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*dynamische Musik*
*sphärische, glockenspielartige Klänge
*spanischer Flamenco-Gesang*
*schnelles, rhythmisches Klatschen*
*beschwingte Gitarrenmusik*
*Musik: "Verde que te quiero verde" v Fernanda De Utrera & Paco Del Gastor*
*Flamenco-Musik läuft weiter*
(Erzähler) "Uns geht es gut", sagte der kleine Tiger.
"Wir haben alles, was das Herz begehrt.
Und wir brauchen uns vor nichts zu fürchten, weil wir auch stark sind
Eines Tages schwamm auf dem Fluss eine Kiste vorbei.
Der kleine Bär fischte die Kiste aus dem Wasser,
schnupperte und sagte: "Oh, Bananen!"
Die Kiste roch nämlich nach Bananen.
Und was stand auf der Kiste geschrieben?
"Pa-na-ma", las der kleine Bär.
"Die Kiste kommt aus Panama."
(Mädchen) Mach dich nicht so breit.
*Hörbuch läuft weiter*
Mach dich selber nicht so breit!
Ich hab nichts gemacht. Guck, wie zusammen- gequetscht ich bin.
Aufhören jetzt!
"Panama ist das Land unserer Träume, Tiger."
Guckt mal aus den Fenster. Ist das nicht schön?
"Was sagst du, Tiger?"
"Sofort morgen", sagte der kleine Tiger.
"Denn wir brauchen uns doch vor nichts zu fürchten, Bär.
Aber meine Tiger-Ente muss auch mit."
*ruhige spanische Gitarrenmusik*
*kurzes Hupen*
*Grillenzirpen, Radiosprecherin auf Spanisch*
Hola! A dónde vas?
Sind Sie Deutsche?
Das sehe ich an Ihren Schuhen.
Ich war nämlich mal Schuhvertreter.
Jetzt mache ich in Düngemittel.
Klingt nicht gerade attraktiv, was?
Aber da steckt Geld drin, mehr als in Schuhen.
Wir sind jetzt fünf Jahre in Spanien.
Ich wollte nur einen kleinen Zitronenbaum.
So was verstehen Frauen aber nicht.
Die wollen ein anständiges Badezimmer und 'ne Einbauküche.
Und dass du zu Hause sitzt und spurst.
"Sitz, Werner. Braver Werner, guter Werner."
(lacht auf) Nee, nee, nee, so nicht.
"Böser Werner, sitz! Pfui, aus!"
Redest nicht gerne, was?
(er liest) "Taubstumm".
Du kannst überhaupt... nichts hören?
(laut) Das... das tut mir jetzt wirklich sehr leid.
Du kannst kein Wort verstehen, wirklich?
Schön.
Schau mal, wie schön.
Schön!
*ruhige spanische Gitarrenmusik*
Was soll denn das? Spinnst du?
*Gitarrenklänge*
Warte, ich hol sie dir.
Brauchst du die nicht mehr? Ts...
Ts!
Bist schon 'ne verrückte Kleine.
(betont) Hotel?
Wir beide?
*majestätische Musik aus dem TV*
Komm, trink noch was.
*TV-Kommentar auf Spanisch*
*Kommentar auf Spanisch, majestätische Musik*
Gefällt es dir hier? Fühlst du dich okay?
*Sendung läuft weiter*
Ich möchte, dass es dir gut geht.
*Kommentar auf Spanisch*
*Sendung läuft weiter*
*Spanisch*
*Musik: "Cry Baby" von Janis Joplin*
# Cry, baby
# Cry, baby...
*Musik läuft weiter*
Schlag mich.
*Leder knallt*
Feste.
Ganz feste.
Bitte.
# If you ever want me, come on
# Cry, cry, baby
Ah!
Ja!
*Musik, Schläge, Stöhnen*
*Musik und Schmerzschreie*
Ja!
*TV-Kommentar auf Spanisch*
*Musik, Schläge und Stöhnen von nebenan*
*"Cry Baby" ertönt lauter*
*Schläge, Schreie*
*wimmerndes Schluchzen*
# All you ever gotta do
# Is be a good man one time to one woman
# And that'll be the end of the road, babe
# I know you got more tears to share, babe
# So come on, come on, come on, come on, come on
# And cry, cry, baby
*Schluchzen*
# Cry, baby
(euphorisch) Ja!
*inbrünstiger Gesang*
*befreites, triumphierendes Lachen*
Yeah!
(zur Musik) # Yeah! Yeah-ah-ah!
*gedämpfte Musik, Hund bellt*
* *Musik: "Verde que te quiero verde" von Fernanda De Utrera & Paco Del Gas
Franzi, bist du's?
Hey, ich bin's. Wie geht's denn? Ich, ähm...
Och, ich wollt nur mal anrufen.
Ich bin grad in Spanien, in unserem Hotel.
Alles hier erinnert mich an dich.
Ich kann dich einfach nicht vergessen.
Weißt du nicht mehr?
*er singt "Verde que te quiero verde"*
# Verde viento, verdes ramas
# El barco sobre la mar
*er singt weiter und lacht*
Ich wette, es ist schweinekalt in München und du frierst dir den Arsch
(Franzi) Stimmt nicht, hier ist Frühlingswetter.
Hey, hier sind 28 Grad. Komm, du nimmst dir jetzt 1000 Mark aus der Ka
und nimmst die nächste Maschine nach Malaga.
Ich hol dich ab. - Hör auf mit dem kindischen Kram, Kl
(leise) Komm her zu mir, bitte.
Komm her.
(Klaus) Ich kann von hier das Meer sehen.
Es ist blau bis zum Horizont, warm und unvergesslich schön.
Hörst du das Meer?
*er schnieft*
Kannst du's hören?
Hör mal.
*Rauschen* (Franzi) Das Hotel war gar nicht am Meer.
Ich habe dich vergessen. Vergiss du mich einfach auch.
Und ruf nicht mehr an.
Das ist 100 Prozent Kaschmir.
Einmal Kaschmir am Körper, und Sie wollen nie wieder etwas anderes.
(lacht) Kaschmir ist wie eine Droge.
Ja, ich... ich weiß eigentlich...
Ach, ich glaub nicht. - Schlüpfen Sie doch mal rein. Nur so
Bei uns wird leider nicht mehr geheizt ab April.
Ab morgen soll's wieder schneien, bis Ostern.
Im Schnee findet man die Ostereier besser:
*Franzi lacht spitz* Ja, so, bitte.
*Seufzen*
Und?
Ja, der sitzt ja wie angegossen.
Vor acht Monaten hatte ich noch Kleidergröße 46.
Sie? Nein, das kann ich mir nicht vorstellen.
Doch, ich sah aus wie so 'n Monster, wirklich wahr.
Es ist der letzte, den wir haben.
Aber lassen Sie sich Zeit. Ich muss S nicht überzeugen. Kaschmir spricht fü
So. Ja.
(flüsternde Männerstimme) Sieh dich an.
Ich mache eine attraktive Frau aus dir.
Einen neuen Menschen.
Du bist schlank, dünn.
Jetzt bist du bald so, wie du immer sein wolltest. Bald, bald.
Du hast heute fast noch nichts gegessen. Du hast mich verdient.
Ich habe immer gedacht, ich werde liebenswerter, wenn ich erst mal dünn
Mein Leben würde sich ändern, aber...
ich habe das Gefühl, ich hab das einz Liebenswerte an mir verhungern lassen
(Flüsterstimme) Schscht! Ich werde gut zu dir sein, dich lieben.
Wie dich sonst niemand liebt.
(Kundin) Hier.
Kreditkarten nehmen wir leider nicht an, nur Schecks.
Ach so, ich hab's nicht weit bis nach Hause.
Ich könnte in 20 Minuten wieder hier sein. So lange haben Sie doch auf?
