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* Sanfte Musik *
* Kinderlachen *
(Frau) Pablo?
Deine italienische Pflegemutter hat mir erzählt,
dass es gestern in der Schule einen Vorfall gab.
Die Lehrerin habe sie sprechen wollen,
weil du ein anderes Kind angegriffen hast.
Hast du das aus Spaß gemacht, Pablo?
Hätte mich auch gewundert.
Denn es macht doch keinen Spaß, andere Menschen zu verletzen.
Es ist schrecklich.
* Kinderschreien, Hundebellen *
Hey!
(Frau) Hat das Mädchen, das du angegriffen hast, dir etwas getan?
Ich bin hingefallen, sie hat gelacht.
Da habe ich sie gehauen.
Bist du schon mal geschlagen worden?
* Sanfte, triste Musik *
Sylvia Fox
Isabel Vitale
Matteo Vitale
* Harmonische Musik *
* Krachen *
* Husten *
Was machen Sie schon wieder, Salvatore?
Sie haben mir nicht gesagt, dass Sie 'ne Wand einreißen.
Scusa, Signora.
Hey, Luca. Ah, buongiorno, Signora Isabella.
Wie läuft es? Na ja, Papa sagt,
das ist die schlimmste Baustelle, auf der er je war.
Ehrlich? Ja, aber das sagt er jedes Mal.
Obwohl diesmal... ist es wirklich ziemlich schlimm.
Oje.
* Erneutes Krachen *
Wenn es fertig ist, wirst du dich sicher freuen.
Bis dahin bin ich zu alt, ums zu genießen.
Dann gib dich doch mal geschlagen.
Wie bitte? Soll ich aufgeben und wieder nach London ziehen?
Das hättest du früher sagen können. Nein. Ich mein, wohn bei uns.
Wir haben viel Platz ohne Alice. Entschuldige.
Und danke, aber ich fühle mich hier sehr wohl.
Los, komm. Du brauchst einen Kaffee.
Und eine Dusche.
* Fröhliche Musik *
Besser?
Viel besser. Das wird schon.
Entspann dich und lass die Zampas mal machen.
Bei dir klingt das so einfach. Na ja.
(Frau) Cappuccino, per favore.
Was machst du denn da? Schh!
Sylvia Fox?
Was in aller Welt machst du denn hier?
Mallory! Mallory Bell.
Sylvia und ich waren vor Ewigkeiten zusammen in Cambridge.
Isabel, Sylvias Schwester.
Wirklich?
Ihre Eltern hat sie oft erwähnt, aber niemals eine Schwester.
Was führt dich hierher? Machst du hier Ferien?
Isabel lebt hier. Sylvia jetzt auch.
Sie hat ein Haus am Ortsrand gekauft.
Na ja, es ist mehr als nur eine Baustelle.
Noch ist es keine menschliche Behausung.
Keine Sorge, ich wohne im Schloss. Echt?
Ich dachte nicht, dass da jemand wohnt
seit der Marchese gestorben ist.
Die Haushälterin lebt noch da.
Es ist mottenzerfressen und verstaubt,
aber ich bin gern mitten im Geschehen.
Im Geschehen? Ich bin Archäologin.
Ich versuche lange, ins Monte Rosa zu kommen.
Ich darf jetzt endlich Ausgrabungen durchführen.
Wonach suchen Sie?
Das Monte Rosa war im zwölften Jahrhundert
im Besitz der Tempelritter.
Ihre Kapelle wäre ein Wahnsinns-Fund.
Faszinierend. Mhm.
Und wie läuft's bei dir so?
Ich höre, du leistest Großartiges im Außenministerium.
Ich bin gerade dabei, mir eine Auszeit zu nehmen.
Ich hätte gedacht, du wärst Botschafterin.
Ich muss mich auf den Weg machen, ich habe viel zu tun.
Bitte, ich mache das, okay? Oh, nett von dir.
Wir müssen uns treffen. Ich gebe dir meine Nummer.
Sylvia könnte ihre Nummer doch direkt in Ihr Handy tippen.
Dann geht sie nicht verloren.
Ja.
Bitte sehr.
Ausgezeichnet.
Danke für den Kaffee. War mir ein Vergnügen, Annabelle.
Ciao! Ciao.
Bis dann, Mallory.
Danke vielmals, Annabelle.
Warum sagst du ihr, dass ich hier wohne?
Warum sagst du deiner Cambridge-Freundin
nichts von deiner Schwester?
Ich würde Mallory nicht gerade eine Freundin nennen.
Sie ist mehr so eine Art unvermeidbares Phänomen.
Sechs Pistazien-Cannoli, bitte und...
...die sehen lecker aus, kann ich davon sechs haben?
Buonasera. Buonasera, Signora.
Ist das Ihr Ernst? Signora.
* Harmonische Musik *
* Nachrichtenton *
* Treibende Musik *
Ich wusste nicht, wen ich sonst anrufen soll.
Was ist gestohlen worden?
Werkzeug, Geräte, wasserfeste Kleidung.
Das muss alles wiederbeschafft werden.
Das ist nichts Nettes, oder?
"Totengräber aus dem Ausland, verpisst euch!"
Oh, Mallory, das tut mir leid. Signora!
Oh Gott, die Haushälterin kommt.
Elena ist schlimmer als meine Mutter.
* Die Haushälterin flucht. *
Wer war das? - Wissen wir nicht, Signora Decone.
E lei, chi è? - Das ist meine Freundin Sylvia.
Sie wohnt in Panicale. - Ich habe sie noch nie gesehen.
Meine Schwester ist die Frau vom Medico, Matteo Vitale?
Ah.
Möge der Marchese in Frieden ruhen.
Das hätte es zu seiner Zeit niemals gegeben.
Vielleicht solltest du die Carabinieri rufen.
Nein, das ist Vandalismus. Kinder, die nichts zu tun haben.
Gab's noch irgendwas anderes?
Fiese Briefe, sonst nichts.
Kann ich die mal sehen? Die habe ich verbrannt.
Das macht man doch mit Drohbriefen.
Signora Decone, könnten Sie uns wohl ein paar Scheuerbürsten leihen?
Fate presto! Più forte!
