All language subtitles for Miss.Marple.Nemesis.1987.S01E01_ger

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Original subtitles

"Das Schicksal in Person, Teil 1"

Jetzt haben wir alles beisammen, Mr. Rafiel! Nichts steht mehr aus!

Bis auf eines.

Ich bin alles durchgegangen! Mehrmals!

Bis auf Michael! - Michael?

Mein Sohn! Glauben Sie an das Schicksal, Mrs. Kurnowitz?

Göttliche Vergeltung, Nemesis!

Sind Sie bereit? - Wozu, Mr. Rafiel?

Wir müssen ein Spinnennetz weben.

Tja, Lionel, ich weiß nicht, was ich sagen soll, um dich zu trösten!

Vielleicht ist es so am besten!

Viele Ehen enden heutzutage in einem Desaster.

Ich will hoffen, du hast dich wenigstens bemüht.

Ja, natürlich, Tante Jane! Habe ich!

Ich meine nur, wär es nicht besser gewesen,

zuhause zu bleiben und es durchzustehen?

Ich habe versucht, zuhause zu bleiben.

Wie bitte?

Celia hat alle Schlösser auswechseln lassen. Sie hat mich ausgesperrt!

Oh, armer Lionel! Also regelrechter Kriegszustand.

Ich hoffe, der Gegensatz hier wird dir nicht langweilig werden.

St. Mary Mead ist ein Ort der Stille.

Oh ja, das tut mir gut!

Ich glaubte, Sie wären diese lästige Pflegerin!

Die Engel? - Haben zugesagt!

Der Prospekt an Mrs. Temple?

Ja, der Professor hat auch zugestimmt.

Und die Flugtickets sind unterwegs zum Erzdiakon!

Gut! Jetzt liegt es nur noch an ihr!

Vor Jahrtausenden zeigte man sie mit einem Messstab, einem Schwert!

Und bald schrieb man Gottes Geißel.

Und sie fuhr in einem von Greifen gezogenen Wagen. Nemesis!

Als ich sie das letzte Mal sah, trug sie einen rosafarbenen Wollschal.

Lassen Sie das hier!

Ja, Mr. Rafiel!

Die Abendnachrichten! Die Abendnachrichten! Millionär verstorben!

Geben Sie her! - Ja! Bitte, Sir!

Die Abendnachrichten! Die Abendnachrichten!

Oh, armer Mr. Rafiel! Jemand, den ich kannte, ist verstorben.

Wie bedauerlich!

Nun, in meinem Alter liest man solche Mitteilungen immer öfter,

doch Mr. Rafiel war so voller Leben!

Meinst du Rafiel, den Millionär?

Ja! Da!

Ich half ihm einmal, einen Mord zu verhindern. Er nannte mich Nemesis.

Jason Rafiel, bekannter Millionär, lebte in seinem Privatparadies auf der Insel

La Rocheverte. Er starb dort am Dienstag nach kurzer Krankheit.

Ach ja!

Er war ein geschätzter Klient, Schuster.

Er war ein alter Schurke! Und er ist noch immer unser Klient.

Er beschäftigt uns noch immer. Noch aus dem Grabe heraus!

Allerdings!

Armer Lionel, da du hier keinen Menschen kennst,

musst du dich fürchterlich langweilen!

Überhaupt nicht. Nein, Tante Jane, mir gefällt es. Ich meine,

ich will damit sagen... weißt du, ich bin nun mal ein wenig altmodisch.

Ich mag Ruhe und Frieden und auch Langeweile! Ich bin zufrieden.

Glaube mir, Tante Jane! Vollkommen.

Oh, ein Brief von Mr. Rafiels Anwälten. Wie merkwürdig.

Wirklich äußerst merkwürdig!

Oh, Marmelade!

Was ist denn, Tante Jane?

Sehr mysteriös! - Was? Der Brief?

Mr. Rafiel bittet mich, etwas zu untersuchen, aber er lässt mich nicht

wissen, was es ist. Darüber schweigt er sich aus. Welche Art von Verbrechen,

falls es so etwas ist, und wer es begangen hat und wo und zu welcher Zeit?

Ich bin ziemlich verwirrt! Wie soll man ein Kreuzworträtsel lösen

ohne jegliche Definitionen?

Aber irgendetwas muss doch da sein. Gar nichts konkretes?

Oh, das schon, ja! Ich soll seine Anwälte aufsuchen!

Möchte wissen, was das für eine ist.

Sie ist schon älter, also wird sie pünktlich sein.

Ich muss gestehen, Schuster, ich fühle mich etwas verunsichert.

