All language subtitles for A Better Place-Eure Freiheit ist unser Knast (S01_E07).deu

af Afrikaans
ak Akan
sq Albanian
am Amharic
ar Arabic
hy Armenian
az Azerbaijani
eu Basque
be Belarusian
bem Bemba
bn Bengali
bh Bihari
bs Bosnian
br Breton
bg Bulgarian
km Cambodian
ca Catalan
ceb Cebuano
chr Cherokee
ny Chichewa
zh-CN Chinese (Simplified)
zh-TW Chinese (Traditional)
co Corsican
hr Croatian
cs Czech
da Danish
nl Dutch
en English Download
eo Esperanto
et Estonian
ee Ewe
fo Faroese
tl Filipino
fi Finnish
fr French
fy Frisian
gaa Ga
gl Galician
ka Georgian
de German
el Greek
gn Guarani
gu Gujarati
ht Haitian Creole
ha Hausa
haw Hawaiian
iw Hebrew
hi Hindi
hmn Hmong
hu Hungarian
is Icelandic
ig Igbo
id Indonesian
ia Interlingua
ga Irish
it Italian
ja Japanese
jw Javanese
kn Kannada
kk Kazakh
rw Kinyarwanda
rn Kirundi
kg Kongo
ko Korean
kri Krio (Sierra Leone)
ku Kurdish
ckb Kurdish (Soranî)
ky Kyrgyz
lo Laothian
la Latin
lv Latvian
ln Lingala
lt Lithuanian
loz Lozi
lg Luganda
ach Luo
lb Luxembourgish
mk Macedonian
mg Malagasy
ms Malay
ml Malayalam
mt Maltese
mi Maori
mr Marathi
mfe Mauritian Creole
mo Moldavian
mn Mongolian
my Myanmar (Burmese)
sr-ME Montenegrin
ne Nepali
pcm Nigerian Pidgin
nso Northern Sotho
no Norwegian
nn Norwegian (Nynorsk)
oc Occitan
or Oriya
om Oromo
ps Pashto
fa Persian
pl Polish
pt-BR Portuguese (Brazil)
pt Portuguese (Portugal)
pa Punjabi
qu Quechua
ro Romanian
rm Romansh
nyn Runyakitara
ru Russian
sm Samoan
gd Scots Gaelic
sr Serbian
sh Serbo-Croatian
st Sesotho
tn Setswana
crs Seychellois Creole
sn Shona
sd Sindhi
si Sinhalese
sk Slovak
sl Slovenian
so Somali
es Spanish
es-419 Spanish (Latin American)
su Sundanese
sw Swahili
sv Swedish
tg Tajik
ta Tamil
tt Tatar
te Telugu
th Thai
ti Tigrinya
to Tonga
lua Tshiluba
tum Tumbuka
tr Turkish
tk Turkmen
tw Twi
ug Uighur
uk Ukrainian
ur Urdu
uz Uzbek
vi Vietnamese
cy Welsh
wo Wolof
xh Xhosa
yi Yiddish
yo Yoruba
zu Zulu

Original subtitles

*

* sphärischer Gesang *

*

* Schlüssel klirrt. *

* gepresstes Atmen *

*

* beklemmende Klänge *

* bewegte Musik *

* sphärischer Gesang *

*

* aufgebrachtes Stimmengewirr *

* Musik endet. *

* entferntes Stimmengewirr *

Lydia.

Sag, hast du mit der Polizei gesprochen über Föhls Anruf?

Nein, ich ...

.. warte heute noch mal ab.

Gut. Versuch dich ein bisschen auszuruhen.

Bitte gib mir Bescheid, wenn ich irgendwas tun kann, ja?

Macht es gut, ihr beiden.

Alles Gute. - Soll ich tragen helfen?

Ach, geht schon.

* angespannte Musik *

* Seufzen *

(leise:) Gute Morgen, Herr Massad.

Guten Morgen.

* Seufzen *

Morgen, Herr Bektaş.

Sag mal, Junge, wie lang soll das noch gehen?