Wenn Sie sich beeilen. Ich muss pünktlich zumachen.
Ich bin gleich zurück. - Ihre Karte.
Ach so.
*Tür öffnet und schließt sich*
Hallo. - Hallo, Rita.
Was hast du gegessen?
Och, nur 'ne Kleinigkeit.
Hallo, mein Schatz.
Ich hab auf dich gewartet. - Hallo.
Nicht jetzt...
*sie seufzt* Mein Liebling.
*er stöhnt erregt*
(Rita) Wenn ich nein sage, ist er wieder schlecht gelaunt
und schleicht tagelang stumm herum.
Ich werde im Wohnzimmer auf der Couch so tun, als ob ich lese.
Aber das leise Klack vom Kühlschrank sagt mir, wo er ist, und ich weiß,
dass er in der Küche am Tisch bergeweise das Schokoladeneis
direkt aus der Schachtel in sich reinfrisst.
Wenn ich mich beeile, schaff ich es noch bis Ladenschluss.
*er lacht erregt*
*er stöhnt lustvoll*
Oh, mein Schatz.
*er stöhnt lustvoll*
(Rita) Ich habe den ganzen Tag erst eine Banane, 90 Kalorien,
einen Joghurt, 120, und zwei Knäcke, 80 Kalorien gegessen.
Ich bin stolz, fühle mich leicht wie eine Feder.
Ich habe mich komplett unter Kontrolle.
*er stöhnt*
Ich koche mir heute 50 g Reis mit einem kleinen Stück Butter.
Braunen Reis. Ballaststoffe. Viel Wasser trinken. Immer viel trinken.
Das besänftigt den Hunger.
Ich hab Hunger.
*er stöhnt lustvoll*
Oh, mein Liebling.
Ich habe Hunger.
In meinem Bauch ist ein schwarzes Loch. Ich esse heute nichts.
Gar nichts! Gar nichts! Gar nichts!
Eine Banane, 90 Kalorien,
ein Joghurt 120, zwei Knäcke 80.
Eine Stunde Radfahren 220 Kalorien, Schlafen 60, Sex 150.
Komm, bitte. Bitte komm.
Warte, warte. Nicht ohne dich.
Warte, mein Schatz. Nicht ohne dich.
*dumpfe, verzerrte Klänge über stummer Szene*
*melancholische Musik*
*Musik stoppt abrupt*
*Tür fällt zu*
Weißt du noch, unser Gummibärchentest - Hör auf, Klaus!
Komm, Franzi, ich wette, du hast noch 'ne Tüte Gummibärchen rumliegen.
Jetzt mach die Augen zu.
Und wenn du ein rotes Gummibärchen siehst,
dann liebst du mich noch und kommst sofort hierher zu mir.
Klaus, lass mich in Ruhe.
Ich will nicht mehr auf verpissten Matratzen in billigen Hotels liegen
und mir einreden, ich wär freier als alle anderen.
Wenn ich das Meer sehen will, fliege die Karibik oder nach Bali oder sonst
Dazu brauche ich dich nicht, ja?
*Piepen*
Vielen Dank. - Ja, Sie haben's doch noch geschafft
Sie werden's nicht bereuen. Sie werde sehen, Kaschmir ist wie eine Droge.
Ja.
So, bitte. - Mhm.
(Franzi) Ja... danke.
Danke schön. Vielen Dank.
Wiederschauen.
*melancholische Musik*
*gequältes Seufzen*
*melancholische Musik*
*Polizeisirene*
*melancholische Musik*
*Knacken*
Scheiße!
*frustriertes Seufzen*
Mann!
*Krachen, Stöhnen*
Haben Sie sie noch alle? *Schrecklaut*
Sind Sie nicht ganz dicht?
Hey!
Hallo!
Könnten Sie bitte damit aufhören?
Eine Scheiße! Jetzt guck dir das mal an da.
*Tür knallt, Laufschritte*
Haben Sie Tomaten auf den Augen oder was?
Tut mir leid, mein Scheibenwischer... - "Tut mir leid!" Toll!
Ich geh los und ruf die Polizei.
Hey!
Und wehe, Sie rühren sich vom Fleck. Ich hab Ihr Nummernschild.
Ja.
*Schrecklaut*
Die Polizei ist in 'ner Viertelstunde hier.
Geht Ihre Heizung?
Ich... ich glaube ja.
*Tür knallt*
Scheiße! Verdammte Hühnerscheiße.
Kann ich auch 'ne Zigarette haben? - Sonst noch was?
Oh Mann.
Es gibt Leute, die sind zu blöd, ein Loch in den Schnee zu pinkeln.
Manchen Leuten sollte man den Führerschein überhaupt nicht geben.
Scheiße, verdammte.
*Ächzen*
Was ist denn in der Schachtel?
Mein Brautkleid.
Echt?
Darf ich es mal sehen?
Ich hab auch ganz saubere Hände.
Aber erst die Zigarette ausmachen.
Nicht im Aschenbecher, sonst stinkt das Auto noch tagelang.
Oh, wow!
(lacht) Wow!
Das ist ja der Wahnsinn!
*sie lacht fröhlich*
Oh!
Wie schön!
Wie unglaublich schön.
Nur um ein Mal so ein Kleid anzuhaben, würde ich heiraten.
Das muss sich anfühlen, als wenn man in Schlagsahne schwimmt.
Okay. Ziehen Sie's an.
So kommen Sie wenigstens aus Ihren nassen Klamotten raus, hm?
Hm!
So, hier rein.
(Franzi) Ich helf dir!
*Franzi stößt Luft aus* Jetzt!
Steigt man von oben ein oder von unte - Ja, wie man will.
Wo ist denn jetzt oben?
Hier, hier!
(Franzi) Nee, warte mal, hier.
Hier muss es sein. - Ja, warte.
Und... - Moment, ich geh nach vorn.
Ich geh nach vorn. - Ja.
*Keuchen*
(Frau) Ja, schieb! Warte!
*Ächzen*
(Franzi) Ja.
*erschöpftes Seufzen und Husten*
Ja, und jetzt der Schleier. *Husten*
Danke. - Hübsch. Wirklich hübsch!
Ja? - Ja.
Ach, ich will mich in 'nem großen Spiegel sehen. Ganz!
Ich heiße übrigens Elke.
Franziska.
Und? Wann soll die Show steigen?
Sonntag um elf.
Elf ist gut.
Warum? - Weil die Sonne noch steigt.
Das bedeutet zunehmendes Glück. - Na, da haben wir ja Schwein.
Freust du dich nicht auf den schönsten Tag im Leben einer Frau?
Das bedeutet doch Glück, eine Braut zu sehen, oder?
Das gilt eher für Schornsteinfeger.
Was ist das Problem? Liebst du den Kerl nicht?
Oh doch. Doch, doch. Doch.
Wirklich.
Sehr.
Bestimmt.
Ich kenn ihn erst seit acht Wochen.
Seit acht Wochen? Und da heiratest du ihn gleich?
Ich hab es einfach satt, dass sich mein Leben so anfühlt, als wär's...
Als wär's nur zur Probe, und als finge morgen mein richtiges an.
Oder übermorgen oder was weiß ich wann.
Ich hab auch mal fast geheiratet.
Fast.
Aber in Las Vegas. In so 'ner richtig kitschigen Kapelle.
Mit 'ner Harley wären wir von der Kirche auf den Highway gefahren.
Ich wollte unbedingt so 'n weißes Brautkleid.
Das hätte so geil ausgesehen auf dem Motorrad.
Mit dem ganzen Tüll und dem Schleier im Wind.
Wir hatten alles schon geplant.
Ich saß am Strand in Gomera. Er wollte schwimmen gehen.
Zuerst wollte er nicht, weil das Wasser so kalt war. Ich hab noch gela
Und dann ist er einfach nicht mehr zurückgekommen.
