All language subtitles for Der Bergdoktor-Kindeswohl - Bergkino (S18_E04).deu

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Original subtitles

* Lied: "Patience" von Take That *

* ruhige Gitarrenmusik *

Dr. Martin Gruber

Hans Gruber

Lisbeth Gruber

Lilli Gruber

Warum haben wir beide das nicht geschafft?

Er hatte eine Idee für unsere Zukunft als ich.

(Vera) "Dr. Gruber. Es geht noch mal Josie."

Keine guten Neuigkeiten.

Wir wissen jetzt, was du hast.

Cryopyrin-assoziiertes periodisches Syndrom, CAPS.

Das wird dein Leben deutlich beeinträchtigen.

Ich kann daran sterben?

Ich werde dich vermissen. - Ich dich auch.

Wie geht's ihr? Sie spricht nicht mehr mit mir.

Brauchst du eine Aufheiterung? Ja.

Magst mich heiraten? Ja, ich will. Ich will.

Wow. Ist es okay für dich?

Ich freue mich. Mama, ich bin krank.

Ich bin richtig krank, Mama.

Kannst du bitte ganz ehrlich zu mir sein?

Ja.

Du hast vorhin gesagt,

diese Medikamente können die Krankheit eindämmen.

Heißt das, dass die Krankheit nicht heilbar ist?

Genau. Diese Krankheit ist nicht heilbar.

Aber behandelbar medikamentös, und damit kann man ... leben.

Aber heißt das, dass sie ... lebensbedrohlich ist?

Unter Umständen, ja.

Aber schau, sie ist topfit, wir haben keine Vorerkrankungen,

und wir gehen von einem kontrollierbarem Verlauf aus.

Ach, Schatz.

Also, in ganz seltenen Fällen kann es lebensbedrohlich werden.

Es geht um die Entzündungen.

Wenn wir die nicht in den Griff kriegen,

dann werden unter Umständen die Organe angegriffen.

Aber das ist im schlimmsten Fall,

und es ist ganz selten, verstehst du?

Das ist ganz selten.

Wir müssen zuversichtlich sein und positiv,

gerade auch für Josie, hm?

* Handy klingelt. *

Hans.

Hans? Nein, ich habe dich nicht vergessen.

Ich bin gerade noch bei Karin und Josie.

Ja, ich komm gleich. Bereit schon mal alles vor. Ciao.

Kletterkurs mit den Kletterkids, Erste Hilfe.

Und wann kommst du wieder zu uns?

Sobald ich kann.

* bedrückte Musik *

Martin, der Hans hier. Wie ist die Lage?

Verdacht auf Fraktur Oberschenkel. Wir brauchen 'nen Bergesack.

Okay. Verletzter Wanderer im steilen Gelände.

Ihr lasst euch runter und unterstützt den Martin.

Mir machen zwei Gruppen. Wer will in die erste?

Ich will als Erster runter. - Das war ja klar.

Hey, Luis, jetzt hör mal auf. Ist doch in Ordnung.

Der John, Luis, Lea und du dahinten und du,

ihr seid die erste Gruppe und macht euch bereit zum Abseilen.

Okay, und wir bauen den Flaschenzug auf. Gut?

Also, Klettergurte noch mal alle kontrollieren. Auf geht's.

* fröhliche Musik *

Super.

Warte, warte, warte, warte. Belastungscheck?

Okay, ja. Tipptopp. Super.

Passt's? Ja.

Genau schauen, sicherer Tritt.

Langsam. Gut. * Der Jugendliche hustet. *

* schweres Atmen *

John? Ist alles okay?

Geht's? John?

Alles gut?

* Fiepen *

Brauchst du Hilfe? John? John!

Ich hab's ja gesagt. - Luis, Hör auf.

* Keuchen *

Hey, John! Schlaf mal nicht ein. - Luis, ist gut jetzt.

Gut. Dann komm runter.

Okay.

Gut. Mach den Druckverband nicht zu fest.

Damit das Blut zirkulieren kann. Ja. Genau.

Der Flaschenzug ist fertig.

Ist der Patient transportbereit?

Patientenversorgung abgeschlossen. - Sack zu. Jede Sekunde zählt.

Gut. So, und jetzt genau arbeiten.

Schön Klett auf Klett.

Unten bei den Füßen aufpassen. Die Gurte kommen über Kreuz.

Später geh ich auch zur Bergrettung.

Kannst du denn Ski fahren? Ja, klar.

Klettererfahren bin ich auch.

Wart erst mal ab. Bist ja noch jung.

Du brauchst für die Bewerbung mindestens Schwierigkeitsgrad 5.

Ja, kann ich doch.

Okay.

Na, dann hoch mit ihm.

Ja, vielleicht erst mal in aller Ruhe einklippen?

Fertig.

Sicher? Ja.

Gut. Dann los.

Und ... Zug! Jawohl. Und ... Zug!

Super macht ihr das. Und ... Zug! Und noch einmal.

Und ... Zug! Und noch mal. Super.

Und ... Zug! Jawohl.

Und ... Zug!

(Luis) Fuck, Mann! - John.

Hast du den Karabiner nicht gecheckt?

Langsam. Alles okay?

Ist alles gut. War nur der Bergesack.

Deswegen ist es wichtig, alles in Ruhe zu machen und zu checken.

Alter, du baust echt nur Scheiße!

Ja, ist ja gut.

Okay. - Mach dir nichts draus, hm?

Hans, Martin, vielen Dank, dass ihr uns gezeigt habt,

wie so ein Einsatz bei der Bergrettung abläuft

und wie man Erste Hilfe leistet.

Ja, sehr gerne. Heute ist zwar nicht alles glatt gelaufen,

würd ich sagen, aber ihr bleibt einfach am Ball.

Erste Hilfe ist wichtig. Wir sehen uns beim nächsten Mal.

Ja. So ist es. Ihr habt's gehört.

Equipment zusammenräumen, und dann sehen wir uns morgen wieder.

* Husten *

Tausend Dank. Passt.

John? Ja, ja.

Na ja, es war nicht sein Tag heute.

Ja. Sein Husten ist mir vorhin schon aufgefallen.

Hat er den schon länger? Ja, schon 'ne ganze Weile.

Schick ihn mir in die Praxis. Ich würd das abklären.

Okay. Danke.

Ciao. Ciao, ciao.

Na, wie war's?

(seufzt) Ach, John. Das kann schon mal passieren.

Aber immer nur mir.

Was ist denn?

Es lief nicht ganz so gut.

Hunger? - Nein.

Sicher? - (genervt) Ja.

Ganz sicher? - He!

Wo ist der Ball?

Bist du eigentlich noch kitzlig?

(mit hoher Stimme) Ich gewinne, ich gewinne!

Sonst habe ich mit dem Abseilen nie Probleme.

Aber wenn ich morgen abkacke...

Hey, das schaffst du schon.

Na klar. Ganz sicher. - So, bitte.

Ich will die hier wieder nehmen.

Aber heute Morgen warst du noch einverstanden,

dass wir die zwei Wochen lang weglassen.

Nur bis ich Grad 5 hab. Sonst pack ich das nicht.

Und wenn du's packst, denkst du, es liegt an den Tabletten

und nicht, weil du was aus eigener Kraft schaffst.

Mach dich nicht von so 'nem Zeug abhängig.

Du schaffst das auch ohne.

Du, wegen nächstem Wochenende.

Wie wär's mit der Tour von Scheffau rauf zum Brandstadl?

Hast du Bock?

Eine schöne Mountainbike-Tour.

Hey!

John!

Jetzt lass ihn doch.

Er fährt bestimmt zu ihr.

Jetzt lass ihn, hm?

Komm.

(Frau) Dann machen wir das so. Ich freue mich auf Sie.

Ich freue mich auch sehr.

Bis morgen. Tschüss. - Tschüss.

Mission accomplished!

Glückwunsch. - Danke.

Ich kann ab morgen schon anfangen.

Erst mal halbtags, und Margit hat gesagt,

meine Therapie ist kein Problem.

Und bei dir?

Ich habe verkackt, weil ich zu hektisch war.

Oh, das tut mir leid.

Sag Katharina, wenn sie dir die Tabletten nicht gibt,

rufst du bei Nowotny an. - Das gibt nur noch mehr Stress.

Dann ... frag deinen Kinderarzt, ob er dir ein Rezept ausstellt.

Ja, das kriegt Katharina doch mit.

Irgendeinen anderen Arzt, den du fragen kannst?

Ja, ich glaube schon. - Ja?

Hä? Wollten wir nicht noch ein Eis essen?

