All language subtitles for Und morgen Mittag bin ich tot_DEU

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Original subtitles

Irgendjemand hat einmal gesagt, Gl�ck ist nur eine Frage der richtigen Perspektive.

Gef�llt mir. Ich meine, hey! Wer hat in meinem Alter schon einen eigenen Fahrdienst?

Wer f�hrt schon mit 20 Litern privatem Sauerstoff durch die Gegend?

Gr�ezi.

Gr�ezi. - Gr�ezi.

Wohin soll's denn gehen?

Erst 'n paar Tage Klettern ins Tessin zum Aufw�rmen und dann muss ich f�r zwei Wochen ins Trainingscamp.

Okay. Danke sch�n.

Wieso hast du eigentlich ein Handy, wenn du nie rangehst?

Mama, ich arbeite. Was gibt's denn so Dringendes?

Ich kann Lea nicht erreichen. Ich krieg' immer nur die Mailbox und auf der Station wei� auch keiner, wo sie ist.

Na und? Ist sie halt shoppen. Oder sie will mal ihre Ruhe. K�nnte ich sogar verstehen.

Was soll das denn hei�en? - Nichts. Vergiss es einfach. Die taucht schon wieder auf.

Wenn du was wei�t, dann w�rdest du's mir doch sagen, oder?

Als Erste, Mama.

Wusstest du, dass rein statistisch gesehen Mukoviszidose-Kranke

'ne h�here Lebensqualit�t haben als Medizinstudenten?

Was? - Schon gut. War nur 'n Witz.

F�r Notf�lle gibt es immer noch die Parallelwelt.

In der Parallelwelt ist alles anders.

Da kann ich machen, was ich will. In der Parallelwelt bin ich frei.

Brauchst du Hilfe? - Geht schon.

Wir haben leider keinen Aufzug. - Macht doch nichts.

In zwei Stunden komm' ich da locker rauf.

Bloch. - Heiner Bloch? Hier ist Rita Oswaldt.

Die Schwester von Lea. Der Muko, die du entjungfert hast.

Und, was gibt's? Ist sie tot?

Nein, aber nicht auf ihrem Zimmer. Ich war so bl�d zu glauben, du k�nntest mir da weiterhelfen.

Also bei mir ist sie jedenfalls nicht. Ich komm' grad aus dem OP.

Ach, echt? Dann k�nntest du ja mal bei ihr vorbeischauen? Ich will nur sichergehen, dass sie keinen Unsinn macht.

Hast du 'ne Ahnung, wie lang' das her ist? - Ich schon. Und du?

Ich kann versuchen, nachher noch mal vorbeizuschauen, aber versprechen kann ich nichts.

Das h�tte mich auch ersch�ttert. Danke trotzdem.

Lea Oswaldt? Ich bin Michaela Orff. Wir haben telefoniert.

'tschuldigung. - Das macht doch nichts.

Gibt's hier keinen Aufzug?

Kleine Fehlplanung meinerseits.

Wollen Sie nicht rangehen?

Jetzt lieber nicht.

Kann ich noch schnell was kl�ren? - Nat�rlich.

Jetzt br�uchte ich vielleicht doch Hilfe.

Ich hab' n�mlich mein Ladeger�t vergessen.

Ich k�mmere mich drum.

Danke.

Bleiben Sie sitzen. Hallo.

Sie sind jung.

Und ist das jetzt gut oder schlecht f�r mich? - Sagen Sie's mir.

Ich bin mindestens gef�hlte 100, falls Sie das beruhigt.

Das glaube ich Ihnen.

Ich habe Ihre Unterlagen gelesen. - Gut. Dann sind wir beide ja schnell fertig.

Na, na. Ein paar Dinge m�chte ich von Ihnen schon noch wissen.

Sie haben mir doch gesagt, ich hab' gr�nes Licht. - Haben Sie ja auch. Im Prinzip jedenfalls.

Und ohne Prinzip?

