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"Das Schicksal in Person, Teil 2"
Miss Marple hat schon viele merkwürdige Fälle aufgeklärt.
Aber solch einer wie dieser ist ihr noch nie begegnet.
Eines Tages erhält sie einen Brief von einem Verstorbenen,
in dem sie aufgefordert wird, an einer Busfahrt teilzunehmen
und dabei ein Verbrechen aufzuklären, von dem man ihr nicht sagt,
welcher Art es ist. Doch Miss Marple wäre nicht Miss Marple,
wenn sie nicht bald auf eine heiße Spur stoßen würde.
Sie führt zu einem Mord, der vor vielen Jahren
an einem jungen Mädchen verübt wurde, und in den der Sohn des toten Freundes
verwickelt war. Eine mitreisende Dame scheint mehr zu wissen.
Doch bevor die tüchtige Miss Marple Genaueres erfahren kann,
geschieht ein weiteres Verbrechen.
Oder war es ein Unfall?
Ihr Name?
Temple, Elizabeth Temple. Doktor, glaube ich. Oh Gott, wie schrecklich!
Oh Gott, wie furchtbar!
Entschuldigen Sie mich.
Schreiben Sie: aus circa acht Metern Höhe...
Ihr Name, Sir?
Professor Wanstead. Innenministerium.
Ah ja, Sir!
Er hatte eine Mütze auf, Tweed oder so was, und einen karierten Pullover an.
Ich habe ihn leider nur ganz kurz gesehen.
Verstehe, Sir!
Wenn Sie mich brauchen, ich bin im Hotel "Goldener Eber", Abbey Ducis.
Danke, Professor! Ich hoffe, die Nachricht aus dem Krankenhaus...
Ja! Ja!
Ah, da kommt sie!
Hast du, was du wolltest?
Hier habe ich dir ein Stück Torte gerettet.
Ist das nicht der Professor von der Reisegruppe?
Natürlich!
Gott, hier ist ja was los! Das war doch auch eine von den Touristen, oder?
Nein!
Was geht hier nur vor?
Ein ziemlich schlichter Stein für jemanden, der so geliebt wurde.
Findest du nicht auch?
Danke!
So, da wären wir, Tante Jane! Ich glaube, hier ist es ruhig genug.
Soll ich dir eine Tasse Tee holen?
Nein danke! Das Geräusch! Das hörte ich schon, als wir auf dem Friedhof waren.
So so!
Ah, Professor Wanstead! Hallo!
Ich habe leider schlechte Nachrichten. Miss Temple ist schwer verletzt worden.
Miss Temple? Wie meinen Sie das, schwer?
Sie hat das Bewusstsein noch nicht wiedererlangt.
Die Ärzte können noch nichts Genaues sagen. Ich zweifle, ob sie es überlebt.
Sie sagen, es kann ein Unfall gewesen sein.
Besteht denn die Möglichkeit, dass es keiner war?
Vermutlich war es keiner. Eine Marmorstatue fiel von der Galerie.
Ich sah einen Mann. Er trug eine Tuchmütze und einen bunt karierten Pullover.
Aber das wäre wohl kaum ein passendes Kostüm für... oder, was meinen Sie?
Nein, nein! Es sei denn, man will auffallen.
Oh Geister, Geister. Mr. Rafiel war ein geisterhafter Marionettenspieler,
der uns zappeln lässt, uns Rätsel aufgibt und aus dem Grab heraus
über uns lacht. Oh, Verzeihung, Professor.
Sie können schwerlich wissen, wovon ich spreche.
Oh doch. Ich weiß es ziemlich genau. Auch ich bin eine
von Mr. Rafiels Marionetten, Miss Marple.
Bevor Mr. Rafiels starb, erhielt ich die Aufforderung, diese Reise mitzumachen.
Bitte?
Nichts. Verzeihung.
Bitte!
Ja, also weiter! Ich kann nur soviel sagen: ich sollte im Schatten bleiben.
Als eine Art zusätzlicher Spieler. Für den Fall... nun, wie auch immer.
Sie sind in guten Händen.
Doch worin besteht Ihr eigenes Interesse an dieser Affäre, Professor?
Mr. Rafiels andere Marionetten, außer mir, scheinen beteiligt zu sein.
Ich bin Psychologe, Spezialist für Kriminalpsychologie.
Ich arbeite schon seit Jahren für das Innenministerium.
Ich untersuchte Mr. Rafiels Sohn Michael, als er damals verhaftet wurde.
Es sah ziemlich schlecht für ihn aus, er stand unter Mordverdacht.
War er geisteskrank?
Nein!
