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Ich möchte mir Arbeit suchen. - Ich werde dich jemandem vorstellen.
Diese Männer sind Mörder. Kessler, von Simmerstein, Brunner.
Und wie sie alles heißen! Sie sind immer noch frei.
Du heißt jetzt Dr. Georg Fischer. Fluchtdatum und Route bekommst du.
Ich soll bei Ihnen arbeiten?
Wollen Sie? - Sehr gerne.
Ich hab eine Spur zu Brunner. Viktor Heimann.
Fälscher und Identitäten-Erschaffer für Naziverbrecher.
Warum schießen Sie nicht? Korrupte Sau.
Waffen und Munition sollen nach Deutschland geliefert werden.
Gehlen mischt da mit? - Das ist mein Vater.
Ich kenne Herrn John durch Cathrin.
Antonie Schmidt ist Korrespondentin bei Gehlen.
Und Schmidt hat einen tiefschwarzen Fleck in seiner Vergangenheit.
*Spannende Musik*
(Spricht Englisch)
Wir mussten die verwesten Körper
unserer Brüder und Schwestern ausgraben...
(Spricht Englisch)
(Toni) ... und ihnen allen Schmuck sowie ihre Uhren abnehmen.
Golduhren und ihre Zähne. (Staatsanwalt spricht Englisch)
*Aufgeregtes Gemurmel* (Toni) Zähne? Was meinen Sie?
Beschreiben Sie das genauer.
(Zeugin spricht Englisch) (Toni) Ihre Goldzähne.
Sie zwangen uns, sie aus ihrem Kiefer zu brechen.
Mit Meißeln und Zangen.
Niemand von uns hat die zu so was gezwungen.
(Zeugin spricht Englisch)
(Toni) Wir mussten die Leichen verbrennen.
Die Knochenreste zogen wir mit Feuerhaken heraus.
Dann haben wir die Knochen zerstört und das Knochenmehl weggeschafft.
(Staatsanwalt) Thank you.
Ich rufe den Präsidenten des Verfassungsschutzes,
Dr. Otto John, für die Anklage auf.
(Otto) Wertes Gericht...
Trotz dieser erschütternden Zeugenaussagen,
obwohl durch Fotomaterial und Befehle hinreichend dokumentiert,
streitet der Angeklagte eine Mitwisserschaft
und Befehlserteilung bei diesen Gräueltaten ab.
Im Namen der Anklage stelle ich den Antrag,
dass Joseph von Waidburg aus seinen Armeetagebüchern vorliest.
*Gemurmel*
Diese Tagebücher waren bis vor Kurzem versteckt.
Das Hohe Gericht gab sie für den Prozess frei.
Einige Passagen waren geschwärzt.
Wir konnten sie unter den wachsamen Augen der Beweisprüfung freilegen.
(Sie sprechen Englisch)
Dem Antrag wird stattgegeben. - Herr von Waidburg.
So, ganz oben bitte.
"Das jüdisch-bolschewistische System muss ausgerottet werden."
*Schreckenslaute, Gemurmel*
"Nie wieder darf es in den Lebensraum eingreifen,
der von der arischen Rasse geschaffen wurde.
Der deutsche Soldat muss daher nicht nur
die militärischen Machtmittel dieses Systems zerschlagen.
Er tritt auch als Rächer für alle Grausamkeiten,
die dem deutschen Volk zugefügt wurden, auf.
Für die Notwendigkeit der Vernichtung des europäischen Judentums,
dem geistigen Träger des bolschewistischen Terrors,
muss der Soldat Verständnis aufbringen.
Sie ist notwendig, um alle künftigen Erhebungen,
die doch immer nur vom Juden angezettelt werden,
im Keime zu ersticken."
*Gemurmel*
Danke.
Sie können einen Kaffee trinken gehen.
Danke.
Ich bitte die Verteidigung, ihre Schlussplädoyers vorzutragen.
Einen Kaffee bitte.