Vor der endg�ltigen Entscheidung muss der Arzt sich noch ein pers�nliches Bild von Ihnen machen.

Das ist Teil des Protokolls. Anders geht es leider nicht.

Bei dem Schritt, den Sie vorhaben, ist es besser, man redet einmal zu viel dar�ber als einmal zu wenig.

Finden Sie nicht auch?

Na, das kommt ganz auf das Ergebnis drauf an.

Sie sind sich Ihrer Sache sehr sicher.

Ich kenne meine Optionen, sagen wir mal so.

Und Sie glauben, diese Option ist die einzige, die f�r Sie noch in Betracht kommt?

Warum wollen Sie sterben, Lea?

Weil ich sowieso sterben werde.

Vielleicht nicht heute oder morgen, aber sp�testens in ein paar Monaten.

Und ich sehe nicht ein, warum ich mich noch l�nger qu�len soll.

Ich wei�, wie das Ende bei Mukoviszidose aussieht, ich hab's selbst gesehen.

Ich leb' mit dieser schei� Krankheit schon mein ganzes Leben lang und ich hab' keine Lust mehr.

Sie sagen, Sie wissen, wie das Ende bei Mukoviszidose aussieht?

Denken Sie dabei an Ihren Bruder?

Auch, ja.

Ihr Bruder ist zwei Wochen nach der Lungentransplantation gestorben.

Er hatte die Nase voll. Genauso wie ich.

Haben Sie sich deshalb nicht auf die Warteliste f�r eine Transplantation setzen lassen?

Eine Lungentransplantation w�rde bei Ihren jetzigen Werten nichts mehr bringen.

Vor ein, zwei Jahren w�r' das vielleicht noch anders gewesen.

Warum haben Sie es sich nicht noch mal �berlegt?

Keine Ahnung. Vielleicht war ich einfach zu besch�ftigt damit, zu leben?

Haben Sie eine Patientenverf�gung? - Hab' ich.

Wenn ich ins Koma falle, ist Feierabend. Allerdings w�rde ich gern verhindern, dass es so weit kommt, weil...

langsam zu ersticken find' ich n�mlich ehrlich gesagt zum Kotzen.

Was sagen Ihre Eltern dazu, dass Sie hier sind?

Meinen Vater hab' ich das letzte Mal gesehen, da war ich zwei Monate alt und...

meine Mutter w�rde am liebsten ihre eigene Lunge spenden, wenn sie mich damit retten k�nnte.

Wei� ihre Mutter denn, wie schlecht es um Sie steht?

Sie haben keine Kinder, oder?

Kann... kann vielleicht jemand... kann vielleicht jemand das Fenster aufmachen?

Hier drin... hier drin geht man ja...

So ist es gut. Das ist meine tapfere Lea.

Das macht die Lungen weit. Ja, das macht sie ganz weit.

Siehst du, da sind wir. Wir haben es geschafft!

Benji! Rita!

Geht's wieder besser?

Dr. Seydlitz hat schon seinen n�chsten Termin.

Aber er schreibt Ihnen das Rezept.

Ich will �bermorgen, an meinem Geburtstag.

Kommen Sie allein oder wird Sie jemand begleiten?

Das wei� ich noch nicht, h�ngt nicht von mir ab.

Ich hab's ihnen noch nicht gesagt.

Lea...

ich rate Ihnen dringend, dass Sie mit Ihrer Familie reden.

Sie sind noch so jung.

Will ich ja.

Mama?

Lea?

Ach, du bist es.

Mama, was wird das denn hier?

Ich hab' Lea ein Fahrrad besorgt, als Geschenk f�r ihren Geburtstag.

Ich will doch nur, dass die nach der Transplantation so schnell wie m�glich wieder in Form kommt.

Deswegen mach' ich hier alles neu mit dieser Antibakterienfarbe.

Ich wei�, ich h�tte dich vorher fragen sollen, aber du bist doch nie hier.

Ich hab' wirklich gedacht, es macht dir nichts aus.

Z�rich?

Was will sie denn in Z�rich?

