All language subtitles for Der Bergdoktor-Ein neuer Mensch - Bergkino (S18_E03).deu

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Original subtitles

* "Patience" von Take That *

Dr. Martin Gruber

Hans Gruber

Lisbeth Gruber

Lilli Gruber

Wenn's mir zu eng wird, bin ich weg.

Die Frage ist, ob wir beide in die gleiche Richtung schauen.

Ich möchte gar nicht, dass du da vermittelst oder so.

Ich weiß, ich möchte nur sagen, hab 'n bisschen Geduld mit ihr.

Wir kriegen das hin. Deine Ohren und das andere auch.

Ich mach's kurz.

Ich will in die Firma. - Was kommt als Nächstes?

Geschäftsführerin? - Co-Geschäftsführerin.

Mama und Paul trennen sich.

Wieso glaubst du das? - Weil alle Beziehungen kaputtgehen.

Immer noch schwierig mit Karin?

(leise) Verstehe.

Liebst du ihn denn?

Ich... Ich glaub schon.

Wovor hast du dann Angst?

Weiß nicht.

(Dr. Kahnweiler) Martin!

Hm?

Es zieht. Was?

Die Wade. Keine Gnade für die Wade.

Schade. Na komm.

Aua.

(seufzend) Ah. (stöhnend) Ah.

Martin, wie schnell du auch immer bist.

Jaja. Hier, schau dir das an.

Dafür hat sich's doch gelohnt.

Diese Stille. Ja.

Das hab ich gebraucht, Martin, ha.

Ich weiß.

Ich weiß.

Hunger? Durst?

Beides. Gut.

Dann gehen wir zur Funkenalm.

Rauf?

Runter. Ah... aha.

Schau mal her. Ja.

So, mein Freund. Rettung naht, komm.

Sehr gut. Komm.

Martin, du machst mich fertig. Komm.

Welche Energie du hast. Ja.

Du hättest Zehnkämpfer werden sollen.

Lasst ihr mich mal durch? Danke!

So, ein Spritz. So, bitte schön. Oh.

Dann scheint die Sonne von innen. Braucht ihr was? Habt ihr alles?

Und ihr zwei? Auch 'nen Spritz? Nein, zwei Weißbier ohne...

Korbi, machst du zwei Weißbier ohne Umdrehungen?

Kommt an die Bar. Lasst ihr mich mal durch? Danke!

Ich wollte 'n Elektrolytgetränk. Ja.

Danke, Männer.

Müsst ihr noch arbeiten? Immer, immer.

Servus, ich bin die Tina.

Martin Gruber, Arzt.

Dr. Kahnweiler, Mediziner im Krankenhaus.

Ah, das sagt mir was. Das sagt mir jetzt irgendwie nix.

Danke. - Schön, dass ihr da seid.

Tina, wo bleiben die Schnapserl?

(Tina) Kommen! - Komm, stoß an mit uns.

Hey!

Langsam, langsam, langsam, langsam, langsam.

Aber immer dran denken: Beim Trinken werden nur die anderen schöner!

Schön, dass ihr da seid! - Prost!

Ich muss mit Tina alleine sprechen. Wart du draußen. Ich beeil mich, ja?

Ja, aber... - Nix aber.

Beim Trinken werden nur die anderen schöner!

Seid ihr glücklich? Ja? Wunderbar.

(Tina) Na klar. - Entschuldigt.

Ähm...

Bruderherz, wie komm ich zu der Ehre?

Ich hab 'nen neuen Käufer.

Ja, und? - Das Angebot ist gut, sehr gut.

Die Alm gehört uns beiden. Du kannst dich nicht ewig sperren.

Du kennst meine Meinung.

(Tina) So, hoppala, hier kommt das Eis.

(Tina) Braucht ihr noch irgendwas? - Machst du mir 'nen Espresso?

* Harmonische Musik *

Oh, Martin, diese Waden.

Jetzt hör auf zu jammern, du hast knappe zwölf Kilometer vor dir.

Wie viel? Martin, hör auf. Geh weiter.

Das nächste Mal nehmen wir das Fahrrad.

Halt mal. Schon wieder.

Hier, äh, die Laborwerte von der Josi.

Ah. Die Entzündungswerte sind zu hoch.

Ja, für 'ne normale Mittelohrentzündung. Und jetzt?

Hast kurz Pause, ich ruf Vera an. Ja, oh.

Hm? Gut.

Dr. Fendrich, Gruber hier. Dr. Gruber.

Ja, ich hab die Werte von Josi bekommen.

Josi? Josephine Bachmeier, genau.

Wir brauchen eine weiterführende Laboranalyse.

Differenzialblutbild.

Und wir müssen herausfinden,

ob die Entzündungswerte zell- oder hormonvermittelt sind.

Ja, das seh ich genauso. Okay, vielen Dank.

Ist mein Mann am Leben? Dem geht's gut.

Bis auf die altersbedingten Abnutzungserscheinungen.

Richten Sie ihm aus, Dehnen ist das A und O.

Ja, ich richte es ihm aus, danke.

Dr. Fendrich. Dr. Gruber.

Die Werte gefallen mir überhaupt nicht.

Erst die Fakten, dann die Diagnose. Denk dran, Martin.

Tina.

Die Alm... das ist alles, was uns von unseren Eltern geblieben ist.

Ich weiß, aber ich brauche Geld. - Hättest du deinen Job behalten.

Das war nicht meine Schuld. Das weißt du. Und das Amt zahlt nix.

Weißt du, das sind deine Probleme, das sind nicht meine Probleme.

Ich hab die Regeln nicht gemacht. - Aber ich bin alles los.

Tina, das kannst du uns doch nicht antun!

Und 'nen neuen Job hast du nicht? - Also, ist grad nicht so einfach.

Ich... Ich kann dir nicht helfen, es geht einfach nicht.

Hi. - Hey.

Nix hi, wir gehen. - Wir sind doch grad gekommen.

Macht mal Platz hier!

Worüber habt ihr denn grad geredet?

Ja... die Alm.

Könnt ihr nicht ein Mal über was anderes reden?

Das Wetter oder so. - (Michi) Alexandra!

Ich muss. - Na los, schleich dich.

Danke.

Josi? Ja, ich bin hier.

Ja. (klopft an) Ich hab's mir fast gedacht.

