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Original subtitles

.

Hallo? - Florian, ich bin's. Hörst du mich?

Nein, nicht wirklich gut. - Der Empfang ist echt schlecht.

Bin auf dem Frachtschiff Interlaken. Du musst kommen.

Du bist auf einem Schiff? Und die Messe?- Bitte, hör zu.

Nächsten Dienstag legen wir in Rio an.

Was? Ich soll nach Rio kommen?

Ich habe Mist gebaut, grossen Mist. Ich brauche dich.

Ja, in Ordnung. Ich komme. Ich werde da sein.

Erzähl keinem davon. Das ist wichtig.

Ich sage keinem was. Versprochen.

Die haben Passagierkabinen.

(Knisternd) Interlaken. So heisst das Schiff. Interlaken.

Ich höre dich nicht. Hast du verstanden?

Bist du da? - Julia!

Ich liebe dich. Weisst du das?

* Dramatische Musik *

Mit Untertiteln von SWISS TXT

* Bedrohliche Musik *

Mikael. Verbinde mich mit der Zentrale.

Verbindung steht.

C&M Zentrale, Marine Carriers. Ich höre.

Kapitän Adrian Wohnrau von der Interlaken für Patricia Chambercy.

Guten Tag, Kapitän. Ich verbinde Sie mit ihrem Handy.

Frau Chambercy meldet sich nicht. Soll sie Sie zurückrufen?

Finden Sie sie. Einer meiner Männer wurde getötet.

Unsere Firma C&M Marine Carriers

wurde vor 25 Jahren hier in Genf gegründet,

von meinem verstorbenen Vater Mathias Maurer

und seiner heute anwesenden Partnerin Patricia Chambercy.

Sie wurde zu einem Juwel der Schweizer Handelsmarine

und ist nun für die Heraus- forderungen des 21. Jh. bereit.

Meine Damen und Herren, der Wind dreht sich, wie man so sagt.

Eine Investition heute

gibt Ihnen die Chance, den Industriegiganten zuvorzukommen.

Projekt EA ist die Frachtschiff- flotte mit hochhausartigen Segeln,

die allerdings nur 25 % Energie verbrauchen.

Zusammen mit den durch Biokraftstoff angetriebenen Maschinen

sprechen wir hier von um fast 65 % reduzierten

Kohlendioxidemissionen in der nahen Zukunft.

Ihr Stiefsohn ist wahrlich ein exzellenter Verkäufer.

Nicht mein Stiefsohn, mein Geschäftspartner.

Sein Vater und ich waren nicht verheiratet. Apropos ...

Ich habe noch ein Schiff, das von Chile nach Mexiko fährt.

Ohne Zwischenstopp.

Wir möchten die derzeit laufende Transaktion erst beenden,

bevor wir uns weiteren Operationen verschreiben.

Ich verstehe nicht ganz. Sie wollten die Lieferungen steigern.

Madame Chambercy,

diese Fracht liegt uns besonders am Herzen.

Quantität bedeutet nicht immer Qualität.

Einen schönen Tag. - Madame.

Hey. Du wirst es nicht glauben. Die Saudis zeigen Interesse.

Was ist?

Ein Chefingenieur der Interlaken wurde von einem Matrosen getötet.

Was?- Sickert das zur Presse durch, war's das.

Dann lässt uns die Bank fallen.

Und wer ... - Der neue Hilfskoch Florian Bonnel.

Den ich eben erst anheuerte? - Ja.

Du hast wirklich Talent.

Verfluchte Scheisse.

Gehen wir nach der Schule reiten?

Mama holt dich heute Abend ab. - Ja! Hat sie lange nicht gemacht.

Da lernst du die anderen Eltern kennen.

Frühstück zu Ende, und zieh dich an, ja?

Nicht so viel Schokolade. Man sieht ja kein Brot mehr.

Mama, meine Freundin Chloé hat eine Katze mit weissem Fell.

Die Farbe ist egal. Alle Kätzchen sind süss.

Ich will ein schwarzes haben.

Kriege ich eines zum Geburtstag?

Kriege ich eines zum Geburtstag?

Es ist wieder Markovic.

Mach ihm klar, dass du nicht mehr für ihn arbeitest.

Zehn, elf, zwölf.