*Unverständliches Stimmengewirr*
Danke.
Entschuldigung, darf ich?
Natürlich. - Danke.
Sie arbeiten für Gehlen?
Woher wissen Sie das? - Ich hab Sie drinnen gesehen.
Kennen Sie meinen Chef? - Wer kennt ihn nicht?
Immer auf der Gewinnerseite. - Darum beneiden Sie ihn?
Fräulein Schmidt...
Sie überraschen mich. Einen Kaffee.
Ich wusste nicht, dass ich Sie hier treffe.
Das war das Ziel der Anklage. - Dr. John, ein Foto bitte.
Sie kennen sich? - Das wäre zu viel gesagt.
Fräulein Schmidt war in London bei Freunden als Au-pair tätig.
Nun ist sie Korrespondentin der Organisation Gehlen.
Wolfgang Berns ist Mitarbeiter des Verfassungsschutzes.
Freut mich sehr.
Mich auch.
Ich muss leider wieder rein. - (Otto) Ja.
Wiedersehen. - (Beide) Wiedersehen.
Hm...
Legen Sie los, Romeo.
Bei Shakespeare ging es schlecht aus.
Dann hoffen wir, das wiederholt sich nicht.
Ich hab mit Brunner genug zu tun.
Vielleicht hängen die Dinge stärker zusammen, als es scheint.
... verurteile ich den Angeklagten Joseph von Waidburg
wegen der Tötung von Kommissaren der russischen Armee
und versprengter Soldaten
sowie wegen der Verschleppung und Tötung von Zivilisten.
Nicht verurteilt wird er wegen der Tötung von Juden und Zigeunern
durch ihm unterstellte... *Raunen*
... durch ihm unterstellte Einheiten der Wehrmacht,
da das Gericht weder eine aktive Beteiligung
noch Billigung dieser Verbrechen als erwiesen ansieht.
Die Strafe lautet 4 Jahre Zuchthaus. (Otto keucht)
Aufgrund der Gesundheit des Angeklagten
wird der Antritt der Haftstrafe ausgesetzt.
Der Angeklagte wird unverzüglich aus der Haft entlassen.
(Frau) Unfassbar!
*Applaus* (Man versteht sie nicht)
*Düstere Musik*
(Man versteht ihn nicht)
Es war alles umsonst.
*Düstere Musik schwillt an*
Bis heute Abend.
(Radio) ... dem Koreakrieg und der Teilung der koreanischen Halbinsel.
Auch der Indochina-Konflikt hätte die Haltung der US-Führung
und der anderen Alliierten verändert, sodass man das Ansinnen...
Ich hab einen Termin bei deinem Chef. Ich nehm dich mit. Komm.
*Bariton-Arie aus dem Radio*
Tschö, Mama. - Tschö.
Woher kennst du Herrn Gehlen? - Wir dienten in derselben Einheit.
Was habt ihr da gemacht? - Fürs Vaterland gekämpft. Was sonst?
Was tut ihr jetzt? - Deutschland wieder stark machen.
Davor haben viele Angst. - Ja, hoffentlich die Kommunisten.
Stalin war schlimmer als Hitler?
Gehlen arbeitet für die Regierung.
Ich bin für die Neuansiedlung seiner Organisation in Pullach zuständig.
Das wird der wichtigste Nachrichtendienst Deutschlands.
Und du bist ein Teil davon.
Wusstest du von den Vernichtungslagern?
Der Krieg ist ein schmutziges Geschäft.
Wir mussten unvorstellbare Dinge tun. Aber ich sage dir:
Die Prozesse gegen Ex-Offiziere sind eine Farce.
Sie sind respektlos, ehrlos, bodenlos.
Aus Knochen von Juden machte man Seife!
Ach, du musst nicht alles glauben.
Scher nicht alle über einen Kamm. Danke, Walter.
In jedem Umfeld passieren Fehler. Eine faule Birne ist immer im Korb.
