All language subtitles for Der Ruf Der Gradiva 2006

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Original subtitles

Ja'?!

Was gibt es denn? - Ein Paket für Sie, Monsieur.

Was ist drin? - Das weiß ich nicht, Monsieur.

Belkis?

Ja, Monsieur? - Wer hat das abgegeben?

Ein Reiter, Monsieur. - Wann?

Gerade eben wurde es abgegeben.

Ein Mann oder eine Frau?

Das weiß ich nicht, Monsieur. Es war schon zu dunkel.

Hat denn diese Person - Frau oder Mann - irgendwas gesagt,

als sie das Paket abgegeben hat?

Ja, Monsieur, dass es Ihnen bei Ihrer Arbeit helfen würde.

Das Buch, das ich über "Delacroix" schreibe?

Wahrscheinlich, Monsieur. Ich weiß es nicht.

Kannten Sie die Person? - Nein, Monsieur.

Aber es war jemand, der mich kennt, oder? - Weiß ich nicht, Monsieur.

Same'? - Ja, Moment'?

Haben Sie einen Zaubertrank gegen Zahnschmerzen?

Es gibt Zahnärzte, Monsieur, in Marrakesch, gleich in der Nähe von Medina,

die Ihre Schmerzen mit einer Zange wegzaubern können!

Das Paket, das man Ihnen letzte Nacht überreichte, enthielt eine Box mit Dias.

Ja, Monsieur.

Ah, das wussten Sie? - Nein, Monsieur.

Sie waren exakt von derselben Marke, die ich immer benutze.

Wie kann jemand die Anforderungen eines Projektors wissen, der uralt ist?

Weiß ich nicht, Monsieur.

Können Leute reingehen, wenn ich nicht da bin?

Weiß ich nicht, Monsieur.

Man sagt, dass einst der Pascha von Tazert, morgens,

mit noch verschlafenen Augen, weibliche Körperteile aufspießen ließ,

von jenen Geliebten, die ihn während der nächtlichen

Dienstleistung nicht vollständig befriedigten.

Sie mögen es wohl, mich leiden zu sehen.

Haben Sie kein Herz? Antworten Sie! - Ich weiß nicht, Monsieur.

Beruhig dich. Alles ist gut.

Ich werde dich im Laden genauer unter die Lupe nehmen.

Sachte, sachte!

Na schön, jetzt bin ich hier. Und jetzt werde ich schreiben.

Ich schreibe, dass ich nicht hier bin.

Dass ich durch das Labyrinth von Medina wandel,

auf der Suche...

auf der Suche nach einem Objekt, kleines: "a" verloren.

Es sei denn dass es wieder einmal meine Doppelgängerin war.

Kann ich Ihnen helfen?

Ja, hören Sie, um ehrlich zu sein, habe ich jetzt eine Verabredung,

mit einerjungen, blonden Frau. Es wundert mich, dass sie nicht hier ist.

Wär hier eine junge Blondine reingekommen, Monsieur, hätte ich das sicher bemerkt.

Wie soll die Dame denn heißen, wenn ich fragen darf?

Das weiß ich leider auch nicht. - Hm, okay, verstehe.

Ich könnte ihn für alle Fälle ein paar Geschenke für junge Damen zeigen.

Berber, Silber, Halsketten, Sklavenarmbänder, indiskreter Schmuck.

Im Moment such ich nach einer Frau, nicht nach Geschenken.

Auch da kann ich Ihnen helfen, ich kenne ein exzellentes Freudenhaus.

Nein, nein, ich treffe mich mit einer speziellen Einzelperson.

Speziell und anonym.

Hören Sie, solange Sie warten, kann ich Ihnen authentische

Gegenstände aus dem Harem zeigen, von äußerst sanft bis äußerst brutal.

Henker-Äxte sowie andere Instrumente für eine noch

bessere, intime Folterung. Sie werden sehen, was ich meine.

Ein Jahrhundert. Das ist nicht sehr antik. - Umso interessanter.

Die Tatsache, dass es bis vor kurzem existierte, macht Dinge viel aufregender.

Ich kann Sie sogar in eine private Vorstellung bringen,

von einer ganz besonderen An.

Nein, ich bin eh schon zu spät zu meiner Verabredung. Ich danke vielmals.

Hier, mein Freund. In Gottes Gnade. - Danke.

Sag mal, ist vor mir jemand in den Laden gegangen?

Nein, Monsieur, niemand in der letzten halben Stunde.

Und du hast auch keine junge blonde Frau gesehen?

Ach, Monsieur, meine Augen sind vor Jahrhunderten gestorben.

Aber ob Mann oder Frau, blond oder brünett, ich hätte es gehört.

Niemand ging rein, Sie können mir glauben. - Okay. Dann hab ich mich wohl geirrt.

Selbstverständlich sind sie alle falsch.

Du bist Experte? - Na ja, ein bisschen.

Und ich kenne einen Antiquitätenhändler, der Ihnen ein echtes

Delacroix-Gemälde günstig verkaufen würde, weil Sie so interessiert sind.

Woher weißt du, was mich interessiert?

Blinde besitzen die Gabe, hellsehen zu können.

Kommen Sie mit mir. Sie können mir vertrauen.

Die genaue Adresse kenn ich zwar nicht, aber ich werde es schon finden.

Nehmen wir uns ein Taxi.

Das ist kein Taxi. - Vertrauen Sie mir, es ist ein Taxi.

Sein Taxischild ist nur gerade in der Reparatur beim Elektriker.

Das Geräusch war mir bekannt, ich habe es gehört...

und zwar am Motor. - Der Motor ist aus.

Ja, jetzt.

Ich habe es erkannt, als es hierher fuhr und parkte.

Sie können folgendes versuchen.