Aurélie, Zeit für den Streifendienst.

Monsieur Mueller kann sich von seinem Führerschein verabschieden

und seinen SUV abstellen. - Ist doch erst das dritte Mal.

Wir gehen am Freitag was trinken. Kommst du mit?

Dann gehöre ich wohl jetzt dazu.

Ich bitte dich. Wir haben dich doch gern dabei.

Leutnant.

Danke.

Langweilst du dich? Ist nicht gerade die Mordkommission.

Es passt alles genau so.

Apropos langweilen ... Sieh mal, wer da ist.

Guten Tag, Monsieur Berthoud.

Wo ist mein Haus?

Es stand doch da.

Gehen wir nach Hause, ja? - Aber da ist mein Zuhause.

Nicht mehr. Begleiten Sie mich.

Brigadier.

Leutnant.

Ich wollte zurückrufen. - Nein, hattest du nicht vor.

Der Kaffee ist ...- ... besser als bei der Mordkommission.

Du wärst überrascht.

Wir gönnten uns gerade eine neue Kaffeemaschine.

Florian Bonnel, klingelt da etwas?

Nicht mein bester Moment.

Hör auf, Florian! Lass ihn! - Polizei! Weg von ihm! Sofort!

Alles ok? Bist du verletzt? - Nein, mir geht's gut.

Was ist hier passiert?

Die wollten Ärger, und es brach Chaos aus. Sehen Sie sich das an.

Sag, wo sie ist, du Arsch! - Langsam.

Beruhigen Sie sich alle mal! Ich möchte Ihre Ausweise sehen.

Meine Tochter Julia wird seit zwei Wochen vermisst.

Und er weiss, wo sie ist.

Sie kennen deren Tochter? - Natürlich. Er ist ihr Freund.

Sie waren zusammen in Istanbul, und er kehrte ohne sie zurück!

Julia will sie nicht sehen. Die sind total irre, wie man sieht.

Wissen Sie, wo Julia ist? - Nein.

Er lügt. Er weiss es ganz genau.

Ihr ist was zugestossen. - Hören Sie doch auf.

Wir telefonierten vor zwei Tagen. Es ging ihr gut.

Sag uns, wo sie ist! - Monsieur.

Sie werden uns alle begleiten. Wir nehmen Ihre Aussagen auf.

Moment mal. Ich blute. Ich muss zu einem Arzt.

Mein Handgelenk könnte gebrochen sein.

Hören Sie nicht auf ihn. Er ist ein Manipulant.

Ruf einen zweiten Wagen. Bring sie aufs Revier.

Ich fahre ihn ins Krankenhaus und komme nach.

Was ist genau passiert?

Als würde Sie das kümmern.

Es ist zu Ihrem Besten, mir Ihre Version zu erzählen.

Ach ja? Und wem werden Sie glauben?

Dem Tätowierer oder den Reichen?

Seit wann sind Sie mit Julia zusammen?

Seit beinahe zwei Jahren.

Klingt nach was Ernstem.

Das erste Mal, dass ich mit jemandem zusammenlebe.

Sie wohnen zusammen, wissen aber nicht, wo sie ist?

Wir kontrollieren einander nicht.

Wir sind frei. Wir müssen keinem Rechenschaft ablegen.

Ihre Eltern sind anderer Meinung.

Sie missbilligen unsere Beziehung. Sie haben es erlebt. Man hasst mich.

Also ...

Ich weiss, sie ist erwachsen, aber ...

Florian ist ein schlechter Umgang für sie.

Inwiefern? - Unsere Tochter studierte Jura.

Sie hat den Master in Politikwissenschaft. Und wofür?

Um sich in einen Tätowierer zu verlieben?

Und für eine systemfeindliche NGO zu arbeiten?

Jetzt übertreibst du. Diese Arbeit ist sehr ehrenwert.

Wenn ihr was Schlimmes passiert, haben wir Sie gewarnt.

Gut. Ich schlage vor, wir warten ein paar Tage

und sehen mal, wie sich die Sache entwickelt.

Sie sagten es selbst, sie ist erwachsen.

Sie müssen mir noch Ihren Ausweis zeigen.

Was ist in Istanbul vorgefallen?

Nichts. Da ist nichts vorgefallen.

