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Untertitel: Norddeutscher Rundfunk 2020
♪ Tatort-Titelmelodie ♪
Schönes Wetter, harte Zeiten, für linken Feminismus fighten!
Staat und Nazis Hand in Hand, unsere Antwort: Widerstand!
Schönes Wetter, harte Zeiten, für linken Feminismus fighten!
Staat und Nazis Hand in Hand, unsere Antwort: Widerstand!
Schönes Wetter, harte Zeiten, für linken Feminismus fighten!
Staat und Nazis Hand in Hand, unsere Antwort: Widerstand!
Schönes Wetter, harte Zeiten ...
(Mann) Frau Behrens ist eine Gefahr für unser Land.
Machen Sie sich klar, welche Macht diese Frau inne hat,
wenn sie zur Richterin ernannt wird am Bundesverfassungsgericht.
* Buhrufe und Applaus *
Machen Sie sich klar, dass mit Sophie Behrens die Neue Rechte
nach der Schutzinstanz, nach dem Fundament unserer Demokratie greift.
Dass eine Anti-Feministin
die folgenschwersten Urteile mit verhandelt.
Diese Frau und ihre Ideologie
will unsere Gesellschaft zurück in die 50er-Jahre führen.
Wer sich mit rechtsextremen Politikern gemeinmacht,
disqualifiziert sich für jedes Amt.
* Buhrufe und Applaus *
Buh!
(Frau) Ruhe bitte! Ich bitte um Ruhe!
Frau Behrens hat das Wort.
Frau Professor Behrens, bitte.
Herr Noll hat seine Meinung.
Und die respektiere ich.
Dafür, dass Herr Noll sagen kann, was er will, stehe ich ein.
Für Ihre Meinungsfreiheit, Herr Noll, stehe ich ein.
Aber Ihre Lügen verachte ich.
Ich habe mich nie mit Politikern, egal welcher Partei, gemeingemacht.
Aber ich verteidige auch deren Recht, sich zu äußern.
Dieses Prinzip wird außerhalb faschistischer Milieus verstanden.
In Wahrheit geht es Herrn Noll um etwas anderes.
Mit Faschismus kennen Sie sich besser aus.
Sehr lustig. - Herr Noll ist empört.
Weil ich es wage, den sogenannten modernen Feminismus zu kritisieren.
Dessen Irrfahrt er seit 30 Jahren vorantreibt.
Seinesgleichen behauptet, dass die moderne Frau alles zu sein hat:
Sie soll Karriere machen, zugleich aber Kinder wollen.
Nicht nur eins, auch nicht fünf. Nicht mit 20, auch nicht mit 40.
Denn 20 ist zu früh, aber 40 ist zu spät.
Nebenbei arbeitet sie, treibt Sport, ist die perfekte Liebhaberin.
Und wehe, eine Frau hinterfragt, was Frauen angeblich wollen sollen.
Und wehe, diese Frau ist dann auch noch mit einer Frau verheiratet.
Das passt nicht in Ihr Weltbild, also muss ich eine Gefahr sein.
Sophie!
Pass auf!
♪ Spannungsvolle Musik ♪
♪ Düstere Musik ♪
* Sie atmet schwer *
* Sie schreit *
♪ Jagende Musik ♪
* Schreien *
(wimmernd) Bitte tu das nicht.
* Schrille Schreie *
Morgen, mein Schätzlein. Morgen.
Na? Die Milch ist alle.
Oh, das tut mir leid.
Bringt Oma später mit, ja? Okay.
Können wir mal reden? Klar, worüber?
Nicht jetzt. Wenn du Zeit hast. Gut. Heute Abend.
Kurz nach acht bin ich da.
Nervt dich das stundenlange Hin- und Hergefahre nicht?
Och, nö.
Es sei denn, du hast dich in Göttingen verknallt
und willst die Schule wechseln?
Nö. Nö. Siehst du?
In wen bist du verknallt?
Ich? Wie kommst denn darauf?
Dein Parfüm, das trägst du nur, wenn du verknallt bist.
* Handy klingelt *
So 'n Quatsch.
Unfug.
Lindholm?
Ah. Im Stadtwald? Okay, ja, ich beeile mich.
Ich komm direkt dorthin.
Du musst mir nur die Koordinaten schicken, okay?
Was? Entschuldige. Was sagst du?
Also wenn kein Stau auf der A7 ist, dann bin ich um kurz vor neun da.
Okay. Ciao, ciao.
Du bist eindeutig verknallt. Also ...
Wir schauen uns den Fundort an. Wir geben den Kollegen Bescheid.
Bis gleich. Ist gut.
Hi, Charlotte. Morgen.
Morgen. Die Tote liegt da drin.
Wissen wir schon, wie sie heißt? Nee. Keine Papiere, kein Handy.
Wir haben wahrscheinlich ihr Fahrrad gefunden.
300 Meter entfernt. Wieso wahrscheinlich?
Morgen. Danke, hi.
Sie hat ihr Hosenbein hochgekrempelt,
wie man das beim Fahrradfahren macht.
Ah. Macht Nick die Leichenschau? Mhm.
Schöner Hochzeitstag wird das heute.
Ihr habt Hochzeitstag? Mhm.
Wir haben ihn beide verpennt. Gratuliere.
Ach, ich meine, das hat doch nichts zu bedeuten.
Nö, wieso?
Übrigens ...
Schönes Parfüm. Wie heißt das?
Weiß ich nicht, war ein Pröbchen.
Riecht gut. Steht dir. Hol dir das.
Mal sehen.
Hallo, Leute, hier ist Felix Rau von der Jungen Bewegung Göttingen.
Danke, dass ihr dabei seid.
Nach einem weiteren feigen Anschlag der Linksextremen,
diesmal auf die hochangesehene Sophie Behrens.
Unser Video davon haben viele von euch kommentiert.
Danke dafür von unserer Seite.
Jetzt wartet ihr auf das versprochene Morgeninterview
mit der Heldin des Abends, Marie Jäger.
Leider wird sich das noch ein wenig verzögern.
Die ist nirgends zu finden.
Was ist mit dem Handy? - Aus.
Scheiße.
(Nick) An allen sichtbaren Kleidungsstücken
befinden sich Erdanhaftungen, offenbar infolge eines Sturzes.
In Kopf- und Rumpfbereich ist der Boden auf einer Fläche
von circa 70 mal 70 Zentimeter verdunkelt, offenbar durch Blut.
Ich hol dann mal den Sarg.
Morgen, Charlotte. Morgen.
Können wir?
Ja. Ja.
Keine sichtbaren Abwehrverletzungen an Händen und Armen.
Keine sichtbaren Hinweise auf Entkleidungsversuche.
Tötung ohne Vergewaltigungsversuch? Ja.
Augenscheinlich.
Augenscheinlich, ja.
Der Kopf des Opfers ist nach rechts gedreht.
Am Hals eine Verletzung mit scharfkantigem Werkzeug,
vermutlich einem Messer.
Ansatz des Werkzeugs links, Schnittbewegung nach rechts.
Sonstige Wunden keine. Der Täter ist Rechtshänder?
Augenscheinlich.
Augenscheinlich. Fragt keiner, was die KTU zur Spurenlage sagt?
Nick. Was sagt die KTU zur Spurenlage?
Katastrophal.
Der Regen hat Fußspuren weggeschwemmt,
den Rest hat der Hund kontaminiert.
Welcher Hund?
Der Hund der Joggerin, die die Leiche gefunden hat.
Sind die Nägel frisch lackiert?
Die Ränder glänzen so, also der Ansatz.
Opfer hat lackierte Nägel.