Setzen Sie meine dunkle Sonnenbrille auf.

Der Antiquitätenhändler ist ein sehr wichtiger und sehr geheimnisvoller Mann,

der nicht möchte, dass man weiß, wo genau sich seine Schätze befinden.

Deine Sonnenbrille ist total undurchlässig.

Oh, woher soll ich das wissen, ich bin doch blind, vergessen?

Was die hübsche Blondine angeht, die Sie in den Shop gehen sahen,

man sagt, dass bei den Häfen Medinas der Geist einer reizenden,

goldhaarigen Person gesehen wurde, die zu Beginn des letzten

Jahrhunderts enthauptet wurde, weil sie sich von einem Franzosen,

der auf der Durchreise war, hat verführen lassen.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ihre eleganten Schritte

keine Geräusche machten, als sie den Boden berührten.

Ja, das könnte möglich sein.

Ja, das könnte möglich sein.

Vielleicht war sie es, die Sie gesehen haben.

Jedenfalls werden Sie hier in jedem Andenkenladen die Axt,

mit der der Henker sie enthauptet hat, problemlos finden.

Es gibt unzählige Modelle in unterschiedlichen Ausführungen,

um die verschiedenen Geschmäcker der Kenner zu befriedigen.

Manche Geschichten besagen, dass es gar keine Axt war,

sondern ein Säbel oder ein einfacher Dolch.

Sie alle sind in den Suqs zu finden, natürlich mit Echtheitszertifikat.

Voila. Wir sind da.

Meine Sonnenbrille, bitte.

Gehen Sie die Treppen da vorn hoch. Die Tür ist angelehnt,

leicht drücken. Dann gehen Sie nach rechts.

Ein junges Dienstmädchen, sehr diskret, wird Sie erwarten.

Ich warte im Taxi, zu dem Sie zurückkommen werden.

Sie können später bezahlen. Gehen Sie schon.

Ist es möglich, dass ich...

Hör zu, Justine, anscheinend bist du noch sehr zu jung.

Du musst nicht so melodramatisch sein. Ich werd es dir beibringen.

Manchmal ist eben sehr...

Genug jetzt! Sie wird gehorchen! Wir haben für sie bezahlt!

Ich habe Sie erwartet. Man hat mir Bescheid gesagt.

Bitte essen Sie doch mit uns, Sie sind sicher hungrig, ein bisschen ist noch übrig.

Greifen Sie ruhig zu.

Oh, ach ja, das hab ich ja schon vergessen,

Sie haben Zahnschmerzen. Darum werden wir uns auch kümmern.

Gelegentlich bin ich manchmal der Zahnarzt.

In diesem Metier muss man eben alles selbst machen.

Claudine, komm her.

Sehen wir uns die Aquarelle an, an denen Sie so interessiert sind.

Zeig uns die Juwelen aus unserem geheimen Lager.

Madame Elvira wird sich um das Mädchen kümmern.

Überzeugungskunst ist ihre kleinste widerlegbare Spezialität.

Bevorzugst du nicht lieber eine sanftere Methode?

Ich persönlich schon, natürlich.

Na los, zeig ihm den Weg und fummel nicht an ihm rum!

Trainingszelle Nummer 7.

Die harte Methode, aber keine bleibenden Narben

an den wichtigsten und interessantesten Stellen.

Keine Angst, wir werden deiner kostbaren Jungfräulichkeits nichts anhaben.

Du wirst hinterher genauso strahlend schön sein

und alles dir aufgetragene folgsam ausführen.

Denk aber nicht, dass deine jugendliche Schönheit

dich vor deinem Schicksal bewahren wird.

DokorAnatoli ist ein Gefühlsmensch, aber ich bin hier deine Schuldirektorin.

Wir haben hier unter anderem eine Tanzschule und Schauspielschule.

Ein Mädcheninternat fürjunge Mädchen, die eine Karriere im

Film-, Mode- und Werbebereich anstreben,

sowie Modelle für Fotografen und Maler.

Die jungen Damen üben gerade Improvisation.

Schreien zu lernen scheint besonders schwer zu sein.

All diese Bilder zeigen, wie eng die Bindung zwischen Delacroix und

seinem reizenden Modell war, welches er zwischen den Posen vergewaltigte.

Irgendwie bezweifle ich deren Echtheit, muss ich sagen.

Es gibt kein weiteres Beispiel in seinem anderen marokkanischen

Skizzenbuch, in dem dieses erotische Detail vorkommt.

Die nahezu skandalöse Art dieser Skizzenbücher hielt neugierige Blicke fern.

Entweder von dem Künstler selbst oder von dem Pascha,

der die Schönheit versteckte und glaubte, er hätte die Rechte für sie.

Er war nicht bereit, sie in den Armen eines anderen zu sehen.

Ein Franzose obendrein.

Es wurde nie erwähnt, dass Delacroix angeblich eine marokkanische Affäre harte.

Dann, mein lieber John, wirst du es beweisen!

Die Wiederentdeckung der zwei fehlenden Skizzenbücher

wird die gesamten Kunstwelt auf den Kopf stellen!

Na los, schag härter zu! Härter!

Härter!

Härter!

Härter!

Woher kennen Sie meinen Namen?

Jeder Experte kennt Ihren Namen und Ihre Bücher, Monsieur Locke.

Leider wurden sie bisher nie veröffentlicht.

Sie haben auf diesen Moment gewartet.

Und da Sie auf der Spur sind, sagen Sie mir nicht, es sei Zufall,

dass Sie Ihr Forschungslabor genau an dem Ort aufgeschlagen

haben, an dem sich das Drama ereignet hat.

Welcher Ort soll das sein?

Tazers alte Kasbah, die heute zum Teil eine Ruine ist.