Du warst hier also auf einer Hochzeit,
bist joggen gegangen und hast eine Ruine entdeckt,
die du gekauft hast? Einfach so? So ziemlich, ja.
Gott, klingt ja fast wie in so einem Frauenroman.
Jedenfalls scheinst du knapp bei Kasse zu sein,
du hast ja nicht mal ein Auto.
Bist du noch in Exeter?
Nein, ich bin ein paar Jahre am Marlowe Hill gewesen,
einem Privatcollege in North Carolina,
sehr privilegiert und renommiert.
Sie haben mir eine Professur in Aussicht gestellt.
Herzlichen Glückwunsch. Vielen Dank.
Die Tempelritter sind 1120 hierhergekommen.
Also wäre das die älteste Templerfestung in Italien.
* Räuspern *
Uns wurde ein Graffito auf einem historischen Wahrzeichen gemeldet.
Ja, wir sind dabei, es abzuwaschen.
Hm. Sind Sie diese Archäologin?
Nein, ich bin das.
Dürfte ich Ihre Genehmigung sehen? - Oh, ja.
Hier, bitte.
Das hier hätten Sie im Rathaus vorlegen müssen
vor Beginn der Ausgrabungen.
Das werde ich so schnell es geht nachholen.
Wer ist das denn?
Er heißt Bevilacqua. Er ist ein Vigile Urbano.
So eine Art besserer Verkehrspolizist.
Ist vermutlich am besten, es sich nicht mit ihm zu verderben.
Kannst du mir sagen, wie das gehen soll?
* Idyllische Musik *
Mh, das duftet köstlich, was ist das denn?
Ossobuco alla Milanese.
Wo hast du gelernt, das zu kochen?
Das Rezept ist aus dem Internet. Madre di Dios.
Nur ganz wenig für mich. Mamma...
Nur ganz viel für mich.
Danke.
Entschuldigung, ich bin am Verhungern.
Mallory hält nichts von Mittagspausen.
Verstehe, aber es ist nett von dir, deiner Freundin zu helfen.
Fährst du morgen wieder hin? Vor allem, da du sie nicht magst.
Ich bin noch nie bei einer Ausgrabung gewesen,
und so komme ich aus dem Haus. Und?
Und jemand scheint Mallory aufhalten zu wollen.
Ich will herausfinden, wieso. Hm.
Hast du beim Schloss die alte Elena getroffen?
Mhm. Ich glaube, sie lebt eher in der Vergangenheit.
Sie kennt nichts anderes.
Sie ist Teil des Fluches, der über diesem Ort liegt.
Elenas Familie hat 1944 den Nazis geholfen,
das Schloss zu plündern.
Alles wurde nach Berlin verschickt und Elenas Schwester verschwand.
Und Elena versucht ihr Leben lang, das wieder gutzumachen.
Gar nicht so übel für ausländisches Essen.
Ausländisch heißt "nicht aus Umbrien"
oder "nicht aus Panicale", wenn Mamma mies gelaunt ist.
* Verlegenes Lachen *
* Sanfte Musik *
Du bist spät dran, wir haben schon vor Stunden angefangen.
Du kannst es von meinem Lohn abziehen.
Das ist wirklich dein Ding, oder?
Ich wollte nie was anderes machen.
* Düstere Musik *
Mallory?
O mein Gott!
Das könnte ein Templerfriedhof sein.
Ich hoffe, du hast recht.
Aber für den Fall, dass es eine jüngere Leiche ist,
müssen wir die Carabinieri rufen. Mach dich nicht lächerlich.
Wenn du sie nicht anrufst, tu ich es.
Das führt nur zu überflüssigen Verzögerungen!
Tut mir leid, Mallory, aber wir müssen das melden.
Ich bin hier verantwortlich.
(Mann) Pronto, posso aiutarla? Sì. Hallo, Carabinieri, per favore.
Ich hätte es ahnen sollen, als es hieß,
eine Engländerin habe eine Leiche gefunden.
Die war unter der Erde. Haben Sie sie ausgegraben?
Nicht vollständig, nur die Hand.
* Sie sprechen italienisch. *
Also, der Fundort der unbekannten Leiche
ist offenbar ein flaches Grab.
Wissen Sie, wie alt sie ist? - Dafür ist es noch zu früh.
Der Pathologe hat mehr Knochen gefunden.
Er nimmt an, dass es sich um eine Frau handelt.
Also kein Tempelritter.
Na ja, die Exhumierung wird...
...mindestens ein paar Tage dauern, denke ich.
Tage? Was ist mit meiner Arbeit?
Tut mir leid, Signora.
Das hier ist ein potenzieller Tatort, Mallory.
Es war gut, dass Sie uns angerufen haben. Danke.
Hat Mallory von dem Graffito erzählt?
Und von dem Werkzeug, das man ihr gestohlen hat?
Und den anonymen Briefen? Nein.
Glauben Sie, jemand wollte verhindern,
dass sie die Leiche findet? Schon möglich.
Oder vielleicht ist es auch nur der Geist eines Tempelritters,
der in Ruhe gelassen werden möchte.
* Empörtes Stimmengewirr auf Italienisch.*
Was ist denn hier los?
Sie glauben, die Leiche ist eine gewisse Ornella.
(Antonella) È una storia orribile.
Es ist 25, vielleicht auch 30 Jahre her.
Ornella Pannacci war 16 Jahre alt.
Una ragazza molto carina.
Eines Nachts im Juli...
...waren ihr Vater und ihre Brüder auf der Jagd.
Sie waren in den Hügeln unterwegs.
Und sie ist verschwunden.
Der Vater hatte ein Abbruchunternehmen.
Da haben sie alle zusammen gelebt.
Im Morgengrauen sind Signor Pannacci und seine Söhne zurückgekehrt.
Und sie war weg.
Aber nur sie. Sonst nichts.
All ihre Sachen waren noch da.
Der ganze Ort hat sich versammelt, um nach ihr zu suchen.
Das war selbstverständlich.
Die Leute sind von überall hergekommen.
Sogar Polizisten aus Perugia.
Mit Hunden.
Die haben sie zum Haus des Hauptverdächtigen geführt.