Nächstes Mal. Ich ruf dich an.

Okay.

Ich weiß, Herr Wimmer.

Herrgott, ja, ich weiß es doch.

Wir sprechen einfach nachher in Ruhe darüber, ja?

Gut. Bis später.

Immerhin hat er einem Gespräch zugestimmt.

Das ist gut, ja? Aber er hat mitbekommen, dass du

bei der Genossenschaft einen besseren Deal angefragt hast.

Ja. Er genießt es, dass er am längeren Hebel sitzt.

Das ist klar.

Aber Caro, wir brauchen den Deal. Ich weiß.

Na, meine Chefinnen? Alles in Ordnung?

Ja, Oberchef. Alles bestens.

So mag ich das.

Na, dann.

Sag mal, kann ich auch mitkommen zum Wimmer?

Das musst du nicht. Ich habe uns das eingebrockt, ich regele das.

Und mit dem Wimmer komme ich schon alleine klar.

Das glaub ich dir, aber es betrifft auch die Gruber-Milch.

Direkt. Deswegen würd's mich interessieren.

Gut. Wenn das so ist, dann, äh...

Ja, bis später. Cool.

Frau Preisenhammer!

Ihr Rezept. - Danke schön.

Gute Besserung. - Danke. Ciao. Hallo.

Hallo. Magst du zum Doktor?

Okay. Dann komm mal mit.

Hast du deine E-Card dabei? - Äh...

Nee, sorry, habe ich zu Hause vergessen.

Kein Ding. Kannst du auch nachreichen.

So, da ist die Frau Preisenhammer.

John. Hi.

Äh, könnten Sie sich das vielleicht doch noch mal anhören?

Klar. Bitte.

Einatmen, halten, ausatmen.

Danke. Jetzt flüstere einmal "66".

66.

Flüstern, John. Flüstern.

(flüstert) 66.

Ja. Gut, dann verschreib ich dir einen schleimlösenden Hustensaft,

und du kriegst 'ne Überweisung in die Klinik.

Da machen wir 'nen Lungen-Röntgen.

Ich hör so ein Pfeifen,

und dieses Pfeifen könnte auf eine Bronchopneunomie hindeuten.

Das ist eine Lungenentzündung unter Beteiligung der Bronchien.

Einmal zu mir schauen, bitte.

Okay. Fieber hast du keins.

Gut. So, und du willst Bergretter werden?

Ja. Ich bin die ganze Zeit in den Bergen, wegen der Action.

Ich muss morgen Grad 5 schaffen.

Richtig, hat ja der Hans schon gesagt.

Brauchst du sonst noch was?

Äh, ja.

Gibt's hier noch 'ne Toilette? Draußen rechts.

Rezept und Überweisung kriegst du von Herrn Kästner.

Alles klar? Ciao.

Dein Rezept und die Überweisung zum Röntgen.

Mhm. - So, dann hätten wir's auch.

Auf der Toilette im Waschbecken, da ist 'ne richtig fette Spinne.

Also, wenn Sie mal nachschauen? - Ja, okay.

Die hat wahrscheinlich mehr Angst vor dir als du vor ihr.

* unheilvolle Musik *

Herr Kästner, ähm...

Der ist gerade aufm Klo. Okay.

Genau, wenn deine Eltern noch irgendwelche Fragen haben,

können sie mich anrufen. Ja. Sag ich ihnen.

Okay. Du hast sie verscheucht.

Da war gar keine Spinne.

Ach so. Ja, dann passt ja alles.

Alles klar. Wir sprechen, ja? Ciao.

Hier.

Ah. Sie möchten bitte die Frau Dreiocker zurückrufen.

Die Rezepte.

* lauter Pfiff *

Junge, wenn du schon einen Rezeptblock klaust,

dann brauchst du die Suchtgiftvignette und den Stempel.

So. Jetzt gehen wir rein und rufen deine Eltern an.

Pflegeeltern.

Komm.

* ruhige Musik *

Hallo.

John ist nicht da. - Ich will auch mit Ihnen reden.

Sie können nicht unangemeldet hier auftauchen.

Und ob ich das kann.

Bis nächste Woche Donnerstag. Fünfzehn Uhr.

Er hat was gemacht? Aha. Okay.

* Türklingel *

Ähm, ja. Ja, ja, wir kommen.

* Türklingel * Was ist denn?

Frag nicht. Komm.

Wer klingelt denn da?

Mhm, das willst du nicht wissen. * Türklingel *

Frau Fischer, es geht nicht, dass...

Nein. Wir haben jetzt keine Zeit.

Das, was Sie mit Johnny machen, ist Psychoterror.

Was Sie mit uns machen, auch. - Hey!

* bedrückte Musik *

So. Da wären wir.

Danke, Oma.

Jetzt erst mal die Hausaufgaben machen.

Versprochen.

Ach, Sophia. Jetzt sei doch nicht so traurig.

Er war echt cool.

Ja. Ich weiß.

Aber die zwei waren einfach nicht mehr glücklich miteinander.

Sie tut so, als wäre das kein Problem,

dass der Paul nicht mehr da ist.

Ja, weil sie will eben stark sein vor dir.

Jetzt komm. Geh weiter.

Ja, sie braucht dich jetzt wirklich.

Ich schau nach ihr, Mama.

Du klaust 'nen Rezeptblock? Was soll das denn?

Tickst du noch ganz richtig?

Müssen Sie jetzt die Polizei rufen?

Ich sag mal so. Der Rezeptblock ist wieder da.

Ohne Suchtgiftvignette und Stempel wäre er nicht weit gekommen.

Lassen wir's gut sein, John?

Wenn sie mir's Domethyl nicht gibt. - John!

Domethyl? Du hast ADHS? Ja.

Okay.

Ich würd vorschlagen, wir setzen uns erst mal.

Domethyl bei ADHS.

Frau Fischer, darf ich Sie fragen, warum Sie dagegen sind,

dass John seine Medikamente nimmt?

Ja, weil die ihn krank machen.

Also, Erkältungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Durchfall,

Mittelohrentzündung, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen.

Seit er Domethyl nimmt, wird es immer schlimmer.

Ich kann mich besser konzentrieren. - Was ist mit dem Island-Urlaub?

Da hat er seinen Rucksack im Flugzeug vergessen

und musste eine Woche auf die Medikamente verzichten.

Es ging ihm prächtig.

Deswegen wollten wir es 'ne Weile absetzen.

Du warst damit einverstanden. - Ich habe meine Meinung geändert.

John!

Entschuldigung.

Es tut mir wahnsinnig leid, das alles.

Er hat noch nie was geklaut.

Offensichtlich hat er 'ne Not, der junge Mann.

Frau Fischer, meiner Meinung nach

überwiegen die Vorteile solcher Medikamente bei ADHS.

Ja, wenn es sich dabei überhaupt um ADHS handelt.

Frau Fischer, als die Diagnose bei ihm gestellt wurde,

war er da bei 'ner andern Pflegefamilie?

Ja. Die sind gar nicht mit ihm zurechtgekommen.

Aggressives Verhalten, Tobsuchtsanfälle.

Na, da gibt man eben Pillen, und dann ist Ruhe, ne?

Gut, zum einen muss man sagen, dass bei einer ADHS-Diagnose

strenge Kriterien erfüllt werden müssen.

Zum anderen ist es so, dass er sagt, er fühlt sich wohl damit.

Es gibt Fälle von Überidentifikation.

Die Kinder merken, dass was nicht stimmt,

und glauben, durch die Tabletten kriegen sie die Kontrolle zurück.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Was denn?

"Wieder so 'ne hysterische Mutter, die alles besser weiß."

Nein. Im Gegenteil. Ich sehe eine besorgte Mutter.

Wurden bei ihm auch modale Therapien ausprobiert?

Sozialtraining, Ernährungsumstellung und so?

Nein. Es wurden nie körperliche Ursachen ausgeschlossen.

Nein? Bildgebende Verfahren? MRT, CT, so was?

Nix.

Whoa, whoa, whoa, alles gut?

John, was ist los? Mir ist schwindelig.

Hast du das öfter? Ja, wenn ich Kopfschmerzen hab.

Darf ich mal kurz?

Tut das weh?

Okay, dann machen wir zusätzlich zum Thoraxröntgen ein Schädel-CT.

Sobald ich die Termine habe, dann melde ich mich.

Okay. Benno?

Ja. Vielen Dank. Danke. Ruh dich aus, John.

Frau Fischer. Danke.

Sehr gern.

Na dann.

Warte mal, warte, warte, warte.