Was sonst könnte man da oben wollen, als Recherchen über Eugenes Gradiva anzustellen.

Sie nennen sie Gradiva? - Ihr Name war Leila.

Aber beachten Sie, wie sorgfältig der Künstler

ihren Fuß in dieser eigenartigen Position malte.

Der junge Delacroix sah womöglich das Basrelief,

vermeintlich pompejisch, im Vatikan-Museum.

Und stellte eine Verbindung zwischen ihm und dem

geliebten kleinen Fuß seines anmutigen Modells her.

Härter!

Härter!

Und was meinten Sie mit "Drama"?

Spielen Sie nicht den Unwissenden, John Locke.

Sie kennen die erschütternde Geschichte besser als jeder andere von uns.

Es geht sicher nicht um die Eruption von Vesuvius,

sondern um die Hinrichtung der äußerst verführerischen Leila,

die bestraft wurde, weil sie einen Ausländer liebte.

Das ist etwas anderes.

Viele Studien von Fernand Cormons' "La Favorite Dechue".

Ich dachte, Sie würden sagen, dass es eine Skizze war,

die am selben Ort gemalt wurde, während seine geliebte Mätresse exekutiert wurde.

Machen Sie keine Witze, Monsieur.

Diese schrecklichen Dinge existierten. Und tun es wahrscheinlich immer noch.

Ich gebe Ihnen ein Schmerzmittel gegen Ihre Zahnschmerzen,

das sofort und langanhallend wirkt.

Es wird in ein sehr zuckerhaltiges Getränk getan,

um einem hypoglykämischen Schwindelanfall vorzubeugen.

Und Sie haben seit heut Morgen ja nichts mehr gegessen.

Dann ruhen Sie sich in einem diskreten Hotel aus, das zu unserem Etablissement gehört.

Dann ruhen Sie sich in einem diskreten Hotel aus, das zu unserem Etablissement gehört.

Nein, nein, vielen Dank, aber das ist nicht nötig.

Härter!

Die liebreizende Claudine wird Sie zum Hotel bringen.

Es ist zwar etwas ungewöhnlich, aber sehr gemütlich.

Hier ist der Schlüssel zu Ihrem Zimmer. Es ist Nummer 13.

Ich hoffe, Sie sind nicht abergläubisch.

Gehen Sie, John. Es ist zu Ihrem Besten.

Sie sind nicht bewaffnet? - Nein, natürlich nicht.

Also ist das Ihr erster Besuch hier? - Ja, der erste Besuch.

Dann nehmen Sie das, als Authentifizerungs-Symbol.

Gehen Sie ohne das nirgendwohin.

9... 10...

11...

12...

Nein, lasst mich los! Ich habe nichts falsch gemacht!

Wo war ich?

Was machen Sie da? - Wie Sie sehen, schreibe ich.

Und an wen schreiben Sie, wenn ich fragen darf?

Nun, ich weiß nicht, irgendwie an mich selbst.

Ich schreibe meine Memoiren. Ich erzähle meine Lebensgeschichte.

Das ergibt keinen Sinn. Dafür sind Sie doch noch viel zu jung.

Was könnten Sie schon erlebt haben?

Nein, ein alter Soldat könnten seine Memoiren schreiben,

darüber, dass er de Gaulle oder Winston Churchill getroffen hat.

Ganz und gar nicht. Das war eine andere Zeit.

Jemand, der über sein vergangenes Leben schreibt, ist nicht sehr kreativ.

Oder es war eine Lüge, um es einigermaßen interessanter zu gestalten.

"Wir brachen um 5 Uhr auf, aber mit prompter

Verstärkung kamen wir bereits um 3 Uhr am Hafen an."

Doch in Wirklichkeit sahen die armen Kerle, dass alles schief lief

und verschwanden in den Gassen. Und die sogenannten Truppen,

die am Hafen ankamen, waren zwei Glatzköpfe und drei Stoppelköpfe.

Jetzt, wo alles vorbei ist, musst du deine Memoiren

so schnell wie möglich schreiben. Und stell dir deine Zukunft vor,

mit deinen 700-seitigen Memoiren, die von Macmillan

herausgebracht wurden, und dich augenblicklich zum Star machen.

Und danach kannst du mühelos eine romantische Sängerin werden,

Flottenadmiral, staatsfeindliche Psychoanalytikerin für eine

Massenauflage eines Fashionmagazins, oder

Weltmeisterin im Unterwasser-Schwertfisch-Angeln.

Und wir, kommen wir in Ihren Zukunftserzählungen auch vor?

Anatoli, ich, Madame Elvira?

Aber natürlich, es ist doch eine wahre Geschichte.

Ich kann dich nicht wie von Zauberhand verschwinden lassen.

Ein Beispiel...

Wenn ich schreibe, dass der blonde Mann, der mich verfolgt und beobachtet,

gerade jetzt auf einem glänzenden Motorrad fährt,

nun ja, würde es umgehend Realität.

Sind Sie ein wenig verrückt? - Ganz und gar nicht.

Verrücktheit wäre, wenn man externe Geschehnisse

stattfinden ließe, ohne dazwischenzukommen.

Same'? - Ja, Moment'?

Wer hat die Fotos auf meinen Tisch gelegt? - Weiß ich nicht, Monsieur.

War jemand hier, als ich in der Stadt war'?

Ich weiß nicht, Monsieur. Das ist ein großes Haus.

Hat außer mir noch jemand einen Schlüssel?

Ja, Monsieur, natürlich. Der Hausbesitzer.

Kennen Sie ihn?

Nein, Monsieur, er lebt ziemlich weit weg von hier.

Wo genau? - Weiß ich nicht, Monsieur.

Oh! "Ich weiß nicht, Monsieur!" "Ich weiß nicht, Monsieur!" Wissen Sie überhaupt was?