Das kann doch nicht wahr sein, das hier ist kein Hotel.

Komm, anziehen, Gesicht waschen, Zähne putzen, an die Arbeit.

Hast du hier gepennt?

Wieso?

Einfach so.

Was ist los, wieso pennst du hier? Was läuft da?

Kannst du dich nicht einfach raushalten?

Kannst du mich nicht einfach mal in Ruhe lassen?

Weißt du was? Deine Schwester hat recht.

Mit solchen Leuten wie euch sollte man nichts zu tun haben.

* angespannte Musik *

(Frau:) In wenigen Stunden wird hier

die Ankunft der Justizministerin Anneke Hammerschmidt erwartet.

Eigentlich sollte heute über eine Ausweitung des Programms

gesprochen werden,

doch hinter den Kulissen herrscht Krisenstimmung.

Außerdem ist eine Großdemonstration angemeldet,

zu der über 1000 Teilnehmende erwartet werden.

Wir sind normale Bürger, wir sind besorgte Bürger.

Wir sorgen uns im die Sicherheit der Kinder, der alten Leute.

Das müssen Sie verstehen,

die Leute, die an diesem Programm teilnehmen,

waren ja nicht im Gefängnis wegen Schwarzfahren.

"Die haben ein soziales Problem."

Die kommen draußen überhaupt nicht klar.

Die sind im Gefängnis, das gibt Ihnen Struktur.

Woher wissen Sie das? - Ich hab im Knast gearbeitet.

Das ist nicht das Thema.

Es geht darum, dass wir normalen Menschen,

wir werden zu Versuchskaninchen für solche Gutmenschen-Fantasien.

Aber was ... * Applaus *

* Stimmengewirr *

Denen geht's doch gar nicht mehr um TRUST.

Wir sind nur noch der Kratzbaum,

an dem die den ganzen Scheißfrust ablassen.

Ist ein Selbstläufer geworden für die ganzen anderen Ängste.

Machst du's dir nicht ein bisschen einfach?

Scheiße.

Wenn die Hammerschmidt sieht, was hier los ist,

die bläst das ganze Programm ab.

Hm.

Sag mal, hast du einen Teilnehmer,

den wir der Hammerschmidt vorstellen können?

Einer, bei dem's richtig gut läuft.

Jetzt? - Ja, jetzt.

Der muss in zwei Stunden hier sein. - Ähm ...

Machen einen kleinen Empfang, Häppchen, Sekt,

laden die Presse ein.

Das wird gut. - Okay.

"Hier ist die Mailbox von Sabine Broich. Nachrichten nach dem Piep."

Frau Broich, können Sie mich dringend zurückrufen?

Ähm, entschuldigen Sie, hier ist Veronika,

die Bekannte von Nesrin Gül.

Bitte rufen Sie mich zurück, es ist dringend.

* boshaftes Lachen und Schüsse im Video *

"Sag mir, wo dein Bruder ist, du verdammte Hure."

"Ich piss auf eure Leichen, ihr gottlosen Verräter."

"Scheißmissgeburten."

Ihre einzige Chance ist, dass Sie gegen Brian aussagen.

Das geht nicht.

Bis später. - Ciao.

* Tür fällt zu. *

Ich kann das nicht für mich behalten, Yara.

Wenn du dich nicht stellst, dann ...

.. dann muss ich das melden. - Das dürfen Sie gar nicht.

Sie haben Schweigepflicht.

Sie haben gesagt, ich kann Ihnen vertrauen.

Das war Einbruch und Körperverletzung.

Einer der Ladenbesitzer ist schwer traumatisiert,

der kann vielleicht nie wieder ... - Angst, Angst, Angst!

Scheiß auf seine Angst! Wer denkt denn an meine Angst? - Ich.

Ich denk an deine Angst, wir alle denken an deine Angst.

Wenn ich zu den Bullen geh, was passiert dann mit mir?

Ich setz alles daran, dass du wieder zu uns ins Programm kommst.

Ich scheiß auf Ihr Programm!

