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Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
* Tatort-Titelmusik *
Peter Faber Martina Bönisch Nora Dalay Jan Pawlak
* Musik *
Faber?
Faber?
Er ist etwa 100 m weiter vorne am Kanal ins Wasser geworfen worden.
Wäre er nicht hängen geblieben, würde er in der Emscher treiben.
Portemonnaie? Handy? - Nichts.
Der Mann ist Anfang, Mitte 30.
Nora hat schon Fingerabdrücke genommen.
(stöhnt) Immer noch Rückenschmerzen?
Es geht schon.
Sieht man.
Wo ist Pawlak?
Der Kollege wird sicher noch auftauchen.
Da, wo er reingeworfen wurde, sind auch Reifenspuren.
Todesursache war ein Schuss in den Rücken.
Die Kugel ist aus dem Brustkorb ausgetreten.
Anzeichen für nen Kampf? - Sieht nicht danach aus.
Aber die Leiche lag im Wasser.
Müssen wir sehen, ob wir Täter-DNA finden.
Ich hab doch gesagt, ich kümmere mich darum.
Ja, ich weiß.
Ich weiß es.
Ja, ciao.
Ich bräuchte mal ne Halterfeststellung für RE KH 155.
Die Fingerabdrücke des Opfers sind nicht im System.
Die Leiche kann weg. - Wir bekommen Besuch.
Morgen. - Ich kümmere mich um die Vermisstenmeldung.
Sie können ja dann alles nachlesen.
Ich vermute, das Opfer heißt Andreas Sobitsch. - Aha.
Auf dem Parkplatz steht ein Wagen, unter dem die Erde trocken ist.
Er ist zugelassen auf einen Herrn Andreas Sobitsch.
Er wohnt in der alten Zechensiedlung Sophie-Charlotte in Marl.
Hat einen Verein: Ewigkeit e.V. Kümmert sich um Bergschäden.
Und? - Das ist er.
Sieht aus, als hätten wir den Tatort gefunden.
Auf der Abraumhalde. - Nora, das machen wir.
Ihr fahrt nach Marl und guckt euch die Wohnung von Herrn Sobitsch an.
Danke.
Waren Sie denn beim Arzt? - Ja.
Nach 2 h im Wartezimmer bin ich wieder gegangen.
Suchen Sie sich nen anderen Arzt. - Hab ich. 6 Wochen Wartezeit.
Mal mit Reiki versucht?
Sehr witzig, Faber.
Meine Frau hat sich damit beschäftigt.
Hab ich auch so reagiert, aber ist besser, als Pillen zu fressen.
Morgen. - Morgen. - Guten Morgen.
Warum in den Rücken?
Ich lass dich vor mir auf dem Boden knien.
Ich lass mir Zeit.
Ich genieße die Angst, die du hast. - Lassen Sie den Mann in Ruhe.
Sie können ja nicht.
Ich guck dich dabei nicht an, schieß dir in den Rücken.
Nicht in den Kopf, obwohl es sicherer wär.
Stehen wir uns zu nah? - Ganz bestimmt, Faber.
(Mann) Guten Morgen Frau Bönisch. Wir haben das Projektil gefunden.
Sehr gut. Können Sie über die Reifenspuren was sagen?
Es waren 2 Fahrzeuge hier oben. Wir gehen von 4 Personen aus.
Danke.
Hinrichtung. - Tja.
Wie heißt der Verein von unserem Opfer? - Ewigkeit e.V.
* Bohrmaschinen-Geräusch *
So, haben wirs doch.
Ne Unterschrift bitte. - Macht der Hauptkommissar.
Kriminalpolizei, wir kommen rein.
Ich fang oben an.
Unten ist sicher.
* Musik *
"Schicht im Schacht".
Die Kumpel in der Siedlung haben auf Sophie-Charlotte malocht.
Ist noch nicht lange her, da hat die Zeche dichtgemacht.
Mahlzeit. - Glück auf.
"Wir kämpfen für Gerechtigkeit".
Sehr gut, bin ich dabei.
Tachchen.
Unters Volk mischen? - Holen wir uns mal nen Kaffee.
(Mann) Es war ein blöder Monat. Du hast doch das Schloss ausgetauscht.
Du kannst mich doch nicht einfach so...
(Frau) Das wirst du sehen, ob ich das kann.
Wir können wegziehen, dann lass uns wegziehen. - Geht es noch?
(Mann) Lass uns wegziehen, wenn du gerne wegziehen willst.
(Frau) Ich hab dich zigmal drum gebeten,
du hast jedes Mal Nein gesagt. - Jetzt sag ich Ja.
Es war auch ne Scheißzeit.
"Wir" ist nicht mehr, Stefan.
Kannst doch jetzt nicht alles wegwerfen?
Was soll das jetzt? Du siehst doch, wat hier los ist.
Ralle, Würstchen.
Lass et dir schmecken.
Stefan.
Ich muss mal raus.
Kropp, wat ist denn jetzt mitm Sobitsch?
Wo bleibt der denn?
Mann. Komm, wir fangen jetzt an.
Hinsetzen. - Jaja.
So... * Pfeifen * Ah!
* Lachen * Ja, sehr lustig.
Ich weiß, dat ist nicht dat,
wat ihr euch von der Zechengesellschaft erhofft habt.
Aber ihr müsst auch realistisch sein. - Halts Maul, Radowski.
Wir warten auf Andreas.
(Radowski) Dat ist n faires Angebot, wat die Zeche gemacht hat.
Die könnten genauso gut auf stur schalten,
dann seht ihr keinen Cent.
Wir sind hier, weil Andreas das komplett anders sieht. - Ist klar.
Ist so. - Wo ist er denn? Wir warten seit 1 h.
(Radowski) Wenn die Zeche recht hat, und danach sieht dat aus,
dann müssen die uns gar nix zahlen.
Du erzählst eine Scheiße.
Dann verklag sie doch.
Verklag sie. Versuchs.
Mach einen auf was weiß ich und kämpf gegen Windmühlen an.
Die Zeche Sophie-Charlotte ist doch nicht unser Feind.
Viele von uns haben ihr halbet Leben da unten verbracht.
Sophie-Charlotte nicht, aber Arschlöcher wie du.
Ralle!
Hey Leute, wir trinken erst mal alle gemütlich n Pils
und warten auf Andreas.
Der hat nämlich andere Pläne von den Schachtanlagen.
(Mann) Ja genau. - Also. Wat ist?
Ja, vertagen wir dat Ganze. Eure Entscheidung.
Herr Radowski? - Ja?
Darf ich kurz? - Ja.
Wenn ihr unterschreiben wollt, sagt Bescheid.
20.000 Euro.
20.000 Euro pauschal für jeden, der hier n Haus hat. - Ja.
Egal, ob du n Bergschaden hast oder nicht.
20.000-mal mehr als wie wenn du vor Gericht gehst.
"Teile und herrsche" ist ja ein bewährtes Geschäftsmodell.
