All language subtitles for 2013_Der Teufel mit den drei goldenen Haaren.deu

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup digital GmbH im Auftrag des SWR

Glückskind Felix Prinzessin Isabell König Ottokar

"Die Menschen, die in dem kleinen Dorf Ammenried lebten,

dachten an diesem schönen Tag, dass ihr Glück heute

besonders gut gelaunt wäre."

* Baby schreit *

(Hebamme) Da bist du ja endlich. Kleiner Mann.

Du hast deiner Mutter so schreckliche Schmerzen bereitet.

Das Kind hat eine Glückshaut.

Es ist ein Glückskind.

Ein Glückskind? Was bedeutet das?

Dass die göttlichen Mächte für ihn sorgen

und ihm die dunklen Mächte nichts anhaben können.

Er darf nur nie den Glauben an sein gutes Geschick verlieren.

Ein Glückskind kann alles erreichen.

Es kann reich werden

und sogar die Tochter des Königs heiraten.

Ein Glückskind ist geboren. - Ein Glückskind? - Ja.

Ein Glückskind ist geboren.

Es ist ein Glückskind geboren.

Es soll reich und berühmt werden.

Es soll die Prinzessin heiraten.

Vielleicht wird aus dem Kind ein König.

"Gerüchte waren schon damals schneller als der Wind

und veränderten sich, je mehr darüber gesprochen wurde.

Endlich gelangte die Kunde vom Glückskind auch zum König."

Element 1: Zinn.

Element 2: Blei.

Und nun werdet zu Gold ...

... wie es das Buch Valentine beschreibt.

(räuspert sich) - Still. Was will er denn?

Ich bringe den Tee.

Und hoffe, dass heute nicht nur das Metall verwandelt,

sondern auch die Seele des Alchemisten geläutert wird.

Wieso geht das nicht?

Warum scheitern alle meine Versuche?

Nestor. - Ja, mein König.

Ist der Bote zurück mit dem Buch des keltischen Druiden?

Noch nicht, mein König.

Aber ein Herold ist angekommen mit der Nachricht, dass ... Was?

Spielst du jetzt mit mir, Papa? - Ich hab doch zu tun, mein Engel.

Komm her.

Ich zeig dir, was ich mache, ja?

Schon die alten Philosophen von Babylon haben jedem Himmelskörper

ein bestimmtes Metall zugeordnet.

So stand das Gold für die Sonne, das Silber für den Mond,

das Eisen für den Mars und das Kupfer für die Venus.

Und das Gold bedeutet Erlösung.

Glück, meine Kleine.

Wenn du groß bist, bist du auch klug genug,

um mir bei meinen Forschungen zu helfen.

Nestor, was will er denn noch? - Verzeiht, Majestät.

Ich wurde ja vorher unterbrochen, aber Ihr solltet es dennoch wissen.

Ein Herold ist gerade angekommen mit der Nachricht, dass ... Was?

Dass in Ammenried ein Glückskind geboren wurde.

Ein Glückskind?

Ein Glückskind?

Und dass dieses Glückskind eines Tages

die Prinzessin heiraten wird.

* Musik *

Königliche Hoheit?

Das ist unser Sohn.

Warum wolltet Ihr ihn sehen? Was wollt Ihr von ihm?

Man sagt, es sei ein Glückskind.

Ja. - Er wurde mit einer Glückshaut geboren.

Die Hebamme kann davon Zeugnis geben.

Mhm.

Wenn es ein Glückskind ist, sollte es entsprechend aufwachsen.

Ich bin ein König, der für seine Untertanen sorgt.

Man sagt, dass Ihr viel Zeit mit Forschungen verbringt.

Zum Wohle für euch alle.

Euer Sohn soll als Erster daran teilhaben.

Er soll die allerbeste Erziehung genießen,

im Sommer nicht Hunger leiden und im Winter nicht frieren.

Ich möchte ihn mitnehmen - auf mein Schloss.

Als Spielkamerad für die Prinzessin, meine Tochter.

Aber ein Kind braucht doch seine Mutter. - Und seinen Vater.

Ihr wisst, dass ich seit dem Tod der Königin

der Prinzessin auch beides sein musste.

Na gut, wenn ihr nicht wollt.

Ein Wort, und ich gehe.

So lebt wohl und nehmt unseren Dank für Euer kostbares Angebot.

Es ist vielleicht Gottes Wille.

Wir sollten uns ihm nicht widersetzen.