Wir haben Glück, dass Dr. Gruber dich nicht anzeigt.

Aber du musst dich entschuldigen. Das ist das Mindeste.

Wie kommst du denn auf so was eigentlich?

Du bist doch kein Dieb.

Soll ich das Jugendamt anrufen und denen gesagt,

dass ihr mir das Mittel nicht gebt?

Du hast mit Jenny gesprochen. - Das war allein meine Idee.

(Benno) Habt ihr telefoniert?

Oder habt ihr euch heimlich getroffen?

Du, sie, wir und das Jugendamt, wir haben alle einen Plan gemacht

für 'ne behutsame Wiederannäherung.

Daran soll sie sich gefälligst halten.

Sie arbeitet an sich. Sie hat 'nen neuen Job.

Sie sagt, ich bin so was wie ein Kraftgeber für sie.

Schau mal, John ...

ihr habt euch sieben Jahre lang nicht gesehen.

Und ehrlich gesagt, wir glauben,

dass dich das eher überfordert, das Ganze.

So. Also, John Fischer, 14 Jahre alt,

toller Junge, bekam seine Diagnose mit sieben.

Therapie? Methylphenidat.

Er ist extrem infektanfällig.

Seine Pflegemutter glaubt, es liegt an den Medikamenten.

Das ist unwahrscheinlich.

Für wie wahrscheinlich hältst du eine ADHS-Fehldiagnose?

Die Diagnose hat sich stetig verbessert.

ADHS ist keine Modekrankheit. Das stimmt.

Was ist mit der Pflegemutter?

Sie versucht, alles richtig zu machen.

In meinen Augen ein bisschen überengagiert.

Einer müsste drücken. Das stimmt.

Wenn man so ein Pflegekind hat,

verpasst man ja die ersten Lebensjahre.

Es ist wichtig, mit der Intuition zu arbeiten.

So haben wir das gemacht bei Jens-Torben.

Ihr habt alles richtig gemacht. Wie ist dein Eindruck?

Von Jens-Torben? Nein, von John.

Ja, seine rezidivierenden Infekte und sein geschwächtes Immunsystem

könnte auf eine systemische Erkrankung hindeuten.

Die können aber unabhängig von einer ADHS-Diagnose auftreten.

Ja. Ich würd's gern abklären. Kriegen wir noch 'nen CT-Slot?

Martin, das ist so gut wie unmöglich.

Alexander. Na gut. Schon passiert.

Ja, Lungen röntgen und CT vom Kopf. Was weiß ich.

Ja, im Krankenhaus.

* Klopfen *

Ja?

Dr. Gruber hat angerufen. Wir können direkt in die Klinik kommen.

John? - Ja, ich komm gleich.

Ich muss auflegen.

Ja. Bis dann.

Frau Fischer. Hallo.

Hi, John. Dr. Kahnweiler wartet schon auf uns.

Entschuldigung!

Hallo, ich bin Jenny Luckau, die Mutter von Johnny.

Hallo, ich bin Dr. Gruber, der behandelnde Arzt.

Was genau haben Sie mit meinem Sohn vor?

Wir machen ein Röntgenbild und ein CT und...

Ein Blutbild. Ein Blutbild.

Kann ich die Genehmigung vom Jugendamt sehen?

Ist nicht da?

Das heißt, Sie und Ihr Mann haben nur die Alltagsfürsorge?

Ja, das war nie ein Problem.

Genau, und nicht die Gesundheitsfürsorge.

Was bedeutet, Sie dürfen einen Eingriff

in Johnnys körperliche Unversehrtheit

nicht ohne Einwilligung des Jugendamts durchführen.

Ich ruf Herrn Nowotny an. Der kennt uns gut.

Der regelt so was schnell und unbürokratisch.

Mailbox. Es tut mir leid. Ich regele das, ja?

Okay. Wäre nur gut gewesen, sonst hätte jemand anders den Termin...

Alles fein. Wir kriegen's hin, ja?

Sorry. Alles gut.

Ja, John? Frau Luckau.

Erst mal schön, Sie kennenzulernen.

Eine Frage: Meinen Sie, dass das gerade sehr klug war?

John hat ADHS, und die sperren seine Medikamente weg.

Finden Sie das gut?

Grundsätzlich nicht, wenn man jemandem

seine Medikamente wegsperrt, wenn er sie braucht.

Das wird sich noch herausstellen.

Ich versuch, John zu helfen, und ich habe das Gefühl,

es wird mir ein bisschen schwer gemacht.

Bald entscheide ich wieder, was gut für Johnny ist und was nicht.

Wiedersehen. Auf Wiedersehen.

Martin, mein einziger Freund.

Ich will ja nicht drängeln, aber das CT...

Es wird kein CT geben, Alexander.

Die Mutter und die Pflegemutter sind sich nicht einig

wegen Alltagsfürsorge und Gesundheitsfürsorge.

Es tut mir leid. Gut.

(Mann) Das war nun mal ganz klar ausgemacht, Frau Pflüger.

Sie bestätigen fristgerecht, und der Deal steht.

Ich habe lediglich ein Angebot der hiesigen Genossenschaft

für das Futtergetreide eingeholt.

Um die Konditionen zu prüfen.

Das ist legitim. - Ohne mich vorher zu informieren.

Herr Wimmer, das ist ein üblicher Vorgang.

Dem stimmen Sie mir doch zu, oder?

Ich arbeite mit Ihrem Vater seit fast 20 Jahren zusammen.

Ein kleiner Anruf vorher wäre ja schon mal 'ne Idee gewesen.

Ah, jetzt versteh ich. Darum geht's Ihnen also?

Um Ihre Befindlichkeiten.

Herr Wimmer, das ist absurd. Es geht hier ums Geschäft.

Caro.

Wenn wir wieder zusammenkommen wollen,

wären das hier die Konditionen.

Die Preise sind zehn Prozent über den bisherigen.

Die bisherigen Preise waren ein Deal unter Freunden.

Aber da Sie diese Freundschaft ja unbedingt aufkündigen mussten,

nehmen Sie es an, oder lassen Sie es bleiben.

Wissen Sie was, Herr Wimmer?

Sie können mich mal.

* Tür knallt zu. *

Recht temperamentvoll, deine Tante, hm?

Können wir zwei die Emotionen einfach außen vor lassen?

Liegt nicht an mir, Lilli.

Wir können uns halt auch nicht erpressen lassen.

Und du sprichst jetzt hier in welcher Funktion?

Als Mitarbeiterin des Landhandels.

Und weil's die Gruber-Milch direkt betrifft als Gruber.

Irgendwelche Vorschläge?

Ich glaube, dass wir alle

mit einem Aufschlag von zwei Prozent gut leben könnten.

Fünf.

Zwei.

Mit dem Landhandel als Partner wird die Gruber-Milch

in den nächsten Jahren ziemlich expandieren.

Wir werden viel Futtermittel brauchen,

wenn wir den Viehbestand erhöhen.

Es wäre schade, wenn Sie da nicht dabei wären.

Hey, Papa. Hat echt Spaß gemacht. Find ich auch.

Aber Mathe kann die Oma besser erklären.

Von wegen. Doch.

Ach, Schmarrn! Doch.

Ah, du.

Sie sagt, sie ist stabil.

Sie will kooperieren. Von wegen.

Ach, Kathi, du hattest nun mal die Genehmigung nicht.

Das war doch noch nie ein Problem. Johns Vormund vertraut uns.

Sonst du bist immer so gründlich. Was ist denn los mit dir?

Hast du an die Scheißgenehmigung gedacht?

Nein! Dann spar dir das. In Ordnung?

Okay.

Okay.

Ich habe an Nowotny geschrieben, dass er anrufen soll,

bevor Jenny diesen ganzen Vorfall morgen meldet.

Eigentlich sollten wir sie melden!

Besuchstermin, einmal im Monat nach Absprache.

Struktur war ja noch nie so ihr Ding.

Woher wusste sie eigentlich, dass John im Krankenhaus ist?

Ich bin so blöd.

* Klopfen *

Ja?

Können wir kurz sprechen?

Sag mal ... hast du Jenny gesagt, dass du ins Krankenhaus fährst?

John, ich habe das Gefühl, seit sie wieder da ist,

läuft's nicht so richtig gut zwischen uns, hm?

Okay.

Ich mache mir was zu essen. Willst du auch was? Paar Proteine?

Willst du was haben? Soll ich dir was machen? Nein?

Okay.

* Fiepen *

* bedrückte Musik *

* Er stöhnt leiderfüllt. *

So, 'n Abend. Hey.

Die besten Patienten kommen zum Schluss.