Ich hab mir n Arsch aufgerissen, um so ein Angebot zu bekommen.
Herr Sobitsch sieht das anders.
Sobitsch sieht das falsch. - Wieso falsch?
Hör mal, die...
Die Schächte unter der Siedlung
wurden nach dem Zweiten Weltkrieg illegal gebaut.
Hat die Zeche nix mit zu tun.
Wär trotzdem einfacher für Sie, wenn er sich raushalten würde.
Ihr wohnt hier nicht, ne?
Bönisch, Kripo Dortmund.
Entschuldigung? Faber ist mein Name. Guten Tag.
Andreas Sobitsch hat sich doch mit seinem Verein
nicht nur Freunde im Vorstand der Zeche gemacht.
Gabs da jemand Bestimmtes?
Vielleicht ne offene Feindschaft?
Nee.
Wieso auch?
Ich bin doch der Böse, den die Zeche schickt.
Sie mussten einiges einstecken, hm?
Ach wat, Kindergeburtstag.
Darf ich? - Ja.
Danke.
Ich war ja selber 20 Jahre Steiger.
Deswegen haben die mich ja zu ihrem Vermittler gemacht.
Die kommen einfach mit der neuen Realität nicht klar.
Tja.
Scheiße.
Hatte Herr Sobitsch Verwandte oder Familie in der Gegend?
Andys Familie waren die Kumpel.
Da reden Sie am besten mitm Ralle.
Mit Ralle? - Mhm. Ralf Tremmel.
Der war mit Andy auf Schicht.
Offiziell lebt er allein, aber im Mülleimer
liegt ein leerer Lippenstift und im Nachttisch Kondome.
Pawlak hat n Laptop gefunden. - Ist passwortgeschützt.
Ein Fall für die KTU.
(stöhnt) Vielleicht ließ er ne Prostituierte kommen.
Wieso Prostituierte? - Weiß ich nicht, ist so n Gefühl.
Hängt alles Mögliche an den Wänden. Aber kein Foto von ner Frau.
Ja.
Wir fragen die Nachbarn.
Oh, fuck.
* Musik *
* Klopfen *
Ralle, mach auf.
Tag.
Wat ist? - Der Andy ist tot.
(Radowski) Polizei will dich sprechen.
Wieso tot?
Wat ist passiert? - Dürfen wir reinkommen?
Na los.
Nee, nee, du nicht.
(Ralle) Ist n bisschen eng hier.
N Kumpel wohnt noch hier, der hat Ärger mit seiner Frau.
Ja... Wollen Sie n Bier?
Da sag ich nicht Nein, danke. - Im Kühlschrank.
Haben Sie sich nicht gewundert,
dass Herr Sobitsch nicht zur Versammlung erschienen ist?
Ich dachte, der hängt über seinen alten Stollenplänen
und hat die Zeit vergessen, keine Ahnung.
Ihr Kumpel, der wurde ermordet.
Ja, tut mir leid.
In ner Halde in Dortmund-Hombruch.
Irgend ne Ahnung, was er da wollte? - In Dortmund?
Nee. Weiß ich nicht, keine Ahnung.
Radowski sagt, Sie haben Ihr halbes Leben
mit Herrn Sobitsch unter Tage verbracht.
Da weiß man, welche Unterhose der andere trägt.
Radowski ist ne verlogene Drecksau.
Was hat das mit dem Tod Ihres Kumpels zu tun?
Ich weiß nicht, was Andreas da wollte
oder warum ihn jemand umgebracht hat.
Vielleicht ist es ja nur ein Irrtum.
Ist die Polizei. - Guten Tag.
Guten Tag.
Was ist denn los?
(Ralle) Andreas ist tot, den hat jemand umgebracht.
Irgendne Idee, wer das getan hat?
Nee.
Sind Sie der Kumpel, der hier auch wohnt?
Meine Frau und ich, wir haben uns ne Auszeit genommen.
Stefan war das, ne?
Stefan, wie weiter?
Kropp.
Wo waren Sie beide gestern Abend? (Ralle) Wieso wir?
Bei Mord fragt man jeden, der einem in die Quere kommt.
Ich war in der Zechenkneipe.
Stefan war im Jobcenter, ist später dazugekommen.
Und? Was gefunden? - Nee.
Von wegen keiner fällt ins Bergfreie.
Ich sag Ihnen...
Aus dem alten Stahlwerk soll ein Vergnügungspark...
Erlebniswelt Kohle und Stahl.
Ausgerechnet da haben Sie mir nen Job angeboten.
Also... Nee. - Wie lange waren Sie in der Kneipe?
Wir sind so gegen 7, halb 8 nach Haus. - Und dann?
Dann haben wir hier ne Party gefeiert.
Was man halt so macht.
Hatte Herr Sobitsch ne Freundin?
Andreas? Nee.
Kontakt zur ner Prostituierten?
Uns fickt schon jeden Tag das Leben.
Sind Sie beide auch Mitglied in Sobitschs Verein? - Klar.
Mit 20.000 kannst du kein neues Haus bauen.
(Ralle) So ist es.
Nach über 30 Jahren unter Tage: zum Abschied n Arschtritt.
Arbeitslos, Schicht im Schacht.
Scheiße.
Leck mich am Arsch, Prost. - Ebenso. - Prost.
(Ralle) Noch n Schnäpsken?
Wir gehen jetzt.
* Handyvibrieren *
Können Sie mich hier vorne rauslassen. - Wozu?
Ich nehm die U-Bahn. - Echt jetzt? - Ja.
Danke. Rufen Sie mich an, wenns was Neues gibt.
Davon träumst du.
Penner.
Viel Spaß damit, Faber.
Danke, Ihnen auch.
Ich muss Sie noch mal mit unserem toten Bergmann belästigen.
Sie machen sich fertig, bis es für die Klapse reicht.
Markus Graf läuft seit Monaten frei rum.
Der ist überfällig, der muss wieder vergewaltigen und töten.
Sie suchen nach der Nadel im Heuhaufen.
Ne bessere Idee?
Unser Opfer hat vor 3 Wochen Anzeige erstattet.
Wegen was? Gegen wen? - Wegen Ruhestörung gegen Unbekannt.
Am besten rufen Sie da mal an.
Die Schicht des zuständigen Beamten fängt in 2 h an.
Dann rufen Sie in 2 h an.
Das wird nicht nötig sein, Sie fahren direkt dahin. - Tu ich das?
Der Polizeimeister heißt Stepanek.
Ich dachte, ich bin der Chef? - Sind Sie auch.
Aber Sie wollen mich nicht sauer sehen.
Das ist n Job für nen Laufburschen.
Wir brauchen die Genehmigung zum Auslesen der Handydaten des Opfers.
Pawlak ist unterwegs. - Der ist nicht unterwegs.
Der hat Feierabend gemacht.
Hm.
Den Todeszeitpunkt lege ich auf 21:30 Uhr fest.