Oma? - Hm? Wie sp�t ist es?

Gleich zehn.

Da tr�um' ich Sachen...

Ich war mit eurem Vater in der W�scherei. Er hatte eine Sechs in Mathematik.

Lea ist in Z�rich. Aber so, wie es aussieht, wei�t du das schon?

Dass wir alle zusammen Geburtstag feiern?

Jetzt gib mir bitte 'ne Zigarette.

L�sst du mich bitte vorne sitzen?

Ich brauche die Beinfreiheit wegen meiner Arthrose.

Wenn ich hinten sitze, wird mir schlecht.

Hallo Heiner. �berraschung, hier ist noch mal Rita.

Erst mal vielen Dank f�r gar nichts.

Jedenfalls wissen wir jetzt, wo Lea ist, und fahren alle zur gro�en Geburtstagsparty nach Z�rich.

Vielleicht kannst du dir ja denken, was das hei�t.

Also, ich w�nsch dir noch 'n sch�nes Leben.

Bist du die mit dem Ladeger�t? - Die ohne Ladeger�t trifft's besser.

Siehst aus, als w�rst du ziemlich im Arsch. - Hast du damit 'n Problem?

Ist es schlimm genug, dass es f�r 'nen Termin reicht?

Was denn f�r 'n Termin?

Deswegen bist du doch hier, oder?

Und warum bist du hier? Weil dich keiner ausstehen kann?

Vielleicht, weil ich keinen ausstehen kann.

Klingt arrogant.

Ist aber 'ne Krankheit. - Aber keine, an der man stirbt.

Wei�t du, nur weil ich von selber nicht abnippele, geht's mir noch lange nicht gut.

Versuch's mal in der Klapse, du irrer Typ. Da nehmen die dich mit Handkuss.

Manchmal ist Muko wie Magie.

Ich kenn' sonst jedenfalls niemanden, der sich mit seinem Bruder auf Telepathisch unterhalten konnte.

Ein Blick und er hat genau gewusst, wo in meinem K�rper es mir gerade wehtut.

Hey Mama, nat�rlich warst du nicht gerade begeistert,

als ich mit Benji zum Zelten an die Ostsee bin.

Richtig. Wir haben uns die ganze Nacht Gruselgeschichten erz�hlt.

Morgens um 5 sind wir raus und haben uns den Sonnenaufgang angeschaut.

Wir haben gezittert wie die M�use, weil der Sand unter unseren F��en so kalt war.

Aber das war mir egal. Mukomagie eben.

Geh�rt ab sofort ins Lexikon.

Entschuldigung. Brauchst du die Spritze noch?

Oder wie w�r's mit den Pillen?

Wieso? Hast du Durchfall?

Ja. Hier drinnen. Die ganze Zeit.

Du bist echt krank. Wei�t du das? - Ja, wei� ich.

Sag das mal den Leuten von deinem Verein.

Hier. Damit du auf Sendung bleibst.

Lea? - Du bist in Z�rich?

Ja, ist das nicht ein Zufall? - Sehr komisch.

Was f�r 'ne Art Geburtstagsfeier wird das denn genau?

Woher wei�t du das �berhaupt? - Von 'nem V�gelchen mit schwarzen Fingern�geln.

Hallo?

Da gibt's diese Cocktails, wei�t du, die einen so richtig umhauen.

Das ist 'n Scherz, oder? - Ja, genau. Dar�ber lach' ich dann morgen Mittag.

Warum interessiert dich das �berhaupt?

Ich will dich sehen.

Ich wei� aber nicht, ob ich dich sehen will.

Sieh es doch mal so. Die Gelegenheit kommt vielleicht nicht so schnell wieder.

Ich denk' dr�ber nach.

Schei�e.

Lea?

Hallo, Mama. Sch�n, dass ihr da seid. Macht ihr bitte die T�r zu?

Lea, was... - Nichts sagen. Einfach zuh�ren.

Und lasst das Licht aus. Bitte.

Setzt euch.