Nein?
Sagen Sie, Miss Marple, darf man fragen, was Sie bisher herausbekommen haben?
Bisher nur, dass es um ein ermordetes Mädchen geht. Das ist alles.
Verity Hunt!
Miss Temple war ihre Lehrerin, die Bradbury-Scotts ihre Vormünder
und Mr. Rafiels Sohn Michael...
Er war ihr Verlobter. Aber die bedeutsamste Tatsache scheint mir die zu sein,
dass Verity Hunt geliebt wurde. Miss Temple deutete an, dass Verity starb,
eben weil sie geliebt wurde. Oh, wenn Miss Temple doch nur mehr gesagt hätte.
Glauben Sie, sie könnte jemand anderem mehr verraten haben?
Möglich! Sie hat einen Brief geschrieben. Das heißt, sie wollte es tun.
Und soweit ich mich erinnere... ich hatte den Eindruck,
dass es ihr schwer fiel. Vielleicht etwas Unangenehmes?
Ja, das kann schon sein! Was kann sie gewusst haben?
Von wem kann sie etwas gewusst haben?
Nach meiner Einschätzung ist Miss Temple kein Mensch, der seine Zeit vergeudet.
Sie muss angenommen haben, dass hier jemand in Abbey Ducis etwas zu sagen hatte.
Entweder war es diese Person, die sie angriff, oder auch...
Oder wer, Tante Jane?
Oder es ist noch jemand in diese Sache verwickelt.
Irgendjemand, von dem wir nichts wissen.
Das sollten wir uns mal ansehen.
Telefonische Nachricht von Mrs. H. Oldcastle.
Erzdiakon Brabazon seit vier oder fünf Jahren nicht mehr unter dieser Adresse.
Da hätten wir schon jemanden, von dem wir nichts wissen.
Nein, in der Tat. Ein Erzdiakon?
Meine Damen, dürfte ich Sie bitten, im Hotel zu bleiben?
Die Polizei hat noch einige Fragen.
Familie Butler! Bitte dort hinein!
Oh, Colonel, Colonel Walker. Nicht weg! Mist!
Maclaren-Ross sind Sie... Miss Marple, könnten Sie im Konferenzraum?
Oh, ja.
Danke! Ah, Sie, Mr. Peel! Vielen Dank!
Miss Rumley! Miss Rumley!
Professor Wanstead! Professor Wanstead! Telefon!
Oh, Moment!
Das Krankenhaus, Sir.
Wanstead. Ja, bitte?
Meine Herrschaften, wenn Sie alle hier bitte einen Moment Platz nehmen würden?
Also, ich möchte Ihnen allen mitteilen, dass Miss Temple
vor kurzem das Bewusstsein wiedererlangt hat. Hoffen wir also...
Ich meine, ich weiß natürlich nicht... jedenfalls, wie Ihnen bekannt ist,
sollten wir heute Abend weiter nach Stratford fahren. Aber ich fürchte,
daraus wird nichts. Allenfalls Montag, Dienstag. Die Polizei tut, was sie kann,
aber sie möchte noch Aussagen von Ihnen allen.
Miss Marple, wollen Sie mich ins Krankenhaus begleiten?
Dort ist der Wagen.
Sie sagen, Miss Temple hat ausdrücklich nach mir verlangt?
Ja, soviel ich hörte. - Wie geht es ihr?
Sie glauben nicht, dass sie durchkommt.
Ist das nicht Anthea Bradbury-Scott?
Die zwei Schwestern tun mir irgendwie leid.
Die Welt hat sich verändert, und sie haben es nicht bemerkt.
So, bitte!
Elizabeth?
Elizabeth?
Jane Marple?
Ja, Jane Marple ist hier.
Verity, fragen Sie sie nach Verity!
Die Wahrheit
wurde mit ihr begraben
Eine Veränderung, Schwester! - Ich sehe nach!
Nun, da sie tot ist, gibt es natürlich eine Untersuchung.
Ja! Ja, das muss wohl sein! Sagen Sie mal...
Was?
Wieso sind Sie eigentlich mit von der Partie?
Die Gründe nannte ich doch bereits.
Verzeihung, aber ich glaube, bitte nehmen Sie es mir nicht übel,
aber Sie kommen mir nicht gerade uneigennützig vor. Deshalb...
Warum befolgen Sie die Weisung eines toten Mannes? Weshalb?
Wegen des Geldes, was denn sonst? Sagte ich das nicht?
Broadribb And Schuster erhielten Order, mich zu bezahlen. Und sehr gut!
Akademiker speisen nicht vom goldenen Teller.
