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Wurfstoß! Parade! Ausfallschritt!
Parade! Riposte! Und getroffen!
Ihr seid tot, Maître Cocardasse!
Aber du hast dir eine Blöße gegeben!
Um zu gewinnen, geht man manchmal ein Risiko ein.
Henri!
Trag diese Degen zur Kaserne der Musketiere. Beeil dich, Sohn!
Er hat mich erwischt. - Er hat dich erwischt?
Für einen jungen Mann wie ihn war es ein Meisterstoß.
Er wird bald Fechtmeister ein, du wirst sehen. - Das wär schön.
Was wollt ihr? Ich hab nicht einen Sou bei mir!
Zeig mal her!
Das sind Degen für die Musketiere des Königs. Lasst mich vorbei!
Als ob er uns zu befehlen hätte.
Oh! Die Degen sind mehr wert als eine Geldbörse!
Sie gehören uns! Also nehmen wir sie uns!
Rührt sie nicht an! - Weg damit!
Ich muss sie abliefern, und das werde ich tun!
Dummkopf! Du willst also sterben? Nur zu!
Hoh!
Warum hältst du an?
Drei gegen einen? Ein ungleicher Kampf. Nun dann, Messieurs, en garde!
Und Beeilung, ich werde im Louvre erwartet!
Also wirklich. Diese Straßenkämpfe sind ein Ärgernis.
Also, Kutscher, weiter geht's!
Wartet, Monsieur! Ich möchte Euch danken!
Er nimmt das Eisen, eine Art Kreisbindung, ein tödlicher Stich!
Genau zwischen die Augen!
Zwischen die Augen? Der Stoß von Nevers! Ganz sicher!
Er beherrscht den Stoß als Einziger. Aber er gibt sich eine Blöße.
Wenn er nicht trifft, ist er tot!
Ich will diesen Stoß können.
Pariert nach rechts! - Ich bin angemeldet!
Kommt. Gebt Euch keine Blöße, Monseigneur. Besser!
Aber ich treffe nicht. - Das kommt noch, Monseigneur.
Die Übung! Riposte!
Flèche! - Kreisbindung und Angriff!
Einen Ausfall, mein Cousin, einen Ausfall, zum Teufel!
Ihr wisst, ich beherrsche den Ausfall nicht, Philippe.
Ihr solltet Euren Angriff seitlich vortragen, nicht frontal.
Dann müsstet Ihr Euch nicht auf Euren Fuß stützen. Gestattet!
Unterbrecht, Messieurs!
Setzt wenigstens die Maske auf, Monseigneur!
Nicht notwendig. Also, en garde, Maître.
Seht Ihr?
Ahh, das ist dieser,...dieser...
Ja. Und er ist gegen die Regeln, ich weiß, aber sehr wirkungsvoll.
Jetzt Ihr, mein Cousin.
Monseigneur, Ihr...
Gut! Wirklich gut! - Danke, Philippe!
Die Finte ist gut, und mir gelang sie sogar!
Ich bedaure, Maître, dass Euer Unterricht so wenig durchdacht war.
Darauf wollte ich doch noch kommen, Monseigneur. Das wollte ich noch.
Also, auf die Plätze! En garde!
Gestreckter Arm! Gestreckter Arm!
Ihr seid mein Cousin, Philippe, und mein Freund. Ich muss mit Euch reden.
Voilà. Ich liebe und werde geliebt!
Na, so etwas! Das höre ich Euch jede Woche sagen, so scheint mir.
Ja, aber diesmal ist es etwas anderes.
Aber gewiss. - Nein, nein, Ihr versteht nicht.
Diese Frau ist die hübscheste, reizendste und die sensibelste, der ich je begegnet bin.
Aber gewiss. Und wer ist diese seltene Perle?
Inès de Caylus.
Ach ja!? Woher kennt Ihr sie?
Von demselben Ort wie Ihr! Vom Ball bei Monsieur, dem Bruder des Königs.
Ich verstehe Euch, Philippe. Ich selbst war geblendet von ihrer Schönheit.
Allerdings wäre es eine eitle Verrücktheit. Und das wisst Ihr.
Zum Teufel mit dem Streit! Was wiegt noch der Hass der Nevers und Caylus?
So viel wie am ersten Tag, da Euer Vorfahr den seinen ruiniert hat.
Der alte Caylus hegt seinen Hass wie andere ihren Gemüsegarten.
Ich werde es aber nicht beachten.
Also, mein Cousin, ich beschwöre Euch, vergesst diese Verrücktheit.
Zum Palast de Gonzague!
Hey! Der Mann da in Grau, ist das der Duc de Nevers?
Ja, mein Sohn, mit seinem Cousin Prince Philippe de Gonzague.
Heh! Was machst du? Wo willst du hin?
Monseigneur...! - Ja?
Sag mir, was du willst.
In Euren Dienst treten, Monseigneur. - In meinen Dienst?!
Du? Aus welchem Grund?
Weil Ihr der beste Fechter des Reiches seid. Ich will Euer Helfer sein.
Monseigneur, er meint es nicht als Unverschämtheit, er...
Nur als Unüberlegtheit. - Aus Bewunderung!
Stellt mich auf die Probe. Ich weiß mich zu schlagen!
Mit einem Besen. Wie gestern Abend. Aber einen Degen führen, ist etwas anderes.
Du tätest besser daran, in deiner Schmiede zu bleiben.
Palast de Nevers!
Gestern Abend hatte ich keine Waffe!
Henri! Sei doch still! Bist du verrückt oder was?!
Henri, der Duc de Nevers immerhin!
Ein frisches Pferd! Ich reise sofort weiter.
En garde, Monsieur! - Du wieder.
Man bringe mir meine Stiefel! - Sofort, Monseigneur!
Was willst du denn von mir?
Euch meinen Mut beweisen! En garde, Monsieur le Duc!
Du bist lächerlich, und in Frankreich tötet die Lächerlichkeit mehr als die Ehrlosigkeit.
Wenn ich meine Ehre rächen will, ist es nicht lächerlich.
Ihr habt mich beleidigt, als Ihr sagtet, ich könne mich nicht schlagen!
Pass auf! Du überschreitest deinen Stand,...
...und ich könnte dich gleich von meinen Dienern verprügeln lassen.
Der Duc de Nevers kann einen Kampf um die Ehre nicht verweigern!
Der nicht! Ihr nicht!
Wenn ich dir gestern das Leben gerettet habe, so nicht, um es dir heute wieder zu nehmen.
Es sei denn, du zwingst mich dazu.
Ja, ich zwinge Euch dazu. En garde!
Gut, da du darauf bestehst.
Siehst du, du bist tot.
Ein Fehler für einen Mann des Degens. Aber du hast Mut.
Komm wieder, wenn du's besser verstehst. Dann werden wir sehen.
Danke, Monseigneur. Es wird nicht lange dauern.
Hey, Henri! Was ist mit dir?
Meister!
Meister!
Aber,... aber was machst du da, mein Sohn?
Ihr lehrtet mich, ein guter Fechter zu sein. Das reicht mir nicht.
In Zukunft will ich der beste sein, versteht ihr? Der beste! En garde!
Die Brühe, die Ihr bestellt hattet, Monsieur le Comte.
Monseigneur!
Monseigneur, wartet! Ich muss Euch anmelden!
Ich pflege mich selbst anzumelden!
Was gibt es?
Philippe - de Nevers. Zu Euren Diensten, Monseigneur.
Ihr habt es gewagt, in mein Haus einzudringen?
Hinaus, Monsieur!
Monsieur, nichts für ungut! Ich komme als Freund!
Als Freund?! Ihr?!
Hinaus!
Nicht bevor ich Euch um die Hand Eurer Tochter gebeten habe.
Meine Tochter?! Mit Euch?! Da gäbe ich sie ja wohl lieber dem Teufel!
Aber Monsieur! Ich liebe Eure Tochter.
Titel und Vermögen sind mein Eigen. Ich würde Euren Namen nicht entehren.
Ich verbiete Euch, meine Tochter wiederzusehen und Euch ihr weiter zu nähern.
Wenn ich Euch auf meinen Ländereien sehe, lasse ich euch totprügeln...
...wie einen ganz gemeinen Wilddieb. Hinaus!
Niemals werdet Ihr meine Tochter heiraten, das schwöre ich vor Gott.
Lieber würde ich sie töten mit meinen eigenen Händen.
Zum letzten Mal: Hinaus!
Ich weiß, Ihr seid zu einem solchen Verbrechen fähig.
Deshalb gehorche ich, Monsieur.
Für den Augenblick.
Mademoiselle! Ihr habt mich wohl gestraft für das Vertrauen,
das ich Euch erwies, indem ich Euch bei Hofe so viele Freiheiten ließ!
Ich verstehe nicht. - Wirklich nicht?
Wisst Ihr, wer es gewagt hat, zu kommen und mich um Eure Hand zu bitten?
Philippe de Nevers!
Und wenn der Duc de Nevers um Eure Hand anhält, dann,
weil er Euch den Hof gemacht hat und Ihr ihn offenbar erhörtet.
Dabei wisst Ihr, dass die Nevers' unsere Feinde sind.
Sie haben unseren Namen beschmutzt. Den Euren, Mademoiselle!
Was könnt ihr darauf antworten?
Dass ich Monsieur de Nevers liebe und keinen anderen lieben werde.
Ihr seid verrückt!
Von heute an werdet Ihr dieses Schloss nicht mehr verlassen.
Solange ich lebe, werdet Ihr ihn niemals heiraten, diesen Nevers.
Dann warte ich eben!
Ihr werdet verheiratet sein, bevor ich verscheide.
Mit einem Mann, den ich für Euch aussuchen werde.
Einer, der des Namens würdig sein wird, den ich Euch gab! Den ich Euch gab!
Ich verabscheue ihn, ich verabscheue ihn, hörst du? Ich verabscheue ihn.
Beruhigt Euch. Seine Wut wird vergehen. Und die Zeit arbeitet für uns.
Philippe! Philippe! Philippe!
Achtung! Mademoiselle! Euer Vater kommt!
Schnell!
Ich liebe Euch!
Schnell, beeilt Euch!
Ich schwöre Euch, solange es sein muss, warte ich auf Euch.
Ich verspreche Euch, dass ich eines Tages Eure Frau sein werde!
Oh. Ha!
Der Teufel soll mich an den Himmel nageln!
Also? Was sagst du dazu, Monsieur Fechtmeister?
Dass ich dir nichts mehr beizubringen habe!
Das trifft sich gut, so erschöpft, wie ich bin.
Was würdest du dazu sagen, uns zu helfen,
indem du selbst ein großer Fechtmeister wirst?
Das meinst du nicht ernst! - Aber ganz gewiss!
Passepoil, was sagst du dazu?
Na komm! Deine Meinung!
Maître Passepoil schweigt? Dann muss es ernst sein!
Wir sollten Henri keine falschen Hoffnungen machen.
Falsche Hoffnungen, falsche Hoffnungen, was für falsche Hoffnungen?
Dass wir wir pleite sind!
Das meinst du. Weiter nichts!
Du hast mir Angst gemacht. Daran sind wir gewöhnt.
Diesmal ist es ernst. Ich kann unsere Gläubiger nicht mehr beruhigen.
Seit vier Monaten haben wir die Miete nicht mehr bezahlt!
Wir werden gezwungen sein, das hier aufzugeben.
Das wäre unmöglich! Denn Euer Fechtsaal bedeutet Euch Euer Leben und meines!
Wir werden eine Lösung finden! - Ach, welche denn?
Die hohen Herren bezahlen uns nicht. - Und der Pfandleiher?
Der hat mir gerade erst die Hypothek verweigert!
Was hast du vor, Henri?
Wo willst du hin, guter Gott?!
Ich fordere Philippe de Nevers. Ich kann inzwischen den Degen führen.
Er nimmt mich vielleicht in seinen Dienst,
und mit meinem Lohn zahle ich Eure Schulden!
Warte, Unglücklicher! Nicht so eilig.
Einen Degen gut zu führen, ist eine Sache, Nevers zu schlagen, eine andere!
Sprichst du von dem berühmten Stoß? - Genau.
Ein Stoß, den niemand parieren kann! Der macht ihn unbesiegbar!
Niemand ist unbesiegbar. Es gibt keinen Stoß, der nicht zu parieren ist.
Ich komme hinter sein Geheimnis, und einmal genügt!
Das könnte einmal zu viel sein, Henri!
Madame, ich bitte Euch, Euer Vater wird Euch hören.
Kommt schon, Madame! Noch eine Anstrengung. Pressen! Pressen! Jetzt!
Oh, Madame... Es ist ein sehr hübsches kleines Mädchen.
Oh, so eine hübsche Kleine! Oh! Was für ein schönes Kind!
Der Weg ist frei. Kommt!
Inès!
Darf ich?
Wie schön sie ist! Und wie sie Euch gleicht! - Wie sollen wir sie nennen?
Aurore, weil sie schön ist wie der Tag. Ist Euch das Recht? Ja.
Beeilen wir uns, Dom Bernard erwartet uns.
Kommt schnell!
Inès Isabel Maria de Caylus, willigt Ihr ein, den hier anwesenden
Philippe Charles-Louis, Duc de Nevers, zu Eurem Gemahl zu nehmen?
Ich willige ein.
Philippe Charles-Louis de Nevers, willigt Ihr ein,
die anwesende Inès Isabelle Maria de Caylus zur Gemahlin zu nehmen?
Ich willige ein.
Hiermit erkläre ich Euch vereint durch den heiligen Bund der Ehe.
In nomine patri, filii et spiritu sanctu.
In nomine patri, filii et spiritu sanctu..
Aus dem Weg!
Ich habe auf Euch gewartet, Monseigneur! - Wer bist du?
Henri Lagardère. Genau hier habt Ihr mir vor ein paar Monaten gesagt:
"Komm wieder zu mir, wenn du dich schlagen kannst."
Ich hab' Euch gehorcht, ich hab's gelernt!
Das sagte ich? Ah, jetzt hab' ich's. Der mit dem Besen!
Sehen wir, was du gelernt hast. Folge mir!
En garde!
En garde!
Nicht übel! Gar nicht übel!
Reicht es, um Euer Helfer zu sein?
Zielstrebig bist du ja ganz gewiss!
Aber jetzt kommt eine andere Schule!
Der Stoß, Monseigneur! - Pardon?
Euer Stoß, Monseigneur.
Du hast es also eilig, zu sterben? - Nein, zu verstehen!
Dafür muss man bezahlen. Die Hölle oder das Paradies.
Gewiss, du gefällst mir. Du fichtst gut, wir werden gemeinsam kämpfen.
Du wirst gut dafür bezahlt. Das ist doch das, was du willst.
Ich will Euren Stoß, Monseigneur. - Es ist das Geld, wovon ich spreche!
Was du von mir willst, hat keinen Preis.
Eines Tages werde ich Euer Geheimnis erkennen.
Das wird dann auf meinem Sterbebett sein!
Sei morgen wieder hier zur selben Stunde.
Henri! Du Schuft hast mich vergessen! - Ich dich vergessen?
Unmöglich! Dieses Mal verzeih ich dir noch. Gefällt er dir?
Heute Abend in deinem Zimmer? - Vielleicht.
Bis heut' Abend.
Was macht dieser Fuß da? - Hey, gestreckter Arm!
Aber nicht auf die Eingeweide, aufs Herz!
Passepoil, du schwätzt ja drauf los wie eine Elster.
Wer wohl schwatzt wie eine Elster! Und der Arm da! Voilà,...
Der Nächste!
Was ist denn mit dir los, guter Gott?
Ich hab mich mit Nevers geschlagen! Und ich bin nicht tot!
Aber der Stoß! - Den durfte ich nicht erfahren, aber ich bin in seinem Dienst!