Lieber bin ich drinnen als draußen, wenn die herausfinden,

wer geredet hat. - Yara.

Wir finden Mittel und Wege, wie du aussagen könntest,

ohne in Gefahr zu kommen.

Dann zieh ich Sie da mit rein.

Sie wussten alles und Sie haben nichts gesagt.

Dann können Sie sich Ihr Vertrauensblabla

und Ihren Schweigekram in den Arsch schieben.

Und Ihr verficktes Programm auch.

Egal was du jetzt tust ...

.. ich lass nicht zu, dass du deinen Bruder weiter in die Scheiße reitest.

* angespannte Musik *

Ich geb dir heute noch Bedenkzeit.

* angespannt-nachdenkliche Musik *

* Tür wird geschlossen. *

Tun wir den Ölfilter tauschen.

Wallah, wie dreckig ist der? - Der hat's nötig.

Auf jeden Fall.

Der hat's nötig.

Da sind die Spulen. Die müssen jetzt gleich raus.

Da drunter sind die Zündkerzen. Guckst du auch mit hier?

Ja, klar.

* Handysignal *

Da, der Luftfilter.

Meister, ich brauch kurz 'ne Minute. - Echt jetzt?

Eine Minute. - Leg das Ding weg.

Wir brauchen den Filter, damit die Kiste fertig wird.

"Yo, Nadi, mein Freund, Brian hier."

"Lass uns noch mal reden, Missverständnisse ausräumen."

"Meld dich, okay,

oder ich komm noch mal bei dir auf Arbeit vorbei, alles klar?"

Nader.

Hier spielt die Musik. Was ist denn?

Ist was Privates.

* angespannt-sphärische Musik *

Was sagt das Navi?

Äh, noch zwölf Minuten.

Okay.

* Handy klingelt. *

Meister, es tut mir leid, ich muss da ran, ja?

Hallo. - "Hallo, hier ist Sabine Broich."

"Ich bin die neue Leitung von TRUST."

"Sprech ich mit Nader Massad?" - Ja.

"Hallo, Herr Massad, schön, dass ich Sie erreiche."

"Passt es für Sie im Moment?"

"Hallo?" - Ist was mit Yara passiert?

"Nein, alles gut."

Ich meld mich, weil ich von Ihrer Betreuerin gehört hatte,

dass TRUST bei Ihnen so viel bewegt hat."

Okay?

"Die Justizministerin ist heute in Rheinstadt

und der Bürgermeister und ich hatten die Idee,

wir könnten ihr einen Teilnehmer von TRUST vorstellen."

Da hab ich an Sie gedacht.

Die Justizministerin will mich kennenlernen, oder was?

"Könnten Sie sich das vorstellen?"

Ich bin aber leider noch auf der Arbeit.

Ich glaub nicht, dass ich weg kann. - "Das ist kein Problem."

"Das besprech ich mit Ihrem Chef."

"Herr Massad?"

"Hallo?"

Ich komme. - "Gut!"

"Dann ..." - Rathaus hört sich safe an.

"Ich würd Ihnen ein Taxi schicken."

Bereit für das Vorstellungsgespräch?

Aber bitte die Zigarette hier erst mal aus.

Ich komm sofort. Bis gleich.

Herr Massad, das hab ich gesehen.

Privatgespräche machen wir in der Pause.

Das war kein Privatgespräch.

Das war die neue Leitung von TRUST, ich soll zur Justizministerin.

Ja, ja, ich soll zum Steuerberater. - Ich bin der neue Vorzeige-Trustie.

Sie kriegen noch 'n Anruf.

* angespannte Musik *

"Kaan aufschlitzen."

Aua.

* amüsierter Laut *

* Stimmengewirr, angespannte Musik *

* Stimmengewirr wird lauter. *

* aufgebrachtes Stimmengewirr *

* Musik spielt weiter. *

* aufgebrachtes Stimmengewirr *

Schön, dass Sie da sind. - Danke schön.

Wollen wir? - Ja.

* aufgebrachtes Stimmengewirr *

"Wird es eine Justierung geben?" - "Das klären wir heute Abend."

