guter Zeitpunkt. Ich bin kurz davor, mit
meiner Ex-Frau zu schlafen. Also es reicht jetzt. Dankeschön.
Du bist ja ganz schön eingebildet.
Du kennst meine Wohnung noch nicht.
Nein, aber ich habe keine Lust, Vera zu treffen.
Das mit Vera ist vorbei. Seit zwei Jahren schon.
Ich dachte, das wüsstest du.
Aber woher sollte ich das denn wissen?
Bist du mal bei einem Hypnotiseur gewesen?
Ich? Nein. Ah, doch, doch, doch. Einmal wegen meines Schnarchens.
Aber was ist denn los?
Entschuldige, ich finde das lustig, weil du immer zu mir gesagt hast, nein, nein,
nein, das liegt nur an der falschen Schlafposition.
Spielt das keine Rolle, weil du ja nun allein schläfst, nein?
Nein.
Nicht jede Nacht.
Sie ist verheiratet, das passt mir gut.
Und du?
Ich was?
Bist du schon mal bei einem Hypnotiseur gewesen?
Oh, shit.
Wer ist da?
Und blutrote Flüssigkeit überall auf der Frontscheibe.
Also, Madame, Sie wollen hier heute eine Anzeige wegen Belästigung aufgeben oder
wegen eines Einbruchs?
Hören Sie, nennen Sie es doch, wie Sie wollen. Aber ich bin wirklich überzeugt,
es war kein Suizid. Und ich glaube, es ist Ihre Tochter gewesen. Sie schüchtert
mich ein und sie will Informationen über den Tod ihrer Mutter.
Und ich denke, sie hat nach den Disketten gesucht.
Welchen Disketten?
Und wenn ich von Tod spreche, dann könnte es auch Mord sein.
Haben Sie getrunken, Madame?
Nein. Naja, doch, aber vor ein paar Stunden. Wie viele genau?
Was denn, wie viele?
Ist das auf einmal gesetzlich verboten? Nein, nein, nein.
Aber ich habe Hyperosmie.
Was? Durch mein Long Covid habe ich eine Art Überempfindlichkeit gegenüber
Gerüchen. Deswegen hat es mich interessiert, wann Sie getrunken haben.
Also, mein letztes Glas hatte ich um Mitternacht.
Hyperosmie. Kannte ich noch nicht. Ja, Entschuldigung.
Also, Sie sagten... Dass das ein Mord sein könnte.
Und deswegen hat sie bei mir rumgeschnüffelt. Ja?
Sie? Das ist die... Nein, ihre Tochter, Valerie.
Weil ich... Ich weiß gewisse Dinge über sie, die ich nicht wissen sollte.
Was sind das für Dinge?
Das darf ich Ihnen nicht sagen.
Es unterliegt der Schweigepflicht.
Okay, also dann fangen wir nochmal an, Ihr Beruf?
Psychiaterin.
Alles in Ordnung?
Ja.
Ich hatte Angst um dich.
Also, glaubst du mir jetzt?
Aber was wollte sie denn?
Die Disketten. Es sind die Disketten, die Sie interessieren.
Die letzte Sitzung und ich habe sie mir noch nicht angehört, ich Idiot.
Die vom 22.
Scheiße. Was gab es bei dieser letzten Sitzung? Das Mordmotiv. Ganz offenbar.
Ich muss mir unbedingt nochmal anhören, was sie über Valerie gesagt hat. Über
ihn. Hast du das der Polizei erzählt?
Ja.
Wieso habe ich mir das verdammte Band nicht nochmal angehört?
Ich ruf mal einen Schlosser an.
Ja, ja, ich warte.
Ein komischer Beruf, oder?
Was denn, Schlosser?
Nein, Psychiater.
Das Leben der Leute zu kennen, ihre Geheimnisse, ohne wirklich zu handeln,
ohne viel für sie tun zu können.
Eigentlich gar nichts.
Ja, aber bei dir.
Die Leute kommen zu dir, sie haben was an den Augen. Du reparierst sie, was
repariere ich denn?
Ihr Seelenleben.
Ich hätte Gynäkologin werden sollen.
Du wärst eine super Gynäkologin geworden.
Denkst du, es ist zu spät, sein Leben zu ändern?
Sprichst du von uns?
Ja, ja, ein Schloss, genau.
Ich weiß nicht, Monsieur, ein Einbruch. Wir brauchen ein neues Schloss.
Er fährt zwei, drei Tage pro Woche weg.
Dabei sind seine Kurse nur zwei halbe Tage pro Woche.
Manchmal schlage ich ihm vor, länger nach Chirons zu fahren.
Aber anschließend lasse ich ihn dafür büßen.
Das ist pervers.
Oder?
Wer ist pervers?
Wir haben sehr unterschiedliche Gewohnheiten.
Er geht früh schlafen, schläft lange, ich umgekehrt. Naja.
