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FRANKREICH 1880
Eine Reihe ungelöster Morde, ein panisches Land,
fantastische Geschichten von Le Loup, einem Wolfsmann.
Eine Welle des Schreckens, die dieses Melodrama der alten Schule inspirierte,
geliebt von allen, die unverhohlen entweder einen Schauder
oder Gelächter über die größten Abscheulichkeiten genießen.
DE BRISSON & CO. BANKIERS
Michel!
Michel! Was ist passiert?
Das Gesicht im Fenster.
-Woher weißt du, dass es der Wolf war? -Ich hörte ihn heulen.
Wind im Schornstein.
Aber Michels letzte Worte: "Das Gesicht im Fenster."
-Truggebilde. -Der Safe wurde ausgeraubt, das war echt.
Der Wolf ist nicht der Einzige, der raubt und mordet.
Das sieht aus wie ein Verbrechen, das von innen kam.
-Wollen Sie andeut… -Ich deute nichts an.
Ich bereite mich auf die Ermittlungen vor.
Das wäre im Moment alles, Monsieur de Brisson.
Sie finden den Verbrecher, Inspector Gouffert.
Dafür ist die Polizei da. Mademoiselle, Monsieur, guten Tag.
Wichtigtuer. Der Wolf wird nie von selbstherrlichen Idioten wie ihm gefasst.
-Du glaubst, es war der Wolf? -Ohne Zweifel. Alles passt.
Das Geheul, das Gesicht im Fenster, Mord, Raub.
-Wir müssen das Gold zurückholen. -Ja, Vater, die Polizei wird sicher…
-Die Polizei ist nutzlos. -Da mögen Sie recht haben.
Die Zukunft der Bank, unser Vermögen, Cecile, steht auf dem Spiel.
Ich habe kürzlich große Verluste gemacht.
Unsere Rücklagen waren vor dem Raub aufs Mindeste gesunken.
Um die Krise zu überstehen, kontaktierte ich einen wichtigen Mann,
den Chevalier del Gardo, der unglaublich vermögend sein soll.
Wenn er mit uns Geschäfte machte, wären unsere Sorgen vorbei.
Aber wie stehen die Chancen dafür jetzt, wo die Bank ausgeraubt wurde?
-Wann erwarten Sie ihn? -Jeden Moment, wenn er denn kommt.
Es hat sich herumgesprochen, und wenn er nicht kommt…
Vater, gib die Hoffnung nicht auf.
Dem Chevalier ist sicher klar, dass es nicht deine Schuld war.
Er wollte genau wissen, wie wir gegen Raub geschützt sind.
Ich dachte, er wäre zufrieden, und nun das.
Es ist noch nicht alles verloren.
Vertrauen Sie mir, ich löse das Rätsel und bringe das Diebesgut zurück.
-Was können Sie schon tun? -Lassen Sie es mich versuchen.
Stellen Sie mich für ein paar Stunden frei?
Na gut. Und wenn Sie Erfolg haben, können Sie Ihre Belohnung nennen.
Cecile, bring Monsieur Cortier hinaus.
-Liebes, ich bin fast froh über den Wolf. -Lucien, was sagst du da?
Jetzt habe ich eine Chance.
Dein Vater sagte, wenn ich Erfolg habe, darf ich meine Belohnung nennen.
Ich wünsche es mir. Ich hasse es, unsere Liebe vor ihm zu verbergen.
Was können wir sonst tun? Welche Chance habe ich, ein armer Beamter,
dich heiraten zu dürfen? Aber alles wird nun anders.
Was hast du vor?
Ich verfolge den Wolf, bis ich ihn identifizieren kann.
Mademoiselle de Brisson, es ist mir ein Vergnügen.
Sie wollen zu meinem Vater, Chevalier.
Ich regle immer das Geschäftliche vor dem Vergnügen.
Heute ist es umgekehrt.
Stellen Sie mich Ihrem Freund vor?
Das ist Monsieur Lucien Cortier. Chevalier del Gardo.
Monsieur Cortier arbeitet in der Bank meines Vaters.
Sind Sie der Mann, der die Tragik gestern Nacht miterlebte?
-Ja, ich war in der Bank. -Ein schreckliches Unheil.
Hoffen wir, dass der Verbrecher zur Rechenschaft gezogen wird.
Ich wünsche es mir für Monsieur de Brisson.
Das ist lobenswert. Ich glaube, seine Angestellten
hätten Monsieur de Brisson besser gedient,
wären sie achtsam genug gewesen, das Verbrechen zu verhindern.
Mein Vater erwartet Sie im Salon, Chevalier.
Ich hoffe, ich sehe Sie noch einmal, bevor ich gehe, Mademoiselle.
Oh, sicher.
-Beleidigender Unmensch. -Vorsicht, Lucien.
Vater muss sein Geschäft sichern.
Ich hoffe, er hält die Augen offen.
-Ich muss los. -Wohin?
-Zu meinem Freund, Prof. LeBlanc. -Der verrückte Professor?
Er ist nicht verrückt, sondern ein Genie.
Seine Experimente mit Elektrizität werden die Welt erschüttern.
Aber wie kann er dir helfen?
Ich glaube, die Wissenschaft siegt, wo die Polizei versagt hat.
-Die Polizei hat keine Spuren? -Hinterlässt der Wolf je Spuren?
Sechs Morde in zwei Monaten, ohne Hinweise auf seine Identität.
Ich hörte, es sei ein Mann, der übernatürliche Unterstützung hat.
Sie meinen, das Gesicht, das angeblich an Fenstern erscheint,
und das Wolfsgeheul könnten…
Das geht über die Möglichkeiten moderner Polizeimethoden hinaus.
Würde ich je einen Mord verüben, Gott bewahre,
würde ich genau so einen Komplizen wählen. Aber zum Geschäft.
Aufgrund der Ereignisse in Ihrer Bank habe ich meine Entscheidung überdacht.
Heißt das, Sie betrauen mich doch nicht mit Ihren Angelegenheiten?
Im Gegenteil, ich habe vor, sofort Ihr Kunde zu werden.
Mein lieber Chevalier!
Ich möchte eine beträchtliche Summe in Ihrer Bank einlagern,
die den Ruf von de Brisson et Cie wiederherstellt.
Mein lieber Chevalier, wie kann ich Ihnen danken?
Sehen Sie es als Geschäftsentscheidung.
Je besser Ihr Ruf umso sicherer ist mein Geld.