"Das erfahren Sie alles heute Abend."

Der Kaan-aufschlitzen-Hashtag hat schon 572 Posts.

Damit überholen Sie mich mit "Hammerschmidt ins Arbeitslager".

* entfernte Polizeisirene * Danke.

Herr Bäumer.

Herr Bäumer, wie geht's?

Ja, jetzt warten Sie doch!

Wie geht's Ihnen?

Wie soll's einem gehen?

Knie kaputt. - Ja.

Tut mir leid. - Ziehen Sie um?

Nein.

Haben Sie ganz schön verbockt, was?

Solang Sie in Freiheit herumhinken können,

hab ich's nicht ganz verbockt, oder?

* Winseln *

Irgendwann kriegt jeder, was er verdient.

Mit oder ohne Gefängnis.

* Verkehrslärm *

* gedämpfter Schrei *

* Schluchzen *

* Schrei *

* Husten, Tür wird aufgesperrt. *

* Wimmern *

* gepresste Laute *

* Seufzen *

Was?

Ruhe, ja? - Mhm.

* Schmerzschrei *

* Husten *

* Keuchen *

* Poltern *

* Ächzen *

Was willst du von mir?

Nix.

(leise:) Wenn du mich jetzt gehen lässt ...

.. dann sag ich niemandem was.

Ich stell mich, ich geh zur Polizei.

Ja.

Die lassen dich doch sowieso wieder frei.

Föhl ist eine absolute Ausnahme.

Ja, wir haben Probleme mit Überfällen,

ja, die geleakte Liste hat uns Schwierigkeiten bereitet.

Aber die Polizeiberichte sprechen sonst eine eindeutige Sprache,

das Leben hier bei uns in Rheinstadt geht genauso weiter,

wie vor der Öffnung der JVA.

Da hatten Sie also auch schon immer so 'ne Meute vorm Rathaus?

Die Daten sind fast durchweg positiv und die Handfesseln, danke Ihnen,

haben auch für mehr Sicherheit gesorgt.

"Durchweg positiv" ist absoluter Mumpitz.

Da draußen steht doch keine Yogagruppe.

Da steht die echte Welt, die grade dabei ist,

ihr Vertrauen in den Staat und seine Durchsetzungskraft zu verlieren.

Wenn das passiert, brennt uns hier der Arsch.

Da helfen keine Handfesseln mehr. - Das ist politischer Alltag.

Wissen wir beide.

Menschen brauchen Zeit, um sich an Veränderung zu gewöhnen,

das ist ganz normal, das legt sich wieder.

Du hast doch selber gesagt, dass du das draußen

für 'n Selbstläufer hältst.

Ich nehm das da auch sehr ernst.

Nicht falsch verstehen, ich nehm es auch ernst.

Ach, Gott sei Dank! - Natürlich!

Aber ob die Menschen es wollen oder nicht,

die meisten Teilnehmer arbeiten, zahlen Steuern

und gucken abends mit der Familie Krimis.

Herr Brinker.

Bitte sehr.

Wir könnten jährlich Milliarden einsparen,

wenn wir unser Programm deutschlandweit ausweiten.

Ja, kenn ich alles.

Was wollen Sie machen gegen dieses Chaos da draußen?

Was ist Ihr Konzept? Ich möchte Ihr Konzept wissen.

Ich glaub, wir müssen uns total neu aufstellen.

Wir müssen die Gesellschaft da abholen, wo sie steht.

Wir können nicht weiter so gegen ihr Gerechtigkeitsempfinden agieren.

Meine Reden.

Ja, ja, das haben wir unterschätzt.

Das haben wir einfach unterschätzt. - Mhm.

Aber deswegen haben wir auch justiert, nicht wahr?

Und Frau Broich als Programmleitung eingesetzt

für eine verbesserte Kommunikation.

Ja, find ich gut.

Wie geht's weiter?

Also, 'ne konkrete Maßnahme wäre,

Sexualstraftäter und Verurteilte für häusliche Gewalt

aus dem Programm wieder rauszunehmen

und zurück in Haft zu schicken.