Einen Mann namens Sabatini.
Die Hunde haben angeschlagen wie verrückt.
Aber sie haben nichts gefunden.
* Dramatische Musik *
Alle waren davon überzeugt, dass Sabatini ihr Mörder war.
* Klirren und Hundegebell *
* Hundegebell *
* Dramatische Musik klingt ab. *
Hey! Ah, ciao Bernardo.
Ciao.
Eccoci.
Hier, der ist für Sie. Oh, grazie.
Hier, per lei. Grazie. Was gibt's Neues?
Hm... Jemand hat gestern Carlo Sabatini zu Hause angegriffen.
Den, der Ornella getötet hat. Wurde er verletzt?
Offenbar. Der arme Matteo war heute früh schon dort.
Mmh. Alla prossima, Signora.
Eine junge Joggerin hat den Hund jaulen gehört und nachgesehen.
Sabatini war völlig benommen.
Nur ein Schluck. Wie geht es ihm?
Ich wollte ihn im Krankenhaus durchchecken lassen,
aber er wollte nicht.
Er ist sehr zäh. Sehr zäh.
Er wird es überleben.
Und? Warst du in Panicale damals, als Ornella verschwunden ist?
Ich war gerade erst zurückgekommen.
Glaubst du, dass Sabatini sie getötet hat?
Ich weiß es nicht, Schatz. Ich weiß es wirklich nicht.
Aber ich verstehe, weshalb die Leute das glauben.
Er war mit Ornellas Brüdern befreundet.
Und er wurde an dem Abend von Leuten
beim Firmengelände der Pannaccis gesehen.
Wie ist er so? Sylv.
Ich bin nur neugierig.
Danke. Ja.
Komm, gib mir die mal. Oh.
* Triste Musik *
Kannst du mir einen Gefallen tun?
Ich habe Sabatini gesagt, er soll zur Praxis kommen,
um sich ein Antibiotikum abzuholen, aber das wird er nicht machen.
Du könntest sie ihm doch vorbeibringen.
Und vielleicht kannst du ihn sogar dazu bewegen, sie zu nehmen.
* Idyllische Musik *
Signor Sabatini?
Ah.
Ich heiße Sylvia.
Dottore Vitale hat mich gebeten, Ihnen das hier zu bringen.
Antibiotika.
Damit Ihre Wunde sich nicht entzündet.
Signor?
* Er stöhnt. *
Sie verstehen was vom Gärtnern.
Ich wohne seit Kurzem in Panicale und suche einen Gärtner.
Ich arbeite nicht für andere Leute.
Aber Sie haben doch mal im Schloss gearbeitet.
Sie suchen doch überhaupt keinen Gärtner.
Sie sind hergekommen, um sich das Monster anzusehen.
Jetzt da Sie es gesehen haben, können Sie wieder verschwinden.
Alle glauben, die Leiche, die beim Schloss gefunden wurde,
wäre die von Ornella.
Glauben Sie das auch?
Nein.
* Der Hund hechelt. *
Andiamo! Dalli! * Der Hund bellt. *
* Türknallen *
* Triste Musik *
* Motorgeräusch *
* Treibende Musik *
Buongiorno, Signor.
Ich habe gerade ein Haus in Panicale gekauft
und möchte ein paar der Nebengebäude abreißen lassen.
Könnte Ihre Firma mir dabei helfen?
Wir haben geschlossen.
Buongiorno, Signora. Ich bin Giuseppe.
Ich entschuldige mich für meinen Bruder,
aber wir haben gerade etwas wirklich Schlimmes erfahren.
Der Name.
Sind Sie etwa mit Ornella Pannacci verwandt?
Sie war unsere Schwester.
Oh, verzeihen Sie bitte.
Diesmal sollten sie den Mistkerl schnappen.
Welchen Mistkerl?
Carlo Sabatini.
Sie müssen neu hier sein. Jeder hier weiß von Carlo Sabatini.
Sie denken, Sabatini ist der Mörder Ihrer Schwester?
Natürlich ist er das.
Er war oft hier, als wir jünger waren.
Sabatini war nicht ganz richtig im Kopf.
Hat kaum den Mund aufbekommen.
Wissen Sie, er stand immer nur blöd rum.
Aber er hat mir und Andrea einfach leidgetan.
Wir sind zusammen zur Schule gegangen.
Also haben wir ab und zu ein Bier mit ihm getrunken, Fußball geguckt.
Aber Vater hat das nie gefallen.
Ornella durfte nie in Sabatinis Nähe.
Wieso nicht? Die Art, wie er sie angesehen hat.
Als ob er etwas von ihr wollte.
Papa ist nie über den Verlust von Ornella hinweggekommen.
Ich glaube, das hat ihn umgebracht.
Er ist vor fünf Jahren gestorben.
Ich hoffe, Sie können jetzt Frieden finden.
Auf die eine oder andere Art.
Danke, Signora. Das ist sehr mitfühlend von Ihnen.
Tut mir leid, dass wir Ihnen nicht helfen können.
* Melancholische Musik *
* Poltern *
* Hämmern *
* Musik durch Kopfhörer, lautes Poltern *
(ruft) Signora.
Ich wollte nur sagen, wir reißen jetzt bald den großen Kamin raus.
Wollen Sie damit sagen, ich soll lieber das Haus verlassen?
Hier wird es gleich ganz schön dreckig und ganz schön laut.
* Motorrauschen *
(Frau) Mamma Mia!
Hallo.
Ciao, Valentino Infante.
Und Sie sind? Sylvia Fox.
E' con l'archeologa.
Ja, ich bin mit Mallory Bell auf die Leiche gestoßen.
Dio mio!
Sind Sie der Marchese?
Oh, nein, Gott sei Dank nicht. Der letzte war mein Großvater.
Meine Mutter war sein einziges Kind. Also habe ich das Schloss geerbt.
Du würdest auch den Titel tragen.
Wäre deine Mutter nur als Junge geboren.
Interessant, was an den Wänden hängt.
(Valentino) Protestkunst nennt man das, glaube ich.
Die stammen aus dem Jahre 1945.