Sie haben einen neuen Mann aus mir gemacht.
Die Möglichkeiten in der Zukunft mit einem Mann Ihres Kalibers…
Monsieur de Brisson, ich wollte vorschlagen,
dass wir uns in der Zukunft noch stärker verbinden.
Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht ganz folgen, Chevalier.
Sie haben eine sehr reizende Tochter.
So reizend, dass mich das Junggesellendasein nicht mehr befriedigt.
Cecile? Aber sie ist fast noch ein Kind!
Eltern vergessen oft, wie schnell ihre Kinder groß werden.
Cecile ist eine Frau, Monsieur de Brisson.
Chevalier, verzeihen Sie meine Worte, aber der Altersunterschied…
Ich bin in der Blüte meines Lebens.
Widert der Gedanke, ich könnte auch Ihr Schwiegersohn sein, Sie an?
Natürlich nicht.
Ein erfahrener Mann von Welt ist der perfekte Ehemann.
-Ja, aber… -Gibt es "Abers"?
Ich habe Ihnen bereits mein Entgegenkommen gezeigt.
-Sicherlich! -Alles, was ich dafür verlange,
-ist Ihr Entgegenkommen. -Und wenn ich das nicht geben kann?
Dann muss ich meine Entscheidung überdenken.
Es liegt an Cecile. Sie muss für sich entscheiden.
Habe ich Ihre formelle Erlaubnis, ihr den Hof zu machen?
-Ja. -Bitten Sie sie, herzukommen?
-Sie wollen jetzt mit ihr sprechen? -Warum nicht?
Wer weiß, was uns morgen zustoßen könnte.
Sie verstehen, dass die Entscheidung meiner Tochter final ist?
Absolut. Ich bin sicher, sie ist eine pflichtbewusste Tochter,
der das Wohlergehen ihres Vaters sehr am Herzen liegt.
-Ist Chevalier gegangen? -Nein, Kind. Er ist noch im Salon.
Du siehst besorgt aus. Kam das Geschäft nicht zustande?
Nein. Wir haben uns zufriedenstellend geeinigt.
-Worauf wartet er dann? -Er will mit dir reden.
Ja, das versprach ich, bevor er reinging. Verabschieden wir ihn gemeinsam.
Der Chevalier wünscht, mit dir allein zu reden.
Aber ich will nicht allein zu ihm.
-Magst du ihn nicht? -Darüber hab ich nie nachgedacht.
Für mich war er immer einer deiner Geschäftsfreunde.
Unsere Beziehung ist jetzt enger. Wir sind quasi Partner.
Du weißt, was das für die Bank bedeutet.
Sie halten Ihre Versprechen, Mademoiselle.
Immer, mein Herr. Mein Vater sagt, Sie wollen mich allein sprechen?
-Gab er Ihnen keinen Hinweis, warum? -Nein, Monsieur.
-Und sie erraten es auch nicht? -Nein, wieso, Monsieur?
Nicht doch, keine Angst, kleine Cecile.
Cecile, ich liebe dich. Schon vom ersten Moment an, als ich dich…
Bitte, sagen Sie so etwas nicht zu mir.
Wieso nicht? Dein Vater gab mir die Erlaubnis.
-Das ist unmöglich. -Und warum?
Weil mein Herz nicht länger mir gehört.
-Du liebst einen anderen? -Ja.
Doch nicht etwa der mittellose Bankbeamte!
Er ist vielleicht mittellos und nur ein Bankbeamter,
aber er ist der Mann, dem ich mich versprochen habe.
Und ich halte meine Versprechen, Monsieur.
Mademoiselle, ich erkenne, wenn ich besiegt bin.
Bitte bedenken Sie, dass ich davon nichts wusste,
-als ich meinen Antrag machte. -Natürlich.
Ich beneide diesen jungen Mann aus tiefstem Herzen.
Er hat den größten Preis der Liebeslotterie gewonnen.
-Sie schmeicheln mir. -Ich meine es ernst, Mademoiselle.
-Ich wünsche Ihnen beiden nur das Beste. -Das ist sehr großzügig.
Ich hüte Ihr Geheimnis, als wäre es mein eigenes.
Und wenn ich der Karriere des Jungen helfen kann, tue ich das.
-Danke. -Gewähren Sie mir einen Gefallen.
Wenn es in meiner Macht liegt.
Lassen Sie uns unsere Freundschaft mit einem Kuss besiegeln.
Nun gut.
Verzeihen Sie mir, Mademoiselle.
Lucien Cortier.
Das ist ein entscheidender Moment.
Es hat sich bewegt!
Ich habe Jahre meines Lebens in dieses Experiment investiert, Lucien,
und jetzt stehe ich kurz vor dem Erfolg.
-Sie haben Beweise? -Ja. Und sie nennen mich verrückt.
Das sagt die Welt über alle Pioniere.
Elektrizität ist Leben, Junge.
-Scheint unglaublich. -Aber du hast es gesehen.
Der Hase war 24 Stunden tot und hat sich bewegt.
Der Muskel wurde belebt und beendete die Handlung, die das Hirn
im Moment des Todes beauftragt hatte.
Könnte man das auf Menschen anwenden?
Wir müssen nur die Stärke uns Verteilung des Stromes anpassen.
Dann bin ich bereit, dir mit deinem Problem zu helfen.
-Wie das? -Ich werde meine Entdeckung
beim nächsten Opfer des Wolfes anwenden und aus dessen totem Hirn
die Identität des Mörders extrahieren.
Das nächste Opfer des Wolfes…
POLIZEIREVIER
-Chevalier del Gardo für Sie. -Bringen Sie ihn rein.
Mein lieber Monsieur Gouffert, verzeihen Sie die Störung.
Es ist mir eine Ehre.
Ich habe großes Interesse an der Kunst der Verbrechensaufklärung.
So geht es sicher auch den Verbrechern.
Sehr gut. Ich hoffe, Sie halten mich nicht für einen.
Mein lieber Chevalier, Verbrecher sind seltsame Leute.
Anders als normale Menschen.
Neugierde ist ihre Schwäche und ihr Untergang.
Verstehe. Offiziell gesehen ist es also kurios, kriminell zu sein,
aber kriminell, neugierig zu sein?
Ich sehe, Sie sind beschäftigt, ich will Ihre Zeit nicht vergeuden.
Ich wollte hören, ob Sie Fortschritte bei der Brisson-Bank-Sache gemacht haben.