Was nützen Sie mir? Wofür sollen Sie gut sein?

Wofür'? - Ich weiß nicht, Monsieur.

Lassen Sie mich jetzt alleine. Gehen Sie.

Bitte.

Ja, Monsieur.

Ist Ihnen nachts in diesem dünnen Kleid nicht kalt?

Es ist leider Gottes lange her, dass mein Körper Heißes oder Kaltes spüren konnte.

Dieses Kleid gehört fortan mir, bis in alle Ewigkeit.

Ich hatte es bei meiner Hinrichtung an.

Aber es sind keine Blutspuren zu sehen.

Meine Unschuld hat das Blut meiner Wunden weggewaschen.

Wer sind Sie?

Ich war eine weiße Sklavin aus Andalusien, wo ich meine Kindheit

verbrachte. Und wahrschenlich vorher schon eine ganze Zeit.

Sie waren?

Weil ich es nicht mehr bin.

Sie sind keine Sklavin mehr. Man hat Sie also befreit?

In gewisser Weise, ja, man befreite mich durch die Klinge.

Aber ich bin immer noch eine Sklavin. Nur liegt das in meiner Vergangenheit.

Was meinen Sie?

Dass Geister dazu verdammt sind, ihr tragisches Schicksal immer

und immer wieder durchleben zu müssen. Für alle Ewigkeit!

Wussten Sie das nicht, John Locke?

Sie kennen meinen Namen. - So wie Sie meinen kennen.

Könnten Sie diejenige sein, über die in der Legende gesprochen wird,

die, die für den französischen Maler posierte, vor mehr als einem Jahrhundert?

Oder vor mehr als 10 Jahrhunderten und all den Jahrhunderten

der Jahrhunderte, seitdem die Zeit aufgehört hat zu fließen.

Kannten Sie Eugene Delacroix?

Ja, zu meinem Leidwesen kannte ich ihn.

Er nannte mich Gradiva, aus welchem Grund, weiß ich nicht.

Jetzt muss ich gehen.

Werden Sie morgen Nacht wieder in der Ruine

sein und singen? - Es gibt keinen morgige Nacht.

Jede Nacht ist dieselbe Nacht.

Die, in der der Dolch mein Fleisch durchbohrte.

Sie sollten mir keine weiteren Fragen stellen!

Mit den Toten zu sprechen, bringt Unglück!

Wussten Sie das nicht, John Locke?

Was machen Sie denn da? Wieso schlafen Sie um diese Zeit noch? Aufstehen!

Ja, Monsieur. Verzeihen Sie. Ich hatte einen Albtraum.

Träumen Sie nicht so viel, das ist aus der Mode gekommen.

Ja, Monsieur. Werd ich nicht mehr.

Eine junge Freundin von Ihnen sitzt auf der Terrasse vom "Verlorene Katzen Café".

Danke.

Ich hoffe, ich störe nicht. - Oh nein, setzen Sie sich doch.

Aber Sie sind doch in Begleitung.

Was? Wie Sie sehen, bin ich ganz allein.

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wer Sie sind.

Aber ich erinner mich, Sie auf einer Party eines Freundes

gesehen zu haben, und dass ich Sie sehr charmant fand. Wo war das noch mal?

Kommen Sie! Das war gestern Abend, bei Analoli,

dem Antiquitätenhändler, der angeblich die Skizzenbücher von Delacroix hat.

Ja, jetzt klingelt es bei mir. Sie sind ein Freund von Georgios Analoli

und interessiert am Liebesleben orientalischer Maler.

Aufregend. Aber Georgios ist kein Anliquitätenhändler.

Woher haben Sie das gehört? Er ist Kunstliebhaber und sammelt alles Mögliche.

Er ist auch ein Regisseur. Hey, Sie müssen sich heutAbend meinen Auftritt ansehen!

Sie sind Schauspielerin? - Na ja, eine Art Schauspielerin.

Ich spiele zum Glück nichljeden Tag.

Morgen mache ich Mode-Aufnahmen an der Meeresküste.

Essaouira, kennen Sie das?

Eine antike Stadt, die die Franzosen früher Mogador nannten.

Ihr teurer Delacroix war dort mit einer hinreißenden

Marokkanerin, einer Leila. Es nahm ein tragisches Ende.

Kommen Sie mit mir, ich zeige Ihnen ihr Grab.

Delacroix war nie in Mogador.

Ach, wirklich? Kürzlich wurden dort Skizzenbücher gefunden,

auf denen ziemlich genau bekannte Plätze der alten Stadt zu sehen waren.

Sie sagten, Sie haben heute einen Auftritt. Welches Theater'?

"Die Goldene Triangle". Es ist kein typisches Theater. Und geheim.

Aber jeder Taxifahrer der Stadt fährt Sie hin. Für ein bisschen Trinkgeld.

Kommen Sie um 22 Uhr. Fragen Sie nach Madame Elvira, der Chefin.

Kommen Sie um 22 Uhr. Fragen Sie nach Madame Elvira, der Chefin.

Sagen Sie, Sie sind ein Freund von Georgie und dass Claudine Sie geschickt hat.

Gut. Jetzt muss ich aber gehen. Es hat mich sehr gefreut,

Sie wiederzusehen. Sie werden die Show sicher lieben!

Danach können wir was trinken.

Bis später.

Oh, das hätl ich beinah vergessen.

DoktorAnaloli hat mir das für Sie mitgegeben.

Ein Wundermittel gegen Ihre Zahnschmerzen.

Ein Wundermittel gegen Ihre Zahnschmerzen.

Was machen Sie denn hier'? - Nichts, Monsieur.

Ich warte auf den Bus. Der ältere Kellner ist mein Onkel.

Er hat mir etwas Wasser gegeben.