*Stille*
Was?
Das ist, als wenn dir das Gehirn explodiert.
Du sitzt da und denkst: "Das gibt's doch nicht.
Das gibt's doch nicht!"
Dein Gehirn will nicht kapieren, dass es so ist.
Das ist das Schlimmste, dass das Gehirn so langsam ist.
*sie seufzt*
Ja... Nein!
Nein!
Das Kleid wird doch ganz dreckig!
Ich pass schon auf. - Nein!
Wo willst du denn hin?
Da ist 'ne Kneipe, wo ich die Bullen gerufen habe.
Nein! - Auf der Toilette gibt's sicher 'nen
Nein!
*Fußballübertragung im TV*
Grüß Gott!
Guck dir das mal an. Das krieg ich nie wieder raus!
Reinigung.
Du darfst nicht glauben, dass ich meinen Mann nicht liebe.
Auch wenn das vielleicht so klang.
Nö. Hat es nicht.
*Scheuern*
Das war unser Ehering.
Wir hatten beide genau das gleiche Tattoo.
Hat ein Mann in Hamburg gemacht. Der ist berühmt. Ein richtiger Künstl
Jetzt ist es unpraktisch, wenn ich mi bewerbe, und die Leute sind so spießi
Ich zieh dann immer den Ärmel drüber, damit bloß keiner was sieht.
*Elke schaudert*
Scheißkälte!
*Seufzen*
Fehlt er dir sehr?
Manchmal mach ich was total Bescheuertes.
Ich hab noch das Tonband vom Anrufbeantworter mit seiner Ansage dr
Das leg ich manchmal ein.
Und dann geh ich aus dem Haus in 'ne Telefonzelle und ruf unsere Nummer an
Und da ist er dann plötzlich.
So 'ne ganz tiefe Stimme hat er:
"Hier Michael Waltz und Elke Kammer. Wir sind nicht zu Hause.
Bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht. Wir rufen Sie dann zurück.
*Plätschern*
Und ich hinterlass ihm dann 'ne Nachricht.
Ziemlich daneben, was?
*Meeresrauschen*
Oh Mann!
Ganz Spanien ist ein einziges Funkloch.
(Franzi) Ich bin nicht hier, ich bin nicht dort, ich bin an einem and'ren
Nachrichten nach dem Pfeifton.
Franzi, verdammt noch mal, geh ran!
Jetzt geh ran, geh an das verdammte Telefon!
Du sollst mit mir reden!
Du, ich quatsch dir deine Mailbox voll,
bis dein Handy platzt, ist mir ganz egal.
*ruhige spanische Gitarrenmusik*
"Ich bin taubstumm.
Danke für Ihre Hilfe."
"Phonbestimmtes Manualsystem".
F...
R...
A...
N... Z...
I.
*er lacht leise*
"Für Linda...
Für Linda...
gegen die Angst.
Unser Leben ist wie ein Blitz am Himmel.
Wie ein Wasserfall, der den Berg hinunterstürzt.
Vertu nicht deine Zeit.
Wenn du isst, dann iss, wenn du schläfst, dann schlaf.
Wenn du einatmest, atme ein,
wenn du ausatmest, dann atme aus."
*ruhige Gitarrenklänge*
"Hier für dich."
*Pusten*
*tiefes Seufzen*
*leises Schluchzen*
Hey! Qué pasa?
Estás bien?
Ayuda?
Help? You need help?
*Spanisch*
Ist das alles, was Sie dabei haben?
Das... das ist ja 'ne Urne.
Mi mujer.
(mit Akzent) Meine Frau.
Sie ist gestorben, vor drei Tagen.
Ich... ich... weiß nicht, was ich sagen soll.
Ich...
*er lacht leise*
Das ist immer so mit euch Deutschen.
Cabeza cuadrada.
Ihr wisst immer nicht, was ihr sagen sollt.
"Lo siento", sagt man.
"Lo siento, señor." - Sí, äh...
Lo siento, señor.
Meine Frau war auch... aus Deutschland.
Hat ihr immer gefehlt.
Euer Deutschland.
Das Grün, der Regen.
Das Farbe Grün hat ihr gefehlt wie ein Mensch.
Grün, wie ich dich liebe.
Grün.
Verde que te quiero, verde.
Verde viento, verdes ramas.
Das kennst du? - Klar. García Lorca.
Verde que te quiero verde, verde viento, verdes ramas.
El barco... - ...sobre la mar...
...y el caballo... - ...en la montaña.
(beide) Verde que te quiero verde...
# ...verde viento, verdes ramas.
(beide) # El barco sobre la mar...
# ...y el caballo en la montaña.
(beide singen) # Verde que te quiero verde,
que te quiero verde, sí, sí...
que te quiero verde, ja, ja...
*"Verde que te quiero verde" läuft im Hintergrund*
Linda?
Du bist doch Linda!
Hey!
Linda!
Hey! Linda!
(Mann) Kein Gepäck?
Find ich gut.
Unabhängige Frauen ohne Gepäck.
Die meisten trauen sich nicht mehr au dem Haus ohne mindestens vier Koffer.
Und tonnenweise Make-up.
Und ein Handy, hm?
Ohne Handy ist man ja fast kein Mensch mehr.
Diese Sucht, überall erreichbar sein zu müssen.
Von überall her quatschen zu wollen.
Auf dem Meer, vom Berg, vom Klo.
Ist doch schlimm, oder?
Hey.
Sind Sie stumm?
Ich find's nur schlimm, wenn man ein Telefon hat, und es ruft eh keiner an
Ich bin ganz froh, dass ich Sie mitgenommen habe. Ich wollte alleine
Aber Sie sahen so verletzlich aus.
In Ihrem dünnen Kleidchen.
Haben Sie gar keine Angst?
Nee, wieso? - Ganz schön mutig.
Kurze Pinkelpause.
*Signaltöne*
*Signaltöne stoppen*
(Linda) Oh Scheiße. Aber der ist kein Spinner, ich kann das doch riech
Der ist nicht verrückt. Das glaub ich einfach nicht.
Oh, bitte, bitte nicht. Mich würde hier nie jemand finden.
Ich würde unter 'nem Busch verrotten.
Meine Knochen im Sand. Keiner wüsste, wer ich bin ohne meine Handtasche.
Meine Eltern würden sich für immer um ihr Engelchen sorgen,
hoffen, dass ich nach Hause komme.
*Kinderlachen*
Aber nichts wird wieder gut.
Oder alles wird gut.
Könnte doch sein, dass wir füreinander bestimmt sind, er und ich
Für immer. Man kann das doch nie wissen.
Wo bleibt der bloß?
*sie keucht nervös*
*erleichtertes Aufatmen*
*Grillenzirpen*
Die lagen da draußen unterm Busch.
Was? - Ja.
Hab ich wirklich gefunden. Hm.
Mir hat noch nie jemand Rosen geschenkt.
Mhm, dann wurd's aber höchste Zeit.
Wie lang waren Sie denn verheiratet?
*Spanisch*
48 Jahre? Mit der gleichen Frau?
Nein, nein, nein. Ts, ts, ts.
Nicht mit der gleichen.
Mit 100 verschiedenen.
Jeden Tag eine andere.
*ruhige Gitarrenmusik*
Eine, die du überhaupt nicht kennst.
*leises Lachen*
Eine vorhersehbar,
eine sehr, sehr schön.
Eine gar nicht schön. Feo.
Eine gutmutige,
eine...
schlechtmutige.
Eine Geliebte.
Eine Mama.
Ein Kind.
Manchmal...
suave, sanft wie ein Lamm.
Manchmal böse wie eine Tiger.
Manchmal ein... hipopótamo.
Und manchmal... Kolibri.
Aber nie langweilig. Das nicht.
Eine wunderbare... *Spanisch*
Sie fehlt mir.