Wie geht's ihr? Besser.

Ähm, sie wohnt jetzt fürs Erste bei mir.

Ist doch super. Ja.

Dann habt ihr Zeit füreinander. Ja.

So.

Wie fühlst du dich? Wie ausgekotzt.

Okay, Fieber ist gesunken, Blutdruck ist zu niedrig,

aber du liegst im Moment auch nur rum.

Sauerstoffsättigung, Puls...

Ja, so weit okay.

Ich sag mal so. Die Episode dürfte bald mal vorbei sein.

Ah, echt? Super. Und für wie lange?

Schwer zu sagen. Vielleicht ein paar Tage, eine Woche.

Kann ich dann auf den Hof gehen?

Lass mal ganz kurz hart nachdenken... Äh, nein.

Schonung, Josie, Schonung. Okay?

Gut.

Ich geh jetzt mal in die Küche. Ich komm gleich nach.

Gut, das Medizinische verstehe ich nur zur Hälfte,

aber das ist eine Studie... Genau.

In der dieses Medikament...

Azathioprin. Azathioprin.

Ja, in der das ausprobiert wird.

Na ja, "ausprobiert" ist nicht ganz richtig.

Der Wirkstoff hat schon zwei Stufen der Zulassung durchlaufen

mit sehr guten Ergebnissen.

Aber hier ist 'ne ellenlange Liste von Dingen,

die sie alle unterschreiben muss, falls es zu Komplikationen kommt.

Ja. Aber so ist es bei Studien.

Zur Absicherung. Das ist ganz normal.

Und der Wirkstoff ist auf gute Verträglichkeit ausgelegt.

Okay, das heißt, du plädierst für die Studie

und gegen Kortison und MTX? Mhm.

Es geht um die Nebenwirkungen.

Kortison, hochdosiert, hat unter Umständen

chronische Schlaflosigkeit zur Folge, was nicht gut wäre.

MTX hat die Nebenwirkungen Kopfschmerzen,

Schwindel, Übelkeit.

Aber du hast doch gesagt, dass es eine wirksame Therapie ist?

Ja. Azathioprin ist ganz genauso wirksam,

nur mit geringeren Nebenwirkungen.

Das ist eben das Neue an diesem Medikament.

Okay. Und wer entscheidet jetzt, was besser ist? Du?

Nein. Die Josie muss das entscheiden.

Für sich, ob sie's machen will.

Sie ist volljährig,

und am besten schläfst du mal drüber und redest mit ihr.

Und gibst ihr Raum, dass sie diese Entscheidung treffen kann.

Was soll das heißen?

Du musst ihr Raum geben. Ja, ich geb ihr eh Raum.

Ich bin ihre Mutter. Ja. Ich weiß. Das ist gut so.

Aber du machst dir Sorgen, und das ist nicht gut.

Okay? Ich fahre jetzt nach Hause und habe das Handy an,

falls was irgendwas ist. Hat's geschmeckt?

Extrem gut. Schön.

Abgesehen von dem Fehler vom John war das doch eine ganz gute Sache.

Eine ordentliche Übung, oder? Absolut. So was muss man machen.

Sag mal, dieser John. Wie lang ist der schon bei den Fischers?

Hm... Drei, vier Jahre.

Die Kathi hat damals extra ihre Festanstellung

bei aufgegeben, damit immer einer zu Hause ist.

Und fühlt er sich wohl bei denen?

Ja, die unternehmen viel mit ihm. Reisen, mountainbiken, wandern.

Hm. Ich glaub, die sind gute Eltern.

Du, mal was anderes. Wie geht's denn der Josie?

Geht so. Mhm.

Aber gut, dass du's ansprichst.

Es ist die Frage, was wir mit dem Bachmeier-Hof machen.

Im Moment kann sie's nicht selber machen.

Jetzt kümmert sich der Nachbar ein bisschen, aber nicht auf Dauer.

Ähm, ich dachte mir, ich frag dich mal,

ob du vielleicht Lust hättest, dich da zu involvieren?

Hm? Mhm.

Über was für einen Zeitraum reden wir da?

Ja, äh ... mitunter

können's Monate werden.

Aha.

Ja.

* sanfte Musik *

Ja, ungefähr noch zehn Minuten. Mhm.

Und dann muss sie noch ruhen, eine Viertelstunde.

Was sind wir eigentlich?

Wir ... sind Freunde,

die 'nen schönen Abend miteinander verbringen, würd ich sagen?

Schade.

Ich hätte irgendwie gedacht, dass wir vielleicht Freunde sind,

die wissen, dass sie mehr sind als Freunde.

Die kann auch noch ein bisschen länger ruhen, die Lasagne.

Die schmeckt auch lauwarm.

* romantische Musik *

Ja. Genau. John Luckau ist mein Patient.

Okay. Bin weg, Mama. Ja.

Ja. Das würde uns erheblich helfen.

Genau. Danke. Wiederhören.

Also, ciao.

* Hupen *

Hi, Papa. Hi.

Da hat ja wohl jemand keine Lust auf Schule, hm?

Ich weiß auch nicht, was ich da unten soll.

Aber du kannst doch nicht einfach blaumachen.

Wir haben super gelernt gestern. Keine Ahnung.

Wenn ich bei euch bin, dann ist das alles nicht so kompliziert.

Also, erstens habe ich dich furchtbar lieb.

Zweitens fahren wir sofort wieder in die Schule.

Komm, das geht sich gerade noch aus.

Und drittens müssen wir versuchen, das irgendwie hinzukriegen.

Hier. Nimm deine Tasche. Los. Geh weiter.

Josie, guten Morgen. Der Hans Gruber hier.

Ich wollt dich fragen,

ob wir uns heute zusammen euren Hof anschauen.

Dann die Reepschnur um das Seil.

Und ein ... zweimal durch die Schlaufe.

Und wenn jetzt Spannung aufs Seil kommt, klemmt er ab.

Tipptopp. Und wie löst man ihn wieder?

So. - Genau.

Was sag ich? Du hast es drauf.

Ach, meine Videokonferenz ist abgesagt.

Ich kann heute kommen und dich anfeuern.

Mama kommt auch. - Nach der Nummer gestern?

Sie will nur zuschauen. - Nicht ihr Ernst.

Hast du deinen Hustensaft schon genommen?

John, dein Hustensaft?

Vielleicht ist's ja besser,

und er entspannt sich, wenn sie da ist.

Sie legt's doch darauf an, uns zu provozieren.

Geht's darum, dass sie nicht "gewinnt"?

Oder geht's um John?

Um John natürlich. - Ja, eben.

Was ist jetzt? Kann Mama kommen?

Ich?

Ähm ... ja, klar.

Cool. - Ja.

Besser, als wenn er sie heimlich trifft.

Mhm. Hauptsache, du bist wieder der "Good Cop".

(Benno) Hast du?

Geht's? - Ja.

Grüß dich, Martin. Hi.

John. Hallo.

Dein Vormund hat mich angerufen und das Okay gegeben

für alle medizinisch Untersuchungen.

Ah, super.

Na?

Willst du einen Kaffee? Gern.

Na, dann. Viel Spaß.

Aha. Bronchitis, Mittelohrentzündung,

Grippe, Sinusitis.

Die Häufung ist auffällig. Danke.

Ja. Meistens hat er Antibiotika verschrieben bekommen.

Gab's familiäre Vorerkrankungen?

Das müssen Sie seine leibliche Mutter fragen.

Ich geb Ihnen dann die Kontaktdaten.

Warum hat man Frau Luckau das Sorgerecht entzogen?

Verdacht auf Kindeswohlgefährdung?

Er wurde nicht körperlich misshandelt, aber...

Aber vernachlässigt.

Also, laut der Berichte war er mangelernährt,

die Wohnung war ein Dreckstall.

Einmal hat er den ganzen Tag in der Badewanne gesessen

und so lang geweint,

bis bis Nachbarn die Polizei angerufen haben.

Ist sie psychisch labil?

Sie hat das Sorgerecht freiwillig abgegeben.

Und vor drei Monaten hat sie sich dann einfach so

wieder beim Jugendamt gemeldet.

Wir waren überrascht,

dass John wieder so schnell 'ne Beziehung zu ihr aufgebaut hat.

Er arbeitet total konzentriert.

Ohne das Domethyl.

Herr Gruber.

Das gestern in Ihrer Praxis war 'ne Scheißaktion.

Ja. Kann man so sagen. 'ne Scheißaktion, richtig.

Tut mir leid.

Entschuldigung akzeptiert.

