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(ehrfürchtige Musik)
Danke schön.
-Danke schön. -Darf es sonst noch was sein?
(ehrfürchtige Musik läuft weiter)
(Musik wird lebhafter)
(lebhafte Musik endet)
(Zuschauerin) Wuhu! Bravo!
Warum schließen wir den Palast nicht sofort?
Ich verbrenne mir nicht die Finger an einem Heiligtum aus dem Osten.
Danke an alle Gewerke. Schönen Feierabend.
Ich bin froh, wenn wieder mehr Leute im Publikum sind,
als auf der Bühne stehen.
Ja, Gerd, hm?
Wir haben es uns nicht leicht gemacht,
aber für den Intendantenstuhl hier im Haus bist du einfach der Beste.
-Es ehrt mich, Herr Kultursenator. -Na, jetzt komm, nicht so förmlich.
Ich verfolge deine Arbeit nun auch ein paar Jährchen.
Ich werde versuchen, deinem Vertrauen mehr als gerecht zu werden
und internationales Niveau zu erreichen.
Große Shows, zwei Vorstellungen täglich.
Ich werde diesen Zuschauersaal wieder vollbekommen.
Gut. Also, ich wünsch dir viel Glück. Wenn es einer schafft, dann du.
Danke. Tschüss.
-Wiedersehen. -Tschüss. Alles Gute.
-Vielen Dank für die Zeit. -Ich danke euch.
-(Bernd, berlinerisch) Zwei noch. -Ich drücke die Daumen.
So behalte ich alle meine Lieben in Erinnerung.
Früher wollten alle zu uns und jetzt gehen sie alle rüber.
Wie unsere Chris.
(Frau) Mach's gut, Beate.
-(Marina) Wir sehen uns später noch. -(Tänzerin) Bis bald.
-Die sind jetzt selbstständig. -Ja.
-Ich könnte den Palast nie verlassen. -"Freier Markt" heißt das Zauberwort.
Ich bin gespannt, was das Vortanzen bringt.
Lassen wir uns überraschen.
Ich will endlich meine Girlreihe wieder vollständig haben.
64 Beine,
das ist unser Markenzeichen.
(anmutige, getragene Titelmusik)
(sanfte Musik)
(Kraniche schreien)
(Junge) Luise, beeil dich!
(Mutter) Luise, ihr müsst los.
-Ja. -Ihr verpasst den Zug.
Wenn's nichts wird, macht ihr euch ein paar schöne Tage.
Mama, das ist der Palast.
Ich weiß. Aber auch in Berlin kochen die mit Wasser.
-Es ist Saison. Wir bräuchten jede Hand. -Jaja.
-Achte auf deine Schwester. -Ja.
(Vater) Jetzt kommt schon, wir müssen los.
-Tschüssi. -Wir melden uns.
Tschüssi. Toi, toi, toi!
(Frau spielt sanfte Klaviermelodie)
Guten Morgen, Ingrida.
Guten Morgen, Frau Feldmann.
(sanfte Klaviermusik läuft weiter)
Hey, warte mal!
-Kann man hier irgendwo duschen? -(berlinerisch) Bei mir gibt's eine.
Und wo ist das?
Nicht weit von hier.
Im Osten.
Karla aus dem Westen.
-Ringo aus dem Osten. -Ringo, wie von den Beatles?
-Meine Mutter ist Fan. -Bei euch tanze ich heute vor.
Im Palast. Kennst du den?
Klaro. Mannomann.
Äh, das ist übrigens Kitchi.
(Karla) Ihr transportiert den Bauschutt ab?
(Ringo) Mauerstücke für die Touristen.
Ich verdiene mir eine goldene Nase.
-Du bist also Geschäftsmann. -Aber so was von.
Viele der Wohnungen sind leer.
Die Leute sind ganz schnell rüber in den Westen.
Die haben gedacht, dass die Mauer wieder zugeht.
Guck mal, da oben kannst du duschen. Ich muss nur Kitchi wegbringen.
(Karla) Einen Dietrich?
-Hast du den Schlüssel verloren? -Quatsch. Ich wohne eins drüber.
Bitte sehr.
Die Bude steht schon eine Weile leer. Da vorne ist das Bad.
Ey, hier ist ja Platz ohne Ende.
-Gefällt's dir? -Das ist der Hammer.
-Kannst einziehen. -Was ist mit denen, die hier wohnen?
Wie gesagt, die sind rüber in den Westen
und kommen nicht mehr wieder.
Und hier führt also der Geschäftsmann sein Unternehmen.