Du bist wohl betrunken? - Noch nicht!
Nevers engagiert mich als seinen Waffengefährten.
Was sagt ihr dazu? - Nun ja, wir freuen uns sehr für dich.
Eine wunderbare Stellung! - Besser als die, die wir dir angeboten haben.
Monsieur le Comte.
Der Prince de Gonzague wünscht Euch zu sprechen.
Er möge eintreten.
Ihr batet darum, mich zu sehen. Hier bin ich.
Ah, Fürst, ich hab Euch erwartet. Setzt Euch her an mein Bett.
Ich bin schwach und kann nicht mehr laut sprechen.
Den Brief hab' ich erhalten. Ich hätte Euch durch einen Boten geantwortet.
Aber die Sache ist delikat. Ihr liebt also Mademoiselle de Caylus?
So sehr man nur lieben kann.
Euch ist jedoch bekannt, die Dame ist nicht besonders liebenswerter Natur.
Sie ist eine Caylus! - Ich weiß, Monsieur
Ich weiß auch, dass Ihr drei Bewerber abgelehnt habt.
Warum erweist Ihr mir die Gunst, die Ihr anderen verwehrt?
Weil Ihr der Graf von Mantua seid.
Ihr stammt aus einer Herrscherfamilie.
Ihr verkehrt bei Hof, und meine Tochter kann, wenn sie Eure Frau wird,
dem erlauchten Kreis der Königin beitreten.
Aber das ist eben nicht alles.
Es gab nicht drei Bewerber, sondern vier.
Das heißt?
Ich hasse die Welt, Monsieur, und sie zahlt es mir zurück.
So ist es uns beiden wohl nicht vergönnt, gemeinsame Freunde zu haben.
Jedoch einen gemeinsamen Feind! Ein viel sichereres Band, nicht wahr?
Ich verstehe nicht. - Ihr versteht sehr wohl, Monsieur.
Euer Cousin, Nevers, ist zu sehr von der Natur verwöhnt,
als dass Ihr nicht neidisch auf ihn wäret.
Das Besprochene ist abgemacht.
So diskret, wie Ihr gekommen seid, werdet Ihr wieder gehen.
Unsere Vereinbarung muss bis zu ihrer Erfüllung geheim gehalten werden.
Euer Vertrauen ehrt mich, Monsieur.
Nun, meine Tochter, Ihr habt kein Lächeln für Euren Vater?
Ihr wolltet mich sprechen?
Ihr sorgt Euch so gar nicht um meine Gesundheit. - In der Tat.
Heute Morgen geht es mir etwas besser, vielen Dank.
Ihr irrt Euch, wenn Ihr glaubt, dass ich kein guter Vater bin.
Ihr werdet keine Trauer für mich tragen müssen, das erlasse ich Euch.
Es ist mein Hochzeitsgeschenk für Euch.
Ich habe Euch einem der größten Herren des Königreichs versprochen.
Ihr werdet Euch nicht beklagen können. - Wer?
Ihr erfahrt es zum geeigneten Zeitpunkt.
Aber seid gewiss, die Wahl ist exzellent.
Und wann? - Wie ungeduldig meine Tochter ist!
Anne, ich bin es!
Anne, ich bin verloren.
Mein Vater hat mich so gut wie verheiratet!
Aber das ist unmöglich! Wem hat er Euch versprochen?
Das weiß ich nicht.
Einem Adligen, dessen Namen er mir zu nennen verweigert hat.
Ihr müsst Philippe verständigen. Sofort. - Ja.
Ja, du hast Recht!
Oh, mein Kleines.
Verlässt Du uns schon?
Ich hab eine Verabredung mit dem Duc de Nevers!
Ach, Henri, bleib doch noch.
Louise hat Recht. Henri, bleib doch noch!
Hoh!
Endlich, Peyrolles. Endlich komme ich an mein Ziel.
Nur noch die Hochzeitsvorbereitungen, und dann wird Inès de Caylus meine Frau sein!
Als ich sie zum ersten Mal gesehen hab, wusste ich,
dass sie die Princesse de Gonzague werden würde.
Glückwunsch, Monseigneur. Das wird eine wundervolle Hochzeit.
Achtung, Peyrolles! Solange muss die Sache geheim bleiben.
Geheim? Weshalb, Monseigneur?
Erinnere dich, letztes Jahr hatte sich mein Cousin in Inès de Caylus vernarrt!
Gewiss hat die Zeit diesen flatterhaften Mann geheilt,
aber ich möchte nicht, dass die Ankündigung meiner Hochzeit
seine Leidenschaft neu entflammt.
Auf meine Diskretion könnt Ihr zählen, Monseigneur.
Und wie denkt Inès de Caylus darüber? - Sie weiß noch nichts davon.
Und je später, desto besser.
Am Anfang wird sie unglücklich sein. Aber ich werde Geduld haben.
Meine Rücksicht und meine Zuneigung werden ihr Zögern überwinden.
Schließlich wird sie mich lieben.
Ich bin dessen ganz sicher, Monseigneur.
Du bist verspätet, Schuft! Das mag ich nicht!
Wie heißt das Mädchen? - Manon.
Manon? Wie charmant. Und die andere?
Ich rieche zwei Parfums, die nicht zusammenpassen. Rose und Moschus.
Also waren es zwei! Du hast also Appetit auf alles.
Na los, en garde!
Es ist wahr, dass ich mich mit dir nicht langweile!
Und ich werde mich dieses Komplimentes brüsten, Monseigneur.
Ich durchschaue dich! Du willst mich dazu treiben, meinen Stoß auszuführen!
Einmal, Monseigneur, nur ein einziges Mal! - Aber nein.
Seid großzügig! Das bin ich, denn ich hab dich noch nicht getötet.
Weil Ihr dazu nicht in der Lage seid.
Ach nein?
Na, jetzt zufrieden?
Ich glaub, ich weiß jetzt.
Seht! - Eins, - zwei, - oh!
Wirklich, du amüsierst mich sehr!
Was hältst du davon, mich heute Abend ins Theater zu begleiten?
Ich wäre sehr geehrt, Monseigneur.
Sie möge eintreten, schnell! Hier!
Was ist passiert? Sprich. Schnell, gib her!
Sag deiner Herrin, ich werde heute Abend bei ihr sein.
Lasst frische Pferde an die Kutsche von Madame spannen!
Komm, folge mir!
Monsieur le Duc, einer Eurer Bauern möchte Euch sprechen.
Du siehst, Bretagne, dass ich keine Zeit habe! - Er kommt jeden Tag.
Seit einer Woche schon. - Monseigneur, ein paar Minuten - nur!
Solange man Eure Kutsche anspannt. - Gut.
Nun denn, sprich! Ich höre dir zu. Schnell!
Ich kann Euch die Abgaben nicht zahlen, Monseigneur.
Meine Felder haben Frost bekommen, und ich habe die ganze Ernte verloren.
Um meine Familie zu ernähren, musste ich meine besten Tiere verkaufen.
Gnade, Monseigneur!
Lagardère, du, der besser als ich weiß, was zu tun ist, was soll ich antworten?
Sagt, Ihr teilt seinen Schmerz und gewährt ihm Gnade.
Das mache ich. Ich gewähre dir Gnade.
Zufrieden? - Nicht ganz, Monseigneur. - Pardon?
Dieser Mann wird eher imstande sein, Euch die Abgaben zu bezahlen,
wenn ihr ihm etwas gebt, wovon er seine Tiere zurückkaufen kann.
Es ist in Eurem Interesse, Monseigneur.
Sieh mich an! Wie viele Tiere hast du verkaufen müssen?
Zwei Zugochsen, Monseigneur, und drei Milchkühe.
Gut, dann möge dieser Mann sich die zwei Ochsen und drei Milchkühe holen!
Dieser Mann wird Euch bis zu seinem Tod ergeben bleiben.
Monsieur, wo sind wir? - Bei meinem Cousin, dem Prince de Gonzague.
Was habt Ihr hier zu tun, Monseigneur?
Falls man dich fragt, sagst du, dass du nichts darüber weißt.
Warte hier auf mich.
Zu liebenswürdig.
Ich störe Euch, mein Cousin, aber die Angelegenheit, ist ernst.
Ernst, und ich meine besonders dringlich.
Gut, lass uns allein.
Also, redet offen, mein Cousin.
Ich brauche Eure Hilfe. Ihr kennt alle Edelmänner des Königreiches.
Ich muss wissen, wer von ihnen um die Hand von Inès de Caylus angehalten hat.
Von wem wisst Ihr das? - Das ist nicht wichtig.
Ich muss den Namen dieses Bewerbers erfahren.
Das ist für mich eine Frage von Leben und Tod.
Ich weiß, Ihr habt das Geschick, mir diese Information zu besorgen.
Ich wusste nicht, dass Ihr Mademoiselle de Caylus noch immer so ergeben seid.
Seid vernünftig, Philippe.
Ob dieser oder ein anderer, was tut das?
Denn ihr Vater wird sie Euch niemals geben.
Ihr versteht nicht. Inès ist schon verheiratet!
Wie bitte?
Was sagt Ihr da?
Die Wahrheit. Ich habe sie im Geheimen geheiratet, und wir haben ein Kind.
Deshalb muss ich unbedingt den Namen dieses Bewerbers erfahren.
Ich muss ihn überzeugen oder ihn töten!
Verheiratet und noch ein Kind. Warum habt Ihr mir nichts gesagt?
Ihr hättet mich der Verrücktheit bezichtigt und Recht gehabt!
Ich war verrückt zu glauben, der alte Caylus würde diese Welt bald verlassen.
Was habt Ihr vor?
Ich werde mich heute um Mitternacht nach Caylus begeben,
meine Tochter holen und sie an einen sicheren Ort bringen, zu mir.
Sie alleine im Schloss zu lassen, ist fortan zu riskant.
Lenkt Ihr damit nicht die Aufmerksamkeit auf dieses Kind?
Wie wollt Ihr seine Anwesenheit im Schloss de Nevers rechtfertigen?
Ihr solltet es für einige Zeit einem Kloster anvertrauen.
Nein, ich will über meine Tochter wachen.
Dann kann ich sie besser beschützen.
Ich gebe sie als Kind einer entfernten Verwandten aus.
Und ich bitte Euch, den Namen des Bewerbers, so schnell wie möglich!
Ihr erfahrt ihn. - Danke, Philippe
Von heute an stehe ich in Eurer Schuld.
Ah, Lagardère! Erlaubt mir, Euch Henri Lagardère vorzustellen,
den ich in meinen Dienst aufgenommen habe. Ein viel versprechender Mann.
Eine der besten Klingen, der ich je begegnet bin!
Wollt Ihr mich in Eure Ställe stecken, Monsieur?
Denn Ihr starr mich an wie ein gemeines Stück Vieh.
Nun ja, er ist nicht nur sehr viel versprechend,
sondern auch besonders arrogant.
Ich bitte dich, dem Prince de Gonzague in Zukunft mehr Respekt zu bezeugen!
Hast du gehört?!
Es ist ihm nicht genug Vermögen und Eleganz zu besitzen!
Er musste auch das einzige Lebewesen besitzen, das ich je begehrt habe!
Das lasse ich mir nicht gefallen, Pyrolles!
Nevers wird mich nicht um diese Ehe bringen
und auch nicht, um das Vermögen von Caylus!
Ich... hasse diesen eingebildeten Wicht!
Ich hätte ihn schon längst töten sollen.
Die Stunde ist gekommen, unsere Rechnung zu begleichen.
Die Falle ist leicht zu stellen, heute Abend in Caylus.
Hinterlasst mir Eure Witwe und Euer Vermögen, dessen Erbe ich bin.
Ihr müsst nicht nur Nevers loswerden,
sondern auch sein Kind, wenn Ihr es auf sein Erbe abgesehen habt
Das weiß ich auch, Schwätzer!
Such mir 15 bewaffnete Männer für heute Nacht.
Sag ihnen, ich mache sie reich, wenn sie mir gehorchen.
Erwähne mich nicht, gib dich nicht zu erkennen.
Nenne ihnen nicht den Namen des Mannes, den sie töten müssen.
Das alles wird geschehen, Monseigneur.
Peyrolles!
Und sprich auch noch nicht von dem Kind!
Ich bin morgen bei Tagesanbruch zurück.
Ach feuert alle Kamine an!
Das Haus soll bei meiner Rückkehr gut geheizt sein!
Das wird geschehen, Monseigneur.
Ach ja, und sucht mir drei Ammen, die's verstehen!
Drei, Monseigneur?
Ja, drei ist sicherer! Und besorgt mir eine Wiege!
Jawohl, eine Wiege für meine Cousine aus der Provinz. Na los.
Veilchen zu verkaufen, mein guter Herr.
Los. Los, an die Arbeit!
Veilchen zu verkaufen.
Wasser zu verkaufen. Frisches Wasser.
Hier, Monsieur, greift zu!
Voilà.
Was habt ihr denn vor?
Ein kleines Geschäft zu regeln. Wir sind morgen vor Tagesanbruch zurück.
Ein kleines Geschäft?
Ach, kümmere dich nicht darum, ja?
Ein Geschäft, das uns viel Gold einbringt, einen Haufen Gold.
Hey, sieh mich an!
Sagt mir, worum es geht!
Wir schicken nur einen Mann zur Hölle.
20 Meilen von hier, um Mitternacht in den Burggräben des Schlosses Caylus.
Wer ist dieser Mann?
Das wissen wir nicht und wollen wir auch nicht wissen!
Wie viele werdet ihr sein?
Oh! 15 etwa.
15 gegen einen? 15 gegen einen?
Das ist nicht nur verbrecherisch, das ist ein Attentat!
Wenn ein Mann so viele Feinde hat, dann muss er schmutzige Hände haben.
Möglich, aber Ihr seid im Begriff, alles zu verhöhnen,
was Ihr mich gelehrt habt. Treue, Redlichkeit, Mut. Alles!
Wir haben keine Wahl.
Die einzige Möglichkeit, den Festsaal zu retten verstehst du?
Los, beweg dich da weg und lass uns vorbei.
Und kümmere dich um dein Angelegenheiten!
Lass uns durch!
Los, lass uns vorbei!
Jawohl. Genau. Kümmere dich um deine Angelegenheiten!
Bitte sag deinem Herrn, dass Lagardère hier ist. - Er ist nicht da.
Du meinst, er ist noch nicht wieder zurück?
Ich meine, dass er gegangen ist
und nicht vor Tagesanbruch zurück sein wird.
Aber wir hatten uns verabredet, um ins Theater zu gehen. Warte, warte!
Hat er keine Nachricht für mich hinterlassen?
Was geht hier vor?
Anweisungen von Monseigneur!
Warte! Warte!
Anweisung von Monseigneur!
Wir schicken einen Mann zur Hölle. 20 Meilen von hier,
um Mitternacht in den Burggräben des Schlosses von Caylus.
Caylus!
Ach! Pilger! Ich suche das Schloss von Caylus!
Dort entlang. Keine halbe Meile von hier.
Nimm den Dank von Lagardère!
Wir werden bald vereint sein, mein Liebes.
Wir werden glücklich mit deinem Papa zusammenleben.
Ich werde dir Brüder schenken.
Und Schwestern auch.
Mein Liebes...
Alles läuft gut, Madame.
Mein Gott,
sie ist so klein, so zerbrechlich.
Philippe! Ich habe Angst! Ich habe eine schlimme Vorahnung!
Nein, Inès, nein! Es wird alles gut gehen. Beunruhigt Euch nicht.
Was ist das?
Das ist nichts. Vielleicht ein Tier, der Wind...
Monseigneur, die Zeit drängt. Beeilt Euch.
Ja. Auf Wiedersehen, mein Liebes.
Ich flehe Euch an, nehmt Euch in Acht!
Wovor? - Vor allem!
