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ODE
A, B, C, tanz mit mir!
Es geht los!
A, B, C, D, E, F, G!
Ich hab ein super Geschenk für Aitana. Es…
Was machst du da?
Ich lese.
Férriz, das ist das Beste, was du je geschrieben hast.
Das hatte ich doch weggetan.
Das musst du Chus zeigen.
Mein erster Text. Das ist Müll.
Wieso Müll? Er ist fantastisch.
Danke.
Du verstehst nicht, was ich meine.
Das ist Literatur.
Nicht wie diese öden Liebesromane.
Nein. Hier steckt Wahrheit drin.
In meinen anderen Büchern auch.
Ja, aber du weißt, was ich meine.
Willst du?
Ja.
Die Art, wie du dich ausdrückst.
-Mehr? -Nein.
Und deine reife Sprache.
Das bringt einen zum Nachdenken.
Wirklich.
Nein, warte.
Was du schreibst, ist nicht schlecht. Nein. Es ist sogar sehr gut.
Aber wenn man das hier liest…
Wie von jemand anderem.
Was soll's. Das ist ewig her.
-Hast du mal drüber nachgedacht… -Und?
Denkst du, es wird ihr gefallen?
Ja, ganz sicher.
Ich esse später. Ich bin gerade etwas…
-Sicher? -Ja. Ich schreibe ein wenig.
Danke.
Férriz.
Fantastisch. Wirklich.
ODE 2012
NACH DEN ROMANEN VON ELÍSABET BENAVENT
AFFEKTIVE VERANTWORTUNG
DAS MUTTERSEIN ÜBERDECKTE NICHT
DIE FREUDE.
DAS STÖHNEN IM BETT.
DIE BEFRIEDIGUNG.
SIE KONNTE NICHT AUFHÖREN, AN RAI ZU DENKEN.
DAS PORTRÄT.
So wird der Arbeitsplan nie fertig.
SEINE LEIDENSCHAFT.
Also. Juan hat nachmittags keine Zeit.
RAI ÜBERALL.
Dein Ernst?
GEORGINAS UMZUG.
IHRE BEREITSCHAFT ZUR BINDUNG.
DAS NEUE ZUHAUSE.
DAS ZUSAMMENLEBEN.
Mädels, ich brauche Hilfe.
Ich weiß, wir sehen uns gerade kaum. Aber Bruno hat Ode gefunden.
Erinnert ihr euch?
Egal, ich wollte fragen, ob ihr Sonntag Zeit habt. Tschüss.
-Da bin ich, Mädels. Sorry. -Also wirklich.
Ich weiß.
Wo kommst du hergelaufen?
Die Drinks sind mega. Gleich hier um die Ecke.
Und die Tapas sind glutenfrei, laktosefrei und eifrei.
Gibt's da auch was zu essen?
"Gibt's da auch was zu essen?"
Sie schubst mich.
Dieser Tisch da. Fancy Retro-Vintage oder alter Kram?
Ernsthaft? Was ist los mit uns?
Nichts zu trinken, kein Tanzen, kein Lachen, keine…
Keine Tische. Das ist das Problem.
Wir waren mal cool.
Ich bin immer noch sehr cool.
Was riecht hier so?
-Schweiß. -Das bin ich.
Schon wieder? Ich dachte, der Gully.
Ich habe geduscht. Das liegt am Stillen.
Der Körper riecht, damit das Baby ihn findet.
Zwischen wie vielen Leichen?
-Sorry. -Mädels, ich muss mit euch reden.
Wegen Ode kann ich kaum noch schreiben. Sind meine Romane Mist?
-Nein. -Es geht um Sex, also mag ich sie.
Es ist nicht mein Lieblingsgenre, aber sie sind gut geschrieben. Echt.
Dieser Tisch ist wunderschön.
Hör mal, Val, du grübelst viel zu viel.
Du musst mal rausgehen und den Kopf freikriegen.
-Tanzen gehen. -Ist ja gut.