Mussten Sie Besorgungen machen? - Ja, Monsieur.

Haben Sie vergessen, es mir zu sagen? - Nein, Monsieur.

Nachdem Sie gegangen sind, fielen mir ein paar Sachen ein,

die wir brauchen. - Ich geh auch nach Hause.

Die wir brauchen. - Ich geh auch nach Hause.

Wollen Sie mitfahren? - Ich weiß nicht, Monsieur.

Kommen Sie schon.

Das ist ein Befehl! - Ja, Monsieur.

Das ist ein Befehl! - Ja, Monsieur.

Sie liebkosen lieber weiße Haut? - Was reden Sie denn da?

Heute Abend haben Sie eine Verabredung mit ihr.

Sie gab Ihnen einen Abschiedkuss auf den Mund!

Nicht auf den Mund! Auf die Nase!

Nicht auf den Mund! Auf die Nase!

Spionieren Sie mir jetzt etwa nach?

Und es war bloß ein kleiner Kuss. Trocken und freundschaftlich.

Monsieur'? - Ja?

Monsieur'? - Ja?

Fesseln Sie sie ans Bett, um Dinge mit ihr zu tun?

Das wär sicherlich ganz nett. Was meinen Sie?

Ich weiß nicht, Monsieur.

Nichts weiter zu sagen?

Nichts weiter zu sagen?

Seien Sie vorsichtig mit dem jungen Ding.

Sie schläft mit Ihrem Hausbesitzer. - Woher wissen Sie das?

Kennen Sie sie? - Nein, Monsieur.

Woher dann?

Heut Morgen, gleich nachdem Sie weg waren, kam ein Polizist,

Heut Morgen, gleich nachdem Sie weg waren, kam ein Polizist,

ein gewisser Kommisar Mahmet, oder so ähnlich.

Er zeigte ein Foto von dieser Französin. Und fragte, ob Sie sie sehen wollte.

Er war es auch, der mir sagte, dass sie die Geliebte des Hausbesitzers gewesen ist.

Aber wieso? Was soll das alles?

Aber wieso? Was soll das alles?

Was will er? Dieser Polizist? - Weiß ich nicht, Monsieur.

Mögen Sie es, wenn ich Sie küsse? - Ich weiß nicht, Monsieur.

Ich fühl mich etwas schläfrig.

Und irgendwie, irgendwie seh ich alles ganz verschwommen.

Und irgendwie, irgendwie seh ich alles ganz verschwommen.

Diese Zahnschmerzen schaffen mich. Ich muss nachdenken.

Ich werde einen kleinen Spaziergang machen, um meinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Bereiten Sie das Essen für 19 Uhr vor. - Ja, Monsieur.

Bereiten Sie das Essen für 19 Uhr vor. - Ja, Monsieur.

Sie gab Ihnen Medizin und Sie haben sie getrunken. Es war Gifl.

Aber Sie behaupten doch, dass diese Dame mich liebt,

wieso würde sie mich vergiften wollen?

Sie gehorcht irgendjemandem. Manche Gifte töten bloß die Seele.

Sie gehorcht irgendjemandem. Manche Gifte töten bloß die Seele.

Sie reden Unsinn! - Ja, Monsieur. Nein, Monsieur.

Es geht mir viel besser. Ich glaub, ich kann wieder laufen.

Ist das Essen fertig? - Ja, Monsieur.

Es steht alles bereit. - Gut. Dann gehen wir.

Richten Sie die Taschenlampe auf mich. - Ja, Monsieur.

Was ist das für eine Kelle? - Weiß ich nicht, Monsieur.

Wie spät ist es? - 21 Uhr, Monsieur.

Rufen Sie mir ein Taxi, ich muss in die Stadt fahren.

Nein, Monsieur.

Ja, Monsieur.

Gehen Sie nicht, Monsieur. Ich flehe Sie an. - Ich muss gehen.

Ich weiß nicht, wieso.

Sind Sie das Taxi, das ich gerufen habe? - Natürlich.

Ich seh keinen Taxameter. - Wird grad repariert.

Sie fragen gar nicht, wo ich hinmöchle.

Sie fragen gar nicht, wo ich hinmöchle.

Sie müssen um 22 Uhr bei der "Goldenen Triangel" sein.

Woher wissen Sie das?

Hier arbeiten alle Taxifahrer für die Polizei.

Wussten Sie das nicht, John Locke?

Ich versteh den Zusammenhang nicht.

Orientalische Shows sind prinzipiell verboten.

Aber Sie werden toleriert, wenn das Theater kooperiert.

Wie hochklassige Huren, nackte, junge Schauspielerinnen

liefern wichtige lnfonnationen über illegale Aktivitäten.

Liefern wichtige lnfonnationen über illegale Aktivitäten.

Menschenhandel, Drogen, das übliche kriminelle Zeugs eben.

Und die Polizei bezahlt die Taxis? - Wie kommen Sie darauf'?

Und die Polizei bezahlt die Taxis? - Wie kommen Sie darauf'?

Als ich das letzte Mal mit Ihnen gefahren bin, sollte ich nichts bezahlen.

Letztes Mal? Heute ist das erste Mal, dass ich Sie fahre, Monsieur Locke.

Sind Sie bewaffnet? - Nein, natürlich nicht.

Gut, Sie können reingehen.

Gut, Sie können reingehen.

Ich möchte zu Madame Elvira.

Willkommen, Monsieur Locke.

Orientalisten sind in unseren Vorstellungen immer gern gesehen.

Und Ihre Anwesenheit ist uns eine große Ehre.

Sie schmeicheln mir, Madame.

Joujou bringt Sie zu Ihrem Platz. Gefällt Ihnen meine kleine Schülerin?

Sie wurde ausgepeitscht. Aus welchem Grund?