Am Rand sind Erdanhaftungen und Absplitterungen.
Das war's von mir. Den Rest gibt es in der Obduktion.
Schönen Hochzeitstag.
Schönen Hochzeitstag.
Entschuldigung? Handy.
Pink. Nass. Aus. Vielleicht ihrs.
Ab in die Technik. Okay.
Kunkel hatte auch noch was.
Kunkel? - Ja.
Gestern Nacht war ein Pärchen da auf der Bank.
Um 23.32 Uhr rufen sie den Notruf, kriege ich mit in der Bereitschaft.
Sie hören einen Schrei, sind sich aber nicht sicher.
Eine Streife checkt die Lage, aber nada, fährt wieder.
Wer hat sechs Stunden später dank Personalmangel noch Bereitschaft
und weiß deshalb, wo genau gesucht werden muss?
Richtig, Kriminaloberdepp Kunkel. Da, bitte sehr.
Keine Anfahrspuren. DNA kriegt ihr, wenn es welche gibt.
Keine Hinweise auf Gepäck? Nein.
Ich gehe meinen Bericht schreiben.
Danke. Gute Arbeit.
Was ist hier passiert? Was siehst du?
Eine junge Frau fährt spät nachts auf diesem Forstweg.
Etwa 23.30 Uhr begegnet sie dem Täter.
Ob sie freiwillig absteigt oder gezwungen wird: unbekannt.
Geschlecht des Täters: unbekannt. Anzahl der Täter: unbekannt.
Klar ist nur, sie flieht.
300 Meter in diese Richtung durch den dunklen Wald.
Bis sie fällt oder stürzt und eingeholt wird.
♪ Anschwellende Musik ♪
Nicht umdrehen. Dahinten ist ein Typ auf dem Fahrrad.
Circa 50 Meter hinter dir. Kapuze im Gesicht.
Stehen geblieben am Flatterband.
* Er atmet schwer *
Der Täter zurück am Tatort?
Vielleicht.
Verdächtiger Mann am Flatterband. Schickt Leute.
Scheiße.
Hey! Stehen bleiben.
♪ Jagende Musik ♪
Hey!
* Handy klingelt *
Ciaballa? Was ist denn?
Alles klar, wir kommen vor. Anais.
Ja.
Die Tote heißt Marie Jäger.
Ihre drei WG-Mitbewohner wollten sie vermisst melden.
Sie hatte einen Stalker. Was für einen Stalker?
Sie hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet vor zwei Wochen.
Ich habe das schicken lassen.
"Ich wurde bei drei Gelegenheiten von einem mir unbekannten Mann
durch die Stadt verfolgt.
Ich fühlte mich bedroht. Die Person beschreibe ich wie folgt:
Körpergröße circa 1,80, lange, dunkle Haare, dunkle Kleidung."
Keine Angaben zur Nationalität.
Wie? Das war's?
Sie beschreibt die Mehrzahl aller männlichen Säugetiere.
Daran kann ich nichts ändern. Wo sind die Mitbewohner?
Präsidium. Danke.
Wir sind unterwegs. Kann das sein, dass das ein Scheißtag wird?
Kann sein.
♪ Lykke Li: "I Know Places" ♪
♪ I know places we can go babe
I know places we can go babe
The high won't fade here babe
No, the high won't hurt here babe
I know places we can go babe ♪
* Telefon klingelt *
(Frau) Ja. Hallo?
Sie hat es geschafft. Bundesverfassungsrichterin.
Ja, ab Freitag.
Großartig, oder?
Klar ist die Verantwortung riesig.
Aber wenn eine damit umgehen kann, dann sie.
Doch, sehr. Ich bin unfassbar stolz.
♪ Gefühlvolle Musik läuft leise weiter ♪
Wer war das Opfer?
(Kunkel) * Marie Jäger, 23 Jahre, geboren in Frankfurt.
Studentin der Rechtswissenschaft. Familiären Hintergrund klären wir. *
Was ist mit den Mitbewohnern?
Felix Raue, 26 Jahre, studiert auch Jura, 9. Semester.
Pauline Gebhardt, 23 Jahre, Kommunikationswissenschaft.
Und Sven Ulbrich, 22 Jahre, BWL.
Mehr verraten die nicht, die sind supermisstrauisch.
* Keine Ahnung warum. *
Bitte nicht. Was ist los?
Marie Jäger hat einen Videoblog.
(Marie) National feminin.
Von Marie Jäger.
Folge acht.
Europa.
Der Name und die Erzählung unseres einzigartig schönen Kontinents
sind nicht umsonst einer Frau gewidmet.
Die Verteidigung Europas ist besonders auch Frauensache.
Der alte Feminismus mit seinem Genderirrsinn
hat Mann und Frau auseinandergerissen.
Wir zwingen Frauen nicht, in Feindschaft zu Männern zu leben.
Wir drängen Frauen nicht,
Karriere zu machen und dafür kinderlos zu bleiben.
Wir sind stolz darauf, europäische Frauen zu sein.
Wir haben es satt, Angst zu haben.
Angst vor den Blicken, den dummen Anmachen.
Angst vor der Masse von Männern aus Frauen verachtenden Kulturen,
die unsere "Regierung" willkommen heißt.
Wir haben Angst, die Nächste zu sein, die ermordet wird.
Dagegen müssen wir kämpfen.
An der Seite unserer Männer, bevor es zu spät ist.
Das ist nicht wahr.
Ich habe dir gesagt, dass das ein Scheißtag wird.
Marie verließ gegen 22.30 Uhr ihre WG,
um in der Uni-Bibliothek zu lernen.
Herr Raue sieht sie zuletzt.
Frau Gebhardt, Herr Ulbrich hören, wie sie das Haus verlässt.
Ist das richtig?
Denken Sie, wir sagen Ihnen nur eine Silbe mehr,
wenn Sie die Frage wiederholen?
Was ist mit Marie passiert? Wo... - Sven.
♪ Schneidende Musik ♪
Wir können Ihnen aus verfahrenstechnischen Gründen
keine Informationen geben.
Wir bitten Sie um Ihre Mithilfe.
Gestatten Sie mir eine Frage unabhängig von Marie?
Laut Ihrer Jungen Bewegung ist die Übernahme der Ersatz
der deutschen Urbevölkerung durch Zuwanderer aus dem Orient, Afrika.
Im Geburtenwettstreit mit Invasoren geht die deutsche Kultur unter.
Charlotte. Dagegen wehren Sie sich.
Denn Sie lieben Ihre Heimat und ...
... kennen die Lösung, sie wollen Deutschland reinemachen.
Remigration nennen Sie das. Charlotte!
Alle, die Sie für Nichtdeutsche erklären,
sollen das Land verlassen.
Mit Rassismus hat das nichts zu tun, nein, Sie sind Patrioten.
Die sich in Göttingen besonders dem Kampf für deutsche Frauen widmen,
die ihren Männern beim Reinemachen den Rücken stärken sollen.
Denn das ist die Rolle der Frau.
Habe ich das so weit richtig verstanden?
Charlotte? Gleich.
Was soll das?
In unserem Land posaunen solche Typen, wer deutsch ist?
Bleibst du bitte professionell?
Das bringt gar nichts, du lieferst denen Futter.
Hey, ich mache das hier auch für dich, okay?
Habe dich nicht drum gebeten.
Jäger hatte keine Verwandten, Geschwister, Eltern verstorben.
Die verfahrenstechnischen Einschränkungen wären vom Tisch.
Wo ist sie aufgewachsen?
Laut Jugendamt bei einer Tante, die lebt seit 2015 nicht mehr.
Scheint, als sei die JB ihre Familie gewesen.