Monsieur Florian Bonnel.

Haben Sie sie da zum letzten Mal gesehen?

Ja.

Wir waren eine Woche zusammen dort.

Relaxen, nur wir beide, das Meer und die Sonne geniessen.

Und?

Ich kehrte zurück, und sie zog alleine weiter.

Um was zu tun? - Reisen. Sie hatte Urlaub.

Natürlich.

Sie rief Sie vor zwei Tagen an.

Ja. Sie sagte, alles wäre okay, und ich würde ihr fehlen.

Zeigen Sie mir Ihr Handy.

Sie werden nichts finden.

Die Firma gibt ihr gesicherte Handys und sie hat nicht verfolgbare Apps.

Tatsächlich? Was macht sie denn?

Sie bringt korrupte Multinationale zur Strecke.

Ist sie das?

Ja.

Verständlich, dass Sie verliebt sind.

Hören Sie, Ich würde Julia nie wehtun.

Das müssen Sie mir glauben.

Der Schnitt ist nicht tief. Ich gebe Ihnen was für zu Hause mit.

Er geht erst mal aufs Revier, nicht nach Hause.

Er könnte innere Verletzungen haben.

Eine Gehirnerschütterung können wir über ein CT ausschliessen.

Hey, ich bin es.

Ein Patient hier braucht ein CT. Habt ihr Platz?

Ich kann Anouchka nicht abholen. Ich bin in der Notaufnahme.

Nein. Nicht meinetwegen.

Florian! Bleiben Sie stehen!

Florian!

Florian!

So etwas kommt vor.

Er wurde gefunden. Mitten auf dem Atlantik.

Auf einem Frachter der Schweizer Handelsmarine.

Er wurde wegen Mordes verhaftet. - Wegen Mordes? Wer ist das Opfer?

Ein Seemann. Ein Norweger, glaube ich.

Der Vorfall ereignete sich zwischen Rio de Janeiro und Kapstadt.

Internationale Gewässer, Schweizer Flagge,

Genfer Schiffseigner. Das obliegt unserer Zuständigkeit.

Ich brauche jemanden, der ihn in Kapstadt abholt.

Die Leiche muss überführt werden, inklusive der Beweise usw.

Was sagst du dazu?

Ich muss eines sagen. Oder zwei Dinge.

Ich bin überrascht.

Und ich bin nicht mehr bei der Mordkommission.

Ich sprach eben mit deiner Vorgesetzten. Sie ist einverstanden.

Ernsthaft, Markovic. Such dir einen anderen Kurier.

Hör auf. Du kennst den Verdächtigen.

Ich will, dass du das machst.

Ich habe meiner Tochter und meinem Mann etwas versprochen.

Jeden Abend um 18 Uhr zu Hause zu sein.

Du sollst nicht zur Mordkommission zurückkehren.

Ich bitte dich um einen Gefallen.

Kannst du das machen?

* Nachdenkliche Musik *

Diese Kiste ist keine gewöhnliche Fracht. Das weisst du.

Ganz genau.

Es ist verrückt, sie zu behalten. Wir müssen sie in Kapstadt ausladen.

Nein. Sri Lanka erwartet sie, und dorthin geht sie.

Wir halten uns an den Auftrag. Ich riskiere viel.

Mit der Polizei an Bord riskiere ich noch viel mehr.

Aber nein. Die interessiert doch nur der Mord.

Sie durchsuchen nicht das Schiff. - Es ist kein gewöhnlicher Mord.

Meine ganze Mannschaft ist in Aufruhr, verstehst du?

Ich sperrte den Jungen ein, um die anderen fernzuhalten,

aber ich kann seine Sicherheit nicht garantieren.

Halt sie in Schach, Adrian. Du bist der Kapitän.

Ich habe Vertrauen in dich.

Willst du eine? - Nein.

Was ist los, Gaspard? - Ich brauche einen neuen Hilfskoch.

Ich weiss. Ich fragte die Firma,

aber wegen dieser Geschichte sind die Chefs im Stress.

Ernsthaft. Das wird mir zu viel.

Es ist doch einer weniger zu versorgen.

Mann, du bist so ein Idiot.

Glaubst du, dass es der Schweizer war?

Aber natürlich. Wer denn sonst?

Na ja ... Ich.