Warte, da ist ein Kind! Dann können wir uns nicht daran beteiligen!
Mach dich bereit, zu sterben! - Sterben? Leicht gesagt!
Haltet durch, Monseigneur!
Aber was machst du denn hier?
Später! - Man sagt aber "Später, Monseigneur!"
Es ist ein Vergnügen, an Eurer Seite zu kämpfen, Monseigneur!
Ein gegenseitiges Vergnügen. Achtung, Lagardère!
Wer immer du bist, ich werde dich an dieser Verletzung wiedererkennen.
Wenn du nicht zu Lagardère kommst, kommt Lagardère zu dir!
Die Arbeit ist getan! Ziehen wir uns zurück! Der da - interessiert uns nicht!
Seid verflucht! Ich werde Euch alle finden!
Monseigneur...
Er hat mir in den Rücken gestochen. Ein Jammer.
Ich habe ihn an der Hand verletzt!
Wir finden ihn wieder, Monseigneur, und Ihr werdet Euch rächen!
Nein, mein Freund es ist zu spät. Hör mir gut zu:
Hier, nimm diesen meinen Degen.
Ich werde dir das Geheimnis meines Stoßes anvertrauen.
Aber zuerst möchte ich, dass du dich um mein Kind kümmerst.
Schwöre mir, schhh... schwöre mir dass du es beschützt, was auch geschieht.
Ich schwöre es Euch bei meiner Ehre. So wie ich schwöre, Euch zu rächen.
Ah, wie schön. Hör zu!
Es leuchtet mir ein!
Und um mich wird's dunkel.
Das haben wir nicht gewusst.
Wirklich, mein Sohn, das haben wir nicht gewusst.
Peyrolles!
Hast du gesehen, wie dieser Lagardère Nevers verteidigt hat?
Er hätte sein Leben gegeben für ihn.
Er wird mich nicht loslassen, das ist sicher!
Wir finden ihn, bevor er uns findet.
Du hast Recht. Heuere mir 50, wenn's sein muss, hundert Männer an!
Sie sollen das Land pausenlos durchkämmen. Sie müssen...
die beiden finden und töten!
Das wird geschehen, Monseigneur.
Man soll ihre Leichen zu mir bringen. Bei Nacht.
Dafür werde ich mich großzügig erweisen.
Ja, aber, da ist noch etwas, Monseigneur.
Sobald der Tod Nevers bekannt wird, solltet Ihr überall verbreiten,
dass Lagardère sein Mörder ist.
Lagardère?! Wieso sollte er ihn getötet haben?
Wieso?
Eine geheime Hochzeit! Die heimliche Geburt eines Kindes.
Das sind Beleidigungen, die sich nur mit Blut abwaschen lassen!
Da aber der alte Caylus nicht mehr die Kraft hat, eine Waffe zu halten,
um sich selber zu rächen, hat Lagardère die Arbeit für ihn verrichtet.
Das werden die braven Leute gut nachvollziehen können.
Peyrolles,
manchmal rechtfertigst du, was du mich kostest!
Hier rasten wir für eine Weile.
Hoh! Passepoil! Aufwachen!
Hey, wach auf! Na los, steig ab! Steig ab! Komm' schon!
Wer?
Wer was?
Wer hat euch angeheuert, um den Duc de Nevers zu töten?
Wir haben dich nie angelogen, Sohn. Niemals.
Wenn wir dir sagen, dass wir es nicht wissen, musst du uns glauben.
Er sagt die Wahrheit.
Wir haben mit einem, äh, maskierten Mann verhandelt,
der uns seinen Namen nicht verraten hat.
An der Straße nach Orléans hat er uns einen Treffpunkt genannt,
und, dort hat er uns einen Vorschuss gegeben.
Wann bekommt Ihr den Rest Eurer Prämie?
In zwei Tagen, in Paris.
Im Gasthof zu den drei Füchsen.
Aber wir, äh, wir werden nicht hingehen, versteht sich.
Ihr werdet gehen.
Ich will, dass ihr diejenigen identifiziert,
die in Caylus nicht getötet wurden.
Und vor allem den Mörder von Nevers.
Ich habe ihn an der linken Hand verletzt.
Gut.
Gut.
Und du, was machst du?
Ich bleibe hier mit dem Kind.
Bei eurer Rückkehr werden wir entscheiden.
Sucht mir für den Kleinen eine Amme.
Mir wurde gesagt, Monsieur, dass Ihr mich sprechen wollt?
Verzeiht mir, wenn ich Euch bitte, Euch zurückzuziehen,
ich will niemanden mehr sehen.
Ich wollte Euch unbedingt meine Aufwartung machen, Madame.
Und Euch meiner Unterstützung versichern.
Philippe war mein Freund. Er hatte sich mir anvertraut. Ich weiß alles.
Die Hochzeit, das Kind.
Wie sehr er Euch liebte, und wie sehr Ihr ihn geliebt hab.
Der Tod Philippes ist mir unerträglich.
Deshalb komme ich, Madame, um Euch zu schwören, dass ich alles tun werde,
ihn zu rächen und Euch unter meinen Schutz zu stellen.
Findet mir mein Kind.
Es soll tot sein.
Aber solange man es nicht gefunden hat, werde ich mir Hoffnung bewahren.
Ich fürchte, Madame... Die Hoffnung ist das Einzige, was mich am Leben hält.
Findet meine Tochter, Monsieur. Ich flehe Euch an.
Sehr wohl. Ich finde sie und bringe sie zu Euch.
So wie ich den Mörder von Philippe finden und bestrafen werde.
Danke.
Ruht Euch aus, Madame.
Madame.
Ja, und?
Für den Moment noch nichts. - Aber wann?!
Monseigneur, ich habe Eure Befehle befolgt.
Meine Männer durchkämmen das Land. Nichts wurde dem Zufall überlassen.
Nicht ein Bauernhof, nicht ein Stall, nicht eine Scheune.
Sie können und werden nicht lange verborgen bleiben. Wir finden sie.
Ich war wirkungsvoller als du.
Der alte Caylus ist tot, er kann alles auf sich nehmen.
Ein Zug aus dem Bilderbuch!
Auch den Priester müssen wir beseitigen,
der die Ehe von Inès und Nevers gesegnet und das Kind getauft hat.
Das wird geschehen, Monseigneur.
Der Mann ist alt. Sorge dafür, dass sein Tod natürlich aussieht.
Meine Herrin, Fürst, bittet Euch, sie zu entschuldigen.
Sie möchte sich ausruhen. Aber sie zählt auf Euer Versprechen.
Ich habe weitere Nachrichten, die Eure Herrin noch mehr erschüttern werden.
Der Comte de Caylus ist gestorben.
Gottes Gerechtigkeit ist schneller gewesen als die
Gerechtigkeit der Menschen, denn er hat Nevers ermorden lassen.
Oh Gott! - Er hatte von der Hochzeit seiner Tochter erfahren
und der Geburt des Kindes.
Der Comte de Caylus konnte mir sein Verbrechen gestehen, bevor er starb
und mir denjenigen nennen, der auf seinen Befehl
den tödlichen Schlag ausgeführt hat.
Es ist ein Intrigant namens Lagardère.
Kann ich darauf zählen, dass Ihr Eurer Herrin
diese traurigen Nachrichten überbringt?
Ja. - Sag ihr, dass ich wiederkommen werde,
und dass sie in allem, was ihr wert ist, auf mich zählen kann.
Voilà.
Achtung!
Hupp!
Hupp!
Schau!
Da haben wir ein herzogliches Bett für den Sohn eines Herzogs.
Ohh, wird es mir hier gut gehen.
Philippe de Nevers,
- mein Freund, mein Cousin,
ebenso edel von Herzen
wie von Geburt.
Deine Kraft, dein Feuer
und vor allem die Liebe, die deine geliebte Gattin dir entgegenbrachte,
haben einen alten Mann gekränkt,
dem die Natur all diese Gnaden vorenthalten hatte.
Der Marquis de Caylus hat dich ermorden lassen.
Er wird Rechenschaft ablegen vor der Gerechtigkeit Gottes.
Aber vor der Gerechtigkeit der Menschen
wird sich Lagardère verantworten müssen.
Henri Lagardère, der sein mörderischer Arm war!
Und vor uns allen:
Wo er auch sei, ich werde ihn finden.
Und ich werde dich rächen!
Nevers war mein Freund.
Man tötet nicht ungestraft einen Pair des Königreiches.
Im Namen meines Onkels,
des Königs von Frankreich,
fordere ich, dass Gerechtigkeit getan wird
und dass man seine Mörder unerbittlich jagt.
Ich biete persönlich 2000 Écus für denjenigen,
der Henri Lagardère zurückbringt, tot oder lebendig.
Ich biete aus meiner eigenen Schatulle ebensoviel.
Teurer Gonzague,
solange wir darauf warten, dass der Beweis erbracht wird,
dass seine Tochter Aurore tot ist, die Erbin ersten Ranges,
ernenne ich Euch im Namen des Königs zum Nachlassverwalter
des Besitzes von Philippe de Nevers.
Da seid ihr endlich! - Immerhin mussten wir ja eine Amme finden!
Hoh!
Bleib stehen.
Darf ich vorstellen: Jeanne.
Guten Tag, Jeanne. - Guten Tag.
Oh, Vorsicht, hier ist der Knabe!
Puuh! Stinkt der Kleine!
Ein Baby wird jeden Tag gewaschen! Und bekommt eine neue Windel!
Typisch Männer.
Und?
Das Volk ist der Meinung,
der alte Caylus habe das Verbrechen mit seinem Tode bezahlt.
Was den Mörder Nevers betrifft, na ja
...Nenn mir seinen Namen!
Äh,
es ist deiner.
Was, meiner?
So spricht das Volk.
So, wie es scheint, wärst du für Caylus in Nevers' Dienst getreten,
um sein Vertrauen zu erwerben und ihn dann zu ermorden.
Viele wollen sich erinnern, gesehen zu haben,
wie du Nevers mit dem Degen herausgefordert hast.
Und was am schrecklichsten ist,
- kurz vor Caylus bist du einem Pilger begegnet,
den du sogar deinen Namen genannt hast.
Und das unmittelbar vor dem Mord.
Du sollst ihn sogar nach dem Weg zum Schloss gefragt haben.
Ist das wahr? - Henri, dir bleibt nur die Möglichkeit, nach Spanien zu fliehen.
Alle Polizisten des Königreichs machen Jagd auf dich. - Niemals!
Ich werde meine Unschuld beteuern,
bis vor den Füßen des Königs, wenn es sein muss!
Hey, du Vollidiot!
Die werden dich vorher umbringen, schon wegen der Belohnung.
Und wenn du tot bist, wer kümmert sich dann um den Kleinen?
Seine Mutter, Inès de Caylus!
Stimmt! Ja, genau. Schick ihn zurück in den Rachen des Wolfes.
Der alte Caylus ist inzwischen tot, Nevers' Mörder auf freiem Fuß.
Solange er am Leben ist, wird der Kleine ständig in Gefahr sein!
Ihr habt da einen schönen Jungen!
Ein Mädchen?!
Aber das ändert alles!
Ach ja? Und was soll das ändern?
Ich meine, ein Mädchen ...ist eben kein Junge!
Ja, da könnt Ihr ganz sicher sein!
Das habe ich in ihren Wickeltüchern gefunden.
Na.
Das ist eine Taufurkunde.
Ja und?
"Tochter von Inès de Caylus und Philippe de Nevers".
Der Knabe heißt in Wahrheit.
Aurore!
Na.
Mademoiselle Aurore de Nevers,
ich bin Euer ergebener Diener.
Ich habe Eurem Vater geschworen, bis zu meinem Tod Euer Beschützer zu sein,
und ich werde Wort halten.
Hier, Henri.
Hier habe ich die Namen der sieben Überlebenden.
Sie haben ihre Prämie kassiert.
Und sie haben den Befehl erhalten, zu verschwinden.
Übrigens, welcher ist der, dessen Hand ich durchbohrt habe?
Wir wissen es nicht, Henri.
Wir wissen es nicht.
Wir konnten nichts tun, das schwöre ich dir. Wir konnten nichts tun.
In dem Gasthaus ging alles so schnell.
Ich wünsche dir eine gute Reise. Gott schütze dich!
Schreib uns gleich, wenn du in Spanien bist.
Lass uns bitte nicht ohne Nachricht.
Und jetzt, Sohn, ab mit dir. Die Zeit drängt. Los, los!
Ihr werdet mir fehlen, meine Meister.
Und er uns.
Weiß man, ob wir sie je wiedersehen werden?
Du, du bist wohl verrückt, so was zu sagen!
Es, es bringt schon Unglück, wenn man es nur denkt! Und es zu sagen.
Gleichviel.
Das Leben gib uns mit einer Hand, was es mit der anderen nimmt.
Hoh!
Wer bist du?
Jean-Jacques Loiseau, Bauer und Pflüger.
Meine Frau Martine, mein Sohn Bertrand.
Wohin geht ihr?
Wir gehen zu meinem Bruder, der hat drei Meilen von hier einen Hof.
Er ist krank; wir schneiden ihm seinen Weizen.
Dann gute Reise!
Danke, Messeigneurs!
Chef! - Dieser Bauer hat einen Degen!
Ein komischer Vogel für einen Bauern!
Wir haben dich erkannt!
Lagardère, du hast keine Chance! Wir sind vier!
Das werden wir sehen. Jeanne, verschwinde!
Ahh! Ich hab's!
Es ist ein Wunder! Nein, Jeanne. Das ist der Stoß von Nevers!
Hinter dem Hügel dahinten liegt Spanien.
Heute Abend sind wir dort.
Die Wangen runder. Ein bisschen runder.
Vielleicht, einen etwas feineren Mund.
Nein, Monseigneur! Madame kann Euch nicht empfangen, sie ist leidend.
Seit zehn Jahren tragt Ihr diese Trauer, Madame.
Glaubt Ihr nicht, dass das reicht?
Mein ganzes Leben würde nicht ausreichen,
für meine Tochter Trauer zu tragen, Monsieur.
Ich bin müde, ich bitte Euch, zu gehen.
Ich liebe Euch, Madame, und das wisst Ihr.
Ich liebe Euch in der Hoffnung, dass Ihr mit mir wieder beginnt zu leben.
Ist das ein Verbrechen?
Heiratet mich.
Gemeinsam werden wir so viele Kinder haben, wie Ihr wollt.
So viele wie ich will?
Aber ich will nur eins, Monsieur!
Meines!
Meine Tochter lebt, das weiß ich.
Es mag Euch absurd erscheinen, aber ich weiß es.
Sie lebt.
Fern von mir!
Vielleicht weiß sie nicht einmal von meiner Existenz, aber sie lebt.
Und wenn ich Eure Tochter wiederfände, Madame,
wenn ich sie zu Euch brächte?
Wenn Ihr sie wiederfändet, Monsieur, dann ja,
dann wäre ich für ewig Eure Dienerin.
Meine Frau, Madame.
Das würde mir reichen.
Ach, Freunde! Ihr ruiniert mich!
Mach dich aus dem Weg.
Oder du lernst die Hölle kennen!
Du wirst die Hölle kennen lernen, Staupitz.
Erinnere dich, an den Duc de Nevers!
Pate, Pate! Jeanne, es ist der Pate!
Wie geht es dir, kleine Prinzessin?
Warum warst du so lange fort?
Es ist ein weiter Weg von Deutschland hier her.
Warst du artig? Bist du Jeanne nicht zu sehr auf die Nerven gegangen?
Ich habe Jeanne sehr lieb, aber sie muss mich immer kommandieren.
Das ist immerhin ihre Aufgabe!
Ich bin sehr froh, Euch zu sehen, Monsieur! Es wurde Zeit.
Ich kann sie nicht mehr im Zaum halten!