*Ernste Musik*
Warum wird das Programm so viel teurer als kalkuliert?
So ein logistischer Aufwand ist schwer zu verstecken.
Ein Elefant passt nicht in die Hosentasche.
Über Globke geht sicher noch was.
Ich rede mit ihm, bevor ich nach Pullach fahre.
Schau dir die Pläne noch mal an. Und wir telefonieren noch mal, ja?
Wie macht sich meine Tochter? - Sie war beim Prozess eine Hilfe.
Das England-Jahr war eine gute Idee.
Schön, dass du das so siehst.
Bis bald, Reinhard. - Bis bald, Gerd.
Sie sollen sofort zum Chef. - Sind Sie sicher?
Wenn Sie Sicherheit wollen, sind Sie beim Geheimdienst falsch.
*Fremdsprachiges Stimmengewirr*
(Gehlen) Der ist absolut zuverlässig. Du kennst Gerd.
Hans, wir dürfen bei "Scipio" nicht am falschen Ende sparen.
Ja, ich lasse dir die Unterlagen heute persönlich vorbeibringen.
Ja, natürlich diskret.
Auf Wiederhören, Hans.
*Sie klopft an.*
Fräulein Schmidt.
Haben Sie Angst vor Hunden? - Nein.
Sehr gut. - Das wird den Staatssekretär freuen.
Er hat eine Vorliebe für Rottweiler.
Ich persönlich halte sie für ziemlich dämlich.
Im Vergleich zu Schäferhunden.
Sie finden Herrn Globke auf diesem Hundeabrichtplatz.
Er erwartet Sie.
Ihr Vertrauen ehrt mich.
Nehmen Sie sich am Bahnhof ein Taxi. Das wäre alles.
Natürlich.
Ich hab Sie nicht gesehen. - Ich Sie schon.
Wo wollen Sie hin? - Botengang für den Chef.
Was machen Sie hier? - Ich fahr von A nach B.
Kann ich Sie ein Stück mitnehmen? - Nein danke.
Wir müssen in dieselbe Richtung. - Eher nicht.
Sie sehen hungrig aus.
Ganz und gar nicht. - Doch, Sie sind ganz blass.
Wer wie ein Mann arbeitet, muss auch so essen.
Kommen Sie. Vielleicht ein Kaffee?
Mit Zucker, so wie Sie ihn mögen.
Sie sind sehr aufmerksam. Berufskrankheit?
Persönliches Interesse.
Kommen Sie?
Gut festhalten. - In Ordnung.
*Es läuft sanfte Musik*
Guten Tag. - Guten Tag.
Wie kann ich Ihnen helfen?
Ich hätte einen Brief für Herrn Berret.
Else.
Wie schön, dich zu sehen.
Hallo.
Wolltest du zu mir? - Nein, zum Markt.
Da bist du hier aber falsch. - Ja, ich weiß.
Ich wusste nicht, ob du hier bist. - Komm mit rein.
Ich sollte lieber gehen. - Nein, komm schon.
Verzeihung. Das ist Else Schmidt. Eine alte Freundin.
Wir kennen uns schon seit der Kindheit.
Else, das sind hoffentlich neue Geschäftspartner.
Und Zeruya und Ilana, meine Tochter. - Hallo.
Hallo.
Zeruya lebt mit uns im Kibbuz. Du weißt, wir wirtschaften gemeinsam.
Gleichberechtigt, allen gehört alles.
Keinem gehört nichts. - Kommunismus.
Wir sorgen füreinander, ja. Hier, probier doch mal.
Ups.
(Else lacht) Sehr lecker, wirklich.
Wirklich sehr, sehr lecker.
Waren Sie zusammen auf der Schule?
Nein, unsere Eltern kannten sich.
Ich muss dann auch. Einen schönen Tag noch.
Und gute Geschäfte. Wiedersehen. - (Noah) Ich bringe dich zur Tür.
Else...
Ich hätte nicht kommen sollen.