Plusminus 15 min.
Eher plus.
Ungefähr um 20:30 Uhr hat es angefangen zu regnen,
d.h. er war 1 h am Tatort.
Was macht man so lange auf einer Abraumhalde?
Ich könnte noch Schmerzmittel brauchen.
Sie wissen, wir stark das Zeug ist.
Ich krieg keinen Termin beim Arzt. - Von mir bekommen Sie nichts mehr.
Todesursache war ein Schuss in den Rücken, Kaliber 7,62.
Der Täter stand dabei höchstens 1 bis 2 m entfernt.
Kann man über die Waffe was sagen?
Ist ja keine Patronenhülse gefunden worden.
Laut Computer war ein Herr Sobitsch vor 3 Wochen hier.
Dann wird das auch so gewesen sein. - Hm.
In Ihrem Computer steht nicht zufällig, warum er hier war?
Anzeige wegen Ruhestörung gegen Unbekannt.
"Ruhestörung gegen Unbekannt"? Was ist denn das für n Kappes?
Wie hat der Mann denn erwartet, dass Sie ihm helfen?
Der war total verwirrt im Kopf.
Herr Sobitsch wurde heute Morgen tot aufgefunden.
Er wurde erschossen.
Fällt Ihnen dazu was ein?
Nein.
Danke. Bist du so weit? - Ja.
Wir müssen leider los.
Schönen Tag noch. - Ihnen auch.
Herr Stepanek? - Ja?
An wen muss ich mich wenden,
wenn ich nen Blick auf die Überwachungsvideos werfen will?
Lutz, kümmerst du dich mal?
* Hupen *
* Musik *
(Mann) Nimm dir schon mal nen Tee, ich bin gleich da.
(Mann) Hallo?
Mein Name ist Nimrod. Was kann ich für dich tun?
Nimrod? - Ja.
Nimrod war einst ein großer König.
Wird sowohl in der Bibel als auch im Koran erwähnt.
Und dein Name war? - Bönisch.
Martina Bönisch.
Martina. Tochter des Mars.
Die Kriegerische. Die Tapfere.
Sind wir ja auf der sicheren Seite.
Was führt dich zu mir? - Ich hab Rückenschmerzen.
Ja, und ein Freund von mir hat...
Eher ein Kollege von mir hat mir geraten,
ich solls doch mal mit Reiki versuchen.
Magst du mir deinen Mantel geben? - Ja.
Danke.
Kann ich mich irgendwo umziehen? - Ist nicht nötig.
Bauch oder Rücken? - Wie es dir gefällt.
Wie es mir gefällt.
* Musik *
Und was ist das jetzt?
Ich streiche jetzt deine Aura aus.
Dann energetisiere ich deine Chakren.
Und löse somit deine Blockaden.
Das geht für mich nicht, das nützt mir nichts, merk ich schon.
Entspann dich.
Bezahlen musst du so oder so.
* Tür wird geschlossen *
Frau Bönisch, Morgen. - Morgen.
Waren Sie zu Hause?
Nächte im eigenen Bett werden überbewertet.
Duschen und Zähneputzen wär schon ganz schön.
V.a. für die Kollegen.
Wie war es mit Polizeimeister Stepanek?
Wir hatten ein Kommunikationsproblem,
aber ich arbeite dran.
(gurgelt)
(gurgelt)
Ist nicht Ihr Ernst? - Riecht besser beim Pupsen. Darf ich?
So. Passen Sie mal auf.
Unser Opfer, Andreas Sobitsch,
taucht bei der Polizeidienststelle auf.
Und spricht mit Polizeimeister Stepanek.
Der bittet Sobitsch zu warten.
Ein bisschen vorspulen... So.
Der greift zum Telefon, und dann...
Ungefähr 1 h später... Ich spule vor.
Zack, zack, zack, da.
...taucht diese Frau auf und nimmt Andreas Sobitsch mit.
Na ja, ne Frau von hinten. - Warten Sie mal.
Hier ist Frau von vorne. - Wer ist das?
Tja.
Morgen. (beide) Morgen.
Frau Dalay hat die Verbindungsnachweise
des Opfers überprüft. - Sie waren ja nicht da.
Zum LKA, die sollen ihre Gesichtserkennung
drüber laufen lassen. - LKA.
Das Opfer hat mehrfach die markierte Nummer angerufen.
2-mal in den letzten 3 h vor seinem Tod.
Aber der Provider will keinen Namen rausgeben.
Also n Promi oder n Staatsdiener. - Jo.
Da ist noch ne 2. Nummer auffällig, die gehört Frederike Kropp.
Die Frau von Stefan Kropp, den Sie befragt haben.
Guck mal einer an.
Sobald Nora auftaucht, machen Sie sich auf den Weg. - Okay.
Bitte. - Danke.
LKA, Gesichtserkennung.
* Musik *
Frau Kropp?
Kriminalpolizei. Darf ich?
Wollen Sie nen Kaffee? Bin grad dabei. - Nee, danke.
* Musik *
Herr Sobitsch hatte öfter Damenbesuch.
Das wird uns nicht viel Mühe kosten zu beweisen,
dass Sie die Frau sind.
Mein Mann und ich haben uns getrennt.
Wegen Herrn Sobitsch? - Nein.
Ja.
Aber Stefan, mein Mann...
Mein Ex.
Er weiß noch nicht, dass...
Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem Mann?
Vorgestern Nacht stand er vor meiner Tür, wollte reden.
Worüber?
Ist immer das gleiche Blabla.
Er war betrunken.
Ich hab so getan, als wenn ich nicht zu Hause wäre.
Ich hab Ralle angerufen.
Der hat ihn zu sich genommen.
Wann war das?
Gegen 11, halb 12. Keine Ahnung.
Ich wollte mit Andreas von hier wegziehen.
Dat ist doch nix hier.
Wir wollten n neues Leben anfangen.
Was wollte Herr Sobitsch auf der Abraumhalde? - Ich weiß es nicht.
Ich versteh es nicht.
Andy war in letzter Zeit irgendwie total komisch.
Er war total lieb zu mir.
Aber er hat sich immer mehr zurückgezogen.
Auch von seinen Kumpels.
Warum?
Ich glaub, er hatte Angst, dass das mit uns rauskommt.
Sind Sie sicher, dass Ihr Mann nichts wusste?
Sie wollen für Andy
ne Art Trauerfeier in der Zechenkneipe machen.
Das ist doch absurd.
Ich geh da nicht hin.
Hat Nora sich bei Ihnen gemeldet? - Nee.
Das gibts doch nicht.
Dann fahren wir beide zu Frederike Kropp. - Okay.
Sag mal, wie gehts denn eigentlich den Chakren? - Denen gehts bestens.
Nur mein Rücken tut weh.
Haben Sie es denn mal ausprobiert? - Reiki ist nix für mich.
Da hab ich lieber solide Rückenschmerzen.
