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Original subtitles

Kapitän Adrian Wohnrau.

Einer meiner Männer wurde getötet.

Florian Bonnel, er wurde wegen Mordes verhaftet.

Ich brauche jemanden, der ihn in Kapstadt abholt.

Ich bin nicht mehr Kriminalbeamtin.

Ich verlange nicht, dass du zurückkommst.

Ich bitte dich um einen Gefallen.

Leutnant Aurélie Mercier.

Wir gingen die Crewliste durch. Es sind keine Chorknaben.

So kann man das ausdrücken.

Ich habe Thorsten nicht getötet. Sie müssen mir glauben.

Erzählen Sie Ihre Version, sollte sie von der des Kapitäns abweichen.

Thorsten griff mich an. - Du hast hier nichts zu suchen.

Ich schob Panik. Also ging ich zurück.

Aber jemand war nach mir gekommen und hatte ihn erledigt.

Ich soll Sie in die Schweiz zurück- bringen.- Ich bleibe an Bord.

Meine Freundin. Sie war auf diesem Schiff.

Julia ist etwas zugestossen.

Die interessiert doch nur der Mord. Sie durchsuchen nicht das Schiff.

Diese Fracht liegt uns besonders am Herzen.

Sie wissen nicht, wer ich bin und was ich weiss.

Mikael. Wie geht's?

Gut, und dir? - Gut.

Komisch, sich in echt zu sehen. - Ich habe nicht mit dir gerechnet.

So ein Quatsch. Ich habe es dir versprochen.

Ich buchte eine Kabine, jetzt bin ich da.

Ich brauche deinen Pass. - Ja, klar.

Bin gleich zurück.

(Leise) Eine Passagierin für die Interlaken.

Alles klar.

* Spannungsvolle Musik *

Okay? - Ja, alles okay.

Willkommen.

Mit Untertiteln von SWISS TXT

Sie ging in Istanbul an Bord, als ich nach Genf reiste,

oder am Tag danach.

Und wo ist sie jetzt? - Keine Ahnung.

Ich sage Ihnen. Es ist etwas passiert. Ich kam ihretwegen.

Wir müssen los, Leutnant. - Nein, Moment.

Nach Istanbul hörte ich einige Tage nichts mehr von Julia.

Ich war nicht besorgt, weil ich das kannte. Bis sie mich dann anrief.

Der Empfang war schlecht.

Sie klang panisch. Sie sei auf dem Frachtschiff Interlaken.

Ich solle so schnell wie möglich nach Rio de Janeiro zu ihr kommen.

Nichts davon ergab Sinn.

Aber durch den Namen des Schiffes

konnte ich die Firma leicht ausfindig machen.

Zunächst wollte ich als Passagier buchen.

Aber es gab nur zwei Kabinen, die schon vergeben waren.

Als ich dann sah, dass für das Schiff ein Hilfskoch gesucht wurde,

und dass ich in Rio anfangen könnte,

überlegte ich nicht lange und bewarb mich.

Und Sie wurden genommen? - Ja. Ohne weiteres.

Sie brauchten wohl ganz dringend jemanden.

Solange man ein Omelett hinkriegte.

Ich dachte, Julia würde mir an Bord alles erklären.

Der Koch bereitet gerade die Suppe vor.

Bring dein Zeug in deine Kabine und geh ihm gleich zur Hand.

Noch Fragen?

Hey. Noch Fragen?

Nein. Ich meine, doch. Sind an Bord auch Frauen?

Da bist du hier falsch. Zum Karneval von Rio geht es da lang.

Aber eine gibt es tatsächlich.

Du hast Glück. Aber lass dich nicht täuschen.

Im Vergleich zu der bin ich ein Chorknabe. Komm jetzt.

Gaspard, sieh mal, wer da ist.

Los, beeil dich. Der Abwasch wartet auf dich.

Es ergab keinen Sinn, mich zu rufen, wenn sie nicht mehr da war.

Ganz ehrlich ... Ihre Geschichte ist seltsam.