Wie viel dürfen wir eigentlich verraten?

Die grundsätzlichen Fakten, falls sie erfragt werden.

Ja. Heikles Geschäft!

Eines ist sehr seltsam. Mr. Rafiel war immer ein schwieriger Klient.

Eine Busfahrt?

Ich fürchte, ja. So ist es, ja. Ich bin etwas in Verlegenheit,

Miss Marple, da ich Ihnen so wenig erzählen kann.

Zwei Teilnehmerkarten stehen Ihnen für die besagte Reise zur Verfügung.

Die zweite ist für den Fall gedacht, dass Sie jemanden mitzunehmen wünschen.

Danke sehr! Ja, ich verstehe.

Die finanzielle Belohnung gehört Ihnen, wenn Sie die Untersuchung

zu Ihrer eigenen Zufriedenheit abschließen konnten

oder am Ende des Jahres ohne Zusatzbedingungen.

Oh ja, aber das ist ein wenig schwierig.

Wie soll ich denn wissen, ob ich erfolgreich war?

Nun, wir sind angewiesen, Sie wissen zu lassen,

dass Sie erfolgreich waren, wenn Sie erfolgreich waren!

Ja, verstehe! Ich glaube zu verstehen, ja!

Ich denke, Broadribb, die Dame möchte ganz gerne wissen,

auf wie viel sich die Belohnung beläuft.

Ah ja! Danke, Schuster! 20.000 Pfund

Oh! Das ist ja eine ziemlich hohe Summe!

Nicht so viel, wie es einmal war.

Zum Beispiel Rebhühner.

Madam?

Rebhühner sind heute schwer zu bekommen und sehr teuer. Ich glaube,

ich werde mir einmal ein ganzes Rebhuhn leisten

und dazu vielleicht geröstete Maronen und...

Sagen Sie, hatte Mr. Rafiel nicht einen Sohn? Michael?

Ja, doch das ist eine unerfreuliche Sache!

Nun ja, es gab Zwistigkeiten zwischen ihm und seinem Vater.

Er verursachte einen Skandal.

Einen Skandal? Wie?

Ja, fatal! Er stand unter dem Verdacht, in einen Mord verwickelt zu sein.

Oh! Und wann war das?

Vor etlichen Jahren schon!

Vor wie vielen?

Mr. Broadribb? - Ja?

Sieben oder acht? - Ja.

Und stehen Sie noch mit dem jungen Mann in Verbindung?

Nein. Nach diesem Skandal ging er, soviel wir wissen,

für ein paar Jahre ins Ausland,

und nachdem er hierher zurückgekehrt ist, soll er unter Obdachlosen leben.

Oh wie schrecklich!

Tramps und Vagabunden und so weiter. Jedenfalls ist er für unsere Absichten

und Ziele unerreichbar!

Könnte er tot sein?

Könnte er durchaus! Doch er ist nie für tot erklärt worden.

Nun, dürfte ich Sie um etwas bitten? - Ja, Madam.

Ich wüsste sehr gerne die genauen Umstände dieses Mordes.

Ich meine, vielleicht könnten Sie die Reiseroute verfolgen

und mir an einen dieser Orte schreiben. Ginge das?

Natürlich, Miss Marple, ja.

Also, Sie haben sich entschlossen, die Tour zu machen?

Das hat Mr. Rafiel von mir erwartet.

Und in Begleitung?

Ja! Ja, ich denke, ich reise in Begleitung!

Oh Madam, Sie müssen dann darüber gehen. Oh, die Gäste sind da!

Hallo, Miss Marple! Sie sind doch Miss Marple, nicht?

Ich freue mich, Sie kennenzulernen.

Und Sie müssen Mr... - Guten Tag! Angenehm!

Sehr angenehm, Mr... - Peel.

Peel! Na bitte! Und ich bin Madge.

Man hat mir eingeschärft, Sie zu hüten wie ein Kronjuwel, Miss Marple!

Strikte Anordnung!

Darf ich Ihnen Ihren Platz zeigen? - Sehr aufmerksam, danke!

Hier, zwischen den Achsen! Die angenehmsten Plätze!

Oh, ich stehe Ihnen im Wege, verzeihen Sie! Bitte, Mr. Peel, setzen Sie sich!

Also, ich hoffe, Sie haben es beide hier so richtig bequem!

Und wenn Sie irgendeinen Wunsch haben, ich tue mein Möglichstes.

Ja, dann also... Oh, bitte. Hier, Ihre Mitreisenden!

Das ist nett!

Wenn man die Namen kennt, kommt man leichter ins Gespräch!