Wozu den ganzen Dreck von Madrid einatmen, wenn man die guten Seiten nicht genießt?
Außerdem sage ich das nicht meinetwegen.
Es müssen ja nicht immer wir sein.
Du kannst auch mit anderen ausgehen, zum Beispiel mit einem Freund.
Okay, alles klar. Víctor hat ihr erzählt, dass wir uns getroffen haben.
-Was? -Als Freunde.
-Da gibt's nichts zu tratschen. -Klar.
Es ging um Bücher und meinen Roman.
-Hilft er dir wieder? -Hat er mir je geholfen?
Bei deinem ersten Roman.
Mädels, ich glaube, ich gehe bald nach Hause.
Wieso?
Ich sehe Gonzalo immer nur abends. Sonntags will ich bei ihm sein.
Ich arbeite so gern, dass ich manchmal gar nicht an ihn denke.
-Ich bin eine schlimme Mutter. -Quatsch.
Leg diese Gruselpuppe weg.
Eine Sache.
Ich hatte mich ja beim Pilates angemeldet.
Ich wollte mich mit Georginas Mama anfreunden
und Georgina klarmachen, dass wir offiziell zusammen sein können.
-Genialer Plan. -Ich blick schon lang nicht mehr durch.
Wow.
Was mich angeht…
Das ist echt zu witzig.
-Ihr werdet lachen. -Was denn?
-Worüber? -Ich habe…
-Was? -Sag es uns.
Ich habe ein kleines Techtelmechtel.
Mit… Quique.
Von der Arbeit.
-Ah. -Was?
Nein.
Quatsch, war nur ein Witz.
-Es war ein Witz. -Echt?
-Klar. -Ich hätte es fast geglaubt.
-Ich war schon besorgt. -"Oh Schreck."
-Ja, genau. -Ihr seid ja leichtgläubige Herzchen.
Und? Wollt ihr diese Woche was machen?
Feierngehen, meine ich, nicht Boulespielen.
Ich kann nicht. Gonzalo wird geimpft, danach ist er platt.
Ich bin vor meinem und Aitanas Geburtstag in Asturien.
Ich muss die Wohnung fertigmachen und meine Schwiegermama rumkriegen.
Und den Tisch nehme ich mit.
Kann man in dieser Stadt nicht mal mehr in Ruhe ein Bier trinken?
Noch nie. Nur stört's dich jetzt.
-Wie war's mit den Mädels? -Gut.
Jede macht ihr Ding, aber…
Ich hatte seine Anchovis im Gesicht.
Kein Problem, Junge. Alles gut.
Ich liebe den Geruch von Fisch. Was ist los mit den Leuten?
Alles okay auf der Arbeit?
Ja, alles gut.
Ich arbeite wie ein Tier, aber es macht mir Spaß.
-Echt? -Ja.
Du wirst lachen.
Erinnerst du dich an Quique, den Typen von der Arbeit…
Von der Arbeit?
Ja.
Na ja, zwischen uns ist plötzlich irgendwas.
Wahrscheinlich mache ich nur mit, weil ich so viel auf der Arbeit bin
und mich dabei wie früher fühle.
Kriege ich zwei Bier? Meins glutenfrei.
Mit Rai läuft es super, alles perfekt.
Aber er versteht nicht, dass ich mich beruflich weiterentwickle,
die Mädels weniger sehe…
Kannst du mal was sagen? Du machst mich nervös.
Mann. Zwei große, bitte! Es dauert länger.
Ich glaube, du hast Angst.
Du führst endlich eine gesunde Beziehung und ruinierst sie, um dich zu beschweren.
Und das sagt mir einer, der so toxisch wie Asbest war.
Ich hab nichts erzählt, weil's mir peinlich war, aber…
Es gibt da jemanden.
-Wie geht's dir? -Sehr gut.
Nein. Ihm geht's nicht gut.
Sonst hättest du mich nicht gebeten, dich einer Therapeutin vorzustellen.