Chevalier, fragen Sie das aus persönlichem Interesse?
Faire Frage, Monsieur. Ja.
Ich bin ein großer Einzahler und enger Partner von Monsieur de Brisson.
Wie bei all diesen Wolfs-Verbrechen
haben wir auch dieses mal keinerlei Hinweise.
Ich bin nur ein Amateur, aber ich hätte gedacht, Sie beginnen
mit Ermittlungen gegen den Mann am Tatort.
-Den Bankbeamten Lucien Cortier? -Ich glaube, so heißt er.
Wir sind dieser Spur natürlich gefolgt, aber sie führte ins Leere.
Wer ist wohlgeboren, ausgebildet und hat einen hervorragenden Ruf.
Ist er reich?
-Er hat nichts außer seinem Gehalt. -Verstehe. Wie üblich, Geld, was?
Die Wurzel allen Übels, Monsieur Gouffert.
Aber Cortier braucht kein Geld. Er hat keine Schulden und verdient gut.
Für eine Person. Aber nehmen wir an…
Es ist natürlich reinste Theorie, der junge Mann mag unschuldig sein…
Nehmen wir an, er hätte eine Verbindung zur Tochter seines Chefs.
Wieso sollte er den Schwiegervater in spe bestehlen?
Glauben Sie, ein wohlhabender Bankier wie Monsieur de Brisson
würde seiner Tochter die Ehe mit einem mittellosen Beamten erlauben?
Es gibt keine Beweise.
Wie gesagt, Monsieur, rein theoretisch gedacht.
Guten Tag, Monsieur Gouffert.
Danke für einen unterhaltsamen und lehrreichen Morgen.
Guten Tag, Chevalier.
Guten Abend, Monsieur. Was kann ich Ihnen zu Trinken bringen?
Ich habe Ihre Nachricht erhalten und alles arrangiert.
-Gut. Dann sind Bartle und Babylon hier? -Sie sind bereit und warten.
Wir haben sie lange nicht gesehen. Wir dachten, der Wolf hätte Sie erwischt.
Bring mir einen Absinth, und hör auf zu plaudern.
Sehr gern.
Was soll es dieses Mal sein?
Raub? Oder noch ein junges Mädchen, das in La Pinans Höhlen gelockt wird?
Ich beantworte keine Fragen, La Pinan. Ich gebe Befehle.
Schick Babylon und Bartle zu mir.
-Brissons Bank in der Rue Salice. -Kenne ich.
-Heute Abend? -Aber sicher.
Drinnen findet ihr das private Schließfach seines Angestellten Lucien Cortier.
Legt dieses Paket zu seinem Inhalt.
Es ist zu einfach.
Ich dachte, Sie wollen noch ein Mädchen geschnappt haben.
Alles zu seiner Zeit, Bartle.
Denkt dran, nicht verpfuschen. Ihr kennt den Namen, Lucien Cortier.
Wir vergessen ihn nicht.
Und versucht nicht, das Paket zu öffnen.
Tut ihr es, findet man eure Leichen in der Seine treibend,
aufgeschlitzt von der Kehle zum Bauch.
Ich frage mich, was darin ist.
-Soll ich? -Nein!
Wieso nicht?
Er würde es auch tun.
Die Papiere für den Chevalier del Gardo, zum Unterzeichnen und Versiegeln.
Und die Liste, um die Sie baten.
Sie enthält alles, was aus dem Safe gestohlen wurde.
Zwei Beutel englischer Sovereigns, 14 Beutel goldene Louis,
ein Beutel mexikanischer Gold-Dollar…
Ich möchte in Ihr Privatschließfach schauen.
Wie bitte?
Sie haben mich gehört. Haben Sie Angst davor?
Natürlich nicht.
Aber ich darf doch wohl fragen, warum.
Ein anonymer Brief, der mich beschuldigt?
Sie glauben doch wohl nicht einem anonymen Brief?
Woher soll ich wissen, was ich glauben soll?
Nun gut, Monsieur. Hier ist der Schlüssel zu meinem Schließfach.
Nein, Lucien, ich traue Ihnen. Ihr Vater war mein Freund.
-Ich glaube nicht, dass sein Sohn… -Danke. Aber um der Fairness willen
bestehe ich darauf, dass Sie in mein Schließfach schauen.
Nun gut.
-Was ist das? -Ich weiß es nicht. Nie gesehen.
Es ist schwer. Fühlt sich an wie Münzen.
Kommen Sie in mein Büro.
Mexikanische Gold-Dollar! Wie die, die aus dem Safe gestohlen wurden!
-Sie sind ein Dieb. Ein Dieb und Mörder! -Ich bin kein Dieb und Mörder.
-Hier ist der Beweis. -Ich habe das Gold nie versteckt.
-Wie kam es dann da rein? -Das weiß ich nicht!
Sie sind ein Lügner und Betrüger!
-Ich schwöre, ich bin unschuldig! -Das klärt die Polizei.
Übergeben Sie mich nicht der Polizei. Ich beweise meine Unschuld.
-Ich habe sie erwischt! -Geben Sie mir etwas Zeit.
Darum bitte ich im Namen meines Vaters, der Ihr Freund war.
-Raus. -Aber…
Verschwinden Sie! Ich will Ihr Gesicht nie wieder sehen.
Tue ich es, oder Sie versuchen, mich oder meine Tochter zu kontaktieren,
übergebe ich Sie der Polizei.
-Aber bitte… -Raus!
Es war sehr nett, dass Sie mich mitgenommen haben.
Reiner Selbstzweck.
Welcher Mann wäre nicht stolz, bei einer Fahrt durch Paris
neben einer schönen Frau gesehen zu werden?
Entschuldigen Sie mich.
Mein Treffen mit Ihrem Vater dauert nicht lang. dann fahre ich Sie heim.
Das wäre reizend, Monsieur.
Kutscher, sagen Sie dem Chevalier, ich kann nicht länger warten.
Die Nachricht von Cortiers Schuld wird Mademoiselle Cecile aufwühlen.
Sicher, Chevalier, sie weniger als ihren Vater.
Ich dachte, die beiden teilen zarte Bande.
Nein. Cortier stammt aus guter Familie, ist aber finanziell untauglich.
Er wird nun seine Belohnung aus den Armen Madame Guillotines erhalten.
Ja, natürlich.
-Haben Sie die Polizei verständigt? -Noch nicht.
Nein? Aber warum die Verzögerung?
Er flehte mich an im Namen seines toten Vaters.