Weißt du, John, ich möchte einfach nur rausfinden,

warum du so häufig krank bist.

Meine Mama sagt, Ihr sollt aufhören, an mir rumzudoktern.

Kann ich verstehen.

Du hast doch gesagt, du willst unbedingt Bergretter werden.

Und dann musst du fit sein. Das ist Erpressung.

Lass mal kurz überlegen. Ähm ... ja.

Aber wenn Sie nichts gefunden haben,

reden Sie dann mit meiner Pflegemutter,

dass sie mir das Domethyl wieder gibt?

Ja. Kann ich machen.

Es wird schon.

Frau Dr. Rüdiger hat gesagt du hast es toll gemacht im CT.

Danke.

Hey. Toll gemacht. - Ja.

Wenn das Ergebnis da ist, schauen wir uns das gemeinsam an.

Die Arbeit. Kann ich dich kurz allein lassen?

Ja. - Sicher?

(genervt) Ja. Ich beiße nicht, Frau Fischer.

Ich weiß. Ich bin gleich wieder da.

Als wäre ich ein Baby, Mann.

John, ich glaube, sie möchte es einfach nur richtig machen.

Für sie bin ich nur 'ne Notlösung,

weil sie keine eigenen Kinder haben kann.

Und das ist nicht einfach für sie.

Möchtest du lieber wieder zurück zu deiner leiblichen Mutter?

Sie hat mich nicht abgegeben, weil sie mich nicht wollte.

Sie war krank.

Und jetzt ist sie wieder gesund.

Hier sieht man leichte Transparenzminderungen,

unscharf berandet.

Das ist keine Pneumonie und kein Pleuraerguss.

Deine Lungengeräusche sind auch besser geworden.

Und das CT? - Unauffällig.

Es liegt vielleicht doch am Domethyl,

dass Johns Immunsystem so schlecht ist?

Wir müssen abwarten, was das Labor sagt.

Können wir endlich los? Ich will noch mal mit dem Rad raus.

Du hast zwar keine Lungenentzündung,

bist aber trotzdem nicht fit.

Sollen wir das Training absagen? - Nein!

Der Husten ist doch weg. Bitte, ich muss dahin!

Ich bin ja dabei.

Gut, John, dann machen wir einen Deal.

Du machst das, aber sobald der Husten stärker wird,

hörst du sofort auf.

Und die Mama checkt das. Okay? Ja.

Deal.

Vor zwei Jahren konnte ich Opa davon überzeugen,

dass wir uns nur noch auf diese Rasse konzentrieren.

Ja, ich versteh schon.

Macht die Abläufe kompakter. Exakt.

Weiß denn der Opa, dass du angeschlagen bist?

Er soll sich erst mal auf seine Reha konzentrieren.

Du kannst echt stolz auf das sein, was du hier leistet, gell?

Ist nur für den Arsch, wenn ich nicht wieder gesund werde.

Das wird wieder. Bin ich mir ganz sicher.

Also, wir machen's wie besprochen, okay?

Ich ruf ein paar Leute an, und dann meld ich mich bei dir.

Ja?

Danke. Echt.

Hi, Mama. - Hallo.

Du kannst später auch kommen. Benno hat's erlaubt.

Cool! Da freue ich mich.

Katharina wird bestimmt nicht begeistert sein.

Das ist mir egal.

Dann lerne ich auch endlich Lena kennen.

Lea. - Lea. Sorry.

Jetzt, wo du den Job hast,

kannst du eigentlich für uns beide sorgen, oder?

Ja, das ist ja nur 'n Halbtagsjob. Das reicht doch nicht.

Noch nicht.

Auch einen?

Weißt du, woran mich das erinnert? - Hm?

An deinen sechsten Geburtstag.

Da hatte ich völlig verpeilt, dir 'n Geschenk zu kaufen.

Dafür durfte ich mir

so viele Süßigkeiten aussuchen, wie ich wollte.

* sanfte Musik *

Das Labor von John Luckau ist gleich fertig.

Ah, ja Gut. Danke.

Noch was ganz anderes. Mich hat heute Prof. Wustrow angerufen.

Der Leiter der Azathioprin-Studie. Ah, was. Sie kennen sich?

Ja, ich habe mein erstes Physikum bei ihm gemacht.

Seitdem sind wir in Kontakt geblieben.

Er hat mir angeboten, dass ich die Betreuung

Ihrer Patientin übernehmen könnte und den Verlauf protokolliere.

Falls Josie Bachmeier einwilligt.

Das wäre ja toll. Ah.

Gut, dass ich Sie treffe.

Die Laborwerte unseres Patienten John. Augenmerk auf die Leukozyten.

15.000? 8000 bis 10.000 wären normal.

War wohl doch keine so gute Idee, dass der Junge klettern geht.

Okay, dann bräuchten wir ein Antibiogramm.

Ja, das läuft bereits. Dr. Gruber. Dr. Rüdiger.

Dr. Fendrich.

* ruhige Musik *

Gut, dann zieht euch mal die Gurte an.

Ich check's dann noch mal.

Mhm. Wie schaut's hier aus? Ah ja, zieht an, gut.

Das machen wir ein bisschen enger.

Passt. Und bei dir?

Prima. Super. Wunderbar.

Und ihr geht da rauf?

Krass.

Wetten, du bist am schnellsten?

Frau Fischer, hallo.

Ich muss kurz mit Ihnen sprechen. Benno, hi.

Ganz kurz. Wir haben die Laborergebnisse von John bekommen.

Es sieht nicht gut aus.

Die Leukozyten sind erhöht bei 15.000.

Normal wären 8000 bis 10.000.

Er sollte heute nicht klettern. Wo ist er denn?

John? Hey! - John!

Ja, ist gut.

Komm mal her.

Ja, er ist heiß. Ich glaube, er hat Fieber.

Was? Nein. Mir geht's gut. Hi, John. Darf ich mal? Ganz kurz.

Ja, du hast Fieber.

Wir haben deine Laborwerte bekommen.

Wenn das Fieber so schnell steigt, ist es nicht gut.

Du solltest heute nicht klettern. Du solltest nach Hause.

Bettruhe. Tut mir leid.

Er sagt, ihm geht's gut. - Ich muss Grad 5 schaffen.

Ach, John, ist doch jetzt Schmarrn.

Ey! Was soll die Scheiße? Du Psycho!

Leute! Hey, hey. Hey!

Hört ihr auf? Geht auseinander!

Lass gut sein. Menschenskinder! Lass mich!

Hey, hey. Ruhe. Ruhe.

Ist gut jetzt. Mensch, John!

Es reicht jetzt. So geht's nicht weiter. Tut mir leid.

Tausendmal besprochen. Ins Auto!

Johnny.

Tut mir leid.

Willst du mit heimfahren? Ich schaff das allein hier.

Okay. Danke.

Ciao. Danke.

Wir hatten das besprochen.

Wenn du wieder ausrastest, dann ist Schluss mit den Kletterkids.

Wo ist der Schlüssel? - Jetzt gib ihm das verdammte Zeug.

John. Bitte, jetzt lass das. - Hey!

Ganz sachte. Hör auf damit. Gib die Schere her.

Mann, ihr kotzt mich so an!

Ich bin froh, wenn ich hier weg bin!

Du kotzt mich auch an! - Kathi...

Immer nur "ich, ich, ich"! Es steht mir bis hier.

Dann mach doch deine eigenen Kinder.

Ach so, das kannst du ja nicht.

Was machst du denn?

John? John?

John? - Mein Ohr.

* Pfeifen * Mein Ohr.

Das Trommelfell ist gerötet,

nach vorne gewölbt und leicht perforiert.

Und kommt das jetzt von der Ohrfeige?

Nein, glaube ich nicht.

Es hat sich im Gehörgang ein wässriges Sekret gebildet.

Das ist 'n Anzeichen für eine leichte Mittelohrentzündung.

John, das muss dir schon 'ne ganze Weile wehtun.

Ja, ich habe manchmal so ein komisches Pfeifen im Ohr.

Ein Pfeifen? Warum sagst du uns das denn nicht?

Mach ich doch gerade.

Ich verschreibe dir jetzt ein Breitbandantibiotikum

und mache jetzt gleich so einen Abstrich.

Herr Kästner? Ja?

Benno, könntest du draußen warten? Ja. Okay.

Alles klar. Danke.

Und ... noch 'n Pflaster ...

zum Schutz, genau.

Super. Schön drauf achten, dass es trocken bleibt.

Am besten nicht duschen. Danke, Herr Kästner.

Gern.

John, darf ich dich was fragen?