Ist doch klar. Thorsten hat für zwei gegessen.

Und er trank für drei.

(Lachend) Du Spinner.

* Nervöse Klänge *

Hey.

Hey.

Ich möchte... das hier.

Ich habe mir überlegt, dass ich es gern hier hätte.

Darf ich? - Mhm.

Hier, der natürlichen Linie folgend, wäre es besser.

Und direkt auf der Wirbelsäule tut es auch weh.

Okay. Das klingt vernünftig. Wo soll ich mich hinlegen?

Jetzt sofort? Nein, du musst es dir überlegen.

Was gibt es zu überlegen?

Ich weiss es nicht. Es ist dein Körper.

Ein Tattoo

ist kein One-Night-Stand, sondern für immer.

Nein, machen wir es jetzt. Morgen könnte ich mich umentscheiden.

* Nervöse Klänge *

Was ist das für ein Spielchen?

Gar keins. - Ach ja?

Wirklich?

Dir ist bewusst, dass ihr euch beide anlügt, oder?

Es ist nur ein Kurierdienst. - Am anderen Ende der Welt?

Ich verstehe dich nicht, Aurélie.

Wäre er mir nicht entkommen, würde der Mann vielleicht noch leben.

Ach, darum geht es also.

Markovic weiss, welche Register er ziehen muss.

Du gabst dein Wort, dich keiner Gefahr mehr auszusetzen.

Dazu stehe ich immer noch.

Ich will, dass es dir gut geht.

Es geht mir gut.

Bist du bis zu Anouchkas Geburtstag zurück?

* Quietschen *

Versprochen.

Darf ich Sie etwas fragen?

Da ich mit ihr unterwegs sein werde, interessiert mich das eben.

Warum Aurélie aufhörte? Ist das Ihre Frage?

Haben Sie von der Salève-Farm gehört?- Die missglückte Razzia?

Wir hatten sie sorgfältig geplant, dachten, sie würde glatt laufen.

Das denken wir immer. - Und sie war bei Ihnen?

Aurélie hatte die Führung der Fronteinheit.

Leider hat es unsere Verstärkung am meisten erwischt.

Wir verloren drei Leute.

Darunter eine Freundin von ihr. Sie kannten sich von der Akademie.

Danach ging irgendetwas in ihr kaputt.

Sie war nicht mehr dieselbe.

Sie verweigerte Ausseneinsätze.

Sie kriegte nicht mehr die Kurve.

Sechs Monate später bat sie um die Versetzung.

Inspektor Adama Drago.

Sehr erfreut, Lt. Mercier. - Ebenso.

Carlo, Thierry und Slobodan lassen Sie grüssen.

Ich soll Ihnen sagen, dass sie Sie vermissen.

Wir kennen uns noch nicht.

Nein, Sie waren schon weg, als ich anfing.

Nächste Woche sind es sechs Monate.

Oh, Sie sind also noch ganz frisch dabei.

Ja. Ich habe lange darauf gewartet.

Also, was haben wir?

Mittel zur Beweisaufnahme, alle Formulare und die Crewliste.

Sogar Fotos vom Tatort.

Der Zoll erlaubt keine Dienstwaffeneinfuhr,

aber in Südafrika könnten wir eine kriegen.

Ich stellte schon in Ihrem Namen den Antrag.

Und für Sie auch?- Für mich? Ich habe keine Erlaubnis.

Nein, das wird nicht nötig sein.

Wow, die Fotos werden ihm nicht gerecht.

Vor zwei Tagen wusste ich nicht mal was von der Schweizer Handelsmarine.

Kapitän Adrian Wohnrau, mein zweiter Kommandant Mikael

und Tonio, unser Bootsmann.

Leutnant Aurélie Mercier und Inspektor Adama Drago.

Willkommen an Bord der Interlaken, trotz der Umstände.

Ich würde Sie gern herumführen, aber im Hafen zählt jede Minute doppelt.

Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt übernehmen, Leutnant.

Es ist das erste Mal in meiner Laufbahn,

dass ich Artikel 57, Absatz 2 anwenden musste.

Ich versichere Ihnen, es wurde protokolliert.

Was wissen Sie über die Umstände des Mordes?

Man fand Florian auf dem Hauptdeck.