Aber nein. Das ist nur Make-up.

Unsere Schauspielerinnen sind während der Pause Kellnerinnen,

dann tragen sie die Kostüme, für die sie auf der Bühne bewundert wurden.

Dann tragen sie die Kostüme, für die sie auf der Bühne bewundert wurden.

Seltsam. Sie sehen wie frische Striemen einer Peitsche aus.

Unser Make-up Mädchen ist eine Künstlerin.

Zu schade, dass Sie unsere erste Szene heut Abend verpasst haben. Echt schade.

Auf der Bühne waren zwei prachtvolle Pferde.

Auf der Bühne waren zwei prachtvolle Pferde.

Bring Monsieur Locke an Kommisar Mahdis TISCH und stell

sie einander mit dem Respekt vor, den sie verdienen.

Denk dran, was passiert, wenn du den letzten Fehler verursachst.

Ja, Gebieterin, ich werde dran denken.

Sie können sie anfassen, um zu sehen, ob sie echt sind oder nicht.

Ja, diese hier sind nur Make-up. Die echten sind auf der anderen Seite.

Ja, diese hier sind nur Make-up. Die echten sind auf der anderen Seite.

Viel näher am Schambein.

Wenn meine Gebieterin sehr wütend ist, peitscht sie meine Weichteile, bis ich schreie.

Deine Haut ist so weich.

Tut es sehr weh. - Ja, ein bisschen.

Wenn sie zu doll mit der Peitsche aufkommt.

Was hast du falsch gemacht?

Ich habe aus Versehen ein Glas zerbrochen,

als ich einen Drink mit verbundenen Händen servieren sollte.

Hört sich auch nicht sehr praktisch an.

Nein, aber es macht Spaß, und die Orientalisten lieben es.

Professor John Locke, Kommissar Mahdi Ben Mochrane.

Tolle Narben, mein Mädchen, du scheinst deine Lektion gelernt zu haben.

Nicht so doll, Monsieur Kommissar, die linke Seite ist etwas wund.

Bitte.

Wie nett von Ihnen, geehrter Monsieur Locke,

dass Sie meine Einladung zum Verhör angenommen haben.

Was?! Aber Sie haben nie... - Natürlich hab ich!

Zugegebenermaßen auf etwas hinterhältige Art und Weise,

um die Höflichkeit und Gastfreundlichkeit für ausländische Besucher zu bewahren.

Ich verstehe nicht.

Was wollen Sie? - Nichts Besonderes, keine Sorge.

Wahrscheinlich ist es eine Serie trauriger Zufälle.

Zweite Szene: "La Favorite Dechue" von Femand Cormon.

Lassen Sie uns Klartext reden.

Also, ein paar hübsche Mädchen sind verschwunden,

und zwar in der Nähe eines Bergdorfes,

welches ganz in der Nähe Ihrer Residenz liegt.

Mindestens eine von ihnen wurde vergewaltigt und dann auf grausame Weise ermordet.

Und vor allem haben wir Ihre Fingerabdrücke am Griff des Dolches gefunden,

dessen Klinge mit menschlichem Blut verschmiert war.

Das Blut einer Frau, um genau zu sein.

Danke.

Dritte Szene: "Der Tod von Gradiva" von Edouard Mannerel.

Trinken Sie.

Ich wollte Sie sehen, um zu hören,

was Sie von meinen Entdeckungen halten,

weil Sie doch besonders an den Delacroix-Pferden interessiert waren.

Ich muss Ihnen die Skizzen unbedingt zeigen, sie sind sehr persönlich,

wenn Sie wissen, was ich meine.

Sie haben mich auch ein wenig für meine nächste Vorstellung inspiriert.

Wie Sie deutlich sehen, sind es vorausgehende Studien von

"Das Massaker von Chios", welche eine Serie von Bildern beinhaltet.

Haben Sie das gesehen?

Geht es Ihnen nicht gut, Monsieur Locke?

Leila.

Gradiva. - Nein.

Unser Star heißt nicht Leila, sondern Hermione.

Ihre Ähnlichkeit mit der weißen Sklavin, die für Delacroix Modell stand,

inspirierte unseren Autor, sie in ein paar Stücken mitspielen zu lassen.

Exekutionen oder Folterungen, die mehr oder weniger in Zusammenhang

mit ihrem tragischen Ende stehen, von denen es, wie Sie wissen,

unterschiedliche Versionen gibt.

Es ist spät. Ich muss jetzt gehen.

Ich muss auf den Friedhof, wie jede Nacht, um zu beten,

neben dem Grab von meinem anderen Ich, meiner bedauernswerten Zwillingsschwester.

Vergeben Sie mir, Monsieur,

aber manchmal haben Sie erschreckende Ähnlichkeit mit ihrem Mörder.

Was bedeutet das? Die Geschichte über den Friedhof und die getötete Schwester?

Gar nichts. Sie ist verrückt.

Erzählen Sie mir mehr! - Vergessen Sie sie.

Hermione ist manchmal sehr verwirrt.

Sie hatte nie eine Schwester. Geschweige denn einen Zwilling.

Vor drei Nächten wurde sie hinter der Bühne angegriffen.

Nichtssagend, so was kommt ab und zu mal vor bei etwas labilen Fans.

Aber sie denkt, dass sie an jenem Abend den sadistischen Kriminellen,

der von der Polizei gesucht wird, getroffen hat,

der nicht IHR einige Male in den Bauch gestochen hat, sondern ihrer Doppelgängerin.

Ihre imaginäre Doppelgängerin, verstehen Sie?

DoktorAnatoli, der ihr Geliebter war, bevor ich auftauchte,

beobachtet ihre Neurose ganz genau.

Er glaubt, sie täuscht das Ganze vor.