Ich glaube schon, dass man so die Leute da draußen beruhigen könnte.

Das meine ich mit Konzept.

* Seufzen *

Los.

Ich muss mal! Ich muss mal.

*

Da rein.

Mach!

* Scheppern, Poltern *

* Plätschern * Oh Mann!

Dich müssten wir mal so richtig mit Chlor auswaschen.

So ganz von innen desinfizieren.

Uah.

* Plätschern *

Weißt du, ich hab ...

Ich hab ganz lange Therapie gemacht.

Ich bekomm alle drei Monate so 'ne Hormonspritze.

Ich hab wirklich verstanden, was ich den Menschen angetan hab.

Ich ... hab mich chemisch kastrieren lassen.

Hier geht nichts mehr, gar nichts.

Und es geht mir viel besser. - Dir soll's nicht besser gehen!

Dir soll's schlechter gehen!

Oah! Scheiße!

In deinem Gutachten stehen noch ganz andere Sachen!

Leute wie du dürfen nicht frei rumlaufen.

Hoch! * Schrei *

Aaaah! - Ja, hoch, hab ich gesagt!

* Schrei * Jetzt.

Wenn die Polizei dich nicht einsperrt,

diese verfickten Zecken, dann mach ich's halt.

Irgendjemand muss es machen.

Du erzählst denen doch, was die hören wollen.

* verzweifeltes Wimmern *

So. * Schrei *

* Wimmern *

* gepresster Schrei *

* Tür fällt zu, Schluchzen. *

* Tür wird versperrt, tiefes Atmen. *

* gepresster Schrei *

* Verkehrslärm *

* Vogelzwitschern *

* angespannte Musik *

Papa?

Papa!

Ja, Schatz? - Äh ...

Was?

Mama, * unverständlich *.

Ich komm gleich. - Okay.

Hi. Wie kann ich Ihnen helfen?

Ich heiße Nesrin Gül, hallo. Ich ...

Ich bin wegen ...

.. für Mark hier, Mark Blum.

* leise Gesprächsfetzen *

Also, ich bin nicht von TRUST. - Ich will den Mann nicht sehen.

Okay? Danke.

Schönen Tag noch. - Ich bin nicht von dem Programm.

Ich hab auch jemanden verloren.

Ich weiß, das ist viel verlangt, aber ...

.. bitte geben Sie Herrn Blum eine Chance, mit Ihnen zu sprechen.

Mir ging's besser, als ich die Möglichkeit hatte,

irgendwie zu reden oder mit jemandem mich auszutauschen

oder jemanden anzuhören.

Und zu wissen ... - Sie wissen gar nichts.

Mir ging es wunderbar, bis Sie hier aufgekreuzt sind.

Ich wollt nur helfen. - Wem?

Mir oder dem Drecksack?

Es tut mir leid, ich wollt Sie nicht aufwühlen.

"Hier ist die Mailbox von Sabine Broich. Nachrichten nach dem Piep."

Sie müssen mich dringend zurückrufen, ich brauche Ihre Hilfe.

* angespannte Musik, Stimmengewirr *

(Frau:) "Auf dem Rathausplatz versammeln sich immer mehr Menschen,

um gegen das TRUST-Programm zu protestieren."

Anlass ist der Besuch der Justizministerin.

Seit der Sexualstraftäter Jens F. geflohen ist,

fordern immer mehr Menschen eine Beendigung des Programms."

* ernste, angespannte Musik *

Ich sage, strikte Konsequenzen wiedereinführen.

Arbeit statt Strafe, und zwar für alle.

Nein, das ist kontraproduktiv.

Das ist nicht kontraproduktiv, das ist Win-win.

Wir schaffen ihnen Chancen, sie tun was fürs Allgemeinwohl.

Was soll das sein? Zwangsarbeit, oder was?

Zwangsarbeit?

Tausende von Menschen arbeiten jetzt schon im Gefängnis

für 2,30 Euro dem "Allgemeinwohl" zu.