Wie alles anfing.

Danke, dass ihr gekommen seid.

Morgen Mittag werde ich...

sterben.

Ich trink' so ein Medikament, bei dem ich einfach einschlafen werde und...

ich f�nd's sch�n, wenn ich dabei nicht...

also, wenn ihr dabei w�rt.

Nein. Nein, nein, nein. Das kommt �berhaupt nicht in Frage.

Du hast mir vielleicht einen Schreck eingejagt.

Du kannst das doch nicht ernst meinen.

Du hast dich da in irgendwas verrannt.

Ich werde sterben, Mama. Kapier das endlich.

Ich hab' einen Kuchen gebacken.

Der muss jetzt in den K�hlschrank.

Ja...

irgendjemand wird sich jetzt wohl mal um die Zimmer k�mmern m�ssen.

Wir sollen dir morgen dabei zusehen, wie du dich umbringst? Und davor fressen wir Torte am See?

Zum Beispiel. Ja.

Ohne Schei�? - Ohne Schei�.

Wie bist du �berhaupt hergekommen?

Dreimal darfst du raten.

Sag jetzt nicht Oma.

Selber fahren ging nicht mehr, also hat Oma was organisiert.

Super.

Ich geh' mal kurz kotzen.

Lea?

Das ist ja wohl voll daneben!

Ich meine, was denkst 'n dir �berhaupt dabei, hier einfach so aus dem Nichts aufzukreuzen und mir zu sagen: "Ich will dich sehen."?

Benutz doch mal dein schei� Chirurgen-Gehirn, dann kannst du dir ja vielleicht denken, dass ich gerade andere Probleme am Hals hab'?

Also entweder du sagst mir jetzt, was du von mir willst, oder du l�sst mich in Ruhe!

Lea, ich...

Ich hab' sogar deinen Rollstuhl mitgenommen. Ich hab' gedacht, wir unternehmen irgendwas.

K�nnen wir ja auch. Hab' ich sogar gehofft.

Setz dich doch.

Ich hasse den Rollstuhl. - Glaubst du, das wei� ich nicht?

Du denkst wohl, ich wei� �berhaupt nicht, was in dir vorgeht?

Ach, du h�ttest mich doch nie fahren lassen, wenn ich dir vorher was davon erz�hlt h�tte.

Weil das die idiotischste Idee ist, die ich je geh�rt habe.

Ist aber jetzt auch nicht grad so, als ob ich da erst seit gestern dr�ber nachdenke.

Wei�t du eigentlich, wie oft ich versucht hab', es dir zu sagen?

Du hast nur Angst. - Hast du dir meine Werte mal angeschaut?

Du hast Angst vor der OP. Das ist doch auch kein Wunder. - Das macht doch alles �berhaupt keinen Sinn mehr.

Wer sagt dir denn, dass es bei dir so laufen muss wie bei Benji? - Nein, Mama. Du h�rst mir nicht zu.

Du hast dieses Bild im Kopf. Aber bei dir wird das anders. - Wenn ich das mach', k�nnen die Leber und Niere gleich mit austauschen!

Und wei�t du, wie da meine Chancen sind? Das sind keine Chancen.

Ich hab' doch nicht 20 Jahre an deinem Bett gesessen, nur um das jetzt alles wegzuwerfen!

Zeig mir mal eine Mutter, die das fertigbringt!

Mama...

ich will dir echt nicht wehtun.

Auch wenn sich das jetzt f�r dich vielleicht gerade so anf�hlt.

Aber ich brauch' dich jetzt.

Ich schaff' das nicht ohne dich.

Wie macht man das, ohne dass dir dabei die Puste ausgeht?

Wenn dich dein Mann verl�sst

und lieber in Chile einen Kajak-Verleih aufmacht, zusammen mit einer Frau, die Barfu� hei�t.

Und die Barfu�-Kinder sind gesund, die eigenen aber nicht?

Lea? Hallo.

Siehst du, das hast du jetzt davon.

