All language subtitles for The Next Level-Folge 1 (S01_E01).deu

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Original subtitles

[Dumpfe, knarzig metallische Geräusche]

[Allmählich kommt ein Beat dazu]

[Voice Over, Frauenstimme] Zofia kam nach Berlin, um zu tanzen

Man hatte ihr erzählt, dass es eine Stadt des Übergangs ist.

Eine Stadt der Möglichkeiten.

Neuanfang. Wahre Liebe und Glück.

[Verträumte Musik]

Berlin war die letzte Station einer Hochzeitsreise,

die Zofia um die ganze Welg führte.

Vor einer Woche kannte ich nicht einmal ihren Namen.

Ich habe nie mit Zofia gesprochen.

[Feuer knistert]

Ich bin ihrer Asche bis nach New York gefolgt, wo Zofia lebte.

[Tippen auf einer Tastatur]

Manchmal reist man um die halbe Welt und begegnet sich am Ende...

...nur selbst.

Dies wird die Geschichte von Zofia.

Und es wird, wie es aussieht, auch meine Geschichte.

Mein Name ist Rosa Bernhard.

Ich bin Reporterin.

[Klospülung]

[Im Hintergrund läuft russische Musik]

[Menschen reden leise]

[Man hört leise eine Frauenstimme aus dem Fernseher]

-...bei der Person, die heute Nachmittag bei einer Protestaktion

vor der chinesischen Botschaft verhaftet wurde,

Handelt es sich nach Angaben von Sicherheitsbehörden

um den ehemaligen Staatssekretär Dr. Friedrich Reuss.

Reuss, der 30 Jahre lang als Beamter im Außenministerium arbeitete.

war nach einem Artikel von einer Reporterin der Berliner Allgemeinen

vor knapp zwei Wochen aus dem Dienst geschieden.

wie es aus dem Amt hieß, auf eigenen Wunsch.

Momentan befindet sich der ehemalige Staatssekretär

in ärztlicher Behandlung.

-Ich habe ihm alle Zitate gezeigt.

-Was sagst du, Mädel?

[Dumpfe Technomusik]

[Leises Stimmengewirr]

[Türsteher] -Schön, dass du da bist.

Bitte kurz warten.

[Foto-Auslöser]

-Show me your bored face.

Nice.

[Türsteher] -Wartet ihr bitte kurz?

Heute nicht, bitte da lang.

Einfach weitergehen.

Du auch. Bitte. Nein, vergiss es. Einfach weitergehen.

Bist du alleine? Komm her, bitte warte kurz.

[Dumpfe Musik von drinnen wird lauter]

Könnt ihr kurz warten?

[Laute Technomusik aus dem Club]

-Let's go upstairs.

-Ok.

-I need a drink.

-What? -I need a drink.

-Okay.

-Yes! -Oh my god!

Unbelievable!

[Die Technomusik geht allmählich in sphärisch, bassige Klänge über]

[Würge- und Spuckgeräusche]

[Vibrationsalarm eines Handys]

[Männerstimme] Schlecht geträumt?

-Weiß auch nicht.

-Kam ich vor? -Hm?

Wahrscheinlich wieder irgendwas mit der Zeitung.

-Wann bist du denn gekommen?

-Halb eins.

Drei.

-So wirst du das nicht los, den Reuss.

-Bist du jetzt Trauma Spezialist oder was?

-Anders könnt' ich neben dir ja nicht überleben.

-Fuck! War was?

[Kaffemühle von nebenan]

[Von nebenan] Das wievielte Mal ist sie jetzt im Krankenhaus?

Sie will doch nur Aufmerksamkeit. -Das hilft mir jetzt auch nicht.

-Dann lasst das doch nicht so an dich ran.

Was Muschpusch?

-Deine Mutter will doch, dass wir uns streiten!

-Ja, woher weißt du das? Von deiner Mutter?