Danke Ihnen!

Ich muss jetzt noch mal raus!

Danke! Also, bis bald!

Nun denn, hilfsbereit ist sie!

Ja, sehr!

Die Frau kommt mir bekannt vor! Wofür hältst du sie, Lionel?

Macht was her. Energischer Typ, wirkt akademisch!

Vielleicht eine Archäologin oder eine Lehrerin oder so was.

Natürlich, Miss Temple! Elizabeth Temple!

Sie war Direktorin von St. Agnes, weißt du?

Aha, sieh an!

Ja, ich las von ihrer Pensionierung letzten Sommer.

Da haben wir wirklich Glück.

Gratuliere, Tante Jane! Elizabeth Temple! Hier steht es!

Und wer mag der Herr sein?

Hier ist ein Professor Wanstead aufgeführt.

Interessant!

Steht aber nicht dabei, was er für ein Professor ist.

Das scheint ja eine erlesene Reisegesellschaft zu werden!

Ich stelle mir vor, dass Sie gerade Schals stricken oder so etwas.

Und wenn Sie diese Tätigkeit vorziehen, so ist das Ihre Entscheidung.

Doch wenn Sie lieber der Gerechtigkeit dienen wollen, hoffe ich,

dass es zumindest eine interessante Zeit für Sie werden wird.

Erinnern Sie sich? "Lasst Gerechtigkeit herabströmen wie Wasser

und Rechtschaffenheit wie einen ewigen Strom."

Oh, wie herrlich die sind! Filipundelas Purpureas.

Ach, meine werde ich wohl nie zu solch einer Pracht bringen.

Warum sollte dir das nicht gelingen? Drohe Ihnen, sie werden sonst ausgegraben.

Armer Lionel! Bestimmt langweilst du dich fürchterlich!

Aber kein bisschen, Tante Jane. Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich.

Sozusagen das Leben eines Schlossherrn. Ich fühle mich wundervoll beschwingt.

Aber du kommst mir ein wenig müde vor!

Nun, ich muss dir Recht geben, das bin ich wirklich!

Irgendwo da drüben habe ich so etwas wie eine Bank gesehen.

Ich glaube, ich gönne mir eine kleine Rast.

Ich hole dir eine Tüte Eiscreme!

Oh ja, dank dir!

Oh, das überrascht mich nicht. Ich bin auch wie erschlagen.

Was interessiert Sie mehr, Gebäude oder Gärten? Was sind Sie,

Botaniker oder Historiker? - In gewissem Sinne beides!

Dein Vanilleeis, Tante Jane! Oh, entschuldigen Sie!

Ist schon gut, keine Ursache!

Bitte sehr, Tante Jane.

Wollen Sie hier rein?

Allerdings! Danke!

Los, kommt!

Oh ja, danke vielmals!

Die Fahrt wird anstrengend. Es ist ratsam, sich ab und an auszuruhen.

Höchst interessant! Wir scheinen alle denselben Ort zu bevorzugen.

Darf ich bei Ihnen Platz nehmen?

Aber bitte, gern. - Sehr freundlich.

Wir überlegten, was Sie bewogen haben mag, an der Tour teilzunehmen,

und Tante Jane meinte... - Nun, was?

Neugierig zu sein gehört sich ja eigentlich nicht!

Ach, ich bitte Sie!

Tante Jane hatte den Eindruck... es mag seltsam klingen,

aber Tante Jane war der Meinung...

sie verfügt über sehr viel Fantasie, wissen Sie?

Nun, wir fragten uns, ob Sie eventuell auf einer Pilgerfahrt seien?

Sie erinnern mich an eine Mrs. Jamieson, die den Weg von Chesire nicht scheute,

um sich in St. Mary Mead die Kirche anzusehen.

Die Kirche? Extra von Chesire? Ich meine, nichts gegen deine Kirche,

aber deswegen... von Chesire?

Nun, der Grund war folgender: Mrs. Jamieson war in ihren Jugendjahren

in St. Mary Mead sehr glücklich. Sind Sie auf einer Pilgerfahrt?

Ja, ganz recht!

Wirklich? Und was ist Ihr Ziel?

Handelt es sich um eine besondere Sehenswürdigkeit?

Abbey Ducis! Dort bin ich früher häufig gewesen.

Ich suche nach einer Erklärung für etwas, was mich schon seit Jahren bewegt.

Deshalb reisen Sie mit uns?

Ja! Vor ungefähr einer Woche landete ein Prospekt auf meinem Fußabtreter

und Abbey Ducis war in der Reiseroute enthalten.