Das ist so banal.
Also habe ich eine Menge Strategien entwickelt, um ihn nicht zu stören.
Ehrlich gesagt, wenn ich im Bett liege, denke ich nur an ihn, dass sein Schlaf
nicht gestört wird.
Aber... Er ist knallhart. Er ist unheimlich hart.
Was meinen Sie mit hart?
Es ist so, als hätte er immer ein Messer in sein...
Und eine Pistole in den Augen.
Manchmal habe ich das Gefühl, er wartet nur darauf, dass ich aus seinem Leben
verschwinde.
Ja, ich soll verschwinden.
Valerie?
Aber... Wieso beantworten Sie meine Anrufe nicht?
Sie können nicht ständig unangekündigt hier auftauchen. Ich muss Sie sprechen.
Sofort. Ich brauche Hilfe, Lilian.
Gut. Nicht in meiner Praxis. Unten. Unten in dem Café, ja?
Shit.
Shit.
Okay.
Shit. Hallo?
Kabi. Sie wieder.
Sie ist es wieder. Sie ist hier.
Ja, Valerie, Ihre Tochter.
Ich habe mich mit ihr unten im Café verabredet. Komm da hin.
Verstehe. Ich versuche es.
Guten Tag, Britta.
So, hier bin ich.
Ich fühle mich wahnsinnig schlecht.
Ich bin ein Monster.
Ein Monster?
Und wieso ein Monster?
Wieso dieses Wort?
Weil meine Mutter gerade von Perle geerbt hatte.
Perle Friedmann, ihre Tante.
Das hat sie bestimmt erzählt. Da gab es viel Stress in der Familie.
Ich habe sie auch geliebt.
Sie hat ihr Leben in der Bibliothek verbracht.
Ehrenamtlich in der Bibliothek Masarin.
Sie hat mich als Kleine mitgenommen. Ganz häufig.
Stundenlang konnte ich ihr beim Büchersortieren zusehen.
Es ist sehr viel Geld.
Sehr viel.
Das ist natürlich Polarzustand, aber... Jetzt teilen wir es uns, ich und Papa.
Ich hatte immer Schwierigkeiten, mit Geld umzugehen. Keine Ahnung.
Mein Leben hat sich verändert.
Aber Valerie, alles, was Sie gerade empfinden, scheint mir vollkommen normal
zu sein.
Ich gebe Ihnen mal die Telefonnummer eines Kollegen von mir.
Wieso nicht Sie?
Hä? Oh nein.
Nein.
Das müssen Sie verstehen. Ich darf das nicht. Das ist nicht erlaubt.
Ja, ja. Sie haben vollkommen recht.
Jetzt verstehe ich meine Mutter besser.
Sie hat oft von Ihnen gesprochen.
Aber sie nannte nie Ihren Namen.
Sie nannte Sie mein nächtliches Rendezvous.
Sie hat sich wohl bei Ihnen gefühlt, hat sie gesagt.
Das hat sie zu Ihnen gesagt?
Ja, oft.
Papa meinte, sie hätte... sie hätte sich in sie verliebt.
Und Mama hat geantwortet.
Ja, es ist, als würde ich sie länger kennen.
Schon immer.
Sie war es nicht, nein.
Schön. Es muss ihr Vater gewesen sein.
Naja, der, der nicht wirklich ihr Vater ist. Der Ehemann also. Ach ja, weil der
Vater nicht der Vater ist. Wunderbar. Hey, hör mal. Das hast du nicht von mir.
Nein, aber warst nie lieb.
Sie hat übrigens letztes Mal ihr Medikament nicht abgeholt.
Sie ist nicht in einer manischen Phase.
Und dann hat sie auch noch das Motiv geliefert.
Es ist das Geld.
Das Geld?
Polar hatte gerade geerbt.
Nein. Sie war es nicht. Sag mal, wolltest du deine Patientin ausknocken?
Aber nein, wieso? 15 Tropfen abends, Donnerwetter. Aber was redest du da? 5
Milligramm sind es. Sie hatte nur 5 Milligramm als Tablette.
Mein armer Schatz, bei deiner Handschrift. Lass sie.
Das hat irgendeiner geändert.
Hier.
Hast du die Adresse der Apotheke? Ja, sie steht drauf.
Du wartest auf mich.
So, hier kommt die Wechselgeld. Danke.
Und das ist die Sie. Vielen Dank. Also, auf Wiedersehen.
Guten Tag. Guten Tag, Madame. Ich bin Dr.
Steiner. Ich bin die Psychiaterin, die Polacoenzulal behandelt hat. Sie wohnte
in diesem Gebäude.
Es ist uns normal, von Tabletten auf Tropfen umzusteigen, wenn die
Schlaflosigkeit chronisch ist. Ich kenne diese Tropfen seit Jahren. Ja, ja.
Ziehen Sie mich an.