Das warme Wasser reicht nur für fünf Minuten.
Zum Reinkommen. Ist ganz einfach, drücken und drehen.
-Ey, wo gehst du hin? -Schule.
Wie soll ich mich allein zurechtfinden?
Das schaffst du schon. Bist doch aus dem Westen.
Ihr könnt doch alles.
(Tür wird geschlossen)
(ruhige, schwelende Musik)
(ehrfürchtige Musik)
Kneif mich mal.
Au.
Moin.
(junge Frau) Ich bin ganz schön aufgeregt.
(Marina) Willkommen im Palast. Die Anmeldung findet hier oben statt.
Nummern gibt's hier am Tisch.
Eure Sachen könnt ihr mit in den Ballettsaal nehmen.
Frau Feldmann? -Herr Kolberg.
Ich soll Sie vom Kultursenator grüßen.
Er war gestern Abend begeistert.
Auch wenn das Haus fast leer war.
Aber wie ich sehe, können Sie heute aus den Vollen schöpfen.
-Hals und Beinbruch.
Ich tanze nicht vor, Herr Intendant.
-Sie sind leider zu alt für den Palast. -Zu alt?
Pah!
-Dass ich nicht lache. -(junge Frau 2) Komischer Vogel.
-Die Nächste. -Wahre Leidenschaft kennt kein Alter.
-Karla Tanner, München, 24. -Du hast die Nummer acht.
-Nächste. -Jeanette Meyer, 27...
-Lieber Gott, bitte, lass mich gut sein.
Hey, wir kriegen das hin.
(Sergej) Du hast die Nummer 17. Nächste.
(Stimmengewirr)
Im Spiegel kannst du dich besser kontrollieren.
-Stellst du dich hin? -Ja.
Ich bin Luise.
Ich bin Karla, und du?
Lukas.
Karla, wir müssen uns aufwärmen.
Ja, doch. Mir ist schon ganz warm.
-Entspann dich. -Ich bin entspannt.
Guten Morgen, meine Damen und Herren. Herzlich willkommen im Palast.
Mein Name ist Regina Feldmann, ich bin die Ballettdirektorin.
Das sind meine beiden Assistenten, Marina und Sergej.
Ich freue mich, dass Sie gekommen sind
und wir den Tag gemeinsam verbringen.
(sanfte Klaviermusik)
Und: Port de bras. Allongé.
Port de bras. Allongé.
Vielen Dank. Es tut mir leid. Danke.
(Klaviermusik übertönt Dialog)
Es tut mir leid. Vielen Dank.
Und Arme halten.
Et tombé, Pas de bourée.
Soutenu.
En dedans.
Et chaîné, chaîné.
Plié et pose.
(Marina) Fünf, sechs, sieben, acht.
Eins und zwei und drei und vier.
Und fünf, sechs, sieben, acht.
-Eins, zwei, drei und vier. -Ja.
Fünf, sechs, sieben, acht.
Fünf, sechs, sieben, acht.
(es läuft flotter Disco-Pop)
In der DDR war der Palast groß, aber die Zeiten sind vorbei.
Wir müssen auf internationalem Parkett konkurrieren.
Mit wem? Der Palast ist einzigartig in Berlin und in Europa.
Aber die Zuschauer fehlen Ihnen jetzt.
Der Palast wurde geschaffen, um die Mauer zu vergessen.
Wir müssen Publikum aus der ganzen Welt anlocken.
Bei der hohen Theaterdichte könnte ein Revuepalast geschlossen werden.
Deshalb: Nicht kleckern, sondern klotzen.
Ab jetzt müssen wir Geld verdienen.
Und wir werden Geld verdienen.
Viel Geld.
Der Palast wird... Casino.
Äh, Casino?
Las-Vegas-Style. Casino und Show.
-Auf welches Niveau begeben wir uns? -Entschuldigung, aber Sie waren?
Nadja Brucker, Regieassistentin.
Junges Fräulein, der Sozialismus ist vorbei.
Es muss was geleistet werden, bevor man den Mund aufmacht.
-Entschuldigen... -Flamingos, Stardust, Caesars Palace?
Von einer neuen Revue ist keine Rede? -(Kolberg) Natürlich.
Eine Eröffnungsshow für unser Las Vegas.
Ich entwickle schon einige kreative Ideen.
Doch ich erwarte von Ihnen ein Konzept,
wie wir aus diesem Palast ein Berliner Las Vegas machen.
Casino und Show, Herr...
Kupfer, Theodor Kupfer.