Schön, dass ihr dabei seid.
Willkommen zur neuen Ausgabe von meinem Blog "National feminin",
vor meiner neuen Heimat, dem Haus der Jungen Bewegung Göttingen.
* Jubel *
Das, was wir im Großen für unser Land wollen,
leben und repräsentieren wir im Kleinen.
Sven, Pauline. - Hi.
Zwei JB-Originale, die haben hier alles mit hochgezogen.
Bis später. - Bis später.
Wir wollen eine Alternative bieten zur hedonistischen Konsumwelt,
zum Feminismus - aber jetzt zu meinem Gast.
Der Chef der JB ist zu Gast, ein echtes Mannsbild.
Mein Mitbewohner Felix. - Hallo.
Darf ich Mannsbild sagen, oder ist das dann schon #metoo?
Achte auf deine Sprache, wir sind ein gendergerechter Kanal.
Keine Sorge, Marie.
Wir spielen ein Spiel. Es ist relativ selbsterklärend.
Und du fängst an, bitte. Aus dem roten Hut.
Okay.
"Ich engagiere mich als Frau in der Bewegung, weil ...?"
Weil ich Unterschiede zwischen Männern und Frauen wertschätze,
und will, dass meine Kinder in einem sicheren Europa aufwachsen.
Ah.
"Ich engagiere mich als Mann in der Bewegung, weil ...?"
Weil ich die Unterschiede zwischen Männern und Frauen wertschätze,
und will, dass meine Kinder in einem sicheren Europa aufwachsen.
"Mein größtes Vorbild ist ..."
Prof. Sophie Behrens, mutige Haltung zu Paragraf 218,
zum Genderirrsinn, zum patriotischen Feminismus.
"Wenn ich irgendwann mal ins Gefängnis muss, dann weil ..."
Weil ich für das einstehe, an was ich glaube, die Junge Bewegung.
"Ich höre auf, für eine bessere Welt zu kämpfen, wenn ..."
Na, wenn ich tot bin.
Wollen Sie was zu trinken?
Ich muss Ihnen mitteilen, dass Ihre Freundin
einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.
Marie Jäger ist tot.
Gefunden wurde sie im Stadtwald,
abseits der Route von ihrem Haus bis zur Bibliothek.
Haben Sie eine Ahnung, wohin sie unterwegs war?
Kann es sein, dass sie mit jemandem verabredet war?
Hatte Marie einen Freund? Einen Stalker.
Das ist uns bekannt. Was fragen Sie dann noch?
Wir haben Ihr Video gesehen.
Das Farbbeutel-Attentat gestern im Audimax, verhindert von Marie.
Sie sagen, dass der Attentäter der Antifa angehört
und Ihnen bekannt ist, den Namen bräuchte ich.
Schön, dass Sie auch ein linksextremistisches Verbrechen
in Betracht ziehen.
Wir ziehen alles in Betracht.
Die linke Zecke war es sicher nicht.
Ein Migrant verfolgt Marie und Sie tun so,
als ob es jemand anders wäre.
In der Anzeige von Marie gibt es keinen Hinweis darauf,
dass ihr Stalker ein Migrant war.
Sie beschreibt ihn als dunkelhaarig ...
Sie meinen dunkelhäutig.
Nein, ich meine dunkelhaarig, dunkle Kleidung, das ist alles.
Das war nicht anders zu erwarten.
Herr Raue, bevor Sie gehen, noch eines:
Zur Klärung des Tatablaufes und zur Sicherung von Hinweisen
durchsuchen unsere Leute das Haus der Jungen Bewegung.
Das gehört zum Standardverfahren.
Einmal verteilen.
Wo hat sich jeder von Ihnen gestern zwischen 21 und 0 Uhr aufgehalten?
Unfassbar, was Sie abziehen.
Sie sagen, dass Maries Anzeige unvollständig protokolliert wurde.
Sie verweigern die Mitarbeit. Was erwarten Sie?
Wir haben erwartet, dass Sie Maries Leben schützen.
Wir haben vom Staat erwartet, dass sie die Bestien,
die Marie ermordet haben, nicht ins Land lassen.
Wenn Ihnen etwas an der Klärung des Mordes Ihrer Freundin liegt,
beantworten Sie mir jetzt die Frage:
Wo hat sich jeder von Ihnen gestern zwischen 21 und 0 Uhr aufgehalten?
Ich war im Harveys, Wiener Straße. Kira hat uns bedient.
Ich war beim Zähneputzen, als Marie raus ist.
Dann bin ich zu ihr ins Bett. - Da sind wir die Nacht geblieben.
Es war richtig schön.
Gut. Ich melde mich bei Ihnen.
Sie sind eine verachtungswerte Frau.
♪ Düstere Klänge ♪
Die haben sämtliche Räume klinisch gesäubert.
Ja. "Eine Hausdurchsuchung kann unsere Bewegung jederzeit treffen.
Es gilt für dich zu wissen, was zu tun ist, hier ist ein Leitfaden."
Handbuch der Jungen Bewegung. Super.
Dann packen wir zusammen? Moment.
Was ist mit den Kameras am Eingang? Alles Attrappen.
Okay, wir gehen. Mhm.
Wir gehen!
(Mann) Wir waren schon kritisch,
als alle am Bahnhof Flüchtlinge bejubelt haben.
Jetzt nennt man uns rechts,
weil wir den Vielfaltsblödsinn nicht mitmachen.
Ich möchte noch mal mein Glas erheben.
So.
Auf meine älteste, mir liebste und treueste Freundin,
auf meine Frau.
Auf die Bundesverfassungsrichterin.
Ich bin so stolz auf dich.
Du wirst den Niedergang der Demokratie kaum aufhalten.
Da muss ich Einspruch erheben. - Eva hat trotzdem recht.
Ich glaube nicht mehr an dieses System.
Aber an dich glaube ich, absolut.
Auf dich, Sophie. - Auf dich.
Sophie, auf dich.
Albert, weißt du noch, unsere Affäre?
Als Martha mit eurem ersten Kind schwanger war? '94.
Damals wollten wir uns umbringen und jetzt sitzen wir hier
und lästern über die anderen - wie schön, auf uns.
Tut mir leid, dass dir dieses Attentat gestern so zusetzt.
* Telefon klingelt *
Ich gehe ran.
(Eva) Ja?
Entschuldigt bitte. Es war unmöglich.
Ist nicht so schlimm. Du hast so viel erreicht.
So unendlich viel.
Sophie, deine Assistentin Marie Jäger ist tot.
Sie wurde ermordet.
♪ Düstere Klänge ♪
♪ Schneidende Musik ♪
* Telefone klingeln *
Sicher: Dunkelhaarig, nicht dunkelhäutig?
Ja, die Kollegin hat geschworen,
dass Jäger keine Angaben zur Herkunft des Stalkers gemacht hat.
Was haben Sie erreicht? Wir brauchen 20 Leute.
Ihr kriegt sieben. Plus Kunkel und Ciaballa.
Was? Nur?
Ich habe getan, was ich konnte.
Kunkel noch eine Schicht zumuten? Er sagt, das ist okay.
Ist denen klar, was im Netz los sein wird?
Junge, deutsche Frau wurde ermordet.
Bevor wir eine Erkenntnis zum Tatablauf haben,
lassen andere ihren Hass von der Leine.
Da. Schon wieder ein Migrant.
Wenn es ein Biodeutscher war, herrscht Schweigen.
Wenn der Täter ein Mann ist, wird niemand darüber reden,
was das mit der patriarchalen Gesellschaftsstruktur zu tun hat.
Wann musst du vor die Presse? 18 Uhr. Im Altbau.