Ich brauch keine Therapie, sondern Gürkchen.
Wir alle brauchen Therapie.
Er hat Bindungsängste.
Es mangelt ihm an affektiver Verantwortung.
Und etwas Narzissmus ist auch dabei. Oder?
Er hat die grünen Augen meines Vaters
und hört ständig überall: "Was für schöne Augen du hast."
Soll ich sie mir rausreißen?
Um ehrlich zu sein…
Ich habe jemanden verloren, der mir wirklich wichtig war.
Denn ich war…
Wie soll ich das sagen?
Ein Arschloch?
Ich war ein Idiot.
Ich habe Valeria verwirrt und verarscht.
Eine normale Beziehung ist jetzt nur noch als Freundschaft möglich.
Willst du das mit Rai? Freundschaft?
"Willst du das mit Rai…" Nein.
Dann warte nicht, bis es zu spät ist, sondern mach Schluss mit den Flausen.
Schatz. Wie läuft's bei euch?
Gut. Ich laufe mit ihm herum, damit er sich beruhigt.
Hör dir das mal an.
Wonach klingt das für dich? A, Blähungen.
B, ein Zahn. C, er ist müde. Oder D, alles zusammen.
Ich glaube, D. Der Arme weint ja heftig.
Ja. Und wann kommst du nach Hause?
Es wird noch ein Weilchen dauern.
-Okay. -Ja.
Du weißt ja, diese blöden Berichte, stimmt's?
Ich hoffe, ich kann bald raus.
In einer Stunde wird er sicher schon schlafen.
Also, tschüss. Bis später.
Ist ja gut.
-Was? -Was meinst du?
Wie findest du es? Ich schrieb früher besser, oder?
-Keine Ahnung. -Wie?
Es ist tiefgründig.
Und bisweilen recht intensiv, finde ich.
-Pedantisch? -Nein, intensiv.
Man merkt, dass es damals mehr Leidenschaft in deinem Leben gab.
Ich bin also seicht und leidenschaftslos.
Was? Nein. Wolltest du meine Meinung hören oder mich auflaufen lassen?
Okay. Tut mir leid. Ich habe immer noch eine Schreibblockade.
Ist das, was ich heute schreibe, weniger ernsthaft?
Vielleicht. Na und?
Weißt du, was ich glaube? Du verwechselt ernsthaft mit bedeutend.
Damit irrst du dich.
Deine Romane sprechen die Leute an.
Sie finden sie unterhaltsam, witzig und erkennen sich selbst darin.
Weniger ernsthaft heißt also nicht unbedeutend.
-Mehr Tee? -Nein.
Aber Ode handelt von romantischer Mythologie.
Wir glauben, man stirbt für die Liebe, weil die Literatur es uns so erzählt.
Denkst du, du trägst dazu bei?
Macht dir das Sorgen?
Ein bisschen.
Wie endet dein nächster Roman?
Während der Hochzeit erscheint plötzlich…
Der Schriftsteller.
Und der Andere rückt ins Abseits, dieser…
Dieser Idiot.
Richtig?
Es ist dieselbe Stimme, die dasselbe erzählt,
aber es gibt viele Formen des Erzählens.
Manche sprechen wenige an, andere viele. Das sagt nichts darüber, wie gut du bist.
Beruhigt dich das?
Schreibst du nun, was du wirklich schreiben willst?
Das muss ich tatsächlich sagen: Du bist ein guter Freund.
Danke.
Schön, dass es nicht mehr unangenehm ist.
Ja, stimmt. Das ist echt erleichternd.
Da es so gut läuft, könnten wir dieses Wochenende ja was unternehmen.
-Wäre toll. -Ja?
Aber ich fliege nach Asturien, mit…
-Bruno, genau. -Bruno. Stimmt.
-Ja. -Okay.
-Ein andermal. -Ein andermal. Genau.
Danke. Tschüss.
Tut mir leid.