Morgen. Wie geht's meiner absoluten Lieblingspatientin?

Mir wär lieber, ich wär das nicht.

Ja, ganz ehrlich, das wär mir auch lieber.

Gut, dann schauen wir mal. Okay?

Wie hast du geschlafen? Gut.

Okay. Wann kann ich wieder loslegen?

Lass mich doch mal Fieber messen.

So.

Ja, das wird noch 'n bisschen dauern.

Sorry. Dann schauen wir mal, was in den Ohren los ist.

Du hast gesagt, dass ich nur 'ne leichte Mittelohrentzündung hab.

Du weißt ja, wie's mit Ärzten ist.

Heute sagen sie das, morgen was anderes.

So, einmal hier.

Mhm, gerötet. Andere Seite.

So, einmal kurz hier.

Ja, auch.

* Er räuspert sich. *

Wir wissen, dass es keine Mittelohrentzündung ist.

Ich habe das Labor beauftragt,

dein Blut noch mal nach anderen Ursachen abzuchecken.

Jetzt machst du mir aber Angst. Das möchte ich nicht.

Weißt du, Josi, Angst haben wir dann, wenn sich's lohnt.

Okay? Okay.

Hi, Oma. Morgen.

Gibt's noch einen Kaffee? Ja klar.

Schau mal her.

Brauchst du 'nen Energieschub? Ja, danke.

David und ich haben auf die Matura gelernt.

Soso. Mh. Er fragt mich ab, weißt du?

Das ist erstens nicht so langweilig und zweitens einfacher.

Mhm. Und drittens?

Was du immer denkst.

Entschuldige, ich war auch mal jung.

Weiß das dein Vater schon?

Welcher der beiden?

Beide.

Weißt du, was? Sie erfahren's dann, wenn's was zu erfahren gibt.

Gut. Ich muss zum Rolf.

Du, übernimm dich nicht. Mh, mh.

Du? Schön, dass es dir gut geht.

* Sie seufzt leise. *

* Harmonische Musik *

Hey!

Ja! - Das kann ich besser!

Du glaubst wirklich, dass du besser bist beim Nageln als ich?

Ja, manche sagen so, manche sagen so.

Oh! Nachschub!

So, der Verlierer zahlt die nächste Runde!

Na, das wird billig! Haha, haha. Hossa!

Frisches Bier! - So schwer ist's auch wieder nicht.

Nur Anlauf genommen.

Also, schau. - Und...

Zack! - Hey!

* Jubel *

(Tina) Hahaha! - Bravo!

Jetzt gibt's eine Runde, oder?

Oh! Auf den edlen Spender!

Bah!

Hoho, hohoho, hoho.

So, wer ist der Nächste?

(Tina) Danke für die Fässer.

Wie bestellt, so geliefert.

Und wenn ich jetzt bestell, dass ich heute Abend Besuch bekommen möchte?

Mh, dann kann ich als Dienstleister nicht wirklich Nein sagen.

Hm.

Hab ich dir eigentlich gesagt, dass du mein liebster Lieferant bist?

Nee, wusste ich gar nicht. - Hm.

Der Typ vom Gasunternehmen ist auch nicht schlecht.

Hast recht, der ist auch nicht schlecht, also, streng dich an.

Ah, hoppla.

Tina?

Alles okay? - Ja, alles gut. Oh.

Was ist los? - Lass mich mal kurz. Ah!

Tina, hey? Brauchst du 'nen Arzt?

Lass mich mal. - Komm, wir fahren zum Arzt, komm.

Keine Widerrede, komm.

Korbi, du übernimmst. - Ja, Chefin.

(Tina) Ah, uh. - (Tim) Danke.

Kommt gleich wieder. Danke.

Bin gleich wieder da! Weitermachen! Weitermachen!

Bin gleich wieder da! Ah!

(Mann) Na, wo gibt's 'ne Runde?

* Handy *

Hi, Mama.

Hi, Schatz. Na, wie geht's dir?

Geht schon besser. Martin war schon da.

Ah. Und? Was sagt er?

Wahrscheinlich 'ne Grippe. Alles gut.

Okay, gut. Na, dann ruh dich gut aus.

Grippe ist nicht zu unterschätzen. - Ja, Mama.

Wann hast du wieder 'nen Termin bei Dr. Gruber?

Du musst dich noch revanchieren.

Das lass ruhig meine Sorge sein.

Ich bin jetzt Beziehungsexpertin. Ich lese grad deine Zeitschriften.

Ah. Na gut, wenn ich Hilfe brauche, dann melde ich mich bei dir.

Ich kann dir zehn Tipps geben, wie du ihn an dich binden kannst.

Ja oder ich meld mich nicht.

Gut, mein Schatz, dann pass auf dich auf.

Viel Tee trinken. - Ja, eh klar.

Wann kommst du eigentlich wieder?

Morgen früh.

Ähm, ich muss jetzt eh auch schon wieder rein.

Ich hab dich lieb, baba. - Ich dich auch.

Dr. Gruber. Dr. Fendrich.

Ich wollte fragen, ob's was Neues von Josi gibt.

Wir können schon mal sagen,

dass die Entzündungswerte rein hormonvermittelt sind.

Da hätte ich mir was anderes gewünscht.

Autoimmunerkrankung. Gehen Sie mit? Ja, gehe ich.

Okay, dann warten wir, bis die anderen Tests durch sind.

Dann melden Sie sich wieder? Mach ich.

Herr Kästner, weiter geht's.

* Es klopft an der Tür. * Ja.

Frau Reichert. Oh. Labor.

(leise) Hallo. Hallo.

Frau Reichert. Servus.

Das ist ja 'ne Überraschung. Bitte nehmen Sie Platz.

So. Was kann ich für Sie tun?

Ähm...

Tina hatte den ganzen Tag Kreislaufprobleme.

Und ihr war so eng um die Brust. Okay.

Ähm... Sie sind Herr Reichert? Äh, nee, ich bin...

Herr Hartmann ist der Getränkefahrer der Brauerei.

Verstehe.

Dürfte ich Sie bitten, dass Sie draußen warten?

Ja, klar. Danke.

Danke fürs Bringen. Wiedersehen.

So, Frau Reichert, was kann ich tun?

Können Sie mir nicht einfach was für den Kreislauf geben?