Ich bin nicht hier, um das zu melden. Bis zum heutigen Tag habe ich immer nur
Tabletten verordnet, das wissen Sie.
Ja, absolut.
Das habe ich, das habe ich auch Monsieur Coenzola gesagt.
Moment mal, er hat sie also geholt?
Er war das?
Ja, nein, aber, na ja, ich will doch nur von Ihnen wissen, wer dieses Medikament
abgeholt hat. Ja, ja, es war Ihr Ehemann. Ja, Ihr Mann hat immer die
Rezepte abgeholt von ihr. Ich meine die Medizin.
Und er hat die Tropfen von Ihnen verlangt?
Naja, wir haben zusammen das Rezept entziffert und er hat dasselbe wie ich
gelesen. 15 Tropfen. Also, er hat mir erzählt, dass es ihr sehr schlecht
ginge, dass sie eine ganz schwere Phase durchmache, dass jemand aus der Familie
gestorben wäre.
Fahr los!
Schnell, schnell, schnell, schnell, schnell, schnell, schnell!
Was ist das denn? Ich habe die Hausmeisterin ausgehorcht. Ja, und
weiter? Er ist aufs Land gefahren.
Ja, und wohin? Das hat sie mir nicht erzählt.
Ich habe mich oben trotzdem mal umgesehen. Und da bin ich auf das hier
gestoßen. Mach es auf.
Ganz sicher, ja?
Ja klar, das ist nun auch schon egal. Jetzt verstehe ich auch, warum meine
Pakete nie bei mir ankommen.
Das ist ein Glätteisen.
Hat dieser Ehemann denn lange Haare? Nein, aber das war wahrscheinlich für
Polar gedacht.
Die Bestellung wurde vor acht Tagen aufgegeben. Ach ja?
Wer bestellt denn drei Tage nach dem Tod seiner Frau ein Glätteisen?
Wir müssten mehr über diese Tante erfahren.
Die Tante, von der Valerie gesprochen hat. Wieso, Dudu? Denkst du, dass...
Naja, er muss sie vorher getötet haben.
Ja, aber Paula hat mir nie von ihr erzählt.
Oder ich hab's vergessen oder es überhört. Nein, nein, unmöglich. Ja,
also, das ist ziemlich viel auf einmal. Und am Ende hocken wir hier mit einem
Hadildo.
Oh, verdammt. Ich muss los.
Mit dem nächsten Schritt wartest du auf mich.
Ja.
Ich bin oft hergekommen, als diese ältere Dame hier war. Sie hat
ehrenamtlich hier gearbeitet.
Guten Abend. Ich habe Ihren Vornamen vergessen. Er lautet... Ah, doch. Sie
heißt Perle. Ah, verstehe. Perle.
Ja, ja. Sie war eine Mäzenin. Ja, ja. Eine sehr nette alte Dame.
Ich glaube, sie ist leider vor kurzem verstorben. Nein.
Ungefähr. Nein.
Nein, was?
Sie war gar nicht sehr nett.
Aber sie ist trotzdem gestorben? Ja, stimmt. Aber woran?
Wissen Sie es?
Keine Ahnung.
Nur, sie war echt nicht sympathisch.
Ja, okay.
Ich möchte der Familie ein kleines Kondolenzschreiben schicken.
Sie haben nicht zufällig ihre Adresse. Wir geben solche Informationen leider
nicht raus, Madame.
Entschuldigen Sie, würden Sie kurz hier warten?
Ja. Tut mir leid.
Okay. Friedmann. Mädchename Kinder. Kinder? Kinder.
Perle Kinder.
Kindertod.
Der Tod von Perla.
Mein Gott.
Madame!
Nein, das glaube ich Ihnen nicht. Dafür sind Sie viel zu rational.
Nennen Sie mir den wahren Grund, Lilian.
Sie meinen nicht mehr, warum wollen Sie noch eine Sitzung?
Weil sie... weil sie mir etwas gesagt hat. Wissen Sie nicht mehr?
Ich konnte es nicht hören, aber ich musste es verstehen.
Dafür haben Sie die Aufnahme unserer Sitzung. Ich habe Ihnen gesagt, dass Sie
sich das nochmal anhören müssen.
Ja, aber da ist irgendein Schlüssel, der mir fehlt.
Und wenn ich keine Lust dazu habe?
Ach, hören Sie mal.
Jetzt seien Sie nicht so stolz.
Ich bitte Sie wirklich um Entschuldigung. Ich war Ihnen gegenüber
sehr unhöflich. Nein, nicht unhöflich.
Unverschämt. Sie haben mich als Antisemitin beschimpft. Nein, ich sagte
ein wenig antisemitisch.
Aber verzeihen Sie mir doch. Es tut mir leid.
Nein.
Ausgeschlossen. Doch, ich komme rauf.
Nein, nein.
Ich bedauere Lilian, aber heute ist Freitag und ich muss meinen Zug
erwischen. Und Montag dann?