Wir sind nur Freunde. Es war ein Arbeitsmeeting.
Nur Freunde.
Achte auf dich, mach Pilates, iss gesund.
In den Wechseljahren dankst du es dir.
Ja, ich weiß.
Aber Sport macht mich unglaublich hungrig, Erika.
Schade, dass ich deine Tochter nicht mehr getroffen habe.
Kein Problem.
Wenn ich so drüber nachdenke, weiß ich gar nichts über sie.
Da sind wir schon zwei.
Meine Tochter ist sehr eigen mit ihrem Privatleben.
Ist sie in einer Beziehung?
-Sie hat nichts erwähnt. -Nein.
-Aber ich glaube, es gibt jemanden. -Bestimmt.
-Sie hat… -Mehr Lebensfreude? Bessere Haut?
-Kriege ich etwas Brot? -Ja, klar.
Jetzt will ich sie umso mehr kennenlernen.
Tunke es ruhig ein.
-Das wirst du sicher bald. -Okay! Morgen?
-Nein. -Ja? Perfekt, toll.
Hier? Ich plane das.
Nehmen wir doch noch etwas mehr hiervon.
-Die saugen das direkt auf. -Hier auch.
Sieh mal.
-Hallo. -Hallo.
Hey, Schatz.
Ist er…
Ausgeknockt.
Du musstest aber lang bleiben.
Ja, im Büro geht es drunter und drüber.
Die Sommerkampagnen und so weiter.
Ich gehe kurz ins…
-Klar. -Okay? Bin gleich wieder da.
SIE WAR KEIN NATURTALENT.
SIE HATTE KEINEN INSTINKT.
NUR SCHULDGEFÜHLE.
Hallo, mein Schatz.
Lola, ich gehe. Soll ich das Licht ausmachen?
-Ja, bitte. -Lola?
Ja, danke.
Okay. Ich denke, Jaime und Lucía sollten sich das Dossier aufteilen.
So sind sie früher fertig und können in den Französisch-Raum.
Perfekt.
-Wow, das ist richtig gut. -Echt?
-Willst du was? -Ja.
Hier.
Weißt du, was ich will?
Ich will das Dessert.
WIEDER EXPERIMENTIEREN.
MIT DER KONTROLLE SPIELEN.
IHREN KÖRPER BEHERRSCHEN.
Mehr.
Mehr…
Oh, Quique.
Quique.
Ich will die Muse nicht stören, aber wir wollen morgen früh aufbrechen.
Ja. Stimmt, entschuldige. Ich bin…
Ich gehe ins Wohnzimmer, dann störe ich dich nicht.
-Ich schlafe lieber morgen im Auto. -Okay.
Mein Handy.
Toll, so konzentriert.
Hey, ich war übrigens heute bei…
Ein weiteres Werk wie Ode…
…wäre bedeutend.
Bedeutend heißt nicht ernsthaft.
Was?
Nichts. Gar nichts.
Ruh dich aus.
Okay.
Das hier… Hast du mein Notizbuch gesehen?
-Hier. -Okay.
Alles klar.
Sag mal, kennst du irgendeinen Quique?
Quique?
Quique…
Quique…
Keine Ahnung.
Mir fällt gerade keiner ein. Wieso?
Nur so. Du hattest letzte Nacht ziemlichen Spaß mit einem.
Ich?
-Im Ernst? -Ja.
Nein.
Keine Ahnung, Schatz.
Ich bin unmöglich.
Es war nur ein Traum.
Okay.
-Schönen Tag dir. -Dir auch.
Schatz, ich gehe. Okay?
Macht's gut. Tschüss.
Danke.
Oh, danke.
Schon da? Sind wir teleportiert worden?
Das erste Mal ohne Kotzerei.
Eine neue Ära beginnt.
Nein, sorry, ich warte noch auf jemanden.
Du hier?
Etwas zu trinken?
-Ja. -Nein. Sie geht gleich.