Unser Sohn wird es gut haben beim König.

* Bedrohliche Musik *

So, mein liebes Glückskind.

Jetzt darfst du dir die Wasserfälle anschauen.

Aber eines sollst du noch wissen:

Wir brauchen kein Glück, wir brauchen das Gold.

Meine Tochter hättest du sowieso nie zur Frau bekommen.

* Musik *

* Babygeschrei *

Guckt mal, was ist das?

* Bedrohliche Musik *

Ihr sollt hier nicht spielen, das ist gefährlich.

Wem gehört das Kind? - Ich weiß es nicht.

Geh zu deiner Mutter und zieh dir was Trockenes an.

Hast du die Beschläge für die Pferde in Ammenried gesehen?

Was machst du denn da?

Das Kind hat Hunger. - Was haben wir damit zu schaffen?

Es gehört nicht uns.

Doch.

Und wenn seine Eltern es suchen? - Die suchen es nicht.

Sonst hätten sie es kaum auf dieser Nussschale auf dem Fluss ausgesetzt.

Verstehst du denn nicht?

Unsere Gebete sind erhört worden.

Als ich in der Kirche das Licht angezündet habe,

damit wir endlich ein Kind bekommen, hab ich mir das anders vorgestellt.

Nun ist es so gekommen.

Und dich...

... dich werde ich Felix nennen, der Glückliche.

Denn es ist ein Glück, dass du in dieses Haus gekommen bist.

"Manchmal zeigt Glück sich im Wind.

Und manchmal in der Musik."

* Musik und fröhliches Gelächter *

* Er spielt schräge Töne. *

"Und dann wieder im Lachen."

* Er spielt eine Melodie. *

Wo sind die Rezepte der Mochica aus Peru?

Die Mönche wollen sie nicht herausgeben.

Was soll das?

Ich bin der König.

Ich hatte befohlen, dass dieses Buch aufs Schloss geschafft wird.

Es ist sehr wertvoll, es ist ein Buch aus dem 1. Jahrtausend.

Deshalb.

Damals wussten sie noch, Gold zu bereiten.

Fürwahr. Aber es waren doch nur Legierungen, mein König.

Das ist doch egal!

Wir werden uns dieses Buch beschaffen.

Sattle er die Pferde. Wir reiten sofort.

Prinzessin.

Danke, Anna.

* Fröhliche Geigenmusik *

* Donner und Regen *

Da spielt ja der Teufel persönlich die Geige.

Der König.

Der König.

Wer ist er?

Mein Name ist Felix, mein König. Ich bin des Schmiedes Sohn.

* Donnergrollen *

Wie kommt es, dass er die Geige so ausgezeichnet spielen kann?

Ich liebe die Musik. Verzeiht, Euer Majestät.

Er hat es sich allein beigebracht.

Man sagt, dass er die Menschen damit glücklich machen kann.

Ist er der Vater? Ja. Und das ist die Mutter.

Verzeihung, Hoheit.

Euer Sohn sieht euch sehr ähnlich.

Dabei sind es meine Zieheltern.

Ich wurde als Kind in einem Körbchen auf dem Fluss ausgesetzt.

Wir haben ihn gefunden.

Er hat Glück gehabt, dass er nicht in die Wasserfälle geraten ist.

* Donnergrollen *

Bring er mir Wasser.

Bitte, mein König.

Nun gut ...

Wenn er es versteht, die Menschen glücklich zu machen,

möchte ich, dass er bei Hofe spielt.

Die Prinzessin hat bald Geburtstag.

Ich selbst kann nicht zugegen sein, wichtige Recherchen und Forschungen.

Sein Spiel wird mein Gruß an sie sein.

Ich bin nur ein einfacher Schmied. Warte er.

Ich schreibe ein paar Zeilen an den Priester,

der mich in meiner Abwesenheit vertritt.

Sie werden Euch Einlass verschaffen.

Sei es drum.

Dies ist mein Wille.

Breche er sofort auf, damit er nicht zu spät kommt.

Macht euch keine Sorgen, ich bin bald wieder da.

* Hoffnungsvolle Musik *

Mach doch das Feuer aus.

Wir sind hier ohnehin nicht mehr sicher.

Sicher sind wir nirgendwo, solange wir diesen König haben.

Die letzte Nachricht kam aus Kloster Morbach.

Nur sein Diener soll ihn begleiten.