Montag geht es nicht. Da habe ich Weiterbildung. Danach fahre ich in die
Ferien. So ist es. In die Ferien.
Wiederhören, Lilian.
In die Ferien.
Diese scheiß Franzosen.
Das ist so wundervoll.
Sie leiden offenbar unter Schuldgefühlen wegen dieser Patientin.
Sie konstruieren eine Geschichte aus dieser falschen Erinnerung.
Als Ärztin sollten Sie Ihre Patientin eigentlich gesund machen.
Stattdessen hat Ihre Medikation Sie getötet.
Was mich irritiert, ist das Rezept.
Diese Verordnung.
Was meinen Sie? Sie wissen genauso gut wie ich, dass Psychoanalytiker in
Frankreich keine Medikamente verschreiben dürfen.
Tja, wir kannten einander wirklich gut. Und sie hatte mit Schlaflosigkeit zu
kämpfen. Sie haben gegen die Vorschriften verstoßen. Nein, so ist es
nicht. Ich habe die Lizenzrezepte auszustellen. Ich habe denen alle
Informationen gegeben, falls man Anzeige erstatten will.
Nein, das ist nicht wahr.
Sie weichen aus.
Sie wollen sich nicht mit dem Fall auseinandersetzen. Deswegen machen Sie
diese Reise mit Ihrer Hypnotiseurin.
Erzählen Sie mir noch einmal, wie Ihre Mutter starb.
Nein, das können Sie nicht tun.
Ich bin nicht mehr Ihre Patientin, ich bin Ihre Kollegin.
Sie haben sich nicht verändert, Lillian. Sie sind sich immer noch bei allem so
sicher.
Wieso bin ich überhaupt hergekommen?
Gehen Sie weiter hinunter.
Wir sind in einem Orchestergraben.
Ich bin schwanger von dir, mein Liebling.
Das überwältigt mich.
Aber ich kann nicht einfach so gehen.
Wer verlangt, dass Sie gehen?
Dieser Mann hinter dem Vorhang. Ein Regisseur. Er sagt zu mir, ich soll
fliehen. Sie sind da. Sie sind da.
Wer? Du musst sofort fliehen.
Die Polizei. Die Miliz.
Die kontrollieren alle Ausweise. Es ist eine Razzia. Wir müssen weg hier.
Schnell. Beschreiben Sie es genau, Herr Lilian.
Julien, er ist ein Milizionär.
Julien? Das ist mein Sohn.
Und was noch?
Er hat eine Waffe.
Und dann?
Mach schnell.
Und ich gehe.
Ich durchsuche meine Taschen. Eine Postkarte. Drehen Sie die Postkarte um.
Chérons.
Gehen Sie jetzt, Liliane. Gehen Sie.
Ich verlange es.
Chérons. Öffnen Sie die Tür.
Sie verlassen Paris.
Sie überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit.
Nehmen Sie die nächste Ausfahrt.
Sie erreichen Chez Ross.
Vielen Dank.
Lilian, wo bist du? Du bist einfach verschwunden. Ich mache mir Sorgen,
weißt du? Ist das Schloss schon ausgetauscht? Und vergiss nicht, heute
Abend sind wir bei Julien zum Essen eingeladen. Vergiss es nicht, er freut
sich schon. Denk dran.
Ja, Dr. Steiner, hallo. Hier ist Pierre Allain.
Ich wollte Sie nicht so überrumpeln, aber folgendes. Meine Frau und ich haben
eine Anzeige wegen Rückzahlung der 40.000 Euro erstattet, die ich bei Ihnen
ausgegeben habe.
Sie bekommen also ein Anwaltsschreiben. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber... In
einer einzigen Hypnosesitzung hat er mit dem Rauchen aufgehört. Sie sind eine
Betrügerin. Hört alle auf, mich zu nerven.
Okay,
okay.
So eine Scheiße.
Arschlöcher.
Er hat seine Tante getötet.
Und später seine Frau.
Ich dachte immer, du magst keine Austern.
Das ist wahr. Ich mag sie gar nicht.
Weißt du, ich habe bei ihm einige kompromittierende Dinge gefunden, die er
weggeworfen hatte. Du hast seinen Müll durchwühlt?
Ja, das ist doch mein Beruf.
Komm her, du zitterst ja.
Ich bin mir sicher, dass er mich gesehen hat.
Das war's. Wir sind fertig mit Ihnen.
Ich nehme die Soße.
An meinem 20.
Geburtstag wolltet ihr nicht mal zusammen zu Abend essen.
Ihr habt mir meine Jugend mit eurer Trennung total versaut. Und dann hier.
Das ist nicht cool. Tut mir leid.
Julien, hör mal zu.
Wir schulden dir nichts.
Unsere Intimität ist unsere Sache. Unsere Sexualität ist auch unsere Sache.
Frag dich doch mal, was nimmt dir das schon weg?