Sie verstehen nicht, was ich sage. Julia verschwand auf diesem Schiff.

Sie benutzte einen Fake-Namen.

Einen Fake-Namen? - Ja. Emilie Becker.

Die falsche Identität, die ihr ihre NGO gab. Sirens.

* Klopfen *

Herein.

Störe ich Sie?

Bitte, kommen Sie herein.

Und? Konnten Sie etwas Neues in Erfahrung bringen?

Er räumte den Kampf ein, jedoch nicht den Mord.

Angesichts der Fakten ist das lächerlich.

Nehmen Sie oft Passagiere an Bord?

Ja, die Firma schickt sie uns regelmässig.

Das ist voll in. Frachtschiff-Kreuzfahrten.

Wie funktioniert das?

Die Passagiere buchen online kurze oder lange Aufenthalte.

Sie laufen rum, lesen Bücher, machen Selfies an Deck.

Mir egal, solange sie unsere Arbeit nicht stören.

Und haben Sie derzeit ausser Famke Weber noch andere Passagiere?

Nein, die zweite Kabine ist leer.

Hatten Sie die letzten Wochen eine gewisse Emilie Becker an Bord?

Ja, in der Tat.

Die junge Frau stieg in Istanbul ein und blieb bis Dakar an Bord.

Aber was soll diese Frage? - Haben Sie eine Akte?

Kapitän, diese Frau ist nicht Emilie Becker.

Ihr Name ist Julia Morand. Sie ist Florian Bonnels Freundin.

Er kam an Bord, um sie zu treffen.

Er behauptet zudem, Julia sei auf Ihrem Schiff etwas zugestossen.

Natürlich nicht.

Wie gesagt, die junge Frau ging in Dakar von Bord.

Es steht in meinem Logbuch. Sie dürfen gern nachsehen.

Ich erinnere mich genau.

Ich habe ihr am Abend vorher persönlich ihren Pass gegeben.

Ein gefälschter Pass, wie es aussieht.

Ja. Aber was hat das eigentlich mit Thorstens Tod zu tun?

Wenn Sie erlauben, Kapitän. Das wird meine Ermittlung ergeben.

Ihre Ermittlung? Welche Ermittlung?

Vergessen Sie nicht, dass wir um 15 Uhr Anker lichten.

Mercier. Wie läuft der Einsatz?

Komplizierter als gedacht.

Der Verdächtige will das Schiff nicht verlassen.- Scheisse.

Er hat das Recht, sich der Auslieferung zu widersetzen.

Nein, das ist es nicht. Angeblich sei seine Freundin an Bord gewesen.

Er wollte sie da treffen.- Was hat das mit dem Norweger zu tun?

Keine Ahnung. Ihr Name ist Julia Morand.

Aber sie war unter einem Decknamen mit einem falschen Pass unterwegs.

Emilie Becker.

Sie arbeitet für eine NGO mit Sitz in Genf. Sirens.

An dem Tag, als Florian entwischte, suchten sie ihre Eltern.

Irgendetwas stimmt nicht.

Ich schaue, was ich über Sirens rauskriege.

Ich brauche weitere 24 Std.- Nein. Da würde die Firma ausrasten.

Äusserlichkeiten dürfen uns nicht blenden, hast du mich gelehrt.

Ich habe das Sagen, Mercier.

Tu mir den Gefallen. Halte dich an den Plan.

Bring den Leichnam und den Jungen her.

Klar?

Klar.

Gute Rückreise, Leutnant. - Gute Weiterfahrt, Kapitän.

Wenn wir jetzt gehen, erfahren wir es nie.

Monsieur Bonnel, gehen Sie weiter.

Adama, Sie sitzen vorn. Stellen Sie Ihren Rucksack rein.

Sollen wir fahren, Leutnant?

Wollen Sie wirklich an Bord bleiben?

* Spannungsvolle Musik *

Kapitän, Monsieur Bonnel widersetzt sich seiner Auslieferung.

Wie Sie wissen, hat er das Recht dazu.

Wir bleiben an Bord bis zum nächsten Hafen.