Ist es schon mal vorgekommen zu Hause,

dass du 'ne Ohrfeige bekommen hast von...

Nee, noch nie.

Okay. Gut.

Interessant ist jetzt herauszufinden,

warum dein Immunsystem geschwächt ist,

sodass sich der Erreger von der Lunge in dein Ohr ausbreitet.

Aber das werden wir rausfinden.

Gut. Dann könnt ihr losfahren. Wir sehen uns später. Danke.

Caro.

Hi. Bist du sauer auf mich?

Nein, Lilli, ich bin nicht sauer.

Es kommt nur nicht besonders gut, wenn ich dem Wimmer sage,

dass er uns kreuzweise kann, und du dann mit ihm verhandelst.

Ja, das stimmt. Des war auch nicht mein großer Plan, oder so.

Es hat sich in dem Moment richtig angefühlt,

Ihm einen Kompromiss anzubieten. Ja, das passt schon.

Ich glaube nur nicht, dass er sich drauf einlassen wird.

Meine Damen, gerade kommt was vom Wimmer herein.

Er schreibt, dass er seine Preise um zwei Prozent erhöhen muss.

Also, ehrlich gesagt, ich habe mir gedacht, dass er mehr verlangt.

Sehr gut. Ja.

Ja, wir hatten ein ganz gutes Gespräch mit dem Herr Wimmer.

Bravo. Gut gemacht, Töchterchen.

Du hast das toll hingekriegt, Lilli. Danke.

(Frau) Wiederschauen. - Tschüss.

Herr Dr. Gruber. Frau Luckau.

Was darf's sein bei Ihnen? Ich wollte mit Ihnen kurz reden.

Geht's um Johnny? Ja. Haben Sie kurz einen Moment?

Wir schließen gleich.

Dann räume ich kurz was weg, und dann bin ich bei Ihnen. Okay.

Gab's in Johns Familie, also Ihrer Familie,

gab es da irgendwelche Krankheitsgeschichten?

Herzerkrankungen? Lungenerkrankungen? Diabetes?

Keine Ahnung.

Mhm. Gab's irgendwelche traumatischen Ereignisse?

Ich sag mal, einen Sturz auf den Kopf, einen Tierbiss

oder eine dramatische Unterkühlung,

so was in die Richtung?

Na ja, also ...

als Johnny ein Baby war, da ...

habe ich ihn manchmal abends alleine gelassen.

Also, ein paar Mal.

Oder habe auch mal die Musik lauter gedreht,

wenn er geschrien hat.

Okay. Was ist denn mit seinem Vater?

Ich war 17, schwanger nach einem One-Night-Stand.

Der Kerl war über alle Berge. Ich hatte keine Ausbildung.

Eltern, denen ich scheißegal war.

War nicht einfach.

Warum haben Sie ihn zur Pflege frei gegeben?

Verzeihen Sie, wenn ich Sie so direkt bin.

Hatten Sie psychische Probleme?

Ja, hatte ich.

Persönlichkeitsstörung plus komplexe Traumafolgestörung.

Hat ewig gedauert, bis sie das rausgefunden haben.

Irgendwann hatte ich mir gesagt: "Jenny, wenn du Mama sein willst,

musst du erst mal dein Leben in den Griff kriegen."

Deswegen habe ich das Sorgerecht für Johnny abgegeben,

damit's ihm besser geht.

Haben Sie noch Unterlagen, Arztunterlagen vom Kinderarzt?

Diese U2-, U3-Untersuchungen? Ja.

Die ... hatte ich damals vergessen.

Aber ich habe noch Fotos.

Sehen Sie mal, hier ist er drei. Okay.

Da habe ich gerufen: "Sag mal 'Cheese'."

Aber... Er hat nicht gehört.

Er hat nie gehört, mein kleiner Zappelphilipp.

Okay. Süß.

War sonst irgendetwas ungewöhnlich?

Ich hab Ihnen doch gerade gesagt, mehr weiß ich nicht.

Ja, das bringt mich nicht wirklich weiter.

Wollen Sie mir die Schuld daran geben,

weil ich 'ne Scheißmutter war, oder was?

Nein. Ich ich gebe Ihnen nicht die Schuld.

Ich mach Ihnen auch keine Vorwürfe.

Ich möchte nur rausfinden, warum er krank ist.

Und das wollen Sie doch auch, oder nicht?

Klar.

Bis zu den Ferien.

Sie wohnt hier bei uns oben, wir kümmern uns um alles.

Der Abstand wird ihr gut tun. Da bin ich mir sicher.

Und dir auch, denke ich.

Und wenn du dir den ganzen Frust mal von der Seele weinen willst,

dann kannst du das natürlich auch machen.

Ja, das ist...

Scheiße, geht schon los.

Okay. So machen wir's. Ihr habt recht.

Es ist bestimmt besser,

wenn sie nicht die ganze Zeit ihre depressive Mama um sich hat.

Susanne.

Die Sophia liebt dich, mehr als alles andere auf der Welt.

Und dich auch zum Glück.

* sanfte Musik *

Danke euch, ja?

* Klopfen *

Ja.

Hey.

Guck mal, was ich habe. Schokoladeneis.

Das ist besser als Medizin.

Hast du noch mal Fieber gemessen? - 37,7.

Das ist wenigstens nicht gestiegen, hm?

* Husten *

John, es tut mir leid.

Das hätte mir niemals passieren dürfen.

Ich habe dich sehr lieb.

Bitte glaub mir das.

* Musik: "I'm Tired" von Labrinth & Zendaya *

* gefühlvolle Popballade *

Hey...

* weiter gefühlvolle Popballade *

Hi, Schatz, ich bin's. Ich steh vorm Haus.

Ich wollte nicht klingeln. Kommst du raus?

Sie schläft.

Ich wollte zu dir.

Komm.

* weiter gefühlvolle Popballade *

* weiter gefühlvolle Popballade *

* Schluchzen *

* weiter gefühlvolle Popballade *

* Musik verklingt. *

Morgen.

Guten Morgen.

Na, du "early bird"?

Alles klar. Wir sind wieder beim Koffer-Packen.

Innerlich schon, ja.

Was ist passiert?

Also...

Punkt eins: Ich muss dem Alten sagen,

dass ich Co-Geschäftsführerin werden will.

Caro, ganz ruhig. Wir wissen, wie er tickt. Er ist ein sturer Hund.

Ja. Okay.

Punkt zwei: Ich fahre einen wichtigen Deal an die Wand.

War's so? Ja.

Ja. Hm.

Punkt drei: Die Lilli kommt und regelt alles

einfach so im Handumdrehen.

Ja, gut. Da muss man sagen, die ist natürlich meine Tochter.

Ja. Aber ich frage mich,

ob ich mir nicht irgendwas vormache.

Ohne dich würd's die Firma längst nicht mehr geben.

Das ist Blödsinn, Martin. Warum?

Ich habe dem Claus nicht das Leben gerettet.

Das warst du, und das war der Hans.

Ich bin die Tochter vom Chef.

Ja, die muss man so ... mit durchziehen aus Pflichtgefühl.

Wie erbärmlich ist das denn bitte?

Die Lilli hat halt einen Riecher für die Gegend.

Sie kennt die Leute. Sie weiß, sie zu nehmen.

Das kann ich nicht. Hm.

Okay. Ich glaube, dass die Dinge aus deiner Perspektive

anders aussehen als natürlich von außen gesehen.

Ja, aber du hast auch leicht reden.

(lacht) Warum?

Du hast 'nen tollen Job, tolle Familie, tolle Freundin.

Ist doch alles perfekt. Perfektes Leben.

Das ist nicht alles so perfekt, wie's aussieht.

Die Dinge sind manchmal anders, als sie scheinen.

So, mein Freund, wir haben Blut abgenommen.

Das schicken wir ins Labor, und dann schauen wir weiter.

Dann checken wir noch mal das Fieber.

John?

John?

Einmal Fieber checken.

So.

Ja, wunderbar, Fieber ist gesunken.

Das lässt du 'nen Moment drauf.

Das blutet zwar nicht, aber zur Sicherheit.

So.

Ähm...

Gut. John, eine Frage, das Antib...

Was? - Sag mal, hörst du schlecht?

Mit dem Ding hier? Geht so.

Ja, aber ohne das Ding?

Verstehst du da alles? - Ja.

Komm mal her, bitte. So.

Hörst du das?

(lauter) Hörst du das? Geht so.

John, ja oder nein?

Ja. Okay.

Also, er kriegt schon manchmal Sachen nicht mit.

Es kann sein, dass durch die chronische Mittelohrentzündung

das Trommelfell gelitten hat.