Das schien mir wie ein Wink des Schicksals.

Ja!

Dazu noch diese angenehme Gesellschaft! Was will man mehr?

Das Testament Ihres Vaters ist ein etwas komplexes Dokument!

Egal. Und wenn es ein dreibändiger Roman ist, Mr. Broadribb, ich will es hören!

Wie Sie wünschen!

Ah, Miss Wimpole!

Ist diese Person tatsächlich Mr. Rafiels Sohn?

Ich fürchte, ja! Würden Sie uns bitte eine Tasse Tee machen, Mrs. Wimpole?

Das kann dauern!

Wie bereits determiniert... - Moment.

Noch mal, aber in verständlicher Sprache! Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass Sie zwei Millionen Pfund erben, wenn Sie sich...

Wenn?

Unter der Voraussetzung, dass Sie sich...

Ersparen Sie mir das Fachgerede, Mr. Broadribb! Wenn?

Wenn Sie sich einverstanden erklären, in dem Haus zu leben,

das Ihnen Ihr Vater zum Zeitpunkt Ihrer Verlobung übergeben hat!

Im Rafiel Haus, Abbey Ducis. Sie sollen es in Ordnung...

Das ist die Bedingung, das Geld zu kriegen?

Mr. Rafiel, es ist eines der schönsten Häuser in England!

Nur unter der Bedingung? - Ja! Ich fürchte, ja!

Anderenfalls nicht!

Das spricht für einen negativen Ausgang.

Sie haben es erraten.

Ich habe hier die Details, um die Miss Marple gebeten hat.

Ich gebe sie mit zur Nachmittagspost.

Nach Stourton!

Ich bekam diese Reise geschenkt. Ein Freund hat alle Kosten bezahlt.

Haben Sie schon einmal von Jason Rafiel gehört?

Er war der Freund?

Ja! Ja, es stand in seinem Testament.

Merkwürdig! Ja, ich habe von ihm gehört.

Er beteiligte sich ein oder zwei Mal an Bildungsprojekten.

Er hatte einen Sohn, wissen Sie?

Ja! Ja, ich weiß es, ja!

Eine von meinen Schülerinnen, Verity.

Sie war ein richtiger Sonnenschein! Nicht herausragend begabt

oder besonders attraktiv. Nicht auffallend, meine ich.

Nicht clever, nicht sportlich, sie war Waise! Sie hatte kein Geld, kein zuhause!

Doch in Ihrem Wesen war irgendein Zauber.

Vielleicht war es Güte.

Sie glauben an solche Dinge?

Oh, ja, ja! Ich glaube an das Böse, an Kräfte der Finsternis.

Aber auch an das Gute, ja.

Ja, vielleicht. Vielleicht war es Güte!

Und was geschah mit ihr?

Sie war verlobt mit Mr. Rafiels Sohn, Michael Rafiel.

Doch sie hat ihn nicht geheiratet?

Nein!

Warum nicht?

Ob sie es schließlich getan hätte, das weiß niemand.

Sie starb, bevor sie es konnte.

Sie starb? Wie?

Sie wurde getötet.

Aber warum?

Liebe!

Ich weiß nicht!

Liebe, denke ich! Liebe!

Schauen Sie, es klart ein wenig auf.

Wissen Sie etwas über den Professor?

Nein, aber ich wundere mich, dass er so eine Besichtigungstour mitmacht.

Ein Mann wie er!

Ist Ihnen bekannt, wofür er die Professur hat?

Ja, Kriminalpsychologie!

Aha! Soso!

Ihr beiden, alles in Ordnung! Und nun zu Ihnen, Mr. Peel!

Ein Einzelzimmer? - Ja, ich bitte darum!

Ist hier eine Miss Marple?

Oh, ja! Sie sitzt da.

Miss Marple? - Ja.

Ein Brief!

Oh, Post!

Miss Temple sagte, Verity Hunt sei an Liebe gestorben.

Ja?

Broadribb und Schuster sagen hier, sie wurde ermordet.

Aber woher wollen sie das wissen?

Weil der Mann, den man als Mörder verhaftete, Mr. Rafiels Sohn war. Michael.

Woher sind Sie?

Geht dich einen Dreck an! - Antworten Sie gefälligst!

Lass den armen Kerl in Ruhe!

Er kann hier nicht bleiben, er versperrt einen Durchgang!

Für die Ratten! Lass ihn!

Woher Sie kommen, will ich wissen!

Ich komme von Tipperary!

Überlass ihn mir!

Sorgen Sie dafür, dass er verschwindet!