Die wenigsten sind Mörder und Vergewaltiger.

Wir wollen sie nicht ausbeuten, etwas im sozialen Bereich.

Da lernen die Empathie. Und wir brauchen doch überall Leute.

Zwangsarbeit bleibt Ausbeutung!

Meine Güte, kommen Sie doch mal zum Thema.

Das Ganze geht auch ohne Zwang, das müssen wir präsenter vermitteln.

Ja, dann machen Sie das bitte.

Vermitteln Sie. - Entschuldigung.

Herr Massad ist da. - Danke.

Okay. - Wollt nicht schreien.

Hä? - Alles gut.

Sie können Ihre Sachen ... - Na gut.

* leises Stimmengewirr *

Herr Massad.

Herr Massad. Schön, dass Sie da sind.

Die Freude ist meinerseits.

Das ist die Justizministerin. - Nader Massad.

Sabine Broich, freut mich. - Mich auch.

Darf ich Sie zum Fotoshooting bitten?

Gerne.

Ich kann jetzt nicht Foto shooten. - Doch, ganz schnell.

Wo kommen Sie denn her, Herr Massad?

Aus ... aus Südstadt komm ich. - Ja, aber ...

Grundsätzlich, wo kommt die Familie grundsätzlich her?

Nord-Center.

Und die Eltern?

Meine Mutter wohnt da immer noch. - Und der Vater?

Mein Vater leider nicht mehr, der ist weg.

Ah, ist der in die Heimat zurück?

Können ... Wollen wir nicht einfach rübergehen?

Das ist doch meine Privatsphäre, oder?

So, machen wir Fotos?

Nader, du bist der Grund, warum wir heute hier sind.

Du musst funktionieren.

Sag ihr einfach, was dir TRUST bedeutet.

Okay. - Ja? Alles wird gut.

(leise:) Tu mir den Gefallen. Okay, gut.

Frau Ministerin, gehen Sie bitte einen Schritt vor.

Bitte auch ein bisschen freundlicher schauen, ja, schön.

Strahlen Sie! Das ist klasse, das gefällt mir.

(Ansage von draußen:)

"Wir fordern die Justizministerin auf,

mit sofortiger Wirkung das TRUST-Programm abzubrechen."

Frau Hammerschmidt, Herr Massad,

wenn Sie bitte einmal in die Kamera lächeln.

Herr Massad. - Bitte mach mal das Fenster zu.

Danke. * Pfiffe von draußen *

Manchmal muss man auch zuhören, Herr Kaan.

Das ist ganz wichtig in der Politik. - Danke schön.

Heute sind wir hier, um Herrn Massad zuzuhören.

* Fenster wird geschlossen, Räuspern. *

TRUST ist meine zweite Chance.

Hätt ich dieses Programm nicht,

wär ich 100 Prozent noch auf der Straße.

Im Gefängnis konnte ich meinen Schulabschluss nachholen,

ich hab was vorzuweisen, ich hab 'ne Ausbildung. - Mhm.

Ich hab eine Wohnung, ich bin in der Gesellschaft angekommen.

Ich möchte in Zukunft alles besser machen als in der Vergangenheit.

Ich konnte mich mit meiner Wut differenzierter auseinandersetzen.

Meine Denkweise ist 'ne ganz andere. - Mhm.

Durch TRUST.

Selber hätt ich mir das nicht beibringen können.

Dadurch wurde ich ein besserer Mensch.

Das sag ich Ihnen nicht, weil Sie Sie sind,

sondern weil es so ist.

Dann fass ich das mal zusammen.

Tausende Jahre von Zivilisationsversuchen

und dann macht der so 'n Turbogang, das find ich stark.

Bei aller Liebe, ich musste nicht zivilisiert werden.

Nein, natürlich nicht.

Uns geht's eher darum, die Gesellschaft zu zivilisieren.

Genau. - Können wir noch ein Foto machen?

Noch mal hier rüber schauen, das ist lieb.

Ein bisschen zusammenrücken, genau.