Das sind die besten Käsebrötchen Deutschlands.
Hm?
Wie findet Ihr Mann, dass Sie arbeiten?
Ich bin nicht verheiratet. - Verlobt?
Mhm.
Verliebt? - Das geht Sie nichts an.
Wir heiraten im Sommer.
Wie findet Ihre Frau, dass Sie andere einladen?
Ich habe keine Frau.
Entschuldigung. Tut mir leid.
Wirklich. - Entschuldigen Sie mich.
Natürlich.
*Spannungsvolle Musik*
Ich muss jetzt wirklich gehen.
Darf ich Sie zum Essen einladen?
Ich kenne einen Italiener mit noch besseren Brötchen.
Ich muss wirklich los. - Darf ich Sie fahren?
Nein danke.
Auf Wiedersehen. - Auf Wiedersehen.
*Düstere Musik*
*Tür wird geöffnet.*
Wo warst du so lange?
Auf dem Markt und beim Bridge.
Hast du keine Orangen gekauft?
Wolltest du welche?
Auf dem Markt gibt es neuerdings die besten Orangen.
Jüdische Orangen aus Israel.
(Else) Nächstes Mal kaufe ich welche.
Du hast ja gute Kontakte, wurde mir berichtet.
Ich traf Noah zufällig, falls du ihn meinst.
Und das ist fast 30 Jahre her.
(Gerd) Natürlich.
Es gibt keinen Grund, Spione auf mich anzusetzen.
Das ist meine Wohnung. Was machen Sie hier?
Das ist meine Wohnung.
Was machst du hier?
Sah nicht aus, als kämen Sie wieder.
Hm...
*Bedrohliche Klänge*
Wo sind meine Aufzeichnungen? - Was?
Hast du den Zettel gefunden?
Was bekomme ich dafür?
*Bedrohliche Klänge*
Hm?
Ah!
Wo ist der Zettel?
*Knacken* - Ah!
Wo der Zettel ist?
Keine Ahnung. - Ich brech dir auch die andere Hand.
Teedose. - Was? - Teedose!
*Schluchzen*
*Düstere Klänge*
Ah!
Ah!
*Düsteres Dröhnen*
(Goebbels) Aber es ist auch keine Unehre, im Gegenteil tapfer,
einen Kampf, der unvermeidlich und unausweichlich ist,
auf sich zu nehmen... *Tür schlägt zu.*
... ihn im Namen einer göttlichen Vorsehung
und im Vertrauen auf sie und ihren
wenn auch späten Segen durchzuführen.
Jemand da?
Mit reinem Gewissen und reinen Händen
aufrecht vorm Schicksal zu stehen,
alles Leid und jede Prüfung zu ertragen...
(Wolfgang) Vielleicht schläft sie. *Schallendes Lachen*
(Er keucht)
*Düstere Klänge*
*Spannungsvolle Musik*
*Stimmengewirr*
Heimanns Postfach steht unter Bewachung.
Sind die Beamten zuverlässig?
Mahler ist nicht dabei, falls Sie das meinen.
Die Pläne zu einer unterirdischen Anlage.
Kam von Gehlen. Schmidt hängt mit drin.
Wo ist das her? - Aus Fräulein Schmidts Tasche.
Ein Botengang für Gehlen.
Wir waren Kaffee trinken.
Wo ist das? - Keine Ahnung.
Wo ist sie damit hingefahren?
Sie war schneller als ich.
Das ist mehr als erwartet. - Und weniger als erwünscht.
Herr Berns.
Ihnen ist der Waffenbesitz nicht gestattet.
Werden Sie nicht brauchen.
*Angespannte Musik*
*Telefonklingeln, leises Stimmengewirr*
*Schreie*
(Heimann) Waffe runter! Na los!
Keine Bewegung!
Verstanden?
Ah!
Wo ist der Hinterausgang? *Schuss*
Der Ausgang! - Durch die Paketstelle.
Da ist eine Stahltür. - Vergiss es.