Die Klostermauen sind dick genug und ein gutes Versteck.

Wir lauern ihm auf, wenn er zurückkehrt.

Zu Göttern wird es uns bei den Menschen machen.

Genau das wollen wir nicht.

Gott zum Gruße.

Ich habe mich im Wald verirrt und suche nun ein Obdach für die Nacht.

Willst du uns zum Besten halten?

Woher kommst du? - Aus der Schmiede von Solbach.

Ich bin auf dem Weg zum König, zum Schloss. Ein Königstreuer.

Sprich dein letztes Gebet, du Wurm. Ich habe euch nichts getan.

Ich soll für die Königstochter Violine spielen.

Schwerter einstecken, los.

Wer glaubst du, dass wir sind?

Räuber vielleicht?

Nee, dazu seht ihr zu gut aus.

So, so. Hast du schon mal von den Aufständischen gehört?

Ja, aber ich bin, wie gesagt, nur der Sohn eines Handwerkers.

Unser König muss weg.

Aber warum? Warum?

Weil er das Geld des ganzen Volkes für seinen Wahn verschwendet.

Er nennt es Forschung, Wissenschaft, Chemie.

Er möchte selber Gold herstellen.

Aber so was ist noch keinem Menschen gelungen.

Er trifft sich mit Zauberern und Alchemisten.

Manche sagen, er sei sogar mit dem Teufel im Bunde.

Das wusste ich nicht.

Du kannst bei uns übernachten.

Los, zeig ihm seinen Schlafplatz.

Du hast Glück, Kleiner.

Wenn einer vorbeikommt, der mit dem König paktiert,

den werfen wir normalerweise in die Rabenschlucht.

Das Siegel des Königs.

Ich wusste, er ist ein Feind.

Und? Was steht da?

"Der Überbringer dieser Zeilen

muss unverzüglich nach seiner Ankunft hingerichtet werden.

Dieses Anliegen duldet keinen Aufschub.

König Ottokar."

Unser Gast mag ein Freund des Königs sein,

aber der König ist kein Freund von ihm.

* Geigenklänge *

Das ist wunderschön.

Mir macht es keinen Spaß, einen Mann umzulegen,

wenn das im Sinn des Königs ist. - Nein, das werden wir nicht.

Aber wir werden dem König ordentlich in die Suppe spucken.

Los, kommt.

Verdammt, die Schrift vom König ist sehr schwer nachzumachen.

Hatten wir nicht irgendwo ein erbeutetes Siegel? - Ja ja.

Ich hab es.

Wollt ihr mich jetzt doch nicht töten?

Wie können wir jemanden umbringen, der so schön Violine spielen kann?

Ihr macht euch lustig über mich. Nein, geh zu.

Geh zum König und beeil dich, damit du rechtzeitig kommst.

Vielen Dank.

Ausnahmsweise gäbe ich was darum, den König zu sehen,

wenn er zurück ins Schloss kommt und unsere Überraschung entdeckt.

Gott zum Gruße.

Ich habe einen Brief des Königs dabei.

Heda! Man möge mir auf der Stelle die Prinzessin holen.

Na los, wird's, wird's?

Was ist denn so wichtig, dass es keinen Aufschub duldet?

Ihr wisst, dass ich mich um diese Zeit für den Ausritt fertig mache.

Prinzessin Isabell, nun ja...

Ich habe hier einen merkwürdigen Brief Eures Vaters erhalten.

Aber bitte, lesen Sie selbst.

Ich soll heiraten? Aber wen denn?

Den da.

Mich? Heiraten?

Ja, aber wieso?

Seid Ihr ein Prinz? Nein.

Ein Fürst? Nein.

Auch kein Graf oder Herzog. Ich bin Schmied.

(lacht) Ein Schmied? Ja.

Ich ahne schon lange, dass mein Vater verrückt ist.

Das machen die Forschungen, Chemie.

Der Brief liest sich kühl und klar, kein bisschen verrückt.

Dann muss es sich um einen Irrtum handeln.

Vater würde nie wollen, dass ich einen Schmied heirate.

Es ist seine Handschrift. Ich werde ihn nicht heiraten.

Wir werfen ihn in den Kerker und warten. Im Brief steht: sofort.

Ihren Vater verärgert man nicht ungestraft. Das wissen Sie.

Ich werde mich auf die Hochzeit vorbereiten.

Sie sollten das auch tun.

Feigling! Das hab ich gehört.