Professor? - Ja?
Ich habe nachgedacht, Professor.
Abgesehen von dem mysteriösen Erzdiakon Brabazon,
wen könnte die arme Miss Temple noch versucht haben zu erreichen?
Ich meine, es gilt drei Spuren zu verfolgen. Nun, Lionel. Michael Rafiel!
Ja?
Der müsste zu finden sein, oder?
Ja, natürlich! Man könnte... wir haben einen Anhaltspunkt.
Schusters Aussage. Er lebt als Tramp in London und...
Möchtest du, dass ich nach London fahre?
Ja, Lionel, und ob ich das will! Und nun zu Ihnen, Professor.
Ganz zu Ihren Diensten.
Das junge Mädchen, Norah Brent, das verschwand, als der Mord geschah,
ich habe gehört, es lebte auch in Abbey Ducis.
Nun, man müsste herausfinden, wo sie...
Soll ich Nachforschungen für Sie anstellen?
Das würden Sie tun? - Ja, mit Vergnügen!
Miss Marple, wir sind sofort hergekommen, als wir davon hörten.
Was für ein schreckliches Unglück! - Weiß man, wie es ihr geht?
Miss Temple ist heute Nachmittag gestorben.
Oh mein Gott!
Wir fühlen mit Ihnen, von ganzem Herzen. Wir sind eigentlich gekommen,
um Sie zu uns einzuladen, Miss Marple.
Sie sind willkommen bei uns im Manor House. Solange Sie wollen.
Wie freundlich! Aber die Umstände, die Ihnen das macht...
Nicht der Rede wert. - Danke sehr!
Das wäre geklärt. Gut, dann freuen wir uns auf Ihr Kommen
und erwarten Sie heute Abend. - Danke.
Wollen Sie wirklich?
Oh ja! Ich bin mir sicher, dort ist die dritte Spur zu finden.
Mr. Rafiel wollte, dass ich dorthin gehe, um irgendetwas zu entdecken.
Nun, entdeckt habe ich es noch nicht.
Vielleicht habe ich nicht die richtige Frage gestellt.
Nur Störungen. Irgendwo muss wohl ein Gewitter sein.
Verity!
Kannten Sie sie? Das wusste ich gar nicht. Sie meinten doch...
Verity Hunt, oder?
Ich habe keine Ahnung! Ich habe das nur so dahingesagt.
Die arme Miss Temple sprach es aus, bevor sie starb. Nur das! Verity!
Es bedeutet so viel wie Wahrheit, aber...
Ja, ja!
Oh Gott! Habe ich etwas gesagt, dass ich nicht sollte? Das tut mir leid.
Ist schon gut, Miss Marple. Meine Schwestern mochten Verity sehr gern.
Das ist der Grund und....
Sie wurde getötet. Ganz grausam ermordet!
Anthea, hör auf!
In einer Grube fand man ihre Leiche.
Sie war ein Mädchen, das uns nahe stand. Wie eine Tochter.
Sie lebte viele Jahre hier bei uns und ich habe sie sehr gern gehabt.
Ich sagte nicht, dass du...
Auch sie hat dich schrecklich gern gehabt?
Sie.... ihr Leben hätte so... sie...
Wir alle... entschuldigen Sie mich!
Mein Gott! Ich wollte dich doch nicht...
Es tut mir leid.
Wir haben Verity alle gern gehabt. Doch für Clothilde war sie wie eine Tochter.
Deshalb erwähnen wir ihren Namen besser nicht.
Ich glaube, ich erzählte es Ihnen bereits. Michael Rafiel war
ein übler Bursche. Oder sogar noch mehr als das, fürchte ich!
Beleidigungen! Betrügereien! Ärger mit verschiedenen Mädchen!
Gewalttätigkeiten! Und dann verschwand plötzlich ein Mädchen aus dem Ort,
Norah Brent! Sie wurde nie gefunden. Dann wurde Verity ermordet.
Natürlich hat die Polizei Michael Rafiel verhört.
Zuletzt ist sie nämlich in seinem Wagen gesehen worden.
Man konnte ihm zwar nichts beweisen, aber...
Jedenfalls, sechs Monate später hat man ihren Leichnam entdeckt.
Clothilde musste hin und sie identifizieren.
Verity war erwürgt worden und ihr Kopf war völlig zertrümmert.
Meine Schwester ist nie darüber hinweggekommen.
Und welches Zimmer hat Mr. Peel?
Augenblick!
Nein, bedaure, Madam. Mr. Peel ist gestern früh abgereist.
Vielen Dank!
Guten Morgen, die Damen! So, Sie fahren nicht mit der Gruppe mit?