Ja, kann ich machen, aber ich würde Sie mir gern vorher kurz anschauen.

Vor 'n paar Tagen dachte ich, ich bekomme 'ne Erkältung.

Vielleicht daher die Atemprobleme. Atemprobleme?

Rauchen Sie? Ja.

Das sollten Sie nicht tun.

Und schwere Beine hab ich, aber die gehören zur Gastro.

Okay, vielleicht haben Sie Wassereinlagerungen.

Darf ich mal kurz? Mhm.

Oh. Ein Zeckenbiss?

Ja, das blöde Biest hat mich vor zwei Wochen erwischt.

Ich werde Ihnen Blut abnehmen, wir werden Sie auf Borreliose testen.

Schauen wir, was der Blutdruck macht.

Ja, okay. Wenn Sie mal kurz Ihr T-Shirt hochziehen.

Oh. Haben Sie eine Transplantation hinter sich?

Ich, äh, hab mal eine Niere gespendet bekommen, ja.

Wann war das? Ja, äh, vor fünf Jahren, so was.

Keine Probleme? Nein.

So, Achtung, jetzt wird's hier 'n bisschen kalt.

Sie können loslassen. Mhm.

Einatmen... halten und ausatmen.

* Harmonische Musik *

Die Symptome könnten auch zu einer Niereninsuffizienz passen.

Ja, danke. Gerne.

Ich leb doch schon lange gut mit der Niere.

Und ich nehm die Tabletten.

Ja, gut, vielleicht muss ich mehr Wasser trinken.

Das ist schon mal grundsätzlich eine gute Idee.

Aber bis wir wissen, was los ist, müssen Sie den Ball flach halten.

Wie auch schon besprochen, kein Nikotin, ja?

Und, ähm, keinen Alkohol. (lachend) Ja.

Das sagen Sie so leicht, Sie haben meinen Hexenkessel ja gesehen.

Wenn Sie sich nicht dran halten, dann kommen Sie in Teufels Küche,

um beim Bild zu bleiben.

Im Ernst, Sie wissen, wie's ist, wenn die Niere nicht mitmacht.

Ja. Okay, gut.

Von wem haben Sie Ihre Spenderniere?

Familie oder von Eurotransplant?

Mir konnte nur meine Mutter helfen. Mhm, okay.

Und ich vermute mal, dass sie ihre zweite Niere noch braucht.

Sie ist tot.

Es tut mir leid.

Also, bis die Ergebnisse da sind, Ball flach halten, runter vom Gas.

Vielen Dank, Wiedersehen.

Wiedersehen.

Ja, Reichert mit "ei" war der Name.

Ich wollte wegen des Angebotes... Ich könnte vorbeikommen.

Ich hatte mich verbinden lassen, aber...

Ja, ich hatte es schon zweimal versucht, genau.

Ich würde Ihnen die Präsentation rübermailen und...

Äh... genau, nein, es ging nicht um den Praktikumsplatz.

Ich... Aber falls sich was ergibt, denken Sie an mich, ja?

In Ordnung. Danke schön, Wiederhören.

(leise) Was ein Schwachmat, ey.

Einmal Bolo. - Wow.

Danke fürs Kochen, Schatz, mmh.

Ah, das duftet ja lecker, mmh.

Ich bin nicht blöd, weißt du? - Hm?

Wir müssen das Haus verkaufen, oder?

Hm? Nein, nein.

Nein.

Nein, ich kümmer mich, keine Sorge. - (skeptisch) Mhm.

Vertrau mir, versprochen.

Gibt's keine Lösung? Warum muss Tante Tina ihre Alm verkaufen?

Erstens ist es nicht ihre Alm und zweitens ist es unsere.

Und drittens: Misch dich da nicht ein. Hörst du?

Hättest du Tina und Oma nicht geghostet,

wär Tina nicht arschig zu dir.

Ge... was? - Geghostet.

Entschuldige mal, ich hab sie nicht geghostet.

Doch, hast du.

Ich versteh nicht, was du hast. Tina ist nett.

Und außerdem ist es doch lustig, wie die Leute auf der Alm feiern.

Wirklich köstlich. Morgen muss ich kochen, oder?

Okay, Themenwechsel, verstanden.

Aber morgen Abend musst du alleine essen.

Mimi will 'n bisschen chillen. Mit mir und Lara. Ist okay?

Übermorgen hast du Mathe, oder?

Ja. - Mhm.

Gut, kein Problem, wenn du gelernt hast.

Komm schon. - Wer feiern kann, kann auch lernen.

Also, und jetzt iss mal. Ist wirklich lecker.

Die Ergebnisse von Frau Reichert? Ja, darum bin ich hier.

Borreliose ist nicht nachgewiesen. Okay.

Was sagt der Ultraschall? - Leber und Milz sind vergrößert.

Das kann auf einen erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen sein.

Das würde passen, so wie sich Frau Reichert aufgeführt hat.

Martin, wusste sie, dass sie an Diabetes 1 leidet?

Hat sie nicht erwähnt. Die Nierenwerte sind sehr schlecht.

Mit GFR 60 ml/min bedrohlich hoch.

Die relative Blutarmut ist auch nicht gut.

Die Niere ist kurz vor dem Kollaps. Es könnte damit zusammenhängen.

Wir müssen versuchen,

die Niere zu stabilisieren, solange sie noch arbeitet.

* Es klopft an der Tür. *

Entschuldigung, du wirst im OP gebraucht.

Ein abgestürzter Bergsteiger mit offenem Schienbeinbruch.

Okay. Na ja, aber auf jeden Fall schneller unten als ich, ha.

* Dr. Kahnweiler stöhnt. *

Danke, weiß Bescheid. Dr. Gruber?

Sie würden mir sagen, wenn ich mir Sorgen machen sollte, oder?

Um ihn? Nein! Wade gut, alles gut.

Äh, gut, eventuell 'n kleiner Anflug von Midlife-Crisis.

Er will sich für den Betriebsrat aufstellen lassen.

Wollen wir das? Ganz und gar nicht.

Haben wir Ideen? In der Mache.

Dr. Gruber. Dr. Fendrich.

(Tina) Ja?

Frau Reichert, Gru... Gruber hier.

Ähm, können Sie zu mir in die Praxis kommen?

Ich würde gern wegen den Blutwerten mit Ihnen sprechen.