[Milchaufschäumer der Espressomaschine]

-Was immer du sagst.

-Ich bin mir sicher, sie will das genauso.

Danke.

-Denkst du an die Wohnungsbesichtigung später?

-Klar!

[Hintergründige Musik, entfernter Verkehr]

[Entfernt Sirenen]

[Seufzt] Ach Mama.

[Leise Stimmen und Geräusche aus den Krankenhausfluren]

[Der Mann schluchzt und weint leise]

[Der Kaffeeautomat brummt und piept]

[Mann im Hintergrund] -Mr. Feinstein?

[Mann auf der Wartebank] -Ja.

-I'm with the german police.

Can you answer a few questions?

-Yes.

-First I want to tell you that I'm very sorry for your loss.

-Thank you.

-I would like to talk to you about what happened at the club last night.

At the Reaktor?

You're a US-Citizen?

[Gepresst] -Jeah.

-The Dead woman too?

-The dead woman is my wife.

[Stotternd] -Oh... I apologize.

Ehm... my english is not so good.

I'm sorry... ehm...

...so ehm...

What are you doing in Berlin? You and your wife?

-Honeymoon.

-In Berlin...?

-Ja.

-We came for the club.

-Are you still in possession of some of the drugs you took?

-Frau Bernhard?

-I don't think I should be answering these questions.

[Polizist brummt]

-Nimmt ihre Mutter regelmäßig Schlaftabletten?

-Keine Ahnung, ich wohne seit 15 Jahren nicht mehr mit ihr zusammen.

-Seit 15 Jahren?

-Ich bin früh ausgezogen, wir hatten nicht das beste Verhältnis.

-Gibt es Anlässe, bei denen Sie sich sehen?

[Sarkastisches Prusten]

-Ja, welche?

-Das kommt drauf an.

Sie versteht die Welt nicht mehr oder ihre Nachbarin nicht mehr

oder ihren Kontostand nicht mehr oder die Männer nicht mehr.

Warten Sie mal, sie denkt auch manchmal,

dass in ihren Keller eingebrochen wurde oder in ihren Briefkasten.

Oder sie denkt, dass sie krank ist, sehr, sehr krank, todkrank.

oder dass ich meine Seele ans Kapital verkauft habe,

oder sie will über ihr Testament sprechen oder besser ihr Vermächtnis.

Oder sie will über meinen Vater sprechen

Oder über den Mann, den sie denkt, dass das mein Vater sein könnte.

-Psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung?

-Gerne, wann kann ich anfangen?

Nein, nicht, dass ich wüsste.

Wieso fragen sie nicht, wie es ihrer Mutter geht?

-Wie geht es meiner Mutter?

-Sie schläft.

-Wer hat sie eigentlich alarmiert?

-Sie hat selbst angerufen.

-Klar.

-Klar?

-Ja, sie hat 14 mal bei mir angerufen, ich bin nicht rangegangen,

dann hat sie eben sie angerufen.

Am Ende erreicht sie mich immer.

[Piepsen. Beatmungsmaschine]

Wir bringen Sie gleich auf die Station,

da können Sie sie morgen besuchen.

Ich soll Ihnen das hier geben.

Das hat sie bei ihrer Aufnahme hinterlassen, als sie hier ankam.

[Mann im Nebenzimmer] -At the moment, it is very likely,

that wife's death was related to the drugs she took.

-You don't die from a little ecstasy.

[Schluchzt]

[Entfernter Verkehrslärm, eine Sirene]

[Unruhige, schnelle Musik]

Scheiß' drauf.

Excuse me?

Are you okay?

Sorry, I don't want to disturb, but...

...do you need help?

I have a car, I...

...I could take you somewhere.

-Und wer ist die Frau?

-Keine Ahnung.

Ich dachte, eine Patientin.

[Rosa] -All yours.

Where do you want to go?

[Zaghafte Musik]

[Muntere Gespräche von draußen]

Do you have any friends here?