Anweisung vom Generalstaatsanwalt: Transparenzoffensive.
Soll Falschinformationen vorbeugen.
Wer oder was Marie hier, weit abseits ihrer Route hingeführt hat,
entzieht sich unserer Kenntnis.
Wir müssen vorerst drei verschiedene Tattheorien verfolgen.
Erstens: Obwohl es keinen Hinweis auf eine Vergewaltigung gab,
Jäger ist Opfer eines Femizids geworden.
In diesem Bereich zählen wir auch ihren Stalker.
Wie fahnden nach einem Mann,
der so einen Kapuzenpulli mit Aufdruck trägt.
Alter zwischen 20 und 40, schlank. Nationalität unbekannt.
Stamm, Eloglu, ihr überprüft mit Kunkel die Alibis:
Bekannte Personen im Umkreis von 50 Kilometern,
die durch Gewaltdelikte an Frauen aufgefallen sind.
Ihr wisst, wie viele das sind?
Ja, alle 24 Stunden versucht ein Mann, eine Frau umzubringen.
An jedem dritten Tag gelingt es einem.
2018 waren es 147 Frauen.
Die Fallzahlen kennt ihr besser als ich.
Die Zahl der Personen wird steigen,
wenn wir Flüchtlinge ins Raster einschließen.
Meines Wissens nach schließen wir keine Gruppen aus dem Raster aus.
Zweite These: Jäger ist Opfer eines politischen Verbrechens geworden,
da sie die Identifikationsfigur der nationalfeministischen Frauen ist.
Oder weil sie das Farbbeutelattentat
auf Sophie Behrens verhindert hat.
Vieböck, Nguyen, ihr konzentriert eure Suche auf diesen jungen Mann.
Versucht, die Antifa zum Reden zu bringen.
Checkt den Verdacht und bringt ihn rein.
These drei: Der oder die Mörderin stammt aus dem persönlichen Umfeld.
Hierzu zählen wir ihre Freunde aus der Jungen Bewegung.
Felix Raue, Sven Ulbrich, Pauline Gebhardt sind abgetaucht.
Sie wollten wohl das Haus von Spuren reinigen.
Wir laden sie noch mal vor.
Ciaballa? Du koordinierst die Fahndung.
Berichte direkt an uns, ja?
Charlotte und ich kümmern uns um alle Personen abseits der JB,
mit denen Marie Jäger gestern Kontakt hatte.
Okay, ich bitte euch um absolutes Fingerspitzengefühl.
Dieser Fall ist extrem heikel. Okay?
* Zustimmung * Danke, los geht's.
Danke.
Hey. Hi.
Ganz schön lang da drin, seid ihr fertig?
Ja, ist ein ... komplizierter Fall. Hm.
Gibt es was Neues? Nein.
Du hast da eine Wimper.
Kannst dir was wünschen. Nick?
Was machst du hier? Gibt es was Neues?
Nein.
I just love you.
Schönen Hochzeitstag. Mhm.
Danke.
Fuck!
♪ Sanfte Musik ♪
* Klopfen * (Kunkel) Charlotte?
Die Gute oder schlechte Nachricht zuerst?
Die schlechte. Wir haben Zugang zu Maries Handy.
Was ist daran schlecht?
Marie hat für Mails, Chats und Anrufe Hackchat genutzt.
Verdammte Scheiße!
Mafia, IS-Terroristen, Linksextremisten und JB
klatschen sich immer wieder in die Hände.
Weil wir diesen Messenger nicht geknackt kriegen.
Ich dachte, wir kriegen raus, warum sie durch den Wald gefahren ist.
Indem du mit ihrem Fingerabdruck die Hackchat-App öffnest?
Korrekt, aber ihre Touch-ID ist deaktiviert.
Wir bräuchten ihr Passwort? Ja.
Acht Stellen, Zeichen und Ziffern.
Entspricht 722 Billionen Kombinationen.
Dann noch die gute Nachricht.
Wir haben die frei verfügbaren Datensätze ausdrucken lassen.
Hier ist eine Liste der wenigen normalen Anrufe auf ihrem Handy.
In den Stunden vor ihrem Tod war richtig was los.
Sechs Anrufe zwischen 21.15 und 22.07 Uhr von demselben Anschluss.
Von wem ist diese Nummer?
Ach. Ja, seltsam, oder?
♪ Spannungsvolle Musik ♪
* Poltern *
Pst.
Guten Morgen. - (alle) Guten Morgen.
So.
Virginia Woolf: "Mrs Dalloway".
Judith Butler: "Das Unbehagen der Geschlechter".
Und Betty Friedan: "Der Weiblichkeitswahn".
Simone de Beauvoir: "Das andere Geschlecht".
Habe ich gerade etwas Böses getan?
Weil ich die klassische,
feministische Weltliteratur beleidigt habe?
Habe ich die Autorinnen hinter diesen Büchern verletzt,
geschmäht, genötigt?
Oder habe ich mit fünf Büchern meines Eigentums getan,
was mir gefällt und was niemanden sonst etwas angeht?
Mit der Vorlesung stelle ich eine Bedingung an Sie:
Diese Bedingung hat nichts damit zu tun, ob Sie Jura studieren
oder vielleicht doch etwas Anständiges lernen.
Ob Sie eine Frau sind oder ein Mann.
Oder woher Sie kommen.
Entscheidend ist, dass Sie eigene Gedanken entwickeln.
Dass Sie den Mut haben, die Gesetze und die Rechtsprechung
dieses Landes radikal zu hinterfragen.
Und jetzt frage ich Sie:
Das Gesetz erklärt den Schwangerschaftsabbruch
grundsätzlich für rechtswidrig.
Lässt ihn aber dennoch in den ersten zwölf Wochen straffrei.
Ist das eine Perversion des Rechtsbegriffes?
Und ein Verstoß gegen Artikel eins des Grundgesetzes?
Ich sage ja. * Stimmengewirr *
Ist der Vorstoß zur Schaffung einer gesetzlichen Quotenregelung
in Hinblick auf das Gleichheitsrecht problematisch?
Für welches Geschlecht auch immer.
Ich sage ja. * Stimmengewirr *
Ja, Sie sind herzlich eingeladen, mir zu widersprechen,
sofern Sie den Mut und tadellose Argumente haben.
♪ Sanfte Klavierklänge ♪
Schönen Tag noch.
Wenn was passiert ist gestern Nacht, muss ich das jetzt wissen.
Rede endlich. Wie soll ich dich sonst beschützen?
Gar nicht.
Es ist besser, du gehst.
Wie bitte?
Du hast mich schon verstanden. * Türklingel *
Lindholm, Kripo Göttingen. Ich würde gerne Frau Behre...
Frau Behrens ist nicht zu sprechen, Gründe muss ich nicht nennen,
weder als Ehepartnerin noch als Anwältin.
Braucht sie eine Anwältin? Nein.
Kommen Sie rein.
Die Trauer um Ihre Hilfskraft haben Sie überwunden.
Wie kommen Sie darauf? Sie machen Schnitzel?
Ja, für uns. Ist besser als das, was Sie gerade versuchen.
Und was wäre das?
Sie versuchen herauszufinden, ob ich Marie getötet habe.
Und? Haben Sie?
Immer noch die unterkühlte Faktenbesessene, Kontrollierte.
Sie haben sich gar nicht verändert.
Aber ich weiß nicht mehr, wo wir uns begegnet sind.
Uni Hannover. 2006.
Ah, stimmt. Sie waren schwanger.
Ihr Bauch war dick, aber Ihr Ego war noch viel dicker.