Mademoiselle mag weder das Nähen, noch das Kochen, noch das Spinnen.
An ihr ist wirklich ein Junge verloren gegangen.
Und wenn man sie schilt, antwortet sie mit Unverschämtheiten!
Geh in die Küche und hole Wasser für den Paten.
Ich werde nächstes Mal versuchen, für weniger lange fortzubleiben.
Das sagt Ihr immer, Lagardère. - Schht!
Du weißt, dass du meinen Namen niemals aussprechen darfst!
Ich bin Maître Louis, der Waffenschmied.
Für Aurore, wie für alle anderen.
Danke.
Jetzt musst du aber wirklich schlafen.
Warum gehst du so weit fort, um deine Degen auszuliefern?
Hast du überhaupt keine Angst, Räubern zu begegnen?
Ein einfacher Handwerker wie ich interessiert die Räuber nicht.
Und es ist meine Bestimmung, zu reisen. Jeder muss seiner Bestimmung folgen.
Was ist dann meine Bestimmung?
Deine?
- Lass mich dich ansehen.
Die schönste Bestimmung, die es gibt,
und die du dir nicht vorstellen kannst.
Erzähl mir, wie du mich gefunden hast.
Ich hab's dir schon erzählt! - Na los!
Es war Nacht.
Es schneite.
Ich ging vorbei an Notre-Dame
und ich hörte ein Weinen. Nicht laut.
Also sah ich mich um, und unter dem Portal
- sahst du ein Wickeltücher, aus denen eine Hand hervorguckte!
Als ich mich näherte, sah ich...
ein winziges, Gesichtchen, aus dem viele Tränen hervorkullerten.
Ich versuchte, die Tür zu öffnen, sie war verschlossen.
Es war ziemlich kalt.
Und daher beschloss ich, dich mitzunehmen,
...so wie ich selbst mitgenommen wurde.
Von Cocardasse und Passepoil, deinen Paten.
Fehlen sie dir überhaupt nicht?
Doch, aber ich werde sie wiedersehen.
Und ich meine Mutter. Glaubst du, ich werde sie wiedersehen?
Gewiss. Eines Tages.
Vielleicht hat sie mich ausgesetzt, weil sie mich nicht geliebt hat.
Sie hat dich geliebt.
Nur manchmal ist uns das Schicksal im Weg.
Aber du könntest sie suchen?
Auf deinen Reisen könntest du sie finden, glaub ich!
Aber das ist nicht so einfach, meine kleine Prinzessin.
Jetzt wird geschlafen. Na los.
Eines Tages findest du deine Mutter.
Das verspreche ich dir.
Jetzt schlaf!
Erinnere dich an den Duc de Nevers!
Ich habe Nevers nicht erstochen!
Ich hab mit ihm gekämpft, das ist wahr, aber ich habe ihn nicht getötet!
Zeig deine linke Hand.
Wer dann? - Ich weiß es nicht.
Ich habe in der Dunkelheit nichts gesehen!
Damals floh jeder allein. Ich habe sie nie wiedergesehen!
Erbarmen! Daddy! Daddy, Daddy!
Er ist dir wieder entkommen!
Dummkopf!
Das ist kein Mensch, Monseigneur!
Das ist der Teufel!
Der Teufel!
Das Gespenst von Nevers!
Was denn noch alles?
Gib mir mein Medaillon zurück! Es gehört mir!
Du sollst dich niemals davon trennen! Niemals!
Aber warum?
Ich hab das Recht, es zu verschenken!
Weder ihm, noch sonst jemanden! - warum?
Weil du es mir geschenkt hast?
Genau genommen war ich's nicht!
Wie bitte, du warst es nicht?
Aber wer dann?
Ich hab's getragen, als du mich gefunden hast, nicht? - So ist es.
Du hast mir gesagt, dass ich keinen Namen hatte.
Dass du mich "Aurore" getauft hast.
Warum hast du mich belogen? Dann habe ich das Medaillon von meinen Eltern?
Das ist möglich, aber was ändert das? Was das ändert?!
Vielleicht kann ich mit diesem Medaillon meine Eltern wiederfinden!
Vielleicht führt es zu meiner Mutter!
Vielleicht bedauert sie, mich ausgesetzt zu haben,
vielleicht denkt sie an mich!
Ich will nichts mehr davon hören!
Du sollst dich nicht mehr in den Tavernen herumtreiben!
Du hast mich die Freiheit gelehrt,
jetzt kannst du sie mir nicht wegnehmen!
Ich verbiete dir, dich davon zu trennen!
"Meine lieben Paten.
Im letzten Winter habe ich das letzte Mal Nachricht von Euch erhalten.
Ihr hattet mich um ein Portrait von Aurore gebeten,
und ich konnte Euch nur eine Locke aus ihrem Haar schicken.
Ich schreibe Euch heute,
weil Jeanne uns verlassen hat, um den Müller eines Nachbardorfes zu heiraten.
So befinde ich mich in großen Schwierigkeiten.
Ich wäre erleichtert, wenn einer zu mir kommen
und sich um Aurore kümmern könnte, während ich die Mission erfülle,
die ich dem Duc de Nevers versprochen habe."
Quint.
Quint.
Septim,
Terz.
Quart.
Quart.
Second.
Stell dich dort hin.
Ausfall.
Hoh!
Huhu! Huhu!
Das ist Passepoil! Nimm!
Passepoil!
Henri!
Lass mich dich anschauen. - Ja.
Ohlalà! 17 Jahre.
Der Teufel soll mich an den Himmel nageln!
Komm schon, küss mich noch mal. Und noch mal!
Diesmal für Cocardasse. Du verdammter Schuft!
Du trägst inzwischen eine Brille!?
Nicht ich. Maître Louis. - Ah ja, verstehe.
Ist sie das?
Das ist sie!
Wenn ich bedenke, dass sie das letzte Mal, als ich sie gesehen habe,
nicht größer war als so.
Wie schön. - Und du bist genau so witzig, wie ich dachte.
Gehen wir!
Und dieser Arsch hat sie zu mir geschickt, alle wie sie da sind!
Da hab ich die Sattelgurte durchgeschnitten,
und sie sind vom Pferd gefallen!
Nimm dein Glas.
Und?
Fast alle, die an der Ermordung Nevers beteiligt waren, sind tot.
Ich muss nur noch zwei hinrichten: Scarlatti und den Hauptmann Lorrain.
Einer von den beiden muss Nevers erstochen haben.
Ist der Hauptmann Lorrain noch in Paris?
Und ob er dort ist, und wie!
Er hat in den Jahren seinen Weg gemacht, dieser Schurke!
Er ist Chef der Polizei geworden!
Es ist pure Verrücktheit, ihn ausschalten zu wollen!
Es muss aber sein.
Während wir abwarten, reise ich nach Venedig, wo sich Scarlatti befindet.
Wann brichst du auf?
Sagen wir in einer Woche.
Bis ihr beiden euch besser kennen gelernt habt, Aurore und du.
Noch etwas Wein? - Oh ja, mit Vergnügen.
Wovon habt ihr gesprochen?
Worüber? - Wir wollten...
Von meinen Geschäften und von meiner Reise.
Voilà. Die Geschäfte von Maître Louis.
Ich verstehe.
Also dann, gute Nacht!
Gute Nacht! - Gute Nacht!
Ähm, glaubst du, sie hat uns gehört?
Wir müssen vorsichtig sein, Passepoil.
Ihr seid sicher, dass es sich um Signore Scarlatti handelt?
Ja, ich habe ihn selber vor einer Woche hier begraben.
Er ist von seinem Pferd gestürzt, der Arme.
Grazie.
Heh!
Komm, zeig mir doch mal, was dein Pate dir beigebracht hat.
Allez, en garde!
Verdammtes kleines Luder!
Oh!
Ohlalà! Du bist ganz schön durchtrieben, Kleine!
Ach, du bist zu jung für mich.
Bist du erschöpft? - Nein, das ist nur die Hitze.
Hab' ich einen Durst!
Ahh! Die machen guten Wein in Spanien.
Passepoil, kannst du mir was verraten?
Als der Pate mich fand, warst du wo?
Was, wo ich, äh also, äh, ich weiß nicht,
im Fechtsaal. Warum fragst du?
Er hat mir gesagt, dass ihr zusammen wart!
Das hat er dir gesagt?
Ach ja, stimmt ja! Wo hatte ich meinen Kopf?!
Du warst mit ihm zusammen vor der Kirche Saint Germain?
Ja. Genau.
Wir waren beide in der Kirche Saint Germain.
Ich dachte eigentlich, es war Notre-Dame!
Du bringst mich durcheinander! Ist doch egal, welche es war.
Notre-Dame, Saint Germain! Es war eine Kirche!
Und mein Medaillon? Der Pate hat mir gesagt,
dass meine Eltern es mir geschenkt hätten.
Das hat er dir gesagt?
Ja.
Er hat mir versprochen, nach seiner Rückkehr von ihnen zu erzählen.
Na gut, dann wird er das für den richtigen Moment halten.
Was weißt du über sie?
Ich weiß gar nichts über sie!
Obendrein dreht sich bei mir alles!
Lügner! Los, sag mir, was du weißt!
Ich weiß nichts. Gar nichts. Dränge mich nicht.
War mein Vater Handwerker? - Oh nein! Er war ein adliger Herr!
Geliebt von ganz Paris.
Was? Ein adeliger Herr?!
Was ist mit ihm geschehen?
Passepoil?
Was ist mit ihm geschehen? Sag es mir!
Getötet.
Getötet? - Ermordet.
Ein Dolchstoß... in den Rücken.
Der Botschafter erwartet Euch.
Fasst Euch bitte kurz, er ist sehr beschäftigt.
Wer ist da?
Wie ist dein Name, mein Kleines.
Ich habe keinen Namen, nur einen Vornamen. Aurore.
Ich bin das Mündel von Maître Louis, dem Waffenschmied.
Ah, bestens. Und woher kommst du?
Aus einem kleinen Dorf, drei Meilen nördlich von hier. - Kleines Dorf.
Hier! Nimm dir bitte einen Keks. - Danke.
Wirklich köstlich.
Also dann, mein Kleines, was führt dich zu mir?
Ich würde gern wissen, wer mein Vater war.
Er soll ein adliger Herr gewesen sein, der vor 17 Jahren ermordet wurde.
Könnt Ihr Euch an den Vorfall erinnern?
Was hattest du noch gesagt, Kleines?
Erinnert Ihr Euch an einen Adligen, der vor 17 Jahren ermordet wurde?
Genordet? - Ermordet! Hinterrücks getötet!
Hinterrücks? Dann wurde er ja ermordet!
Martin! Ich hab mein Hörrohr verloren!
Martin!
Aber warum geht sie? Wir beide hatten uns gut unterhalten.
Oh, ja, sie...
Was gibt es, Peyrolles?
Endlich haben wir sie!
Ein einsames Landhaus, nördlich von Toledo.
Ich hab' dir gesagt, dass du nicht in den Städten suchen sollst!
Aber dort kann man sich am besten verstecken.
Versteh, Dummkopf!
17 Jahre lang konntest du Lagardère nicht schnappen!
Seit 17 Jahren versprichst du mir seinen Kopf,
und er tötet unsere Männer einen nach dem anderen, verkleidet als Nevers,
damit wir an ein Gespenst glauben!
Die Männer sind Taugenichtse!
Immerhin hat einer von denen ihn gefunden.
Dieses Mal, Peyrolles, rate ich dir, sie nicht zu verfehlen.
Sie sollen sie beide töten, und zwar sicher!
Denk daran: Sie waren 15 im Burggraben von Caylus.
Es sind nur noch die beiden Fechtmeister übrig.
Und der Hauptmann Lorrain. Lagardère vollendet seine Rache.
Wenn er zu Lorrain gelangt, dann kommt er auch zu mir.
Für die wird er keine Zeit mehr haben, Monseigneur.
Hilfe, Passepoil!
Zu Hilfe! Passepoil!
Zu Hilfe.
Mein Gott!
Zu Hilfe! Passepoil!
Nehmt sie auf!
Neiiin!
Schweinerei!
Fangt sie ein!
Guter Gott!
Lasst ihn nicht entwischen!
Adieu, Lagardère!
Sie sind beide tot. Lasst uns verschwinden!
Passepoil! Passepoil!
Passepoil! - Ich bin hier!
Ahh, Passepoil!
Passepoil, geht es? - Ja, es geht, es geht.
Wer waren diese Männer, wer?
Irgendwelche Räuber, wer soll es sonst gewesen sein?
Räuber, die nichts stehlen?
Diese Männer waren hier, um uns zu töten! Wieso?
Ich hab keine Ahnung, und Schluss!
Du lügst mich an!
Sie waren meines Vaters wegen hier. - Wie, was?
Dieser adlige Herr, den man erdolcht hat! - Was redest du da?!
Welcher Schwachkopf hat dir das erzählt? - Du selbst!
Aber nie im Leben!
Richtig, du hast mich betrunken gemacht, und ich hab' dahergeplappert.
Ich weiß, dass es die Wahrheit war. Und jetzt wirst du mir alles sagen.
Wer meinen Vater getötet hat, und wer mich jetzt töten will!
Beruhige dich erst mal, Aurore.
Erst mal beruhigst du dich! - Nein, ich werde mich nicht beruhigen!
Ich habe ein Recht, zu erfahren, wer ich bin, und wer mich töten will!
Ich werde dir nichts sagen. Wir warten auf deinen Paten, ja?
Er wird das dann entscheiden. - Ich hab' genug!
Kein Mensch will mir Fragen beantworten!
Also gut, dann gehe ich mir selbst die Antworten suchen.
In Paris, wenn es sein muss! - Du bleibst hier!
Du stehst unter meiner Verantwortung; also warten wir auf deinen Paten.
Aurore!
Da bist du ja endlich! Seit zwei Tagen warte ich auf dich!
Wo ist Aurore? - Ihr fehlt nichts, beruhige dich.
Was ist passiert? - Reiter sind gekommen, um uns zu töten.
Söldner waren es, die genau wussten, was sie wollten.
Sie glauben, dass wir tot sind. Und ich verdanke Aurore, dass ich noch lebe.
Wo ist sie? - Wo sie ist? Äh, sie ist weggelaufen, als ich schlief.
Sie ist auf dem Weg nach Paris, nehme ich an. - Nach Paris? Warum denn Paris?
Um zu erfahren, wer ihr Vater ist, und warum man ihn ermordet hat.
Aber sie weiß nichts! Du wirst ihr doch wohl nichts erzählt haben!
Sie hat mich zum Trinken verführt. Ich habe nicht viel gesagt, ich schwöre.
Aber genug, dass sie sich in den Rachen des Wolfes wirft! Passepoil!
Nein, aber so hör doch zu, verzeih mir! Verzeih mir! Bitte! Henri, verzeih mir!
Aber, was machst du da?
Aurore ist in Gefahr! Geh dein Pferd satteln! Wir brechen auf.
Monseigner dürfen sich freuen. Die junge Aurore de Nevers ist tot.
Sie hat sich in einen Brunnen gestürzt...
und Lagardère ist lebendig verbrannt in seinem Haus.
Endlich befreit! Ich gratuliere dir, lieber Peyrolles!
Weißt du, dass dieses Medaillon der Schlüssel zu Inès Herz ist?
Und zu ihrem Vermögen, Monseigneur.
Ich bedaure, Monsieur, Madame ist noch nicht aufgestanden!
Ich bin hier in meinem Haus! - Monseigneur! Monseigneur!
Ich bin erfreut, Euch zu sehen, Madame.
Wie findet Ihr die Rosen aus meinem Garten? - Bezaubernd.
Sie haben den Glanz und die Sanftheit Eures Teints.
Sie zu sehen, genügt, um meinen Tag zu verschönern.