Do you need help?

With the police maybe?

-We don't know anyone here.

[Rosa] -Interesting choice. [Lacht kurz]

-Zof always wanted something authentic.

She was the one who wanted to go to the club.

-I'm sorry to ask you this, but...

...what happend to her?

-We have been in Berlin since like 2 days, and...

the club was meant to be our... big ending.

We were like, happy.

And then, I lost her on the dancefloor.

[Musik wird schneller, bedrohlicher]

[Where r u?]

[Zofia: Meet me at the wardrobe]

[Männerstimme] Josh?

-Jeah?

-Looking for your girlfriend, right?

-Yes.

-Follow me.

-How did you know?

[Josh Voiceover] -And then, when I found her, she was in a bad way.

-Zof.

Do we need like an ambulance?

[Frau] -No, they just sleep it off.

[Schweres, keuchendes Atmen]

-She died in the hospital.

-I'm so sorry.

-Thank you.

Thank you for the ride.

[Außer Atem] -Hey...

Can I give you my number?

Just in case you need anything.

Okay.

-Thanks.

[Technomusik dröhnt von drinnen]

[Männerstimme] Dennis, Irfan...

-Robert.

-Sonnendeck 3... -Hmm

-Bewusstloser Dealer... Ketamine vermutlich.

-Bekannter?

-Nicht von mir.

-War der gestern Abend schon hier?

Oder weißt du was?

-Das Nachtmanagement schläft schon.

-Erzähl doch keinen Scheiß, wer hatte denn Schicht?

-Irfan, lass gut sein, ja?

[Laute Technomusik]

[Technomusik jetzt dumpfer]

-Hab gehört, hier liegt jemand flach?

Na super.

-Ach, der scheiße. -Ja, der ist drauf.

-Eieieiei.

So, dann wollen wir mal schauen.

Komm mal her.

[Das liegende Mann stöhnt und atmet schwer]

Bingo.

-Einmal aufwachen! Oh, holla!

[Irfan lacht]

-Guten Morgen!

Nico Zillinski?

Ja?

Ich würde vorschlagen, du ziehst dir jetzt was an...

...und dann reden wir mal schön über deine Arbeit.

[Unverständlich]

-Schau mal, wir haben eine schöne Kette für dich. Komm mal her.

Du bekommst auch einen eigenen Käfig.

Okay? Komm mal mit.

[Unverständliches Gebrabbel]

-Hi. Hello.

Hello guys!

Hi, nice to meet you, Lingen. -Nice to meet you.

[Höfliche Begrüßungen]

-From italy... Papadopulus. -Hi.

-Pleasur. -Nice to meet you.

-Hey, hey, hey. -Nice!

-Good to see you! Come, join me! Please.

-Come on.

-May I introduce: Mark Lingen.

Speaker of the 'Berlin Senat of Economy'

-That's right. Please sit.

I hope, you haven't started yet.

Took me some time to get dressed, as you can see.

May I formally introduce you to Mr. Bodo Brenner.

He is the owner of the proporty Berlin Banksite.

Which is also home to the famous club 'Reaktor'.

[Alle] -Pleasure to meet you. -Nice to see you.

-Berlin has been rewriting the rules of business,

Technologie- and Culture for many years now.

I'm sure, that you're aware, that Berlin stands as a beacon

not only for the limitless potential,

but also visionary investors like you.

We, as Berlin, are delighted, to have you here,

and present to you the perfect place,

for the innovationcenter of the future.

It has everything you ever dreamed of...

...and even more.

Without further ado, we have a little presentation for you,

in the screening room,

you can also have a second glas, if you want.

-Thank you.

[Schnelle Musik und VoiceOver]

-For 40 years, the river Spree was part of the wall, that divided

Germany and the rest of the world.

Now, the Youth of the world

gather on the banks of the Spree, to celebrate,

but also, to work and research.