Die haben Sie, seitdem wir im 2. Stock sind.
Daran wirds liegen.
Sie hat Probleme mit den Chakren.
Haben wir das nicht alle?
* Nachrichtenton *
Ach nee.
* Musik *
(am Telefon) Martina? - Wo warst du?
Bei Frau Kropp. Die hatte ne Affäre mit dem Opfer.
Wenn jemand das wusste, haben wir n Motiv.
Schön. Und darf man erfahren, was du als Nächstes vorhast?
Ich gehe zur Zechenkneipe.
Da ist ne Trauerfeier für Andreas Sobitsch.
Da wolltest du auch alleine hin? - Ich wollte Zeit sparen.
Wer weiß, wann Kollege Pawlak Lust hat zu arbeiten.
Wir kommen dahin, du wartest.
Ja.
Wenn man so n Team hat, braucht man keine Feinde.
(Mann) Alles gut. Können Sie gleich genau so zu Protokoll geben.
Faber.
Versuch, die Personalien rauszukriegen.
Und ruf nen Bereitschaftsarzt.
Ich hätt mich schon gemeldet. - Nur noch ne kurze Frage.
Warum interessiert sich der Verfassungsschutz
für nen toten Bergmann? (Frau) Kommst du?
Geh schon vor.
(räuspert sich)
Ich will hier keinen Ärger. - Ich auch nicht.
Ich kann uns aber den Tag vermiesen. (schreit) Hab ich kein Problem mit.
Faber, Kripo Dortmund, weitermachen.
Der Mann, den Sobitsch anzeigen wollte, heißt Friedemann Keller.
Hat Sobitsch den Grund für die Anzeige genannt?
Er hat gesagt, dass Keller radikale Ansichten hat
und mit Waffen und Sprengstoff handelt.
Woher wusste er das? - Bis dahin sind wir nicht gekommen.
Ich hab den Namen Friedemann Keller in den Computer eingegeben.
Dann kam eine Telefonnummer, die ich anrufen sollte.
Was ich auch gemacht hab.
1 h später spaziert diese Gallwitz hier rein
und nimmt den Sobitsch mit.
Und das wars.
Frau Dr. Gallwitz.
Ah, Hauptkommissar Faber.
Kommen Sie rein.
Nehmen Sie Platz. - Danke.
Das Schild an der Tür, was für ein Doktor sind Sie?
Psychologie. - Ah.
Wie kann ich helfen?
An mir, fürchte ich, würden Sie verzweifeln.
Sie konnten es nicht verhindern,
dass Markus Graf Ihre Frau und Ihre Tochter ermordet.
Sie ließen es zu, dass Graf aus dem Gefängnis entkommt,
weiter morden kann.
Ich vermute, Sie sind kurz vorm Durchdrehen.
Dafür halten Sie sich aber gut. - Danke.
Was hat unser Mordopfer mit dem Verfassungsschutz zu tun?
Ich habe mit Sobitsch gesprochen, das ist richtig.
Worüber? - Das hat Ihnen Stepanek doch sicher gesagt.
Er hat einen guten Freund von Ihnen erwähnt. - Freund eher weniger.
Friedemann Keller ist ein Reichsbürger
mit sehr eigenwilligen Ansichten.
Warum ist der Mann so wichtig für Sie?
Ist er gar nicht.
Er steht nur auf einer Liste von Personen, die wir im Auge behalten.
Woher kannte Sobitsch Keller?
Am liebsten würde ich sagen, fragen Sie ihn selber.
Aber das geht ja nicht mehr. - Nee, das geht nicht.
Hat denn das Gespräch mit... Sehr gut.
...Herrn Sobitsch was gebracht?
Nein, nichts. Leider. Aber das gehört zum Geschäft.
Manchmal ist was dabei, manchmal ist es heiße Luft.
Haben Sie sich noch mal mit ihm getroffen? - Was?
Hatten Sie... - Dafür gabs keinen Grund.
Irgendwas Wichtiges muss er ja gesagt haben,
wenn sich jemand wie Sie so ne Mühe macht.
Sobitsch hat behauptet, Keller würde mit Waffen handeln.
Es kam nichts dabei heraus.
Sollten sich neue Erkenntnisse ergeben, lassen Sie mich das wissen.
Hauptkommissar Faber. - Sie erfahren es zuerst.
Peter.
Jetzt aber raus hier.
Bringst du den Herrn nach unten? - Ich finde alleine.
* Musik *
* Handyklingeln *
Andreas Sobitsch hat sein halbes Leben unter Tage verbracht.
Leute wie...
Leute wie er sind dat Rückgrat des Ruhrpotts.
Männer wie ihm...
...hat dieses Land seinen Wohlstand zu verdanken.
Immer wenn et für Andy 1.000 m in die Tiefe ging...
...war der Tod sein Begleiter.
Er wusste um dat Risiko, damit konnte er umgehen.
Aber wat unserem Kumpel, wat dem Andy jetzt passiert ist...
Hörst du auf. - Nee, ich hör nicht auf.
Du nicht! Du hältst hier keine Trauerrede!
Hau ab!
Hau ab!
Ist alles okay? - Ja.
Prost!
Martin, komm, du bleibst hier. - Nein.
So ne scheiß Trauerfeier brauch ich nicht.
Der rafft einfach nicht, dat sein Leben jetzt hier oben stattfindet.
Wie viele Leute haben seit Sobitschs Tod Ihren Vertrag unterschrieben?
Wat soll denn die Frage?
Na ja, sein Tod erleichtert Ihren Job, oder nicht?
Ich würd mich schämen, so wat auch nur zu denken.
Wo waren Sie vorgestern Abend?
Zu Hause.
Gibts da Zeugen? - Nee.
Bin ich jetzt verhaftet?
Gibts ja nicht.
Sind Sie nicht n bisschen jung, um nen Mörder zu jagen?
Der ist total besoffen.
Ja und? (Stefan) Klaus, machst du noch eins?
Wir würden Sie gerne befragen,
aber ich denke, Sie nüchtern erst mal aus.
Ich denke, wir können trotzdem kurz miteinander plaudern.
Oder haben Sie ein Problem damit?
(Pawlak) Sie und Sobitsch waren Freunde.
Kumpels unter Tage. Da vertraut man sich doch blind, oder?
Keine Ahnung, was das jetzt soll.
Sie haben ausgesagt, dass Sie den ganzen Abend
mit ihrem Kumpel Tremmel verbracht haben. - Und?
Später standen Sie am Abend allein vor dem Haus Ihrer Frau.
Ich glaub, ich geh jetzt.
(Pawlak) Muss wehtun, so betrogen zu werden.
Herr Kropp, Sie schlafen sich aus und...
Haben Sie sich deshalb mit Sobitsch auf der Halde getroffen?
Wie haben Sie es eigentlich erfahren? - Was?
Dass Ihre Frau Sie mit Sobitsch betrügt.
So was macht man nicht.