Ist die Witwe Ihres Nachtwächters zufrieden mit Gefühlen statt Rache?
Er schwor, er sei unschuldig.
Ihr Herz macht Ihnen mehr Ehre als Ihr Kopf.
Aber beenden wir unser Geschäft und gehen dann zusammen zur Polizei.
Unterzeichnen Sie hier, Chevalier.
Damit ist unser Geschäft komplett.
Ihr Siegel ist ebenfalls nötig, Chevalier.
Oh, ja, natürlich.
Meine Kutsche wartet draußen. Und eine kleine Überraschung.
Damit können wir Sie bei Monsieur Gouffert absetzen.
-Ich will nicht zur Polizei. -Wieso nicht?
Vielleicht kommt etwas ans Licht. Ich bete darum.
Ich verlasse mich lieber auf Monsieur Gouffert.
Verbrennen Sie das nicht!
Ein Blatt Papier mit Fettspuren. Welchen Wert kann das haben?
Aber das Siegel! Es war dasselbe wie…
Ich habe kein Siegel gesehen. Und Sie auch nicht.
Das haben Sie sich nur vorgestellt.
Ich rate Ihnen davon ab, das bei der Polizei zu erwähnen.
-Gehen Sie. -Ihre Tochter ist in meiner Kutsche.
-Ich versprach, Sie heimzubringen. -Gehen Sie, sage ich!
Wie Sie wünschen.
Sie sind eindeutig aufgewühlt ob der heutigen Ereignisse.
Ich schlage vor, nichts zu übereilen.
Die Tatsache, dass ich Ihre Tochter bei mir habe, sichert mir…
Ich weiß.
-Wo ist Mademoiselle? -Sie konnte nicht warten.
-Sie ist gegangen. -Hat sie mit jemandem geredet?
-Ich sah niemanden. -Nach Hause, und zwar schnell.
Gaston!
Mademoiselle Cecile wartet auf Sie in ihrem Zimmer. Ich bringe Sie hinten rein.
-Ich folge Ihnen. -Sie warten hier.
-Danke, Babette. -Ich warte mit Pierre in der Küche.
-Ist mein Vater zurückgekehrt? -Noch nicht, sagt der Diener.
Mein Liebes.
-Wo ist Mademoiselle Cecile? -Ich glaube, in ihrem Zimmer.
Sag ich, ich wünsche sie im Salon zu sprechen.
Ich bin gefangen wie eine Ratte. Wenn dein Vater zur Polizei geht,
werde ich verhaftet, das kann in wenigen Stunden sein.
-Wer ist da? -Francois, Mademoiselle.
-Was willst du? -Ihr Vater ist im Salon.
Er möchte Sie sprechen.
Sag ihm, ich ziehe mich um. Ich komme, sobald ich kann.
Ich muss gehen. Man darf mich hier nicht finden.
-Lucien, was hast du vor? -Ich will meinen Namen bereinigen.
Halte mich auf dem Laufenden über Pierre und Babette.
Ja, Liebes.
-Auf Wiedersehen. -Wiedersehen.
Oh, Lucien, soll ich Babette rufen?
Nein, ich finde mich über die Hintertreppe zur Küche zurück.
Das Gesicht!
Das Gesicht.
Das Gesicht.
Der Wolf!
-Cecile, alles in Ordnung? -Ja, Lucien. Hast du das gehört?
Als ich auf der letzten Stufe war, ein schreckliches Geheul.
-Ist der Wolf im Haus? -Wir finden es heraus. Komm, schnell!
Der Wolf ist im Haus! Wolf!
Vater. Vater! Vater, rede mit mir.
Vater.
Oh, Lucien, er ist…
-Es ist der Dolch des Wolfes. -Mein armer Vater.
-Sei mutig und komm mit. -Ich kann ihn nicht allein lassen.
Komm, du musst.
Er weiß, wer ihn getötet hat, das sehe ich an seinem Gesicht!
Ja, und wir wissen es auch in nicht allzu langer Zeit. Komm.
Schon gut, Liebes. Jetzt setz dich.
Anton, geh zur Polizei.
Berichte Monsieur Gouffert, was passiert ist.
-Gaston, wir suchen im Garten. -Verlassen Sie sich auf mich.
Der Wolf wird euch kriegen. Er wird uns alle töten.
Alles wird gut. Pierre passt auf.
Ich wäre lieber im Garten.
Gaston!
Ich bin bald zurück, Liebes. Du hast keine Angst?
Nein, Lucien.
Nur keine Sorge, Mademoiselle. Ich beschütze Sei mit meinem Leben.
Danke.
Es ist jemand an der Tür. Schaust du nach, wer?
Mademoiselle. Das ist zu furchtbar, um wahr zu sein.
Sie hörten, was passiert ist?
Ich kam hierher, traf unterwegs den Diener und der erzählte es mir.
Meine Trauer ist groß, aber Ihre muss unermesslich sein.
Sie waren seine Tochter, ich nur sein Freund,
Ich kann es kaum glauben.
-Armes Kind, mein Herz blutet für Sie. -Danke für Ihr Mitgefühl.
Denken sie dran, wenn Sie Trost, Hilfe oder Beistand brauchen,
werde ich Ihnen in Ihrer Einsamkeit zur Seite stehen.
Ich habe Glück mit meinen Freunden. Mit Ihnen und Lucien Cortier.
-Lucien Cortier? -Ja.
Dank der Gnade der Vorsehung war er hier, als es geschah.
Ich dachte, Ihr Vater war wütend auf ihn, und verbot ihm, herzukommen.
Jemand führt etwas gegen Lucien im Schilde.
Ich hätte meinen Vater überzeugen können.
Dann ist Lucien Cortier hier?
Er sucht im Garten nach dem Monster!
Mein armes Kind, ich mache Ihre Trauer nur ungern größer.
-Darf ich um einen Gefallen bitten? -Was?
Ich möchte meinem toten Freund die letzte Ehre erweisen.
Mein armer, lieber Freund.
-Etwas gefunden? -Nein.
Bis auf einen seltsamen, schleimigen Fleck außen am Fenster.
Als hätte sich etwas gegen das Glass gedrückt.
Du meinst das Gesicht? Es ist schrecklich!
Diese Tat bleibt nicht ungerächt.
Ich ruhe nicht, bis ich den Mörder entlarvt und dem Gesetz übergeben habe.
Darf ich mich diesen mutigen Sentiments anschließen,
aber nicht mit dem Verbrecher, der sie aussprach?