The worlds most famous clubs are located on this river,

but soon, also Berlin Banksite.

A large Innovationcenter for the top founders of the future.

They continue to tell the story of Berlin.

-Great Pitch.

I assume, the building will be climate neutral?

-Definitely! Of course!

[Lingen] -I mean, come on, it's visionary, it's facing the future,

it's modern, open, young, it's Berlin.

It's like you guys. -Yes.

[Lachen]

[Investorin] -I can see how it caught us here.

-Impressive.

Vor allem das Ende.

-Excuse me?

-Okay. If I count correctly, there are seven of us, here,

in this room, all europeans.

Except for you, Rasheedi.

But... on the roof

there are three shiny letters of an american company.

Like a billboard in California.

[Laut]

Y-R-E.

What's that?

-YRE. Yes, YRE.

YRE is an american company, as we all know.

And they also finance it, yes, to 80 percent at least.

-82. -82.

-Komm. Moment, wir können das ganz kurz machen.

Your letters will not be on a house on my property.

Tell that to you Boss, Rasheedi.

Okay? What's his name?

-Ho.

-Ho. Yes. Tell that Mr. Ho.

[Lacht]

-Please.

Tell that to 'Ho'. [Verstellt] 'Ho Ho'.

[Mark] -Herr Brenner, warten Sie... warten Sie mal kurz.

[Investor] -Is there a problem? -No, no problem.

-It's just one minute, one second.

[Mark] I'll be right back! -Mark!

-It's all good, all good.

-Don't worry! Everything good. You want another glas?

-No thank you. -No, we're fine.

-We fix it.

Three letters. Nothing, ha? [Nervöses Lachen]

[Mark] Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich Ihnen folgen kann.

-Natürlich nicht. Als Volkspartei-Vertreter.

Was halten Sie eigentlich von YRE?

-Ich fand, das klang schon ganz gut. Ist doch super.

-Ja es klingt auch gut,

wenn Kalifornier mit Leuten aus Manchester sprechen

oder Reykjavik, oder Belgrad... Vilnius.

Aber am Ende...

...kommts auf uns an.

-Auf uns?

-Ja. Auf Sie und mich.

Schauen Sie...

mir gehören die Immobilien.

Aber ich bin ein Mann im Hintergrund.

Wenn ich auftauche, werden die Berliner misstrauisch.

-Haben Sie sich mal gefragt, woran das liegen könnte?

-Ja natürlich.

Ich bin einer von ihnen, aber ich hatte Erfolg.

Das ist die schlimmste Kombination.

Ihre Partei lebt ja von diesen Vorurteilen.

Aber, Herr Lingen. -Ja.

-Wir müssen uns darum kümmern, dass unser Berlin nicht verramscht wird.

-Es ging um drei Buchstaben in einer fucking Präsentation.

-Am Anfang sind es immer die Buchstaben.

Schauen Sie...

AEG, SAP, IBM,

AFD

STD, KWO. - Was ist KWO?

Ja, KWO. Noch nie gehört? Kabelwerk Oberspree.

Es war ein Riesenbetrieb hier, bei uns, zu Ostzeiten.

-Ah.

-Wurde platt gemacht.

-Im Übrigen, wie das ganze Viertel.

Wo wir jetzt wieder neu anfangen wollen.

Gab 100.000 Arbeitslose den ganzen Fluss runter.

Das sollten Sie eigentlich wissen,

als Sprecher vom Berliner Wirtschaftssenat.

-Kann sein...

...aber ich muss vor allem um die Zukunft der Stadt kümmern.

Um junge Menschen, um junge Industrien, um Innovation.

-Und ums Gewinnen.

Ich wünsche Ihnen viel Glück.

und Erfolg mit der Zukunft.

-Danke.

-Und grüßen Sie Susi von mir!

-Sie kennen die Senatorin persönlich?

-Was heißt "kennen"? Wir kennen uns doch alle.

Wir Linken.