Euch kommt das Ganze wohl gerade recht?

Ich vertraue meinem Schicksal und hab damit bisher Glück gehabt.

* Glockengeläut *

Prinzessin Isabell, wollt Ihr den hier anwesenden Schmied Felix

zu Eurem Manne nehmen, so antwortet jetzt mit Ja.

Nein.

Nein, nein, nein. Ich will nicht.

Ich warne Euch, Euer Vater hat seine baldige Rückkehr angekündigt.

(widerwillig) Ja, ich will.

Und Ihr, Felix?

Wollt Ihr die anwesende Prinzessin Isabell zu Eurem Weibe nehmen,

so saget jetzt Ja.

Im Grund würde ich es schon gern tun,

wenn es des Königs Wille ist.

Aber auch nur, wenn es der Prinzessin auch recht ist.

Es ist ihr nicht recht.

Es ist ihr recht, weil ihr Vater, unser König, es so will.

In dem Fall würde ich dann auch Ja sagen wollen. Ich will.

So erkläre ich Euch vor Gott zu Mann und Frau.

Der Brauch will es so, Ihr dürft die Braut jetzt küssen.

Prinzessin Isabell, so wartet doch.

Kann ich etwas tun, damit Ihr nicht mehr böse auf mich seid?

Könntet Ihr auf der Stelle tot umfallen?

Ich könnte was auf meiner Violine vorspielen.

Bevor ich Eurer Katzenmusik lausche,

würde ich den Rest meines Lebens täglich 100 Frösche küssen.

Dieses elende Gesindel!

Nestor, was macht er denn da?

Gib es mir!

Ein Buch aus dem 1. Jahrtausend.

Die drei goldenen Haare.

Wir sind so gut wie an unserem Ziel angelangt.

Der Pöbel wird sich vor mir im Staub wälzen,

wenn ich Berge von Gold vor ihm auftürme.

Wie ist es Euch ergangen in meiner Abwesenheit?

Keine besonderen Vorkommnisse?

Außer den bekannten Capricen meiner Tochter?

Ich wollte noch mal über Euren etwas merkwürdigen Brief sprechen.

Ah, der Bursche mit der Geige. Ist er angekommen?

Wurde mein Befehl ausgeführt?

Umgehend, Majestät. - Gut, ausgezeichnet.

Gab es einen Grund, die Sache dermaßen zu überstürzen?

In der Tat.

Es musste schnell und so reibungslos wie möglich geschehen.

Meine politischen Gegner formieren sich und behaupten,

ich sei mit dem Teufel im Bunde.

Aber das ist nicht wahr.

Noch nicht.

Doch ich hoffe, dass ich bald mit dem Teufel im Bunde sein werde.

Ich weiß jetzt, dass ich, um das Gold herzustellen,

seine drei goldenen Haare brauche.

Verzeiht, Majestät. Mit dem Teufel legt man sich nicht ungestraft an.

Ich bin ein Mann der Kirche.

Ich hab versprochen, mich um Euren neuen Schwiegersohn zu kümmern,

ihn in die Gepflogenheiten des Hofes einzuführen,

bevor er sich Euch nähern kann.

So ein Schmied hat ja keine Ahnung, wie es bei Hofe zugeht.

Schwiegersohn? Ja, Prinzessin Isabells Gemahl,

von dem Ihr wolltet, dass er auf der Stelle ... geheiratet wird.

Ich ... wollte das?

Es stand in Eurem Brief.

Es war Eure Handschrift und Euer Siegel.

Mein König, hier bin ich.

Oder sollte ich sagen: königlicher Schwiegervater.

Er ist es tatsächlich.

Ein Schmiedegeselle.

Ein Musikant.

Heiratet meine einzige Tochter.

Ja, aber es war doch Euer Wunsch.

Ihr habt mich doch mit dem Brief zum Schloss geschickt.

Aber wenn Ihr denkt, dass dies ein Problem für mich sei,

so kann ich Euch das Gegenteil versichern.

Als ich die Prinzessin zum 1. Mal sah,

war das ein großes Glück für mich.

Augenblicklich stand mein Herz in Flammen.

Wie kann er es wagen, mich, seinen König so zu hintergehen?

Das würde mir nie einfallen.

Er hat meinen Brief gefälscht. Nein.

Ich schwöre bei meinem Leben, ich war es nicht.

Was stand in dem Brief, von dem Ihr behauptet,

dass es der richtige gewesen wäre? Das geht ihn nichts an.

