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(Transcribed by TurboScribe.ai. Go Unlimited to remove this message.) Was willst du?
Vielleicht bringt sie den Strick.
Du wachst nicht auf meinem Hof.
Wollen wir von alten Geschichten erzählen?
Wollen wir der Frau erzählen, dass du mir seine Strümpfe aus Frankreich
versprochen hattest.
Und wofür?
Du sagst du zu meinem Mann?
Zu jedem, der mich duzt, also auch zu dir.
Ruf mir die Sina raus, sonst gehe ich nämlich hinein.
Das wirst du nicht.
Du willst zu mir?
Komm.
Von diesem Zeug.
Im eigenen Haus.
Es ist ein Unverschämtheit mich so zu behandeln.
Wo ich sozusagen eine Etappe voraus bin.
Gesellschaftlich.
Ich bin mehr als die.
Ich bin den Rieber aus ihrer Gräfin.
Sozusagen.
So toll.
Soll ich mir was anbinden?
Am Spültisch habe ich jeden Abend bestanden.
Ich war zum Umfallen müde.
Dann habe ich gesagt, Sina, ich muss mal.
Und dann bin ich auf einen Abtritt geflüchtet, um zu pennen.
Weißt du noch?
Hm.
Aber bald bist du angelatscht gekommen und hast gegen die Tür gedroschen.
Weil dir jetzt nämlich so dämmerig ums Auge war.
Und dann hast du mich rausgezerrt und selber eine Viertelstunde beim Fliegen
verdöst.
Das waren so unsere kleinen Genüsse.
Was ist?
Ich wollte dich wiedersehen, Sina.
Da hast du mich lange auf den Besuch warten lassen.
Halbes Jahr bist du nicht da.
Ich bin nicht gern gekommen.
Die waren nie gut zu mir.
Früher trug die Frau die Frisur zur Speisekammer immer am Gürtel.
Heute wohl nicht mehr?
Du bist gut bei Leiber.
Das ist alles wie früher.
Nur eins ist anders.
Dass ich nicht mehr vom Tisch aufstehe, solange ich nicht satt bin.
Und wenn die Alte dreist die Augen verdreht.
Ich habe ja Lust, dass ich mich satt essen kann.
Wenn es euch nicht passt, dann gehe ich, habe ich gedroht.
Dann würdest du?
Das sage ich der Alten bloß, wenn ich sie ärgern will.
Bei der Jungen bleibe ich, die hat nicht zu lachen.
Bist du auch getakelt.
Ich wollte mich einfach mal hübsch machen.
Ich wollte mal eine Frau sein.
Ich wollte einem Mann gefallen.
Die Männer hatten es nicht mal bemerkt, dass ich mich fein gemacht hatte.
Manchmal fehlt mir eine Frau, mit der ich reden kann.
Du Zolter!
Hast du es mal aufgehört, dass ich hier nicht den ganzen Kram vor die Füße
schmeiße?
Es kommt nicht einer beim Teller.
Ich wollte nur sagen, Sina, die Gössel sind ohne Futter.
Vergiss nicht, Nessl und ich zusammen.
Und schnapp mir das Futter, wenn morgen Futter kommt.
Ja, ja.
Sie haben sich rausgemacht von den Schafwehren.
Sie sind auch nicht jünger geworden.
Komm.
Komm mit mir, meine Kleine.
Komm
mit
mir.
Seit voriges Jahr habe ich eine ausgediente Patratze vor dem Haus
drüben.
Nein, Quatsch.
Ich bin so müde.
Hier, kratz doch mal.
Schuppenjucken so.
Deine Haare müssten mal hier waschen werden.
Komm doch zu mir.
Dann lasse ich dich baden in Frau Pelitz' blauer Grotte.
Frau Pelitz' blaue Grotte.
Quatsch.
Willst du was von mir?
Ja.
Was?
Ich muss zum Lehrgang.
Sonst kriegt ein anderer meine Arbeit.
Ich brauche aber das Geld.
Kinder kosten viel.
Ich kann das Haus auch nicht ohne Aufsicht lassen.