-Chevalier! -Ist Ihnen bewusst, Mademoiselle,
dass Ihr Vater, Gott hab ihn selig, erst heute Morgen
eindeutige Beweise erhielt, dass er hier am Verbrechen in der Bank beteiligt war?
-Das ist eine Lüge! -In der Nacht tötete der Wolf einen Mann.
Heute traf es Ihren Vater, und wieder ist dieser Mann in der Nähe.
-Das ist eine falsche Anschuldigung. -Können Sie das beweisen?
Hatten Sie Monsieur de Brissons Erlaubnis, in diesem Haus zu sein?
Ich bat Lucien, herzukommen.
-War er die ganze Zeit bei Ihnen? -Er ging kurz bevor…
Er hat Sie verlassen! Dann war er allein im Haus.
-Ich war auf der Treppe. -Und als er nicht bei Ihnen war,
wurde ihr Vater erstochen.
Cecile, hör nicht auf ihn. Ich hab deinen Vater nicht getötet, das weißt du.
Ich liebe dich und liebte ihn. Du musst mir vertrauen.
Mademoiselle, ich bin Ihr Freund. Ich war der Freund Ihres Vaters.
Ich flehe Sie an, hören Sie mir zu, bevor es zu spät ist.
Nein, Chevalier.
Nichts, was Sie sagen, erschüttert mein Vertrauen in Lucien.
Ich liebe ihn.
Dann muss ich Sie in den Armen des Mörders Ihres Vaters zurücklassen.
-Dafür erledige ich Sie! -Ich streite nicht mit Verbrechern.
Entschuldigen Sie sich oder ich…
Ich warte, bis man Sie als Schwerverbrecher verurteilt hat
und sie nicht mehr den Schutz Ihrer Geliebten genießen.
Glauben Sie, Chevalier del Gardo nimmt so eine Beleidigung einfach hin?
Ich zähle darauf und verlange einen Ausgleich.
Ich werde mit Freuden die Pflichten der Polizei
und des Henkers auf mich nehmen.
-Ich nehme die Herausforderung an. -Und die Waffen?
-Pistolen. -Zeit und Ort?
-Überlasse ich Ihnen. -Gut, dann heute Abend um neun
-in den Luxembourg-Gärten. -Ich werde da sein.
Lucien, tu es nicht, er wird dich töten.
Nein, er ist ein Feigling. Ich sah es in seinen Augen.
Ich habe ihm nie vertraut.
Ich hielt ihn immer für böse, obwohl er mir seine Liebe gestand.
Aber jetzt, Lucien, habe ich angst um uns beide!
Ich passe auf uns auf.
-Du weißt nicht, wie sehr er dich hasst. -Oh, doch.
Ich stehe zwischen ihm und dir. Er tut alles, um mich zu beseitigen.
-Er ist zum Schlimmsten fähig. -Hab keine Angst, Cecile.
Ich kann es mit Chevalier del Gardo aufnehmen.
Aber Lucien, ich könnte es nicht ertragen, wenn dir etwas passiert.
Beruhige dich, mein Liebling. Ich bin nicht in großer Gefahr.
Ich will dich von all der Trauer und dem Schrecken wegbringen.
Oh, Lucien.
Sieh!
Er ist entkommen, aber hinterließ das. Den Dolch des Wolfes.
-Du wirst sein nächstes Opfer. -Im Gegenteil, er wird meines.
-Aber wir können ihn jetzt identifizieren. -Wie?
Meine Kugel hat ihn an der linken Hand verletzt.
-Habt ihr alles erledigt? -Alles wurde arrangiert.
-Wer macht die Notiz? -Lenoir.
-Weiß er, was er zu tun hat? -Ja, er ist ein alter Hase.
Er darf keinen Fehler machen, sonst ist das sein letzter Job.
-Für Sie? -Für wen auch immer.
Javez, du wirkst am elegantesten. Du bist mein Sekretär.
Danke, Monsieur.
Ihr seid es gewohnt, zusammenzuarbeiten. Versaut es diesmal nicht.
-Wir erledigen es schnell und sauber. -Das ist unser Motto. Schnell und sauber.
Dann kommt in die Luxembourg Gärten.
Bring mich bis zu meiner Tür.
Ich möchte nicht mal für alle Juwelen im Louvre heute allein in Paris sein.
-Und ich? Ich muss allein zurück. -Du bist ein Mann, hoffe ich.
Ich wünschte, Pierre wäre hier.
Was würde er nützen, wenn sie an dir vorbeifahren?
Sie sind besser als der Wolf.
Der schlitzt dir ganz schnell die Kehle auf.
Rede nicht so! Du machst mir Angst.
Verstecken!
Ich vertrete Chevalier del Gardo.
Ich vertrete Monsieur Lucien Cortier.
Entfernen Sie Ihren Handschuh, Monsieur?
Nicht nötig, Monsieur.
Stellen Sie sich Rücken an Rücken.
Wenn ich das Tuch fallen lasse, macht jeder Herr fünf volle Schritte,
bevor er sich umdreht und schießt.
Hallo.
Du Narr. Glaubst du, ich lasse zu, dass du mich weiter behinderst?
Ich zeige dir, was ich mit Trotteln tue, die sich mir in den Weg stellen.
Doch bevor der Tod dich ereilt, sollst du wissen,
dass ich von hier zu einer schönen Dame eile,
die in der Blinden Ratte auf mich wartet.
Das berührt dich, was?
Stell sie dir in meinen Armen vor, meine Lippen auf ihren.
Ja, stell dir das vor, mein Freund, dann wirst du gerne sterben.
Bartle, bring ihn weg.
-Wohin sollen wir ihn bringen? -Zum Fluss.
-Schön, die Blasen, oder? -Ist mir zu viel Wasser.
-Kein schlechtes Gewissen? -Nein.
Durst.
Sie sind weg. Schnell, das Boot!
-Sie wollten mich sehen? -Mademoiselle Cecile de Brisson?
-Ja. -Ich soll Ihnen das bringen.
-Von wem ist es? -Monsieur Cortier.
BIN VERLETZT. KOMM SOFORT ZU MIR. DER ÜBERBRINGER FÜHRT DICH HIN.
Schnell, Antoine, mein Mantel!
-Ist Monsieur Cortier schwer verletzt? -Ich weiß es nicht.
-Haben Sie ihn gesehen? -Nein.
-Wer gab Ihnen den Brief? -Er.