Also nein, finde ich komisch, wenn ich daran denke,
wie Sie mich angemacht haben.
Mit Ihrem dicken Ego hatte ich kein Problem,
aber mit Ihren Thesen.
Meine Liebe, wenn da kein Widerspruch in Ihnen gehaust hätte,
vermutlich bis heute.
Dann wären Sie nicht wegen eines Satzes in der Diskussion
so explosiv aus Ihrer Umstandshose gesprungen.
Sie waren die erste Frau an der Spitze des Oberlandesgerichts,
eine Ikone der Frauenbewegung.
Plötzlich sprechen Sie davon, dass Frauen glücklicher wären,
wenn sie Karriere und Kind nicht verbinden.
Was ist das für eine chauvinistische Haltung,
die Frauen die Freiheit nehmen will, sich fürs Muttersein zu entscheiden?
Schwadronieren Sie deshalb
vom Stalinismus feministischer Gendertheorie?
Dass Quotenfrauen versuchen, Männer zu kastrieren?
Lassen sich von rechts beklatschen? Sie zitieren nicht korrekt.
Ja, und Sie versuchen abzulenken.
Wann haben Sie Marie zuletzt gesehen?
Und Sie rennen davon, und zwar vor der Frage,
ob Sie sich in Ihrem Lebensentwurf nicht doch geirrt haben.
Hat das Kind seinen Vater noch?
Amuse-Gueule. Warum sind Sie so unverschämt?
Das fragt die Frau, die mir einen Mord unterstellt.
Wussten Sie, dass vaterlose Kinder
besonders anfällig für Entwicklungsstörungen sind?
Welche Art von Beziehung verband Sie mit Marie Jäger?
Sie war meine studentische Hilfskraft.
Die Sie intensiv gefördert haben.
Mit Empfehlungsschreiben für ein Stipendium an der Uni Heidelberg.
Nur eine halbe Stunde von Karlsruhe entfernt.
Wasser? Danke, nein.
Stellen Sie in Abrede, dass Frauen Frauen unterstützen sollten?
Ich stelle in Abrede, dass Ihr Verhältnis rein professionell war.
Damit liegen Sie falsch.
Okay.
Wann haben Sie Marie Jäger zuletzt gesehen?
Gestern Abend im Audimax.
Dann habe ich sie noch mal angerufen, gegen 22 Uhr.
Wozu?
Ich wollte mich bedanken. Für meine Rettung.
Sie haben Marie fünfmal angerufen.
In der Zeit zwischen 21.15 Uhr und 21.55 Uhr.
Beim sechsten Mal nahm sie ab.
Um 22.07 Uhr, für die Dauer von drei Minuten.
Und eine Stunde später war sie tot.
Wie viele Ihrer Beziehungen
sind an Ihrem Fehler gescheitert, beides zu wollen?
Ein Kind zu haben und Momente wie diesen?
Um 22.10 Uhr legen Sie auf.
20 Minuten später verlässt Marie das Haus.
Um 22.42 Uhr schalten Sie Ihr Handy aus, aber nicht etwa hier.
In einer Funkzelle
weniger als einen Kilometer vom Tatort entfernt.
Jetzt frage ich Sie tatsächlich:
Haben Sie Marie Jäger umgebracht?
Hallo, Sophie.
Albert.
Herr Generalstaatsanwalt. Ähm ...
Sophie, schaust du mal nach Eva, ihr geht es nicht gut.
Sie entschuldigen mich.
Ich will nur die Jacke meiner Frau holen,
hat sie heute beim Frühstück liegen lassen.
Sie sind alte Freunde? Seit über 30 Jahren.
Und ... vertrauen einander?
Bedingungslos.
In diesem Fall lohnt es sich, jedes Verdachtsmoment zu überprüfen,
bevor er aktenkundig wird oder an die Öffentlichkeit gelangt.
Ich schenke allen Verdachtsmomenten Aufmerksamkeit.
Gut. Sehr gut, Frau Lindholm.
Dann zeigen Sie die Zeugenvorladung für Sophie Behrens.
Die haben Sie doch? Nicht wahr?
♪ Sanfte Musik ♪
* Schweres Atmen *
♪ Düstere Musik ♪
* Telefonklingeln *
Guten Tag, Professor Doktor Noll. Schmitz, Kripo Göttingen.
Ich habe nach dieser Scheiße gestern kein Auge zugetan.
Kreislauf im Keller. Kaffee mit viel Zitrone.
Das ist das Einzige, was mir hilft. Zitrone entsäuert.
Professor Noll? Wo waren Sie nach dem Attentat?
Zu Hause. Was sollte ich denn noch hier in der Uni?
Herrgott, wo ist denn der Kaffee?
Meinen Sie diesen hier? Ah.
Danke im Namen meines niedrigen Blutdrucks.
Bitte. Den Farbbeutelattentäter haben Sie nicht zufällig erkannt?
Ich bevorzuge eigentlich Kaffee aus Afrika.
Sie auch, nehme ich an. Nö.
Oh, Entschuldigung. Das war jetzt ...
Na ja ... Das ist auch so 'ne Sache.
Früher dachte ich, so was passiert mir nicht.
Früher dachte ich, wir sind die Besseren.
Heute stelle ich fest,
dass mir Vieles an meiner Generation peinlich ist.
Herr Noll, noch mal, haben Sie den Mann erkannt,
der Frau Behrens mit einem Farbbeutel treffen wollte?
Ja. Also nein.
Diese ... diese Person wollte ja gar nicht die Behrens treffen.
Sondern mich. Sie? Wie kommen Sie darauf?
Ist nicht das erste Mal. Diese Person ist?
Eine mit einer niedrigen Reizschwelle,
was meine Person betrifft.
In seinen Augen
vererbt meine Generation einen verpesteten Planeten.
Wir als post-68er hätten gesellschaftspolitisch so versagt,
dass die Nazis eine zweite Chance haben.
Kurzform: Ich bin das größte Arschloch aller Zeiten,
schlimmer als Hitler, findet auch seine Mutter.
Äh ... der Attentäter ist Ihr Sohn?
So darf ich ihn nicht mehr nennen, sagt er.
Ja, dann bräuchte ich jetzt bitte Namen und Anschrift Ihres Sohnes.
Müssen Sie ihn festnehmen?
Er ist im Grunde nur sensibel. Herr Noll.
Jonas Merck. Heisenbergweg 3.
Achter Stock.
Anais? Merck ist mehrfach vorbestraft.
G20, 1. Mai in Berlin, hohe Gewaltbereitschaft.
Sicher, dass ich nicht mitkommen soll?
Sicher. Warte im Wagen und ruh dich aus.
Ich funk dich an, wenn's was gibt.
Jonas Merck? Schmitz, Kripo Göttingen.
Kunkel, Merck flieht nach unten. Er flieht nach unten!
♪ Jagende Bass-Musik ♪
Jonas!
Bleib stehen!
Pass auf!
* Reifenquietschen, dumpfer Knall *
* Heftiges Atmen *
♪ Sanfte Musik ♪
Jonas?
* Er stöhnt leise * Jonas?
* Martinshorn *
♪ Düstere Musik ♪
* Schreien *
* Schluchzen *
Das schafft die Druckerei nicht so schnell.
Kurt hat alles liegen lassen. Er ist fast fertig.
Nimm dir ein paar Tage.
Ja.
♪ Ruhige Streichmusik ♪
Herr Professor Doktor Noll?
Was hast du dummes Bullenschwein mit meinem Jungen gemacht?
Frau Schmitz?
Ich will zu ihm, ich bin Jonas' Vater.
Wo ist er? Ich will zu meinem Jungen.