Das gibt uns Zeit zu entscheiden, was wir tun.

Ist Ihnen klar, dass das schiefgehen kann?

Dessen bin ich mir bewusst, glauben Sie mir.

Schweizer Frachter, Schweizer Recht.

Wo ist der nächste Halt?

La Réunion. In fünf Tagen.

Jetzt müssen Sie mir mehr über Julia erzählen.

Was wollte sie an Bord als Emilie Becker?

Keine Ahnung. Fragen Sie ihre NGO. Die wird es Ihnen sagen können.

Das klären wir bereits.

Die Frage ist aber nicht, warum sie an Bord ging,

sondern, warum sie nicht mehr hier ist.- Auch das wird geklärt.

Aber damit eines klar ist:

Sie sind weiterhin in Haft.

Dieses Modell haben wir in Südafrika. Kennen Sie es?

Okay, alles klar.

Halten Sie das für das Richtige?

Das Richtige? Das weiss ich nicht.

Es ist das, was getan werden muss.

Ohne Zweifel.

Es war mir eine Ehre, mit Ihnen zu arbeiten.

So wie Sie das sagen, fühle ich mich, als wäre ich 100.

Sie haben das Zeug für diesen Job.

Jetzt fühle ich mich, als wäre ich zehn.

Sie glauben an seine Unschuld, oder?

Hätte Florian den Norweger getötet, hätte er genommen, was zur Hand lag,

vermutlich ein Einblatt-Küchenmesser,

aber keinen Doppelklingen-Dolch.

Viel Glück, Leutnant.

* Dynamische Musik *

* Ruhige Musik *

Kapitän.

Was machen wir jetzt?

Nichts.

Herr Kommissar, Entschuldigung. Ich hörte eben, dass Sie warten.

Dimitri Maurer, stellvertretender Direktor.

Brigadier, nicht Kommissar.

Hat man Ihnen Wasser oder Kaffee angeboten, Brigadier?- Hat man.

Gut. Es ist einfach schrecklich,

der Mord auf unserem Schiff. Thorsten gehörte zu unseren Besten.

Erzählen Sie mir etwas über den Hilfskoch.

Nun, was soll ich da sagen? Wir stellten ihn gerade erst ein.

Der Junge hatte weder Erfahrung in der Küche noch in der Seefahrt.

Doch, hatte er. Er war Koch beim Militär.

Sie müssen das verstehen. Die Stelle war seit Monaten vakant.

In der Handelsmarine sind die Arbeitsbedingungen rau,

die Reisen lang und die Löhne niedrig.

Wir durften nicht wählerisch sein. Und er ist Schweizer.

Hinterfragten Sie nicht seine Beweggründe?

Alle Seeleute fliehen vor irgendetwas.

Noch eine Sache. Ich möchte wissen, wer an Bord der Interlaken reist.

Sie meinen die Passagiere?

Ja, die Passagiere.

Brigadier, Patricia Chambercy, unsere Direktorin.

Gut, dass Sie hier sind, Brigadier.

So kann ich die momentane Lage erklären.

Die Lage erklären? Sie meinen ...

Die Ihrer Kollegin an Bord meines Frachters.

Damit das klar ist: Sollte sie Verzögerungen verursachen,

werde ich dem Kanton Genf etwaige Strafen in Rechnung stellen.

Ein Dollar pro Tonne und Tag. Und wir reden von 25'000 t.

Moment. Wer, sagten Sie, ist an Bord?

Was fällt dir ein, Mercier? * Schiffshorn *

Du hast dich an mich gewandt. - Ich stand wie ein Idiot da.

Das tut dir mal ganz gut. Ich hab's mir gut überlegt.

Der Junge stolperte in mein Leben. Ich muss wissen, was passiert ist.

Du hast keinen Gerichtsbeschluss.

Noch nicht. Den solltest du mir besorgen.

Ich hoffe wirklich, du weisst, was du tust.

Ich auch.

War das Julia Morands Kabine? - Wer?

Äh, Emilie Becker.