Mein Großvater hat die Fotos aufgehängt,
um von den Deutschen nach dem Krieg die Originale zurückzubekommen.
Hat er etwas erreicht?
Ein paar Bilder sind wieder aufgetaucht.
* Triste Streichmusik *
Die arme Elena.
Sie leidet noch immer unter der Schande.
Sie hält es für ihre Pflicht, mich daran zu erinnern,
wie wertvoll das Schloss für die Menschen hier ist.
Aber ich kann es mir einfach nicht mehr leisten.
Das ist bestimmt nicht, was du in Monte Rosa erwartet hast.
Was machst du hier? Nachsehen, wie es dir geht.
Danke, ziemlich bescheiden.
Warum fährst du nicht für ein paar Tage weg?
Nach Rom oder Florenz.
Ich rufe dich an, wenn du wieder arbeiten kannst.
Versuchst du, mich loszuwerden?
Natürlich nicht. Ich mache mir Sorgen um dich.
Dafür ist es jetzt ein bisschen zu spät, oder?
Dann lass dich wenigstens auf einen Drink einladen.
Auf deine Festanstellung.
Professorin, bis du unter die Erde musst.
Hör auf, mich zu verspotten, Sylvia Fox.
Das tue ich nicht.
* Tiefes Seufzen *
Ich bekomme keine Professur zum Ende des Monats.
Die Universität weiß noch nicht mal, dass ich hier bin.
Ich habe vergessen, einen Kollegen in einem Artikel zu erwähnen.
Das gab einen Riesenwirbel.
Jetzt habe ich unbezahlten Urlaub,
bis sie entscheiden, ob ich meinen Job behalte.
Oh, Mallory, das tut mir echt leid.
Erspar mir bitte dein Mitleid. Ich...
Ich wollte doch nur eine weitere Templerstätte finden -
die älteste in Italien.
Ciao, Roberto. Come va?
* Der Mann lacht. *
* Der Deckel klirrt. *
Wissen Sie, dass unser Staatsoberhaupt
heute offiziell Geburtstag feiert?
Ja, unser Oberhaupt ist so wichtig, dass es zwei Geburtstage hat.
Wie wäre es, wenn Sie mit mir feiern und ich allen einen ausgeben?
Danke, Signora. Aber ich gehe lieber.
Was für ein Weichei.
Drinks für alle also.
* Sie sprechen italienisch. *
* Glockenläuten *
Hamdani bedankt sich, dass Sie ihn vor sich selbst gerettet haben.
Tut er das?
Das wird er, sobald er sich beruhigt hat.
Gut, dass er einen kühlen Kopf bewahrt hat.
Bevilacqua stammt aus einer langen Reihe kleiner Männer.
Sein Großvater Antonio war im Krieg Widerstandskämpfer
und nannte sich Held von Panicale,
weil er ein paar Deutsche abgeknallt hat.
Und Bevilacqua glaubt, er kann sich aufführen wie ein König.
Was für ein Idiot.
Gehen wir ein Stück?
Giuseppe Pannacci war mit Bevilacqua in der Bar,
und davor auch schon vor dem Rathaus.
Na ja, das ist wie auf dem Dorf. Hier kennt nun mal jeder jeden.
Ich war bei den Pannacci-Brüdern. Mhm.
Irgendwas stimmt dort nicht. Ihre Schwester wurde ermordet.
Natürlich stimmt dort etwas nicht.
Es ist mehr als das.
Sie verheimlichen etwas.
Ich glaube, Andrea hätte etwas zu sagen,
würde sein Bruder ihn zu Wort kommen lassen.
Warum interessieren Sie sich so für Ornella Pannacci?
Sie ist 25 Jahre vor Ihrer Ankunft verschwunden.
Ich habe ihre Leiche gefunden.
Aber es ist nicht Ihre Aufgabe, ihren Mörder zu finden.
Ich muss es wissen.
Na ja, ich muss da lang.
Das Haus ist noch eine Baustelle.
Buonasera a te, Signora Volpe.
Buonasera a te, Capitano.
* Sanfte Musik *
* Die Glocken läuten. *
Wer weiß, was die Renovierung am Ende kosten wird.
Gibt es Neues wegen deiner Wohnung?
Oh ja, ich habe gestern ein Angebot gekriegt.
Habe ich vor Aufregung vergessen. Fabelhaft.
Mmh.
Köstlich, diese Limonade. Genau das Richtige.
Weißt du noch, dieser Urlaub in Wales?
Da war dieser endlose Strand und ständig Nebel.
Ja.
Da war dieses Café mit dem besten Zitroneneis.
Ja. Mhm. Mum hat es geliebt.
Dad hat mir da das Schwimmen beigebracht.
Nein, nein.
Nein, das war Jahre später.
Ich glaube sogar, dass er nie mit uns in den Urlaub gefahren ist.
Doch, ist er.
Wir beide waren in den Wellen.
Er hat mich festgehalten und dann meinte er: "Du kannst das."
Das muss Onkel David gewesen sein.
Manchmal waren wir mit ihm und unseren Cousins in den Ferien.
Das war bestimmt nicht Dad.
* Idyllische Gitarrenmusik *
Buonasera.
(Antonella) Sylvia. Schön, dass wir uns mal sehen.
Wir müssen mit dem Kochunterricht anfangen.
Gerne. Machen wir.
Ich weiß, du warst im Schloss beschäftigt.
Ach ja, ich wollte dich da etwas fragen.
Im Schloss fiel mir auf,
dass Elena Decone das Foto eines fehlenden Kunstwerkes
lange betrachtet hat.
Du meinst "La Marchesa". Das Gemälde war 500 Jahre alt.
Alle im Ort waren stolz darauf.
Man erzählt sich,
dass es Elenas ältere Schwester war, die es gestohlen hat.
Das war ihr Ticket nach Deutschland. Es hat Elena das Herz gebrochen.
Ach, keine Sorge. Die Kuchen sind für Bauarbeiter.
Um sie bei Laune zu halten. (lachend) Okay.
Grazie. Ciao, Sylvia.
Ciao ciao. Ciao.
* Automotoren *
Hm.