Der Kriminelle, den Sie erwähnten, stimmt es, dass ich ihm ähnlich sehe?

Wer soll das wissen? Niemand ist ihm je begegnet.

Sie sollten jetzt schlafen. Unser Auto wird Sie nach Hause bringen.

Ein blaues Taxi. - Wieso sagen Sie das?

In ganz Marokko gibt es kein einziges blaues Taxi.

Und was Mogador angeht,

wird uns der Fotograf beim "Verlorenen Katzen Café" abholen. Um Punkt 10.

Sie haben auf mich gewartet? - Ja, Monsieur.

Ich dachte, Sie würden nicht zurückkommen.

Monsieur'?

Ja'?!

Wenn es Ihnen große Freude bereiten würde...

Ja, reden Sie weiter. - Na, ich meinte...

Könnten Sie mich auspeitschen, wenn Sie wollen.

Das machen alle Männer mit ihren kleinen Bettsklavinnen.

Sie bestrafen? Wofür'? - Ich weiß nicht, Monsieur.

Sie finden immer einen Vorwand.

Die Mädchen sind böse, manchmal müssen sie eben ausgepeitscht werden,

damit sie nicht vergessen, wem sie gehören.

Würde Ihnen das gefallen? - Ich weiß nicht, Monsieur.

Monsieur'? - Ja?

Nachts, Monsieur.

Was ist nachts?

Dieses Lied, das nachts durch die Fenster kommt.

Wissen Sie, woher es kommt?

Nein, Monsieur, aber es ist nicht von hier.

Was meinen Sie?

Es ist weder arabisch noch berberisch.

Sondern?

Es ist der Tod, Monsieur, der Sie ruft.

Belkis. - Ja, Monsieur'?

Lieben Sie mich?

Oh, ja, Monsieur.

Guten Morgen. Ist Claudine nicht hier?

Sie hat etwas Wichtiges zuhause vergessen.

Aber sie wird bald zurück sein. - Modein Sie auch für Modeaufnahmen?

Ja, manchmal. Für Mode oder andere Sachen.

Aber das ist nicht mein Metier. Ich bin Schauspielerin.

Ja, ich weiß. Ich habe Sie gestern Abend auf der Bühne gesehen.

Ja, stimmt. Der blanke Horror!

Nun ja, Theater ist auch nicht so mein Metier.

Sie drehen also Filme?

Nein, weder Film noch Theater. Nein, ich bin eine Traum-Schauspielerin.

Aha.

Klingt interessant, aber was macht man da genau?

Wie der Name schon sagt, trete ich in den Träumen von Menschen auf.

Wie ist das möglich? - Na ja, auf ganz natürliche Weise.

Die Traumwelt ist genauso real wie die bewusste Welt.

Wussten Sie das nicht, John Locke?

Sie meinen, sie ist genauso materiell und auch genauso greifbar'?

In der Tat, ja. Vielleicht sogar etwas mehr.

Ihre Fragen sind so seltsam. In der Tat ähnelt die Traumwelt der anderen sehr.

Es ist ihr Doppelgänger. Ihr Zwilling.

Es gibt Eäuchstaben, Gegenstände, Wörter, Angsre, Freuden, Dramen.

Aber dort ist alles auch sehr viel gewaltsamen

Erotische Träume? - Alle Träume sind erotisch.

Das macht es für die Schauspieler so aufregend.

Das muss ein schweres Handwerk sein. - Man kann es lernen.

Es gibt Schulen, Examen, Diplome. Und die Talenifreien werden schnell aussortiert.

Was Iemt man in den Schulen? - Alle möglichen Dinge.

Körperausdruck, Stimmbildung, Erzähllheorie, Psychoanalyse,

Strafrecht, orientalische Malerei, Kausalprinzip,

Gegensätze als Motor der Geschichte.

Wieso Strafrecht?

Wir müssen genau wissen, was legal ist und was nicht,

und die Strafen, die man erhalten würde.

Die Träume werden strengstens von der Polizei überwacht.

Zum Beispiel, wenn irgendwas mit minderjährigen kleinen Jungen

oder präpubertären Heranwachsenden zu tun hat, ist das strengstens verboten.

Was sehr schade ist. Ich kannte mal ein bildhübsches, junges Mädchen,

das unbedingt in einem Sado-Lesben-Traum, mit großem Budget mitspielen wollte.

Der Autor war einverstanden, ihre Eltern und Anwälte auch,

nur der Produzent war unnachgiebig.

Er berief sich auf seine moralische Verantwortung, Kinderarbeitsrecht,

Gesundheitsrisiken und was weiß ich nicht noch.

Sitten! Die waren ihm doch scheißegal. In Wahrheit hatte er nur Angst um sein Geld.

Ich finde das schockierend, Sie nicht? - Ja, doch, klar, natürlich.

Aber Mord ist erlaubt? - Glücklicherweise, ja.

Einschließlich schlimmer Morde mit gesetzeswidriger Gefangenschaft und Folter.

Das ist alles, was sie noch auf den Index setzen könnten.

Allerdings haben sie es vor ein paar Jahren versucht.

Eine hochgesinnte Regierung während der Wahl.

Das führte zu einem Aufstand in dem Berufszweig.

Aber durch die Androhung eines Massenstreiks und des Zusammenhalts

des kollektiven Unbewusstseins, haben sich die regierenden

Mächte umentschieden. Können Sie sich das vorstellen?

Niemand wäre mehr in der Lage gewesen, irgendwas zu träumen!

Ärzte sagten, Menschen würden en masse sterben.

Das ist Ignorieren der Reichen, die ihre Träume einfach verlagern würden,

in ein traumähnliches Paradies, welches sich im

Vorderen Orient oder auf den Bahamas befinden würde.