Wenn ich zu Ärger Anlass gegeben habe, verzeiht mir bitte.

Ich werde sofort mein Bündel packen und nach Hause gehen. Warte er.

Er sagte soeben, er hege Gefühle für meine Tochter, die Prinzessin?

Kein Sterblicher könnte ihrem Liebreiz widerstehen.

Mein Großmut ist landauf, landab bekannt.

Er kann meine Tochter zur Gemahlin haben,

wenn er mir ein Geschenk bringt.

Was ein Bräutigam ohnehin seinem Schwiegervater schuldet.

Das will ich gern tun.

Bringe er mir die drei goldenen Haare des Teufels.

Aber niemand ist je lebend aus der Hölle zurückgekehrt. Gut erkannt.

Seine wahren Eltern behaupteten einst, er sei ein Glückskind.

Nun wohlan, versuche er sein Glück.

Ihr kennt meine wahren Eltern?

Zerbreche er sich nicht den Kopf über sie.

Für ein paar Silberlinge haben sie ihn verkauft.

He, Schmied.

Seid Ihr es, der da spielt? Ja.

Was ist das für ein Lied? Gefällt es Euch?

Ich weiß nicht.

Es ist traurig.

Mir ist auch gerade nicht nach Frohsinn zumute.

Ach, seid Ihr denn kein glücklicher Ehemann?

Spottet ruhig. Morgen in aller Früh bin ich wieder weg.

Was habt Ihr vor?

Der König schickt mich fort.

Wohin denn?

Darüber will ich lieber nicht sprechen.

Bisher konnte ich mich auf mein Glück verlassen.

Aber dort, wohin er mich schickt, gibt es kein Glück mehr.

Keine Hoffnung, kein Lachen.

Und erst recht keine Liebe.

Ihr sprecht in Rätseln.

Lebt wohl, Prinzessin Isabell.

Ich bin sicher, dass der Priester einen Weg finden wird,

unsere Eheschließung ungültig zu machen.

Vater.

Isabell!

Warum klopfst du nicht?

Warum zwingst du mich, diesen Burschen zu heiraten,

und dann schickst du ihn einfach weg?

Ich wollte, dass du dir seinetwegen keine Sorgen mehr machen musst.

Er bringt mir die drei goldenen Haare des Teufels.

Du schickst ihn über den Jordan?

Du willst ihn umbringen?

Der Kerl sollte längst geköpft sein.

Das königliche Siegel wurde gebrochen, die Botschaft gefälscht.

Vater.

Erlasse ihm diesen Weg.

Ich bitte dich.

Ich hab ihm zugehört.

Ich kann es nicht beweisen, aber ich fühle,

dass er kein schlechter Mensch ist.

Ich brauche die drei goldenen Haare des Teufels,

um meine Forschung zu einem glücklichen Ende zu bringen!

* Pferdewiehern *

Isabell? Was soll das?

Was soll die Maskerade?

Du schickst den Schmied ins Verderben.

Das lasse ich nicht zu. Du bleibst hier!

Er hat seine Geige vergessen. Die will ich ihm bringen.

Ich werde dir zeigen, was es heißt,

die Befehle des Königs zu missachten!

Ich hatte einmal einen Vater. Aber diesen Mann gibt es nicht mehr.

Die Suche nach Gold hat ihn verblendet.

(schreiend) Isabell!

Wohin, junger Mann?

Zum Jordan. Zum Jordan?

Aber dort endet die Welt.

Kennt Ihr den Weg? Nein, Gott sei Dank nicht.

Aber fragt im Füllkrug nach der großen Stadt am Fuß der Silberberge.

Mir scheint, dass dort das Böse bereits eingezogen ist.

He, Wandersmann.

Mögt Ihr etwas von dem Rebhuhn haben?

Hunger hätte ich schon, aber nichts, womit ich bezahlen kann.

Zahlt mit Eurer Gesellschaft. Ist genug für uns beide da.

Erzählen Sie was, Wandersmann. Ich hör so gern Geschichten.

Der König hat mir befohlen, über den Jordan zu gehen.

Wer seine Befehle nicht befolgt, wird bestraft.

Und nicht nur er, sondern auch seine Familie ...

... seine Eltern.

Der König kann stolz sein, Männer in seinem Dienst zu wissen,

die für ihn in die Hölle gehen.

Man sagt: Wenn man es mit dem Teufel aufnimmt,

verliert man sein Glück für immer.