(Marina) 47, 50, 54,
58, 59 und 60 kommen mit uns auf die große Bühne
und zeigen ihre Einzelleistungen.
-Einzelleistung? -Warum Einzelleistung?
Wir können doch unser Pas de deux tanzen, oder?
Ich habe das extra für uns choreografiert.
Ich frage sie.
(angespannte Klänge)
Frau Feldmann? Meine Schwester und ich
haben ein Pas de deux vorbereitet.
Wir wollen Einzelleistungen sehen.
Wenn Sie kein Solo haben, tanzt jeder seinen Part vor.
Das Duett kann man nicht auseinanderreißen. Verzeihung.
Die Bedingungen standen in der Ausschreibung.
Ich mache keine Ausnahme.
Sie schaffen das schon.
(schwelende Klänge)
Wow.
(ehrfürchtige Musik)
Luise Jansen, 21 Jahre alt.
Seitdem ich laufen kann, tanze ich.
Ich habe noch keinen Abschluss, möchte aber Tänzer werden.
-Ich liebe die Revue. -Lukas Jansen, ich bin 24.
Ich bin am Theater in Rostock ausgebildet.
Westen? Ich will in den Osten.
Revuetanz passt perfekt zum Ausdruckstanz.
-Übrigens lerne ich gerade steppen.
Tanzen am Palast war immer unser Traum.
Ich will mein Können ausbauen.
-Hier will ich tanzen. -Ja, das will ich.
(es läuft melancholische Musik)
Danke schön.
(Marina) Karla Tanner.
(es läuft peppige Swingmusik)
(flüsternd) Lukas, ich kann unsere Nummer nicht ohne dich tanzen.
(Applaus)
-Sie hat Talent. -Großartige Bühnenpräsenz.
Luise Jansen.
(sie atmet zitternd)
(angespannte Musik)
(pochender Herzschlag)
(melancholische Musik setzt ein)
Figur, Größe, alles stimmt.
Eigentlich perfekt.
Sch!
(melancholische Musik klingt aus)
Du bist durchgekommen.
-Das heißt, es war scheiße. -Da hast du recht.
(aufgeregtes Stimmengewirr)
Du verlierst nie die Nerven, egal, was ist.
Schau mal.
Ich möchte mich bei Ihnen bedanken.
Es war wirklich großartig, was wir heute gesehen haben.
Leider hat es nicht für jeden gereicht.
Wir haben uns entschieden
für die 3, 5 und für die 8.
Für Nummer 14, 16 und 19,
die 32, die 41 und die 59.
Marina wird Ihnen gleich den Probenplan geben.
-Hey. -Schon gut.
Allen anderen wünsche ich eine gute Heimfahrt
und viel Erfolg für Ihre Zukunft.
Danke schön.
-Hey, hey. -Hey, Glückwunsch.
-Du hast es geschafft. -Leg erst mal die Tasche hin.
-Du hast es geschafft. -Atme mal durch.
-Ich kriege das hin, ja? -Es gibt nichts hinzukriegen.
-Sagt einfach Bescheid. -Danke.
-Danke. -Bitte.
Entweder meine Schwester und ich oder keiner von uns.
Das solltest du dir noch mal überlegen.
Lasst uns unser Pas de deux vortanzen.
Hey.
Wir beide zusammen.
Dafür ist es. Danach könnt ihr uns nach Hause schicken.
Genau, ich würde hier auch nicht kampflos aufgeben.
Bitte.
Pst, Regina.
Ich koche vor Wut. Ich bin so sauer.
Herr Kolberg aus Düsseldorf sieht unsere Zukunft in einem Casino.
Unser Palast...
ein Casino?
Ich muss mich jetzt betrinken. Und du kommst mit.
Sönke ist schon vorgegangen.
Ich warte auf dich im Foyer, wir zählen auf dich.
Ja.
Frau Feldmann?
-(Tür wird geöffnet) -Wie sollen wir das denn machen?
Toi, toi, toi.
(melancholische Musik erklingt)
(Musik wird ausladender)
-Mama, die haben uns beide angenommen.
Alle beide? Gratuliere.
-Ja. -Habt ihr genug Wäsche mit?
Ja, fürs Erste reicht's.
Hallo, wir wollen feiern.
-Wir melden uns wieder, Mutti. -Hi, Lukas.
Gib Papa noch einen Kuss von mir.
-Du hast es ihnen bewiesen. -So, wir machen jetzt Party.
Wie du dich für Luise ins Zeug gelegt hast, Respekt.
(es läuft entspannte Jazzmusik)
Na, da seid ihr ja endlich.