Nein, wir nicht!
Wir sind uns einig. Diese Tragödie hat den ganzen Sinn dieser Reise
fragwürdig werden lassen. Ja geradezu geschmacklos.
Ja, Sie haben Recht.
Am Mittwoch findet ein Gedenkgottesdienst für Miss Temple statt.
Ja? Oh, gut, daran werde ich auch teilnehmen.
Ja! Bis dahin bleiben wir hier. Dann werden wir sehen.
Wir fühlen uns ziemlich flau.
Verstehe, verstehe! Nun, ich mache mich auf den Weg!
Tun Sie das.
Mrs. Brent? - Ja?
Mein Name ist Wanstead, Innenministerium.
Dürfte ich ein paar Worte mit Ihnen sprechen? Es geht um Ihre Tochter.
Wollen Sie wirklich nichts trinken?
Nein, danke, wirklich nicht. Ich habe gerade Kaffee getrunken.
Na gut, dann hole ich mir nur eben schnell einen Orangensaft.
Angeblich habe ich sie zu sehr verwöhnt. Na ja, vielleicht.
Sie hätten sie mal als Kind sehen sollen! Süßes Gesicht, mit Ringellöckchen.
Viele haben sich nach meiner kleinen Norah umgedreht.
Es hat auch nicht aufgehört, im Gegenteil. Die Leute sagen,
ich hätte besser auf sie aufpassen sollen, als Keith weg war.
Schön, hätte ich natürlich machen können, stimmt schon.
Aber man lebt schließlich nur einmal, und wenn man nicht ein bisschen Spaß hat,
solange man jung ist...
Wo, glauben Sie, ist sie jetzt?
Was?
Es klang vorhin so, als wüssten Sie, wo sie sich aufhält.
Ja, ich weiß, wo sie ist. Genau! - Ja und?
Sie ist tot! Das ist sie.
Arme, kleine Maus!
Muss sie sein. Oh, sie blieb öfter mal weg.
Sie war ja meistens unterwegs. Gingen die Lichter an, haute sie ab.
Aber wenn der Typ ihr nicht passte, war sie bald wieder zurück.
Bloß wenn sie glücklich war, das war schlimm.
Manchmal hat sie sich tagelang nicht gemeldet, das kleine Biest.
Aber irgendwann hat sie dann wenigstens mal angerufen.
Und drum habe ich mir zuerst keine Sorgen gemacht. Wir kannten uns, wissen Sie?
Ich kann es nicht glauben. Nicht richtig, nicht vom Gefühl. Wochenlang nicht.
Dann schließlich habe ich eingesehen, es war Blödsinn,
sich noch etwas vorzumachen.
Bestimmt hätte sie sonst was von sich hören lassen. Irgendwie, durch irgendwen.
Die kleine Maus wusste genau, dass ich warte, sie würde mich doch nicht quälen.
Nein, sie ist tot und hinüber.
Irgendeiner hat sie... arme Kleine!
Ja, ich... tut mir leid.
Und was interessiert Sie daran?
Ein anderes Mädchen ist auch verschwunden. Zur selben Zeit.
Oh ja! Die kleine Hunt, oben vom Manor House. Ja, die auch.
Meine Norah kannte sie. Wissen Sie das?
Nein, das wusste ich nicht.
Oh ja, Miss Hunt hatte viel übrig für meine Norah. Sie war ja so naiv.
Oft hat sie Norah so Sachen gefragt. Sie hatte doch keine Mutter mehr.
Aber ihre Vormünder...
Ach, die beiden alten Jungfern! Die würde ich sicher auch nicht fragen,
wenn es darum geht, was man mit einem Mann macht.
Ach, um so etwas ging es.
Aber natürlich. Sie war doch verliebt. Und wie!
Ach was!
Ja, und zwar in den jungen Rafiel. Den aus der großen Villa.
Denken Sie, er könnte etwas zu tun haben mit Veritys Tod?
Oh, darüber sage ich lieber nichts. Nein!
Na, möchten Sie vielleicht jetzt einen Orangensaft?
Wiedersehen, Mrs. Watson! - Wiedersehen! Bis morgen!
Oje!
Ja, bitte?
Oje, oje! - Was ist denn?
Ach, ich mache so viele Fehler in letzter Zeit!
Na, dann wollen wir mal sehen, ob wir einen wieder gutmachen können.
Sehr freundlich, wenn sich das machen ließe! Ja, ich bin immer so zerstreut.
Ein Paket! Sehen Sie, ich habe ihnen Kleidung geschickt.