Man fickt nicht die Frau von nem Kumpel.
Ihr redet Scheiße.
Sagen Sie einfach die Wahrheit.
Halt dein Maul, das würde Frederike nicht...
Sagen Sie uns einfach die Wahrheit. - Halt dein Maul!
Ganz ruhig.
Ihr erzählt doch Mist. Mist erzählst du.
Mist ist das.
Super.
Ganz großes Kino.
Was ist passiert?
Frag ihn.
Warum haben Sie keine Trauerrede gehalten?
Ich habs nicht so mit dem Reden.
Sobitsch war der Überzeugung,
dass die Bewohner der Siedlung betrogen werden.
Dass die Bergschäden auf Kosten der Zeche gehen und Radowski...
Radowski hat damals am lautesten geschrien "Zechenmörder".
'97 stand er mit mir noch in der Menschenkette,
quer durchs Ruhrgebiet.
Da war er noch einer von uns.
Und jetzt?
Denken Sie, der hilft uns noch? Oder die Politiker?
Die verzichten nicht auf ihre fetten Bonzenjobs, niemals.
Andreas hätte das auch nicht ändern können.
Jetzt ist er tot.
* Handyvibrieren *
Ihr Handy klingelt, wollen Sie nicht rangehen?
Frederike, wat ist?
(Stefan) Ich weiß, dass du da bist! Mach die scheiß Tür auf, Frederike.
Was glotzt du denn so blöde? Geh rein, du Vogel, Mann.
Stefan... - Frederike! Lass mich.
Beruhig dich. Dieser Stress bringt nichts.
Sie hat Andreas gefickt, verstehst du?
Hast du es gewusst?
Ob du es gewusst hast?
Du Arschloch, ey.
Was?
* Musik *
(Pawlak) Können wir versuchen, normal darüber zu reden?
Ja, aber nicht hier.
Ich weiß, ich hab nen Fehler gemacht.
Aber glauben Sie mir, ich gebe wirklich das Beste,
dass wir als Team zusammenarbeiten.
Für den Fall, dass so was noch mal passiert,
müssen wir ein klares Signal vereinbaren.
Okay. Also das ist jetzt Ihr Bestes hier , ja?
Gut, dann danke für das Teamgespräch.
Ich lass mich nicht wie n Idioten behandeln.
Was soll ich machen? Zum Kollegen reichts offensichtlich noch nicht.
Was zur Hölle ist dein Scheißproblem?
Du bist mein Scheißproblem.
Leg dich nicht mit mir an.
Was ist los mit dir?
Was mit mir los ist?
Seid ihr alle blind, oder was?
Komm.
Unser Herr Hauptkommissar
hat Kropp vernommen, als der besoffen war.
Ich kam überhaupt nicht dazwischen.
Ich reiß mir den Arsch auf, seit Jahren.
Und der Typ kommt und geht, wann er will.
Sagt keiner was.
Ja, ich weiß, der hat Familie.
Der hat ein einziges Mal ne Tochter erwähnt.
Seit dem Moment dient ihm seine ominöse Familie
ständig als Ausrede, jeden fucking Tag.
Wie willst du so mit ihm zusammenarbeiten?
Wer sagt, dass ich mit dem arbeiten will? - Ich sage das.
* Tür wird geschlossen *
Frau Bönisch. - Wer hat Ihnen das erlaubt?
Ja, äh, bei mir herrscht Chaos. - Bei mir nicht. Runter.
Haben sich die beiden wieder beruhigt? - Ich sags Ihnen...
Was sich liebt, das neckt sich.
Wer ist das? - Friedemann Keller.
Ist 53, geschieden, Vater von 2 Töchtern. Reichsbürger.
Reichskanzler des autonomen Staates "Freies Reich Frieden".
In der Lünener Straße 43 in Dortmund.
Allerdings lebt er da allein, ohne Untertanen.
Muss er sich keine Sorgen machen, dass er wiedergewählt wird.
Die Energie des Rauchquarz soll ja helfen bei Rücken.
Oder ist das Ihr neuer Briefbeschwerer?
Ich wusste nicht, dass Sie Steinexperte sind.
Was macht denn Herrn Keller so interessant für uns?
Sobitsch hat mit seiner Anzeige gegen Keller
den Verfassungsschutz alarmiert.
Festnahmen wegen Volksverhetzung, Verdacht auf Waffenhandel.
Aber keine Verurteilung.
Ist ja hochinteressant. - Oder?
Sobitsch wollte die Zeche auf Bergschäden verklagen.
Aber...
...sein Tod verhindert das jetzt.
Damit kommt Radowski ins Spiel.
Deswegen wird so ein Sesselfurzer wie Radowski
nicht gleich zum Mörder, ist doch nicht sein Geld.
Wenn es danach geht, hat Kropp als Einziger ein Motiv.
In den Reifenabdrücken vom Tatort
wurden Spuren von Acetonperoxid gefunden.
Sprengstoff.
So fügt sichs.
Richten Sie dem Reichskanzler Keller schöne Grüße von mir aus.
Was für ein Reichskanzler? - Hier, gucken Sie mal.
Wieso? Kommen Sie nicht mit? - Ähm... Nee.
Soll ich Pawlak rausschmeißen?
Wenn Sie damit leben können, zieh ichs durch.
Nee.
Dann hören Sie auf zu jammern.
Und nicht immer so griesgrämig gucken, macht Falten.
* Musik *
(Mann) Herr Keller, machen Sie das Handy aus.
(Keller) Ich werde hier nichts ausmachen.
Sie befinden sich auf meinem Reichsgebiet.
(Mann) Ich bin beauftragt, Ihr Haus zu pfänden.
(Keller) Was gibt Ihnen die Legitimation? - Das Gesetz.
(Keller) Vertreten Sie das Grundgesetz
in der genehmigten Fassung von 1949?
Diese Unterhaltung werde ich nicht führen. - Ja oder nein?
(Keller) Sie haben nicht das Recht, irgendwas zu fordern.
Laut Resolution 56/83 der Vereinten Nationen ist das,
was Sie hier treiben, Terrorismus.
Ich fordere Sie auf, verlassen Sie das Reichsgebiet.
(Mann) Wir kommen wieder.
(Keller) Ich werde das alles der Genfer Konvention mitteilen.
Ja, haut ruhig ab. Ich werd mein Reich immer verteidigen.
Wenn es sein muss, mit Waffengewalt. Das ist mein Recht.
Diese Arschlöcher kenn ich gut.
Ich hasse diesen Pseudo-Staat.
Geht mir so was von aufn Sack.
Wer sind Sie denn? - Faber, Peter Faber, Entschuldigung.
Tag.
Ich, hoffe, dass Sie mir helfen können.
Ich weiß nicht mehr weiter.
Ich kenne Sie nicht.
Nein, aber man kennt Sie in der Szene.
Ich würde gern wissen, wie ich mich gegen dieses korrupte System
wehren kann, ohne im Knast zu landen.