Ihr Sohn liegt im Koma. Er ist schwer verletzt.
Wird er ... Wird er sterben?
Wir müssen abwarten. Wir tun, was wir können.
* Handy klingelt * Entschuldigen Sie bitte.
Hey, hey, hey, hey, hey, hey! Nein!
Beruhigen Sie sich. Lass mich los.
Ah, au!
Ah!
Kopf in den Nacken. Das hört sonst nie auf.
Oh, es tut mir leid.
Ich hätte früher da sein sollen.
* Seufzen *
Zeig mal. Ich glaube, ist nicht so schlimm.
Deine Hand zittert.
Komm.
Ist ein echter Scheißtag.
Ein Scheißtag.
♪ Ruhige Klaviermusik ♪
Dein Name war Marie.
Dein Name war Marie.
Dein Name war Marie. Du warst eine von uns.
Du warst eine von uns. - Eine von uns.
(Pauline) Jetzt bist du tot. Ermordet.
(Sven) In unserer Stadt Göttingen.
Gestern Nacht ging es dir wie vielen deutschen Frauen.
Du wurdest angegrinst, angegafft, angemacht,
gestalkt von einem Mann, von dem du sagtest, er kam aus dem Nahen Osten.
Du hast Anzeige erstattet, aber es ist nichts passiert.
Heute Abend wird dieser Staat sagen: "Wir konnten nichts tun."
Um 18 Uhr auf der PK der Kripo Göttingen wird es wieder heißen:
"Wir haben nichts gewusst."
Marie, du warst unsere Schwester. Du warst eine Tochter Europas.
Wir sorgen dafür, dass Marie unvergessen bleibt.
Noch heute Abend.
* Stimmengewirr *
Hat sich Marie Jäger an die Polizei gewandt, weil sie verfolgt wurde?
Ja, aber zur Wahrheit gehört auch, dass die Personenbeschreibung
keine Hinweise auf die Ethnie ihres Stalkers umfasst.
Sie schließen nicht aus, dass ein Migrant sie ermordet hat?
Wir können nicht ausschließen,
dass Stalker und Mörder zwei Personen sind.
Was sagen Sie zu den Anschuldigungen,
nach denen Marie Jäger die Ethnie des Stalkers benannt hat?
Es soll ein Mann aus dem Nahen Osten sein?
* Stimmengewirr *
Ey, geil.
♪ Spannungsvolle Musik ♪ * Stimmengewirr *
Schneller, schneller.
Für Marie!
Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Für Marie! Für Marie!
Ich kümmere mich um die Bullen.
Wie sind die da unentdeckt rauf? Nicht wie, sondern wo?
♪ Treibende Musik ♪
Hey! Kommen Sie runter da, sofort!
Sie sind das. Ich habe Sie schon erwartet
Na, komm!
Ich hole Verstärkung.
Arme hoch, gegen den Wagen.
An Ihrer Stelle würde ich die Trauerkundgebung nicht unterbrechen.
Wie wäre es mit Handschellen?
Damit die Presse Märtyrerfotos von Ihnen schießt?
Ah! Nicht!
So, komm her.
So, runter. Komm, komm. Runter. Her mit dir.
So, Arme nach hinten. Felix!
Komm. Ciaballa, Notarzt, schnell!
Ich brauche einen Notarzt zum Präsidium, sofort.
Hey, hey, hey!
Keine Fotos! Keine Fotos.
Keine Fotos, geht ab. Keine Fotos.
Wie soll ich Sie nennen?
Sie hatten keine Papiere dabei, kein Handy.
Ihre Fingerabdrücke sind nicht in der Datenbank und Sie schweigen.
Warum der Anschlag auf Felix Raue?
Weil er ein Rechtsextremist ist?
Haben Sie deshalb auch Marie Jäger umgebracht?
Marie Jäger hat Anzeige erstattet gegen einen Stalker.
Die Beschreibung passt exakt auf Sie.
Ihr Stich hat keine inneren Organe verletzt.
In wenigen Stunden ist Felix Raue wieder auf den Füßen.
Was das heißt, brauche ich Ihnen nicht zu sagen.
Sie haben Felix Raue zum Märtyrer gemacht, Glückwunsch.
Marie wird abgestochen. Dann passiert Felix das Gleiche.
Aber wir sind gefährlich, ja?
Denk darüber nach, sonst sage ich nichts mehr.
Beruhigen Sie sich. Ich möchte ...
Ich bin ganz ruhig, halt du die Fresse.
Ich muss an einen Satz denken.
Halt einfach deine blöde Fresse.
Der Satz lautet:
Kannst du deine Identität nur durch Feindbilder aufrechterhalten,
ist deine Identität eine Krankheit.
Du hast hier nichts zu suchen. Hau ab.
Herr Ulbrich, sind Sie bereit, mir eine Frage zu beantworten?
Oder möchten Sie gleich in eine Zelle?
Afrika braucht dich.
Hau ab.
Abführen.
♪ Ruhige Streichmusik ♪
♪ Spannungsvoller Klangteppich ♪
* Türöffnen *
Ich habe keine guten Nachrichten.
Pauline Gebhardt ist vernehmungsunfähig.
Für wie lange?
Was ist mit Sven Ulbrich und Konsorten?
Werden wegen Sachbeschädigung angezeigt
und auf freien Fuß gesetzt. Nicht dein Ernst.
Der Generalstaatsanwalt bittet, seine Entscheidung
als Teil einer Deeskalationsstrategie zu werten.
Ziel sei, die Lage vor der Demo zu entspannen.
Welche Demo?
Ein Trauermarsch für Marie Jäger, morgen Vormittag um elf.
Der Zug führt quer durch die Göttinger Innenstadt
und landet hier am Präsidium.
Anmelder ist ein Frauenbündnis Göttingen.
Bevor ihr fragt: Es existiert seit zwei Stunden.
Ich wollte wirklich, das wäre schon alles.
Der Generalstaatsanwalt entzieht uns den Fall?
Mit welcher Begründung?
Unsere Außendarstellung sei problematisch,
außerdem seien wir personell überfordert.
Weshalb das LKA den Fall übernimmt mit sofortiger Wirkung.
Alle laufenden Vernehmungen sind zu beenden.
Der Namenlose wird morgen früh dem Haftrichter vorgeführt.
In Hannover natürlich.
Sollten wir gegen die Dienstanweisung verstoßen,
oder ich mich Behrens nähern, droht nicht nur mir Strafverfolgung.
Ich wollte wirklich, das wäre schon alles.
Jonas Merck ist gestorben.
♪ Düstere Streichmusik ♪
Bist du okay?
Anais? Hey!
Ach.
David?
Hey.
Hey. Hi.
Hi. Schöne Blumen
Es tut mir leid. Ich hab's nicht früher geschafft.
Ich habe versprochen, dass wir sprechen.
Ist okay.
Und? Willst du jetzt oder lieber schlafen?
Nee. Aber willst du reden?
Wieso ich?
Ich habe gelesen, was los war. Vielleicht kann ich dir helfen.
Hilfst mir schon genug.
Komm mal her.
Komm. Ab ins Bett.
Mama? Mhm?
Diese Faschos kriegt ihr doch in den Griff, oder?
Ich hoffe es.
* Wasserrauschen und Zähneputzen *
David?
Hör mal, ich äh ...
Ich muss noch mal los wegen der Faschos.
Okay. Okay. Ciao.
Wenn irgendwas ist, Oma ist da, ja? Mhm.
♪ Soul Clap: "Lonely C" ♪
♪ Ruhige Elektromusik ♪
* Türklingel *
* Musik stoppt *
Na, endlich. Kommen Sie rein, legen Sie ab.