* Triste Musik *
* Spannungsvolle Klänge *
* Entferntes Hundegebell *
* Poltern *
* Unheilvolle Klänge *
* Vogelgezwitscher *
* Lautes Stimmengewirr *
Haben Sie etwa neue Beweise gegen Signor Sabatini?
Ein Eimer rote Farbe in seinem Schuppen.
Die Farbe war die gleiche wie die vom Graffito am Schloss
Sie setzen den Mann all dem hier aus,
bloß weil er einen Eimer rote Farbe besitzt?
Es gibt noch andere Hinweise, über die ich aber nicht reden darf.
Wer ist sie? Ihre Krankenschwester?
Nein, nur eine gute Samariterin.
Aber ich warne Sie.
Widerstand ist völlig zwecklos.
* Er grummelt. *
Kümmert sich jemand um Ihren Hund, wenn Sie mal nicht da sind?
Der Bauer von nebenan.
Gut.
Als Ornella verschwunden war
und alle meinten, Sie hätten sie getötet...
Warum sind Sie da in Panicale geblieben?
Sie hätten wegziehen können.
Ich wurde hier geboren. Wo hätte ich denn hingehen sollen?
Sie waren sich sehr sicher,
dass das beim Schloss nicht Ornellas Leiche ist.
Weil Sie wissen, wo die ist?
(Mann) Carlo Sabatini.
* Treibende Musik *
Sie verhaften Sabatini?
Ich dachte, Sie wollten ihn bloß weiter befragen.
Was hat sich geändert?
Tja, Sabatini hat einen fast 30 Jahre alten Lieferwagen.
Irgendwann ist der Innenraum mal mit Bleiche gesäubert worden.
Aber... bei Luminoltests haben wir Blutflecken
auf dem Rücksitz und der Beifahrertür entdeckt.
Die DNA stimmt mit der von Ornella überein.
Du hast sie gekannt, oder?
* Die Musik verklingt. *
Hör zu, ich wurde hier geboren und ich bin hier zur Schule gegangen.
Nach dem Medizinstudium hab ich hier meine Praxis eröffnet.
Das ist jetzt 25 Jahre her.
War Ornella eine deiner Patientinnen? Sì, sì...
In den Wochen vor ihrem Verschwinden
hat Ornella über wirklich schlimme Kopfschmerzen geklagt.
Ich hatte den Eindruck, bei ihr Zuhause stimmt was nicht.
Sie hatte Blutergüsse. Sie sagte, sie sei hingefallen.
Ihr Zuhause ist eine Art Schrottplatz,
also schien es mir plausibel.
Sie war sehr ängstlich und... und verschlossen.
Ihr Vater ist zu jedem Termin mitgekommen.
Ich war jung, grün hinter den Ohren.
Ich hab niemandem was gesagt.
Ich wusste nicht, was ich tun soll. Also hab ich nichts unternommen.
Und dann war es zu spät.
Guten Morgen.
Buongiorno.
Ich fahr nach Rom.
Sie kommen zurecht, oder? Natürlich. Neues Auto?
Ja, ich hab gedacht, es wär Zeit, mir eins anzuschaffen.
Sehr schön. Danke.
Bis morgen. Bis dann.
(Frau) Ihr Anruf hat mich überrascht -
dass Sie noch hier sind.
Mich überrascht es auch ein bisschen.
* Musik verstummt. *
Ich habe den Polizeibericht, den Sie wollten.
Giuseppe Pannacci hat ein paar Vorstrafen wegen Körperverletzung
und Andrea hat eine wegen Sachbeschädigung bekommen.
Ihr Vater Alfredo hatte mehrere Vorstrafen wegen Bagatelldelikten.
Aber interessant ist, dass viele Vorwürfe,
die gegen ihn erhoben wurden, nie weiterverfolgt wurden.
Was für welche? Na ja...
Dem Mann wurde zweimal Gewalt gegen seine Frau vorgeworfen,
aber die Anklage wurde fallengelassen,
weil sie nicht aussagen wollte.
Sie ist gestorben, als die Kinder noch sehr jung waren.
An Krebs.
Woran ist Alfredo gestorben?
Er war schwerer Alkoholiker und das jahrelang.
Und noch etwas:
Jemand hat vor Ornellas Verschwinden dreimal versucht,
das örtliche Hilfswerk telefonisch zu erreichen.
Die Anrufe dauerten nur drei Sekunden.
Der Anrufer hat einfach aufgelegt.
Ornella?
Irgendjemand aus dem Haus.
Könnten Sie mir vielleicht noch 'nen Gefallen tun?
Ruf an.
* Klingeln *
(Mann) Sì.
Ciao, Andrea.
Darf nicht mit Ihnen reden.
Warum nicht?
Sie sind nicht von hier.
Deshalb können Sie ja mit mir reden.
Carlo Sabatini war ein Freund von Ihnen, oder?
Glauben Sie wirklich, dass er Ihrer Schwester etwas getan hat?
Angeblich hat er das.
Aber es heißt auch, ihr Vater war ein gewalttätiger Mann.
Da... davon... Hat er Ornella geschlagen?
(stottert) Davon hab ich nie was mitgekriegt.
* Schritte *
* Bedrohliche Musik *
Nein. Nein, nein, nein, bitte nicht.
* Das Tor quietscht. *
Hat Ihr Vater Sie hier eingesperrt?
Wenn er wütend war oder betrunken.
Er hatte es vor allem auf Ornella abgesehen.
Und warum war das so?
Weil sie ausgesehen hat wie unsere Mutter.
Ihr Vater meinte, als Ornella verschwunden ist,
wäre er auf der Jagd gewesen mit Ihnen und Giuseppe.
War Ihr Vater die ganze Zeit bei Ihnen?
Glauben Sie, Ihr Vater hat Ihre Schwester getötet?
Ich weiß es nicht.
Sie haben beim Hilfswerk angerufen, oder?
* Dramatische Musik *
Ich will, dass Sie verschwinden.
Wie Ornella?
Ist Ihr Vater bei Ornella zu weit gegangen?
Haben Sie ihm geholfen, sie zu begraben?
Halten Sie nie den Mund?
Es gibt vier Kameras hier, schon vergessen?
Zwei davon sind auf uns gerichtet.