Den Anblick h�ttest du dir auch sparen k�nnen. - Sag doch so was nicht. Siehst gut aus.

Also. Da bin ich. Kannst loslegen.

Du kommst gleich zur Sache, was?

Ich hab' nicht so viel Zeit. - Ah, das trifft sich. Ich n�mlich auch nicht.

Ich muss um 4 wieder in Frankfurt sein. Das hei�t, ich hab' so etwa eine halbe Stunde, um dich wieder zur Vernunft zu bringen.

Ja, schon bl�d. Dann war deine kleine Reise leider umsonst.

Was hei�t hier umsonst? Hast du 'ne Ahnung, was mich der Schei� an Sprit kostet?

Hast du 'ne Ahnung, was mich der Schei� an Geb�hren kostet? - Will ich gar nicht wissen.

Ich hab' nicht gedacht, dass ich dich noch mal wiedersehe.

Da sind wir schon mal zu zweit. Lea...

Also, pass auf, Heiner, falls das jetzt 'ne Entschuldigung werden soll, oder so. Du brauchst dich jetzt hier nicht zu erkl�ren.

Du hattest deine kleine Muko-Freundin, ich hatte meinen Chirurgen. Ist doch alles wunderbar!

Du geh�rst in ein Krankenhaus, das ist dir ja wohl klar.

Da komm' ich gerade her.

Ach, und da gehst du lieber in ein Hotelzimmer, wo sie dich einschl�fern wie einen Dobermann?

Ist kein Hotelzimmer. Jedenfalls, soweit ich das wei�.

Warum hast du mir nichts gesagt? Ich...

H�tte das was ge�ndert?

Fahr mal zur�ck zu deinen Patienten, Heiner.

Ich brauch' nicht noch 'n Arzt.

Michaela Orff? - Ja.

Ich bin Rita, Leas Schwester. - Freut mich.

Es macht Ihnen doch nichts aus, wenn wir hier drau�en reden, oder?

Nein, nat�rlich nicht.

Durch das ganze Cortison f�hl' ich mich st�ndig wie so 'n Steak in der Pfanne.

Wollen wir uns nicht setzen? - Ich bleib' lieber stehen.

Also, womit fangen wir an?

Wor�ber m�ssen wir denn �berhaupt noch sprechen? - �ber was Sie wollen.

Ich kann Ihnen Ihre Fragen beantworten, wenn Sie welche haben.

Keine Fragen.

Keine Fragen.

Gut, dann hab' ich eine Frage.

Ich habe in meiner Tasche das Rezept.

Das hei�t, es spricht nichts dagegen, dass Sie morgen wie geplant Ihre Reise antreten.

Aber es spricht auch nichts dagegen, dass Sie damit noch warten.

Das ist ganz allein Ihre Entscheidung. Ist Ihnen das bewusst?

Wenn ich's jetzt nicht mache, dann mach' ich's nie. Das wei� ich.

Ja?

Frau Oswaldt?

Ich bin Michaela Orff.

Ich bin mir sicher, Sie wissen, dass Sie eine ganz au�ergew�hnliche Tochter haben.

Da haben Sie recht. Lebendig ist sie mir allerdings lieber.

Wollen wir das nicht zusammen mit Lea besprechen? Sie sitzt drau�en und wartet auf Sie.

Vielleicht machen Sie erst mal Ihre Hausaufgaben!

Dann w�ssten Sie n�mlich, dass Lea durchaus noch eine Chance hat.

Und solange sie die hat, werde ich werde um sie k�mpfen.

Frau Oswaldt, wenn wir uns nicht absolut sicher w�ren,

dass Lea aussichtslos krank ist... Ich w�rde hier nicht stehen.

Das k�nnen Sie mir glauben.

Lea.

K�nntest du diese Frau bitte aufkl�ren? K�nntest du ihr bitte sagen, dass du durchaus noch M�glichkeiten hast?

Nein, Mama, kann ich nicht.

Ja, und die Transplantation? Die neue Lunge?