Ein Kräutertee? Ja, sehr gern. Danke.
Man plündert das, was man besitzen will, aber man will das zerstören, was man
niemals haben wird. Ganz klassisch. Rede nicht wie ein Seelendoktor.
Als ich klein war, habe ich gerne an deinem Sprechzimmer gelauscht.
Ich habe mein Ohr an die Tür gedrückt und wollte hören, was die Leute dir
alles erzählen.
Das war faszinierend.
Das Problem ist nur, wenn man hinter die Kulissen geschaut hat, glaubt man
anschließend nicht mehr an die Magie.
Und was soll das jetzt heißen?
Das ist alles Schwindel.
Ich glaube dir nicht mehr.
Es geht ja nicht um glauben oder nicht glauben. Du wirst sowieso immer Gründe
finden. Und es ist immer die Schuld deiner Mutter. Alles meine Schuld. Die
Schuld der Mütter. Vanessa, wirst du noch sehen.
Nein, es reicht. Du hast schon genug getrunken.
Weißt du, wieso du mich angreifst? Weil in meinem Leben in der Vergangenheit, da
warst du ein Milizionär.
Du wolltest uns alle verhaften. Wie bitte?
Außerdem wolltest du am Collège unbedingt eine Spezialisierung auf
deutsche Geschichte.
Ich wollte in derselben Klasse bleiben wie Adrien.
Du hast deutsche Geschichte geliebt. Du hattest immer Zweien und Einsen in allen
Hausaufgaben, oder, Gabi? Ja. Ja.
Aber das ist doch komisch, nicht? Deutsche Geschichte, wo deine Mutter
Amerikanerin ist. Ich meine, das ist doch ein bisschen komisch. Meinst du
nicht auch?
Okay, wegen der deutschen Geschichte war ich früher wohl ein Nazi, ja? Kein Nazi.
Du warst Mitglied der Miliz in Paris.
Damit ist der Fall geklärt.
Okay.
Ehrlich, so ein Schwachsinn.
Und was warst du, ein kleines jüdisches Mädchen? Oh nein, ich war ein junger
Schillist, ein junger Jude, das ja. Wieso? Weil du dir immer nur die schönen
Rollen gibst.
Wovon sprichst du da? Hier am Tisch sind doch alle Juden, außer Vanessa.
Wir sind aber nur Juden, wenn es dir passt. Ich bin ja noch nicht mal
beschnitten. Julien.
Was hast du gehört, was sie sagt? Das ist doch alles Schwachsinn.
Schon als ich ein Teenager war, hat sie meinen Freunden ausführlich von meiner
analen Phase erzählt. Nein, bitte nicht wieder diese Geschichte, Mann. Was
machst du denn da? Sag mal, hörst du mir nun zu, ja oder nein? Hey, hörst du mir
zu? Na ja, das lässt sich nicht vermeiden. Du schreist ja.
Und übrigens schläft Joseph gleich nebenan. Also Ruhe.
Hör zu. Du warst ein Mitglied in der Miliz 42 in Paris.
Und ich hab mit Pola zusammen in der Oper gespielt.
Und da ist ein Dirigent gewesen, der wollte uns was antun. Er war bewaffnet.
Maman, du machst mir unheimlich Angst.
Und ich? Was war ich?
Du? Du warst nichts. Du warst nicht da.
Und die wollten uns deportieren. Uns alle. Die Musiker.
Und sie war schwanger von mir.
Und ich musste fliehen.
Und du warst es, der sie alle verhaftet hat.
Gut, es reicht. Nun bist du zu weit gegangen. Nein, nein, nein, nein, nein,
überhaupt nicht. Ihr versteht das nicht.
Das erklärt einfach alles. Wieso es einfach nicht funktioniert zwischen uns.
Wieso du immer schon vor mir Angst hattest.
Und warum ich mich immer ein bisschen unwohl in deiner Nähe fühle.
Aber jetzt wissen wir es, verstehst du?
Und alles wird besser, weil wir die Dinge benannt haben. Also wir haben es
in Worte gefasst.
Und jetzt werde ich dich lieben, wie ich dich vorher nicht lieben konnte.
Hörst du, mein Schatz?
Ich finde, sie sind gemein, Lilian.
Aber wir sollten jetzt alle schlafen gehen.
Ich sehe mal nach, Joseph.
Ich...
Das ist total irre.
Wie kannst du, Lilian Steiner, überhaupt jemals auf diesen Quatsch von einem
früheren Leben reinfallen? Alle anderen ja, aber du doch nicht. Es ärgert dich,
dass du nicht dabei warst. Aber für wen hältst du dich? Ich meine, du bist
völlig betrunken. Ich war besser, wenn ich ein bisschen was getrunken habe.
Ich sage dir, du fährst zu schnell.
Stopp!
Wie du siehst, kann ich nicht mehr fahren.
Hör mal zu.