Hier ist überall Polizei. - Aber ich hab dich.
*Husten*
Steh auf! Mann, steh auf!
Hände hoch!
Danke.
(Er ächzt)
So. Die Ärmel sind zu kurz.
Aber wenn er dir gefällt, mache ich den Anzug fertig.
Mama Else, das ist der letzte Schrei.
Ich danke dir. - Bald passt du nicht mehr rein.
Als wäre er ihr Liebhaber.
Eher, als wäre er ihr Sohn.
Aber er sieht auch famos aus. - (Toni) Ach ja?
Ich wär stolz, wenn ich du wäre. - Bist du aber nicht.
Wie ist es beim Geheimdienst? - Wie jeder Bürojob.
Mit wem arbeitest du?
Gibt es da so einen James Bond?
Bist du im Kindergarten? - Keine Geheimnisse in der Familie.
Jeder hat mal ein Geheimnis, oder?
Ich hol noch Gläser.
Du schuldest Ingrid keine Rechenschaft.
Papa. - Mhm?
Was ist Scipio?
Scipio? Ein römischer Feldherr, der...
... die große Schlacht gegen Hannibal gewann. Ich weiß.
Wieso fragst du dann?
Ich will nicht wissen, wer, sondern was Scipio ist.
Wieso?
Herr Gehlen sprach davon.
Du hast dich zum Schweigen verpflichtet.
Halte dich daran. Auch mir gegenüber.
*Düstere Musik*
Leg das weg.
Ist das ein Andenken an früher?
Warum hast du das noch?
Hier.
Wir haben alle unsere Wunden, Wolfgang.
Alle.
Wahrscheinlich machen wir die Arbeit deswegen, hm?
Es gibt Bewegung im Osten.
Pläne für ein Militärbündnis.
Die Russen, Polen und Tschechoslowaken.
Da wird eine Antwort auf die Nato kommen.
Uns kann nur die Liebe helfen.
Nicht die Trauer. Das weißt du, oder?
Hm, ich dachte immer, der Sozialismus wird uns retten.
Früher oder später...
rettet uns der Sozialismus.
(Sie stöhnen lustvoll)
Du musst aufhören, ja?
(flüstert) Hör auf. Hör auf.
Hör auf.
Was ist denn? Wir wollen doch Kinder.
Warum immer warten, warten?
Sind dir die anderen so wichtig?
Lass sie doch rechnen, wenn sie bei der Hochzeit deinen Bauch sehen.
Toni, die warten alle nicht bis zur Hochzeit mit dem Sex.
Es geht mir nicht um die Leute.
Ich hab gerade erst mit der Arbeit angefangen.
Ich will sehen, was daraus wird, bevor ich...
Bevor du was? - Ich bin 20.
Ich will mich nicht auf Kinder festlegen.
Oder auf ein Leben als Mutter und Hausfrau.
Ich will arbeiten, studieren, Erfahrungen sammeln.
Willst du keine Kinder mehr?
*Bedrückende Musik*
Vielleicht irgendwann.
Wozu dann heiraten?
Willst du nur eine Gebärmaschine? Dann such dir jemand anderen.
Hardy.
Lass uns nicht streiten, bitte.
Wir sollten heiraten, weil wir uns lieben.
Sie tauchen an den unmöglichsten Orten auf.
Ich warte auf Ihre Bahn. Warten Sie mit?
Ich hab mich gefragt, ob wir das überhaupt dürfen.
Was meinen Sie? - Zusammensitzen und reden.
Als Geheimdienstmitarbeiter oder Mann und Frau?
Ich bin verlobt. - Also dürfen wir miteinander reden.
Sie sind vergeben und glücklich dabei.
Was machen Sie hier? Ist das eine Überwachung?
Kaffeeflecken gehen schwer raus. Das ist eine Art Entschuldigung.
Die Farbe könnte Ihnen stehen.
Das kann ich nicht annehmen. - Der Verlobte?