Wird's nicht geben.

Was soll das hei�en?

Dein Zustand kann sich auch wieder bessern. Das haben wir beide oft genug erlebt.

Du willst es einfach nicht kapieren, oder, Mama? - Ja, was gibt es denn da zu kapieren?

Ich steh' nicht auf der Liste, Mama. Ich hab' den Antrag nie unterschrieben, okay?

Es tut mir leid, aber es ist zu sp�t.

Das hast du nicht getan.

Sag mal, was willst du denn?

Irgendwer muss ja schlie�lich auf dich aufpassen.

Lass mich in Ruhe! - Damit du wieder nur vor allem wegrennst?

Mama, ich hab' doch bald nur noch dich.

Das ist...

Nein. Das ist zu viel!

Das ist zu viel, das ist einfach zu viel!

Es ist gut. Es ist schon wieder vorbei.

Entschuldige.

Habe ich Benji jemals zu etwas gedr�ngt?

Ich wei� nicht. Nein.

Du kannst jetzt ruhig... ruhig wieder gehen.

Mir passiert schon nichts.

Mir w�r's aber lieber, du kommst mit.

Ich kann sie jetzt noch nicht sehen, das geht einfach nicht.

Geht nicht.

Was soll ich denn jetzt machen?

Wenn Mama nicht dabei ist, dann kann ich auch gleich von der Br�cke springen.

Ich f�rchte,

diese Entscheidung musst du ganz in dir alleine finden.

Ich kann mich noch genau erinnern, wie Dieter damals zu mir kam.

Kurz nach deiner Diagnose.

"Wie kannst du deine Familie im Stich lassen?", hab' ich ihn gefragt.

"Wie kannst du ihnen das antun?"

"Wie kannst du mir das antun?"

Ich habe ihm das nie verziehen.

Bis heute nicht.

Aber wer wei� schon,

was das mit ihm gemacht h�tte, wenn er geblieben w�re.

Was f�r einen Vater ihr dann gehabt h�ttet.

Ich geh' mal kurz kotzen.

Also bitte. Am�sier mich.

Du kannst doch eh nirgendwo hin. - Vielleicht gehen wir beide ja dabei drauf.

Ich zieh' mir was an.

Fertig.

Sch�ne Bilder.

Besonders das von mir.

Wenn ich male, habe ich endlich mal Ruhe im Kopf, ist genau wie beim Joggen.

Machst du das mit jeder so, die neben dir einzieht?

Ja. Aber keine Angst, ich steh' nicht auf Todkranke.

Ein Taxi f�r die kleine Hustinette bitte. Aber pronto!

Hier. Gab leider keine Sahne.

Ich hab' ihnen gesagt, du nimmst, was du kriegen kannst.

Ist die Masche so was wie dein Geheimrezept? - Damit krieg' ich sie reihenweise.

Und deswegen machst du auch nichts anderes au�er Malen und Joggen?

Ist doch wie Urlaub.

Besonders f�r die anderen. Ich kann manchmal ganz sch�n anstrengend sein.

Das hab' ich ja noch gar nicht gemerkt! - Du h�rst auch nicht st�ndig Stimmen im Kopf.

Bist du wirklich hier, weil du einen Termin willst?

Ich hab' keinen bekommen.

Dann spring einfach vor 'nen Zug.

Vielleicht mach' ich das auch.

Das f�nd' ich ehrlich gesagt ziemlich schade und 'n paar andere bestimmt auch.

Was f�r andere? - Wei� nicht. Deine Eltern zum Beispiel?

Meine Mutter hat sich die Pulsadern aufgeschlitzt. Ich hab' sie gefunden. Da war ich zehn.

Das ist der Mississippi.

Und das ist der Nil.

Der Mississippi war zuerst da, und dann kam der Nil.

Und dann wurde der Mississippi noch 'n bisschen l�nger.

Dann hast du aber in Erdkunde damals nicht aufgepasst. Der Nil ist n�mlich 'n bisschen l�nger als der Mississippi.