Ach ja. Der Kapitän gab mir Bescheid.

Er möchte, dass Sie heute Abend mit ihm essen.

Danke, aber ich bin jetzt seit 20 Std. unterwegs.

Ich sollte mal schlafen. - Er ist ein guter Kapitän.

Ja? Was ist ein guter Kapitän?

Das lässt sich nicht verallgemeinern,

aber er schafft eine gute Mischung aus Menschlichkeit und Protokoll.

"Eine gute Mischung."

Nehmen Sie seine Einladung an.

Es ist so üblich am ersten Abend an Bord.

Na schön. Ich will das Protokoll nicht brechen.

Um 20.00 Uhr. Seien Sie pünktlich.

"20.00."

* Telefonklingeln *

Hey. Wie geht es dir?

Ich holte mir die Flugdaten. Ich komme dich am Flughafen abholen.

Ich suche ein schwarzes Kätzchen. Bislang habe ich noch keins.

Haben wir Strohhalme?

Unterste Schublade, neben den Plastikschüsseln.

Guillaume ...

Es gab eine Planänderung.

Guillaume, bist du noch da?

Es lief nicht wie erwartet.

Ich musste an Bord des Frachtschiffes gehen.

Das nächste Mal legen wir in fünf Tagen an.

Mama!

Hallo, Süsse. Sag ihr Hallo.

(Knisternd) Wann kommst du heim? Mama ...

Warte, mein Schatz.

Wir sind zu weit draussen.

Jetzt schon?

Nach 1 Std. ist Schluss. Draussen ist kein Empfang.

Markovic, Kriminalpolizei.

Sie verstehen meine Zurückhaltung, nehme ich an.

Kein Problem.

Sie sind ... Maya Leutenegger,

und Sie leiten diese Niederlassung von Sirens.

Verstehe.

Man kennst uns also schon.

Keine Sorge, ich mag die Linken.

Sie sind strohdumm, bringen aber die Welt voran.

Ich suche Julia Morand, eine Ihrer Angestellten.

Da sind wir zu zweit. - Vier, mit ihren Eltern.

Wie ich eben erfuhr, meldeten sie sie letzte Woche als vermisst.

Sie nahm sich einen Monat frei.

Sie wurde gestern zurück im Büro erwartet.

Wir erreichen sie aber nicht.

War sie wirklich in Urlaub oder machte sie einen "Urlaub"?

Sie war auf keinem Einsatz, falls Sie das meinen.

Dennoch ging sie an Bord des Schweizer Marine-Handelsschiffs,

für dessen Aktivitäten sich Ihre NGO interessiert.

Würde sie ermitteln, könnten wir sie erreichen.

Wir kommunizieren bei Sirens über ein verschlüsseltes Netzwerk.

Das ist verboten. Nicht mal wir dürfen das.

Soll ich Sie jetzt bemitleiden?

Okay.

Also ...

Die Tatsache, dass sie sich des Namens Emilie Becker bediente,

um an Bord eines Handelsschiffs der Schweizer Marine zu gehen,

ist ihr Privatvergnügen?

Ja.

Ich hoffe es zumindest.

Das Projekt, an dem Sie arbeiten ... Wie heisst das noch mal?

EA.

EA. - Ja.

Das finde ich interessant. Wirklich. - Danke.

Und ich habe genügend Kapital, um langfristig denken zu können.

Die Idee ... Die Idee ist äusserst ansprechend.

Aber ich werde nicht investieren.

Zumindest nicht jetzt.

Ich verstehe nicht. Es ist der richtige Zeitpunkt.

Ich möchte ganz offen sein.

Die Schweizer Handelsmarine ist seit Jahren im Minus.

Seit das Parlament ihr die Garantien entzogen hat.

Das war eigentlich ihr einziger Wettbewerbsvorteil gewesen.

Aber Sie haben trotz allem

im letzten Jahr einen 20-%-igen Gewinnzuwachs verzeichnen können.

Und?

20 %?

Nein.

Da sieht mir etwas zu gut aus, um wahr zu sein.