Was wollt Ihr von mir, Monsieur, zu dieser frühen Stunde?
Euch eine freudige Nachricht mitteilen.
Die Euch die Unannehmlichkeiten meines Besuches vergessen lassen wird.
Redet. Ich höre.
Ich habe Eure Tochter gefunden.
Wie bitte?
Was sagt Ihr?
Dass ich Eure Tochter gefunden habe.
Hier habt Ihr den Beweis!
Das ist ein Wunder!
Nein, Madame.
Das ist die Krönung einer 17-jährigen beharrlichen Suche
in ganz Europa.
Das ist wahr, Monsieur, verzeiht mir.
Ich will nicht ungerecht sein, ich verdanke Euch dieses Glück!
Ich hab nur mein Versprechen gehalten, Madame.
Ich hoffe, Ihr haltet das Eure. - Wo war sie?
In Spanien.
Meine Männer haben sie Henri Lagardère entrissen.
Der hat sein Verbrechen mit seinem Leben bezahlt.
Der Duc de Nevers ist endlich gerächt.
Oh, mein Gott. Wie geht es ihr? Wann ist mir erlaubt, sie zu sehen?
Bald, Madame, bald.
Es tut mir leid, dass ich Euch nicht mehr sagen kann.
Im Augenblick.
Madame. - Nein, wartet! Lasst mir das Medaillon hier! Ich bitte Euch!
Ihr werdet es am Hals Eurer Tochter wiederfinden.
Ich bin Eurer Diener.
Anne! Anne! Anne!
Wie ist das Befinden? - Gut, Monseigneur. Danke.
Monseigneur, Seine Königliche Hoheit, der Regent von Frankreich!
Ich bitte Euch, bleibt sitzen und tut so, als,
als wäre ich gar nicht anwesend!
Was ich übrigens auch gar nicht sein sollte!
Ah, Gonzague, mein Freund!
Gewährt Eure Hoheit uns das Vergnügen, an unserer Festlichkeit teilzunehmen?
Ein andermal, mein lieber Gonzague.
Ich bin mit einigen Galanterien beschäftigt,
die mich zwischen zwei Ratssitzungen erquicken.
Aber sagt mir, was ist das für ein Gerücht,
das umgeht in ganz Paris? Ihr sollt die Tochter von
Nevers gefunden haben, heißt es?
Ja. Ich hätte mir gewünscht, dass die Nachricht geheim bleibt,
aber in dieser Stadt kann niemand seinen Mund halten.
Wann sehen wir sie? - Bald, Eure Hoheit. Bald.
Was für ein Ereignis, was für ein Ereignis!
Nichts könnte mich mehr entzücken!
Und Madame de Nevers? Sie ist auf dem Laufenden, oder?
Habt Ihr sie an ihr Versprechen erinnert? - Ja.
Und ich hab gehofft, dass sie sich nicht entzieht.
Ihre Trauer hat keine Existenzberechtigung mehr!
Es wird Zeit, dass sie wieder Geschmack am Leben findet.
Und, falls wir irgendwie dabei helfen können, sie zu überzeugen.
Euer freundschaftlicher Rat müsste sie schon dazu bewegen.
Wer könnte dem widerstehen?
So eine Beharrlichkeit.
Ich bewundere Euch, Gonzague!
Und wenn Madame de Nevers erst Eure Frau wird,
dann werde ich Euch beneiden!
Kommt, meine Hübschen!
Monseigneur.
Geh sie holen.
Sie kommt, Monseigneur!
Monseigneur, welche Überraschung!
Ich hab nicht erwartet, Euch so bald zu sehen.
Es ist eine dringliche Angelegenheit.
Ihr wisst doch, wie gern ich Eure Ungeduld spüre.
Und wie gern ich sie befriedige.
Ich weiß. Aber ich habe dir etwas viel Besseres vorzuschlagen.
Hast du nicht gesagt, dass du Schauspielerin werden willst?
Ja? Wieso? - Ich habe eine Rolle für dich.
Zeig mir die Bandbreite deines Talentes.
Ihr macht Euch lustig. Das ist aber nicht nett.
Es war mir noch nie ernster.
Geh deinen Mantel holen, ich warte auf dich. Geh!
Eine kleine Münze, Mademoiselle!
Da werden wir uns bestimmt irgendwie einigen.
Was tut Ihr hier?
Dies ist kein Ort für ein junges Mädchen!
Cocardasse? - Kennen wir uns?
Ab jetzt ja. Ich bin Aurore.
Aurore. Die Patentochter von Maître Louis! In Spanien!
Aurore! Aurore? Aurore! Also beim Blute Christi, komm her!
Komm', lass dich umarmen! - Du erstickst mich! Der Pate hat Recht,
du bist stark wie ein Stier!
Und du noch viel hübscher, als ich mir vorgestellt habe!
Was machst du in Paris? Und Lagar..., Maître Louis? Und, Passepoil?
Sind sie nicht mit dir gekommen?
Nein, ich bin alleine hier, um meine Mutter zu finden.
Deine Mutter? Aber du bist eine Waise!
Hör auf, Theater zu spielen, Cocardasse. Ich weiß alles!
Alles?
Du weißt, du weißt wirklich alles? Alles.
Absolut alles.
Wer mein Vater war, warum er getötet wurde, wie ich mitgenommen wurde,
einfach alles.
Das Einzige, was ich nicht weiß, ist, wo meine Mutter ist,
und das wirst du mir sagen!
Deine Mutter, lebt hier ganz in der Nähe.
Ist das wahr? Wo denn? Schnell, sag es mir! - Ja, aber dein Pate,
dein Pate, er weiß doch Bescheid!
Sag es mir, sonst gehe ich! Und du wirst mich nie wiedersehen!
Schon gut.
Deine Mutter ist im Palast de Gonzague.
Gonzague? - Das ist ein reicher Edelmann,
der sie nach dem Tod deines Vaters unter seinen Schutz genommen hat.
Und der offenbar davon träumt, sie zu heiraten.
Nur trägt deine Mutter immer noch Trauer.
Philippe de Nevers vergisst man nicht so leicht!
Philippe de Nevers?
Philippe de Nevers!
Ja, aber dein Pate hat es dir doch erklärt, er hat es dir doch erzählt.
Nein, aber wohin gehst du? - Zum Palast de Gonzague!
Aber das kommt gar nicht in Frage! Das ist zu gefährlich!
Nein, nein, nein! Du bleibst schön hier! - Warum denn?
Irgendwas sagt mir, dass du Maître Louis ohne Erlaubnis verlassen hast.
Niemand hält mich auf! - Das werden wir ja sehen!
Na los, lauf weg! - Nein! Stell mich wieder hin!
Lass mich runter! - Messieurs, Sie sehen, ich bin kurz beschäftigt.
Na, komm, Kleines! - Lass mich sofort runter! Ihr sollt mich runterlassen!
Hört auf, mich so zu umkreisen, verstanden!?
Ihr seid wie ein Geier!
Also? Wie weit sind wir?
Sie ist soweit.
Sie könnte für sie durchgehen, wenn sie nur ihre Sprache zügelt.
Mademoiselle, einen Moment noch und Ihr werdet Eurer Mutter vorgestellt.
Dem Regenten und anderen Pairs des Königreichs.
Verhaltet Euch Eurem Rang entsprechend.
Dem der Tochter des Duc de Nevers und der Inès de Caylus.
Sonst habt Ihr mich geduzt.
Vergesst alles, was früher war.
Von diesem Augenblick an seid Ihr Aurore de Nevers.
Trichtert Euch das in Euren dämlichen Schädel!
Nun denn, schauen wir mal.
Mein armes Kind. Ihr müsst ja furchtbar gelitten haben.
Sagt uns doch, woher Ihr kommt und was Eure Geschichte ist.
Ich wurde von diesem widerlichen Mann aufgezogen,
ich sollte sagen, abscheulichen Ungeheuer.
Henri Lagardère,
der sich jeden Tag damit brüstete, dass er meinen Vater umgebracht hat.
Ich bekam viel zu wenig zu essen.
Ich schlief bei den Tieren. Ich war sein Hausmädchen für alles.
Und manchmal hat er mich geschlagen.
Meine Tränen haben ihn nicht gerührt.
Hundert Mal dachte ich daran, mir selbst den Tod zu geben.
Aber jedes Mal hielt ich mich an diesem Medaillon fest
und sagte mir, dass Ihr, meine Mutter, es mir geschenkt habt.
Es hat mir das Leben gerettet.
Ihr wisst ja sehr gut, dass Monsieur de Gonzague mich seit Jahren
in ganz Europa suchen lässt.
Sein Name sei gepriesen!
Denn, dass ich Euch heute wiederfinde, ist allein ihm zu verdanken!
Und?
Wie war ich?
Gut. Aber übertreibe nicht.
Madame wird durch die Freude, ihre Tochter wiedergefunden zu haben,
geblendet sein, aber sie ist keine dumme Salondame,
die leicht zu täuschen ist. Sei wachsam.
Dein Schicksal hängt davon ab.
Henri! Henri!
Oh, Sohn! Oh, Sohn! Mein Sohn!
Welch ein Vergnügen, dich wiederzusehen!
Es ist schön, wieder zusammen zu sein.
Ich wusste, dass du bald kommen würdest,
das hab ich auch Aurore gesagt!
Gott sei Dank ist sie hier! Ah, ja! In deinem Zimmer da oben!
Doppelt abgeschlossen, denn die Schelmin wäre imstande gewesen,
ihre Mutter zu besuchen! Sie wollte direkt zu ihr!
Aber sie weiß nicht mal ihren Namen! Wie sollte sie sie finden?
Aber sie hat mir gesagt.
Cocardasse.
- Aber, aber das Luder!
Sie hat mich zum Narren gehalten! Sie hat mir gesagt, dass sie Bescheid weiß,
damit ich ihr alles verrate!
Das kommt mir bekannt vor! Den Streich hat sie mir auch gespielt!
Ausgeflogen!
Dabei kann man sich alle Knochen brechen! Hat sie denn vor nichts Angst?
Du kennst sie nicht! Das Mädchen ist zu allem fähig!
Na, dann kommt sie nach dir!
Oh, hast du eine Ahnung!
Mach schon.
Zeig mir das!
Was machst du denn hier? Komm her!
Nimm die, und trage sie in die Küche! Aber schnell! Mach schon!
Die Dame dort mit dem Fächer, wer ist das?
Die Witwe de Nevers, wer sonst! Aber aus welchem Dorf kommst du?
Du hast hier nichts verloren! Ab mit dir in die Küche! Verschwinde! Schnell!
Sieht so aus, als würde man da drinnen feiern!
Lorrain! Hat Passepoil dir gesagt, dass er jetzt Polizeichef ist?
Nicht mehr lange. Er ist der Letzte auf meiner Liste.
Er hat nicht die bestimmten Narben an der Hand.
Alle anderen hab ich umgebracht, es kann nur er sein!
Nein, nein. Das versichere ich dir.
Er war bei uns, um seinen Degen reparieren zu lassen.
Ich hab' gesehen, dass er keine Narbe auf der Hand hat.
Wenn er Nevers nicht getötet hat, wer dann?
Es geht mir wie Euch, Madame.
Bei dem Gedanken, gleich Eure Tochter zu erblicken,
beginnt mein Herz zu schlagen.
Wenn Ihr wüsstet, wie lange ich auf diesen Moment warte.
Ich war mir sicher, dass Aurore noch lebt.
Wie ich Euren Glauben bewundere.
So wie ich die Beharrlichkeit bewundere,
die der Prince de Gonzgue an den Tag legt.
Eure Trauer dauert zu lange, gesteht es ein.
Welcher ergebenere Mann als Monsieur de Gonzague würde verdienen,
Euch glücklich zu machen?
Ich weiß, Monseigneur, was ich Monsieur de Gonzague verdanke.
Er ist, er ist wirklich untadelig, aber dennoch. - Aber dennoch?
Es gibt nur einen, den ich geliebt habe und lieben werde.
Wer spricht von Liebe? Eine sanfte Freundschaft ist meist das
Pfand der glücklichsten Ehen. Muss ich Euch etwa an das Versprechen erinnern,
das Ihr Monsieur de Gonzague gegeben habt: ihn zu heiraten, wenn er
Eure Tochter findet?
Nicht mehr.
Ich vergesse es nicht, Eure Hoheit.
Dann, respektiert auch Eure Verpflichtungen.
Ist es der Freund, der mir rät, oder der Regent, der's mir befiehlt?
Beide, Madame.
Ich hab nie ein Versprechen gebrochen.
Ich werde Monsieur de Gonzague heiraten.
Oh wie schön! Endlich! - In wenigen Augenblicken, Madame,
wird Eure Tochter eintreten
und ihren Platz an Eurer Seite wieder einnehmen.
Mein Lohn ist die Freude, die in Eurem Blick strahlt.
Den Blick einer Mutter, der ihr Kind zu lange vorenthalten wurde.
Aber bevor ich sie Euch die vorstelle, auf die ihr wartet,
will ich das Gedenken an meinen Cousin ehren, den Duc de Nevers.
Jeder kennt die Zuneigung, die ich für Philippe empfand.
Kein Zweifel, dass er in diesem Moment unter uns weilt,
da seine Tochter Ihrer Königlichen Hoheit vorgestellt wird,
dem Regenten von Frankreich.
Meine teuersten Freunde, ich bitte Euch, begrüßt Aurore de Nevers!
Mein Medaillon!
Mein Kind. Meine Tochter.
Was machst du hier? Bist du verrückt?
Pate? Lass mich los! Du hast dich über mich lustig gemacht!
Warum hast du mich all die Jahre belogen?
Warum hast du vor mir verborgen, wer ich bin? Sag es!
Um dich zu beschützen. Der Mord an deinem Vater wurde nie aufgeklärt.
Ich hatte doch wohl das Recht, es zu wissen!
Du hast mich belogen. Du hast mir meine Lebensgeschichte gestohlen!
Ich versuche dir seit 17 Jahren deine Geschichte zurückzugeben.
Indem du mich belogen hast? - Indem ich dich beschützt hab!
Gut, aber fortan werde ich mich sehr gut selbst schützen können.
Ich vertraue dir nicht mehr. Ich will dich niemals wiedersehen!
Von mir aus. Wenn du es willst, kannst du gehen.
Geh' schon! Ich laufe dir nicht hinterher!
Sie hat von ihm den Charakter angenommen.
Und man darf auch nicht vergessen, dass sie die Tochter von Nevers ist.
Nevers war auch leicht erregbar und hatte seinen eigenen Kopf!
Aurore, jetzt bleibt stehen! - Ach, lass mich in Ruhe
Du bleibst jetzt stehen, sag ich dir! Du bist eine Närrin!
Du willst besonders schlau sein?
Willst du die Wahrheit wissen?
Von mir aus erzähl' ich dir die ganze Wahrheit!
Einverstanden. Ich höre.
Verzeiht mir, der Regent gibt hier gleich ein Diner.
Seine Königliche Hoheit wünscht Euer beider Anwesenheit.
Würde dir das gefallen?
Es sei! - Ich gehe mich umziehen.
Ist sie nicht wunderbar, meine Tochter? - Vollkommen, Madame.
Ich kenne dich zu gut, Anne. Was macht dir Sorgen?
Ist Euch der Fleck auf ihrer Schulter nicht aufgefallen?
Bei ihrer Geburt hatte sie ihn nicht. - Sie war ein kleines Baby.
Das Mal wird gewachsen sein. Wir haben es damals nicht bemerkt.
Ich werd mich auch umziehen.
Ich habe heute Abend Lust, schön zu sein!
Und seit dem Tag hatte er nur noch ein Ziel:
Die Mörder deines Vaters auszulöschen, einen nach dem anderen,
und dich dann zu deiner Mutter zurückzubringen.