Pullover, Kinderwollsachen...
Wem denn, meine Liebe?
Der Wohltätigkeit! Also, ich habe es fertig gepackt, adressiert
und wegschicken lassen. Und dann, bei meiner zweiten Tasse,
ich nehme immer zwei Tassen Tee zum Frühstück, Sie auch?
Oh, ja, ja!
Da fiel mir ein, dass es die falsche Adresse war.
Ich wollte es an die Londoner Hafenwohlfahrt schicken.
Ich wohne zurzeit oben im Manor House, wissen Sie? Und...
Hat es nicht Mrs. Glynne hergebracht?
War das etwa am Samstag?
Samstag? Samstag? Oh ja, natürlich!
Oh, dann ist es nicht Mrs. Glynne gewesen. Es war Miss Anthea.
Oh, sie war es!
Wie nett! Wie lieb von ihr.
Ich überlege. Was stand da drauf? Die East Ham...
Also, das weiß ich bestimmt. East Ham, Frauen- und Kinderbekleidung, oder so.
An einen Pastor, glaube ich.
Einen Pastor! Ja, so war es! Pastor, ja! East Ham. Reverend Matthews.
Solch eine brave Familie! Und solch eine schwere Mission.
Oh, mein Kompliment. So ein Gedächtnis...
Aber ich fürchte, das Paket ist schon weg.
Oh, das macht nichts! Danke vielmals! Ich bin wirklich sehr erleichtert.
Gern geschehen, meine Liebe. Auf Wiedersehen!
Raff? Wo soll er schon sein? Dort, wo seine Arbeit ist.
Seine Arbeit?
Na und? Wer sind Sie?
Ein Freund.
Dann wissen Sie nicht, was er macht? Raus hier, raus!
Miss Marple, Broadribb! Telefonische Nachricht.
Sie hat einen vertraulichen Auftrag für uns.
Sie möchte, dass wir für sie nach einem Paket forschen.
Entschuldigen Sie, Mr. Broadribb! Entschuldigen Sie!
Schon gut, Miss Wimpole, schon gut! Wie wäre es mit einem Tee?
Tee? Gewiss! Tee!
Was geht hier vor, Broadribb?
Wie meinen?
Hören Sie, jemand... irgendein Kerl schnüffelt hinter mir her
und stellt Fragen. Das mag ich nicht! Er soll damit aufhören.
Klar? Das war es!
Ja. Nun, Schuster?
Wen kann er meinen?
Ich habe keine Ahnung. Ich kann mir nicht vorstellen,
wer solch einer unappetitlichen Person Beachtung schenken sollte.
Er hat unseren Kummer getragen und unsere Sorgen auf sich genommen.
Er hat unseren Kummer getragen und unsere Sorgen auf sich genommen
Der Herr ist bei uns, im Leben und im Tode. Amen.
Ich bitte vielmals um Verzeihung. Gestatten Sie eine Frage?
Sind Sie zufällig Erzdiakon Brabazon?
Ja, der bin ich.
Ich glaube, wir hatten einmal einen gemeinsamen Bekannten, Hochwürden.
Einen Mr. Rafiel.
Ja, den kannte ich. Er starb vor wenigen Wochen.
Sind Sie aus dem Grunde hier?
In gewisser Weise ja.
Ach, ich vermute, ich bin auch auf seinen Wunsch hin hier,
denn eine andere Erklärung gibt es wohl nicht. Schon mehrmals hatte ich vor,
hierher zurückzukehren, von Australien.
Und dann liegt da plötzlich auf meinem Schreibtisch ein Flugticket.
Die Fluggesellschaft sagte, dass kein Irrtum vorliegt. Es war mein Name.
Und auf dem Flugplatz in London wartete eine weitere Fahrkarte auf mich,
nach Abbey Ducis.
Dann kam ich hier an und wurde mit dieser tragischen Nachricht begrüßt.
Selbst das scheint irgendwie vorausberechnet zu sein.
Hochwürden, ich möchte Sie gerne jemandem vorstellen. Da ist sie.
Mr. Rafiels Bluthund, sein rächender Engel. Sie sieht so harmlos aus, nicht wahr?
Ihre Tarnung ist überaus perfekt, weil sie nämlich zum Teil das ist,
was sie zu sein scheint: Eine schwatzhafte, alte Dame vom Lande.
Aber ihre Logik ist überraschend. Ihre Fähigkeit der Synthese bewundernswert!
Und vor allem, sie lässt nie ihr Ziel aus den Augen.
Sie machen mich wirklich gespannt.
Verity, natürlich.