Ob die überhaupt das Recht dazu haben oder nicht.
Können Sie mir helfen?
Wie gesagt, wir sehen uns, Herr Keller.
Worum gings denn da?
Diese Terroristen wollen ohne Rechtsgrundlage
mein Haus annektieren.
Diese Wichser.
Kommen die damit durch?
Das Bundesverfassungsgericht hat klar gesagt,
dass in der Bundesrepublik noch nie ein verfassungsmäßiger Gesetzgeber
am Werk war.
D.h. dass die ganzen Gesetze das Papier nicht wert sind,
auf dem sie stehen.
Nach Völkerrecht leben wir immer noch im Deutschen Reich.
D.h. wenn ich nen eigenen Staat gründe, so wie Sie,
kommen die nicht mehr an mich ran.
Die Vereinten Nationen.... Kaffee?
Äh, gerne, danke.
Die Vereinten Nationen erlauben Selbstverwaltung,
wenn es keinen funktionierenden Staat gibt.
Und genau das haben wir hier. - Danke.
Ein von amerikanischen Soldaten besetztes Land, die uns bewachen.
Mit Marionetten in Berlin, die so tun, als würden sie uns vertreten.
Das seh ich auch so.
Aber der Rest der Welt siehts anders.
Weil alle über die Finanzagentur in Frankfurt
gute Geschäfte mit der BRD GmbH machen.
Da hält man gern den Mund.
Und das Volk muss parieren.
Parieren, das stimmt.
Das hab ich auch viel zu lange gemacht.
Aber damit ist jetzt Schluss.
Soll heißen?
Wie siehts mit Waffen aus?
Wie solls denn damit aussehen?
Irgendwie muss man sich ja wehren.
Ist unser gutes Recht, haben Sie selbst gesagt.
Wenn man nen eigenen Staat hat, hat man auch das Recht
auf ne eigene Armee, auf eigene Waffen, oder?
Na ja.
Da kann ich Ihnen leider nicht helfen.
Okay.
Schade.
Ich dachte...
Na ja, man hört so dies und das.
Was genau hört man denn?
Und von wem?
Vergessen Sie einfach, was ich gesagt hab.
Kann ich mir so nen Zettel mitnehmen?
Aber gerne doch.
Danke.
Sie können mir ja Ihre Adresse oder ne Telefonnummer dalassen.
Melde ich mich vielleicht zurück.
Ja, super, danke.
Und wann?
Wenn ich so dies oder das über Sie gehört habe.
Danke, tschüs.
* Musik *
(Nimrod) So.
Das wärs für heute.
Ohm.
Ohm.
Echt jetzt?
Ich bin immer so skeptisch, das haben Sie mir noch nicht verziehen.
Ich verzeihe alles.
Wie fühlst du dich?
Weiß nicht.
Gut, glaube ich. Besser.
Du willst es aber noch nicht so richtig glauben.
Du musst es einfach nur zulassen, dich entspannen und es genießen.
Mein Spezialgebiet.
Danke.
Gern geschehen.
* Musik *
Frau Dr. Gallwitz.
Hauptkommissar Peter Faber. - Jo.
(Gallwitz) Was trinken Sie?
Lecker Pils, bitte. (Barkeeper) Kommt sofort.
Sie hier mit mir nachts an ner Bar.
Wie komm ich zu der Ehre?
Sie sind klug, und ich mag das. - Ah ja.
Ich weiß, wie wichtig Ihnen Markus Graf ist.
Da hab ich ihn auf die Liste setzen lassen.
Das wurde vor 3 Tagen aufgenommen.
Reinbek, in der Nähe von Hamburg.
Ihre Kollegen vor Ort...
Ihre Kollegen vor Ort wissen bereits Bescheid.
Okay.
Danke. - Halten Sie sich von Keller fern.
Dann müssen Sie mir nicht danken.
Sie möchten Markus Graf finden.
Ich möchte, dass Sie sich von mir und meiner Arbeit fernhalten.
Na, das ging aber fix. - Ist ein Angebot.
Denken Sie darüber nach.
Der Mann bezahlt.
Morgen, Gruß von zu Hause.
Frau Bönisch?
KTU hat angerufen.
Kropp ist tot.
Jan und Nora sind schon unterwegs.
Es gibt keine Anzeichen für äußerliche Gewaltanwendung.
Um sicherzugehen, brauch ich den Laborbericht.
Irgendjemand hat ne Streife gerufen, die haben den Motor abgeschaltet.
(Pawlak) Hat jemand nen Abschiedsbrief gefunden?
(Leitner) Nichts.
Vielleicht bei Tremmel im Wohnwagen.
Habt ihr eine Vermutung, warum er sich umgebracht hat?
Seine Frau hat ihn mit einem seiner Kumpel betrogen.
(Leitner) Das ist dann alles, ja?
* Musik *
Wenn Sie mein Reichsgebiet betreten, erschieße ich Sie.
Hat Ihnen die Gallwitz das schon erlaubt?
Wir haben Spuren von Sprengstoff am Tatort gefunden.
Verschwinden Sie.
Ich habe nen Blick in Ihre Akte geworfen.
Über mich gibts ne Akte? - N Riesenteil.
Wertloses Papier.
Auf dem wertlosen Papier steht, dass Sie mit Waffen handeln.
Wenn sich davon was beweisen ließe, wieso lauf ich frei rum?
Wie lange wird die Gallwitz
ihre manikürten Fingernägel noch schützend über Sie halten?
So wertvoll können Sie als V-Mann gar nicht sein.
Sie sind dieselbe Witzfigur wie dieser "Staat", den Sie vertreten.
Um mein Reich kümmere ich mich selber.
Ihr Reich wird untergehen.
Spätestens, wenn das SEK vor der Tür steht.
Dann können Sie mir auch nicht helfen.
Aber ich könnte dafür sorgen,
dass die Gallwitz ihren Teil der Zeche bezahlt.
Dazu brauche ich keinen Handlanger wie Sie.
(Pawlak) Hat Herr Kropp was gesagt? Hat er einen Abschiedsbrief...
Dass Stefan tot ist, geht auf Ihr Konto.
Ihm fliegt sein Leben um die Ohren.
Da sagen Sie ihm, dass seine Frau ihn betrügt?
Wir müssen die Waffe finden. (Ralle) Was für ne Waffe?
Mit der Sobitsch ermordet wurde.
Und die ist bei mir? - Hat Herr Kropp hier nicht gewohnt?
Wir vermuten, dass der Mord der Grund für den Suizid war.
Ihr habt ihn auf dem Gewissen.
Sie würden uns helfen, wenn Sie uns die Erlaubnis...
Raus hier!
Verschwindet! Raus!
Ganz ruhig! - Raus hier!
(Pawlak) War es nötig, ihn direkt auf die Waffe anzusprechen?
Willst du mir erklären, wie man ne Vernehmung führt?