Bleib doch mal ruhig.
Wer bist denn du hier?
Du hast in einer Kammer ohne Ofen.
Du frierst im Winter.
Ich weiß es.
Ich habe mit dir die Bettstunde teilen müssen.
Wie oft hast du mich im Winter an die eiskalte Wand gedrückt.
Warum soll dir dein feiner weißer Arsch nicht auch mal kalt geworden sein?
Ich habe dich manchmal dafür gehasst.
Na ja, verdummt.
Wir hätten damals schon Freunde sein können.
Zwei Mägde unter einer Knute.
Aber du hast doch nicht ein gutes Wort für mich übrig gehabt.
Dabei weiß ich, Sina, du bist ein guter Mensch.
Gib das her.
Ich mache das selber.
Mach bloß keinen Schmus.
Ich bin nicht gut für Kimmchen dazu.
Du hast mir doch schon mal geholfen.
Das war lebensgefährlich.
Weißt du, als ich weg musste und das Kind im Bau hatte?
Da hast du mir eine Kette geschenkt.
Und da hast du gesagt, vielleicht bringt sie Glück.
Die glaubt nichts.
Ich habe die mal verpfänden müssen.
Und da war ich beim Goldschmied.
Und der hat gesagt, die Kette ist von Silber und die Steine sind echt.
Puh.
Das hätte ich wissen müssen.
Habe ich aber nicht gewusst.
Ich habe sie auch mal von der Großmarkt geschenkt gekriegt.
Du kannst die Kette im Alter nicht weitergeben.
Wenn es nämlich keine Mägde mehr geben wird.
Willst du sie wieder haben?
Was soll ich damit?
Kriege ich eh nicht mehr meinen Hals.
Ich soll also Markt werden.
Bei Fräulein Scharfschwert.
Du sollst mich vertreten.
Wie eine Mutter.
Kannst du mir mal sagen, warum ihr euch Genossenschaft nennt, wenn ihr euch
untereinander nicht helft?
Ihr Genossen.
Du musst mir helfen, Sina.
Sonst geht mir alles kaputt.
Du bist jung.
Und frech.
Und rücksichtslos.
So eine schafft schon, was sie sich vorgenommen hat.
Aber was wird das mir?
Ich mache dir den Passlack und du zahlst mir vielleicht nicht mal das, was der
Bauer zahlt.
200 im Monat, netto.
200 kannst du nicht verlangen.
Du kriegst ein schönes Zimmer und ein bisschen Lustigkeit.
Ich kaufe dir dann noch einen Fernseher.
Und da kannst du jeden Abend mit den Kindern in der Stube sitzen.
Also geh jetzt.
Ich muss noch Brennnessel rupfen.
Hast du doch gehört.
Ich...
Kann da baden?
Und Frau Pedels blauer Gorte?
Bild dir bloß nicht ein, dass ich den Ofen umsonst heize.
So dick hab ich's nicht.
Sonntag pünktlich um drei.
Hast du verstanden?
Kriegst du dir noch mal alle Knochen?
Die haben ganz schön zu wuchten, wenn die mich hier mit dem Sarg runterholen.
Ich möchte eigentlich nicht hier in dem Loch sterben.
Was hat die gewollt?
Wir haben von früher erzählt.
Lass dich nicht mit der ein, die ist politisch.
Immer gewesen.
Aber Sie sind doch mit der SA-Uniform durchs Dorf stolziert.
Was soll das?
Ich meine ja bloß, weil Sie gesagt haben, Else wäre politisch.
Ach, dummes Zeug.
Hol mir den Geppert rüber.
Setz dich.
Na, setz dich.
Heute darf ich wohl wieder.
Wir sind unter uns.
Ich war drüben.
Ach, sowas Gutes gibt's da ja nie.
Ich hab dir was mitgebracht.
Na, Lies?
Ich versteh's nie.
Hast du wirklich gedacht, du brauchst den geborgenen Wohlstand nur zu genießen?
Dir bloß den Arsch zu wärmen, ein frisches Herd?