Gabrielle, ich weiß, das klingt verrückt.
Aber ich denke, ich habe Paula Stiebuck befreit.
Das mit der Hypnose musst du nicht für wahr halten.
Aber ich weiß, was ich gesehen habe in Charance.
Dieses Doppelleben.
Das Erbe, das Haus und diese Frau. Aber das war vielleicht seine Cousine, eine
Nachbarin, ich weiß nicht, eine Freundin, meine. Ja, sicher.
Nur er hat die Tante getötet und später seine Frau.
Er hat mein Auto zerkratzt. Er hat die letzte Sitzung geklaut, die Diskette.
Naja, lass die Polizei das aufklären. Die Polizei wird gar nichts aufklären.
Gar nichts machen die.
Und direkt am Anfang schon.
Da wollte er mir Angst einjagen, denn ich bin eine nervige Zeugin. Genau.
Und unser Sohn hat in der Waffen-SS gedient.
Du musst mich verteidigen.
Du musst unbedingt auf meiner Seite sein.
Sieh mich doch an.
Ehrlich jetzt, wann hab ich dich das letzte Mal um was gebeten, ne?
Was machst du da?
Ich muss wissen, ob du vollkommen verrückt geworden bist oder nicht. Ob
ich mir Sorgen machen muss. Und stell dir vor, ich will es jetzt auch langsam
wissen.
Los, jetzt komm.
Steig schon aus!
Die Schnauze!
Scheiße! Was ist denn? Komm!
Sieh mal!
Das ist niemals die Cousine!
Bist wie alt, sagst du?
was machen wir jetzt wir hatten uns an den plan ich versuche ihn abzulenken und
du suchst inzwischen nach plastik kette aber nein du hast ja recht ich bin
verrückt geworden dass uns verschwinden ja
entschuldigen
sie ich störe sie vermutlich ein verzeiht sich ich habe ein auto problem
Verzeihung, aber mein Auto steht am Ende der Straße.
Also ich habe das Licht gesehen und bei diesem Regeln, ich dachte, Sie haben
vielleicht einen Kanister mit Benzin.
Ja, einen Kanister Benzin kann ich für Sie auftragen.
Ich ziehe mir mal was an und trocknen Sie sich ein bisschen ab.
Danke. Sonst Sie ruhig ins Trockene. Ich bin unter dem... Unter dem was?
Na los doch!
Ach, der Regenschirm.
So wohl so.
Kommen Sie, folgen Sie mir.
Bitte, Sie doch auch. Hier geht's lang.
Los rein jetzt.
Ich hab einen in der Garage.
Ach, verflucht, das geht nicht. Muss an der Feuchtigkeit liegen.
Keine Angst, die gehören meinem Schwiegervater. Sind aber nicht geladen.
Sind Sie Jäger?
Nein, nein, im Grunde nicht.
Meins? Ich auch nicht. Ich verstehe nicht, wieso es so toll ist, den ganzen
Tag auf irgendein Tier zu warten.
Das wundert mich jetzt, aber normalerweise habe ich ja immer was für
den Rasenmäher stehen.
Wo ist der Kanister?
Verrückt, was sich alles ansammelt, hm?
Du wirst deine Augen wieder zumachen und ich werde wieder in deinen Traum
zurückkehren. Aber erst wenn du dich hinlegst.
Na los.
Und nun schaust du einfach ins Leere.
Jetzt geh wieder in dein Bett.
Ganz leise.
Geh schon.
Frisch heute, oder?
Tut mir leid, du Mann. Schön.
Ich gehe dann mal wieder. Ich will Ihnen keine weiteren Umstände bereiten. Nein.
Danke für alles. Auf Wiedersehen.
Er hat gewehrt. Ja, er ist gefährlich. Ich will nicht, dass du dich diesem Kerl
nochmal näherst. Klar, hör auf. Das war deine Idee. Er führt ein Doppelleben. Ob
er sie ermordet hat oder nicht, ist mir scheißegal. Er hat sie ermordet. Sie
haben keinen Beweis. Und weißt du, dass der Typ wegen Einbruchs zur Polizei
gehen kann?
Was willst du denn eigentlich?
Willst du aus der Ärztekammer ausgeschlossen werden, ja? Ja, du hast
recht. Du hast recht. Du hast recht.
Wir sind zu weit gegangen. Das war's.
Fahren wir jetzt? Nein, nein, nein, nein, nein, warte.
Also, wir müssen warten, bis es aufwärts soll regnen.
Hast du eine Kippe? Ich rauche nicht mehr.
Im Handschuhfach.
Ah ja.
Warum hast du mich verlassen?
Was?
Warum hast du mich verlassen?
Lass mich mal ziehen. Geh mal her.
Und sag die Wahrheit.
Ich hab niemanden verlassen, Lilian. Ich hab nur aufgegeben.
Du hast mich nicht mehr geliebt. Ich habe es vor dir erkannt. Das ist alles.