Ein Mineralwasser mit einer Zitronenscheibe, bitte.
Geh, meine Mutter kommt gleich.
-Ich weiß. -Warum bist du dann hier?
Leider etwas verspätet!
-Mama. -Ihr habt euch ja schon getroffen.
-Hallo! Hallo, Erika. -Hallo, Nerea.
-Wie geht's? -Du kennst sie?
Ja, wir sind Pilates-Freundinnen.
Kennt ihr zwei euch auch?
-Ja. -Nein.
Erika, setz dich.
Ich will deiner sturen Tochter klarmachen, dass du und ich befreundet sein können.
Ich kann einfach Teil deiner Welt werden.
-Ich verstehe nicht. -Es gibt nichts zu verstehen.
Also…
Danke.
Ich liebe Georgina. Sehr. Ihre Familie soll auch meine sein.
Du bist lesbisch?
-Weiß sie das nicht? -Ich bin bi.
-Bi? -Als ihre Freundin weißt du das nicht?
Entschuldigung.
Ich dachte, dass du es ihr… Dass Erika…
-Das wollte ich nicht. -Was wolltest du dann?
Was?
Mein Schatz. Es ist mir egal, wen du liebst.
Darum geht es nicht, Mama. Du hattest kein Recht dazu.
Ja. Ich weiß.
Es tut mir leid.
Ich lasse euch besser allein.
Nein. Sie wird gehen.
Hör mal, ich wollte dir nur zeigen, dass…
Tut mir leid.
Die Leser sollen auch ihn kennenlernen.
Gegen das Vorurteil, Liebesromane handelten nur von Frauen.
Wie wär's mit einer Art Doppelstruktur?
Du meinst, er fungiert auch als Erzähler?
Genau. Ginge das?
Heißt dieses Schweigen "gute Idee" oder "so ein Idiot"?
Weiß ich noch nicht.
Ich leg auf. Bruno und Aitana kommen. Danke dir.
Klar. Melde dich jeder…
ANRUF BEENDET
Jederzeit.
Tut mir leid. Es war wichtig.
Wer hat bald Geburtstag?
-Wo waren wir? -Ich!
Hallo.
-Willst du spielen? -Klar.
-Ich schreibe kurz… -Eine Bitte.
Aitana, zieh die dreckigen Schuhe aus. Los.
Ich wollte das Kapitel…
Mir ist gerade was eingefallen, wie ich die Schreibblockade loswerde.
Bleibst du kurz bei Aitana? Dann kann ich es aufschreiben.
Ich will einen neuen Erzähler einbauen und möchte möglichst bald…
Ja, aber sonst vergesse ich es, das geht nicht.
Danach lasse ich dich den ganzen Nachmittag arbeiten.
Ja, klar. Kein Problem.
Okay. Es wird nicht länger als eine Stunde dauern.
Ihr habt bestimmt einen Riesenspaß.
-Ja. -Also, bis später.
Also. Worauf hast du Lust?
-Eine Geschichte? -Nein.
Draußen spielen?
-Nein. -Einen Film gucken?
Die Bildschirmzeit muss reduziert werden.
Schminken?
Wer ist der Hübscheste?
Der hübscheste Junge der Welt?
Klar bist du hübsch, bei diesem Papa.
Solche süßen Pausbäckchen. Komm, wir gehen…
Na, so was! Der Papa des Jahres. Glückwunsch!
-Danke. -Oh…
Wir wollten Carmen besuchen.
Carmen? Die ist schon längst weg.
Wo steckst du denn?
Wo soll ich sein?
Im Büro. Frag nicht. Heute geht echt alles schief.
Dann ist ja gut. Die sagten, du wärst gegangen.
-Wer? -Na, wer wohl?
Deine Kollegen. Wir sind hier. Wo bist du?
Also, ich bin kurz rausgegangen, um auf die Toilette zu gehen.
-Okay. Ich komme. -Nein. Ich komme zu euch.
Ja! Nein!