Ich spür schon, wie es aus meinem Körper hinausfließt.

Wisst Ihr was, Schmied? Ich werde Euch beistehen.

Woher wisst Ihr, dass ich Schmied bin?

Nun ja ...

Im 1. Moment dachte ich, Ihr seid Tischler, wegen der Hände.

Bevor ich erriet, dass Ihr Schmied seid,

dachte ich, Ihr könntet auch Musiker sein.

Ihr seid gut im Beruferaten. Wie macht Ihr das?

Das erzähl ich Euch auf dem Weg.

Wenn wir noch nach Füllkrug wollen, müssen wir uns auf den Weg machen.

* Düstere Musik *

Was wollt Ihr hier? Eine Auskunft.

Hier ist niemand mehr, der Euch was sagen kann.

Unsere schöne Stadt Füllkrug war vor einem Jahr

eine Stadt frohen Kinderlachens.

Aber der Brunnen ist versiegt.

Es sieht aus, als wäre der Teufel eingekehrt.

Wir fragen uns, was wir getan haben, damit man uns so bestraft.

Vielleicht kann er Euch helfen. Was? Was redet Ihr da?

Er ist ein Glückskind. Und er weiß so ziemlich alles.

Aber erst muss er über den Jordan.

Wenn er wiederkommt, wird er Euch die Antwort geben.

Kennt Ihr den Weg dorthin?

Nein, ich bin nie von hier weggekommen.

Aber im Osten gibt es einen Ort mit einem Baum,

an dem goldene Äpfel wachsen.

Dort soll ein weiser Mann leben, der schon am Jordan gewesen ist.

Warum versprecht Ihr den Leuten, was ich nicht halten kann?

Ich weiß gar nicht, ob ich wieder zurückkomme.

Woher soll ich wissen, wie ich den armen Leuten helfen kann?

Seid Ihr nur auf dieser Mission, weil es Euch der König befohlen hat?

Oder tut Ihr es vielleicht,

weil Ihr die reizende Prinzessin bekommen wollt?

Reizend? Findet Ihr?

So schlimm kann sie doch nicht sein.

Sie ist doch hübsch, oder? Hübsch ja, aber ...

... wo andere ein Herz haben, hat sie nur einen kalten Stein.

So eine Gemeinheit! Bitte?

Was? Komm.

Ich meine, wie gemein von ihr, so kaltherzig zu sein.

Aber es muss doch etwas geben, was Ihr gut an ihr findet.

Nö. Sie ist hochnäsig, eingebildet, unhöflich, zickig

und interessiert sich nur für sich selbst.

Eine verwöhnte Prinzessin eben. Jetzt reicht es aber!

Was habt Ihr denn?

Immerhin ist es meine zukünftige Königin, von der Ihr sprecht.

Verzeiht, wenn ich Eure Gefühle verletzt habe.

Ist es nicht verrückt? Was?

Dass ich sie trotz allem von ganzem Herzen liebe?

Ja, ich mag ihren Gang.

Sie läuft wie so eine kleine Marionette. Das ist lustig.

Und sie hat einen schönen Hals.

Ganz lang und weiß.

Und wenn sie ihre Haare nach hinten wirft ...

Sprecht weiter. Aber am schönsten sind ihre Augen.

Es sind zornige, funkelnde Augen,

aber schöner, als jeder Diamant es sein könnte.

Entschuldigt, ich weiß, dass Männer, die von ihrer großen Liebe erzählen,

manchmal wie Idioten wirken. Ich finde es nicht idiotisch.

Eher süß. Süß?

Verzeiht, Ihr habt natürlich recht.

Ein Mann, der verliebt ist, wirkt manchmal wirklich wie ein Idiot.

Ihr seid echt ungewöhnlich, Jäger.

So offen und klar heraus.

Und irgendwie fühle ich mich in Eurer Begleitung

nicht mehr ganz so mutlos und von aller Welt verlassen.

He, langsam, nicht so schnell.

* Flehender Gesang *

Was ist hier los?

Was macht Ihr hier?

Wir versuchen, die bösen Geister zu vertreiben,

die den Baum befallen haben.

Aber wir haben es schon so oft getan, ohne Erfolg.

Vielleicht kann er helfen. Er ist ein Glückskind und weiß alles.

Jetzt hör aber auf.

Bist du ein Zauberer?