Einmal das Übliche.
Der Palast soll also eine Spielbank werden?
Und wenn wir Glück haben, verirrt sich jemand in unsere Show.
Wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen,
das ist der Ruf der neuen Zeit.
Unser Palast wird in den Abgrund gerissen.
Mhm, der goldene Westen.
Von dem System hätte ich mir auch was anderes erwartet.
System und Glück schließen sich aus.
Man muss sich sein Glück manifestieren.
Ich stelle mir vor, dass diese Casino-Idee
langsam aber sicher zu Staub zerfällt,
im Sande verläuft
und sich dann in Luft auflöst.
Ja. Großartig, Theo, großartig.
-Da bin ich dabei.
Ja. Wer zuletzt lacht, und so weiter.
Schönen guten Abend. Was darf ich Ihnen bringen?
Irgendwas gegen Frustration und zur Aufmunterung?
-Volltreffer. Frustration ist genau... -Aufmunterung.
Einen Martini, bitte.
Sehr gerne.
Hat Kolberg diese Idee eigentlich mit dem Kultursenator abgesprochen?
Bingo.
Dann machen wir dem werten Herrn unsere Interessen deutlich.
Wir hoffen immer.
Denn in allen Dingen ist es besser zu hoffen als zu verzweifeln.
Genau so, Theo. Genau so. Prost.
(flottes Trommeln und Gesänge in der Ferne)
Hm?
(zarte Klavierklänge)
(Karla summt fröhliche Melodie)
Au.
(Luise) Lass uns was Eigenes suchen.
Jugendherberge, die ersten Tage, haben wir gesagt.
Eine Herberge haben wir, und jung sind wir auch.
Ich will Karla nicht 24 Stunden um mich haben.
Sie hat sich für uns eingesetzt und uns ein Dach über dem Kopf gegeben.
Du wirst dich sowieso mit ihr arrangieren müssen.
Du hast das wohl schon.
Rein beruflich natürlich.
Das soll ich dir glauben?
Ah.
Ah. Guck, da drüben, das könnte dein Zimmer sein.
(fröhliche Musik)
Du kannst auch das hier haben.
(es läuft fröhlicher Deutschpop)
Na, wie ist es ausgegangen gestern im Palast?
Wonach sieht es denn aus?
Gratuliere.
Ich habe frische Brötchen geholt. Sind noch warm.
Dann lass mal die schönen Brötchen nicht fallen.
Wow.
(Karla singt Deutschpop mit)
-Kaffee? -Mmh.
Schön hast du gedeckt.
Morgen.
Morgen.
-Wer sind denn die? -Das sind meine Kollegen.
Die wussten nicht, wo sie unterkommen sollten.
Boah. Toller Service. Danke, Mann.
Ich bin Lukas, und das ist meine Schwester Luise.
Freut mich.
Ich dachte, wir machen eine WG auf.
Was hältst du davon?
Na, dann fühlt euch mal ganz wie zu Hause hier, wa?
Hier, ihr müsst die Rechnungen bezahlen.
Was?
Gas. Strom.
Gas. Strom. Und Gas.
Die bekommen ihr Geld, und wir haben unsere Ruhe.
-Wenn ich ihn richtig ver... -Er heißt Ringo.
-Seine Mutter ist Beatles-Fan. -Ringo ist eine Ansage.
Wenn ich Ringo richtig verstehe,
sind bezahlte Rechnungen wie ein Bleiberecht.
-Aber was ist mit dem Mietvertrag? -Den braucht hier keiner.
Aber Fenster putzen wäre mal gut.
Damit jeder sieht, dass hier einer wohnt.
(verträumte Musik)
(Er pfeift eine fröhliche Melodie.)
Schau mal, was ich Schickes im Schrank gefunden habe.
Meine Damen, wir arbeiten heute Ihre
neuen Kolleginnen in die Kickline ein.
-Und was wird das? -Die Sachen der Vormieter.
Wenn die kommen, will ich nicht der Dumme sein.
Die kommen nicht wieder. Denen gefällt es gut bei uns da drüben.
Karla sehe ich auf der Fünf.
Und Luise... Luise eher mittig.
Wunderbar. Marina, geh du mal auf deine Position, ob das noch passt.
Karla? Fenster putzen.
-Ja. -(Luise) Na los.
(verträumte Musik läuft weiter)
Vom Anstarren werden die nicht sauber.
Hab's halt noch nie gemacht.
Na, dann werde ich dir das mal zeigen.
Du nimmst zuerst den nassen Lappen.
Tach, Erwin.