Um den äußeren Schein zu bewahren, entschied die Regierung,

dass nur die kostspieligsten Träume ihren vollen

Nationalen Gesundheitsdienst-Schutz verlieren würden.

Doppelmoral, wie immer! Ich finde das total unakzeptabel, Sie nicht?

Sicher. Natürlich, klar, aber...

Sagen Sie, diese Träume, erfinden Sie sie für die Menschen?

Oh, nein, in keinster Weise. Nein, nein.

Die Öffentlichkeit würde das nicht wollen. Es gibt Autoren, die darauf spezialisiert sind.

Man nennt sie Oneirograph. Und sie verdienen wirklich nicht schlecht.

Wer bekommt ihre Tantiemen? - Der Schriftstellerverband, wie üblich.

Es gilt als mentales Repräsentationsrecht.

Aber die Schauspieler haben ihre staatlichen Agenturen, die auch Tantiemen verteilen.

Natürlich, wie dumm von mir.

Unter vier Augen, Mademoiselle Hermione,

haben Sie jemals in meinen Träumen mitgespielt?

Ja, sicher. Sehr oft sogar.

Insbesondere seitdem Sie hier leben. In Marokko.

Das ist auch der Grund, warum Sie mich gestern

Abend sofort erkannt haben und mich Leila nannten.

Erinnern Sie sich?

Die Sohle meines erhobenen Fußes, vertikal.

Erinnern Sie sich, John Locke?

Monsieur Locke. Monsieur Locke.

Verzeihen Sie, ich hab mich etwas verspätet.

Wir holen den Fotografen unterwegs ab.

Sind Sie müde? - Ja, ein bisschen, aber es geht schon.

Ich hab gestern Nacht nicht gut geschlafen, ich war unruhig.

Halten Sie Albträume?

Das ist ein großer Begriff. Ich hab Träume, wie jeder andere auch.

Vorsicht. Die Polizei beobachtet Sie. - Ja, ich weiß. Es war nichts Besonderes.

Da widersprach ich Ihnen.

Kommisar Mahdi hat uns sein Auto und seinen Fahrer geliehen.

Kommen Sie, mein Freund. Das Meer ruft Sie.

Der blinde Mann, der dort bettelt, ist er nicht unser Fahrer?

Ja, wie Sie sehen.

Hier ist das Grab der armen Gradiva.

Acht... Neun...

Zimmer 12.

Zehn...

Elf...

Dreizehn...

Vierzehn...

Kommen Sie rein, John. Ich habe Sie erwartet.

Nein, nein, tut mir leid, ist mein Fehler.

Ich kann die Tür zu meinem Zimmer nicht finden.

Ich harte nicht vor, Ihr Schloss aufzubrechen.

Außerdem wusste ich ja nicht, dass es Ihres ist.

Nein, es muss Ihnen wirklich nicht leid tun.

Alles läuft genau nach Plan. Kommen Sie rein.

Sie können sowieso nichts anderes machen. Kommen Sie.

Müssen Sie heute Abend nicht arbeiten?

Nein. Das Fotoshooting ist vorbei. Gott sei Dank.

Oh. Nein, das meinte ich nicht.

Ich meinte, Ihre sonderbare Berufung als Traumschauspielerin.

Das ist doch sicher eine Arbeit, der man nachts nachgeht, oder'?

Nicht immer. Aber heute Abend muss ich tatsächlich arbeiten.

Um genau zu sein, bin ich bereiles dabei.

Was meinen Sie?

Sie schlafen, John. In Zimmer zwölf.

Ich spiele eine Rolle in diesem Traum, in den Sie so zufällig reingeplaizt sind.

Ich bin die unbestreitbare Heldin. - Das ist absurd!

Ich suche mein Zimmer. Ich träume ganz bestimmt nicht.

Wenn doch, beweisen Sie es.

Sehen Sie sich Ihre Sachen an.

Sie träumen, Sie wären Eugene Delacroix, nach einem dieser

Iiebschafilichen Abenteuer, die er so gern hatte. Und dieses Abenteuer bin ich.

Aber es geht schief.

Passen Sie auf.

Okay. Wenn das ein ein Witz ist...

Ich bin müde und muss zurück.

Oh, nein, John, das ist kein Witz.

Jedenfalls gibt es kein Zimmer 12 in diesem Hotel,

welches das Paralleluniversum unserer Welt ist.

Im "richtigen" Hotel, in der realen Welt, in das wir gestern Abend

eingecheckt haben, ist Zimmer

wie in jeder Einrichtung, die von abergläubischen

amerikanischen Touristen betrieben wird.

Sie haben sogar gesagt, als wir ankamen, dass das Hotel,

in dem Sie schlafen, nicht über das Meer blicken kann, im Gegensatz zu diesem hier.

Ihr Zimmer liegt wahrscheinlich nur auf der anderen Seite.

Das sag ich doch die ganze Zeit. Wir sind hier auf der anderen Seite der realen Welt.

Eugenio! Eugenio!

Eugenio!

Sie sind nicht bewaffnet, nehm ich an?

Nehmen Sie das hier. Als eine Art Talisman.

Nachts ist das ein gefährlicher Ort, Monsieur Locke.

Ich vertraue keinen blinden Fahrern und bin in ihrer Gegenwart achtsam.

Es ist kein Geschenk, Monsieur Locke.

Der Dolch gehört Ihnen.

Sie haben diesen bloßstellenden Gegenstand

im blauen Taxi vergessen. Vor ein paar Tagen.

Erinnern Sie sich?

Foto.

Saubermachen.

Belkis?

Belkis?

Es ist der Tod, Monsieur, der Sie ruft.

Wieso?

Kleine Belkis...

Wieso haben Sie das getan?

Ich weiß nicht, Monsieur.

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