Du hast Scheiße gebaut.
Du dachtest, dass er gesteht in seinem angetrunkenen Zustand.
Der hat sich umgebracht.
Du saßt neben mir. Wir haben beide dieselbe Verantwortung.
Martina? Wir brauchen einen Durchsuchungsbeschluss.
Ja.
Was ist denn jetzt los?
Sie sind ja wieder ein richtiger Springinsfeld.
Der Rauchquarz, ne?
Die KTU hat an den Reifen von Kropps Wagen
ebenfalls Acetonperoxid festgestellt.
Kropp war am Tatort, als Sobitsch erschossen wurde.
Kropp war am Tatort, er hat sich am Tatort umgebracht,
er hat ein Motiv, die Eifersucht.
Kropp ist unser Mann. "War". Ist.
Und wie passen Keller,
der Verfassungsschutz und der Sprengstoff dazu?
Warum fragen wir das nicht Ihre neue beste Freundin?
(Frederike) Ist klar.
Das ist dat, wat alle denken. Dass es meine Schuld ist.
Hat sich Ihr Mann gestern bei Ihnen gemeldet?
Einen Brief hinterlassen oder so? - Nee.
Er...
Frau Kropp, haben Sie diesen Mann schon mal gesehen?
Weiß ich nicht.
In der Zechenkneipe vielleicht.
Ich hab jetzt auch langsam keine Lust mehr.
Hatte Ihr Mann noch einen Schlüssel zur Ihrer Wohnung?
Sie haben es ihm gesagt, oder? Sie haben mich verraten.
Ich hab die Schlösser austauschen lassen.
Wo könnte Ihr Mann was versteckt haben?
Was soll er denn verstecken?
Wir haben die Vermutung, dass Ihr Mann sich Sprengstoff besorgt hat.
Ihr seid alle irre.
Haben Sie ne Idee, was er vorgehabt haben könnte?
Sprengstoff...
Haben Sie vielleicht ne Laube, ne Garage oder nen Keller,
wo Sie Sachen lagern?
Ich hab ne Garage, aber die ist randvoll mit altem Zeug.
Wasserstoffperoxid, Aceton. Schwefelsäure.
(Pawlak) Ich mach ein paar Fotos für Frau Bönisch.
Die Zünder, funktionieren die? - Müssen wir noch überprüfen.
Sie kümmern sich hier um alles, ich geh zu Tremmel.
Okay? - Okay.
Jetzt schon zu zweit? - Ja.
Meine Kollegin Bönisch. - Guten Tag.
Gallwitz. Muss ja wichtig sein.
Bin gegenüber. Mitkommen.
Sympathisch.
Und?
Was gibts?
Wir haben einen 2. Toten.
Stefan Kropp, enger Freund von Sobitsch.
Mehr haben Sie nicht?
Sie haben mit Herrn Sobitsch vor seinem Tod 2-mal telefoniert.
Hab ich nicht, es sei denn, Sie können mir das Gegenteil beweisen.
Faber, nicht naschen.
Wir haben die Handynummer.
Versuchen Sie Ihr Glück. Wenn das alles ist, was Sie haben...
Wir haben Hinweise auf Sprengstoff am Tatort gefunden.
Hinweise, klingt verzweifelt.
Wie wäre es mit einer Garage, in der Sprengstoff hergestellt wurde?
Das meiste kann man in jedem Baumarkt kaufen,
aber wir fragen uns, wie Stefan Kropp an die Zünder gekommen ist.
Da drängt sich Reichskanzler Keller regelrecht auf.
2 Menschen sind jetzt tot.
Wenn es noch mehr Leichen gibt, wird es selbst für Sie schwer.
Wie lange werden Ihre Chefs zu Ihnen halten,
wenn jemand sämtliche Informationen an die Presse liefert
und die Ihnen die Hölle heiß macht?
Das trauen Sie sich nicht. - Aber sie.
Die Zünder sind defekt. Es wird nichts passieren.
Können wir uns beruhigen und das Problem realistisch lösen?
* Handyklingeln *
Martina?
Ja, die funktionieren.
Sag das noch mal laut bitte.
Die Sprengzünder aus Kropps Garage funktionieren.
Mist. Mit Keller war verabredet, dass die Zünder nicht funktionieren.
Sie haben wirklich alles im Griff, Frau Gallwitz.
* Musik *
(Mann) Nora?
Hab ich gerade gefunden.
* Handyklingeln *
Ja? (Pawlak) Ich bins.
Kropp hat doch nen Abschiedsbrief hinterlassen.
Die beiden wollten das alte Stahlwerk in die Luft sprengen.
Frau Bönisch geht nicht ran. - Ich hol dich ab.
Ich nehm die Pläne mit. - Okay.
Wir unterhalten uns privat?
So privat, wie es nur geht.
Was hat Sobitsch Ihnen erzählt, als Sie ihn abgeholt hatten?
Es stellte sich heraus,
dass ein Freund von Sobitsch mit Keller Kontakt aufgenommen hatte.
Kropp. - Nein, Tremmel. Ralf Tremmel.
Er hat Keller nach Zündern für Sprengstoff gefragt.
Die wurden in der Nacht des Mordes von Keller an die beiden übergeben.
Sobitsch ist seinen Kollegen gefolgt und rief mich an.
Was haben Sie gemacht? Einfach laufen lassen?
Ich muss Prioritäten setzen.
Und nehmen in Kauf, dass Ihr V-Mann Sobitsch abknallt?
* Handyklingeln * Hat er das?
Ja? - Tremmel und Kropp haben jahrelang mit Sobitsch
unter Tage gearbeitet, die waren wie ne Familie.
Dann n Schuss aus nächster Nähe?
Keiner von beiden hat je mit ner Waffe zu tun gehabt, also bitte.
Intakte Zünder verkaufen. Zeugen abknallen.
Mal gucken, was Keller als Nächstes macht.
Sie ans Messer liefern? - Halt deine Fresse, du dämliches Arschloch.
Alles klar, ich informiere SEK und Bombenkommando.
Wir treffen uns da.
Ich geh zu Radowski. Du versuchst, Leute hier wegzubringen.
Herr Radowski? Ganz kurz.
Sie gehen zügig in diese Richtung ab.
Die Leute müssen schnell das Gelände verlassen. - Ja.
Pawlak, Kripo Dortmund.
Jetzt abgehen. Los...
Ich möchte Sie bitten, umgehend das Gelände zu verlassen. Danke.
(Radowski) Nein, nichts mehr. Komm, weg, weg.
Kommen Sie so schnell wie möglich runter. Vielen Dank.
* Musik *
Keller?
Ich bin unbewaffnet.
Ab, weg, weg, weg, ab.
Wo ist Tremmel?
(Pawlak) Er muss hier irgendwo sein.
Wo ist Nora? - Versucht, die Leute wegzubringen.
Pawlak, Kripo Dortmund, hallo.
Wie es aussieht, wurde Sprengstoff deponiert.