So wie in der Wüste der Regen.
*ruhige spanische Gitarrenmusik*
Bei ihr war ich zu Hause.
Sie war mein Zuhause.
Der Ort, an dem ich sein wollte.
Wir waren keine Nacht getrennt.
48 Jahre.
Kein einzige Mal.
Und... wenn sie dann so krank wurde,
sie war so...
(seufzt) pobrecito.
Wir sind fast nur noch zusammen im Bett gelegen.
Sie hat mir erzählt von ihrer Kindheit.
In Deutschland.
*er lacht leise*
Vom Regen.
Landregen, Dauerregen.
Misselregen.
(lacht) Nein.
Heißt das nicht so? - Nieselregen.
Niesel...
Nieselregen.
Das war unsere schönste Zeit.
Sie war ich, ich war sie.
Weißt du...
Ich kann das nicht glauben.
Ich kann das nicht glauben, dass sie in dieser Büchse ist.
In diese lata.
Das geht nicht rein in meine Kopf!
Ich hab mir immer gewünscht...
Ich hab...
oré sei.
Ich hab gebetet, ich darf sterben vor ihr.
Und wenn Gott jetzt in dieses Zimmer kommen würde,
ich würde ihm eine...
*beschwingte Flamenco-Musik mit Gesang*
Dos. - Dos habitaciones.
Dos individuales.
Hier ist Ihrer. Abfahrt morgen früh acht Uhr ist Ihnen recht?
Ja. - Gute Nacht.
Gute Nacht.
*beschwingte Flamenco-Musik*
*die Musik läuft weiter*
*leises Aufschluchzen*
*Schluchzen, Klopfen*
Hey.
Was hast du denn?
Was ist denn los?
Na, dann komm.
*Schluchzen und Schniefen*
Was ist denn los? Hm?
Ich kann nicht drüber reden.
Ah...
So schlimm kann's doch nicht sein, hm?
Schsch!
Schsch... - Doch.
Was ist denn?
Ich bin vorgestern aus dem Krankenhau abgehauen. Ich bin ziemlich krank.
Keine Angst, nicht ansteckend, nur tödlich.
Tödlich?
Hast du Schmerzen?
Nee, nur ab und zu.
Ich konnt's nicht aushalten, nur so a Bett zu liegen und auf den Tod zu war
Aber manchmal bekomm ich schreckliche Angst.
Ich will einfach noch nicht sterben.
*Schluchzen*
Es gibt so vieles, was ich nie haben werde.
Nie wissen, wie es ist, wenn man schwanger ist
oder auf der Wiese unter einem Baum auf sein Baby wartet.
Oder wie es ist, wenn man neben einem Mann aufwacht,
zusammen frühstückt und die Sonne ins Zimmer scheint.
Oder wie es ist, wenn man 40 wird
und von seinem Mann 'ne Perlenkette geschenkt bekommt.
Ich hab so Angst... dass da nur ein großes schwarzes Loch ist,
in das man stürzt, wenn man stirbt und...
dass da gar nichts ist, nichts.
Kein Gott, keine Engel, gar nichts.
Nichts.
*Feuer knistert*
(Mann) No beginning, no end.
No beginning, no end.
Hat diese alte indische Nonne immer zu mir gesagt.
Anfangs hab ich die überhaupt nicht verstanden.
Da lag meine kleine tote Schwester, 22 Jahre.
Meine kleine Schwester.
Mit der ich mich eben noch um Legosteine gezankt hatte.
Hab geheult wie ein Schlosshund.
No beginning, no end.
Und dann hat sie...
ein Blatt Papier hochgehalten
und hat mich gefragt...
(indischer Akzent) Look, you think
this piece of paper can die, you think?
Ob das Papier sterben kann? - Mhm.
Dann hat sie es angezündet
und hat gesagt, ganz streng:
(indischer Akzent) "Look, look, look."
Es verwandelt sich.
Es kann nicht sterben!
Es kann nur was anderes werden.
Und deswegen...
gibt es keinen Anfang und kein Ende.
Und dann hat sie am Schuss zu mir noch gesagt...
And now...
stop crying.
(leise schluchzend) Stop crying.
Stop crying.
*Frau singt auf Spanisch*
*sanfte spanische Gitarrenmusik*
Hallo.
Guten Morgen.
Morgen.
Ich hab grad mit 'nem guten Freund telefoniert. Der ist Arzt.
Wird sich um dich kümmern.
Brauchst nicht ins Krankenhaus, das versprech ich dir.
Kaffee?
*sie seufzt wohlig*
Danke. - Bitte.
Bist du im Krankenhaus so braun geworden?
Widerlich.
Einfach widerlich, so was.
*Hoteltür fällt zu*
*ruhige Gitarrenmusik, rhythmisches Klatschen*
*Flugzeuglärm*
Liebst du mich noch, wenn ich wieder da bin?
Oh Gott, ich weiß es nicht.
Gestern wußtest du es doch noch.
Wie kann sich das über Nacht ändern?
Du hast mich gefragt und ich war ehrl
Keiner weiß, was er in Zukunft fühlt.
Ich hasse deine Ehrlichkeit.
Willst du, dass wir uns belügen, wie
Aber gestern hast du mich geliebt.
Ja, aber gestern war gestern.
Und heute?
Heute weiß ich es nicht mehr so genau
Ich bin nicht 2000 Kilometer geflogen
um dich so reden zu hören.
Ich kann aber nicht reden
wie jemand, der ich nicht bin.
Sonst wäre ich ein anderer.
Aber ich bin der, der ich bin.
Liebst du mich nie mehr so wie gester
Wie soll ich das wissen?
Aber vielleicht, vielleicht doch?
Vielleicht.
Was hast du denn?
Ich versuche, dich zu hassen,
damit ich dich weniger liebe.
Por favor.
No, por favor.
*rhythmische, angespannte Musik*
(Mann) Scheiße!
Vale, vale, vale, vale!
*Spanisch*
Puta alemana.
*Fluglärm*
Was ist denn los mit dem?
Paar Jungs haben ihn zusammengeschlagen, einfach so.
Moment mal.
Na...
Keine Angst. Wacht wieder auf. Halb so schlimm.
Wie lang kennst 'n den schon?
Drei Monate.
Wir haben uns in Deutschland kennengelernt. Im Stau.
Auf der Autobahn nach Salzburg.
Er hat so schöne Haare.
So furchtbar schöne Haare.
Die werden ihm ausfallen.
Wie können Sie so was sagen?
Noch bevor der 30 ist, ist der kahl wie ein Babypopo, verlass dich drauf.
Mein Mann hatte genau die gleichen Haare, dicke schwarze lange Haare.
Unverschämt schöne Haare.
Ungerecht schöne Haare für einen Mann.
Aber mit der Ungerechtigkeit war's bald vorbei.
(kichernd) Mit 35 hatte der kein einziges Haar mehr auf dem Kopf.
Vorher sah er immer aus wie Che.
Che Guevara, weißt schon.
Er fand's furchtbar spießig, so kahl.
Ich fand's irgendwie rührend.
Armer kleiner Felipe.
Vor drei Jahren ist er stiften gegangen.
Kahler hässlicher alter Mann.
Mit 'nem jungen Huhn von 23 Jahren.
Er hat zehn Kilo abgenommen, in weniger als sechs Wochen.
Plötzlich meinen Deo-Stift benutzt. Ts!
Wusste ich Bescheid.
Wie lang waren Sie denn verheiratet?
Bin es noch, Baby. Bin es noch.
22 Jahre.
Ist ja 'ne lange Zeit.
Nee, nicht wirklich.
Scheiß der Hund drauf.
Und warum? Warum hat er sich in eine andere Frau verliebt?
Warum, warum, warum, warum!
Mensch, frag doch nicht so blöd. Warum!