Verity Hunts Leiche wurde in einer Grube gefunden,

Zehn Meilen von Abbey Ducis. Michael Rafiel und die Kleine waren ein Liebespaar.

War das die Liebe, von der Miss Temple gesprochen hat?

Ach, ich weiß, was du... Liebe bis in den Tod, oder so was.

Wurde Michael Rafiels schuldig gesprochen?

Nein! Er wurde verhaftet, wie ich sagte, doch niemals verurteilt.

Das ist unter den gegebenen Umständen sehr bedeutsam!

Wieso?

Ah, du meinst, man kann nicht für etwas verurteilt werden,

das nicht bewiesen ist. - Ganz recht!

Demnach könnte er noch immer als Mörder überführt werden.

Ganz recht.

Morgen also Abbey Ducis!

Dort ist Platz!

Ich erledige die Formalitäten, bleib du hier.

Verzeihen Sie, wenn ich unterbreche. Ist das die Historische Tour?

Historische Gebäude und Gärten, genau!

Ausgezeichnet! Ich suche eine gewisse Miss Jane Marple!

Oh, ich bin gewissermaßen ihr Patenkind. Wenn Sie vorläufig mit mir...?

Oh, ja! Ich hoffe nämlich, dass sie mitkommt und bei uns übernachtet.

Hotels sind doch so trist, nicht wahr?

Tante Jane befindet sich in der Halle!

Danke!

So, wer ist der Nächste? - Ich bin dran!

Ich bin Lavinia Glymne, wenn Sie gestatten.

Meine Schwester und ich wohnen im Old Manor House, hier im Ort!

Ah ja!

Jedenfalls haben wir gehört, dass Miss Marple kommt und deshalb bin ich hier!

Sie haben gehört, dass sie kommt?

Ja. Wir haben einen gemeinsamen Freund, wie sich herausstellte.

Mr. Rafiel. Er schrieb uns, bevor er starb und bat uns,

sie ein wenig zu verwöhnen, wenn sie kommt.

Er nannte uns sogar den Tag und alles.

Äußerst merkwürdig, muss ich sagen.

Er scheint ja alles bis ins Kleinste geplant zu haben.

Oh, er war immer ein großer Planer, Mr. Rafiel!

Sonst hätte er nicht so gute Geschäfte gemacht! Jedenfalls würden wir uns freuen,

wenn sie sich entschließen könnte, ein paar Tage bei uns zu verbringen.

Oh, das wird sie sicherlich. Sie ist nicht besonders erpicht auf...

Nun, sie findet Hotels immer etwas unpersönlich. Mir dagegen gefällt das,

dass man seine Schuhe geputzt kriegt. Doch sie schätzt das nicht.

Gut! Das freut mich zu hören.

Mr. Rafiel hat uns jedoch nichts von einem Mann geschrieben. Doch vielleicht...

Das entschied sich auch erst in letzter Minute. Tante Jane meinte,

das wäre gut für mich. Sie hofft es jedenfalls.

Ach so, jetzt verstehe ich erst! Ach, wissen Sie, ich bin momentan schrecklich.

Würden Sie es für sehr unhöflich halten, wenn ich es vorzöge,

hier zu bleiben? Hier in diesem Hotel?

Wir haben einen alten Professor dabei, der sehr von mir abhängig ist.

Das verstehe ich, das verstehe ich völlig. Nein, überhaupt nicht.

Tun Sie nur, was Sie tun müssen.

Nun, dann bringe ich Sie jetzt zu Tante Jane.

Tante Jane, ich bringe dir eine Überraschung mit. Eine reizende Dame.

Was ist?

Sie ist bei Freunden von Mr. Rafiel eingeladen.

Verdammt!

Tante Jane?

Tante Jane?

Oh, Lionel, du. Ja, ja! Oh, ich wünschte, ich wäre schlauer.

Was ist los, Tante Jane?

Etwas geht hier vor und ich weiß immer noch nicht, was.

Ich fühle, es ist da, aber es lässt sich nicht fassen.

Was meinst du?

Nun, einerseits zieht man mich ins Vertrauen,

andererseits werde ich beobachtet. Habe ich Feinde? Oder sind es Freunde?

Je mehr ich über das Rätsel nachdenke, das Mr. Rafiel uns hinterlassen hat,

desto sicherer bin ich mir, es geht um seinen Sohn.

Erkundige dich doch nach Michael Rafiel. Überall, wo du bist.

Beim Fleischer, beim Bäcker, beim Apotheker.

Gern, mach ich! Ich werde sie ausfragen.