Haben Sie mich erwartet?
Gegenfrage: Hatten Sie vor, mich in Ruhe zu lassen?
Nein.
Nein.
Legen Sie doch ab.
Deswegen besuchen Sie mich jetzt, natürlich absolut privat.
Ohne Ermittlungsbefugnis bleibt mir nichts anderes übrig.
Stimmt.
Auf der anderen Seite dürfen Sie privat was trinken.
Auf uns. Die lustigen Weiber von Göttingen.
Es war also nicht Albert.
Dieser Schmerz in Ihren Augen sitzt tiefer, als ich dachte.
Zu tief, als dass unser Herr Generalstaatsanwalt
ihn verursacht haben könnte, richtig?
Ihr Schmerz heißt Marie, richtig?
Frau Lindholm.
Das ist mein Vorschlag.
Vergessen wir kurz,
dass ich Bundesverfassungsrichterin werden soll.
Sie verraten mir Ihre Wahrheit und ich Ihnen meine.
Was haben Sie von meiner Wahrheit?
Zumindest die Illusion von Vertrauen,
ohne die ich über Marie nicht sprechen kann.
Sie hatten eine Affäre mit Marie.
Und was sagt Ihre Frau dazu?
Wir haben eine Abmachung, sie gehört mir nicht und ich ihr auch nicht.
So lange wir uns nicht verlieben.
Und genau das ist passiert.
♪ Schrille Klänge ♪
Ein halbes Leben lang war mir nur eins wichtig:
Ich wollte Richterin in Karlsruhe werden.
Und just in dem Moment, wo ich es schaffen kann, paff, paff.
Alles unwichtig.
Und ich will nur noch in Maries Armen einschlafen.
In jeder Nacht, die mir noch bleibt.
Und in wen sind Sie verliebt?
Mann? Frau?
Ach.
Ich bin dem Mann einer Kollegin zu nahegekommen.
Kollegin, die mir was bedeutet. Ach.
Waren Sie schon mit ihm im Bett?
Nein.
Aber Sie denken ununterbrochen dran.
Ach. Sie sind dran. Wie lange waren Sie zusammen?
Einen Monat.
Und Marie hat Schluss gemacht?
Wollen Sie sehen, wie?
♪ I know places we can go babe
I know places we can go babe
The high won't fade here babe ♪
Ich stehe dir im Weg.
Die Leute werden Fragen stellen, die werden dich verurteilen.
Ich will, dass sie Fragen stellen.
Ich will, dass die ganze Welt weiß, wie sehr ich dich liebe.
Wenn du das tust, wirst du keine Bundesverfassungsrichterin.
Du bist mir wichtiger.
Das sollte ich nicht sein.
Jetzt lass mal.
Ich will, dass du dieses Video siehst.
Bis du es begreifst.
Ich werde nicht bei dir bleiben können.
Für mich bist du eine Erfahrung, mehr nicht.
Du musst Bundesverfassungsrichterin werden,
damit sich in Deutschland was ändern kann.
Sie glauben nicht, wie oft ich dieses Video schon gelöscht habe.
Um es zwei Minuten später aus dem Papierkorb zu holen.
Und was war gestern Abend? Nach der Attacke im Audimax?
Ich hatte es wohl noch nicht verstanden.
Ich musste sie sehen.
Ich wollte es einfach nur noch mal hören.
Jetzt wissen Sie, was keiner wissen darf.
Weil eine Frau, die eine Rechtsfeministin liebt,
nicht Bundesverfassungsrichterin werden sollte.
Wo haben Sie Marie zuletzt getroffen?
Im Hauptbahnhof, sie war auf dem Sprung, wollte wegfahren.
Keine Ahnung wohin, aber allein unterwegs war sie nicht.
Wie? Sie hat jemanden kennengelernt.
Jemand, den sie am Hauptbahnhof treffen wollte?
Ja, wahrscheinlich.
Danke.
* Türklingel *
Oh, hi, Charlotte.
Was machst du hier Samstagmorgen um sechs?
Ja, ist Anais schon wach? Ähm ...
Anais? Anais?
Hey. Hey, Charlotte, was machst du hier?
Dein Handy ist ausgeschaltet.
Hast du Lust auf ein Strafverfahren?
Ich habe auf den Überwachungsvideos vom Bahnhof was entdeckt.
Hier, das ist Marie, vorgestern Abend vor dem Hauptbahnhof.
Und da kriegt sie eine Nachricht, die sie zwingt,
den Hauptbahnhof zu verlassen.
Und Sie. Denn Sie stehen auf Gleis 6.
Da gibt Marie Ihnen Bescheid, dass sie sich verspätet.
Kein Problem, Sie können auch einen Zug später nehmen.
Nur Marie kommt nicht.
Sie machen sich Sorgen.
Sie rufen sie an. Aber sie geht nicht ran.
Denn da ist Marie schon tot
Wir wissen, dass Sie beide gestern nach Neuseeland geflogen wären.
Hamburg, 6.15 Uhr, Marie 19A, Sie 19B.
Ihr Name ist Tom Rebeck, Sie kommen aus Kassel,
studieren Medizin in Hamburg und haben keine Vorstrafen.
Sie haben nur eine Chance, uns zu helfen,
den Mörder Ihrer Geliebten zu fassen.
Wie Sie meinen.
Nachts unterwegs mit Doc Tom.
Mein Kanal heißt "Nachts unterwegs mit Doc Tom".
Suchen Sie mein Video vom 19. März.
♪ Rhythmische Elektromusik ♪
Ich habe sie angeschrieben und gefragt:
"Du, rechte Feministin, ich, linker Medizinstudent.
Wie wär's, wenn wir uns die Köpfe heiß diskutieren?"
Sie hat Ja gesagt. Marie Jäger von National feminin, vielen Dank.
Ja, danke für die Einladung.
Du glaubst an die große Übernahme?
Das hat mit Mathe, Prioritäten, Kapazitäten zu tun.
Ohne 'ne kluge Umsiedlungspolitik werden wir Deutsche zur Minderheit.
Ihr tut so, als ob Flüchtlinge uns wie Zombies auffressen wollen.
In deinen Augen sind Frauen besonders gefährdet:
Der gefährlichste Ort für Frauen ist nicht die Straße,
sondern die eigenen vier Wände.
Sag das Angehörigen der Frauen, die von Flüchtlingen ermordet wurden.
Ja, das ist mein wunder Punkt.
Findest du es nicht perfide, dass sich rechte Männer
nur zu Frauenrechtlern verwandeln, wenn der Täter kein Deutscher ist?
Ja.
Das ist mein wunder Punkt.
Wir haben weitergeredet, bis Sonnenaufgang.
Und uns irgendwann nur noch geküsst.
Marie war die Liebe meines Lebens.
Das weiß man nach drei Monaten? Das weiß man nach drei Sekunden.
Da reicht ein Blick, obwohl man sich denkt, das geht nicht.
Falsches Lager, das darf nicht sein.
Das war uns irgendwann egal.
Und Felix Raue?
Felix war ihr Stalker, das hat sie zugegeben,
als ich bemerkt habe, dass uns jemand verfolgt.
Ich habe sie gezwungen, zur Polizei zu gehen.
Warum hat sie ihn nicht namentlich angezeigt?
Sie wollte ihn warnen, nicht verraten.
Sie meinte, sie würde das regeln, ich soll mich nicht einmischen.
Wie das ausging, wissen Sie.
Nein, wissen wir nicht.
Vor uns sitzt ein intelligent wirkender Mensch.
Der es vorzieht, einen Mann niederzustechen,
anstatt sich der Polizei anzuvertrauen?