Kameras funktionieren aber manchmal nicht.
Aufzeichnungen werden gelöscht.
Ich habe eine technisch sehr begabte Freundin
und ihre Software fällt niemals aus.
* Dramatische Musik verklingt. *
* Handyvibrieren *
Alles in Ordnung, Sylvia? Danke, Raffaela.
Ich bin da raus.
* Vogelzwitschern *
Na, du?
Was ist los?
Wie alt war ich, als Dad uns verlassen hat?
Na ja, ähm...
Er hat uns nicht wirklich verlassen.
Er war viel unterwegs,
und eines Tages ist er nicht mehr zurückgekommen.
Da musst du etwa zwei gewesen sein.
Bist du sicher?
Ich dachte, ich wär älter gewesen. Fünf oder sechs vielleicht.
Wie kann's überhaupt sein, dass ich mich erinnere, wenn ich so jung war?
Denn ich erinnere mich wirklich deutlich.
Dein Lieblingsspiel war...
du bist Sylvia und ich spiele Dad. * Ruhige, triste Musik *
Du hast mir gesagt, was ich sagen und tun soll.
Und wenn mir das zu langweilig wurde,
hast du allein weitergespielt.
In deiner Version war er der beste Dad aller Zeiten.
Und in deiner?
* Treibende Musik *
* Sylvia atmet schwer. *
* Handyklingeln *
Hallo? Ich habe noch mehr Informationen
über die Gemälde, nach denen Sie gefragt haben. Okay.
Tja, sie konnten alle bis nach Deutschland zurückverfolgt werden.
Bis auf eines.
"La Marchesa". Genau das.
Danke, Raffaela.
* Die Musik verklingt. *
Hey. Hey!
Ich darf hier parken!
Ein Blick auf den Strafzettel wird Ihnen zeigen,
dass es nichts mit einem Parkvergehen zu tun hat.
Was? Sie sind nicht in der EU ansässig.
Ihr Fahrzeug ist aber in der EU zugelassen.
Dafür benötigen Sie eine spezielle Versicherung,
die Sie nicht besitzen.
Aber ich wohne hier.
Bei Begleichung innerhalb von 14 Tagen
beträgt die Strafe 50 Euro.
100 Euro, wenn Sie erst später bezahlen.
(süffisant trällernd) Einen schönen Tag, Signora.
* Getragene Musik *
Hi, Matteo.
Du wirst es nicht glauben.
(Mann) Capitano.
Ich habe es gerade erfahren. Es war nicht Ornellas Leiche.
So ist es.
Wieso sind Sie da so sicher?
Wegen der Atomtests, die in den 50ern durchgeführt wurden.
Na ja...
Damals wurde so viel C14 in die Atmosphäre geblasen,
dass man bei einer Knochenanalyse
auf den ersten Blick feststellen kann,
ob sie von vor oder nach 1950 sind.
Die sind von davor.
Dann können sie nicht von Ornella sein.
Und Sabatini ist entlastet.
Na ja, nicht ganz.
Auch wenn wir ohne Leiche nicht genug haben, um Sabatini anzuklagen.
Aber wenn die Leiche beim Schloss nicht Ornella ist,
sieht alles anders aus.
Dann ist sie immer noch eine vermisste Person.
Natürlich.
Vielleicht wird sie ja irgendwann doch noch gefunden.
Schon möglich.
Man muss ihn zerquetschen, damit er sein Aroma abgibt.
Nein, so geht das nicht, Sylvia.
Nicht schneiden. Schaben.
Okay. Aber wär's nicht leichter, den Knoblauch zu zerdrücken?
Leichter, aber verkehrt.
Stell dir vor, es wäre der Kopf des fetten Vigile.
Dir entgeht aber auch nichts, Antonella.
Mach dir keine Sorgen wegen Bevilacqua.
Alle Männer in dieser Familie sind Arschlöcher.
Ich dachte, der Großvater wär ein Kriegsheld?
Schon möglich.
Weißwein? Gehört zu Lamm nicht Rotwein?
Zum Trinken, ja.
Aber wenn man etwas mit Tomaten kocht, nimmt man immer weißen.
Schon gehört? Das am Schloss war nicht Ornella Pannaccis Leiche.
Alle reden darüber.
Am Anfang war ich froh, aber dann ist mir klar geworden,
was das bedeutet.
Dass sie noch da draußen ist.
Dass man sie woanders vergraben hat.
Womöglich weit weg von hier.
Bitte.
Kanntest du Ornella?
Nein. Aber Gabriella, die Tochter meiner Nachbarin,
war die engste Freundin der povera ragazza.
Dann hat es sie schwer getroffen, als Ornella verschwand.
Natürlich.
Wohnt Gabriella noch hier in der Gegend?
In Perugia.
* Sanfte Musik *
Salve!
Posso aiutarla? Kann ich Ihnen helfen?
Ja, ich hoffe schon.
Ich wohne erst seit Kurzem hier
und mein Garten ist komplett verwildert.
Wie aufregend.
Dann können Sie daraus machen, was Sie wollen.
Vielleicht kennen Sie mein Haus - la Casa Vecchia.
Gleich außerhalb von Panicale.
M-m.
Aber Sie sind doch Gabriella, oder?
Haben Sie nicht früher in Panicale gewohnt?
Woher wissen Sie das?
Sie sind mir empfohlen worden von Antonella Vitale.
Sie sagte, Sie wissen alles, was man über Gärten wissen sollte.
Meine Schwester ist mit ihrem Sohn verheiratet.
Mit Matteo? Hat die aber ein Glück. Ich weiß.
Sie waren mit Ornella Pannacci befreundet, oder?
Glauben Sie, dass sie tot ist?
Darf ich wissen, wieso Sie all diese Fragen stellen?
Das mit dem Leichenfund hat Matteo aufgewühlt.
Es hat viele Erinnerungen geweckt.
* Traurige Musik *
Nach ihrem Verschwinden habe ich immer wieder geglaubt,
Ornella irgendwo zu sehen.
Auf der Straße, im Supermarkt...
Aber dann war es immer jemand anderes.
Wieso haben Sie nie die Hoffnung aufgegeben?