Ich versteh Sie grad ganz schlecht.

Können Sie mir auf die Mailbox sprechen? Danke, servus.

* Lebhafte Musik *

Spezialrunde!

* Jubel *

Tina, manchmal weiß ich wirklich nicht,

wen ich vor mir hab, dich oder deine Mama.

Weißt du, was die immer gesagt hat?

"Wir sind Funken in der Nacht! Und wir müssen immer leuchten!"

* Tina lacht. *

Boah, hast du für mich auch 'nen Schnaps?

Boah, danke, mmh.

Ich muss mit Ihnen reden. Am Telefon hat's nicht geklappt.

Können wir das nicht wann anders machen?

Machen wir's später, wird Ihr Funke nicht mehr lange leuchten.

Ach, jetzt übertreiben Sie doch nicht so.

Es ist dringend, wirklich. Oh.

Frau Reichert, was ist los? Boah, mh.

Frau Reichert? Boah!

Ruf 'nen Krankenwagen!

Frau Reichert. Frau Reichert?

Frau Reichert!

Servus. Korbi bei der Funkenalm. Die Chefin ist umgefallen.

* Ruhige Musik *

Frau Reichert.

Wo bin ich denn? Im Krankenhaus.

Sie sind zusammengebrochen.

Wir haben Sie an die Notfallversorgung angeschlossen.

Ja, ähm, das hier ist ein Shunt. Damit können Sie jetzt zur Dialyse.

Das versteh ich überhaupt nicht.

Sie werden ab jetzt immer zur Dialyse gehen, Frau Reichert,

denn Ihre Niere hat die Arbeit eingestellt, und zwar endgültig.

We... We... Wegen dem einen Schluck?

Ja, wegen dem einen Schluck

und dem anderen Schluck und all den anderen davor.

Das packt ein Organ nicht.

Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt.

(leise) Scheiße.

Dazu kommt noch, dass Sie Diabetes Typ 1 haben.

Wäre mit einer Insulingabe behandelbar, ist behandelbar.

Das Problem ist,

dass Ihre Nierenschäden nicht reversibel sind.

Es gibt keinen Weg zurück.

Es tut mir leid, dass ich das so hart sagen muss.

Aber die ganzen Medikamente, die ich nehme, wegen der Spenderniere.

Bringt das jetzt alles überhaupt nichts mehr?

Doch, die Medikamente schützen uns vor 'ner Abstoßungsreaktion.

Das Letzte, was wir brauchen können, ist eine Entzündung.

Diese Medikamente und die Dialyse halten Sie mittelfristig am Leben.

Mittelfristig?

Ja, langfristig werden Sie eine Spenderniere brauchen.

Was?

Sie müssen mit Ihrem Bruder sprechen.

Wieso das denn?

Ihr Bruder kommt als Spender infrage.

Er hat sich doch testen lassen.

Woher wissen Sie denn das? Aus seiner Krankenakte.

Er hat sich testen lassen vor Ihrer Transplantation.

Aber...

Warum haben Sie nicht gesagt, dass Ihr Bruder infrage kommt.

Gibt's denn keine andere Option? Doch, es gibt 'ne andere Option.

Wenn die Familie als Spender ausscheidet,

kommen Sie auf die Liste bei Eurotransplant.

Da brauchen Sie aber eine Empfehlung von einem Gremium.

Und die werde ich nicht kriegen? Ich bin da sehr skeptisch.

Wir können Ihren Lebenswandel nicht beschönigen.

Und es gibt leider auch andere Patienten,

die auf ihre Niere warten.

(leise) Ja. Frau Reichert.

Was spricht dagegen, dass Sie Ihren Bruder um Hilfe bitten?

Ist schwierig.

Okay, Sie bleiben jetzt erst mal hier.

Die Dialyse läuft und, ähm, wir sprechen, ja?

* Ruhige Musik *

Scheiße, die Mama kommt früher zurück.

(Susanne) Hey, Süße.

Oh, hallo.

Na? - Warum bist du schon wieder da?

Warum bist du nicht in der Schule?

Wir haben erst ab der zweiten Stunde.

Ach so? - Also?

Schau, es ist so...

Du weißt ja, dass...

Und wir kriegen das hin, du und ich, versprochen, aber...

Ihr habt euch getrennt, Paul und du.

Tut mir leid.

* Ruhige Musik *

Er hatte halt eine völlig andere Idee von unserer Zukunft als ich.

Keine Chance mehr für euch?

Ich wüsste nicht, wie.

Passt schon, Lisbeth.

Was ist mit Sophia?

Hi. (Sophia) Hallo.

Sie hat's schon geahnt.

Das macht's bloß leider nicht besser.

Ist die Susanne schon wieder da? Schaut nicht gut aus, Papa.

(leise) Ach, was für ein Mist.

Hey.

Tina.

Ich dachte, ich schau mal vorbei.

Okay.

Ah, siehst aber echt... - Beschissen aus?

Erschöpft, wollte ich sagen.

Ähm, ist was passiert?

Ach, alles und nichts.

Hast du dir's anders überlegt?

Der Verkauf ist das Einzige, was dich interessiert, oder?

Du weißt, dass das mal anders war. - Ja?

Ich hab mich um dich gekümmert.

Irgendwann nicht mehr. - Ja, kein Wunder, oder?

Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich unser Leben mochte.

Dass du dein Leben magst.

Nach dem Tod unserer Mutter hat sich nix geändert.

Kann sich nicht jeder aus dem Staub machen wie du.

Ich konnte nicht mehr.

Mich hat's kaputtgemacht. - Ja.

Mich ja vielleicht auch.

Meine Niere von Mama, die ist jetzt jedenfalls auch kaputt.

Was?

Ja, u... und jetzt?

Brauch ich 'ne neue.

Ach so, ja klar, 'ne neue, wieder mal.

Entschuldige, Tina, aber ich kann nicht.

Ich weiß, dass du mir keine Niere geben magst.

Ich glaub, dass es nix bringt. - Ach ja? Ohne Hilfe sterbe ich.

Zuerst hast du deine kaputt gemacht, dann die von Mutter.

Und jetzt ist meine dran? Du kannst oder willst nicht anders.

Komm, such dir woanders Hilfe, nicht bei mir.

* Tür schlägt zu. *

Ein schwieriger Fall?