Du musst dich auch mal erkenntlich zeigen für so viel Freundlichkeit.
Ich bin durchs Non-Noels gefahren.
Über die Grenze.
Das war dein Einstand.
Der Hof, wenn er ihn sehen würde, der Herr Fritsche würde sich ja freuen.
Du bringst ihm was rüber von alten Möbeln.
Er hängt dran.
Die sind seit 200 Jahren in der Familie.
Hilmar wird dir helfen.
Dann macht doch die Frau nicht mit.
Du kriegst ein paar Hunderte in die Hand.
Wenn der Auftrag erfüllt ist, kannst du der Alten einen neuen Schrank kaufen.
Na, Nimm?
Mann.
Ich dachte, ich müsste eurer Sippschaft den mal angefangen
tun.
Und jetzt habt ihr mich doch an der Marsche.
Sie sagen Herrn Fritsche, warum soll er nicht haben, was ihm gehört?
Bei den Kommunisten gibt's keine Gerechtigkeit.
Die wollen nicht, dass einer was hat.
Mein Alter gibt mir den Hof nicht.
Und warum?
Weil er denkt, dass ich diesen Kommunisten nicht gewachsen bin.
Dein Schwaner ist hoch, der Dehner.
Der?
Aber der Sommer vielleicht, das ist einer.
Der müsste verschwinden aus dem Dorf.
Der hat mir doch nichts davon getan.
Wenn's nach dem gegangen wär, dann säßest du immer noch im Garten.
Er muss begreifen, dass es gescheit wäre, wenn er aus Kloster
Döhre verschwinden würde.
Nee, nee.
Nee.
Ich hol dich ab.
Nee, Jörg, nee.
Aber die Frau, sie darf nichts davon erfahren.
Das klingt schön.
Und richtig feierlich.
Was ist das für eine Musik?
Heiden.
Nie gehört.
Junge, wo lernst du das?
Bei Küsterböhme.
Tag.
Tag.
Tag.
Ich wollte zur Else Scharfschwert.
Sie wohnt hier, hab ich gehört.
Ja, das ist unsere Mutter.
Ja, das ist unsere Mutter.
Oh.
Ich heiße Freddy Voss.
Kurt.
Fritz.
Jan.
Wo steckt sie denn, eure Mutter?
Sie hat eine Beratung.
Müssen bald kommen.
Und euer Vater?
Was geht sie das an?
Gar nichts.
Mein Vater ist im Krieg gefallen.
Noch ganz zuletzt.
Und deiner?
Ich weiß nicht.
Ich hab ihn nie gesehen.
Mutter sagt, er war ein tapfer Mann.
Er hat was gegen die Nazis gemacht.
Und ist verschwunden.
Vielleicht lebt er noch.
Früher hat meine Mutter oft gesagt, pass mal auf.
Eines Tages steht er plötzlich in der Tür.
Naja, ein Bild hab ich nicht.
Meine Mutter sagt, er hat dunkles Haar.
So wie meins.
Dann kannst du stolz auf deinen Vater sein.
Ich bin leider kein Held gewesen.
Ich war zu dumm dazu.
Und zu jung.
Vielleicht war ich auch zu feige.
Na komm.
Mich interessiert, was die beiden da basteln.
Hier.
Warte.
Ich halt.
Na?
So.
So, lass mich mal.
So.
Und fertig.
Moment.
Na bitte.
Sauber hingekriegt.
Na sehr schön.
Tag Mutti.
Tag.
Es ist spät.
Marsch ins Haus.
Wascht euch die Pfoten.
Immer noch traurig?
Ich dachte, wir müssten noch was besprechen.
Ja?
Übrigens, drei prächtige Bengeln.
Glückwunsch.
Sie müssen sich waschen.
Imbiss haben sie sich auch verdient.
Sie haben recht.
Bitte?
Dass ihr mir dem Herrn Voss ja ein sauberes Handtuch lasst.
Herr Voss, ich weiß nicht.
Das klingt mir zu blöd.
Ihr könnt ruhig Freddy zu mir sagen.
Na ja.