* Rascheln *
Den hier habe ich Ornella zum Geburtstag geschenkt.
Dem letzten bevor...
Ich habe sie immer "Piccolo Girasole" genannt -
kleine Sonnenblume.
Weil sie jeden Raum erhellt hat.
* Beide lachen. *
Den hat sie in ihrem Fahrradkorb gefunden.
Haben Sie ihn da reingetan?
(seufzt) Die Polizei hat die Suche nach ihr noch nicht aufgegeben.
Das wird schon bald in den Nachrichten landen.
Ornellas Foto wird überall auftauchen.
Sie werden sie finden.
Das hatte ich vergessen.
Was?
Ich zeig's Ihnen. Niemandem sonst.
Nur Ihnen.
Sie fahren.
Okay.
Kommen Sie.
* Emotionale Musik *
Wo muss ich langfahren?
Am Ende der Straße nach links.
Also raus aus Panicale?
Wohin fahren wir, Carlo?
Sie haben Ornella bei den Pannaccis gefunden, oder?
Ihr Vater hatte sie im Nebengebäude eingesperrt.
Sie hat geblutet.
Haben Sie ihr irgendetwas angetan, damit sie einsteigt?
Ihr Blut war in Ihrem Lieferwagen.
* Die Musik wird dramatischer. *
Wohin jetzt?
Wohin sind Sie mit Ornella gefahren?
Das kann ich Ihnen nicht sagen.
Ich kann es Ihnen nicht sagen. Warum nicht?
Weil ich mein Wort gegeben habe!
Carlo!
* Dramatische Musik klingt aus. *
Ah, meravigliosa! Eccoci qua!
Grazie. Prego.
Haben Sie Signor Sabatini seit seiner Freilassung Post zugestellt?
Oh. Dem habe ich noch nie Post zugestellt.
Und wer tut das dann? Niemand.
Nach seiner ersten Verhaftung haben ihm die Leute hier aus dem Ort
alles Mögliche geschickt wie Messer, Nägel, Hundescheiße.
Alle Postboten haben sich geweigert, das auszuliefern.
Was ist dann mit seiner Post passiert?
Die wird im Postamt für ihn zur Abholung aufbewahrt, wenn er will.
Aber er kommt sie nie holen.
* Geheimnisvolle Musik *
Schnell, eigentlich habe ich nicht das Recht dazu.
"Lokalnachrichten".
Ornella Pannacci, Bologna.
Neue Mail von Adam: "Du fehlst mir."
Signora. Salve.
Ich möchte Ihre alten Trauregister ansehen.
Welche genau? Die etwa 50 Jahre alt sind.
Certo. Grazie.
* Nachdenkliche Musik *
Erzähl mir eine gute Sache, die dir diese Woche passiert ist.
Ich habe mich wieder über dieses Mädchen geärgert.
Aber ich habe sie nicht geschlagen, nicht einmal geschubst.
Sehr gut.
Bis nächste Woche, Pablo. Wiedersehen.
Arrivederci. - Grazie.
* Triste Musik *
Signor Sabatini.
Hier ist jemand, der Sie gern sehen würde.
Ich hoffe, das stört Sie nicht.
Carlo.
Ornella?
(Ornella) Ich hatte keine Ahnung.
Ich kann nicht fassen,
dass du mein Geheimnis so lange gewahrt hast,
nach allem, was du durchgemacht hast.
Das war es mir wert, um dich von deinem Vater wegzubekommen.
Ich wollte, dass du vor ihm in Sicherheit bist.
Ich wollte dir ein Zeichen zu schicken.
Das ist jetzt nicht mehr wichtig.
Es geht dir gut.
Du hast ein gutes Leben.
* Sie schnauft. *
Natürlich hatte ich lange Zeit ganz schön zu kämpfen.
Aber...
Ich habe Hilfe bekommen.
Und die gebe ich jetzt weiter.
Ich habe ein gutes Leben, Carlo.
Und zwar dank dir.
* Sanfte Streichmusik *
* Sanfte Klaviermusik *
* Die Musik verstummt. *
Ich erinnere mich noch an das Geräusch von dem Bolzen,
der aufgeschoben wurde.
Zuerst dachte ich, es wäre mein Vater,
der zurückkommt, um mich wieder zu schlagen.
Aber dann habe ich gesehen, dass es Carlo ist.
Ich kannte ihn kaum.
Wir hatten vielleicht drei Worte gewechselt.
Er hat mir aufgeholfen und mich da rausgebracht.
Ich lag unter einer Wolldecke, bis wir aus dem Ort raus waren.
Ich bat ihn, vor Gabriellas Hof stehen zu bleiben.
Ich wollte, dass er ihr meinen Schal irgendwo hinlegt.
Als Zeichen, dass es mir gut geht.
Wir sind stundenlang gefahren.
Ich habe immer wieder das Bewusstsein verloren.
Aber wann immer ich die Augen aufgemacht habe,
war er da.
Hatten Sie einen Plan?
Ich war früher schon mal in Bologna gewesen mit Mama.
Ziemlich große Stadt.
Keiner sollte davon erfahren.
Carlo musste es mir versprechen.
Ich... habe einen anderen Namen angenommen...
habe die Schule zu Ende gemacht und nie zurückgeblickt.
Sie sind sehr mutig gewesen.
* Sie schnauft. *
Sylvia?
Wie sind Sie darauf gekommen, dass ich noch lebe?
Ich habe es Carlo einfach nicht zugetraut.
Und dann der Schal und die Postkarte.
Zum Glück haben Sie den Namen Ihrer Mutter angenommen,
sonst hätte ich Sie niemals gefunden.
Ich hatte auch Glück,
dass meine Familie nicht so clever war wie Sie.
Wissen sie, dass ich hier bin?
Nein. Es liegt bei Ihnen, ob Sie sie sehen wollen.
An diesem letzten Tag...
als ich meinem Vater damit gedroht habe, zur Polizei zu gehen...
hat er mich so schlimm verprügelt, dass ich dachte, ich würde sterben.
Und Andrea hat versucht, mir zu helfen.
Aber er konnte nichts gegen Vater tun.
Giuseppe hat es nicht mal versucht.