* Sanfte Klaviermusik *

In der Schweiz war sich niemand unserer Reputation bewusst.

Seinerzeit kannte man nur Uhrhandwerk und Skisport.

Aber glauben Sie mir, die Schweizer Handelsmarine war damals bedeutend.

Wir waren nur wenige, gehörten aber zu den Besten.

Sind Sie nostalgisch?

Es war wie im Wilden Westen. Die Schiffe waren bewaffnet.

Wir lösten unsere Probleme wie Barbaren. Selbst wir Schweizer.

Als junger Leutnant sah ich ein paar grausame Dinge.

Aber das ist vorbei.

Diese Julia ...

Sie verliebte sich in den Chefmechaniker.

Glauben Sie mir, nicht als Erste.

Später kam dann Florian an Bord.

Als er hörte, dass sie weg war, dachte er, sie hätte ihn verlassen.

Lassen Sie mich raten.

Er tötete Thorsten aus Rache.

Ich werde alles tun, um Ihnen zu helfen, Leutnant.

Das ist auch in meinem Interesse.

Aber ich bitte Sie, mich nicht zu übergehen.

Die Hierarchie auf dem Schiff ist nicht ohne.

* Dumpfe Geräusche, Rufe *

* Düstere Musik, entfernte Rufe *

Sie müssen was essen. Ein leerer Magen macht es schlimmer.

Haben Sie keine Cola?

Ich habe Tonic da, mit Chinin - das Beste für den Magen.

Und aus der Schweiz.

Guten Morgen, Leutnant. Haben Sie gut geschlafen?

Kapitän, Sie boten mir gestern an, einen Blick ins Logbuch zu werfen.

Ich möchte das nun gerne tun.

Wann waren Sie in Dakar?

Dakar. Am 23. Mai.

Um 21.07 Uhr.

"Abfahrt. Passagierin Emilie Becker nicht mehr an Bord."

Zufrieden?

Sahen Sie sie gehen?

Ich nicht, aber ich hörte, sie ist nicht mehr an Bord.

Und das ist meine Schrift.

Wer sagte Ihnen das?

Daran erinnere ich mich nicht mehr. Ich hatte anderes im Kopf.

Sie wissen also nicht, wer die junge Frau

in Dakar am 23. Mai von Bord gehen sah?

Nein, ich weiss nicht, wer es war. Ist das nicht egal?

Ich leite die Ermittlung und sage, was egal ist und was nicht.

Apropos Ermittlung ...

Haben Sie einen Beschluss, den Verbleib der Freundin

des Mörders klären zu dürfen? - Ich habe das Sagen.

Sie haben nichts zu sagen. Das Schiff untersteht meinem Kommando.

Herr Kapitän, bei allem Respekt.

Unter Ihrem Kommando wurde ein Mann ermordet.

Mikael, ich muss jetzt nach Konstantin sehen.

Verstanden.

Wie kann ich die Kriminalpolizei von Genf kontaktieren?

Nur über eine Satellitenverbindung.

Das muss aber über die Firmenzentrale laufen.

Bekomme ich eine private Leitung? - Ja, in einer Kabine im Heck.

Aurélie. Wie geht es dir? Wie läuft es an Bord?

Ich habe Grund zur Annahme, dass es Julia Morand

nie vom Schiff geschafft hat.

Ach ja? Was macht sie dann? Spukt sie durch die Gänge?

Das kann man so sagen. Ich werde deine Hilfe brauchen.

Okay. Ich habe auch etwas für dich.

Julia Morand fehlt auch am Arbeitsplatz.

Und ihre NGO ermittelt in Sachen Schweizer Handelsmarine.

Ausserdem: Sie wollte unbedingt den Fall der C&M Marine Carriers haben.

Das würde ihre Anwesenheit an Bord erklären.

Pass gut auf dich auf.

Es tut mir leid, dass ich dir das aufgehalst habe.

Das Gute ist, der Beschluss ist da. Du hast freie Bahn.

Alles klar. Ich rufe dich wieder an, sobald ich etwas weiss.