Weißt du, warum du dich in den da verliebt hast, hä?
Weil er so schöne Haare hat.
So wie du hab ich früher auch gekichert.
Ich sah so 'n bisschen aus wie die Uschi, nur in Blond.
Meinem Mann hat das gefallen,
dass ich immer so lustig war, immer happy.
Immer gut drauf, immer...
Das hat ihn happy gemacht, ziemlich lange.
War 'ne super Zeit. Wir waren auf Ibiza, Marokko, Indien.
Alles prima.
Das Leben im Moment...
der ganze Scheiß.
Hab ich irgendwann Probleme mit den Augen gekriegt.
Hab immer Augentropfen nehmen müssen.
Plötzlich war ich nicht mehr happy.
Ich fand die ganze Welt, pff...
ziemlich armselig, beschissen.
Ich hab dauernd heulen müssen.
Mein Mann sagte immer zu mir:
"Was ist los mit dir?
Du bist ja nicht mehr wie früher, nicht mehr die Alte!
Ich kann dich nicht mehr glücklich machen. Du bist nicht mehr gut drauf.
Dann ist er mit der jungen Schnepfe durchgebrannt.
Und Monate später sagt ein Arzt zu mir,
dass man auf diese Augentropfen Depressionen kriegen kann.
Richtige Depressionen.
Also haben Augentropfen meine Ehe ruiniert.
*sie lacht auf*
*Schluchzen*
Señor?
*Spanisch*
Dos cafés, por favor.
Un cortado et uno con mucha leche.
Enseguida.
*sanfte spanische Gitarrenmusik*
*beschwingte karibische Musik*
(Frau) Mist.
Ich hab meiner Mutter versprochen, das Silber bis drei Uhr zu bringen.
(Mann) Wenn's so weitergeht, kommen wir vielleicht noch zum Ringetauschen
Wär dir doch recht, wenn wir die Hoch - Warum bist du so giftig?
Ich weiß, warum du diese Musik hörst,
von Trinidad schwärmst, als wär's das Paradies?
Es ist das Paradies. - Ach, Scheiße!
*sie seufzt*
Ich verlange von dir, dass du einen AIDS-Test machst.
Ist doch lächerlich! - Ah ja?
Gut, ich war glücklich da, ja.
Ohne uns. - Ja.
Warum? - Das willst du gar nicht wissen.
Doch!
Wenn ich's dir sage, drehst du durch. - Tue ich nicht.
Tust du doch.
Sag es mir. - Was?
Was ist so toll an den Frauen in Trinidad?
Mein Gott! - Was ist so toll?
Sie führen keine Gespräche wie dieses.
Ja, und? - Sie sind lockerer.
Weiter?
Freier. - Na toll. Und?
Na, die... die leben einfach.
Oh ja, die tollen lockeren Frauen der Karibik.
Sie schwingen die Hüften, hören den ganzen Tag Musik und leben einfach!
Wie blöd bist du eigentlich? - Du hast mich gefragt.
*sie schnaubt verächtlich*
Meinst du, ich möchte so sein, wie ich jetzt bin?
Also das überfordert mich jetzt.
*spöttisches Lachen*
Ich würde mich auch lieber in den Hüften wiegen.
Aber ich hab einen Beruf und ein Kind.
Darüber hinaus bin ich verdammt müde.
Zu müde, um mich in den Hüften zu sch - Ja, ich weiß.
Was soll 'n das heißen?
Ich weiß, dass du es schwer hast.
Wie du das sagst!
Du bist 'n richtiges... Arschloch!
*lautes Hupen*
(Frau) Für dich hat sich nichts geändert durch das Kind.
Du fährst in der Welt rum, machst, was du willst.
Und darüber hinaus hast du eine Familie, prima.
*Musik stoppt*
Charlotte, was willst du?
Warum verbringst du nie mehr Zeit mit mir?
Weil du müde bist, schlecht gelaunt und deine Ruhe haben willst.
Wenn ich den ganzen Tag mit Kind und Beruf zugebracht habe!
Du hast immer Hilfe gehabt. - Die ich organisieren muss. So wie a
Warum hab ich ein Problem, wenn ich arbeite, und du nicht?
Ich versteh nicht, was du meinst. - Genau das ist das Problem.
Selbst wenn wir vö...
Selbst wenn wir vögeln wollen, was wir nicht tun, ich müsste es organisi
Das ist das Problem, dass du alles organisierst.
Ich verstehe. Ich bin an allem schuld.
*Hupen*
Hat's wenigstens Spaß gemacht?
Also ich weigere mich, so zu reden.
*karibische Musik*
Du musst einen AIDS-Test machen.
Das ist doch absurd.
Also selbst wenn ich da was gehabt hätte, also rein hypothetisch,
da hab ich doch aufgepasst.
Ich hab's gewusst.
Tut mir leid.
Pff!
Scheiße!
Wo willst du denn hin?
Charlotte!
Es tut mir leid! - Warum?
Ich weiß es nicht. - Warum? Erklär's mir!
Ich hab versucht, es dir zu erklären, ich hab mich da lebendig gefühlt.
Lebendig und deshalb glücklich, ja!
Mein Gott, es tut mir leid! *sie lacht spöttisch*
Glotz nicht so blöd!
(Charlotte) Lili! Lili!
Bleib stehen!
(Mann) Lili! - Lili, bleib stehen!
Lili, komm zurück!
*Telefon klingelt*
*Piepen*
Mama, Paps. Ich bin's, Vera.
Seid nicht böse, ich hab den Flieger verpasst. Ich bin noch in Spanien.
Ich kann das jetzt nicht alles erzählen, aber ich bin zur Hochzeit d
Und sagt Franzi, ich freu mich schon auf sie, als Unschuldsbraut.
Also bis dann. Tschüss und Kuss!
*Piepen*
*leises Klirren*
*entspannte Jazz-Musik*
Ist das gut?
Weiß ich nicht.
So was liest du?
Nein, meine Frau.
Deine Frau.
Ja, meine Frau.
Komm, Jessie.
In zwei Stunden ist sie zurück.
Warum hast du mich hergebracht?
Was hast du denn bloß?
Nichts.
Es ist nur so armselig, findest du nicht?
Was ist armselig?
Na ja, weißt du...
so gesehen ist eigentlich alles ziemlich armselig.
Das ist es ja eben.
Genau das ist es ja eben.
Jessie, ich hab keine Lust, mit dir über...
Sinn und Unsinn des Lebens zu reden.
Jetzt komm, hm?
Vielleicht träume ich auch von so 'ner Wohnung.
Blumen im Garten, Familie und dem Scheiß.
Und dann seh ich dich an und denke, das ist der Preis.
Dass dein Kerl irgendwann mal loszieht und sich was anderes sucht.
Oje.
Willst du mir jetzt eine Moralpredigt halten?
Ja, vielleicht.
Mensch, Jessie...
Was ist denn eigentlich los?
(lachend) Ach Scheiße.
Wo ist das Bad? - Da drüben.
Keine Angst, ich mach keine Flecken auf die Handtücher deiner Fra
Von ihrem Lippenstift lass ich auch die Finger.
*Seufzen*
Na ja, wenn sie aus dem Bad kommt, wird sie sich beruhigt haben.
Sie ist der einzige Mensch, der nichts von mir erwartet.
Sie erfrischt mich allein dadurch, dass sie nichts erwartet.
Der Mann, mit dem meine Frau glaubt verheiratet zu sein, deprimiert mich.
Er ist so großartig, so fehlerlos.
So ganz ohne Schwächen.
Ich mag diesen Mann nicht. Er hat mic über die Jahre immer mehr eingeschüch
Wegen ihm wurde ich mit Unna immer schüchterner.
Ich traue mich nicht mal mehr, zu meiner Frau zu sagen:
"Zieh dich aus."