Jawoll, ich bedanke mich. Sehr schön.

* nachdenkliche Musik *

* Musik wird angespannter. *

Ich schau mal nach. - Ja.

Was guckt die denn?

Können wir Ihnen helfen?

Hallo!

Verstehen Sie mich?

Deutsch?

Da scheint ... - Ja, wieso?

Entschuldigung bitte? - Ja, wieso?

Also Sie sprechen Deutsch.

Ja dann können Sie ja mal was sagen.

* Sie zischt etwas. *

* Rascheln *

* Maschinenlärm *

* leise Gesprächsfetzen *

* Handy klingelt. *

Hey. Hey, Mark, ich bin's.

Er will sich mit dir treffen. - "Wer?"

Dennis Eltges.

"Er hat sich gemeldet."

* leise Gesprächsfetzen *

Ja, ähm ...

Danke.

"Okay. Willst du vorher reden?"

Nee, nee, ähm ...

Ich red seit drei Jahren mit dem.

Bin vorbereitet.

Okay.

Ansonsten weißt du ja, ich bin ...

Ich bin hier.

Danke.

"Hey, Mark."

Wenn das alles geschafft ist, fahren wir weg, nur wir beide.

"Irgendwohin, wo's warm ist."

* bewegte Musik *

Okay, ich muss weitermachen.

Eva?

Ich dich auch.

"Bis später."

* bewegte Musik *

* Musik verklingt. *

* Verkehrslärm *

*

Hallo.

Hallo.

Kann ich helfen?

Ich schau mich nur um, ist das verboten?

Nein.

Ist mein Job.

* beklemmende Klänge *

Entschuldigung.

Schon gut.

* beklemmende Klänge *

* beklemmende, bewegte Klänge *

*

* Musik verklingt, Hubschrauberknattern. *

* Ächzen *

* Ächzen *

Dieses Programm war von Anfang an nicht gut durchdacht, oder?

Nee.

Aber du hast recht.

Ich wär besser im Knast geblieben. - Ja.

Manche muss man einfach für immer wegsperren.

Die kommen draußen nicht klar.

Du warst lange drin, ne?

Geht dich nichts an.

Mal kürzer, mal länger.

Iss.

Was hast du noch mal gemacht?

Aufgeräumt.

Was heißt das?

Die Kanaken haben meinen Hund und mich provoziert

und ich hab mich gewehrt, das heißt es.

Dann ...

.. fällt der eine hin und haut sich die Birne auf.

Und stirbt.

Scheiße, Mann.

Aber mal ganz ehrlich ...

.. selber schuld.

Kann ich verstehen.

Was?

Na ja, dass du nur provoziert wurdest.

Du weißt also, wie das ist, ja?

Nein, nein ... - Wenn man provoziert wird, ja?

So war das nicht gemeint. - Wie war's denn gemeint?

Provoziert, ja?

Soll ich dich mal provozieren, hä?

Dich hat überhaupt niemand provoziert!

Nein. - Das waren Kinder!

Ja. - Mann!

Ist das klar? - Ja.

Ist das klar? - (schreit:) Ja!

Nader, danke fürs Kommen, vielen Dank.

Danke Ihnen für Ihre Zeit, Frau Ministerin.

Ich wünsch Ihnen alles Gute. - Danke, Nader.

Erfrischungen? - Na klar! Frau Hammerschmidt, Sekt.

Was feiern wir jetzt?

Dass Sie da sind, Ihren Besuch, wir feiern Nader.

Der ist toll.

Das ist ein toller Typ. - Können wir den mal tracken?

Wie? - Ob wir ihn mal tracken können.

Ich würde die Handfessel gerne mal in Aktion sehen.

Nein, wir brauchen dafür eine Genehmigung. Rechtsstaat.

Von wem soll die kommen?

Von der Justizministerin vielleicht?

* Sie lacht. *

Ähm ...

(Sprechchor von draußen:) Kaan muss weg, Kaan muss weg!

Entschuldigen Sie mich kurz, ich ...

* Räuspern *

(Sprechchor:) Kaan muss weg, Kaan muss weg!