-Und wo ist er? -Ich weiß es nicht.
Wie soll ich ihn dann finden?
-Ich zeige Ihnen den Weg. -Schnell, Antoine, die Kutsche!
-Es ist eine draußen. -Sind Sie damit gekommen?
-Ja. -Wo sind Sie eingestiegen?
Ich weiß es nicht.
-Soll ich Sie begleiten? -Die Dame soll allein kommen, sagt er.
-Wer? -Monsieur Cortier!
-Sie haben ihn doch nicht gesehen. -Nein, aber gehört, und gerade so.
Seine Stimme war sehr leise.
Ok, ich komme mit.
Mademoiselle de Brisson! Ich habe auf Sie gewartet.
-Wer sind Sie? -Man nennt mich La Pinan.
Manche Mädchen sagen auch Mére Pinan.
-Ich sage immer… -Ist Monsieur Cortier hier?
-Ja, oh, ja. -Wie geht es ihm?
Nicht besser. Aber auch nicht schlechter.
Würden Sie mich bitte zu ihm bringen?
-Alles zu seiner Zeit. -Ich muss ihn jetzt sehen.
In Ordnung. Sie ist ungeduldiger als üblich.
Ihr zerreißt die hübsche Dame ja! Lasst sie in Ruhe, hört ihr?
Zurück in den Tanzsaal zu euren Partnern, ihr Faulenzer!
Sie möchten, dass ich Sie zu Ihrem Mann führe, oder?
-Oh, ja, bitte. -Folgen Sie mir.
Wir verdienen eine Flasche Wein aufs Haus.
Zwei, wenn Sie auch was wollen.
Ich habe fast Angst. Sieht er schlimm aus?
Ja, er hat sich verändert, meine Liebe. Er sieht definitiv anders aus.
Endlich, Mademoiselle.
Sie!
Wo ist Lucien Cortier?
Machen Sie sich auf einen Schock gefasst.
-Lucien Cortier ist tot. -Tot?
Hättest du mir nur vertraut.
Wer hat ihn getötet?
Sie waren es! Sie haben ihm beim Duell erschossen!
Ich habe nicht geschossen und es gab kein Duell.
Männer wie er kämpfen nie draußen.
Monsieur Bartle?
-Wer sind Sie? -Mein Name ist Renault.
Jacques Renault, der Münzer?
-Genau der. -La Pinan, einen Stuhl!
Heute morgen hörte ich von deiner Flucht aus dem Gefängnis von La Roquette.
Eine meisterhafte Flucht.
-Ist euer Meister heute hier? -Er ist im Moment sehr beschäftigt.
Ist er oben?
Warten Sie hier. Ich sage ihm, dass Sie ihn sehen wollen.
-Aber sein Brief. -Teil des Plans, um Sie herzuholen.
Mademoiselle, ich bot Ihnen mein Herz an. Nun biete ich Ihnen auch meinen Namen.
Mit der Zeit wird vielleicht sogar Ihr Herz erweichen.
Niemals, Chevalier.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, bis ich seinen toten Körper sehe.
Du kleine Närrin!
Verstehst du nicht?
-Wer ist da? -La Pinan.
-Was gibt es? -Ein Mann unten will Sie sprechen.
-Wer? -Jacques Renault.
Der Münzer? Der Mann, der aus La Roquette entkam?
-Genau der. -Was will er von mir?
Klang geschäftlich.
In Ordnung.
Ich komme.
Ihr sagt, sie ist anders als die anderen Mädchen hier?
Ja.
Da ist er.
Das ist also Jacques Renault? Das wird interessant.
Bring mir meinen Hut und Umhang.
Schüchternes, kleines Veilchen.
Du bist also mein alter Freund Jacques.
Ich hätte nie gedacht, dass du dich an mich erinnerst.
Aber sicher. Es ist Jahre her, aber ich erinnere mich gut.
Viel ist seitdem passiert.
Du erinnerst dich sicher an die Sache beim Montmartre vor 12 Jahren.
Zwölf Jahre sind eine lange Zeit.
Du hast dich wirklich verändert. Ich hätte dich nie wiedererkannt.
Ich hätte dich überall erkannt.
Du bist größer. Damals warst du ein kleiner Mann.
Man kann sich größer machen. Es ist eine gute Verkleidung.
Und dein Haar und Bart waren schwarz.
Oh, mein Freund, Färbungen bewirken Wunder.
Hast du dir in La Roquette das Haar gefärbt?
Natürlich nicht, aber sobald ich geflohen war…
Verstehe, schlau wie immer.
Schlau wie immer.
Kommt, Freunde, wir trinken auf die Gesundheit
-meines toten Freundes Jacques Renault. -Tot?
Der echte Jacques Renault wurde heute Morgen in Versailles erschossen.
-Dachte ich es mir doch. -Lucien Cortier!
-Wir haben ihn in den Fluss geworfen! -Ihr Idioten! Ergreift ihn!
Dieses Mal entkommst du nicht so leicht.
Wunderbar, Monsieur Gouffert. Sie kommen zum psychologischen Moment.
Ich erwartete nicht, den Chevalier del Gardo in der Blinden Ratte zu sehen.
Ich kam der Barmherzigkeit willen und blieb im Interesse der Gerechtigkeit.
-Und die kriegen Sie. -Sie bekamen meine Nachricht?
Eine hysterische Frau erzählte Unsinn über den Wolf in der Blinden Ratte.
-Das ist die Wahrheit. Hier ist er. -Was?
Sie sind zu erfahren, Monsieur Gouffert, um sich täuschen zu lassen.
Dieser Mann war allein in der Bank, als der Mord und Raub passierten.
Und als Monsieur de Brisson erstochen wurde, war Cortier ebenfalls vor Ort.
-Ist das wahr? -Ich wollte Mademoiselle de Brisson sehen.
Ja, aber zur Tatzeit des Mordes waren Sie nicht bei ihr.
-Sie müssen ihn verhaften. -Hören Sie mir zu.
Das ist die Aufgabe des Untersuchungsrichters.
Ich habe Beweise!
Dieser Mann mit dem Ehrentitel Chevalier ist niemand Geringeres als der Wolf!
Sie brauchen mich nicht mehr, Monsieur Gouffert.
Unsinn, der oft wiederholt wird, ist irgendwann nicht mehr unterhaltsam.
Lassen Sie ihn nicht gehen. Er soll seinen Handschuh ausziehen.