Das sind die Pläne, die wir haben.
Kann ich irgendetwas tun? - Gehen Sie nach Hause.
Aber ich kenn doch den Ralle seit 30 Jahren. - Trotzdem.
Wer soll denn sonst helfen?
(Radowski) Ralle!
Verdammte Scheiße.
* Musik *
Was wollen Sie hier?
Haben Sie Sobitsch getötet?
Ich bin Reichskanzler des "Freien Reiches Frieden".
Wenn mich jemand beschuldigt oder vor Gericht stellt,
bin das nur ich selbst.
Was da draußen passiert, geht mich nichts an.
Und warum dann V-Mann?
Halte deine Freunde nah, aber deine Feinde noch näher.
Sie sollten aufgeben, Keller.
Hm.
Kameraden sind unterwegs.
Die werden zu spät kommen.
Es werden zu wenig sein gegen das SEK.
Heute vielleicht.
Irgendwann werden wir so viele sein, die keine Lust mehr haben,
sich von diesem Pseudo-Staat verarschen zu lassen,
dass uns niemand aufhalten wird.
(Keller) Verschwindet!
Oder ich mache von der Schusswaffe Gebrauch,
um mich zu verteidigen.
Ich habe Ihren komischen Kommissar hier drin.
Sie verschwenden Ihre Zeit, Keller.
(Gallwitz) Faber? - Ja!
Was machen Sie da drin? - Erster.
Ihr Freund Keller hat ein umfangreiches Waffenlager.
Also schön aufpassen, ja?
Die werden den Zugriff
von allen Seiten gleichzeitig durchführen, Sie haben keine Chance.
Die kommen nicht rein, solange Sie hier sind.
Ich bin eh lebensmüde, das wissen die auch.
* Musik *
Haben Sie Kontakt zur Kollegin? - Ja, hab ich.
Nora, kannst du mich hören? Nora?
* Musik *
Sag was, Nora.
(Mann) Team 3, Statusmeldung?
* Funk * Kein Sichtkontakt zur Zielperson.
* Musik *
Tremmel hat so was wie nen Auslöser in der Hand.
(Mann) Team 2, haben Sie Sichtkontakt auf Täter?
* Funk * Negativ. Kein Sichtkontakt.
Wechseln von der 3 auf die 12 und Position 3 und 4 halten.
Ist komplett evakuiert.
Team 02 und Team 01 auf F02 und H07.
* Musik *
* Handyklingeln *
Oh, die Gallwitz.
Gehen Sie ran.
Frau Doktor?
Faber, was soll das?
Ich deeskaliere hier.
Stellen Sie auf laut.
(Keller) Und legs dahin.
Sagen Sie Ihren Terroristen da draußen,
dass die Wortmarke Polizei hier nichts bedeutet.
Ihr habt mein Land betreten, das ist ein kriegerischer Akt.
Die Vereinten Nationen sind auf meiner Seite.
Das wird die nicht daran hindern, Sie abzuknallen.
Ist das Ihre Art der Deeskalation?
Herr Keller hat die Wahrheit verdient.
Belogen wurde er von Ihnen schon genug.
Keller, hören Sie nicht auf diesen lebensmüden Kommissar.
Wir regeln das friedlich.
Ich gebe Ihnen 10 min, um mit Ihren Terroristen abzuziehen.
Wir können... * Freizeichen *
Wenn Sie nicht aufgeben, hat die Gallwitz gewonnen.
Die kommen hier rein, erschießen uns und vertuschen das Ganze.
Am Ende werden die verlieren.
Wie jeder andere, der der BRD GmbH treu ergeben ist.
Im Moment gehts nur um Sie.
Es geht immer um das große Ganze.
In Amerika werden weit mehr Anschläge
von weißen Amerikanern verübt als von Islamisten.
Weil der Zorn einfach raus muss.
Jaja.
Die Gallwitz will doch nur, das Sie hier als Leiche rauskommen.
Wollen Sie ihr den Gefallen wirklich tun?
Dann können Sie nix mehr bewirken.
Wenn Sie jetzt den Märtyrer machen,
wird sich schon morgen keine Sau mehr an Sie erinnern.
* Musik *
(Mann) Sichtkontakt zum Explosivstoff.
Holen Sie die Kollegin da runter.
Nora, das SEK steht, du kannst runterkommen.
Nora, hörst du mich?
Ich hab freies Schussfeld. - Komm runter. Hörst du mich?
Funkstille.
Team 1, Team 2, keine Schussfreigabe.
Team 3, Team 4 wechseln auf die 12-Uhr-Position.
Absicherung des hinteren Bereiches.
Eine Kollegin befindet sich in unmittelbarer Nähe des Täters.
* Musik *
(atmet schwer)
Frau Bönisch?
(Mann) Team 1 und 2, Position einfrieren.
Eine Kollegin im unmittelbaren Sichtfeld.
Auf 12-Uhr-Position Team 3 bestätigen.
* Funk * Richtig, Schussfreigabe bestätigen.
Bei unmittelbaren Sichtkontakt Schussfreigabe.
Herr Tremmel.
Es ist keiner mehr da. Das Gelände ist evakuiert.
Herr Tremmel.
Ich komm jetzt näher, ja?
Und dann...
...geben Sie mir den Auslöser.
Nein. Nein, nein.
Nein, Sie verschwinden auf der Stelle! Hauen Sie ab!
Ich jag das hier alles in die Luft.
Tag für Tag haben wir da unten malocht,
haben unser Leben aufs Spiel gesetzt.
Und was machen die jetzt daraus? N scheiß Freizeitpark.
Die haben mir nen Job in der Geisterbahn angeboten.
Wir wollten ein Zeichen setzen.
Keiner sollte verletzt werden. Das war der Plan.
Ich versteh das, Herr Tremmel.
Wenn Sie... - Verschwinden Sie.
Legen Sie das hin. - Ich bestimme, wann hier Schluss ist.
(hyperventiliert)
* Funk * Kein Sichtkontakt zur Zielperson.
(hyperventiliert)
* Musik *
(hyperventiliert)
* Musik *
* Musik *
Hier, das BKA hat den Fall übernommen.
Die gehen bei Kropp weiterhin von Selbstmord aus.
Blutspuren an Kropps Kleidung bestätigen, dass er am Tatort war.
Die DNA konnte Sobitsch zugeordnet werden.
Laut KTU zeigt das Spritzmuster an Kropps Hose,
dass er vor Sobitsch stand, als der von hinten erschossen wurde.
Die Tatwaffe wurde angeblich in Tremmels Wohnwagen gefunden.
D.h. die machen Tremmel zum Täter?
Keller hat den erschossen, weil er keine Zeugen haben wollte.
Das können wir nicht so stehen lassen.
Was?
Markus Graf wurde in der Nähe von Hamburg gesehen.
Woher haben Sie das?
Gallwitz.
Ich verstehe.
* Musik *
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