Wir könnten jemanden mit magischen Kräften gebrauchen.

Der Baum hier, der unserem Dorf so lange goldene Früchte geschenkt hat,

trägt seit 2 Jahren keine goldene Frucht mehr.

Es ist wie verhext.

Er kann Euch den Grund nennen, wenn er vom Jordan zurück ist.

Was sagt Ihr da? Zum Jordan wollt Ihr?

Kennt Ihr den Weg?

Warum sagt Ihr nichts?

Geht diesen Weg ... bis am Siebensprung 6 Wege zusammenkommen.

Bei der alten Eiche.

Wenn Ihr aber zum Jordan wollt, nutzen Euch diese sechs gar nichts.

Ihr müsst den siebenten finden.

Jäger?

Wo bist du?

Kommt nicht näher.

Da ist die alte Eiche.

Es gibt nur 6 Wege.

Also, von hier sehe ich gar nichts.

(schreit) Ah!

Habt Ihr Euch verletzt?

Der Jordan.

Er trennt die Welt der Lebenden von der der Toten.

Unheimlich.

Teuflisch.

Wo ist der Fährmann?

Fährmann, hol über!

Er setzt mich über.

Nur mich.

Das ist beschlossene Sache.

Leb wohl, mein teurer Freund.

Wer bist du?

Ich bin Felix.

Und was weißt du?

Ich weiß nur, dass ich nichts weiß.

Seid Ihr schon lange Fährmann?

Ich bin schon sehr lange Fährmann.

Und ich glaube, für alle Ewigkeit.

Ich frage mich allerdings, warum das so sein muss.

Ich hoffe, dass ich Euch auf dem Rückweg eine Antwort geben kann.

Hier ist noch keiner zurückgekommen.

* Knurren *

* Wildes Gebell *

Bist du das, Luzifer?

Ein Menschenkind in der Hölle?

Tritt näher.

Wie ist dein Name?

Ich bin Felix.

Ich wollte zum Teufel.

Der ist nicht da, der ist draußen in der Welt.

Denkst du, alles Unheil dort richtet sich von alleine an?

Was heißt "nicht da"? Wann wird er zurück sein?

Heute Abend, wenn wir Glück haben.

Sonderbar.

Ich finde dich nicht in den Ankunftslisten.

Wieso hat dich Petrus an der Himmelspforte abgelehnt?

Das hat er nicht.

Ich bin aus eigenen Stücken hergekommen.

Bist du noch zu retten?

Man geht doch nicht aus Jux und Dollerei in das Haus des Teufels.

Ich hatte leider keiner Wahl.

Erzähl mir deine Geschichte.

Mein Schicksal hat mich nicht umsonst zur Prinzessin geführt.

Mag der Teufel mit mir anstellen, was er will.

Aber um meiner Liebe zur Prinzessin willen

muss ich versuchen, die drei goldenen Haare zu bekommen.

Nur dann können wir für immer zusammen sein.

Es ist also die Liebe, die dich hergeführt hat.

Die einzige Kraft, die stark genug ist, sich dem Bösen zu stellen.

Trink, stärk dich.

* Brüllen *

Schnell, schnell in die Kiste.

Großmutter!

Ich bin wieder da.

Und ich hab Hunger. Ist das Essen fertig?

Wenn er satt ist, schläft er gewöhnlich schnell ein.

Sieh nur, wen ich am anderen Ufer getroffen habe.

Er wollte durch den Jordan schwimmen.

Da hab ich ihn mit ins Boot genommen.

Ist doch viel bequemer, vom Fährmann gerudert zu werden, oder?

Das ist ein Mädchen.

Was? Ein Mädchen?

Tatsächlich.

Wunderbar.

Dieses weiße, zarte, reine Fleisch.

Ich muss mich sehr wundern, Herr Teufel.

Ihr seid einer der mächtigsten Staatsmänner,

aber Benehmen habt Ihr keins.

Benehmen? Was ist das? Ich bin der Teufel! Der Satan!

Ihr könntet mir trotzdem einen Platz anbieten.

Schaut mich nicht an, als wolltet Ihr mich braten.

Sitz.

Apropos, ich hab da eine Frage.

Auf meinem Weg hierher kam ich in eine Stadt,

in der die Menschen nicht mehr reden

und Kinder nicht mehr lachen.

In der es jetzt totenstill ist.

Du bist ein kluges Mädchen.

Hast gleich das Teufelswerk erkannt.

Ja ...