-Reus ist ein ausgebrannter Staatssekretär,

der die Nerven verloren hat und du weißt das.

[Telefon] -Sie hat ihn abgefüllt, Matt.

-Rosa ist eine der besten Reporterinnen, die wir haben.

Für die hättet ihr doch mehr ausgegeben als eine Flasche Whiskey.

Also hör mit diesem moralischen Kokolores auf.

Das war eine tolle Geschichte.

-Ja, sag ich doch. Wir wollen nur das Making-Of schreiben!

Wir machen deine kleine Rosa berühmt.

-Tz, lass die beiden einfach in Ruhe.

-Die beiden, Matt. Die beiden.

-Wie gesagt, ich kommentiere diese Scheiße nicht. Tschüss.

-Tschüss.

[Bürotelefon klingelt]

[Sprachnachricht] -Rosa, Kowalski, hier. Komm bitte rein.

Reus ist stabil, hat mir seine Ärztin gesagt,

aber Kai hat so einen Blut und von der Kette gelassen.

Die haben das journalistische Ethos entdeckt.

Ha. Ich lach mich Tod. Egal.

Also wenn dich ein Boulevard-Fritz anruft, sofort auflegen,

mit niemanden reden.

Auch nicht mit einem der Bedenkenträger

bei uns in der Redaktion, verstehst du?

Deine Reuss-Geschichte ist der Hammer.

Die Kollegen hier reden seit 24 Stunden über nichts anderes.

[Tablette sprudelt] "No pain, no gain, Rosa."

Nur was weh tun, wird gut. Bis gleich.

[Kowalski] -Wir haben uns da nichts vorzuwerfen.

Du hast dir da nichts vorzuwerfen.

-Ja, das weiß ich. -Kein aber!

Du hast ein Portrait über ihn geschrieben,

und er hat die falsche Schlüsse gezogen.

Heus ist alt, depressiv und hat offenbar ein Alkoholproblem.

-Ich hätte mich öfter mit ihm... -Hör doch auf mit dem Scheiß.

Du hast dir genug Zeit und Raum für ihn genommen.

Der hatte drei Seiten.

-Der ist in der Klinik,Matt.

-Ja, da gehört er offenbar auch hin.

Sowas passiert, wenn man den Beruf ernst nimmt.

[Handy klingelt] 'Tschuldige.

[Genervtes Stöhnen] Ich ruf zurück, ja.

[Tiefes Atmen] Rosa. Du fährst jetzt an die Ostsee oder sonst wohin.

Du machst jetzt ein paar Tage frei.

-Ich glaube, ich sollte weiter machen.

Karl-Marx-Allee kann Taschi übernehmen.

[Ungläubiges Prusten] -Taschi?

Die Story über die Karl-Marx-Allee ist fast fertig.

Ich muss nur noch mit Brenner sprechen, für den Gegenschuss.

Brenner? Bodo Brenner als Therapie?

Scheiße. [Kugelschreiber klappert]

[Unzufriedene Laute]

Ha! [Kugelschreiber klingt heil]

Du reparierst einen Wegwerf-Kuli.

-Du weißt doch... [Rosa] -...war nicht alles schlecht.

[Tür fällt ins Schloss]

-Hey Kostja, kurze Frage. Hast du was aus dem Reaktor gehört?

Gestern Nacht?

[Telefon, Kostja] -Nee. -Irgendwas?

-Weißt du, was im Reaktor passiert, bleibt im Reaktor.

-Gar nichts?

-Naja, what happens in Vegas stays in Vegas.

[Ausatmen]

-Weil wir schon dabei sind. Ich hab ein plus 1 für die Vernissage

in Brenners Turm, Karl-Marx-Allee.

-Brenner? -Willst du?

-Klar, bin ich dabei. Tschüss.

[Unverständliches Stimmengewirr]

-Ach. -Na.

-Na.

-Joa. Äh, Zigarettchen, Chefin?