Ja, ich bin nicht sicher, welcher schwieriger ist,

weil bei einem tu ich mich schwer, Beruf und privat zu trennen.

* Martin räuspert sich. *

Ich wollte eh grad wieder rein.

Kaffee, Herr Kästner? Ja, klar.

Hi!

Schön, dass du wieder da bist.

Bin ich zu früh? Na, besser als zu spät. So.

Wie war die Fortbildung?

Das geht dich gar nix an.

Wie geht's der Josi?

Ja, ähm... wir müssen noch 'n paar Ursachen abklären.

Bei 'ner Grippe? Was kann's da für Ursachen geben?

Da gibt's einiges, was möglich ist.

Aber es ist reine Routine. Oh.

* Es klopft an der Tür. * Ja.

Dr. Gruber? Ja.

Frau Reichert ist hier.

Ich war bei meinem Bruder. Er will nicht.

Ja, ich versteh ihn sogar, ich weiß ja nicht mal,

ob ich seine Niere nicht auch kaputt machen würde.

Das ist die Frage, Frau Reichert, nicht?

Eine andere Frage ist:

Gibt es da denn immer was zu feiern in dem Ausmaß auf Ihrer Alm?

Es geht doch nicht ums Feiern. Ich liebe das alles da.

Die Menschen, die Atmosphäre.

Das ist Familie. Da bin ich zu Hause.

Ich bin da aufgewachsen, mit meiner Mama, mit Michi.

Meinen Vater hab ich nicht kennengelernt.

Er ist beim Autounfall gestorben. Verstehe.

Von außen betrachtet ist es so, dass das Leben, das Sie führen...

das ruiniert Sie, Frau Reichert, das macht Sie kaputt.

Haben Sie jemals über professionelle Hilfe nachgedacht?

Aber... Ich soll 'ne Therapie machen, oder wie?

Ja, der Gedanke wär nicht schlecht.

Sie trinken jeden Tag Alkohol.

Sie sind Alkoholikerin, Frau Reichert.

Das muss man ganz klar sagen.

Und sollten Sie sich für eine Therapie entschieden haben,

kann ich Sie gern medizinisch begleiten, wenn Sie das wollen.

Aber das funktioniert nur, wenn Sie das wirklich wollen.

Darum geht's.

Das heißt, Sie haben die Wahl.

Wenn Sie sich verändern, dann werden Sie leben.

Tun Sie's nicht...

werden Sie sterben.

Natürlich will ich leben.

Kann ja versuchen, mich zu ändern.

Das reicht nicht, ist zu wenig.

Sie müssen's wollen.

Ich will mich ändern... echt.

* Er räuspert sich. *

Das glaub ich erst, wenn Sie's tun.

Es ist immer noch 'n großer Schritt von "es wollen" und "es tun".

Ich hab wenig Chancen auf 'ne Niere, oder?

Im Moment, ja.

Was aber nicht heißt, dass wir aufhören sollen, es zu versuchen.

Und Sie sollten an Ihrem Bruder dranbleiben.

Wie meinen Sie das?

Ich glaube, dass er auf ein Zeichen wartet,

dass Sie irgendwas tun, um ihm zu beweisen,

dass er sieht, dass Sie sich tatsächlich ändern.

Tun Sie irgendwas, damit er an Sie glauben kann.

Martin, mein einziger Freund. Was verschafft mir die Ehre?

Wenn ich deinen Biorhythmus richtig aufm Schirm habe,

müsstest du Hunger haben.

Ich habe immer Hunger. Wusste ich's doch, also bis gleich.

Hm?

Martin, wie komm ich zu dieser Einladung?

Braucht man immer einen Grund, um Freunde zu treffen?

Nein, natürlich nicht. Bei so einer königlichen Speise schon gar nicht.

Warte mal kurz, deine Frau ruft an.

Oh. Entschuldige.

Dr. Fendrich. Ja, ich höre.

Dann müsste man die Retikulozytenzahl checken,

damit wir die Knochenmarkaktivität überprüfen können.

Wunderbar. Danke, Wiederhören.

Frau Reichert? Äh, ja.

Ihre Anämie ist schlimmer geworden? Ja.

Wir konnten Borreliose ausschließen.

Daher kann die Anämie nicht kommen.

Woran denkst du? An eine Knochenmarkinsuffizienz?

Das kann aber auch eine Eisenmangelanämie sein.

(leise) Ja.

Wir brauchen dringend eine Niere für Frau Reichert.

Hm, ja.

* Ruhige Musik *

Sag mal, mein Freund, was ganz anderes:

Wann tagt denn das Transplantationsgremium?

Heute, aber das weißt du doch. Ja.

Warum?

Weil du drin bist und ich nicht.

Klar bin ich drin, aber...

Du willst...

Die Chancen wären ungleich höher,

dass sie von Eurotransplant 'ne Niere bekommt.

Also, wir sprechen noch im Konjunktiv.

Und was ist mit ihrem Bruder? Er hat verweigert.

Martin, es warten Hunderte von Patienten auf eine Spenderniere, ja?

Und damit schmälerst du ihre Chance. Frau Reichert braucht genauso eine.

Nur, dass diese Patienten sorgsam mit der Spenderniere umgehen würden

im Gegensatz zu Frau Reichert.

Hat sie sich geändert?

Noch nicht. Ah, ich wusste es.

Ja, aber sie will. Und ich glaube ihr.

Wir hätten doch den falschen Beruf, wenn wir nicht dran glauben würden,

dass sich Menschen ändern können und wollen.

Hm. Hm?

Gut, Martin, ich werde sie auf die Liste setzen,

so wahr ich hier vor dir stehe.

Ich dank dir.

Das heißt aber nicht, dass ich ihr meine Stimme gebe.

Hallo, hier ist die Mailbox von Michi Reichert.

* Handy *

Hey. - Hey.

Was willst du?

Du, ich, ähm, ich wollte noch mal mit dir reden.

Du, meine Meinung hat sich nicht geändert.

Ja, ich weiß, aber meine.

Ich würde gern mit dir über den Verkaufsvertrag reden, von der Alm.

Okay. Warum?

Willst du... Willst du herkommen? Weißt ja, wo du mich findest.

Ja, tschau. - Tschüs.

Ist was?

Setz dich mal kurz zu mir.

Okay. - Du, ähm, deine Tante ist krank.