Ja, das wäre es vorläufig, ja!

Wäre es nicht besser, du bliebest hier im Hotel? Für alle Fälle?

Oh, nein! Mr. Rafiel wollte, dass ich ins Manor House ziehe

und das tue ich nun auch.

Darf ich Ihnen meine Schwestern vorstellen?

Nur eine! Grüß Gott! Clothilde Bradbury-Scott.

Anthea treibt sich irgendwo im Garten herum. Ihre Lieblingsbeschäftigung.

Da träumt sie. Ich freue mich. - Danke, ganz meinerseits.

Ah, da ist sie ja!

Oh, Miss Marple! Hallo! Wie reizend! Wie nett von Ihnen,

dass Sie gekommen sind. Welche Freude! Ich bin Anthea.

Oh, ja! Angenehm!

So, würden Sie bitte hier unterschreiben? Das wäre es! Tja, dieser Rafiel-Sohn...

Das war ein faules Ei! Da kann man sagen, was man will!

Sie konnten ihm zwar nichts am Zeug flicken,

aber unschuldig ist es sicher nicht. Danke, Sir.

Und hier bitte noch Ihre Führerscheinnummer.

Oh ja. Ich habe gehört, er war wohl ein bisschen, na ja...

Wenn man jung ist und Geld hat, da kommt man leicht in Versuchung.

Ich bin zwar nicht mehr ganz jung, aber wenn ich das Geld hätte...

Wir haben ihm alle den Mord zugetraut.

Aha!

Er hatte schon vorher einen schlechten Ruf und so eine Art.

War nicht beliebt, bei keinem.

Jedenfalls ist er gegangen, dafür haben wir gesorgt.

Oh, alles in Ordnung, Sir?

Alles perfekt, Sir! Also dann, gute Fahrt.

Ja, danke schön.

Wir sind jedenfalls das Millionärsbürschlein losgeworden.

Und wie haben Sie das gemacht?

Es gibt Ungeziefer, das räuchert man aus.

Anderem Vieh streut man Salz auf den Schwanz.

Und gewissen Mitmenschen, den sagt man es einfach ins Gesicht.

Ach, Mr. Peel! Wo kann ich Ihre Tante finden?

Oh, das ist schwierig. Sie hat eine Einladung ins Old Manor House!

Sie kennt die Bradbury-Scotts?

Nein, bisher nicht. Das war wieder nur so ein Post-Mortem-Arrangement.

Mr. Rafiel hat das arrangiert.

Ich zähle stark auf ihn, dass er mir meine Termine für nächstes Jahr macht.

Es war Mr. Rafiels, der die Bradbury-Scotts kannte.

Aha!

Tante Jane kommt Sonnabend ins Hotel, falls Sie sie sprechen möchten.

Ah ja, danke schön! Ich verstehe.

Nein, ich wohne erst seit ein paar Jahren wieder hier.

Seit dem Tode meines Mannes.

Es schien mir das Beste, wieder hierher zurückzukehren.

Wir sind hier eine Institution.

Das sind wir. - Waren wir immer!

Da gehen die Bradbury-Scotts-Mädels in voller Pracht.

Wisst ihr noch? Wir gingen immer gemeinsam aus, ehe ich geheiratet habe.

Auf die Dreifaltigkeit!

Wir waren so wie die Wyndham Schwestern.

Jetzt sind wir nur noch die alten Jungfern, die in der Ruine hausen.

Wenn du das so siehst, liebe Anthea. Ich sehe das etwas anders.

Meine Bibliothek zum Beispiel...

Es ist eine Ruine. Stück für Stück fällt es zusammen: Die Backstube, die Ställe,

das Waschhaus. Alles verfällt. Schrecklich ist das!

Ratten, Mäuse, Würmer! Spinnen gibt es in jeder Ecke!

Anthea!

Meine Bibliothek ist mein Lebenswerk!

Ich habe eine Sammlung über die Geschichte der Gegend angelegt!

Kultur, Soziales und so weiter.

Leute aus aller Welt schreiben an Tilly!

So tue ich wenigstens etwas Nützliches!

Was träumst du in deiner Bibliothek, Clothilde? Was kommt über dich,

wenn du am Feuer sitzt? Wer naht sich dir? Nur Daddy?

Mädchen, Mädchen! Kommt, kommt! Unser Leben ist so reich, so gesegnet!

Wie sind Ihre Pläne, Miss Marple? Wir würden Sie gerne ein wenig herumführen,

Anthea und ich. Clothilde hat natürlich ihre Arbeit.

Aber wir haben Zeit. Unsere Kirche ist wirklich wunderschön.