* Bedrohliche Musik *

Da Sie gerade hier sind, kann ich mit Ihnen beginnen.

Was wissen Sie über das Verhältnis zwischen Florian und Thorsten?

Nichts. Ich weiss gar nichts.

Florian war keine grosse Hilfe in der Küche.

Wenn ich ihn zu etwas aufforderte, dann machte er es.

Nicht gut, aber er tat es wenigstens.

Allerdings war er nicht gerade sehr bemüht.

Thorsten hatte seinen Job satt.

Er wollte kündigen.

So geht es uns allen irgendwann.

Wir wollen nach Hause.

Jetzt, wo er tot ist, sagen alle "Mein Freund Thorsten".

Aber eigentlich konnte ihn keiner ausstehen.

Er fragte dauernd: "Boss, kann ich Pause machen?"

"Kann ich mal an die Luft gehen?"

Auf einem Schiff sieht man selbst Leute, die man hasst,

mehr als die eigene Frau und die Kinder.

Auch wenn man sie nicht leiden kann, muss man zusammenarbeiten.

Ich bin kein Rassist, aber die Schweizer können nicht arbeiten.

Das kommt definitiv in meinen Bericht.

Was taten Florian und Thorsten in der Nacht im Laderaum?

Ich denke, sie hatten vor, ein paar Dinge zu klären.

Das ging dann aber schief.

Warum sollte er Florian attackieren?

Wegen der Frau?

Wenn diese Jungs eine Frau sehen, wollen sie sie vögeln.

Sie verstehen nichts von Frauen.

Auf Thorsten flogen die Frauen.

Und die kleine Emilie machte ihn total an.

"Die kleine Emilie."

Sie bemühte sich nicht mal, diskret vorzugehen.

Ich habe mich ein bisschen mit ihr unterhalten.

Sie war alles andere als dumm. Sie war zu schlau für ihn.

Sie mochten sie?

Sagen wir's mal so. Florian ist eher mein Geschmack.

Ich bat, dass Sie zur Befragung kommen.

Wenn Sie mit mir reden wollen, müssen Sie schon zu mir kommen.

Was tun Sie auf dem Schiff?

Was hat das mit Thorstens Tod zu tun?

Ich stelle die Fragen.

Zwischen Istanbul und Dakar

muss Ihnen Emilie Becker begegnet sein.

Ebenfalls Passagierin und Aktivistin.

Als sie bemerkte, dass sie auf einem Schiff

mit einer Legende des bewaffneten Widerstandes wie Ihnen war,

da wollte sie doch sicher ein Selfie haben.

Klar. Wir haben Visitenkarten ausgetauscht.

Ist das gegen die Kälte?

Oder die Seeluft? Salz schadet der Haut.

Es ist Fischfett.

Man schmilzt es ... - ... und vermischt es mit Zitrone.

Ich war auf Mission in Peru. Die Fischer dort machen das auch.

Ich weiss, wer Sie sind.

Darf ich fragen, was Sie an Bord machen?

Nein.

Und Sie? - Eine Kreuzfahrt.

Ich bin jetzt einige Monate hier und habe einige Touristen gesehen.

Sie sind wegen etwas anderem hier.

Es gibt ein Problem.

Ich ging die Bilanzen der letzten Jahre durch

und stiess auf Unregelmässigkeiten.

Manche Fahrten bringen viel mehr ein als andere,

obwohl die Waren und Mengen völlig identisch sind.

So läuft das im Geschäftsleben, Dimitri.

Loyale Kunden erhalten einen Rabatt. Kennst du das nicht aus Amerika?

Manchmal ist es doppelt so viel.

Riesenbeträge, als würden manche Kunden zu viel bezahlen.

Das ergibt keinen Sinn. - Es war von Beginn an so.

Dein Vater befasste sich mit den Ausgaben,

ich mich mit den Einnahmen. Behalten wir dieses System doch bei.

Aber ...

Apropos treue Kunden. Du musst mich jetzt allein lassen. Bitte, Dimitri.