Du bist ja 'n richtig kleiner Klugschei�er.

Und du 'n richtig amtlicher Psycho.

Mein Vater wohnt auf der anderen Seite vom See. Ist 'n Macker von der Botschaft.

Der glaubt immer noch an den n�chsten Zaubertrank, der kommt und alles gut macht.

Aber das ist doch sch�n. Zumindest glaubt er noch an dich.

Ja. Keine Ahnung, woher er das nimmt.

Lust auf 'ne kleine Bootsfahrt?

Ich hab' geh�rt, der Z�richsee ist um diese Jahreszeit einfach unwiderstehlich.

Ja, wir... fahren gleich los.

Okay. Ja, ist klar.

Ist nur meine Schwester. Ich brauch' den Rollstuhl.

Hier, du Nervkr�te.

M�tze.

Hey!

He!

Wie w�r's, wenn du einfach mitkommst? - Das geht leider nicht.

Das mit uns, das w�r' sowieso nichts geworden.

Mach's gut, du Gl�ckspilz.

Wei�t du, was ich jetzt f�r mein Leben gern machen w�rde?

Noch ein Mal Schnitzel essen.

Brauchst du deinen Schl�ssel? - Ja.

Den hat schon jemand abgeholt.

Ich hab's f�r dich geb�gelt.

Danke.

Wei�t du noch, wann wir das gekauft haben?

Na klar. Was glaubst du, warum ich's ausgesucht hab'?

Das war in Mailand. Wir waren da mit Constanze und ihren Eltern.

Und du, du wolltest unbedingt damit in den Dom.

Da haben sie dich nat�rlich nicht reingelassen.

"No, no, no, non c'� possibile, signorina, no, no."

Oder so �hnlich. - Ja, genau.

Dann hat der Vater von Constanze seine Hose ausgezogen

und stand da drau�en in Boxershorts,

nur, damit ich reinkonnte.

Der hatte vielleicht O-Beine!

Stimmt.

Und wei�t du, was ich mir dann gedacht hab'? "Ihr mit eurer Schei�pr�derie!

Ich lauf' jetzt hier im Dom rum,

und daf�r habt ihr drau�en vor eurer T�r 'nen halbnackten Mann stehen."

Was soll ich denn machen ohne dich?

Weiterleben.

Und?

Du siehst genauso schei�e aus wie vorher... nur h�bscher.

Wo fahren wir denn �berhaupt hin?

Keine Sorge. Ich hab' uns was organisiert.

Ich dachte, du musst so furchtbar dringend zur�ck.

Schei� drauf.

Ah. Heiner Bloch.

Hallo.

Und wer sind Sie?

Ich... - Das ist kompliziert.

Nein, nein. Ich bin Arzt.

Er hat Lea mal operiert.

Polypen. - Ja.

Mein letztes Schnitzel.

Deine letzte Bootsfahrt.

Nie wieder Treppen steigen.

Nie wieder Zimmer aufr�umen.

Nie wieder Stress mit der Krankenkasse. - Okay.

Nie wieder Liebeskummer.

Nie wieder Angst vorm Ersticken. - Okay, das reicht jetzt, ja?

Guten Appetit. - Guten Appetit.

Wollt ihr nicht was erz�hlen?

Ich will nicht an Langeweile sterben. - Du wirst noch vom Blitz erschlagen,

wenn du weiter den Mund so voll nimmst. - Auch gut.

Also...

Benji und Lea an Benjis 14. Geburtstag.

Nein!

Also der Benji wollte unbedingt Dreadlocks und Lea,

die ja sein Schatten war, musste nat�rlich mit zum Friseur.

Lea hatte damals diese feinen Haare.

Diese ganz feinen Haare, die so leicht verfilzen.

Stunden sp�ter kommen sie wieder nach Hause, beide mit exakt der gleichen Frisur.

Zwei h�bsche kleine Wischmopps.

Und dann gibt es zwei Erkenntnisse.