Nein! Warte! Ich bin fast da!
-Borja! -Einen Moment.
-Ich muss ihn auch noch sehen. -Was sagst du?
Oh! Er ist so süß. Und diese Augen!
He? Hallo!
Borja!
-Borja! -Ja?
Ja! Ich komme. Nein.
Ich komme zu euch.
Nein… Ich glaub's nicht.
Du bist nicht auf dem Klo.
Nicht auf der Etage. Ich bin im Erdgeschoss.
-Wieso das? -Weil…
Ich musste…
Kacka machen.
Und…
Der Gestank war mir peinlich.
Sei doch mal zu Hause so rücksichtsvoll.
Was war das heute Morgen? Soll ich runterkommen?
Nein, ich stehe am Händetrockner an. Aber…
Jetzt bin ich dran. Vor mir ist noch jemand…
Was ist los?
Ich lege auf, und…
Wir können reden.
Okay.
Du siehst toll aus.
Du auch. Komm, wir zeigen es Papa.
Oh, warte.
-Guck mal, Papa! -Eine Stunde, hatte ich gesagt.
-Das waren schon zwei. -Guck.
-Toll. Papa muss schreiben. -Ich dachte, du notierst Ideen?
Jetzt schreibe ich.
-Können wir dich bemalen? -Nein.
Ja!
-Die Kappe. -Nein.
-Die Lippen. -Nein. Ich habe Nein gesagt!
Komm. Wir spielen draußen mit dem Reifen.
Mann, Papa.
Ich habe eine Idee.
Das Kaninchen hüpft jetzt raus in den Garten.
Genau.
Férriz.
Ich lege Gonzalo hin, dann reden wir.
Nein. Lass ihn drin, sonst wacht er auf.
Gut, ich trage ihn.
Aber versteh doch, ich brauchte Zeit für mich.
Denkst du, das stört mich? Ist doch normal.
So geht es jedem. Aber du hast gelogen, statt um Hilfe zu fragen.
-Ich dachte, du findest es falsch. -Ja, schon.
Ich kam immer so schnell wie möglich heim zu euch.
-Ich nicht! -Wieso?
Ich liebe Gonzalo, aber es ist…
Ich hasse mich als Mutter.
Ich habe keine Geduld beim Füttern. Ich kann nicht mit Babys reden.
Wenn die Brust nicht wäre, würde er sich nie bei mir beruhigen.
Ich will bei ihm sein, aber auch allein.
Ich muss arbeiten und ihn großziehen.
Und kaum ist er endlich eingeschlafen,
gucke ich mir Fotos von ihm an, wie eine Psychopathin.
Lach nicht. Das ist nicht lustig. Ich bin völlig durchgeknallt.
Ja, so ist das.
Es ist verrückt, ein Kind zu haben.
Stimmt. Wen schaukelst du da in den Schlaf?
Was?
Ich wusste nicht, ob ich es dir sagen sollte.
Aber nach der Aktion darf ich das wohl.
Aber…
Schatz, was ist los?
Ich will Gonzalo nicht in die Kita schicken.
Warum denn nicht?
Er ist noch so klein. Da ist alles voller Rotz und Viren.
Ich würde früh heimkommen und ihn gern dahaben.
Ja, aber jemand muss bei ihm sein.
Nein. Mit etwas Taschengeld kommt er schon klar.
Na klar. Eine vertraute Person, die sich um ihn kümmert.
So wie wir es tun. Zumindest, bis er etwas älter ist.
In Ordnung.
"In Ordnung"?
Ja. Es ist okay für mich.
-Wirklich? -Ja, wirklich.
Komm her.
Meine Mutter wird sich so freuen, wenn wir es ihr sagen.
Was ist dein Problem?
-Wo ist Aitana? -Sechzehn…
Wir spielen Verstecken. Sie zählt bis 100.
-Achtzehn… -Aitana kann noch nicht bis 100 zählen.