Es besteht kein Zweifel daran, dass er es war.

Haben Sie ihn befragt? - Ich versuchte es.

Aber er weigerte sich, meine Fragen zu beantworten.

Gibt es keine Zeugen? - Nein, keine.

Matrosen ohne Nachtdienst schlafen in der Regel.

Was könnte das Motiv sein?

Wissen Sie ...

Auf hoher See können die Dinge schnell ohne Grund eskalieren.

Eine durchgeschnittene Kehle ist nicht gerade alltäglich.

Das ist für Sie.

Wir fanden sie neben der Leiche. Die Halskette gehört dem Jungen.

Des Beschuldigten, Kapitän.

Ist das das Blut des Opfers? - Ich vermute es.

Fanden Sie die Mordwaffe?

Ich vermute, er warf sie über Bord, habe aber ganz ehrlich keine Ahnung.

Wie genau wurde Florian Bonnel zu einem Teil Ihrer Mannschaft?

Er kam vor neun Tagen in Rio an Bord.

Haben Sie ihn angeheuert? - Nein, das tue ich nie.

Einstellungen nimmt unser Unternehmen in Genf vor.

Unser Koch merkte sehr schnell, dass der ...

... Beschuldigte nichts vom Kochen verstand.

Aber er brauchte nur einen, der Karotten schneidet.

Gut.

Es wird jetzt wie folgt laufen.

In Kürze wird die südafrikanische Polizei den Leichnam,

den Verdächtigen und uns abholen.

Bis dahin nehmen mein Kollege und ich die Aussagen der Besatzung auf.

Leutnant.

Ich habe bis 15 Uhr mehrere Tausend Tonnen zu beladen und entladen.

Diesen Zeitrahmen erhielt ich von der Hafenbehörde.

Danach lichten wir Anker.

Ich verstehe Sie vollkommen.

Keine Sorge. Wenn alle kooperieren, können Sie Ihren Zeitplan halten.

Wir mussten die Leiche in einen unbenutzten Kühlraum legen.

Aus hygienischen Gründen.

Es ging nicht im anderen Raum bei unserem Essen.

Wie lange hatte das Opfer auf der Interlaken gearbeitet?

Mindestens zehn Jahre.

Die Firma ist wie so eine grosse Familie.

Ich sage es Ihnen gleich.

Der Kapitän ist mein Vater.

Ja, wir sahen die Crewliste schon.

Und dazu noch Ihr Akzent.

Danke. Sie können uns nun allein lassen.

Hämatome am rechten Oberkiefer von einem stumpfen Gegenstand.

Adama, machen Sie bitte ein Foto?

Grosse Einstichstelle im Rachenbe- reich von einem scharfen Gegenstand.

Ein sauberer Schnitt, der auf eine Doppelklinge hindeutet.

Vermutlich auf einen Dolch.

Er lag da.

Sie machten den Tatort sauber? - Wir müssen hier jeden Tag durch.

Da kann man nicht abriegeln.

Wer machte diese Fotos?

Der zweite Kommandant.

* Spannungsvolle Musik *

War der Feuerlöscher an seinem Platz?

Ich glaube schon.

Adama, prüfen Sie ihn mal auf Fingerabdrücke?

Wissen Sie, wer an Bord einen Dolch besitzt?

Alle Matrosen. Er gehört zu unserer Grundausrüstung.

Auch bei der Küchencrew?

Nein, aber an Messern mangelt es dort nicht.

Der Junge hatte da freie Auswahl.

Soll ich Gaspard, den Koch, fragen, ob ihm etwas fehlt? Ein Messer?

Das ist nicht nötig.

Wir gingen die Crewliste durch. Es sind keine Chorknaben.

So kann man das ausdrücken.

Der Koch war doch in ein Sexualdelikt verwickelt.

Einer der Matrosen kämpfte im Kosovokrieg.

Na und?- Und Ihr Bootsmann war in der Fremdenlegion.

Er kann Befehle erteilen und befolgen.

Und Ihre Passagierin?

Famke Weber, 20 Jahre Haft wegen linksextremer Terrorakte.

Ob Sie's glauben oder nicht, sie ist die Friedlichste von allen.

Seit sie an Bord ist, gab es keine Klagen.