Und dann habe ich auf dich gewartet.
Ich wusste, dass es mit uns noch nicht vorbei ist.
Wie meinst du das? Du wusstest das?
Ja.
Ich habe gewartet, dass du irgendwann in meine Praxis kommst und sagst, Guten
Tag, Herr Doktor. Ich habe ein Problem mit meinen Augen. Können Sie mir helfen,
klarer zu sehen?
Und ich ebenso.
Aber ich möchte nicht, dass wir wieder zusammen wohnen. Ich auch nicht.
Also was machen wir jetzt?
Es müsste doch vielleicht irgendwas dazwischen geben?
Na ja.
Freunde sein.
Anruf von Polizeistation.
Pierre?
Frau Doktor, bitte verzeihen Sie, ich weiß nicht, was in mich gefahren ist.
Wir haben uns hinreißen... Setzen Sie sich bitte, Madame.
Die anonymen Anrufe, das Auto, der Einbruch.
Ich wollte doch bloß meine Disketten holen.
Sonst nichts, ich schwöre, ich habe nichts mitgehen lassen.
Und das Hakenkreuz im Treppenhaus?
Welches Hakenkreuz denn?
Naja, ja, aber nur ganz winzig, bei der Klingel.
So, Madame, wollen Sie Anzeige erstatten?
Wollen Sie sich denn hinlegen?
Nein, nicht unbedingt.
Ich meine, Sie sind hier die Chefin.
Ich bin so müde, ich würde einschlafen, fürchte ich.
Kommt das öfter vor, dass man bei Ihnen einschläft? Ich meine, man redet über
Gott und die Welt, über die Mutter, die Eltern, und dann wird geschnarcht.
Wenn man seinen Feierabend hier verbringt, das ist ein teures
Schläfchen.
Angst, dass ich einschlafe, das schon.
Haben Sie Angst, mich zu langweilen?
Nein.
Überhaupt nicht.
Ich bin vielleicht eingebildet, aber das glaube ich nicht.
Im Gegenteil, ich... Ich habe das Gefühl, wenn wir... Wenn wir die Sitzung
beginnen, sind Sie ganz neugierig, wie es weitergeht.
Aber ja, ich habe Angst einzuschlafen.
Er lässt mich nicht schlafen.
Wer?
Simon.
Was machen Sie denn hier? Mein Ehemann.
Was ich hier mache?
Das gleiche wie Sie. Ich folge Ihnen. Ich überwache Sie.
Und außerdem ist Ihr Schloss kaputt. Die Tür stand ja quasi schon offen.
Sie haben recht. Ich hätte gestern nicht bei Ihnen auftauchen sollen.
Nein. Ja.
Ich habe Lust auf eine Zigarette. Haben Sie eventuell frei?
Ich schaffe es nicht, dieses Laster loszuwerden.
Okay,
ich verstehe.
Sie mögen mich nicht.
Wer kann schon jemanden mögen, der mehr über seine eigene Frau weiß als er
selbst?
Sie hat mir nur einen ganz kleinen Teil Ihres Lebens anvertraut. Ich bin aber
nicht Ihr Patient.
Machen Sie das nicht mit mir.
Ich bin der Vater von Valerie.
Frauen haben sich immer den Vater ihrer Kinder ausgesucht.
Polar hatte sich für mich entschieden.
Das habe ich von Anfang an respektiert.
Wieso haben Sie sie dann getötet?
Sie können mir hier alles sagen, Simon. Sie sind durch die ärztliche
Schweigepflicht geschützt.
Ich weiß, dass Sie die Tropfen abgeholt haben.
Ist Ihnen nicht mal in den Sinn gekommen, dass Polar ihr Rezept auch
selbst gefälscht haben könnte?
Nein, das ist absurd.
Nicht für sich.
Für Perle.
Perle? Nein.
Also, Augenblick mal. Wollen Sie mir jetzt etwa weismachen, dass Polar Perle
umgebracht hat? Und gleich wieder das große Wort.
Sie hat sie begleitet. Auf ihrer letzten Reise, ja.
Weil Perle sie darum bat.
Polar hat sich von etwas befreit. Von allem.
Und ich habe nicht verstanden, dass sie daran zerbrechen würde.
Nein, jetzt lügen Sie mich an.
Sie haben sie alle beide umgebracht.
Und Polar hatte mir nie etwas von Perla erzählt. Aber glauben Sie, Ihre
Patienten erzählen Ihnen wirklich die ganze Wahrheit?
Wäre es nicht denkbar, dass sie irgendein kleines Leben erfinden?
Pola muss es geliebt haben, ein kleines Leben für sie zu erfinden, in dem ich
keine andere Frau hatte. Oder sie haben mir einfach nicht richtig zugehört.
Deswegen haben sie das alles aufgenommen.
Woher haben sie die Diskette?
Aber sie haben ja doch Feuer.