Umso besser. Mehr Zeit für uns.
-Einundzwanzig… -Also?
-Also was? -Was ist los?
Gar nichts. Ich muss arbeiten, ganz einfach.
Ich bin allein mit Aitana. Bin ich dafür 500 Kilometer gereist?
-Um allein zu sein? -Nein.
Aber wenn es kommt, kommt es eben.
-Du hast die ganze Nacht gearbeitet. -Was kommt nach 29?
Dreißig! Du hast es fast geschafft!
-Aitana hat dich seit Tagen nicht gesehen. -Einunddreißig…
Ich weiß.
Und es tut mir leid.
-Es tut mir leid. -Dreiunddreißig…
Aber da ich ständig unterwegs bin, bleibt keine Zeit zum Schreiben.
Chus macht mir Termindruck.
Hör mal. Druckmachen ist Chus' Job.
Lass nicht deinen Job darunter leiden.
Fünfzig…
-Du hast die Vierzig übersprungen! -Stimmt!
Vierzig, 41, 42, 43…
Du warst sehr hübsch mit dem bemalten Gesicht.
Ja. Das hat deine Augen schön betont.
Wir machen es so.
Ich spiele mit Aitana, bis du alles aufgeschrieben hast.
Da du länger hierbleibst als ich, solltest du die Zeit nutzen.
Man kann nirgends besser schreiben als hier, in diesem Haus.
Das stimmt.
Das wird schon.
Danke.
Ich hab dich!
Das war nicht bis 100.
-Das ist zu lang. -Stimmt.
Nun versteckst du dich. Ich zähle bis 20.
-Los! -Eins. Zwei.
Drei. Vier. Fünf.
Sechs.
Acht. Neun…
Lola, ich gehe. Soll ich das Licht ausmachen?
Nein. Ohne Licht sehe ich nicht mehr so gut.
Ja, ich sollte mal zum Augenarzt. Ich mache es nachher aus.
Okay.
Hab ich einen Hunger.
-Ja, ich auch. -Bestellen wir Sushi?
Was?
Sushi. Da hätte ich Lust drauf.
-Nein. -Wieso denn nicht?
Ich mag kein Sushi.
Na gut. Wir könnten rausgehen, etwas trinken und Luft schnappen.
Nein, lass uns hierbleiben und das fertigmachen, es ist schon…
Viertel nach acht?
-Ja. -Um acht bin ich mit…
-Dein Freund? -Nein…
Hallo. Ich bin Quique.
Bitte nicht.
-Ich hätte dich gern gefahren. -Aitana brauchte den Mittagsschlaf.
Wir sind die ganze Zeit rumgerannt.
Vielen Dank für alles.
Immerhin konnten wir ein bisschen abschalten.
Schade, dass du gehst.
Wieso haben meine zwei Frauen gleichzeitig Geburtstag?
Stieren kann eben niemand widerstehen.
Genau. Du könntest hierbleiben. Für Amaia ist das kein Problem.
Ja, aber es ist wohl besser, wenn Aitana euch ganz für sich hat.
Außerdem kann ich in Madrid super arbeiten.
-Aber wir werden noch feiern. -Das hoffe ich.
Eine Frage.
Du sagtest, man könne nirgends besser schreiben als hier.
War das dein Ernst?
Na klar. Bei dieser Aussicht…
Ich will nicht von Aitana getrennt sein. Aber ebenso wenig von dir.
Wie meinst du das?
Ich dachte, wenn das mit der Serie vorbei ist,
könnten wir hierherkommen.
Okay. Ja, hört sich gut an.
Nicht nur für ein paar Tage.
Ich meine, dass wir hierherziehen.
Wir beide.
Überleg's dir.
DIE LAST MEINER ZWEIFEL.
DIE ÜBERZEUGUNG IN SEINEN WORTEN.
MEIN LEBEN NEU AUFBAUEN.
EIN ANDERES LEBEN.
Untertitel von: Catharina Zimmermann
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