Den Handschuh?
Heute Abend kam eine Hand durch den Vorhang, mit einem Dolch.
Ich zog meine Pistole, und traf die rechte Hand des Wolfes.
Lassen Sie ihn die Handschuhe ausziehen!
Lassen Sie nicht zu, sich von diesen Lügen täuschen zu lassen.
Lassen sie ihn nicht gehen! Er soll die Handschuhe ausziehen!
Es ist unter meiner Würde, den Tiraden eines Mörders länger zuzuhören.
Um diese Sache ein für alle Mal zu klären, Chevalier,
muss ich Sie bitten, Ihre Handschuhe auszuziehen.
Wie Sie wünschen.
Sind Sie nun zufrieden?
Hey! Halt!
Bleiben Sie, wo Sie sind, oder ich fackle das Haus ab!
Lassen Sie ihn etwa entkommen?
Einen Schritt weiter, und ich setze das Haus in Brand.
Kommt, Männer!
-Cecile! -Wir sind noch nicht besiegt.
Unmöglich, das ganze Haus wird in Flammen stehen…
Dann hole ich ihn selbst!
Cecile!
Bleib zurück, ich trete sie ein!
Lucien! Gott sei Dank! Er sagte, du bist tot! Was ist passiert?
Del Gardo ist der Wolf. Aber er hatte keine Wunde an der Hand.
-Hat er dich bei der Polizei gemeldet? -Ja, sie verfolgen mich.
-Was hast du vor? -Wir brauchen Beweise!
Es gibt nur einen Weg. Der Professor. Schnell, runter mit den Vorhängen!
Durch das Fenster!
-Wohin jetzt? -Geradeaus.
Ich lasse dich über den Rand hinunter.
-Neuigkeiten, Monsieur Gouffert? -Noch nichts, Chevalier.
Keine Spur von Lucien Cortier?
Nicht im Moment, aber alle Gendarmes in Paris halten Ausschau nach ihm.
Sie haben keinen Zweifel, dass er für die Wolfs-Morde verantwortlich ist?
Alles weist auf deine Schuld hin.
Sie glauben, er entkam gestern aus der Blinden Ratte?
Ja. Sonst hätten wir Überreste seines Körpers in den Ruinen gefunden.
Und Ihre Theorie ist, dass er Mademoiselle de Brisson mitnahm?
Ja.
Armes Kind. Furchtbar, sie sich in den Armen des Monsters vorzustellen.
Sobald ich wusste, dass sie in den Sündenpfuhl wollte, eilte ich dorthin,
-um sie zur Vernunft zu bringen. -Aber sie hörte nicht?
Sie schleuderte mir nur die wildesten Anschuldigungen entgegen.
Mir, der ihr nur helfen wollte.
Sie waren ein treuer Freund der de Brissons, Chevalier.
Ich war der Freund ihres Vaters.
Und dank unserer Geschäftspartnerschaft praktisch der Wächter ihres Erbes.
Ich sehe mich im Prinzip als in loco parentis.
Eine derartige Loyalität ist selten in diesen verkommenen Zeiten.
Bringen Sie sie herein. Gute Nachrichten, Chevalier!
-Haben sie Lucien Cortier? -Nein, aber Mademoiselle ist sicher.
Sie ist draußen und möchte persönlich mit mir sprechen.
In Anbetracht unseres Gespräches haben Sie keine Einwände, dass ich dabei bin?
Natürlich nicht.
Meine liebe Cecile! Dem Himmel sei Dank!
Ich war voller Sorge um dich.
Ich habe nicht erwartet, den Chevalier del Gardo hier anzutreffen.
Vielleicht redest du lieber mit Monsieur Gouffert allein.
Was ich zu sagen habe, können Sie ebenso hören wie Monsieur Gouffert.
Ich bringe eine Nachricht von Lucien Cortier.
-Wo versteckt sich der Verbrecher? -Lucien ist kein Verbrecher.
Es ist strafbar, der Polizei Informationen vorzuenthalten.
-Oder etwa nicht, Monsieur Gouffert? -Wenn man schuldig ist, ja.
Sie wollten den Schuldigen verhaften, nicht wahr?
Natürlich, Mademoiselle.
Die Polizei hat alle Beweise, die sie braucht.
Das sind nur Indizienbeweise. Ich bin hier mit eindeutigen Beweisen.
-Wie ist das möglich? -Haben Sie von Prof. LeBlanc gehört,
der sein Leben Experimenten mit Elektrizität gewidmet hat?
Oh, ja, wir haben von ihm gehört. Man nennt ihn den verrückten Professor.
Er ist der brillanteste Wissenschaftler unserer Zeit.
Verrückt oder nicht, ich verstehe nicht, wie er uns helfen kann.
Wenn Sie und der Chevalier heute Abend um acht in sein Labor kommen,
garantiere ich, dass Lucien Cortier dort sein wird.
Der Professor führt dann einen elektrischen Test durch,
mithilfe dessen die Identität des Wolfes ein für allemal geklärt wird!
Einen elektrischen Test?
Glaubst du, die Polizei will mit diesem Hokuspokus etwas zu tun haben?
Monsieur Gouffert, ich bitte Sie, kommen Sie.
So etwas hat es noch nicht gegeben.
Aber was haben Sie zu verlieren? Lucien Cortier wird dort sein.
Wenn das Ergebnis Sie nicht zufriedenstellt, verhaften Sie ihn.
Mein Kind, du weißt nicht, was du sagst. Du bist überreizt.
Fassen Sie mich nicht an.
Monsieur Gouffert, ich flehe Sie an. Sie wissen, was ich durchgemacht habe.
Erst wurde mein Vater ermordet und nun mein Geliebter beschuldigt.
Es ist sicher nicht zu viel verlangt, besonders wenn ich Ihnen sage,
dass der Test am Körper meines armen Vaters durchgeführt wird.
-Was? -Mademoiselle!
Er wusste, wer ihn umgebracht hat. Ich sah es in seinem Gesicht.
Die Entdeckung des Professors wird uns sagen, was er wusste.
Das ist unglaublich!
Wenn ich das erlaube, in einem letzten verzweifelten Versuch,
den Schuldigen für diese Verbrechen zu finden, müssen sie mich unterstützen!
Weigern Sie sich, verliere ich alle Hoffnung auf Gerechtigkeit.
Und Gott selbst!
Mein armes Kind, so soll es geschehen.
Danke für Ihre Freundlichkeit.