Ah ja, die Diskette.
Na ja, vielleicht war ja die Tür am Abend des Einbruchs offen. Ich bin
vorbeigekommen.
Das war Valerie, meine Tochter. Sie war ja manchmal hier.
Oder wieso nicht Polar? Sie selbst?
Ist doch völlig egal, oder?
Sehr gemütlich, dieser Sessel.
Es ist einfach von hier aus.
Legen Sie sich hin, Los.
Nein.
Legen Sie sich hin, sag ich.
Sie haben mir aber nicht gut gemacht, Lilian.
Hm?
Sie haben sie getötet.
Ich spreche nicht von einer strafrechtlichen Schuld, aber... Von
einer Verantwortung her. Nein, ich bin nicht schuldig. Ich bin überhaupt nicht
schuldig. Wer hat denn gesagt, dass Sie schuldig sind? Ich sagte verantwortlich.
Nicht schuldig.
Sehen Sie, Sie hören nicht zu.
Wieso hätte ich das tun sollen? Ich habe Sie geliebt.
Pola wusste alles. Ich habe nichts vor ihr verheimlicht. Ich hatte kein
Doppelleben, Lilian. Wir haben nur ein Leben.
Wir haben sie alle beide verloren.
Sie und ich.
Sie sagen ja heute gar nichts.
Pola?
Es ist wegen Perle.
Ich habe meine Perle verloren. Pola?
Welche Perle? Meine kleine Pola, ich bin sehr müde. Perle hatte sie darum
gebeten. Ich brauche dich, Sohn.
Es ist wegen Perle.
Ich habe meine Perle verloren. Welche Perle?
Polar hat Perle von etwas befreit.
Von allem.
Ich kann damit nicht leben.
Ich kann damit nicht leben. Ich habe nicht verstanden, dass sie daran
zerbrechen würde. Ich fühle mich so müde.
Nein, Madame, Sie haben sich im Stockwerk geirrt. Meine Mutter
entschuldigt sich nie.
Möchtest du einen Kaffee? Ja.
Vanessa schläft noch.
Lars, ich gehe hin.
Hallo, Joseph.
Hi, Baby.
Oh, was für ein großer Junge.
Was für ein großer Junge.
Hi, Buddy.
Mein Großer.
Bist du gerade aufgewacht?
Du bist gerade aufgewacht?
Ja.
Ich halte dich fest.
Joseph.
Joseph.
Für dich, für dich, mein Kleiner. Hast du Lust auf ein bisschen mehr davon?
Ja.
Als du so klein warst, habe ich dich allen Freunden, die uns besucht haben,
in die Arme gelegt.
Ich hatte Angst, dass du dich zu sehr an mich bindest.
Ich wollte, dass du mich überleben kannst.
Verzeihung.
Und nochmal eine Flasche, bitte. Ja, kommt sofort.
Und, äh... Was? Tja, du hast kein bisschen daran gedacht, dass... Dass
was?
Was? Dass ich vielleicht der bin, der alles inszeniert hat.
Du? Die Diskette, der Einbruch in der Wohnung.
Ich meine, denk doch nur, wie lange schon hast du mich nicht mehr gebraucht?
So intelligent bist du auch wieder, echt.
Sehr hübsch, aber... Vielen Dank.
Entschuldigen Sie. Bitte sehr, Monsieur.
Der ist, der ist also... Der schmeckt nicht. Der schmeckt nicht gut. Der ist
ein bisschen... Er schmeckt bitter, also. Es gibt ein Problem.
Es gibt ein Problem. Er schmeckt nicht gut.
Nein, er ist super, super, ganz super. Aber ja, schenken Sie einen. Schenken
Sie gerne.
Zuerst, Madame.
Hör mal, du hast ihm Angst eingehauen.
Du hast ihm Angst eingejagt. Ja, ich hab ihm Angst eingejagt, aber... Hier, komm,
trink. Du wirst schon sehen.
Wieso machst du das denn?
Um dich zum Lachen zu bringen.
Den Kamin habe ich noch nie gesehen.
Sie haben die Einrichtung umgestellt.
Ja.
Irritiert Sie das vielleicht?
Ein bisschen.
Machen Sie das Licht nicht an.
Es ist ziemlich dunkel.
Das macht Ihnen Angst, nicht wahr?
Ich spüre es.
Es ist schrecklich für Sie, in die Dunkelheit vorzudringen.
Das bereitet uns allen Angst, wissen Sie?
Nehmen Sie nicht mehr auf?
Nein.
Das ist vorbei.
Ich höre Ihnen zu.
Ich bin hier.
If I'm standing in a crowd, call my name, call it loud.
Don't go to strangers, woman, call on me.
Wave your arm in the air, let me know that you're
there.
When in doubt, oh, woman.
Call on me.
Untertitelung des ZDF, 2020
Komm mit.
Can't find what you're looking for?
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