Und auch drum herum gibt es viele schöne Fleckchen.

Oh, danke, sehr freundlich. Aber mein Patenkind wird mich chauffieren.

Er hat sich nämlich einen Wagen gemietet, hier in Abbey Ducis.

Aber wie wäre es mit ein paar Hinweisen? - Ja?

Einiger Häuser hier sind wirklich sehenswert.

Rafiel House, zum Beispiel, ist wirklich sehenswert.

Rafiel House? Unser Mr. Rafiel?

Ja, so ist es!

Er hat hier gewohnt? Das wusste ich gar nicht!

Aber ja! So lange, bis seine süße, kleine Frau starb.

Dann zog er zurück nach London.

Das Haus hat eine bemerkenswerte Geschichte, nicht wahr, Tilly?

Ja, das stimmt.

Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut. Von einer Familie,

die mit Holzhandel ein riesiges Vermögen erworben hatte.

Als Mr. Rafiel es kaufte, war es ziemlich heruntergekommen.

Aber er hat es wundervoll restaurieren lassen.

Sein Sohn hat eine Weile darin gewohnt, doch jetzt steht es leer!

Also Mr. Rafiel hat in Abbey Ducis gelebt. Das hätte ich ahnen müssen.

Kennen Sie den Sohn?

Ein übler Bursche! Wissenschaftliche Erkenntnisse

der heutigen Psychologen besagen, dass junge Männer etwas wild sein müssen.

Das wären dann die, aus denen etwas wird!

Nun, Michael Rafiel fing wild an und wurde zum Verbrecher!

Bitte entschuldigen Sie mich. Ein Buch, das ich noch diese Woche

in die Bibliothek von Kingminster zurückbringen soll. Ich muss es auslesen.

Oh, natürlich!

Ich freue mich so, dass Sie kommen konnten, Miss Marple!

Ja. Vielleicht sollte ich nichts sagen! Doch Clothilde hat ihn zuerst erwähnt.

Ja, weißt du, ich muss mich jetzt einmal davon überzeugen,

ob Miss Adams die Katze gefüttert hat. Ich habe den Verdacht,

sie nimmt den Fisch oft mit für ihr eigenes, räudiges Vieh!

Schön, dass wir Sie hier haben, Miss Marple!

Meine armen Schwestern! Zum besseren Verständnis, Miss Marple:

Die Beziehung meiner einsamen Schwestern zu Jason Rafiel

war nicht nur die guter Freunde und Nachbarn. Sie waren vereint im Schmerz.

Wie das?

Durch den Verlust ihrer Kinder.

Aber Michael Rafiel war sein einziges Kind und...

Jason Rafiel verlor Michael.

Ebenso unwiderruflich, wie meine Schwestern Verity verloren.

Verity?

Verity Hunt! Das Mädchen, das mit Michael befreundet war.

Es wurde umgebracht. Meine Schwestern waren beide Vormund von Verity.

Sie haben ein Gefühl für das Böse. Genau das, eine Nase dafür!

Habe ich das wirklich Mr. Rafiel? Oh, ich wünschte nur, das würde sich beweisen.

Darf ich?

Oh ja, natürlich!

Ich glaube, Ihre Tante und ich haben ein gemeinsames Interesse, Mr. Peel.

Ja?

Clothilde und Anthea Bradbury-Scott waren beide Vormund von Verity Hunt.

Aha, so so!

Wenn man bloß wüsste, wie man sich am besten verhalten soll.

Sie haben einen Wagen, nicht wahr, Mr. Peel?

Wieso?

Ich sah Sie draußen parken.

Ach so, den Wagen, ja, ja!

Dürfte ich Sie vielleicht um einen Gefallen bitten?

Wie würden Sie das beschreiben, Mr. Peel? Außer, dass es schön ist.

Majestätisch und mysteriös zugleich. Eine Art Märchenschloss.

Verlassenes Paradies. Man hat den Eindruck, gleich taucht ein Prinz auf

und küsst die Prinzessin wach.

Stimmt, so ist es! Glauben Sie an den Geist eines Ortes?

Der gute, alte Genius Loci, ja? Nun, ein fragwürdiges Thema,

aber ja, ich glaube daran! In diesem Falle, ja. Wo sind wir denn überhaupt?

Rafiel House!

Ach ja? Wirklich? Dabei wollte ich eben sagen:

Gerade hier könnte man sich glücklich fühlen.

Da stimme ich Ihnen zu. Oh ja, das könnte man durchaus.

Das war der Tennisplatz.