Monsieur Maurer.

Ich versichere Ihnen,

Ihre Präsentation neulich hat mir sehr gut gefallen.

Ach, Sie waren dort? Wunderbar.

Sie können immer noch ein Stück vom Kuchen haben.

Backwaren sind nicht unser Ding. Es tut mir leid.

Verstehe.

Dann lasse ich Sie allein.

Ich will nicht um den heissen Brei reden. Ich brauche dieses Geld.

Und wenn wir jetzt bezahlen

und unsere Ware niemals in Sri Lanka ankommt?

Z.B., weil die Polizei an Bord unsere Kiste entdeckt.

Hören Sie. Eine Auseinandersetzung zweier Matrosen ging nicht gut aus.

Wir verloren einen Mann.

Die Polizistin wird nur den Leichnam und den Täter nach Hause bringen.

Es hat nichts mit uns zu tun.

Wir sind etwas enttäuscht, Madame Chambercy.- Wie soll ich es sagen?

Sie scheinen die Lage nicht ganz zu begreifen.

Der zweite Kommandant ist mehr am Ruder als der Kapitän.

Aber der Kapitän ist die Seele des Schiffs.

Hatten Sie auch mit Emilie Becker zu tun?

Sie wollte alles über das Frachtschiff wissen und verstehen.

Mein Vater übernahm das ein paarmal, wurde es dann aber leid.

Also machte ich das. - Und das heisst?

Ich führte sie durch das Schiff. Sie interessierte sich für alles.

Sie konnten sich verabschieden, bevor sie in Dakar ging?

Nein. Wir haben uns verpasst.

Offizier. Es ist etwas mit dem Küchenjungen.

Florian. Was haben Sie denn?

Diese Schweine wollen mich vergiften.

Er muss auf die Krankenstation. - Wir müssen den Kapitän fragen.

Nein, ich trage die Verantwortung für ihn. Helfen Sie mir.

Jemand hat sein Essen wohl mit Brechmittel versetzt.

Das ist gefährlich. Bei zu viel kotzt man sich zu Tode.

Wozu haben Sie das an Bord?

Falls ein Matrose eine giftige Substanz abkriegt,

müssen wir ihn zum Erbrechen bringen.

Ich riet Ihnen ja davon ab, ihn an Bord zu belassen.

Wer brachte ihm sein Essen? - Truong.

Ich möchte ihn befragen. - Ja, nach Ende seiner Schicht.

Jemand wollte Florian vergiften. Sie scheint das nicht zu kümmern.

Wissen Sie, was ich denke?

Er simuliert.

Truong!

Was ist eigentlich mit dir los?

Ich sagte dir, schau gut zu unseren Leuten.

Aber denen ist alles egal, was ich sage.

Du siehst es vielleicht nicht, aber ich weiss es.

Respekt erhältst du nicht, indem du sie zusammenstauchst.

Wenn ich dich so mit ihnen sehe, habe ich ein Problem.

Wir brauchen das absolute Vertrauen dieser Männer.

Anouchka, schläfst du? - Nein!

Ja?

Guillaume, das gestern tut mir leid. Auf hoher See ist kein Empfang.

Gingst du von Bord?- Doch, wir fahren der Küste entlang.

Wie geht es euch? Wie lief es?

Ich habe es überlebt.

Nächstes Jahr übernehme ich das.

Und du? Wie geht es dir? - Alles gut.

Mama!

Mama, wo bist du?

Viele Küsse zum Geburtstag, meine Grosse.

Ich wollte dir Gute Nacht sagen, und dass ich dich sehr liebe.

Ich hab dich auch lieb, Mama.

Oh nein, der Empfang schwächelt. Anouchka, gibst du mir deinen Papa?

Ja? - Ich liebe dich, Guillaume.

Ich dich auch. Pass auf dich auf, ja?

Und komm bald wieder.

* Spannungsvolle Musik *

* Entfernte Stimmen *

Truong?

Julia, sind Sie da?

SWISS TXT / Accessibility Services Florian Schuler - 2025

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