Ich kannte sie schon als Kind. Sie war, nun, sie war gesegnet
mit den Eigenschaften Güte und Schlichtheit.
Welch letzte manchmal umwerfend war.
Miss Temple beschrieb sie als einen Sonnenschein.
Ja, das trifft es. Genau das war sie. Sie war so...
Sie kam damals von allein zu mir.
Sie glaube, Michael würde sich ändern, sagte sie. Ich versuchte, ihr zu erklären,
dass Menschen sich selten ändern.
Jedenfalls nicht grundsätzlich. Ihre Antwort darauf war einfach:
Glauben Sie denn nicht an die Erlösung eines jeden Menschen?
Ich sehe sie noch vor mir. Ihre Schlichtheit, ihre Kraft, ihr Glaube!
Ich gestehe, ich habe mich in dem Moment geschämt.
Verdorben durch die Welt. Und als ich die beiden zusammen sah,
wusste ich, sie hat Recht. Ich habe viele junge Leute beraten,
die heiraten wollten. Niemand passte besser zueinander als die beiden.
Sie hatten Vertrauen und Verständnis für einander, wie es selten ist.
Äußerst selten. Liebe!
Mr. Rafiel? Raff!
Oh, Sie kennen ihn gar nicht! Nun, er ist so was wie ein...
Nun, wie soll man es ausdrücken? Gewissermaßen ein Anwalt der Armen.
Er kämpft beispielsweise mit den Behörden im Namen irgendeines armen Kerls,
wie sie täglich zu dutzenden durch unsere Hände gehen.
Ein Consul populus. Er ist ein gebildeter Bursche, müssen Sie wissen.
Manche betrachten ihn sogar als Heiligen. Was mich betrifft, ich bin Beamter.
Also ich sehe nicht viel von der Heiligkeit.
Die Juristen kriegen die spitzere Seite seiner Zunge zu spüren.
Wir sind nur Affen und Dummköpfe. Und er hat noch andere Komplimente für uns.
Oh, Miss Marple. Sie sind noch hier? Das ist gut.
Würden Sie uns den Gefallen tun und mit uns zu Abend essen?
Oh, vielen Dank! Das ist sehr freundlich von Ihnen.
Doch ich werde sicher erwartet von den Damen in Manor House.
Das finde ich ein bisschen unfair. Sie haben Sie jeden Abend zu Gast.
Die kommen auch mal ohne Sie aus. Tun Sie uns den Gefallen.
Es gibt so viel Interessantes zu erzählen. Miss Barrow und ich,
wir würden Sie auch dann nach dem Essen begleiten.
Ja dann.
Bleiben Sie hier zum Dinner, Miss Marple?
Ja! Miss Cooke war so reizend, mich an ihren Tisch zu bitten.
Es stimmt schon! Ich denke nicht, dass die Bradbury-Scotts sehr böse sein werden.
Und Mrs. Adams, die wird sogar froh sein,
nicht für eine Person mehr sorgen zu müssen.
Also, ich rufe an, ja? Und vielen Dank für die freundliche Einladung.
Ich werde Sie später zum Manor House zurückbringen.
Danke, das wäre sehr nett von Ihnen.
Warum wollen Sie mit den beiden essen?
Weil ich glaube, dass ich dabei etwas erfahren kann.
Danke, Mrs. Adams! Ah, Mrs. Adams, ich glaube,
wir brauchen noch eine vierte Tasse.
Miss Marple dürfte jeden Augenblick eintreffen.
Natürlich!
Verzeihen Sie die Störung, meine Damen, waren Sie mit dem Dinner zufrieden?
Ja, es war wundervoll.
Das freut mich! Ob Sie...
Ja, natürlich. Entschuldigen Sie mich, Miss Cooke, Miss Barrow.
Haben Sie herzlichen Dank!
Auf Wiedersehen!
Und haben Sie etwas erfahren?
Oh ja!
Gute Nacht, Miss Marple! - Gute Nacht!
Gute Nacht!
Es war recht instruktiv.
Ja, das war es!
Ich fand es merkwürdig von Miss Marple, nicht mit uns zu Abend zu essen.
Vielleicht Rücksichtnahme. Sie wollte uns keine Umstände machen.
Es dürfte ihr nicht entgangen sein, dass wir kaum noch Personal haben.
Dahinter steckt mehr als das, glaube ich. Sie sagte, sie hoffe,
irgendwas zu erfahren. Und ich hoffe, sie kann Bridge spielen.
Höflichkeit, Vinny! Weiter nichts. - Mariage steht mir bis hier.
Hör endlich auf, an dem verrotteten Kasten rumzudrehen.