Was hat sie denn?

Das, na ja, das muss sie selbst dir mal erzählen.

Wie auch immer, sie... sie braucht 'ne neue Niere.

Du bist doch ihr Bruder. Kannst nicht du ihr eine spenden?

Ja, das ist eben nicht so einfach.

So 'ne Nierenspende ist nicht ganz ohne Risiko.

Deine Oma, die ist an den Folgen der Transplantation damals gestorben.

Echt?

Und jetzt?

* Ruhige Musik *

Hey. - Hallo.

Willst du 'nen Kaffee?

Gern Espresso.

Schon irgendwie komisch, wenn das hier so still ist.

Ja, nachdem es mich zerlegt hat, hat mein Kellner abgesperrt.

Hast du den Vertrag dabei? - Ja.

Keine Sorge, ist frisch gewischt.

Wieso hast du denn jetzt plötzlich doch Interesse?

Weiß nicht, ob ich... ob ich will oder ob ich muss.

Aber ist ja auch egal. - Egal?

Nicht bei dir.

Ich hab nie 'nen größeren Sturschädel kennengelernt als dich.

War schon immer so.

Als du sechs warst, da hast du zwei Monate lang

jeden Groschen vom Taschengeld gespart,

um dir 'nen Schminkkoffer zu kaufen.

Bescheuert.

Wollte halt immer so aussehen wie Mama.

(Michi leise) Hm.

War nicht alles schlecht früher.

Aber vieles.

Zum Beispiel 'ne Mutter, die nie da war.

Uns immer Märchen erzählt hat, dass wir ihre Funken sind.

Ich hab die Funkenidee immer gemocht.

(Tina) Hm. - (Michi) Mhm.

Dass du Mutter und diese Scheißalm

immer auf so 'n Podest gestellt hast.

Das hat dich kaputtgemacht. - Ja, ist ja auch egal.

Ist wahrscheinlich eh zu spät.

Also, Dr. Gruber hat auch gesagt, wird knapp mit der Niere.

Was soll das heißen?

Wenn ich die Alm verkaufe,

überlegst du dir das dann noch mal mit der Niere?

Das ist nicht dein Ernst.

Jetzt willst du mir 'nen Deal vorschlagen?

Und ich rette dir den Arsch, wie immer.

Tina, ich hab dir gesagt... - Dass ich mich nicht ändern kann.

Ja. - Ja, und das? Ist das kein Beweis?

Da muss ich drüber nachdenken.

Aber ich verspreche dir nix, ja?

Danke für den Espresso.

Oh, mh.

Ah.

Ah. * Es klopft an der Tür. *

Komme!

(seufzend) Scheiße.

Hey.

Ähm, vorne war offen.

Ich hab mir Sorgen gemacht. - Ach so.

Ich war gestern hier, es war zu.

Ist alles okay bei dir?

Und hast du jetzt schon mit Sophia gesprochen?

Noch nicht.

Ich... Ich hab 'ne Scheißangst davor.

Ich weiß überhaupt nicht, wie ich mich von ihr verabschieden soll.

Warum... Warum haben wir das nicht geschafft, wir beide?

Es hat nicht gereicht.

Bei mir schon.

Ihr werdet mir fehlen.

Du uns auch.

Super, tschüs.

Hey, Lilli, du bist ja noch da, mach Mittag.

Ja, mach ich gleich.

Das sind die Bestellungen für die nächsten drei Monate.

Ich hab's dir da zusammengerechnet. Ah, super.

Und du hast das Angebot vom Wimmer noch gar nicht bestätigt.

Ja, das ist auch richtig so. Deswegen hab ich grade telefoniert.

Rolf kauft seit Jahrzehnten beim Wimmer.

Und ich dachte, ich frag bei einem anderen Großhändler an,

ob der uns bessere Konditionen geben kann.

Ja, ist einen Versuch wert. Mhm.

Das bedeutet natürlich, dass du die an die Gruber-Milch weitergibst.

Ist doch klar. Das ist klar.

Und für die anderen Kunden können wir die Ware günstiger anbieten.

Das bedeutet neue Kunden.

Da wird sich der Rolf freuen. Ja.

Ich mach Mittag, tschau. Mahlzeit.

Dingdong, Mittagspause ist vorbei.

Ich muss wieder los.

Könnten wir öfter machen. Was?

Mittagspause mit Arzt. (lachend) Mhm.

Wie war denn jetzt eigentlich tatsächlich diese Fortbildung?

Hm, ein Traum.

Zehn Stunden mit Männern im Anzug am Tisch.

Einer wichtiger als der andere. Uah.

Was wollen mir jetzt diese Augen sagen?

(sanft) Verstehe.

Hast du morgen Abend schon was vor? Nein.

Dann hast du jetzt was vor. Gut.

Tschüs.

* Es klopft an der Tür. *

Hi. Hallo.

Äh... haben Sie einen Termin?

Mh, mh, aber ich hab Mittagspause.

Ist der Herr Doktor beschäftigt?

Immer. Schwer?

Er telefoniert grade mit einem Patienten.

Wirklich? Ja?

* Tür * Herr Kästner?

Ich, äh... Hallo.

Ähm, ha, jetzt hab ich tatsächlich vergessen, was ich wollte.

* Telefon *

Frau Dr. Fendrich. Schön.

* Telefon *

Dann stelle ich doch mal durch. Mhm.

* Telefon *

* Sie lacht. *

Dr. Fendrich. Dr. Gruber.

Es geht noch mal um Ihre Patientin Josi, Josi Bachmeier.

Ich... hab da leider keine guten Neuigkeiten.

Okay, ich höre.

Sie hatten recht mit der Vermutung einer Autoimmunerkrankung.

Frau Bachmeier leidet am Cryopyrin- assoziierten periodischen Syndrom.

CAPS. Ja, genau.

Ähm... okay. Haben Sie alles doppelt gegengecheckt?

Ja, die Diagnose ist eindeutig. Es tut mir wirklich leid.

Ja... es ist so.

Ähm... vielen Dank.

Dr. Fendrich. Dr. Gruber.

(leise) Fuck!

* Emotionale Musik *

Ja, gut so weit.

Wir wissen jetzt, was du hast.

Und zwar nennt sich diese Krankheit

Cryopyrin-assoziiertes periodisches Syndrom.