Oh, Morgen, Martha.
Das ist Lukas hier.
-(Lukas) Freut mich. -Meine Freunde tanzen im Palast.
Im Palast. Ehrlich?
(verträumte Musik läuft weiter)
Die Mädchen, die ich beim Fensterputzen gesehen habe, die auch?
-Genau. -Is' ja toll.
Ich bin Martha. Kannst Martha sagen.
Und das ist Erwin, der tanzt auch.
-Ach, wirklich? -Mhm.
-Lukas. -(grummelnd) Ja.
Freut mich. Na dann, bis später.
(verträumte Musik läuft weiter)
Danke, das reicht.
Nutzen Sie jede Probe, Luise.
Ich will Perfektion sehen.
Nur wenn wir Perfektion erreichen, erreichen wir auch das Publikum.
Noch mal auf Anfang.
Es geht um den Palast und unsere Perspektive, ein Casino zu werden.
Das sind die Entscheidungen des Intendanten.
Herr Kolberg soll den Palast in die Gewinnzone bringen.
Wie, ist seine Sache.
Der Palast ist Teil des Kulturhaushalts
und muss keinen Gewinn abwerfen.
Wir müssten die Eintrittspreise derart erhöhen,
dass es sich keiner leisten könnte.
Ihre preiswerten Karten will auch keiner kaufen, nicht?
Als Kultursenator von Berlin erwarten wir von Ihnen,
dass Sie die Kulturgüter des Ostens gleich behandeln,
nicht dem Markt zum Fraß vorwerfen.
So, zum Mitschreiben:
Sie tanzen vor leerem Haus.
Wenn Sie mich fragen:
Ich empfinde einen Revuepalast nicht als Kulturgut.
Wenn Herr Kolberg nach Lösungen sucht,
damit Ihr Haus nicht schließt, dann seien Sie doch dankbar.
Ein Casino hat nichts mit der Historie
und den Leistungen unseres Hauses zu tun.
Die Zeiten ändern sich.
Freuen Sie sich,
dass der Senat bei der angespannten Finanzlage Ihre Gehälter bezahlt.
(angespannte Musik)
(lauter Jubel und Grölen)
(schwelende Musik)
(Mann 1) Schaut super aus.
-Ja! -Wuhu!
Leute, jetzt geht's ab. Los, anpacken.
Nehmt das schon mit.
-Alter, was ist hier los? -Hab ich doch gesagt.
-(Mann 2) Fang. -Langsam, langsam.
(Mann 3) Hey!
(Mann 1) Okay. Dann rechts.
(Mann 3) Ist das geil hier!
(sie jubeln)
Jawoll!
(Klopfen)
(lautes Stimmengewirr, Rumpeln)
(spannungsvolle Musik)
-(berlinerisch) Mensch. Martha. -Hast du gesehen, Erwin?
Da kommen Hausbesetzer.
-Dass da keiner was macht. -Ja.
Die, die da was tun könnten, haben wir zum Teufel gejagt.
-Und jetzt ist Chaos. -Und die Transparente.
Das ist wieder wie früher.
Wir fallen wie immer negativ auf,
weil wir nichts aus dem Fenster hängen.
Ein altes Bettlaken habe ich.
Wir schreiben was drauf und hängen es raus.
Hast du da eine Idee?
"Deutschland, einig Vaterland."
Ja, hm...
(singend) Und der Zukunft zugewandt
Das ist doch die gewollte Zukunft.
Damit fallen wir bei den Typen ganz negativ auf, ja?
Himmelherrgott.
Ich habe ja einen Kuchen im Ofen.
Für dich. Babababab.
(emotionale Musik)
(er summt leise)
(flottes Trommeln und Gesänge)
(aufgeregtes Stimmengewirr)
Endlich auf die Bühne.
Du bist die Luise von der Ostsee?
Ich bin der Bernd, und das ist dein Platz.
So.
Na dann. Also, jetzt lass dich mal anschauen.
Aha, ausdrucksstarkes Gesicht.
Ein bisschen hier, ein bisschen da. Kleinigkeiten. Kriegen wir hin.
So. Lampenfieber, hm?
-Ja. -Ja.
Gib die Verantwortung einfach an die Frau,
die du gleich sein wirst.
(spannungsvolle Musik)
Eben noch Luise von der Ostsee und jetzt ein Showgirl.
Ein Star auf der Bühne des Palastes.
Lukas.
Na?
Toll siehst du aus.
Toi, toi, toi.
(spannungsvolle Musik läuft weiter)
(sie kichert)
Komm, raus mit dir.
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