Nein.
Dann darf ich Sie vielleicht zum Essen einladen?
Das geht doch nicht. - Warum nicht?
Eine Flasche Roten, Silvio. - Gern.
Wer ist denn die schöne Frau? - Das ist Fräulein Schmidt.
Ah, la Signorina Schmidt.
Es ist mir eine Freude, Sie begrüßen zu dürfen.
Am Nachthimmel sind Sie der strahlendste Stern.
Signorina, Wolfgang.
Sagt er das zu jeder Frau, die Sie mitbringen?
Ich gebe großzügig Trinkgeld. - Ihm oder den Frauen?
Was mache ich jetzt damit?
Es bei der Nächsten versuchen.
Und wenn die klein ist wie ein Blumentopf?
(Toni lacht) Unwahrscheinlich.
Na ja.
Hm, hatte bestimmt nur Hunger.
Danke schön. (Spricht Italienisch)
Wir nehmen die Muscheln. (Spricht Italienisch)
Oh, das war unhöflich. - Ich mag Muscheln.
Na dann, auf alle Muscheln dieser Welt.
Und natürlich auf Sie.
Prost.
Entschuldigen Sie. Sie sind Antonia Schmidt?
Woher wissen Sie das?
War Stefan Schmidt, Jahrgang 1927, Ihr Bruder?
Verzeihung, wer sind Sie? - Stefan hat mir Ihr Foto gezeigt.
An der Front. Er hat von Ihnen geschwärmt.
Wie heißen Sie?
Es tut mir so leid. - Was meinen Sie?
Was wissen Sie über Ihren Bruder? - Er wird vermisst.
Er kommt nicht wieder.
(stockend) Ich sah, wie er erschossen wurde.
Als Deserteur. - Ich möchte wissen, wer Sie sind.
Er ist tot.
Ich glaub Ihnen nicht. Wie können Sie das sagen?
Ich weiß es.
Im Krieg gab es viele Verwechslungen.
Ich...
habe Stefan Schmidt auf Befehl erschossen.
Warten Sie!
*Düstere Klänge*
Ah!
Wie kommt er dazu, so etwas zu erzählen?
Für mich klingt das reichlich dubios.
Warum erzählt er es dann?
Solange das nicht bewiesen ist,
gehe ich davon aus, dass unser Sohn lebt.
Wir geben die Hoffnung nicht auf.
Lass dich durch so etwas nicht aus der Fassung bringen.
*Räuspern* Herr Schmidt...
Ich arbeite für den Verfassungsschutz.
Ich kann in den Archiven schauen, ob die Geschichte stimmt.
Das könnten Sie? - Ich danke Ihnen.
Aber... - Papa, bitte.
Das wäre doch eine große Hilfe für uns.
Geh jetzt besser ins Bett, ja?
Und uns hole ich was zur Beruhigung.
Entschuldigen Sie mich. - Natürlich.
Ich hoffe, Sie können schlafen.
Danke für die Einladung.
Und dass Sie nach Stefan sehen.
Gute Nacht. - Gute Nacht.
*Angespannte Musik*
*Er entkorkt die Flasche und gießt ein.*
Warum lädt ein Verfassungsschutzler meine Tochter zum Essen ein?
Sie haben sich die Tätowierung weggeschossen.
Waffen-SS oder Totenkopf?
Waffen-SS.
Und welche Rolle spielt Otto John?
Er hat mich auf Sie angesetzt. Ich hab alles über Sie gelesen.
Warum sind Sie dann hier? Was wollen Sie von mir?
Ihre Tochter wird keine Ruhe geben.
Mit meiner Hilfe begraben Sie die Geschichte.
Indem Sie Ihren Sohn begraben.
Was haben Sie davon?
Mit Leuten wie John an der Macht geht Deutschland zugrunde.
Dafür haben wir nicht gekämpft.
*Düstere Musik*
(Wolfgang) Woher kommt das Geld?
Von meiner Mutter.