Ist 'n bisschen kompliziert.

Deswegen kürzen wir es ab: C-A-P-S, CAPS.

CAPS klingt ja erst mal gar nicht so schlimm.

Ist es aber?

Ähm... es ist eine Autoimmunerkrankung.

Das heißt, der Körper denkt, es ist ein Erreger da,

reagiert drauf, wehrt sich mit wiederkehrenden Fieberschüben.

Also hab ich das jetzt öfter? Ja.

Es gibt eine gute Möglichkeit, die Krankheit einzudämmen.

Du wirst Kortison kriegen und ein spezielles Medikament.

Sowohl die Krankheit als auch die Medikamente

werden dich beeinträchtigen, du wirst gehemmt, müde sein.

Das wird dein Leben deutlich... deutlich beeinträchtigen, Josi.

Aber ich muss den Hof machen. Der Opa ist in der Reha.

Ich weiß... ich weiß. Wir werden da eine Lösung finden.

Da muss man drüber nachdenken.

Das kriegen wir irgendwie hin, Josi, ja?

Jetzt geht's um dich, dass wir dich wieder gesund kriegen.

Was ich dir auch sagen muss, ist,

dass es unter Umständen zu schweren Verläufen kommt,

weil lebenswichtige Organe angegriffen werden können.

Das ist sehr selten, Josi, aber es kann passieren.

Also, ich kann daran sterben?

Wie gesagt, das ist alles... sehr weit weg.

Es ist sehr selten.

Daran wollen wir jetzt gar nicht denken. Okay?

Worüber wir nachdenken sollten, ist: Sagst du's der Mama?

Du bist volljährig. Wenn, dann musst du's ihr sagen.

Noch nicht, die macht sich Sorgen. Ich weiß.

Ich sag's ihr, wenn ich dazu bereit bin.

Okay.

Hey. - Hey.

Oh shit, meine Pause ist schon längst vorbei.

Ich halt dich nicht auf.

Weißt du, was?

Ist jetzt auch schon egal.

Soll ich uns 'nen Kaffee machen? - Was soll das werden?

Na ja, du, ich, 'ne Tasse Kaffee im Bett.

Wie kommst du denn auf die Idee?

Wir haben das doch geklärt, wie das zwischen uns ist.

Ja, schon, aber... ich hätte einfach gern 'n bisschen mehr von dir.

Ich würde gern öfters neben dir aufwachen.

Tim, das ist echt nicht mein Ding und das weißt du.

Ach, komm. Tim. - "Tina, der einsame Funke", ja?

Du musst nicht fies werden. - Ich mein das nicht fies.

Ganz ehrlich, du stehst dir selbst im Weg.

Du gehst jetzt mal besser.

(leise) Okay.

Du hast ja meine Nummer.

* Benachrichtigungston *

Entschuldige.

Ich muss kurz telefonieren.

Ja, klar.

Frau Reichert, Gruber hier.

Dr. Gruber, Sie haben versucht, mich anzurufen.

Alles gut, hören Sie zu, äh, Folgendes:

In einer knappen Stunde

tagt das Transplantationsgremium in der Klinik.

Ja und? Was heißt "ja und"?

Fahr ich jetzt dahin und setz mich für Sie ein, oder nicht?

Ich dachte, ich hab eh keine Chance. Jeder verdient 'ne zweite Chance.

Können Sie mir was geben,

damit ich beweisen kann, dass Sie's diesmal besser machen?

Ich... hab meinem Bruder angeboten, dass ich die Alm verkaufe.

Wär das so was? Ja, das wär so was.

Aber Sie müssen's ja auch tun.

Die müssen glauben, dass Sie das diesmal besser machen.

Haben Sie mal über Therapie nachgedacht?

Ja, also...

Es fällt mir jetzt nicht so leicht, das zu sagen, aber Sie haben recht.

Ich werde eine Therapie machen. Okay, gut.

Ich fahr hin und meld mich danach. Danke, Wiederhören.

* Ruhige Musik *

* Er räuspert sich. *

Eine Patientin, bei der's um... um sehr viel geht.

Ich hab ja auch den besten Arzt der Welt.

Absolut. Hopphopp.

Wir... Wir... Wir... Wir sprechen, ja?

Los. Ja.

(Dr. Fendrich) Wer ist dafür?

Patient Mirko Daub kommt also auf die Liste für Eurotransplant.

Als Nächstes haben wir den Fall Reichert.

Ja, die medizinische Indikation ist klar.

Non-Adhärenz der medizinischen Empfehlungen

und mangelhafte Durchführung empfohlener Therapiemaßnahmen.

Alexander, du kennst den Fall am besten.

Jaja, ja, irreversibles Nierenversagen

aufgrund von Diabetes Typ 1 und Hypertonie.

Außerdem hat sie eine Anämie, der Grund dafür ist unklar.

Mhm, und das ist die Spenderniere ihrer Mutter,

mit der sie so umgegangen ist?

Das ist korrekt, aber auch in diesem Fall

ist nicht alles schwarz oder weiß, Herr Kollege.

Na, die Faktenlage ist eindeutig.

Ähm, von mir aus können wir in dem Fall gleich abstimmen.

* Es klopft an der Tür. *

Martin, mein einziger Freund. Was machst du denn hier?

Dr. Kahnweiler, Dr. Fendrich, geschätzte Kollegen,

mein Name ist Dr. Martin Gruber,

ich betreibe eine allgemeinmedizinische Praxis.

Sie haben hier weder das Wort noch das Recht, anwesend zu sein.

Das ist mir bewusst, Dr. Fendrich, in der Tat.

Und ich bitte um Ihre geschätzte Aufmerksamkeit und Ihr offenes Ohr.

Ich würde gern die ein oder andere Frage stellen.

Sind alle schon besprochen worden? Das geht Sie gar nichts an.

Auch das ist richtig, Dr. Fendrich.

Eine weitere Frage, die mir sehr am Herzen liegt:

Ist es nicht so, dass in unserem System

Entscheidungen getroffen werden über Patienten

in der nicht hundertprozentigen Kenntnis der Lebenssituation?

Und besteht nicht die Möglichkeit,

dass bei genauerer Kenntnis

eine Neubewertung möglich sein müsste?

Abgesehen von Ihrer Übergriffigkeit, unsere Sitzung zu stören,

worauf wollen Sie hinaus?