Jeden Sonntagnachmittag, wenn das Wetter es erlaubte.

Wir waren berühmt für unsere Tennispartys.

Ja, Tilly war eine gefürchtete Spielerin.

Dieser alte Unkrautflecken war früher voll von Poleanta Rosen.

Und dort drüben,

oh Gott, die Nymphen! Sie sind entschwunden.

Ich weiß nicht, warum ich Ihnen das zeige. Es macht mich so traurig.

Das Gewächshaus!

Oh ja, Polygonum Baldschuanicum. Gedeiht sehr üppig.

Ja,

Clothilde pflanzt es. Es überwuchert alles.

Möchten Sie einen Sherry vor dem Essen?

Nein! Danke vielmals! Ich will... ich muss noch einen Brief schreiben.

Ich habe mich entschlossen, ihn zu schreiben. Tja,...

Rafiel House! Die Leute sagen, dort soll es spuken. Ich beeile mich, Sir!

Ich habe mir Ihres bis zuletzt gelassen, weil ich dachte, Sie sind weg.

Wirklich? Sie erzählen sich, das Mädchen wandle dort rum im Rafiel House.

Welches Mädchen?

Das, das ermordet worden ist. Von diesem Rafiel-Sohn.

Er war bestimmt verrückt. Wer macht denn sonst so was?

Auch noch andere! - Andere?

Na klar! Nora Brent, zum Beispiel. Die ist verschwunden. Meine Tante Reen sagt,

sie habe sie in Blackpool gesehen. Aber die ist blind wie ein Maulwurf.

Der nehme ich das nicht ab. Manche Mädchen sagen, sie ist auf und davon.

Nach Amerika! Glaube ich aber nicht. Dafür brauchst du eine Stange Geld.

Nein, ich sage, Rafiel hat sie niedergemacht.

Den hätten sie schon hängen müssen für die andere, diese Verity Hunt.

Aber die Reichen, die können sich ja alles erlauben. Stimmt das nicht?

Trotzdem, wir haben ihn hier rausgegrault. Er hat es auch begriffen schließlich.

Und weg war er. So, Sir, alles fertig! Morgen geht es wieder auf Tour, was, Sir?

Nach Kingminster? Ist in der Nähe.

Nach Kingminster? Nein, ich habe meiner Tante versprochen,

mit ihr die hiesigen Kirchen anzuschauen.

Weil sie meint, die Burg wird ihr ein bisschen viel.

Richtig! Na dann, Sir.

Ja, Mr. Brocker, das ist fein. Auf Wiederhören!

Kann das persönlich überbracht werden?

Ja natürlich, Madam.

Bitte, Sir?

Kingminster und zurück.

Und ein Hund. - Ein Pfund sieben und sechs, Sir.

Guten Morgen! Hallo, Miss Temple! Gut geschlafen?

Und wie geht es Ihrem Genick heute?

Schon viel besser, danke!

Sie sehen auch viel besser aus. Freut mich sehr!

Oh, Professor! Ganz pünktlich! Sie sind ein Schatz. Sogar vernünftige Schuhe.

Hat jemand Miss Cooke und ihre Freundin gesehen?

Nein!

Steigen Sie schon ein, ich bin gleich wieder da.

Ich muss nur noch einmal ins Hotel. Bis gleich. Miss Cooke.

Nun?

Zuerst nach St. Peter, denke ich.

Vermutlich liegt das Mädchen dort begraben.

Die Fenster wurden 1340 vergrößert, und sie erzählen die Geschichte

der Familie über die Jahrhunderte. Wenn wir nun weitergehen,

Ladys und Gentleman, hier durch und die Treppe hoch,

gelangen wir in die Bibliothek.

Was suchst du denn hier, Tante Jane?

Wenn ich das nur wüsste, Lionel! Komm weiter!

Also, die Bibliothek mit der Galerie wurde 1790 von James Wyatt gestaltet.

Die Galerie ist geschmückt mit den berühmtesten englischen Dichtern.

Sie sind alle in Lebensgröße, außer der von Shakespeare.

Er ist größer dargestellt, wie das seinem literarischen Genie zukommt.

Die Glasvitrinen enthalten Manuskripte von Gedichten, Briefe, Handschriften

und Inkunabeln. Wenn wir nun weitergehen, durch die Tür dort,

die Treppe hinunter, dann befinden wir uns im Speisesaal. Danke sehr!

Sehr interessant.

Alles mir nach!

Und ich bin wiedererstanden aus Abwesenheit, Dunkelheit, Tod.

Aus dem Nichts!

Was ist?

Oh mein Gott!

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