Gott! Gott! Gott!
Danke, Professor!
Sind Sie auch wirklich sicher, dass Ihnen hier nichts...
Oh, jetzt bin ich wirklich schon sicher.
Gut! Fertig?
Ja!
So, Sie reisen morgen ab, Miss Marple?
Ja! Ich habe erledigt, weshalb ich gekommen bin. Meinen kleinen Auftrag.
Ach ja?
Auftrag? Von wem?
Von Mr. Rafiel! Ich glaube, jetzt kann ich es Ihnen sagen.
Was war Ihr Auftrag? - So ein großzügiger Mann! Wie bitte?
Was sollten Sie denn für ihn tun?
Nun, er bat mich, oder besser er baute auf mich und mein bescheidenes Talent
in einer gewissen Richtung. Und er sprach von Gerechtigkeit.
Lasst Gerechtigkeit herabströmen wie Wasser
und Rechtschaffenheit wie einen ewigen Strom.
Ja, so war das.
Und ich habe oft darüber gegrübelt, ob ich mir Mr. Rafiels Absichten
nur eingebildet habe, aber ich bin mir jetzt völlig sicher.
Ist das nicht komisch? Alles begann mit diesem armen,
liebenswerten Mädchen, Verity! Ihrem Mündel!
Als Mr. Rafiel sein Ende nahen fühlte, wollte er,
dass Gerechtigkeit geschehe. Er wollte ihren Mörder entlarven,
koste es, was es wolle. So traf er einige Vorkehrungen.
Und wissen Sie nun, wer der Mörder war?
Ja, jetzt weiß ich es!
Gut! Wir alle werden froh sein, wenn dieses Verbrechen aufgeklärt wird.
Wer ist es?
Man braucht Beweise! Hieb- und stichfeste!
Ich werde es schaffen, sie auszugraben. Aber bis dahin...
Verstehe!
Tenzing, wie kommst du denn hier rein? Mrs. Adams sagte,
Sie hätte dich ausgesperrt. Oh, wie bist du nass! Na komm!
Mrs. Adams muss ein Fenster offen gelassen haben. Ich schau mal nach!
Ja, tu das! Es ist Zeit! Ich nehme das Tablett mit raus.
Ach, möchten Sie noch ein Tässchen Milch, Miss Marple?
Guten Abend, Miss Bradbury-Scott!
Ich sah hier Licht brennen und wollte...
Schauen, ob ich meine Milch getrunken habe?
Was?
Habe ich nicht, tut mir leid! Ich dachte, sie würde mir nicht bekommen.
Sie wissen sicher, wie ich das meine!
Wenn Sie lieber etwas anderes möchten, ich hole es Ihnen.
Nicht nötig! Ich würde es auch nicht trinken.
Was für eine außergewöhnliche Persönlichkeit!
Ist das ein kleiner Spleen von Ihnen, oder was?
Es gab eine Zeit, Miss Bradbury-Scott, da lebte ein junges Mädchen hier im Haus.
Heiß geliebt, unschuldig, unberührt. Zu sehr geliebt!
Zu unschuldig, zu unberührt! Und als ein junger Mann kam
und sie für sich beanspruchte, womit Sie ja rechnen mussten,
war es gerade ihre Unschuld, die sie dazu brachte, sich in ihn zu verlieben.
Ein miserabler, verdorbener Krimineller. Ich mag nicht darüber sprechen!
Was immer er war, das Mädchen hat fest an das Gute in ihm geglaubt.
Wie konnte sie denn das? Gott weiß, was der ihr vorgemacht hat!
Mein schönes, begabtes Mädchen. Das ist unmöglich!
Sie hätte erkennen müssen, dass...
Gaben Sie ihr denn Gelegenheit dazu? Nein.
Die Gewalt Ihrer Liebe muss erschreckend gewesen sein, Miss Bradbury-Scott.
Wie haben Sie sie getötet?
Was?
Veritys Leichnam wurde in einer Grube entdeckt, völlig entstellt.
Glauben Sie, so wie ich dieses Mädchen geliebt habe,
glauben Sie, ich hätte ihr das antun können?
Nein, natürlich nicht. So etwas nicht.
Wovon, zum Teufel, sprechen Sie dann überhaupt?
Ich sprach von Verity, nicht von Norah Brent! Die haben Sie totgeschlagen
und dann für Verity ausgegeben, als man die Leiche fand.
Was für ein Akt der Entweihung muss das gewesen sein? Ihre Prinzessin!
Es wird viel Überwindung gekostet haben. Verity haben Sie schlafen gelegt,
als sie eben für die Schönheit des Lebens erwacht war. Sie hatte versucht,
der Knechtschaft Ihrer Liebe zu entkommen.