Wir haben keine Zelle an Bord

und entfernten alles potenziell Gefährliche aus einem Lagerraum.

Er sollte nicht auf dumme Gedanken kommen.

Er wird sich freuen, Sie zu sehen.

Er ist seit vier Tagen eingesperrt.

Danke, Kapitän.

Ihre bisherige Arbeit war makellos, aber ab hier übernehmen wir.

Gemäss Bundesgesetz zur Marineschifffahrt, Schweizer Flagge.

Artikel 57, Absatz 1.

Thorsten war mein Freund.

Ich will es wissen.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Sie?

Sie wurden geschickt?

Guten Tag, Monsieur Bonnel.

Ich bin Leutnant Mercier.

Das ist Inspektor Drago.

Wir sollen Sie in die Schweiz bringen.

Sie werden heute Nachmittag an Land gebracht.

Und wir werden morgen ein Flugzeug nach Genf besteigen.

Nein.

Sie werden des Mordes verdächtigt. Das ist eine ernste Anschuldigung.

Ich habe Thorsten nicht getötet.

Die Umstände sprechen gegen mich,

aber es passierte nicht so, wie sie sagen.

Sie müssen mir glauben.

Als Sie mich letztes Mal darum baten, sind Sie geflohen.

Da musste ich einen Flieger erwischen.

So wie ich jetzt auch, einen 13-Std.-Flug.

Das hätte ich nicht gebraucht.

Wo wir nun hier sind, erzählen Sie Ihre Version,

sollte sie von der des Kapitäns abweichen.

Thorsten griff mich an.

In der Nacht suchte ich Julia.

Ich war das erste Mal im Laderaum. Thorsten war nicht begeistert.

Was hast du hier zu suchen? Schleichst wie so eine Ratte herum.

Wo willst du hin, Kleiner?

Er war mir überlegen. Er brachte mich fast um.

Zum Glück gab's den Feuerlöscher.

Als er umfiel, schob ich Panik.

Ich ging zurück in meine Kabine und spielte es immer wieder durch.

Mir wurde klar, dass Thorsten ohne ärztliche Hilfe sterben könnte.

Also ging ich zurück.

Aber jemand war nach mir gekommen und hatte ihn erledigt.

Da habe ich wohl meine Kette verloren.

* Spannungsvolle Musik *

Andrzej hatte Wache. Er war es, der mich gefunden hat.

Ich weiss nicht, wer es war oder warum.

Ich war es jedenfalls nicht.

Sie glauben mir nicht, das merke ich.

Es ist nicht meine Aufgabe, Ihnen zu glauben.

Sie müssen mit Ihrem Anwalt sprechen.

Ich soll Sie in die Schweiz zurückbringen.- Nein.

Ich kann nicht gehen. Ich muss bleiben.

Das ist nicht möglich. Das Schiff legt wieder ab.

Julia.

Welche Julia? - Meine Freundin Julia.

Die vom Foto? - Ja. Sie war auf diesem Schiff.

Sie war hier? Auf diesem Schiff? - Da bin ich mir sicher.

Julia ist etwas zugestossen.

Sie wollen mich sprechen, Kapitän?

Kommen Sie rein, und machen Sie die Tür zu.

Oh.

Ist das Mikael?

Was für ein süsser Junge.

Das ist ein Handelsschiff der Marine, kein Kreuzfahrtdampfer.

Warum sagen Sie so etwas?

Ihr ungebührliches Verhalten

gegenüber Mitglieder meiner Crew vermittelt das Gegenteil.

Verzeihung? - Das ist nicht witzig.

Und es muss sofort aufhören.

Klar, kein Problem.

Sie werden morgen in Dakar von Bord gehen.

Wie bitte? Warum?

Weil Ihre Männer sich nicht im Griff haben?

Ich bezahlte bis Kapstadt. Da will ich hin.

Ich bitte Sie nicht um Ihre Meinung. Ich bin der Kapitän dieses Schiffes.

Sie werden im Morgengrauen von Bord gehen, und zwar diskret.

Diskret, ja?

Nett, wie Sie sich um Ihren Sohn kümmern.

Für wen halten Sie sich?

Sie wissen nicht, wer ich bin und was ich weiss.

SWISS TXT / Accessibility Services Florian Schuler - 2025

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