Ich bin sicher, Jessie glaubt in ihrer jugendlichen Einfalt,
dass meine Ehe über die Jahre langweilig geworden ist. Nein.
Ich bin bei Jessie, weil nach fast 30 Jahren Ehe
Unna und ich zaghafter miteinander umgehen als vollkommen Fremde.
Ich könnte nie mit Unna das tun, was ich mit Jessie tue.
(lacht) Es würde mich mehr Mut kosten,
als in einem Fass die Niagarafälle runterzuschwimmen.
Vielleicht hab ich deshalb Jessie hergebracht.
Weil ich mir erhoffe, dass etwas von meinem Mut,
meiner Freiheit, meiner Ungehemmtheit mit diesem jungen Ding
hier in diesem Bett zurückbleiben wird.
Wie eine lässige Jacke, in die ich dann auch mit Unna schlüpfen kann.
Ich hasse mich!
*Wasser rauscht*
(keuchend) Gott!
(stammelnd) S-sag mal... sag...
D-das ist doch gar nicht möglich.
*er keucht panisch*
Warum tust du mir das an?
Alles, was ich wollte, war eine Affäre.
Eine einfache Affäre.
Einfach und klar.
Wie ein Schluck Wasser.
Verdammt!
Nein!
Hör auf!
Verdammt! Hör auf!
Jetzt hör auf.
Hör auf. Hör auf damit!
Verdammt noch mal!
Hilf mir doch!
*Telefon klingelt*
*Piepen*
Hier spricht Rita Herzog. Ich wollte noch mal das Hochzeitsmenü besprechen
Wir haben keinen frischen Rucola bekommen.
Und Sie wollten Ihr Familiensilber bringen.
Bitte rufen Sie noch heute an. Wiederhören.
*Keuchen*
Jessie. Ich...
*angespannte Flamenco-Musik*
*heftiges Keuchen*
*Musik blendet aus, Verkehrslärm wird verlangsamt*
*Herzschlag*
*dumpf pochender Herzschlag über stummer Szene*
Hallo... Papa. *nervöses Auflachen*
Was machst du denn da?
Hilf mir, Charlotte. Bitte.
Was ist 'n das?
Ist das...? - Ja.
Das ist Blut.
Ich versuch's ja gerade wegzumachen.
Wo ist Mama? Ich...
hab doch das Silber dabei.
Hilf mir, Charlotte.
Bitte.
Herbert?
Herbert.
*leise, entspannte Musik*
Hat Charlotte das Besteck gebracht?
Ja, ja, klar.
Wenigstens auf Charlotte ist noch Verlass.
*Plätschern* Oh Gott, wie blöd.
*sie schnalzt tadelnd*
*sie seufzt*
*Stöhnen*
Was liest 'n du da?
*sie lacht*
Du überraschst mich immer noch. *Stöh
Oh Gott, ist das anstrengend.
Unsere eigene Hochzeit war nicht so anstrengend, hm?
War unsere eigene Hochzeit so anstren - M-m.
Bist du deprimiert? - Nee, überhaupt nicht.
Weißt du, ich hab heute gedacht,
unser Leben hat mal wie ein kleiner Schneeball angefangen,
an dem dann alles klebengeblieben ist,
der Alltag, die Kinder, die Zeit.
Und der dann immer größer und schneller und schneller geworden ist.
Und der uns irgendwann einmal plattwalzen wird.
*er lacht auf*
*Hauchen*
*Enten quaken*
Also langsam glaube ich, du bist magersüchtig.
Kümmer du dich mal um dein eigenes Gewicht.
Wieso? Ich geh nur mit der Zeit.
1970 hab ich 70 Kilo gewogen, 1980 80 und jetzt eben 98.
Ich erkenn dich manchmal gar nicht wieder in all deinem Fett.
Ich erkenn dich auch nicht, wenn ich dich nicht genau angucke.
Aber ich guck dich an. Du mich nicht.
Guck mich mal an.
Guck mich mal richtig an! - Fred.
Glaubst du, ich hab mich innendrin verändert?
Nur weil ich mehr auf den Rippen hab?
Ich bin immer noch dein Fred. Oder nicht?
Ich bin dein Mann, und du bist meine Frau. Ob du dick bist oder dünn
Scheißegal, wie du aussiehst.
Und wenn du so schrumpelig wirst wie meine Kartoffeln.
Hör schon auf mit deinen Kartoffeln. Ich finde das so deprimierend.
Ach, Rita, das ist doch alles so wurscht.
Ich liebe doch dich und nicht deine... deine Hülle.
Und wenn du tausend Falten auf einmal kriegst und 'nen Hängebusen,
'ne Glatze und Haare am Kinn.
Und wenn dir alle Zähne ausfallen
und deine Nase immer länger wird.
Das ist doch alles egal.
*sie seufzt*
Du bist doch... meine Rita.
Meine kleine Rita.
*Seufzen*
*müdes Ächzen*
*sie ächzt*
Holger zieht sich nach demselben System an wie jeden Tag.
Er könnte genauso gut ins Büro gehen.
(Holger) Ich könnte genauso gut ins Büro gehen.
Ich sollte mich vor meiner Hochzeit anders fühlen. Aufgeregt oder erhaben
Wenigstens besonders.
(Franzi) Ich muss es ihm unbedingt sagen. Ich muss es ihm sagen!
In einer halben Stunde holen uns deine Eltern ab.
Meinst du nicht, es ist Zeit, langsam aufzustehen?
Holger, ich muss dir was sagen.
Okay, jetzt sagt sie's. Sie wird es sagen, sie wird es tun.
Ich hab's geahnt.
Setz dich.
Ich werde also wie jeden Tag ins Büro gehen.
Okay, okay, Schadensbegrenzung.
Wir müssen unsere Eltern anrufen, den Pfarrer, das Essen canceln.
Ich...
Ich... muss es dir einfach sagen, bevor es zu spät ist.
Jetzt sag es schon. Dann erwischen wir noch die Eltern zu Hause.
Ich...
weiß nicht, wie ich es dir sagen soll.
Aber...
Ich hasse deine Schuhe.
*Enten quaken*
Links gehen, rechts stehen. Sie sind hier in Deutschland, junge Frau.
*ruhige Gitarrenmusik*
*er spricht spanisch*
*Spanisch*
Hallo?
Warten Sie auf jemanden?
Sind Sie ganz alleine hier?
Können Sie mir sagen, wie Sie heißen?
*Schlürfen*
*Musik: "Nothing Compares 2 U" von Sinéad O'Connor*
*Frau singt mit*
# Nothing compares
# Nothing compares 2 U
*Lied läuft weiter*
*beschwingte Popmusik: "Happy-Happy" von den Weather Girls*
Es ist geschafft.
Alles ist gelaufen.
Und morgen sind wir in Spanien, in Spanien in der Sonne.
Essen Fisch, trinken Wein, und die Orangenbäume blühen.
Ach, du alter Romantiker. - Nur wir beide. Du und ich.
*sie singen "Happy-Happy"*
(singt mit) # Happy...
# Happy...
Mann, ich beneide Sie um Ihre Familie.
Sie sehen alle gut aus.
Und glücklich.
Und alle haben fantastische Zähne.
Ja, stimmt.
Alle sehen richtig gut aus.
Die Häppchen müssen raus, sonst liegen bald alle unterm Tisch.
Mach dich mal geschmeidig.
Die sind schon seit Stunden fertig.
Hier, komm.
Probier mal. - Nee.
Bester Kaviar. - Nein.
Mensch! - Ach, Schwester!
Wir warten alle schon. - Ja, ja.
Hallo, Mama, Paps. - Da bist du ja! Wo bleibst du denn?
Ähm, ich hab noch jemanden mitgebrach - Ach nee.
Nicht wieder 'nen neuen Kerl. - Nein, es ist kein Kerl.