Er hat alles für dich geopfert.
Er ist in Spanien nicht von deiner Seite gewichen,
um dich vor denen zu bewahren, die dich bedrohen.
Wer kann 17 Jahre nach dem Tod meines Vaters den meinen noch wollen?
Genau eben das ist es! Das will Lagardère erfahren.
Solange er keine Antwort hat, darf keiner wissen, wer du bist.
Also ist Maître Louis, Lagardère? - Ja, Henri Lagardère. Sein richtiger Name.
Eine Belohnung ist ausgesetzt auf seinen Kopf.
Weil er beschuldigt wird, der Mörder deines Vaters zu sein.
Und so nahm man dich mit und zog dich groß,
damit du eines Tages den Rang und den Platz findest, der dir zusteht.
Hast du jetzt verstanden?
Ziehst du die Aufmerksamkeit auf dich, bringst du damit auch ihn in Gefahr.
Eure Feinde halten Euch für tot. Nicht der Moment, aufzuerstehen.
Hör endlich auf, dich zu ärgern! Versetz dich mal an ihre Stelle.
Es bricht alles auf einmal über sie herein!
Ich bitte um Verzeihung.
Von dem Gesagten, meinte ich nicht ein Wort ernst.
- Ich ebenso wenig. Aber du hast es gesagt! - Du auch!
Was ist im Palast des Prince de Gonzgue passiert?
Du hast hoffentlich nicht gesagt, wer du bist? - Nein.
Aber ich hab' meine Mutter gesehen. Ich habe mich ihr sogar genähert.
So hübsch ist sie! Aber vor allem war ich Zeugin einer unglaublichen Sache!
Der Prince hat dem Regenten ein Mädchen vorgestellt,
das sich für mich ausgegeben hat.
Sie behauptete, Aurore de Nevers zu heißen und trug mein Medaillon!
Wer glaubt schon, dass sie eine Usurpatorin ist,
und dass ich Aurore de Nevers bin, wo ich keinen Beweis mehr dafür habe?
Wie konnte dein Medaillon in die Hände des Prince de Gonzague gelangen?
Kennst du ihn? - Ich bin ihm vor langer Zeit einmal begegnet.
Könnte es sein, dass er die Männer schickte, die mich töten sollten?
Dein Vater und Gonzague waren wie Brüder.
Die Dame hat ihn vielleicht getäuscht.
Vielleicht hat er nichts mit all dem zu tun.
Was sollen wir tun? - Komm' mit mir, du musst es jetzt erfahren. Komm!
Sieh doch diese Rosen! - Gewiss deine Mutter. Sie konnte ihn nicht vergessen.
Sie liebten sich?
Ich bin deiner Mutter nie begegnet. Aber ich weiß,
wie sehr dein Vater sie liebte.
Sie haben heimlich geheiratet. Und du wurdest in Heimlichkeit geboren.
Warum?
Dein Großvater, der Comte de Caylus, war unerbittlich gegen ihre Verbindung.
Als dein Vater ermordet wurde, glaubte alle Welt, und ich als Erster,
dass er der Auftraggeber dieses Mordes war.
Aber was ist damals in Caylus genau geschehen?
Bewaffnete Männer warteten auf deinen Vater.
Er war gekommen, um dich zu holen und in Sicherheit zu bringen.
Unter ihnen waren Cocardasse und Passepoil. Von ihren Schulden erdrückt,
hatten sie diesen wenig rühmlichen, aber gut bezahlten Handel angenommen.
Durch sie habe ich Wind davon bekommen.
Als sie mich sahen und merkten, dass sie den Duc de Nevers ermorden sollten,
zogen sie sich zurück und entfernten sich mit dir vom Kampfplatz.
Dein Vater und ich waren unseren Angreifern überlegen,
nicht zuletzt wegen eines Manövers mit dem Degen,
eines Stoßes, der deinen Vater unbesiegbar machte!
Bis ein Mann, der sich im Dunklen verborgen hatte,
ihm feige einen Dolch in den Rücken stieß.
Ich habe sein Gesicht nicht gesehen, aber bevor er floh,
habe ich ihn mit meinem Dolch an der Hand gezeichnet.
Ich hab deinem Vater versprochen, dich zu schützen
und bevor er starb, verriet er mir das Geheimnis seines Stoßes.
Den Rest der Geschichte kennst du.
Noch eine Sache, die du nicht weißt.
Außer deinem Medaillon, hat deine Mutter vorsorglich einen zweiten
Beweis für deine Identität in deine Wickeltücher gesteckt.
Es ist deine Taufurkunde.
Herausgerissen aus dem Register der Gemeinde von Caylus.
Damit wäre es leicht, die falsche Aurore zu entlarven
und meine Mutter zu überzeugen! - Aber das genügt wohl nicht.
Ich muss auch den wahren Mörder deines Vaters enttarnen.
Nur so wärst du vollkommen außer Gefahr.
Und ich würde meine Unschuld beweisen.
Was machst du?
Niemand wird daraufkommen, sie hier zu suchen!
Es ist kalt. Komm, lass uns gehen!
Gute Nacht, Monseigneur. - Gute Nacht, Hauptmann.
Und bleibe wachsam. - Eure Interessen sind die meinen, Monseigneur.
Ein Almosen, Monseigneur, für einen armen Buckligen.
Das bringt Euch Glück.
Heh! Ich erkenne Euch wieder! Ihr seid Lagardère!
Sei still oder du stirbst! Wer bist du? Woher kennst du mich?
Ihr erkennt mich nicht. Ich bin jener Bauer,
der den Duc de Nevers vor langer Zeit um Erlass der Abgaben gebeten hatte.
Dank Eurer Fürsprache gab er mir meine Tiere wieder.
Das bist du! Was geschah dann mit dir?
Ein schweres Unglück! In einem Jahr hat der Hagel mir meine Ernte vernichtet.
Ich konnte die Abgaben nicht bezahlen.
Der Prince de Gonzague, der die Ländereien und Pachthöfe
des Duc de Nevers übernommen hatte, hat meinen Hof eingezogen.
Er warf meine Frau und Kinder hinaus und ließ mich fast totprügeln.
Seine Männer ließen mich für tot liegen, den Rücken gebrochen.
Als er bemerkt hat, welchen Krüppel seine Männer aus mir gemacht hatten,
hat er gelacht und ins Gesicht gesagt, ich hätte Glück in meinem Unglück,
weil der Buckel eines Buckligen Glück bringt! - Das hat er gesagt?
Das hat er gesagt. Dieser Mann ist der Teufel!
Nimm, mein Freund. Und schwöre meinen Namen zu vergessen.
Vergessen könnt ich ihn wohl nicht, Monseigneur,
aber ich werde ihn im Herzen geheim halten. Verlasst Euch auf mich!
Gott möge dich schützen!
Wer ist das? Kennt Ihr ihn?
Karte.
Monseigneur, ein Fremder spielt dort Karten.
Vielleicht werft Ihr mal ein Auge darauf.
Acht!
Neun.
Ihr spielt falsch.
Da gibt es keinen Zweifel!
Ihr beschuldigt mich, des Falschspiels?
Ihr müsst es beweisen!
So nehmt Platz und spielt gegen mich. - Gut.
Unter der Bedingung, dass Ihr Eure Ärmel hochzieht.
Nur zur Gewissheit, dass Ihr keine Karten versteckt!
Akzeptiert. Unter der Bedingung, dass Ihr Eure auch hochzieht.
Karte.
Sechs.
Sieben.
Er hat unglaubliches Glück! - Oh, ja!
Sieben.
Acht.
Er hat schon wieder gewonnen. Es ist nicht zu fassen.
Acht.
Neun.
Bankhalter!
Ihr ruiniert mich bei dem Tempo!
Wenn ich nicht gegen Euch spiele, Monseigneur, dann spiele ich für Euch.
Das heißt?
Nehmt mich in Euren Dienst.
Für zehn Prozent von dem, was Ihr durch mich gewinnt.
Nur zu, das Geschäft ist nicht schlecht für Euch!
Warum nicht?
Nimm meinen Platz ein.
Nur zu, macht ihm keine Geschenke!
Karte.
Sieben
Acht.
Neun.
Du bist wirklich sehr gut.
Ich stelle dich ein, Buckliger!
Ihr werdet es nicht bereuen.
Wie ist dein Name?
Man nennt mich schon lange den Buckligen, ich habe ihn vergessen.
Hör weiter auf den Namen! Und für die Mühe lass mich deinen Buckel anfassen!
Fasst ihn an, wenn Ihr meint, dass er Euch Glück bringen wird.
Begleite mich zum Palast, dann kannst du mir deine Tricks anvertrauen.
Erzähle mir von dir. Vor allem, woher du kommst.
Von nirgendwo her. Ich komme, ich gehe. Ich liebe das Reisen.
Dann hast du also keinen Anhang? Frau, Kinder?
Die Frauen, die etwas von mir wollen, sind die, die ich dafür bezahle.
Bei den anderen begnüge ich mich mit ihrem Mitleid!
Wirklich?
Ich hinke, hast du das bemerkt?
Nein.
Ich hinke. Ganz leicht, gewiss, aber ich hinke
Und dennoch vermähle ich mich morgen!
Mit der wunderschönen Inès de Caylus, der Witwe von Nevers.
Das weißt du also!
Ich habe nicht nur einen Buckel, nein, ich habe auch Ohren.
Es ist das, wovon man rund um die Tische spricht.
Von was spricht man noch?
Dass es besser ist, zu Euren Freunden zu zählen als zu Euren Feinden.
Und deswegen bemühe ich mich, Euch zu gefallen.
Soll mein Kutscher dich nach Hause bringen?
Vielen Dank.
Ich geh' lieber zu Fuß durch die Nacht. Die Nacht ist mein Reich.
Na gut, auf eigene Gefahr!
Buckliger!
Komme morgen zu meiner Hochzeit. Du sollst dabei sein.
Halt deine Ohren offen und berichte mir, was man spricht
und was mich interessieren könnte.
Das ist zuviel der Ehre.
Wo bist du gewesen, Sohn?
Aurore hatte die ganze Nacht Fieber und immer nach dir gerufen.
Wo warst du?
Ich habe mich um die Sache gekümmert.
Sag mir, wie sie heißt. Wer?
Die Frau, zu der du gegangen bist! - Welche Frau?
Du lügst mich weiter an. Du wirst mich ewig anlügen.
Bring' mich zurück nach Spanien, ich flehe dich an!
Wir waren dort so glücklich, wir beide. Nur du und ich!
Weißt du nicht mehr? Nur du und ich!
Warum bist du weggegangen?
Du darfst mich nicht verlassen!
Ich verlasse dich nicht. Ich werde dich nie verlassen.
Ich werde bei dir bleiben. Du musst dich ausruhen, Prinzessin.
Versuch zu schlafen.
Wo bleibt denn der Trauzeuge? - Ich begreife es nicht.
Hauptmann Lorrain müsste hier sein.
Madame, es ist immer noch Zeit, nein zu sagen.
Er wird Euch nicht glücklich machen.
Ich bin unendlich dankbar, dass er meine Tochter gefunden hat.
Ich flehe Euch an, bindet Euer Schicksal nicht an diesen Mann!
Lass mich.
Wer kommt an so einem Tag zu spät? Suche mir diesen Dummkopf.
Was würde ich nicht geben,
um bei der Hochzeitsnacht der Witwe und des Lahmen dabei zu sein!
Das wird komisch sein!
Sie hat sich lange nicht mehr hingegeben.
Weiß sie noch, wie man sich dabei anstellt?
Wie schade, dass sie sie nicht nutzen kann
Eure Erleuchtung in diesen Belangen.
Meine Erleuchtung in diesen Belangen, leuchtet bestimmt heller als Eure!
Ihr wagt Euch weit vor. Und ich würde mich gern auf die Probe stellen lassen.
Ihr müsst Eure Worte beweisen.
Ich bin darin Euer ergebener Diener.
Monseigneur! Der Hauptmann Lorrain!
Ja, bitte, was? Sprich!
Er ist tot! Er liegt unten auf der Treppe!
Peyrolles! Es gibt nur einen Mann, der dazu fähig ist!
Er ist bei lebendigem Leib verbrannt! Wer war es sonst?
Das Gespenst von Nevers? Dummkopf!
Der Stoß von Nevers!
Hoheit! Ein weiterer Mord von Lagardère.
Lagardère? Aber er ist seit langem verschwunden!
Warum sollte er Lorrain töten?
Weil er der Chef der Polizei ist, und mit ihm verfolgen wir ihn seit Jahren.
Verdoppelt Eure Wachen! Ich fürchte um Euer Leben.
Du hast Recht, Buckliger. Danke.
Zu was bist du mir nütze? Warum hast du nicht daran gedacht?
Ich kümmere mich umgehend darum.
Fürchtet Euch nicht. Ich bin da, ich beschütze Euch.
Vor wem? Vor diesem Lagardère, von dem Ihr mir berichtet habt, er sei tot?
Er muss überlebt haben. Und er ist zurückgekommen.
Diese Inszenierung verfolgt nur einen Zweck: Die Hochzeit zu verhindern!
Aber warum verfolgt er mich so hartnäckig?
Er verfolgt nicht Euch, sondern mich!
Einmal, weil ich Eure Tochter gefunden hab, und weil ich Euch heirate.
Und weil ich ab dem Tag, eine Belohnung auf seinen Kopf ausgesetzt
und geschworen habe, Philippe zu rächen, sein Todfeind geworden bin.
Was kann er an unserem Hochzeitstag Besseres tun,
um Euch von mir zu entfernen,
als das Gespenst von Nevers wieder auferstehen zu lassen?
Aber wir geben ihm nicht nach, nicht wahr?
Wir werden ihm widerstehen, indem wir unsere Hochzeit feiern.
Was sagt Ihr dazu?
Ich weiß nicht.
Ich brauche Zeit.
Und ich muss allein sein.
Verzeiht.
Lass mich! Ich will allein sein.
Ich weiß, was Ihr empfindet.
Du weißt gar nichts.
Das alles ist zu hoch für dich.
Ich weiß doch, was ich sehe, und ich sehe Euch nicht gerne leiden.
Ihr wollt sie?
Nun denn, ich werde Euch helfen, sie zu bekommen.
Ich bin immerhin ihre Tochter.
Und hat eine geliebte Tochter nicht Einfluss auf ihre Mutter?
Sie wird auf meinen Rat hören.
Wenn dir das gelingt, werde ich mich noch großzügiger erweisen.
Ihr liebt sie so sehr?
Sie ist die einzige Frau, die mich je verwirrt hat.
Weil Ihr sie, sie bisher noch nicht besessen habt.
Solange Ihr darauf wartet, sie zu besitzen, habt Ihr ja mich.
Zahlt an Mademoiselle Flore Pougeot die Summe von 10.000 Écus.
Geht's voran mit deinen Plänen?
Du bist zurück! Ich war so unruhig!
Voilà. Gerade noch Fieber, noch nicht gesund und mitten im Durchzug.
Wenn sie wieder krank wird, rechnet nicht damit, dass ich sie pflege
und ihr kleine Gerichte bereite. Weil das ja hier sowieso jedem egal ist.
Lagardère macht seine Pläne, Cocardasse spricht mit seinen Degen,
und mir steht es jetzt bis hier! Ha, sehr gut! Lacht nur! Amüsiert Euch.
Na los! Ins Bett! Anweisung von Passepoil!
Hey, hör auf, Passepoil!
Du hast mir nicht geantwortet. Wo warst du die ganze Zeit?
Du hast versprochen, mir alles zu erzählen!
Ich habe dir nichts versprochen! Diese Angelegenheit ist nichts für dein Alter!
Nichts für kleine Mädchen.
Ich bin nicht mehr ein Mädchen! Ich bin eine Frau!