Jetzt müssen wir erst mal warten, bis der Infekt abgeklungen ist.

Dann könnten wir einen Hörtest machen.

Es könnte eine Schallleitungs- schwerhörigkeit bestehen.

Es kann sein, dass man doch zu früh auf ADHS gegangen ist?

Das ist ein Gedanke.

Aber grundsätzlich... Ja, wäre es möglich.

Vielleicht brauchst du gar keine Medikamente.

Vielleicht brauchst ein Hörgerät? - Auf gar keinen Fall!

John, das müssen wir alles erst mal abklären,

dann schauen wir weiter.

Selbst wenn es ein Hörgerät wird, ist das kein Weltuntergang.

Zum Beispiel meine Freundin, die...

* Tür knallt zu. *

Wenn man die Schwerhörigkeit nicht behandelt,

dann reagiert der Hörnerv immer weniger auf akustische Reize.

Mhm. Es war so bescheuert von mir, von 'nem Hörgerät anzufangen.

Ich will die Ohrfeige gar nicht entschuldigen.

Er ist das Kind, ich die Erwachsene.

Ja. Ich kann mir vorstellen, dass es im Moment viel ist,

aber wenn Sie Hilfe brauchen, dann sollten Sie sich Hilfe holen.

Ja. Ich meld' mich, sobald die Ergebnisse da sind.

Okay.

* aufgewühlte Musik *

Johnny! - Hallo.

Ich dachte, du liegst im Bett?

Hallo.

Kann ich bei dir abhängen? - Hier kommt gleich 'ne Kundin.

Aber dann bist du eben mein Kunde. bis dahin. Komm mit.

Hereinspaziert.

So angenehm, der Herr? - Mhm.

Mama? - Ja?

Kann ich bei dir einziehen?

Mama?

Du weißt, ich muss erst genug Geld verdienen,

dass ich uns beide durchfüttern kann.

Katharina hat mir eine geknallt. - Was?

* Glocke * Guten Tag.

Guten Tag, Frau Obermaier, ich bin gleich bei Ihnen.

Ich versteck mich bei dir.

Du sagst, du hast mich nicht gesehen.

Johnny, das klappt doch nie.

* Sie räuspert sich. * Sofort. Ich bin gleich bei Ihnen.

Aber du hast doch gesagt, ich kann bei dir wohnen.

Ja, klar. Wenn ich das Sorgerecht zurückhabe.

Wenn ich 'ne Wohnung gefunden und genug Geld gespart hab.

Von wegen, wir bleiben für immer zusammen. Alles Gelaber!

Nein, aber... - Aber was?

Du kannst hier nicht reinschneien. Ich muss für uns beide arbeiten.

Entschuldigung. Kommen Sie doch.

Hi, Josie. Hallo.

An so Tagen wie heute hätte ich gern 'ne Klimaanlage im Auto.

Bin da! Komm gleich.

Na, du? Wie ist es?

Etwas besser. Okay.

Dein Bruder hat ein paar Leute zusammengetrommelt,

sodass immer jemand da ist und sich um die Schafe kümmern kann.

Das ist ja wunderbar.

Das wird schon. Und?

Hast du es gelesen? Ja, das klingt eigentlich gut.

Nur die Mami meint, dass da ziemliche Risiken dabei sind.

Ja, es sind Risiken dabei, aber kontrollierbare Risiken.

Das Medikament wurde ausreichend getestet und geprüft.

Sonst hätte es den Weg in Phase drei gar nicht geschafft.

Also, du bist dafür? Ja. Ich bin dafür.

Ich bin grundsätzlich für jedes Medikament,

das den Patienten hilft und die wenigsten Nebenwirkungen auslöst.

Hi. Na, du?

Wow. Hi.

Danke schön. (räuspert sich) Ja.

Wir haben gerade darüber gesprochen.

Martin ist dafür, dass ich an der Studie teilnehme.

Und du?

Ich vertraue ihm da.

Ja, gut, dann, ähm...

Was passiert als Nächstes?

Als Nächstes musst du da hinten unterschreiben.

Dann fährst du in die Klinik zu Dr. Rüdiger.

Sie wird dich durch die Studie begleiten.

Sie wird im nächsten Schritt gewichtsadaptiert

die erste Dosis festlegen, und du kriegst eine Infusion.

Muss ich da länger bleiben? Eine Nacht. Bis morgen.

Damit wir wissen, wie das alles anschlägt bei dir.

Die nächsten Infusionen sind dann ambulant.

Dann ziehen wir's durch.

Ja.

Okay. Ja.

Das ist interessant. Antikörper gegen Klebsiella pneumoniae?

Derselbe Erreger wie im Sekret.

Das ist nicht alltäglich bei einem 14-Jährigen.

Nee. Die Leukozyten bei 18.460?

Die Medikamente haben das Fieber gesenkt,

ohne das Bakterium zu schwächen.

Aber Johns Lungengeräusche waren wieder besser.

Wie passt das, wenn die Infektion von den oberen Atemwegen ausgeht?

Zeig noch mal das CT von gestern, bitte.

Okay. Zoom mal ein bisschen ran.

Hier, schau mal beim linken Ohr.

Die Hohlräume des Mastoids sind deutlich heller.

Weil dort der Infektionsherd sitzt?

Johns Mutter erzählte, dass er als Kleinkind nicht gut gehört hat.

Was ist, wenn diese Mittelohrentzündung nicht Teil

einer systemischen Erkrankung ist, sondern die Ursache?

Wir brauchen ein HRCT. Geht das? Natürlich geht das, Martin.

(Katharina) Aber das erste CT war doch unauffällig.

Ja, es ist nur so, dass Entzündungen im Mastoid

tatsächlich so selten sind,

dass man sie erst dann findet, wenn man gezielt danach sucht.

Mastoid ist was?

Entschuldigung, Frau Fischer.

Das ist eine kleine knöcherne Struktur

mit winzigen Hohlräumen direkt hinterm Ohr.

Ungefähr hier.

Und daher, meinen Sie auch, kommen Johns ständige Infekte?

Das kann ich mir gut vorstellen.

Ich brauche eine hochauflösende Schichtaufnahme, ein HRCT.

Denn wenn sich zum Beispiel ein Erreger dort einkapselt,

kann es sein, dass er von dort aus weiter streut

und Entzündungen im Körper hervorruft,

unter anderem Knochen befällt oder auch andere Organe.

Das heißt, wir müssen den jungen Mann operieren.

Okay. * Türklingel *

Ich mache kurz auf.

Schon wieder.

John ist schon im Bett. - Nee, ist er nicht.

Warum haben Sie mich nicht direkt angerufen?

Es war wichtig, mit ihm persönlich zu reden, als seine Mutter.

Es ist nicht gut, dass er abhaut! - "Als seine Mutter", ja?

Haben Sie mit ihm Hausaufgaben gemacht?

Ihn getröstet, wenn er in der Schule gemobbt wurde?

Ich habe ihn nie geschlagen.

* Klopfen *

Entschuldigung, ich störe nur ungern,

aber die Sorge um John sollte wichtiger sein als Ihr Streit.

Sollte sich sein Zustand verschlechtern,

steht eine Sepsis im Raum.

Sollte die eintreten, könnte es lebensbedrohlich werden.

Die Frage ist, wo ist er? Bei Benno nicht.

Der hat 'ne Wandertour.

Vielleicht muss er einfach nur ein bisschen runterkommen

und meldet sich dann bei uns.

Könnte sein. Vielleicht muss er auch irgendwas tun,

um sich zu beweisen, dass er mehr drauf hat, als man ihm zutraut.

* bedrückte Musik *

* unheilvolle Musik *

* Husten *

* Handy klingelt. *

Da ist sein Fahrrad.

Danke. Da ist der Übungsfelsen, da unten.

Johnny!

* spannungsvolle Musik *

John!

Scheiße, der ist ja komplett ungesichert.

Okay. Ich geh rauf. Okay.

John! Warte!

Der Hans kommt rauf zu dir und sichert dich.

Warte!

* weiter spannungsvolle Musik *

John!

* weiter spannungsvolle Musik *

John, alles okay?

Sag mal, hast du sie noch alle?

Allein da raufklettern! Ungesichert!

Was haben wir gelernt? Du spinnst ja wohl.

Martin? Alles okay.

Ich seil ihn dann gleich ab. Okay. Gut.

Mann, Mann, Mann.

* Er keucht und hustet. *

Geht's?

* Keuchen *

* Piepen *

Hans, warte!

Was ist los? Der ist ohnmächtig geworden.

John?