-Ach ne, danke. Und? Überfälle, Waldbrände, Tote?

-Eine Kaserne brennt. In Brandenburg.

-Ja, das ist der alte Truppen-Übungsplatz in Jüterbog.

-Taschi, kannst du uns ganz kurz einen Moment alleine lassen bitte?

-Ich komme gleich nach, hm? [Laut]

Die kommt mal ganz gut raus.

[Lachen] -Hier, auf einem toten Schiff?

-Was willst denn du jetzt?

-Hast du Kontakt in die Techno-Szene?

[Jubeln im Hintergrund]

-Ich bin eher so der Blueser. Hm?

-Sind wir das nicht alle?

Ich meine, das ist eher so beruflich.

Polizei Reporter?

[Lachen] -Ne.

Tote Hose, Rosa.

Nichts.

-Gar nichts?

-Nein.

-Danke.

[Ziehende, sehnsüchtige Musik]

[Wimmern]

-So, this is your honeymoon?

-Jeah, it's like a world trip.

-Oh wow.

-Are you planning on going to Europe as well?

-Jeah. Um...

...Spain, Krakow, Paris, maybe Greece.

-Where are you from?

I'm from germany. I came to Marokko a couple of years ago.

European, I know I liked to.

[Lachen] -You're European as well?

-Oh, I'm Polis.

-Oh, no way.

-You're from Queens, Dude.

Thats as Polish as it gets.

[Lacht] -Do me a favor, polish girl.

Go and see Berlin! Ah, you'll like it.

The Vibe, the Energie there, oh my God, men.

You gotta see the Clubs there.

This, eh... Club 'The Reaktor'.

Ah, you won't find anything on your Trip.

-It's not really his thing.

Unfortunately, so.

You definitely know, what you're doing?

-I hope so. You sure, you don't want to join us?

-Jeah. Not for me.

-Come on, Josh...

[Musik klingt aus, Auto hupt]

[Treibende Musik]

[Rosa] -Danke, dass du mich gedacht hast, Kostja.

[Kostja] -Ich denk an nichts anderes, Rosa.

Seit wann interessierst du dich eigentlich für Kunst, hm?

Du bist ja nicht meinetwegen hier, oder?

-Nee, ich will mit Brenner sprechen, weißt du doch.

-Der kommt nicht. Und wenn will der nur über seine Bilder sprechen.

[Rhythmische Musik, Stimmengewirr]

-Bist du jetzt der Pressesprecher von Brenner oder was? Du Fun-Punk.

[Lacht] -Du glaubst doch nicht,

dass er dir seine Welteroberungspläne darlegt?

-Zwei Kaufhallen, 50 Wohnungen, der Techno Club und der Turm hier.

Die ganze Ost-Kunst.

Seit er wieder aus New York zurück ist, kauft er Berlin auf. Aber warum?

-Naja, ich glaube, Brenner ist echt das Beste,

was uns im Moment passieren kann.

-Brenner ist ein Investmentbroker mit sentimentalen Gefühlen

für stalinistische Architektur.

Der ist wie China!

[Kostja] -Na mit dem Intro kriegst du ihn bestimmt.

[Rosa lacht, seufzt] -Wird schon schief gehen.

Einen Versuch ist es wert.

-Viel Spaß mit Brenner, wir sehen uns später.

-Tschau.

[Entfernter Verkehr, leise Sirene]

-Sind Sie Kunstkritikerin?

-Oh nein.

-Schade. Ich bin nämlich der Gastgeber.

-Hm. Rosa Bernhard.

Von der Berliner Allgemeinen.

Aber das wissen Sie natürlich, Herr Brenner, nach meinen unzähligen,

erfolglosen Anfragen?

-Und was hat Ihnen mein Büro dann gesagt?

-Dass Sie keine Interviews geben.

-Das ist korrekt.