* Unheilvolle Klänge *
Ihre Brüder hatten auch große Angst vor Ihrem Vater.
Die hatte Carlo auch.
Doch das hat ihn nicht davon abgehalten, mir zu helfen.
* Traurige Musik *
* Sie schnauft. *
* Handyklingen *
Hallo?
(Riva) Es gibt Neues von der Forensik, Signora Volpe.
* Die Musik klingt aus. *
Sie wurde anscheinend erschossen.
Aus nächster Nähe in Anbetracht der zersplitterten Knochen.
Sie haben auch das hier gefunden.
In der Erde, die sich in ihrem Brustraum angesammelt hat.
Was ist das?
Das Abzeichen der Brigate Garibaldi.
(Elena) Die Partisanen.
Gibt es denn Unterlagen über eine Partisanin aus der Umgebung,
die im Einsatz verschollen ist?
Das versuchen wir herauszufinden, aber es ist schwierig.
In den letzten Kriegsjahren sind viele Menschen verschwunden.
Vielleicht war sie noch nicht mal von hier. Die Ärmste.
(lachend) Wenigstens ist sie ehrenvoll gestorben.
Nicht in Schande, so wie meine Familie.
* Elena seufzt. *
Ich war immer diejenige, die hintenanstehen musste.
Während meiner Kindheit war meine Mutter damit beschäftigt,
sich um die Marchesa zu kümmern.
Adriana war 15 Jahre älter.
Ihre Schwester. Ja... ja.
Sie war wie eine zweite Mutter für mich.
Sie war viel älter.
Aber sie hat immer Zeit gehabt, mit mir zu spielen.
Ich war drei oder vier.
(lachend) Und ich habe mich hier im Garten versteckt.
Ich kannte die allerbesten Verstecke im Garten.
Aber Adriana hat mich immer gefunden.
Hatten Sie vielleicht ein besonderes Versteck?
Eines, von dem nur Sie und Adriana wussten?
Ja.
* Dramatische Musik *
* Poltern *
Was ist das?
Wow.
(fassungslos) Mio Dio, "La Marchesa".
Ihre Schwester hat dieses Gemälde nicht gestohlen.
Sie hat es gerettet.
Und es dort versteckt, wo es niemals jemand finden würde.
(stotternd) Aber warum hat sie uns dann verlassen?
Ich glaube nicht, dass sie das getan hat.
Ich glaube, sie war die ganze Zeit über hier
und hat darauf gewartet, dass wir sie finden.
* Stimmengewirr *
* Unverständliches Gespräch *
(Valentino) Danke, dass Sie gekommen sind.
Wir feiern nicht nur die Rückkehr von einer,
sondern von zwei Töchtern Panicales.
Dr. Ornella Masetti ist nach 25 Jahren zu uns zurückgekehrt.
Sie ist jetzt eine angesehene Bürgerin Bolognas,
aber sie bleibt immer eine von uns.
Und nachdem sie fast 80 Jahre versteckt war,
ist unser Renaissanceschatz, "Die Marchesa von Panicale"
wieder da, wo sie hingehört.
Das hier ist auch die Rehabilitierung zweier Menschen,
denen viel zu lange Unrecht getan wurde.
Carlo Sabatini war Ornellas Retter.
Und Adriana Decone ist Verrat vorgeworfen worden.
Jetzt wissen wir, dass sie ihr Leben gegeben hat,
um für die Freiheit zu kämpfen.
Mit großer Freude bitte ich daher Elena Decone,
das Andenken ihrer Schwester zu ehren,
indem sie den Stolz von Panicale enthüllt:
"La Marchesa".
* Applaus *
Und Bevilacqua hat seine Versetzung beantragt.
Gott sei Dank.
Ich kann mir keine Strafzettel mehr leisten.
Sie glauben also wirklich, dass er das mit dem Graffito war?
Wieso?
Damit Mallory Adriana nicht findet.
Woher hätte er wissen sollen, dass sie da liegt?
Sein Opa hat ihm das gesagt.
Der alte Bevilacqua war ein Partisan.
Hätte er von Adrianas Erschießung gewusst,
hätte er nach dem Krieg davon erzählt.
Oder er war ein Verräter und hat sie erschossen,
weil sie ihm das Bild nicht geben wollte.
Er hat die Geschichte anders erzählt, um als Held dazustehen.
Brava.
Tja, Valentino will anscheinend nicht mehr verkaufen.
Gute Nachrichten für Panicale würde ich sagen.
Die ganze Aufregung um das Auftauchen des Gemäldes
scheint ihn inspiriert zu haben. Ich fand das ausgesprochen bewegend.
Und was ist mit Ihrer Ausgrabung? Können Sie wieder an die Arbeit?
Das ist zwecklos.
Nächste Woche fängt das neue Semester an.
Meine Beteiligung am Wiederfinden des Gemäldes hat dazu geführt,
dass sie mich wiederhaben wollen.
Die Professur ist noch Thema.
Aber Valentino hat gesagt,
dass ich mit meinen Ausgrabungen jederzeit weitermachen kann.
Du kannst gerne wieder mitmachen, Sylvia.
Du auch, Arabella.
Ah. Wir denken darüber nach.
Nicht wahr, Arabella? (freudig) Ausgezeichnet.
* Sie lachen. *
* Sanfte Klaviermusik *
* Der Hund hechelt. * Hey!
(aufgeregt) Ciao, tesoro. Ciao, ciao, ciao!
* Freudige Laute *
Come, come sei stato da solo? Come sei stato? Andiamo!
* Sanfte Streichmusik *
* Die Musik klingt ab. *
Das war doch völliger Schwachsinn.
* "Non Arrossire" von Giorgio Gaber *
* Unverständliches Gespräch *
Oh.
Grazie. Grazie.
Los. Weg hier.
Das war ein zauberhafter Abend, danke.
War mir ein Vergnügen.
Ich werde mir ein Taxi rufen.
Tut mir leid, dass ich Sie nicht bitten kann,
mit zu mir zu kommen.
Ist schon gut.
Ich wohne in der Carabinieri-Kaserne,
und Hamdani wohnt leider im gleichen Stockwerk.
* Sie lachen. *
Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024
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