Lasst es euch schmecken.
Na?
So.
So.
Wo hast du vorher gearbeitet?
Zuletzt bei Erneberg.
Da bin ich deiner Mutter über den Weg gelaufen.
Ach, ihr kennt euch.
Ja.
Wir haben mal miteinander gekanzt.
In der Bar zur Goldenen Spinne.
Und heute haben wir miteinander geredet.
Eine Viertelstunde lang.
Hm?
Manchmal geschieht was im Augenblick.
Na, zum Beispiel in meinem Beruf.
Da haben wir mal in der Rhön gebohrt, nach CO2.
Das wird für die Brauereien gebraucht.
Betraf mich also gewissermaßen persönlich.
Versteht ihr?
Ach, Bier.
Da habe ich keins im Haus.
Das ist wirklich nicht nötig.
Ich habe überhaupt vergessen, was trinkbares auf den Tisch zu stellen.
Aber Saft muss genügen.
Gläser.
Kumpeltod.
Genaue Bezeichnung akzisefreier Trinkbrandwein.
Ah, das Zeug habe ich mal getrunken.
Schmeckt wie Rattengift.
Aber zum Mixen vorzüglich.
Die Männer vertragen doch einen Schluck.
Was war denn damals in der Rhön?
Ja, da haben wir nach CO2 gebohrt.
Auf einmal spüre ich Spiss in die Eingeweide.
Jetzt ist was passiert.
Was denn?
Erzählt schon.
Eine Eruption.
Ein richtiges kleines Erdbeben.
Das Gas strömte mit solch enormem Druck aus der Sonde.
Das habe ich nie wieder gesehen.
Das ist als Schnee über die Sommerwiese wirbelte.
Mann, da war das Bein aber dick.
Extrem.
Mann, du lebst ja gefährlich.
Nicht so friedlich wie ihr.
Bei euch würde ich gerne bleiben.
Prost.
Prost.
Au.
Stopp.
Oh.
Ah.
Ah.
Ah.
Oh.
Lieber, ich war so verkrampft.
Was?
Die Gäste.
Vorher, bevor du kamst.
Ich war so lange allein.
Und da habe ich gedacht, das ist aus mit der Liebe für immer.
Er hat mir zum Glück gefehlt.
Dein Fenix.
Ich werde mir ein Kettchen dazu machen lassen und ihn über meinem Herzen
tragen.
Was kriege ich zur Erinnerung?
Du kannst dir eins von meinen Löckchen abschneiden und in einem Medaillon
aufbewahren.
Ich habe kein Medaillon.
Ich werde dir eins schenken.
Ach, mein Schatz, am Schädel bin ich nicht gelockt.
Du hast doch noch Zeit, Junge.
Warum schläfst du nicht?
Ich muss noch hier auf Arbeit sein.
Die Tiere warten, Ladek wartet.
Und gerade heute würde ich gerne mal noch ein Stündchen im Bett bleiben.
Dann habe ich mal Feiertag.
Die Indianerfrauen haben niemals einen, habe ich mal gelesen.
Warum starrst du mich so an?
Sehe ich anders aus als sonst?
Du kannst mir doch nicht böse sein.
Du, ich habe immer für euch gearbeitet.
Ich habe nur für euch gesorgt.
Kannst du dich erinnern, wann jemals ein Mann bei mir geschlafen hat?
Wir haben sie alle weggekrault.
Aber diesmal ist es anders.
Ich habe einen Mann.
Einen Mann, verstehst du?
Verdammt doch mal, warum muss ich mich von ihr rechtfertigen?
Das ist meine Sache, verstehst du?
Es wird doch niemand was entbehren, Junge, niemand.
Keiner von euch wird irgendwas entbehren müssen, Junge.
Keiner.
Was wolltest du?
Das wird verboten, eine Frau in dein Alter.
Sollte ich bei dir um Erlaubnis fragen?
Was hast du gegen ihn?
Mir gefällt der.
Wenn er unsere Mutter lächerlich macht, dann breche ich ihm alle Knochen.
Kommt.
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