John!

Okay. Ganz langsam weiter.

Alles klar.

* Keuchen und Husten *

Johnny!

Einen ganz kurzen Moment. Danke. John, komm her.

(John) Mir ist kalt.

Was sagst du? Dir ist kalt?

Dann schauen wir mal.

John, hörst du mich? John?

Okay, flache Atmung. Puls ist zu niedrig.

Verdacht auf 'ne Sepsis. Wir brauchen 'nen Heli. John?

Leitstelle für Bergrettung.

Männlich, 14 Jahre, schwacher Puls, schwache Atmung.

Verdacht auf Sepsis. Brauche einen Hubschrauber.

Du bist jetzt sicher. Wir fliegen dich jetzt ins Krankenhaus.

Mitm Heli? Ja.

Geil.

Der Hans wird dich begleiten und der Hannes. Keine Angst.

Hannes, ich geb dem Krankenhaus Bescheid.

(Hannes) Alles klar.

Und wir kommen mit? Eine Person kann mitfliegen.

Ich bleib bei ihm, okay?

Also, wer fliegt mit? Ich.

Gut. Dann können Sie schon mal runtergehen.

John? Guten Flug. Wir sehen uns in der Klinik.

Bis gleich. Bis gleich.

So. Und Sie fahren mit mir ins Krankenhaus.

Und? Wie geht's ihm? - Sie haben noch nichts gesagt.

So, verabreicht haben wir ihm Adrenalin,

blutdruckstabilisierende Medikamente,

intravenös bekommt er Antibiotikum.

Vorerst. Seine Entzündungswerte sind deutlich erhöht.

Deswegen haben wir notfallmäßig ein HRCT gemacht

und haben im Mastoid einen Entzündungsherd gefunden,

der bakteriell besiedelt ist.

Wo? Hinterm Ohr.

Deswegen hatte John über die ganze Zeit

diese Mittelohrentzündungen.

Es hat sich über die Jahre eine Knocheneiterung gebildet,

ein sogenanntes Cholesteatom,

und das werden wir jetzt operativ entfernen.

Okay. Und können wir ihn noch sehen?

Im Moment nicht.

Er ist schon aufm Weg in den OP. Aber hinterher.

Ja? Kommst du? (Alexander) Natürlich, Martin.

Hast du Zeit? Ja, klar.

Ich habe gerade mit dem Wimmer telefoniert.

Er erzählt was von einer geplatzten Deadline.

Das ist schon geklärt.

Ja. Er sagt auch, du hast den Deal gerettet.

Also, die Caro und ich, wir waren das zusammen.

Es war gut, dass sie zuerst auf den Tisch gehauen hat.

Hast ihn herumgekriegt, den alten Schlaumeier, was?

Lilli, ich sag dir jetzt was.

Ich wäre so froh, wenn du den Betrieb einmal übernehmen würdest.

Was?

Ich weiß, die ... die Caro ist meine einzige Tochter.

Die wird das alles einmal erben, aber wenn du mich fragst,

wem ich's zutraue, den Laden hier zu schmeißen, dann bist du das.

Du würdest deine eigene Tochter hintergehen?

Kein Hintergehen. Das... Nein.

Nein, ich meine... Ach Gott, wie soll ich das sagen?

Wenn du maßgeblich hier beteiligt wärst,

dann wäre ich sehr beruhigt.

Schau, die Caro, die ist...

Die macht das gut, die ist fleißig.

* Er stottert. *

Die ist genau, manchmal fast zu genau.

Aber du, du hast ein Gespür.

Ja? Du weißt, wie man mit den Leuten umgeht.

Und noch was.

Ein Jahr für die Matura, sechs Jahre Studium.

Lilli, ich kenne dich. Tust du das?

Du bist eine Macherin.

Pass auf, wenn du in den Landhandel einsteigst,

dann baue ich dich zu meiner Nachfolgerin auf.

Schritt für Schritt. Und du kannst sofort loslegen.

Rolf, ich...

Ich weiß nicht , was ich sagen soll. Jetzt.

Ja. Denk einfach drüber nach.

Als ich... (räuspert sich)

Als ich nach der Geburt im Krankenhaus lag,

hat uns niemand besucht.

Keiner ist gekommen.

Ich habe gemerkt, ich bin allein.

Und ich war alles, was Johnny hatte.

Und er war alles, was ich hatte.

* ergriffene Musik *

Als er zum ersten Mal bei uns übernachtet hat,

testweise...

Ich war sicher, er findet uns schrecklich.

Er hat kaum gesprochen.

Aber dann beim Abschied, da hat er mich plötzlich umarmt.

Ganz fest.

Sie waren all die Jahre für ihn da, als ich es nicht konnte.

Danke, Frau Fischer. - Katharina.

Jenny.

So, John. Herzlich willkommen zu einer Anatomiestunde.

Heute das Ohr, wie unschwer zu erkennen ist.

Das ist hier der Gehörgang, und das hier ist das Trommelfell.

Und das war bei dir perforiert,

und deswegen hast du schlecht gehört.

Das hätte ich doch checken müssen.

Nicht zwingend. Der Hörverlust war schleichend.

Deswegen hast du es über die Jahre nicht mitbekommen.

Aber manchmal höre ich auch alles total laut.

Ja, und das Phänomen nennt man Hyperakusis.

Schwerhörige Menschen hören naturgemäß

die leisen Geräusche gar nicht,

dafür aber manchmal die lauten Geräusche umso stärker.

Das kann unter Umständen sogar sehr schmerzhaft sein.

Wenn man unter vielen Leuten ist

wie zum Beispiel beim Kletterverein.

Und dann ticke ich aus? Dann warst du manchmal forsch.

Eine Nachricht wird dir vielleicht nicht gefallen.

Du wirst ein Hörgerät brauchen. Fuck.

Ja, aber ich wollt's dir bei euch zu Hause schon sagen.

Meine Freundin hat auch ein Hörgerät,

und das ist überhaupt kein Problem.

Da gibt's mittlerweile ganz kleine. Das ist kein Ding.

Wo sind Mama und Katharina und Benno?

Die warten draußen.

Aber ich wollte dich noch was fragen.

Warum bist du abgehauen?

Ja, ich war sauer und wollte einfach weg. Zu Mama.

Aber sie redet zwar immer vom Sorgerecht und so,

aber irgendwie habe ich das Gefühl, das will sie eigentlich gar nicht.

Okay.

Dann ... rede mit ihnen.

Weil du bist alt genug, und es geht darum, was du willst.

Okay? Ja.

Benno. - Jenny.

Die OP ist gut verlaufen Der Junge ist wohlauf.

Er ist stabil. Alles fein.

Na?

Können wir zu ihm? Na, klar.

Danke.

(Benno) Solo-Klettern und ungesichert?

Was habe ich dir beigebracht, Junge? Mensch.

Ja, aber ich hab's geschafft. Ohne das Domethyl.

Der Spruch von wegen, dass du keine Kinder kriegen kannst...

Der war scheiße.

Tut mir leid.

Mir tut's leid.

Ich hab dich lieb.

Ich habe dich auch lieb. Komm her.

* gefühlvolle Musik *

Und du bist meine Mama.

Daran wird sich auch nichts ändern.

Aber...

Aber bei den beiden ist halt irgendwie mein Zuhause.

Du musst dich für keine von uns entscheiden, hörst du?

Vielleicht lassen wir erst mal alles so, wie es ist.

Und reißen uns in Zukunft mehr zusammen für unsern Sohn.

Klingt gut.

Wow. Ihr beiden seid euch zum ersten Mal einig.

Oder habe ich mich verhört?

Aber du denkst nicht ernsthaft drüber nach, oder?

Deine Medizinlaufbahn hinzuwerfen? Nein, auf keinen Fall.

Es ist nur...

Ist egal.

Was?

Na ja, mit einem hat er schon recht.

Ich bin eine Macherin, und ich würd gern jetzt was machen

und nicht erst in vielen Jahren.

Frau Dr. Lilli Gruber.

Ja. Das klingt schon gut.

Wenn das Studium anfängt, dann fühlt sich das gleich

ganz anders an, konkreter.

Hm.

Klingt sogar noch besser.

So, hi. Dann geht's los.

Josie, was macht das Fieber?

Ist wieder runtergegangen auf 37,3.

Okay. Gut.

Bist du nervös?

Geht.

Dr. Rüdiger freut sich schon auf dich.

Okay. Wir sehen uns. Okay.

Wir tun das Richtige.

Ja. Wir tun das Richtige.

Okay.

Wir telefonieren, ja? Ja.

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024

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