Ja, also ...

Was für mich ein Anliegen wäre, dass wir vom Opferschutz

mit mehr Geld ausgestattet werden, wir sind wahnsinnig unterfinanziert.

Mhm. - Frau Broich!

Er war bei mir. - Sie können da nicht durch.

Er war bei mir. Er war bei mir! - Ist in Ordnung, ich kenn sie.

Sie können sie loslassen. Bitte.

Es passt grad nicht so gut,

können Sie ein bisschen draußen warten?

Sie haben gesagt, ich soll mich melden, wenn er mich bedroht,

jetzt ist es soweit.

Wenn Sie akut bedroht werden, sollten Sie die Polizei rufen.

Polizei? Die helfen doch nicht!

Nein, ich geh hier nicht mehr weg.

Und ich lass mich von niemandem mehr rumschubsen!

Und Sie! Sie da hinten! Warum?

Warum lassen Sie das alles zu?

Warum beschützen Sie ihn und nicht mich?

Lassen Sie mich los, bitte.

Zurück. - Frau Holg!

Ich heiß nicht mehr Holg.

Dieser Typ ist nicht mehr mein Mann!

Loslassen!

* Tür fällt zu. *

Frau Broich, die Frage ... - Ich brauch kurz 'n Moment.

* bewegte Musik *

(Sprechchor:) Kaan muss weg, Kaan muss weg! Kaan muss weg!

(Ministerin:) Kein Problem, wir machen grade Pause.

* angespannte Musik, aufgebrachtes Stimmengewirr *

(Sprechchor:) Kaan soll gehen! Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

Kaan soll gehen! Kaan soll gehen!

* Pfiffe, tumultartiges Stimmengewirr *

Kaan soll gehen!

* Hubschrauberknattern *

"No TRUST, no TRUST,no TRUST, no TRUST, no TRUST, no TRUST."

* Musik verklingt. *

* Ächzen *

(leise:) Scheiße.

Woher hast du die?

Lies vor.

(schreit:) Lies vor!

Woher hast du die?

(zischt:) Du sollst vorlesen.

Na?

* unheilvolle Musik *

* Keuchen *

* Schlüsselklirren *

* Papierrascheln *

"Der Trainer und Leistungssportler Jens Föhl,

geboren am bla, bla, bla ...

.. wird angeklagt ...

.. am 11. Juli ...

.. der zur Tatzeit elfjährigen Sarah W. ...

.. während eines Trainingslagers auf den Körper ejakuliert zu haben."

"Zudem nötigte er das Mädchen ...

.. ihre Hände um seinen Penis zu legen ...

.. und auf seinem entblößten Unterleib zu hüpfen."

"Des Weiteren wird dem Angeklagten vorgeworfen ...

.. einer zur Tatzeit ...

.. zehnjährigen Ruderschülerin, Fabienne M.,

unter dem Vorwand, ihr zu zeigen, wie man einen Riemen ...

.. repariert, in das Bootshaus gelockt zu haben."

"Dort lobte er Fabienne M. für ihr Geschick im Umgang mit dem Riemen ...

.. während er ihr über den Rücken ...

.. und über ihr Gesäß streichelte."

"Als das Mädchen sagte, dass es das nicht möchte ...

.. entblößte Jens Föhl ...

.. seinen erigierten Penis ...

.. und erklärte dem Kind, dass es nichts Schlimmes sei ...

* Durchschnaufen *

(erstickt:) .. und es sich gut anfühlt."

* angespannt-nachdenkliche Musik *

*

*

* Stille *

Au. Scheiße.

Scheiße.

* Ächzen, Klackern *

* angespannte Musik *

* Quietschen *

(leise:) Föhl.

* sphärischer Gesang *

* andächtig-nachdenkliche Musik *

*

* Musik wird unruhiger. *

*

*

* sphärischer Gesang *

* bewegte Musik *

*

Untertitel: audiofilm

Can't find what you're looking for?
Get subtitles in any language from opensubtitles.com, and translate them here.