Aber für mich bleibst du immer ein kleines Mädchen.
Und das? Ist das der Körper eines kleinen Mädchens?
Mach das nicht.
Immer schon gehöre ich nur dir. - Ja, wie eine Tochter ihrem Vater.
Aber du bist nicht mein Vater.
Ich habe dich großgezogen, das ist dasselbe für mich.
Hör zu,
eines Tages wirst du dich verlieben, auf andere Art.
In einen Mann, von dem du nichts weißt, von dem du aber alles errätst.
Er wird dein Alter haben, deine Jugend.
Aber dieser Mann bist du! Ich weiß, du liebst mich!
Ja, ich liebe dich. Wie meine Tochter, und nur wie meine Tochter.
Und ich verabscheue dich!
Deck dich zu. Auch Frauen erkälten sich noch.
Keine Angst, ich kann ja schweigen.
Ich habe es schon vergessen.
Ein Buckliger ist an die Hässlichkeit der Welt gewöhnt.
Welch hübsches Medaillon an Euerm Hals!
Woher habt Ihr das?
Ich habe es von meiner Mutter. Wieso?
Reine Neugier.
Ich bin es.
Ah, Buckliger!
Zu Euren Diensten.
Hier sind die Gewinne dieser Nacht.
Du hast gut gearbeitet, wie ich sehe!
Erst der Anfang.
Ich werd es mir zur Aufgabe machen,
Euch noch weit mehr zu überraschen.
Ja, du besitzt Ehrgeiz, und du bist gerissen.
Verbinde dein Schicksal mit meinem, und du wirst reich, sehr reich.
Ach, ich bin an Geld nicht so interessiert.
Aber ich werde Euch folgen,
wenn es sein muss, bis in die Hölle.
Ah! Fast hätte ich es vergessen.
Ein Mann hat mich vor dem Tor angehalten,
und er hat mich beauftragt, Euch diesen Brief zu übergeben,
und zwar zu getreuen Händen.
Erinnere dich an den Duc de Nevers. Dann beschreibe ihn mir!
Wie sah der Mann aus?
Wenn ich mir das nur besser gemerkt hätte. Ah, jetzt fällt es mir ein!
Auf, auf dem Kopf trug er einen schwarzen Filzhut mit zwei Federn,
die eine schwarz, die andere weiß.
Der Mantel grau, im Grunde sah er von Kopf bis Fuß genauso aus wie der,
wie der Duc de Nevers!
Aber er kann es nicht gewesen sein! - Natürlich nicht.
Aber wer dann?
Lagardère.
Der, der ihn ermordet hat.
Dieser Mann, den die ganze Polizei von Europa seit so vielen Jahren sucht?
Ja! Diesen Mann will ich haben. Er soll für seine Verbrechen endlich bezahlen.
Das ist alles ganz einfach.
Wenn ich einem Herrn dienen möchte, ist mir nichts unmöglich.
Es gibt nichts, was ich nicht für ihn bekommen könnte. - Brüste dich nicht.
Das ärgert mich. Ich will diesen Mann! Tot oder lebendig!
Ihr kriegt ihn.
Ich bitte Euch um Verzeihung, ich wollte Euch wirklich keine Angst machen.
Aber ich weiß, dass meine Hässlichkeit jeden erschreckt, was ich auch tue.
Was kümmert mich Euer Äußeres, wenn's nicht das Spiegelbild Eurer Seele ist.
Es ist wahr, Madame, dass unser Äußeres manchmal trügt.
Deswegen ist es besser, seinem Herzen zu vertrauen als seinen Augen.
Diese Rosen sind wunderschön.
Darf man fragen, wem Ihr sie zudenkt?
Einige sind für meine Tochter, andere zum Schmücken eines Grabes.
Ich bewundere, Eure, Eure Treue zum Andenken an einen geliebten Menschen.
Wenn Ihr gestattet?
Ihr Duft erinnert mich an den Duft einer seltenen Rose,
die man nur auf der Insel Capri findet, dieser Insel vor Neapel.
Capri! Ein schöner Name für eine Insel! Aber setzt Euch.
Ihr seid viel gereist?
Ein wenig Deutschland, Spanien, Schottland und Holland, Italien.
Was gefiel Euch am besten?
Venedig.
Wenn dort Karneval ist, verkleidet sich jeder und trägt eine Maske.
Niemand weiß mehr, wer wer ist, und alle Extravaganzen werden möglich.
Ein recht gefährliches Vergnügen. - Ja, das macht seinen Charme aus.
Und die, die wie ich, von der Natur benachteiligt wurden,
dürfen sich geliebt fühlen, na ja, jedenfalls für eine Nacht.
Ihr verkleidet Euch demnach oft? - Ach was!
Nein, niemand achtet auf mich, das hab ich ja gar nicht nötig.
Ich komme und gehe genau wie ein Schatten.
Ich hatte nicht wie Ihr, Monsieur, das Glück, viel zu reisen.
Alles, was ich von der Welt weiß, weiß ich aus Büchern, die ich lese.
Und die mich aufwühlen.
Ich bin, wie La Bruyère, "recht betrübt über dieses Jahrhundert".
Aber was werft Ihr ihm vor?
Seine Eitelkeit und die Selbstgefälligkeit seiner Fürsten.
Mama! Ich warte auf Euch!
Ich hoffe, Madame, dass Eure Tochter Euch gleichkommt.
Denn Eure Seele ist die schönste, der zu begegnen mir seit langer Zeit
gegeben war.
Danke, für diese Unterhaltung.
Es war schön, von Reisen zu hören, wo ich so selten unterwegs war.
Welch ein Jammer, dass Monsieur de Gonzague uns nicht begleiten konnte.
Er behandelt mich bereits wie seine Tochter.
Dabei bin ich nichts für ihn.
Ist das nicht der Beweis für einen großen Herzensadel? - Ja, gewiss.
Da, schau! Diese Seide ist erlesen!
Er liebt Euch so sehr.
Ich hoffe, Ihr verschiebt das Datum für Eure Hochzeit nicht allzu lange.
Ich versuche, mich darauf einzustellen, Aurore,
aber die Erinnerung an deinen Vater sind wieder aufgetaucht.
Da mir das Schicksal meinen Vater vorenthalten hat, wäre ich glücklich,
einen Stiefvater zu haben, der die Vorzüge von Monsieur Gonzague hat.
Wie sehr ich von einer Familie geträumt habe.
Ich weiß, Aurore. Ich werde alles tun, um dich glücklich zu wissen.
Ich spreche heute mit Monsieur de Gonzague.
Ihr erfreut mein Herz. - Madame, heute ist Freitag.
Ihr habt eine Verabredung mit Eurem Beichtvater.
Ach, ja, ich vergaß! Wir müssen los.
Was kosten diese Bänder? - Zwei Écus, meine Hübsche!
Oh, pardon. - Es tut mir Leid.
Nein, das war meine Schuld, ich bin so ungeschickt.
Ich hoffe, die Bänder haben nicht zu sehr gelitten. - Überhaupt nicht.
Flore! Hey, meine Schöne, warte!
Flore! Wohin gehst du? Erkennst du Spitzbübin mich nicht?
Ihr verwechselt mich. Und Ihr seid betrunken!
Nein, das bin ich doch wohl immer und es hat dich nie gestört!
Jetzt lässt du diese Damen in Ruhe!
Schon gut! Das ist doch die Aufregung nicht wert!
Es ist nichts. Der Mann ist nur vollkommen betrunken.
Soll er sich eine Braut suchen!
Ich muss noch ein paar Bordüre aussuchen. Ich komme später nach Haus.
Du wolltest mich sprechen?
Ja.
Und?
Ich habe den Mann gefunden.
Lagardère? - Ja.
Er wird heute Abend im Gasthaus "Auberge du Cheval Blanc" sein.
Und zwar allein.
Es wird also ein Leichtes für Euch sein, ihm eine Falle zu stellen.
Woher weißt du das?
Ihr hütet Eure Geheimnisse.
Erlaubt mir auch, die meinen zu bewahren.
Wenn du Recht hast, werde ich dich reich belohnen!
Eure ehrliche Anerkennung zählt für mich weit mehr als Euer Geld.
Du bist tatsächlich ein seltsamer Vogel.
Du fängst an, mir zu gefallen.
Wenn ich recht verstanden habe, ist Flore eine Kurtisane
Und ob sie eine Hure ist! Die gerissenste von allen!
In dem Bordell, seid Ihr da je dem Prince de Gonzague begegnet?
Es heißt, dass ein Fürst zuweilen dort aufkreuzt,
aber ich selbst habe ihn nie gesehen.
Er wird also durch eine Geheimtür eingelassen, nehme ich an!
Warum gehst du gleich wieder?
Und du, meine Schöne, wie ist dein Name?
Mein Name?
Na, so was!
Aber, aber wo ist die andere hin?
Die andere? Welche andere?
Bitte, Mademoiselle! - Bitte, Monsieur!
Madame!
Madame!
Sie ist noch bei ihrem Beichtvater. Sie kommt später zurück.
Aber was habt Ihr? Ihr scheint mir völlig in Aufruhr.
Allerdings, und ich habe die allerbesten Gründe.
Noch nie habe ich Euren Herrn gemocht, und jetzt weiß ich, warum.
Lasst mich vorbei, Monsieur! Lasst mich vorbei, oder ich schreie!
Leider, muss ich Euch aufhalten!
Was hast du gemacht? Dummkopf!
Ich hatte keine Wahl. Sie hat alles rausbekommen und wollte reden!
Du warst ja schon dumm, aber jetzt wirst du verrückt!
Ich diene Euch, so gut ich vermag!
Aber du dienst mir schlecht!
Aber, Monseigneur. - Du bringst mich in Gefahr!
Der Bucklige hätte so was nie getan! Der Bucklige dient mir gut!
Er hat in wenigen Wochen Erfolg gehabt, wo du seit 17 Jahren scheiterst!
Wie das? - Lagardère wird heute Abend in der "Auberge du Cheval Blanc" sein,
und allein.
Ich rate dir, ihn diesmal nicht entkommen zu lassen.
Jetzt geh! Los!
Was macht Ihr in meinem Zimmer?
Ich hab auf Euch gewartet. - Ich nicht auf Euch.
Geht!
Erst, wenn ich ein wenig mit Euch geplaudert habe.
Stellt Euch vor, dass ich weiß, wer Ihr seid und wer eben nicht.
Ich verstehe Euer Rätselspiel nicht und bitte Euch erneut, zu gehen!
Euer wahrer Taufname ist Flore, Flore Pougeot.
Muss ich noch weiter gehen?
Ich muss Euch, doch wohl nicht an Euren früheren Stand erinnern?
Was beabsichtigt Ihr?
Mich zu denunzieren?
Euren Vorteil aus Eurem Schweigen zu ziehen? - Weder noch!
Was ich will, ist Euch in Sicherheit zu wissen.
Ich hab nicht verstanden. - Dabei ist es ganz einfach.
Wenn Lagardère zurückgekommt, um seinen Rachedurst zu stillen,
seid Ihr unweigerlich eines seiner nächsten Opfer.
Immerhin sollte ihm ja wohl bekannt sein, wer die wahre
Aurore de Nevers ist.
Was soll ich Eurer Meinung nach tun? Euch in Sicherheit bringen.
Und mir erlauben, Euch dabei zu helfen.
Und welchen Interessen dient Ihr?
In Wahrheit diene ich nur meinen eigenen Interessen.
Und dem Interesse, Euch am Leben zu wissen
und Euch vielleicht ein bisschen zu gefallen.
Ihr wollt mir doch nicht etwa sagen, dass Ihr. - Doch, Mademoiselle.
Sollte Euch ein Unglück widerfahren, trieben mich die Gefühle,
die ich für Euch hege, in Verzweiflung.
Wenn Ihr hier bleibt,
findet man Euch eines Tages mit dem berüchtigten blutenden Mal
des Stoßes von Nevers, da, genau zwischen den Augen!
Anne! Anne!
Mein Gott, was ist passiert?
Ein neues Verbrechen von Lagardère!
Kommt, Madame, kommt!
Wollt Ihr ein Glas Wasser, Madame?
Ein wenig frische Luft wird Euch gut tun.
Eure Trauer erschüttert mich, Madame.
Verlangt von mir, was Ihr wollt, Ihr bekommt es sofort.
Allein sein.
Mich zurückziehen von der Welt.
Nur noch meine Tochter sehen.
Seit ganzen 17 Jahren tragt Ihr Trauer für Philippe.
Ich erlaube Euch nicht, weitere 17 Jahre Trauer
für Eure Gesellschaftsdame zu tragen!
Ihr kümmert Euch zu sehr um die Toten, nicht genug um die Lebenden!
Und ich lebe! Ich habe mein Leben Eurer Sache geweiht.
Ich habe Himmel und Erde in Bewegung gesetzt, um Eure Tochter wiederzufinden
und sie Euch zurückgegeben!
Ich brauche Euch, Madame.
Ihr seid mir Euch schuldig! Und jetzt bitte ich nicht mehr, ich verlange!
Was ist in Euch gefahren, Ihr seid verrückt!
Ihr verliert ja den Verstand! Nein! Nein! Lasst mich!
Lasst mich! Lasst mich!
Nein!!!
Zu Hilfe! Nein!!! Lasst mich!
Nein!!!! - Monseigneur! - Verschwinde hier! Raus!
Es geht um eine wirklich ernste, dringende Angelegenheit.
Ich hoffe für dich, dass sie so ernst ist.
Madame, bedeckt Euch!
Ich weiß nicht, was Ihr ihm gesagt habt, damit er sich entfernt,
aber ich weiß, dass Ihr es für mich tatet. Danke, Monsieur.
Hör sofort damit auf! - Lasst mich!
Ich geh fort, ich will nicht sein nächstes Opfer sein!
Was, soll das heißen? - Ich will hier weg!
Du bleibst hier! Ich brauche dich hier noch!
Er wird mich töten, so wie er Anne getötet hat!
Und zuvor den Hauptmann Lorrain! Ich habe Angst! Furchtbare Angst!
Wenn du noch mal versuchst, zu fliehen,
dann werde ich dich töten!
Anne hatte mich gewarnt.
Ich hielt ihn für edelmütig, aber er ist ein Ungeheuer!
Wieso konnte ich das nicht früher bemerken?
Ihr habt es mir selbst gesagt.
Zuweilen kann man durchs Äußere getäuscht werden.
Man darf ihm nicht trauen.
Ich weiß nichts über Euch, außer dass Ihr für ihn arbeitet.
Ich müsste misstrauisch sein,
doch mein Herz sagt mir, dass ich Grund habe, Euch zu vertrauen.
Das ist meine Hässlichkeit.
Es gibt Frauen, die sie beruhigt, und andere wieder beunruhigt sie.
Ich bin so hässlich, dass ich nicht wirklich gefährlich sein könnte.
Das finde ich überhaupt nicht.
Ich bin ein Krüppel,
missgestaltet, und Ihr findet mich nicht hässlich?
Diese Hässlichkeit ist mir gleichgültig.
Es ist das, was ich dahinter sehe, Eure Seele, und die ist wunderschön.
Ich muss gehen. Eine dringende Angelegenheit.
Bleibt noch etwas. Eure Gegenwart beruhigt mich,
da mich Annes Tod noch einsamer macht.
Ich verspreche Euch, zurückzukommen, so schnell, wie möglich.
Haltet Euer Versprechen.
Ihr seid mein einziger Freund.
Seit 17 Jahren der erste.
Das ist er! Das ist Lagardère!
Hierhin, meine Hübschen!
Nun fangt ihn, ihr unfähige Bande!
Eine Bande, die sich in Schwierigkeiten verwickeln wird!
Verteilt euch!
Hey! Beeilt euch, er entkommt!