Die Leute wurden mir einfach zu süßlich.

Deshalb habe ich am Boden der Quelle eine Kröte platziert,

um den Wein und das Wasser zu vergiften.

Die Tölpel müssten nur hinabsteigen, die Kröte heraufholen,

schon wäre wieder Leben in der Stadt.

Aber dafür braucht man natürlich Köpfchen.

Ah! Was ziehst du mir an den Haaren? Bist du irre?

Ah ...

Du hast dich selbst in deinem Knopf im Mantel verhangen.

Auf meinem Weg hierher kam ich auch an einem Baum vorbei,

der einst goldene Äpfel brachte, aber nun keine Frucht mehr trägt.

Das war eine meiner leichteren Strafen.

Die Leute wurden einfach zu satt und zufrieden,

nachdem der Baum goldene Äpfel trug.

Ich brauche Streit, Zank, Hass, damit ich mich wohlfühle.

Sie müssen nur den Baum umhacken, statt ihn zu bejammern.

Besseres als den toten Baum kriegen sie überall.

Ah!

Verzeih. - Was reißt du mir an den Haaren?

Bist du irre? - Das war eine so dicke Laus.

Ich musste sie entfernen.

Das Mädchen ist interessant.

Ich möchte sie gern hierbehalten.

Sie könnte mir vielleicht etwas über die Liebe erzählen.

Seit wann interessierst du dich für die Liebe?

Weil mir ohne die Liebe die Welt längst ganz gehören würde.

Ich möchte wissen, was daran so Besonderes ist.

Das kann ich Euch erzählen, wenn Ihr mir verratet,

wieso der Fährmann für immer verdammt ist,

auf dem Jordan zu fahren. - Ach, der Dummkopf.

Der rackert sich ab für unsereinen, dabei müsste er nur

dem nächsten Passagier den Stecken in die Hand drücken.

Schon wäre er frei von dem Pakt mit mir.

Komm her, Mädchen, komm her.

So ist es schön.

* Er schnarcht. *

Flieht.

Schnell, er schläft nicht lange.

Warum helft Ihr uns? Weil Ihr nicht hierhergehört.

Ihr müsst noch leben und lieben. Lauft.

Wir brauchen die drei goldenen Haare. Ah!

Lauft schnell zum Jordan. Schnell!

Tornado, Hurrikan, schnappt sie euch!

Wo seid ihr Mistviecher?

Fährmann, hol über!

Ans andere Ufer, schnell. Geht nicht.

Ich kann Fahrgäste nur in eine Richtung befördern.

Ich weiß, wie du freikommst. Fahr los, dann sag ich's.

Ihr sollt zurückkommen! Ich befehle es!

Nun?

Die Stange in Eurer Hand besitzt Teufelskraft.

Ihr müsst sie dem Nächstbesten, der übergesetzt werden will,

in die Hand drücken, dann wird der Eure Arbeit tun.

Fährmann, hol über!

Er hat es also wieder geschafft. Glückskind.

Und die Prinzessin ist auch dabei.

Aber dieses Mal werde ich sein Schicksal in meine Hände nehmen.

Nein, Vater.

Du sagtest doch, du hast keinen Vater mehr.

Verzeiht, könnt Ihr das mal halten?

Das ist ... Teufelswerk.

Ich danke Euch.

Lebt wohl.

"Auf dem Rückweg lösten Isabell und Felix ihre Versprechen ein.

Und sie wurden reich belohnt dafür.

Denn Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt."

Ich kann es immer noch nicht glauben,

dass du die ganze Zeit der Jäger warst.

Warum hast du dein Leben für mich riskiert?

Als du damals am Fenster gespielt hast,

da hatte ich plötzlich ein seltsames Gefühl in meinem Herzen.

Ich hab mich so frei gefühlt. Und verletzlich.

Und lachen musste ich auch.

So muss sich Glück anfühlen, hab ich gedacht.

Du bist ein wirklich außergewöhnliches Mädchen.

Prinzessin eben.

Was machen wir nun damit?

Keine Ahnung.

Was war das?

Ein Zeichen vielleicht? Wofür?

Dass der Teufel keinen Platz in unserem Haus findet,

sei er auch noch so winzig, ein Haaresbreit.

"Ein Glückskind kann am Ende sogar die Tochter des Königs heiraten.

Es muss nur seinem Schicksal vertrauen."

* Fröhliche Musik *

Copyright SWR 2013

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