Eine Freundin? Na, das geht ja.
Hast du nichts zum Anziehen mit? Immer musst du provozieren.
Ich zieh mich ja schon um.
Unsere Kleene.
Na, die hätte sich doch auch vorher umziehen können.
# Happy days are here...
*Partymusik im Hintergrund*
# Out on the dancefloor, we're having a ball
# I'm having fun
# Gonna dance 'til the morning sun
# Movin' around and around and around
# Moving and shaking
# Making me sweat
# We're gonna party, baby
# And do it right
# We're gonna party, boy
# Do it tonight...
Warum kannst du mich nicht einfach in Ruhe lassen?
Wieso musst du dauernd wissen, was ich mache?
Ich bin auf einer Hochzeit, okay?
Es ist meine Hochzeit!
Ich heirate einen Mann, den ich erst seit acht Wochen kenne
und den ich liebe und der der Richtige für mich ist.
Es ist mir egal, ob du's glaubst oder nicht!
Ich will nicht, dass du mich dauernd durcheinanderbringst.
*genervtes Stöhnen*
Was soll das wieder? "Unser Leben ist wie ein Blitz am Himmel." Hör auf dam
Weißt du, wo ich bin?
Soll ich dir wirklich sagen, wo ich bin?
Ich bin am Meer, am blauen Meer, mit 'nem anderen Mann.
Hörst du nicht das Meer? Hier!
Hörst du's?
Ich kann doch gar nicht schwimmen!
Und ab heute sitzt ihr im selben Boot.
Love-Boot. *sie grummelt*
Wie geht das überhaupt? - Einer muss rechts und einer links.
*Lachen, Jubel*
*Schluchzen*
Mama!
Hey, wein doch nicht.
Was ist denn? Was ist so schlimm?
Red nicht mit mir wie mit einem kleinen Kind!
*Schluchzen*
Du und deine Schwestern, ihr lebt wie auf Probe.
Dabei liegt schon so viel Zeit hinter euch, und die Zeit, die ihr vor euch
die nehmt ihr nicht ernst.
Komm, Mama.
Deshalb weinst du jetzt? - Gar nichts wisst ihr, nichts.
Und du weißt noch weniger als deine Schwestern.
Das ist wie eine Sanduhr.
Das Glück rieselt durch, und du merkst es nicht einmal.
Was, wenn du später merkst, dass diese Zeit deine glücklichste war?
Wie viel Zeit, glaubst du, hast du, um glücklich zu sein?
Ich bin glücklich, Mama.
*Seufzen und Schniefen*
Dein Vater hatte eine Freundin.
Vier Jahre lang. Charlotte hat's immer gewusst.
Aber ich hab sie gebeten, dir nichts davon zu erzählen.
Du bewunderst ihn ja so.
Jetzt hat sie ihn verlassen.
Das macht die Dinge nicht einfacher für mich.
Seltsamerweise.
Jetzt fühlt er sich alt.
Und Altwerden ist beschissen.
Genau das ist es, beschissen.
*Seufzen und Schniefen*
Es ist alles so albern.
*Jubel und Anfeuerungsrufe*
(Frau) Hoch sollen sie leben!
Ist Ihnen nicht zu warm?
Oma, komm, die warten.
"Danke, dass Sie meiner Mutter helfen.
Sie ist halbseitig gelähmt, sie kann nicht sprechen,
sie versteht auch nichts."
Lili, weißt du, du gehst jetzt raus. Ich komm gleich nach, ja?
"Es tut mir leid,
aber ich habe auch nur ein Leben. Die Tochter.
Sie mag es, wenn man ihre Arme streichelt."
*Jubel und Stimmengewirr im Hintergrund*
*lebhafter spanischer Gesang*
*Gesang, lautes Treiben*
*Schläge hallen*
*rhythmische Schläge*
*Gesprächsfetzen auf Spanisch*
Willst du wohl die Karten stecken lassen.
Guck mal, Papa.
Siehst du damit überhaupt was? - Ha, ha.
Wieso kann ich keine Bitex-Brille haben?
Angelina, vergleich dich nicht immer mit anderen.
Nur weil alle eine Bitex-Brille haben, musst du das nicht auch.
Diese Brille kommt doch nicht aus deinem Herzen. Haben, haben, haben.
Das macht nicht glücklich. - Mama, bitte.
Nein, ich geb nicht 120 Mark für so 'nen Schrott aus,
damit du aussiehst wie 'ne Fliege auf Drogen.
Nun komm, sonst verpassen wir die Prozession.
Komm, Carla.
*getragene, feierliche Musik*
Mein Gott, sind diese Spanier laut.
Ach was, ich bin froh, wieder hier zu sein.
Warum denn "wieder"?
Hab ich doch erzählt. Als junges Mädchen.
Ich hab doch einmal ein ganzes Jahr lang hier gewohnt.
Hab ich doch erzählt. - Hast du nie erzählt.
Aber ja.
Ich war 21.
Und wunder-, wunderschön.
Bestimmt nicht, das hör ich zum ersten Mal.
Dass ich wunderschön war? *er lacht auf*
Ja, das auch.
Ich hab irgendwie Kopfschmerzen.
*er seufzt*
Dass du hier gewohnt hast. Warum weiß ich das nicht?
Herbert.
Ich kenn mich doch aus in dieser Stadt.
Weiß, was die Semana Santa ist und die Nazarenos.
Ja, das sind die mit den spitzen Hüten,
die aussehen wie vom Ku-Klux-Klan.
Die haben nichts damit zu tun. Das sind Büßer.
Die gehen vor der Madonna her und büßen.
Wollte ich auch immer mal machen.
Du, du hast doch nichts zu büßen.
Wer weiß?
Und du?
Hey!
Bist du müde?
Och, nicht die Bohne.
*lautes Stimmengewirr auf Spanisch*
*feierliche Musik*
*feierliche, getragene Musik*
*Lachen*
Julian! Komm her!
Schsch!
Carla!
*getragene, feierliche Musik*
*Musik stoppt*
*ruhige, liebliche Melodie*
I want your glasses.
Okay.
I want your glasses!
Hey, Linda!
Äh, Linda.
Lin-da.
Woher weißt du meinen Namen? - Du kannst ja reden.
Warum nicht? - Ich dachte...
"Ich bin taubstumm und auf Hilfe ange - Nur ein Trick.
Für was zu essen und 'n Bier reicht's.
Ich hab deine Tasche gefunden. - Was? Wo?
Irgendwo da draußen in der Pampa, da war so 'n Haarspray drin.
Diese gelben Zettel, Seifenblasen und 'n Kinderbuch.
"Oh, wie schön ist Panama". - Ja.
"Für Linda gegen die Angst".
Hey, ich hab mir wirklich Sorgen um dich gemacht.
(lacht auf) Du hast dir wirklich Sorgen um mich gemacht?
Keine Frau verliert so einfach ihre Handtasche.
Ach, ich hab die aus dem Fenster geschmissen.
Dachte, ich werd ein anderer Mensch, wenn mir nix mehr gehört.
Bekomm ein neues Leben. Hat aber nicht funktioniert.
*Linda lacht leise*
*lauter Gesang*
*ruhige Musik*
*Baby weint*
*Stimmen im Hintergrund*
David? - Sí.
Hallo, David.
Was wollen Sie?
Ich bin's.
Unna. - Unna.
Ihren Namen hab ich verstanden. Was wollen Sie?
Kannst du dich nicht mehr an mich erinnern?
Unna?
Unna Krieger?
Aus München.
Ich kann mich an vieles nicht erinnern.
Aber wenn Sie wollen, kommen Sie rein.
Vielleicht fällt's mir dann ein.
Es gibt Zitronenkuchen und Kaffee. Einen richtigen deutschen Kaffeeklats
*Stimmen aus dem Fernseher*
Das ist Paco.