Ich konnte mir dabei zusehen, wie ich die Kontrolle verliere.
Das war mir egal. Es hat sich richtig angefühlt.
Den Verstand auszuschalten, nur seinen Gefühlen zu folgen.
Weil diese Typen, Typen wie Raue, die ...
Wir müssen beweisen können,
wer Marie vom Bahnhof in den Wald gelockt hat.
Dazu brauchen wir Zugang zu ihren Hackchats.
Kennen Sie ihr Passwort? Natürlich nicht.
Das konnte sie sich selbst nicht merken.
Hackchat teilt einem alle vier Wochen ein neues Passwort zu.
Aber das wussten Sie schon, oder?
Wie merkt sich Marie ein Passwort? Sie schreibt es auf.
Ja, klar, in ihr Handy, oder? Ja.
Sie hat immer wild herumgedrückt, um Hackchat zu öffnen.
Aber keine Ahnung wo.
Natürlich. Leer.
* Nachrichtenton *
Wir wollten zusammen was essen gehen?
Wann machen wir das?
Ey. Charlotte?
Ist irgendwas? Was? Ja. Nein.
Gern, irgendwann essen.
So, bitte. Über 6000 Datensätze.
Maries Adressbuch, Uni-Skripte,
Notizbuch, Kalender, Mitschriften, sonstiges.
Es ist hochgradig dreist, wie ihr mich in euren Scheiß reinzieht.
Wir sind nicht mehr auf diesem Fall.
Du wusstest nicht mal,
wie Passwörter auf Hackchat vergeben werden.
Hat uns in eine Scheißsituation gebracht.
Lass uns anfangen. Komm schon.
Kunkel. Was machst du hier?
Kann ich ...
Kann ich was tun? Irgendwas.
Bitte. Klar.
Komm.
Felix, ich habe den erkannt. - Wen?
Den Verrückten, der dich ermorden wollte.
War das dieser Typ aus Hamburg, der mit Marie diskutiert hat?
Nein, den hätte ich erkannt. Lass uns wieder konzentrieren.
Wir müssen an die Zukunft denken.
Grade jetzt. Für ihn.
Kannst du das auswendig lernen?
Mhm.
Gut.
♪ Ruhige Musik ♪
Stopp! Maries Eltern haben einen Adressbucheintrag.
Was? Maries Eltern sind tot. Acht Zeichen, Buchstaben, Ziffern.
Wo ist Maries Handy? Okay.
Hast du? Ja.
Groß A, neun,
klein x, klein f, null, zwei, h, Ausrufezeichen.
Ausrufezeichen.
Und?
♪ Musik ♪ Wir sind drin.
Keine Ahnung, ob das klappt.
Keine Ahnung. Völlig verrückt.
Das Land geht kaputt, wenn wir nicht mehr miteinander reden.
Und diskutieren.
Nur noch streiten. Wir schreien uns nur noch an.
Ich versuche das jetzt.
Mit Tom.
Wem das nicht passt, der tut mir leid.
Ist ja mein Leben, oder?
Also.
Gute Nacht.
(Felix) Ich wurde von einem Wahnsinnigen beinah abgestochen.
Deshalb nur kurz.
Herzlichen Dank an das Frauenbündnis Göttingen für die Einladung.
Wenn es irgendwie möglich ist, werde ich heute zu euch sprechen.
Bis dahin möchte meine Verlobte Pauline ihr Wort an euch richten.
Also bitte hört ihre Botschaft.
Danke. Euer Felix.
Lasst uns heute durch diese Stadt ziehen.
Deutsche Frauen, deutsche Männer, Hand in Hand.
Für eines der unzähligen Opfer einer Politik,
die unsere Kultur vernichten und unser Volk austauschen will.
Wir marschieren für Marie. Wir sind Maries Vermächtnis.
Wir wollen unser Land vor dem Untergang bewahren.
Im Namen unserer Frauen, Familien, Kinder und unserer Heimat.
Wir sind die Jugend Deutschlands. Wir sind die Jugend Europas.
Wir sind die Jugend ohne Migrationshintergrund.
Wir sind eure letzte Chance.
Du weißt, was passiert, wenn das schiefgeht?
Ja. Dann verlieren wir unseren Job.
Ach.
Herr Raue, Frau Gebhardt, Herr Ulbrich.
Wir würden Sie bitten, uns ins Präsidium zu begleiten.
Bitte.
♪ Ruhige Streichmusik ♪
* Tür *
Was soll das hier? Ich will einen Anwalt.
Auf den haben Sie erst Anspruch, wenn wir Sie zur Sache befragen.
Und was soll das dann hier? Gleich. Kleinen Moment.
Sie denken, Sie waren ihre beste Freundin?
Aber das waren Sie nicht.
Ihrer besten Freundin hätte Marie erzählt von ihrem Freund,
dass sie mit ihm verreisen wollte.
Aber dann ist ihr etwas dazwischengekommen,
oder jemand.
Ein Mann, den sie schon lange kannte.
Nachricht an Marie von vor sechs Monaten.
"So komme, was da kommen mag. So lang du lebest, ist es Tag.
Ich sehe dein liebes Angesicht, die Schatten der Zukunft nicht."
Marie antwortet am gleichen Tag:
"Entschuldige, Felix. Ich will nichts von dir.
Falls du es vergessen hast, deine Freundin ist schwanger.
Lass uns auf die JB konzentrieren."
Sie lügen. Sie haben das erfunden.
Ist alles hier drauf.
Nachricht von vor drei Wochen, gleicher Absender.
"Darf ich dich im Interesse der JB fragen, wer dein Freund ist?"
Marie antwortet gleich:
"Einen Scheiß geht's dich an, mit wem ich ficke.
Ich habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Wenn du nicht aufhörst, mir hinterher zu spionieren,
ersetze ich unbekannt durch deinen Namen."
Nachricht von Marie vor drei Tagen:
"Felix, es ist mein Leben.
Es geht dich nichts an, was ich damit mache.
Morgen bin ich erst mal weg, ob ich wiederkomme, weiß ich nicht."
Nachricht an Marie, vorgestern.
Um 22.38 Uhr, da war sie schon im Bahnhof.
"Marie, so können wir nicht auseinander gehen.
Ich habe deinen Reisepass stibitzt.
Du kriegst ihn zurück, aber davor sprechen wir uns aus.
Das schuldest du mir.
Ich erwarte dich dort, wo unsere Spaziergänge begonnen haben."
Pauline.
Sind Sie sicher, dass Felix den ganzen Abend bei Ihnen war?
Pauline, es tut mir leid.
Aber ist Ihnen klar, wem Sie da vertrauen?
Ist Ihnen klar, wer da sagt, dass er Frauen wie Marie,
Frauen wie Sie, wie mich, beschützen will?
Er war im Keller ... ein Video schneiden.
Vorgestern Abend.
Ich bin schlafen gegangen, weil ich immer so müde bin.
Und dann ...
Als er ins Bett kam, war er ganz kalt.
Seine Haut war kalt.
Felix, Sie sind nicht die Zukunft. Sie sind uralt.
Uralte männliche Gewalt gegen Frauen.
Sie haben nicht ertragen, dass Marie Nein gesagt hat,
dass sie ihr Leben selbst bestimmen wollte.
Mehr sind Sie nicht.
Wir sehen uns wieder. Sicher.
Spätestens bei Gericht.
Gehen Sie voraus oder möchten Sie von mir berührt werden?
♪ Schneidender Ton ♪
♪ Schneidende Musik ♪
♪ Tatort-Titelmelodie ♪
Copyright Untertitel: NDR 2020
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