Erstens: die Dreadlocks, die ziepen an der Kopfhaut. Zweitens: die lassen sich nicht einfach ausk�mmen.

Lea hat geschrien wie am Spie�, zwei volle Tage.

Solange hat es n�mlich gebraucht, bis die Dreadlocks wieder drau�en waren.

Und Benji...

der hat mit seinem schlechten Gewissen gleich am n�chsten Tag alles abrasiert.

Und hatte dann 'ne Glatze.

Du kannst jetzt noch nicht nach Hause, das ist dir doch klar, oder?

Welche Etage?

Erste, bitte.

Bleibst du noch f�r die Nacht?

Recht viel Gl�ck, recht viel Gl�ck

w�nschen wir heut' zum Geburtstagsfest!

Recht viel Gl�ck, recht viel Gl�ck

w�nschen wir der Lea heut'!

Denn die Lea ist die Beste

und so bringen wir zum Feste

einen Strau�, einen Strau�

und jetzt ist das Liedchen aus!

Lea?

Lea?

Pass auf.

Wir sehen uns unten.

Du bist echt der gr��te Sturkopf, den ich kenn'.

Ich kann da jetzt nicht mit.

In meinem Zimmer liegt noch was f�r meine Mutter. K�nnen Sie ihr das nachher bitte sagen?

Mach' ich gerne.

Fertig.

Wenn du lieber hier bleibst, ich w�rd's verstehen.

Hallo Lea. - Hallo.

Freut mich, dass Sie alle da sind.

Hallo. - Guten Tag.

Ich gebe Ihnen jetzt das Medikament zur Beruhigung des Magens.

Okay.

Die Wirkung setzt nach circa 20 Minuten ein.

Sie k�nnen Ihre Meinung immer noch �ndern. Bis zuletzt.

Und dann ist da noch etwas.

Die Einnahme des Mittels nehmen wir f�r gew�hnlich auf Video auf. Nur zur Absicherung.

Wenn Sie wollen, k�nnen wir aber auch darauf verzichten. - Schon okay.

Wenn's danach nicht auf YouTube l�uft.

Gut.

Dann br�uchte ich jetzt bitte Ihren Ausweis. Wegen der Formalit�ten.

Das geht nicht. - Warum nicht?

Weil ich den zerschnitten hab'.

Dann haben wir jetzt ein Problem.

Wieso?

Ich brauche ein polizeiliches Dokument zum Nachweis Ihrer Identit�t.

Den k�nnen Sie ja wohl von mir bekommen.

Ich f�rchte, das wird der Staatsanwaltschaft leider nicht reichen.

Hier. Reicht das?

Du wei�t ja, dass ich nichts wegschmei�en kann.

Gut. Dann lass' ich Sie jetzt allein.

Macht mal bitte jemand das Fenster auf. Hier drinnen kriegt man ja keine Luft.

Lea, ich frage Sie jetzt ein letztes Mal.

Wollen Sie das wirklich tun? Ist das wirklich Ihr freier Wille?

Ist Ihnen bewusst, dass wir hier vom Ende Ihres Lebens reden?

Kann ich vorher noch mal kurz aufs Klo? - Nat�rlich.

Mama, es tut mir so leid, dass ich euch da mit reingezogen hab'.

Ich hab' ehrlich gedacht, so ist es f�r alle am leichtesten.

Das wei� ich doch.

Du versprichst mir doch, dass du nichts tust, was du nicht tun willst. Du kannst immer noch zur�ck.

Wir fahren einfach heim

und alles wird wieder gut.

Alles wieder tipptopp. Blo� 'ne kleine Panikattacke.

Muss es denn hier drinnen sein? Kann ich das Mittel nicht auch woanders nehmen?

Woran haben Sie denn gedacht?

Treib Mama nicht in den Wahnsinn, okay?

Bis gleich.

Danke, Mama.

Rita, machst du die Kamera an? - Ja.

Okay, dann komm' ich jetzt.

Lea, und jetzt... jetzt w�nsch dir was.

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