Spricht Deutsch.
Tach.
Paco, das ist...
Jetzt habe ich Ihren Namen schon wied - Unna.
Kreger. - Unna sagt, wir haben uns mal gekann
Wir haben uns mal geliebt.
Vor...
mehr als 30 Jahren.
Vor einem Jahr hatte ich 'nen Schlaganfall.
Das ist ja schrecklich.
Das ist, als wenn jemand Fotos aus dem Fotoalbum reißt. Da ist nichts me
'n Loch.
David hat einfach die große Lösch-Taste gedrückt.
'tschuldigung.
*Stammeln*
Das macht gar nichts.
(David) Mann.
Erzählen Sie mal was von uns.
Äh...
Wir haben mal zusammen ein Jahr gewohnt.
In einem...
winzigen Zimmer unterm Dach in der...
in der Calle San Domingo.
(lacht) Was?
Ihr habt ein Jahr zusammengewohnt?
Und da erinnerst du dich nicht dran? Mann!
Wir haben da zusammen mit einer...
mit einer verrückten Amerikanerin gewohnt.
Äh, wie sie hieß, das weiß ich jetzt auch nicht mehr.
Wir haben da Mäuse gehabt.
Aber du hast sie gefüttert, um die Amerikanerin zu ärgern.
Ihr Diaphragma hat sie immer im Kühlschrank aufbewahrt.
Woher wissen wir eigentlich, dass du dir das nicht alles einfach ausdenkst
Hier reingeschneit kommst und uns irgend 'nen Müll erzählst, hm?
Tja, das können Sie nicht wissen.
Vielleicht bist du ja von irgendeiner Scheißbehörde.
Bestimmt nicht. - David.
Die Alte ist nicht koscher.
Sheila.
Die Frau hieß Sheila.
Stimmt.
Jetzt verscheißerst du uns aber.
Du weißt doch kaum, wie du selber hei - Sheila.
Eines Abends...
hat sie ihren Fernseher vom Balkon geschmissen, aus dem fünften Stock.
Ja! Das hab ich ganz vergessen.
Das Zimmer, in dem ich gewohnt habe...
da stand nur 'n Bett drin.
Sonst nichts.
Und die Wände waren grün gestrichen. Spinatgrün.
Ganz grün.
Wir haben da gewohnt.
Wir.
Ich kann mich nicht erinnern.
Ich kann mich einfach nicht erinnern.
(Klaus) Unser Leben ist wie ein Blitz am Himmel.
(Linda) Wie ein Wasserfall, der den Berg hinunterstürzt.
(beide) Vertue nicht deine Zeit.
Wenn du isst, dann iss. - Wenn du schläfst, dann schlaf.
Wenn du einatmest, atme ein. - Wenn du ausatmest, atme aus.
Das hat mir mal 'ne Frau im Knast aufgeschrieben.
Nur einatmen und ausatmen. Das funktioniert.
Plötzlich hat man gar keine Angst mehr. Das ist wie ein Wunder.
*ruhige Gitarrenmusik*
Ich würd gern wissen, wie unsere Kind - Was?
Ich würd gern wissen, wie unsere Kinder aussehen würden.
*Linda lacht*
Du spinnst! - Ich glaub, die wären der absolute K
(David) Hatten wir ein Kind?
(Unna) Nein, das ist viel später.
Wir haben uns zuletzt gesehen, kurz bevor ich schwanger geworden bin.
Erzähl's mir.
Du hast mich vom Flughafen aus angerufen. "Hier bin ich."
Nach acht Jahren, einfach so. *Türklopfen*
Ich hatte dich gerade eben erst richtig vergessen.
Einen vernünftigen Mann gefunden, mit vernünftigem Beruf, jemand zum Heirat
Und dann hast du plötzlich wieder vor der Tür gestanden.
*Frauenlachen*
*Frau lasziv auf Spanisch*
*Lachen*
Du hattest so schöne lange Haare.
Um deine Haare hab ich dich immer beneidet.
*Lachen und Stöhnen*
Ich hab aufgemacht, aber dich nicht reingelassen.
Ich hab dich wieder weggeschickt.
Ich war feig.
Vernünftig.
Dafür schäme ich mich heute noch. - Qué pasa?
*Spanisch*
No.
Bleib. Bleib!
*rhythmisches Trommeln*
Unna?
Unna!
*rhythmisches Trommeln*
*getragene, feierliche Musik*
*majestätische Musik*
Wenn wir nicht uns ansehen, sondern nur das Zimmer,
dann ist überhaupt keine Zeit vergangen.
Montags Pumpernickel.
Montags Pumpernickel?
Daran erinnerst du dich?
Ich erinnere mich an den Geschmack. - Wirklich?
Ja, ganz genau.
Dein sehr spezielles Schwarzbrot.
Montags Pumpernickel.
Das Rezept hatte ich von dieser verrückten Sheila.
Aus einem vegetarischen Kochbuch.
"Moon, Sun and Vegetables".
Das war schwarz wie die Nacht.
Mit Rosinen. - Mit Korinthen.
Korinthen. Korinthen, Zitronenschale, ähm...
Weizenkeime, Roggenmehl, Melasse, Milch...
Kleie. - Das hat so gesund und vernünftig ge
Gib doch zu, du hast es nie gemocht.
Doch, wirklich, ganz bestimmt.
Nach zwei Tagen war es so hart, dass man wen damit erschlagen konnte.
An das Brot erinnere ich mich. - Und an mich?
Bitte erzähl noch mal.
Was gehört da alles rein?
Korinthen, Zitrone,
Milch, Melasse,
Roggenmehl, Weizenkeime...
*inbrünstiger Gesang auf Spanisch*
*inbrünstiger Gesang*
*Applaus*
*sie singt dieselbe Melodie mit kraftvoller Stimme*
# Ich weiß nicht, wie mein Leben weitergehen soll
# Ich hab so Angst
# Gib mir Mut
# Für mich
# Für die Liebe
# Für die Schmerzen
# Ah!
# Darum bitte ich dich
# Gib mir Mut
# Darum bitte ich dich
# Gib mir Mut
*dynamische spanische Gitarrenmusik*
*Regen prasselt*
Schau.
Es regnet.
Mi amor.
Es regnet.
*Musik: "Verde que te quiero verde" v Fernanda De Utrera & Paco Del Gastor*
*Ächzen und Lachen*
*Musik klingt aus*
*sie stöhnt*
Warte mal.
Da ist was.
Guck mal. - Hab ich's doch gesagt.
Hm?
Ist noch alles da.
Sogar mein Buch ist noch da. Guck mal.
"Aber eines Tages schwamm auf dem Fluss..."
Du willst mir doch jetzt nicht was vorlesen, oder?
Du hast gesagt, ich darf's mir aussuchen.
Stimmt.
"Aber eines Tages schwamm auf dem Fluss eine Kiste vorbei.
Der kleine Bär fischte die Kiste aus dem Wasser,
schnupperte und sagte:
'Oh, Bananen!'
Die Kiste roch nämlich nach Bananen. Und was stand auf der Kiste geschrieb
'Pa-na-ma', las der kleine Bär.
'Die Kiste kommt aus Panama und Panama riecht nach Bananen.
Panama ist das Land meiner Träume', sagte der kleine Bär.
Er lief nach Hause und erzählte dem k Tiger bis spät in die Nacht von Panam
'Pa-na-ma.
In Panama', sagte er, ist alles viel schöner, weißt du?
Denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen.
Panama ist das Land unserer Träume, Tiger.
Wir müssen sofort morgen nach Panama.
Was sagst du, Tiger?'
'Sofort morgen', sagte der kleine Tiger.
'Denn wir brauchen uns doch vor nichts zu fürchten, Bär.'"
*beschwingte spanische Gitarrenmusik*
Untertitel: Subtext Berlin, 2021
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