Sie wollte das Leben einer normalen Frau führen. Sie wollte die Realität.
Sie schickten sie zurück ins Märchenland. Und nun?
Und nun...
Nun ist sie sicher vor jedem unerwünschten Prinzen.
Dornröschen schlummert für immer im Gewächshaus.
Und Blumen wachsen rings um sie.
Ja! Ja!
Nein, Miss Bradbury-Scott! Sie ist ein verwester Leichnam
und niemand wird sie je wieder wach küssen.
Du mieses, altes Weib!
Du Hexe!
Du kommst hier nicht mehr lebend raus!
Ich bin da nicht so ängstlich!
So, jetzt ist es vorbei!
Gott sei Dank!
Ich gehe jetzt in mein Zimmer!
Falls Sie nichts dagegenhaben.
Ich glaube, das wird das Beste sein.
Soll ich?
Nicht nötig!
Tilly? Clothilde?
Clothilde?
Wo bist du, Tilly? Clothilde?
Tilly? Wo bist du?
Clothilde!
Oh, Tilly! Oh Gott! Oh Gott!
Lass sie in Ruhe, du kannst ihr auch nicht mehr helfen!
Sie war nie glücklich! Nie! Sogar als sie Verity hatte! Ewig die Angst,
Sie zu verlieren. Das hat sie für sie angepflanzt. Zur Erinnerung!
Ich wollte es immer rausreißen, wollte ihr helfen, damit sie endlich vergisst.
Das hätte sie nie erlaubt, das bedeckt Veritys Grab!
Die bescheidene Grabstelle auf dem Friedhof ist der Ort,
wo Norah Brent begraben liegt.
Nein! Nein!
Oh danke, Lionel! Gut gemacht!
Wir müssen jetzt los, Miss Marple!
Auf Wiedersehen! Und vielen Dank!
Das war ja unsere Aufgabe!
Wiedersehen!
Oh, Professor! Ich möchte Ihnen meine Schutzengel vorstellen.
Miss Cooke und Miss Barrow waren meine Leibwächter.
Mr. Rafiel hat an alles gedacht. Vorzügliche Arbeit!
Hat mich gefreut, Professor! - Miss Cooke!
Auf Wiedersehen! - Miss Barrow!
Wir gehen dann.
Das fand man auf Clothildes Schreibtisch! Von Elizabeth Temple.
Es bestätigt Ihre Annahme!
Sie bezichtigt ganz eindeutig Miss Clothilde Bradbury-Scott des Mordes an Verity.
Und, wie erstaunlich, sie bietet ihr Hilfe an, falls sie gesteht!
Als ob das, ja, ich weiß nicht, etwas Alltägliches wäre!
Und das hat sie das Leben gekostet. Der Mann mit der Tuchmütze
und dem Pullover war Clothilde. Miss Temple hat offensichtlich
gar nicht geahnt, in welche Gefahr sie dieser Brief bringt.
Aber Jason Rafiels Glaube an seinen Sohn ist endlich gerechtfertigt.
Oh nein, Professor, es sah ganz anders aus.
Mr. Rafiel wollte Gerechtigkeit für das tote Mädchen.
Selbst wenn es bedeutet hätte, seinen Sohn zu opfern.
Auch das hat er in Betracht gezogen?
Oh ja! Ich bilde mir ein, deshalb hat er mich ausgewählt.
Er wusste, ich würde nicht zögern, Michael notfalls dem Galgen auszuliefern.
Er nannte mich Nemesis, wissen Sie?
Und das war nicht nur humorvoll gemeint.
Na schön, sie haben mich gefunden! Und was wollen Sie?
Der Mörder von Verity ist entlarvt.
Was für ein Paradies!
Fahren wir nicht weiter, Professor?
Nein, ich weiß was Besseres!
Was haben Sie vor?
Bitte!
Also wirklich, ich weiß nicht. Was haben Sie im Sinn?
Danke für Ihren Besuch, Miss Marple! Ich bin Michael Rafiel.
Sehr angenehm!
Professor! - Hallo, Tante Jane!
Oh, Lionel! Wie du das gemacht hast!
Na ja, es ergab sich!
Das steckte in einem Umschlag, der an mich adressiert war. Es ist für Sie!
Für mich?
Ohne Zweifel!
Oh, von Ihrem Vater! Wie aufmerksam!
Danke, Miss Marple, meine Nemesis!
Ob wir uns wieder begegnen? Ihr Jason Rafiel!
Untertitel: Herden Media
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