-Soweit ich weiß, lassen Sie Mieter*innen in ihren Immobilien

günstiger wohnen als die meisten Großinvestor*innen.

Wenn Sie sich so um die Allgemeinheit sorgen,

warum geben Sie dann kein Interviews?

-Weil ich nicht mit einer Reporterin in Verbindung gebracht werden will,

deren Arbeit negative Auswirkungen auf einen haben kann.

-So wie beim armen Staatssekretär Reus.

-Und trotzdem stehen wir hier.

-Ich würde da keine falschen Schlüsse ziehen, Frau Bernhard.

Es ist meine Galerie, ich bin beruflich hier.

Bei Ihnen bin ich mir da nicht so sicher.

Sie standen nicht auf der Gästeliste, soweit ich das weiß.

-Schöne Galerie. Tolle Lage. Interessante Geschichte.

-Hermann Hänselmann war ein schlauer Kopf.

Er hat die Straße für die Berliner Arbeiter gebaut.

So war die Idee.

-Ich sehe da drinnen aber keine Arbeiter.

Ich seh nur Menschen, die sich irgendwelche Bilder kaufen

und denken, sie gehören damit zu den Guten.

-Kennen Sie Konrad Knebel?

-Ist ein Maler aus dem Prenzlauer Berg schon sehr alt, über 90.

Er malt die Fassaden seines Bezirks,

er kann eigentlich gar nichts anderes.

Manchmal wünscht man sich, man könnte noch mal reisen,

zurückreisen in Zeiten, in denen...

Viel möglich war, verstehen Sie, Fehler besichtigen.

[Wind pfeift]

Chancen, die man verpasst hat.

-Sie wirken auf mich nicht wie jemand, der Chancen verpasst hat.

-Sind Sie einer von den Guten?

-Sie?

Ich kümmere mich mal wieder um die Kunst.

[Schnelle Technomusik]

[Technomusik weiter weg]

-Hier, hier rechts, hier rechts!

[Laute] -Uah, Sorry!

[Kostja] Hey, Rosa, was soll denn der Scheiß?

Was willst du denn überhaupt hiermit?

-Was?

-Hm? [Kussgeräusche]

-Nur den Widerstand, das hast du einfach vergessen.

-Man, du knutschst immer nur mit mir, wenn's dir richtig scheiße geht, ne?

-Mir geht's auch richtig scheiße.

[Entfernter Verkehr]

[Haustür wird geöffnet]

-Tut mir leid.

-Die Wohnung war sowieso viel zu groß.

Hätte zwei geräumige Bäder, Kinderzimmer.

Hatte alte Dielen, war auch noch hell.

Und die Miete war viel zu billig.

-Kinderzimmer?

-Keine Angst, ist schon weg.

Irgend' so ein Zahnarztsohn aus München hat sofort unterschrieben.

Wie geht's ihr?

-Sie ist tot.

-Was?

[Lacht] -Nicht meine Mama.

Die lebt natürlich noch.

[Kaut laut]

Aber interessant, wie viel Mitgefühl du für sie aufbringen kannst.

Sie hat mal wieder einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Weißt du, was drin stand?

-Such dir einen anständigen Mann?

-Fast.

Rakete ist nicht dein Vater.

-Rakete? -Blutigen Flugschalen?

So eine Punkband aus den 80'ern aus Köpenick.

Und der Sänger hieß Rakete und ist anscheinend nicht mein Vater.

-Hätte einiges erklärt.

[Rosa seufzt]

Und wer ist dann tot?

[Rosa seufzt] -Niemand.

So eine Frau aus dem Krankenhaus.

-Und über die willst du jetzt schreiben.

[Handy brummt] -'Tschuldigung.

[Schwere, drückende Musik setzt ein]

[Tiefes Atmen, Stuhl quietscht]

[Rosa] -Hello?

[Josh am Telefon] -It's my fault.

-Hello?

-I killed my wife.

[Schwere, langsame Musik]

-Where are you?

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