Na los!
Du bist vollkommen unfähig!
Tötet mich! Ich habe keine Angst davor, von Eurer Hand zu sterben.
Deine großen Phrasen öden mich an!
Deine Dummheit ödet mich an!
Du ödest mich an!
Ich möchte dich niemals wiedersehen! Du bist entlassen!
Verschwinde!
Verschwinde!
Habt keine Angst, ich komme als Freund. Kleidet Euch an! Schnell!
Ich, aber, ich kann nicht.
Hier ist Euer Billett für die Passage.
In zwei Tagen läuft in Le Havre ein Schiff aus.
In drei Monaten seid Ihr in Louisiana. - Louisiana?
Aber das ist das Ende der Welt!
Niemand wird darauf kommen, dort zu suchen!
Hier habt Ihr genug, um Euch dort einzurichten.
Ist das Gold? - Ja.
Davon ist viel im Umlauf in den Spielhäusern von Gonzague.
Nutzt es gut für Euch, Flore.
Seid diejenige, die kauft und niemals wieder die, die sich verkauft.
Ich schulde Euch so viel.
Wie soll ich Euch für alles danken? Lasst mir ein Andenken von Euch hier.
Dieses Medaillon, das Euren reizenden Busen ziert, zum Beispiel.
Danke. Und wenn Ihr mir das hier, bitte noch unterschreiben würdet.
Es ist Euer Geständnis. - Mein Geständnis?
Es hat den Zweck, mich vor Gonzague zu schützen,
wenn er entdecken sollte, dass ich Euch zur Flucht verholfen habe.
Also habt Vertrauen!
Biest!
Peyrolles!
Peyrolles!
Peyrolles!
Peyrolles! Steh auf, Peyrolles!
Dummkopf.
Dummkopf.
Du hast sie nicht gesehen, es ist nicht deine Schuld.
Ich habe dich nur gefragt, weil ich wissen wollte, ob du sie...
Einen schönen guten Tag, Messeigneurs.
Monsieur? - Was können wir für Euch tun?
Ich bin hier, um Euch zu bitten, mir ein junges Mädchen zu übergeben,
Aurore de Nevers, die sich hier versteckt.
Nur über meine Leiche, Buckliger!
Und über meine auch, mein gütiger Gott! Wer, wer seid Ihr, Buckliger?
So bin ich zufrieden! So kenne ich meine Meister!
Aber diese Stimme? - Es ist die meine!
Henri.
Der Teufel soll mich an den Himmel nageln.
Du bist wirklich nicht zu erkennen!
Sie musste perfekt sein, um in Gonzagues Dienst einzutreten!
Ein Buckliger, wer hätte da einen Verdacht?
Gut gespielt, Sohn!
Und die falsche Aurore? Was hast du mit ihr gemacht?
Sie ist auf dem Weg nach Louisiana.
Das Medaillon habe ich.
Und hier, ihr Geständnis!
Ich vertraue es Euch bis morgen Abend an.
Der Regent gibt einen Ball,
in dessen Verlauf ich Gonzague in aller Öffentlichkeit entlarven werde
vor den Pairs von Frankreich.
Aurore wird auch dort erscheinen mit ihrer Taufurkunde.
Weißt du, Henri, wir müssen dir etwas sagen.
Aurore ist wieder verschwunden.
Sie war mit uns in der Stadt, wo sie ihrer Mutter begegnet ist.
Sie hat die wahre Identität von Flore entdeckt.
Danach war sie nicht mehr zu halten.
Sie hatte noch immer keine Nachricht von dir. Es war
einfach so, dass sie uns entwischt ist.
Ach, du wieder! - Was, ich wieder?
Wir mussten es ihm sagen! - Aber, nicht so!
Meine Tochter ist verschwunden! Sie ist nicht mehr in ihrem Zimmer.
Ein Koffer fehlt, einige Sachen, ihr Mantel, als wäre sie geflohen!
Eure Tochter ist wahrhaftig geflohen.
Aber wieso? - Weil ihr Leben in Gefahr war.
In Gefahr? In welcher Gefahr? Was wisst Ihr?
Ich bitte Euch, erklärt Euch!
Die Wahrheit, ist nicht das, was man Euch gesagt hat.
Ihr werdet ebenso viel Mut brauchen, sie zu hören,
wie ich brauche, um sie Euch zu sagen.
Die Wahrheit? Welche Wahrheit? Ihr macht mir Angst!
Dieses Mädchen, das Ihr Aurore nennt, ist einfach nicht Eure Tochter.
Sie ist es nie gewesen.
Sie ist eine Usurpatorin, gekauft von Gonzague.
Ihr wahrer Name ist Flore Pougeot.
Ihr macht Euch lustig! Sie ist meine Tochter! Sie hat dieses Medaillon,
das ich ihr am Tag ihrer Geburt um den Hals gehängt habe!
Dieses Medaillon wurde der wahren Aurore von Gonzagues Männern entwendet,
die vor kurzem versucht haben, sie zu töten!
Die wahre Aurore sollte getötet werden? Ich verstehe nicht was Ihr sagt.
Eure Tochter, Aurore, die wahre, sie lebt!
Sie ist irgendwo hier in Paris, in Sicherheit.
Seid morgen auf dem Ball des Regenten, ich bringe sie Euch dort hin.
Ihr werdet sie erkennen, das weiß ich. Ich verspreche es Euch.
Das darf nicht wahr sein. Aber es ist die Wahrheit.
Man hat nicht aufgehört, Euch zu belügen.
Alles, was man Euch über Lagardère erzählt hat, ist falsch.
Gonzague hat ihm Verbrechen untergeschoben,
die er nicht begangen hat.
Seit 17 Jahren beschützt er Eure Tochter, die der Duc de Nevers
ihm anvertraut hat, als er in den Gräben von Caylus starb.
Aber woher wisst Ihr das alles?
Und wie soll ich Euch glauben?
Ihr könnt es glauben, wenn Ihr Eurem Herzen glaubt.
Dem, das Euch zu mir hat sagen lassen, dass ich Euer Freund sei.
Morgen Abend beim Ball des Regenten
werde ich Lagardère reinwaschen von den ihm angehängten Verbrechen.
Solange schwört mir, dass Ihr alles, was ich Euch eben anvertraut habe,
für Euch behalten werdet.
Ihr habt mein Wort.
Pardon.
Pardon. Aber was ist in Euch gefahren? So lasst mich los! - Aurore!
Du bist es!? - Komm mit mir!
Was machst du in diesem schrecklichen Aufzug? Du siehst zum Fürchten aus!
Ich hab jetzt keine Zeit, dir das zu erklären. Komm! Schnell!
Ich habe dich entlarvt, Buckliger!
Ergreift ihn!
Na los! Umzingelt ihn!
Vorsicht! Hinter dir!
Lauf weg! Flieh!
Nein, ich lasse dich niemals allein!
Hör auf!
Du darfst dich nicht schlagen! Du bist unsere einzige Chance!
Lauf!
Hör auf!
Gehorche dieses eine Mal!
Verschwinde!
Verschwinde!
Verschwinde!
Jagt ihn!
Wer bist du, Buckliger?
Dein Gewissen, Gonzague!
Lagardère! - Zu Eurem Missfallen.
Peyrolles hat Recht gehabt!
Wie konnte ich nur so blind sein!?
Es beruhigt, jemanden zu finden, der hässlicher ist als man selbst?
Wenn ich bedenke, dass ich beinahe Freundschaft zu dir empfunden habe.
Wie du sie auch empfunden hast für Duc de Nevers?
Weißt du, was dich erwartet? Du wirst auf einem öffentlichen Platz geköpft!
Damit endlich Gerechtigkeit geschieht!
Ich ergötze mich schon an der Vorfreude.
Bringt ihn in die Bastille, ich werde den Regenten informieren!
Ich gratuliere Euch, Monsieur.
Ich bin verblüfft, dass sich hinter dieser Verkleidung eines Buckligen
in Wirklichkeit der Mörder meines Gemahls steckt.
Demnach schenkt Ihr dem, was er sagt keinen Glauben?
Ihr beliebt zu scherzen! So einem Betrüger?
Der sich geschworen hat, meine Familie zu vernichten
und meine Verbindung zu Euch zu zerstören!
Wann wird dieser Mörder hingerichtet? - Schon morgen.
Wenn der Regent sein Todesurteil unterschreibt.
Er wird es unterschreiben. Und Gerechtigkeit wird geschehen.
Wenn es sein muss, rede ich mit ihm. - Das wird nicht nötig sein.
Wunderbar.
Ich hab an Euch gezweifelt, und bitte Euch um Verzeihung.
So wie ich Euch bitte, meine gestrige Verirrung zu verzeihen.
Ich kann Euch verzeihen, an mir gezweifelt zu haben.
Das andere... - Ich verstehe, Madame.
Dann bleibt mir nur, auf Eure Vergebung zu hoffen.
Wüsstet Ihr nur, wie ich Euch liebe!
Wir sprechen noch einmal über das alles, ja?
Aber erst nach der Hinrichtung von Lagardère.
Ihr könnt seinen Kopf schon als gefallen betrachten.
Ihr habt 5 Minuten.
Seid Ihr der, der Philippe de Nevers ermordet hat?
Nein, Madame.
Ich bin der, der ihn verteidigt hat.
Als der Duc de Nevers zu Euch gekommen ist, um Aurore zu holen,
hat man ihm eine Falle gestellt.
Ich habe an seiner Seite gekämpft. Aber man hat ihn hinterrücks erstochen.
Ich habe leider das Gesicht seines Mörders nicht sehen können,
aber die Hand hab ich ihm durchbohren können.
Habt Ihr jemals eine Narbe auf der Hand von Gonzague bemerkt?
Und mein Kind?
Ich habe es mitgenommen, beschützt, aufgezogen,
wie ich's seinem Vater versprochen hatte.
Sie ist bei meinen Fechtmeistern sicher aufgehoben.
Ich habe die Taufurkunde aufbewahrt,
die Ihr in ihre Wickeltücher gesteckt hattet.
Bevor er ging,
hat Philippe mir das Geheimnis seines Stoßes anvertraut.
Und so vermochte ich ihn zu rächen.
Seit 17 Jahren
verfolge ich seine Mörder durch ganz Europa. Sie sind alle tot, alle!
Außer Gonzague.
Eure vielen Reisen, waren das diese?
Warum habt Ihr das getan, Monsieur, das alles?
Aus Ergebenheit zu dem tapfersten Mann, dem ich je begegnete.
Und dem ich, wie Ihr, treu blieb.
Lagardère, Ihr müsst gerettet werden.
Zu spät.
Durch meinen Wärter weiß ich,
dass Gonzague beim Regenten meine Hinrichtung erwirkt hat.
Morgen.
Nein. Ihr dürft nicht sterben, ohne das Unmögliche versucht zu haben!
Wie helfe ich Euch?
Mir helfen?
Vielleicht.
Aber falls mein Plan scheitert,
habt Ihr wenigstens Aurore wieder!
Ihr dürft stolz auf sie sein.
Sie ist rechtschaffen. Absolut.
Sie gleicht Euch, Madame.
Es ist Zeit, Madame.
Sagt es mir, schnell!
Aber das ist unmöglich! Wir können nicht so verharren.
Wir müssen etwas tun! Wir müssen handeln, verdammt!
Und wenn wir ihn befreien würden? - Aus der Bastille?
Die von einer ganzen Garnison bewacht wird? - Ja, was weiß ich!
Trommelt alle Freunde zusammen, wir versuchen einen Gewaltstreich
bei der Hinrichtung!
Unsere Freunde, die sind nicht mehr so jung, nicht, Passepoil?
Nein, nein, die werden das nicht wagen.
Es gibt also keine Hoffnung mehr?
Du bist doch die, die ich auf dem Markt angestoßen habe. - Das bin ich.
Du bist es.
Ich bin es.
Das hat mich so beunruhigt, als ich dich sah.
Du gleichst deinem Papa!
Euch würde ich viel lieber gleichen.
Oh, meine Tochter! Meine Tochter! Meine Tochter!
Mama!
Meine Tochter!
Aber wie? - Lagardère hat mir gesagt, dass ich dich hier finden würde.
Er ist kein Mörder! - Ich weiß.
Ich weiß.
Er braucht uns.
Ihr zittert, Madame.
Höret, höret!
In Anbetracht der Beweise und Verfahren
verurteilt die Kammer den Monsieur Henri Lagardère,
schuldig des Mordes an
dem hochgeborenen und mächtigen Fürsten
Philippe de Lorraine-Elboeuf, Duc de Nevers
zum Tod durch Abschlagen des Kopfes durch die Hand des Henkers
im Innenhof der Chartres-Basses in der Bastille.
Verurteilter, hast du uns etwas zu sagen?
Es werden deine letzten Worte sein!
Ich hatte auf Ehre geschworen, dass ich Inès de Nevers das Kind
zurückbringe, das ihr Gemahl Philippe mir vor seinem Tode anvertraut hatte.
Ich hatte geschworen, meine Unschuld zu beweisen,
indem ich den wahren Schuldigen entlarven würde.
Der Moment ist gekommen, meinen Schwur zu erfüllen. - Eure Hoheit!
Die Unverschämtheit des Verbrechers ist eine Beleidigung!
Aber der Verbrecher wird sterben. Die Worte der Sterbenden sind heilig.
Sprich! - Ich bin kein Verbrecher, Eure Hoheit! Ich habe Beweise.
Das ist lächerlich! Es kann keine Beweise geben!
Eure Hoheit, erlaubt mir, Euch meine Tochter vorzustellen.
Die, die Lagardère aus den mörderischen Klauen
des Prince de Gonzague errettet hat.
Madame, was hat das zu bedeuten?
Eure Hoheit, ich stelle Euch meine Tochter vor,
die wahre Aurore de Nevers.
Habt Ihr einen Beweis dafür, außer dem Medaillon, das ich schon am Hals
einer anderen Person gesehen habe?
Eure Hoheit, das hier ist die Taufurkunde,
die meine Mutter in jener Nacht, als mein Vater ermordet wurde,
in meinen Wickeltüchern versteckt hatte.
Mein Pate Henri Lagardère hat mich aufgezogen und für mich gesorgt.
Was habt Ihr, Gonzague, darauf zu erwidern?
Das muss eine grobe Fälschung sein.
Ihr habt mich missbraucht und mir eine falsche Tochter präsentiert.
Flore Pougeot ist der Name dieser Prostituierten, die Ihr gekauft habt,
um mich mit dieser finsteren Posse zu täuschen!
Hier ist das Geständnis des Mädchens.
Das ist absurd! Ich war damals nicht in Caylus!
Niemand kann beweisen, dass ich Nevers ermordet habe!
Du hast an der linken Hand die Narbe der Wunde,
die ich dir in jener Nacht zufügte!
Lass, Henker!
Lagardère!
Erinnere, was ich dir im Graben von Caylus gesagt habe,
kommst du nicht zu Lagardère, wird Lagardère zu dir kommen!
Henri Lagardère, du bist nicht nur ein freier Mann,
du verdienst auch hohe Worte unserer Anerkennung.
Da du Philippe de Nevers gerächt hast,
verleihen wir dir seinen Titel und ernennen dich zum Duc de Nevers.
Das kann ich nicht annehmen, Eure Hoheit.
Es wird immer nur einen Duc de Nevers geben.
Wir zwei haben ihn erzogen!
Dein Herz ist edel. Das gefällt uns.
Wie wäre es mit dem Titel eines Chevalier?
Henri Lagardère, wir ernennen dich zum Chevalier de Lagardère.
Und da die 40.000 Écus auf deinen Kopf ausgesetzt waren, schenken wir sie dir.
Sie stehen dir rechtmäßig zu.
Ihr seid gerächt, Monseigneur.
Ruhet in Frieden.
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