Wann verlässt Brunner das Land? - Wer ist Brunner?
SS-Hauptsturmführer Alois Brunner, geboren 1912.
Kenn ich nicht.
Sie überschreiten Ihre Befugnisse.
Er hat recht. Lassen Sie ihn los.
Das muss ich meinem Anwalt sagen. - (Otto) Was denn?
Dass wir uns freundlich und ohne Vorkommnisse unterhalten haben?
Ich hab Verbindungen nach oben. - Ach? Erzählen Sie mal.
*Tür wird aufgeschlossen.*
*Schritte entfernen sich.*
*Tür wird verschlossen.*
(Radio) Der Soldat Erich Joster, geboren am 14.02.1915 in Kirchberg,
Österreich, wird gesucht von seiner Mutter Joster, Hilde...
*Radio verstummt.*
Tonis Bekannter hat Zugang zu Wehrmachtsakten.
Nein. Nein! - Er hat recherchiert...
Nein, nein, nein! Bitte nicht!
Bitte nicht! Nein! Bitte nicht! - Sch, sch, sch...
Mein Gott, bitte nicht!
Sch, sch, sch.
Bitte...
Oh Gott. Nein, nein.
Bitte nicht. Nicht. Nicht. Bitte...
(weinend) Ich will nicht mehr. Ich will nicht.
Ich will ein richtiges Begräbnis.
Es wäre nur ein leerer Sarg, Else. - Aber er war ein Held.
Er ließ seine Kameraden im Stich.
Hat er nicht! Der Krieg war doch längst verloren!
Er war ein Kind.
Er wollte bloß leben.
Er wollte einfach nur leben.
Darum werden wir uns angemessen verabschieden.
Ist das klar?
*Schluchzen*
*Telefon klingelt.*
Berns. - (Frau) Herr Berns?
Ja. - Langhammer. Universitätsklinik.
Wir haben Ihre Tochter in Behandlung.
Meine... Tochter?
Ja.
Meine Tochter ist tot.
Sie ist bei uns in Behandlung. Ich soll Ihnen Bescheid sagen.
Kommen Sie her?
Ich komme.
*Düstere Musik*
(Man versteht die Männer nicht)
Bald bist du wieder gesund.
Hallo. - Hallo.
Ich hab dir was mitgebracht.
Hm?
Du sagtest nie, dass du ein Mädchen bist.
Du hast nie gefragt.
Warum? - Dann lassen mich die Schweine in Ruhe, sagte Mama.
Wo ist Mama?
Wollte ein paar Tage weg, mit meinen kleinen Geschwistern.
Kam nicht wieder.
Was ist mit deinem Auge?
Wollte Geschäfte machen. - Das bekommt dir nicht.
Der Mann war wieder in der Wohnung, hat seinen Zettel gesucht.
Welchen Zettel?
Ich will deine Uhr und das Motorrad.
Uhr und Motorrad für einen Zettel, den du nicht hast?
Wer sagt das? - Zeig ihn mir.
Ich hab alles notiert. - Das soll ich glauben?
Ich hätte es zweimal verkauft, an dich und an ihn.
Heimann hat das Original? - Er hat es verbrannt.
Else, bitte iss was.
*Es klingelt.*
Ich hab Noah Bescheid gesagt.
*Bedrohliche Klänge*
Was wollen Sie hier? - Ich bin Noah Berret.
Du hast hier nichts verloren. Verschwinde. Für immer.
Er war mein Sohn. - Ich zog ihn auf, brachte ihn durch.
Ich habe Else die Schande erspart und dir auch.
Stefan war mein Sohn.
Für den Erhalt deiner Drecksrasse braucht's eine jüdische Mutter.
Stefan war ein deutscher Junge, durch und durch!
Papa!
Gerd, Gerd... - Stefan war mein Sohn. Mein Sohn!
*Dramatische Musik*
*Musik steigert sich*
Untertitel von textimbild im Auftrag des WDR 2023
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