Aber es gibt keine Hoffnung, wenn Lucien Cortier sich der Verhaftung entzieht.
Ich vertraue ihm. Ich bin bereit, dabeizubleiben.
Treffen Sie uns beim Professor um acht, Chevalier?
Ich werde da sein, Monsieur.
Oh, ja, ich werde da sein.
Pünktlich.
Das Gesicht! Das Gesicht!
Sie!
Oh, nein, mein Freund de Brisson. Keine Laut von den Toten.
Du und ich haben uns geeinigt.
-Ist schon jemand da, Louis? -Noch nicht.
Wir sind etwas früh dran, Lucien.
Wir können warten.
Der Professor!
Der arme LeBlanc. Der Wolf hat ihn erwischt.
Oh, Lucien, das ist schrecklich!
Komm weg, Liebes.
Ich hätte hierbleiben und ihn beschützen sollen.
-Was passiert jetzt? -Ohne ihn sind wir machtlos.
-Gouffert und die Polizei kommen. -Und del Gardo.
-Der wagt sich nicht her. -Doch, um seinen Triumph zu genießen.
Aber wir müssen ihn schlagen.
Schnell, Monsieur, sehen Sie!
Das schrieb er, nachdem er erstochen worden war.
Lucien, ohne Experiment werden sie dich verhaften.
-Es gibt eines. -Aber wer kann es durchführen?
Ich werde es tun. Ich kann es, das weiß ich.
Aber es ist unmöglich, du verstehst nichts von Elektrizität!
Keine Zeit für Fragen. Vertrau mir und tu, was ich dir sage.
Geh zum Eingang, warte auf Gouffert und del Gardo.
Sag ihnen nichts, aber halte sie dort, bis ich dich rufe.
Was auch passiert, bring sie nicht rein, bevor ich bereit bin.
Hilf mir mit Monsieur de Brissons Leiche.
Monsieur Gouffert, pünktlich wie immer und bereit für die Verhaftung.
In wenigen Momenten wird das Rätsel gelöst sein!
Und ohne die Hilfe von verrückten Wissenschaftlern.
-Wo ist Lucien Cortier? -Er kommt gleich.
Ich habe mein Versprechen gehalten, Mademoiselle de Brisson.
Ich erwarte, dass Sie dasselbe tun.
-Und unser Gastgeber, der Professor? -Er ist bei Lucien.
Da sie nicht zu uns kommen, gehen wir besser zu ihnen.
Monsieur Gouffert, befehlen Sie den Gendarmen die Hausdurchsuchung.
-Sie versprachen, zu warten! -Alles Tricks.
Da liegen Sie falsch, Chevalier.
Bitte treten Sie ein.
-Wo ist der Professor? -Hier, Monsieur Gouffert.
-Das ist Monsieur de Brisson. -Woher wissen Sie das?
-Mademoiselle Cecile sagte es. -Der Professor ist tot?
Ja. Ein paar Minuten vor Ihrer Ankunft brachte der Wolf ihn um.
Das ist kein Wunder, der Wolf ist ja anwesend.
Ohne den Professor können wir nichts tun.
Ich habe mit ihm gearbeitet und kann seine Rolle übernehmen.
Schluss mit dem Unfug. Hier ist der Mörder. Verhaften Sie ihn.
-Sie haben es versprochen! -Ich protestiere.
Sie zwingen mich, zu erwähnen, dass ich die Verantwortung habe.
Diesmal handelte der Wolf nicht mit seiner üblichen Präzision.
Prof. LeBlanc lebte nach seinem Abgang lang genug, um dies zu schreiben.
"Der Name des Wolfes ist L-U-C…"
Dann wich das Leben aus ihm und seine Hand blieb still.
Vielleicht kann ich vervollständigen: "Der bekannt war als Lucien Cortier."
Ruhe bitte, Chevalier. Fahren Sie fort, Monsieur Cortier.
Der Professor hat seit einiger Zeit mit Elektrizität experimentiert,
um die Muskeln kürzlich Verstorbener wiederzubeleben,
damit sie die Handlung zu Ende führen, die das Gehirn zum Todeszeit befahl.
Ich habe daher den Körper des Professors auf diesen Tisch gelegt
und mittels Kabeln mit diesem Apparat verbunden.
Wenn ich die Elektrizität einschalte, wird, wenn der Professor richtig lag,
die tote Hand zum Leben erwachen,
den Satz auf dem Papier vervollständigen
und die Identität des Mörders, des Wolfes, preisgeben.
Ich möchte Sie warnen, nicht das Laken zu berühren,
denn es ist mit so viel Strom geladen, dass man sofort sterben würde.
Sind Sie bereit?
Jetzt.
Da.
Er bewegt sich.
"Der Name des Wolfes ist Lucio del Gardo!"
Da steht er, verurteilt durch die Hand seines letzten Opfers!
-Verhaftet ihn! -Ja, ich bin der Wolf.
Ich habe ganz Paris terrorisiert.
Keine Bewegung. Ich habe euch alle im Visier.
Kein lebender Mann kommt gegen mich an!
Es war eine Leiche nötig, um meine Identität herauszufinden!
Da liegen Sie falsch.
Sie haben den Wolf demaskiert.
Das Geheimnis des Gesichts im Fenster bleibt bestehen.
Kommt zu seinem Haus, schnell!
Mein lieber Pflegebruder, ich muss dich auf eine Reise schicken.
Ich versprach der Mutter, die uns beide nährte,
dass ich dich vor sterblichen Augen verbergen würde.
Und 40 Jahre lang habe ich das Versprechen gehalten.
Die Augen, die dich in deiner Hässlichkeit erblickten,
haben sich im Tode geschlossen,
mit dem kalten Eisen meines Dolches zwischen den Schulterblättern.
Öffnen Sie, im Namen der Republik!
Jetzt, mein lieber Pflegebruder, ist unser Geheimnis in Gefahr.
Brecht die Tür auf!
Ohne das Versprechen hätte ich dich gern ganz Paris gezeigt.
Hier lang!
Und so muss ich dich den kalten Armen des Flusses übergeben.
Geht! Ihr werdet ihn nicht sehen!
Ich habe es ihr versprochen!
Verschwindet!
Seht! Eine Verletzung an der rechten Hand!
Das Rätsel ist gelöst.
Ein Schrecken, von der Seine ins bodenlose Meer getragen.
Paris ist sicher.
Ja, Paris ist sicher.
Und wir auch, mein Liebling.
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