Ich möchte darauf hinaus, dass meine Patientin Reichert

tatsächlich eine Neubewertung verdient hat.

Ihr Engagement in allen Ehren, aber wie kommen Sie darauf?

Nach Gesprächen mit meiner Patientin

hat sie mir versichert, dass sie zum einen den Betrieb, diese Alm,

die ursächlich für ihre Situation verantwortlich ist, verkaufen will.

Zum anderen hat sie mir versichert,

dass sie eine Therapie machen will bezüglich ihres Alkoholabusus.

Und ich bin der Meinung, dass sie eine Neubewertung verdient hat.

Gut. Sie haben Ihren Punkt gemacht, Dr. Gruber.

Bitte verlassen Sie die Sitzung.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Dr. Fendrich. Dr. Gruber.

Kommen wir zur Abstimmung in der Causa Reichert.

Wer ist dafür, dass sie auf die Empfehlungsliste kommt?

So 'ne Scheiße.

Ach, Schatz, guck mal hier.

Nüsse.

Ja, Nüsse sind gut fürs Hirn, du.

Kannst du 'nen Eimer voll bringen? - Geht klar.

Danke, Papa. - Puh.

Scheißdreckschemie.

* Handy *

Hey, Michi.

Hi, Tina.

Du hast eine Entscheidung getroffen?

Na ja, es geht mir um Alex.

Verstehe. - Ihre Mutter ist in den Staaten.

Die kümmert sich nicht.

Wenn ich das mache und mir passiert was, dann wär Alex allein.

Ist okay, ist okay.

Tina, unsere Familiengeschichte.

Wenn ich dir jetzt... und irgendwann braucht Alex eine Niere,

dann kann ich ihr nicht helfen.

Michi, ich... ich versteh's, wirklich.

Gut. - Tschüs.

Tschau.

Hey, Seppi.

Servus, Tina. Bist du noch krank?

Du, Seppi, ich, ähm... ich verkauf die Alm.

Echt? Aber wieso ist denn dann jetzt schon alles zu?

Weißt du, Seppi, ich hab hier grad ganz viel zu organisieren.

Okay. - Okay.

Na dann... servus.

(flüsternd) Scheiße.

Seppi. Seppi, wir machen noch 'ne Abschiedsfeier, versprochen.

* Er räuspert sich. *

Dr. Gruber.

Hat das Gremium entschieden?

Ich war da und hab den Kollegen gesagt, was Ihre Pläne sind.

Und, ähm, ich... ich hab noch nichts gehört.

Deswegen glaub ich, dass es, ähm...

Ja.

Ist ja 'n richtiger Scheißtag heute. Tut mir leid.

Mein Bruder hat mir auch 'ne Absage erteilt.

Jo, das war's dann wohl.

Ihr Bruder weiß, wie's um Sie steht?

Ja. Seine Entscheidung steht trotzdem?

Er hat Angst, dass ihm was passiert

und... dass seine Tochter dann alleine ist.

Vielleicht nachvollziehbar.

Ja.

Wo wohnt denn Ihr Bruder?

* Klingel *

Herr Doktor, na ja, ist ja keine Überraschung,

dass Tina es mit jemandem aus Ihrer Zunft zu tun bekommt, oder?

Ja.

Woher haben Sie meine Adresse?

Ihre Schwester hat sie mir gegeben. Ah, na klar... natürlich.

Nicht, dass da 'n Missverständnis entsteht.

Ich bin nicht hierhergekommen, um Sie zu überreden.

Ah nein? Nein.

Warum dann? Warum sind Sie hier?

(seufzend) Ich möchte es einfach nur verstehen.

Hm. Was gibt's da zu verstehen?

Warum Sie nicht helfen wollen.

Na ja, unsere Mutter ist ein Jahr nach der Transplantation gestorben.

Wissen Sie, ich bin einfach jemand, der weiß, was dabei passieren kann.

Ja. Ich hab's miterlebt.

Es tut mir leid mit Ihrer Mutter. Danke.

Das ist aber auch sehr selten,

dass jemand an den Komplikationen verstirbt.

Aber es ist doch möglich, oder?

Ja, es ist grundsätzlich möglich. Ah, mhm.

Warum helfen Sie Ihrer Schwester

trotz Kenntnis der Konsequenzen nicht?

Nein, nein. Ich hab Tina immer geholfen.

Unser ganzes Leben lang hab ich Tina geholfen.

In unserer Familie hab ich mich um alles gekümmert, wirklich alles.

Unsere Mutter war mehr oder weniger rund um die Uhr auf der Alm.

Und verstehen Sie mich nicht falsch.

Es ist in Ordnung, dass ich mich um Tina kümmere.

Entschuldigung.

Wissen Sie... ich musste wahnsinnig früh Verantwortung übernehmen.

Inwiefern?

Na ja, also... irgendwann ist Tina mal fast von der Schule geflogen,

weil ich irgendeinen Termin versemmelt hab.

Ich hab's halt vergessen. Hm.

Na, aber Mutter hat mir fast den Kopf abgerissen.

Dabei war sie's, die uns allein gelassen hat.

War immer auf dieser Scheißalm, hat gefeiert.

Nicht gearbeitet, gefeiert.

Und Tina und ich... Ich wollte dann abhauen.

Mhm, ich wollte, dass Tina mitkommt. Verständlich.

Tina wollte bei der Mutter bleiben.

Und das werfen Sie Ihrer Schwester noch vor,

dass sie Sie im Stich gelassen oder verraten hat?

Immer noch.

Ah, bescheuert, ne?

Ich bin dann allein weg, hatten ganz lang keinen Kontakt mehr.

Mhm.

Blöde Kuh.

Ich lieb die immer noch so.

Ist Ihre Schwester.

Oh, Schatz, hi.

(sich räuspernd) Ähm...

Das ist Dr. Gruber. Das ist meine Tochter Alex.

Hallo. Hallo.

Geht's um Tina? Ja.

Ja. Herr Reichert, vielen Dank.

Hm. - Und hilfst du ihr jetzt?

Ja. Ja... ich helfe ihr.

Dir wird safe nix passieren.

(Michi) Mh.

Na, komm her, du bist die Beste.

Aber du sagst Tina nichts, ja?

Das mach ich schon selber.

Okay. * Benachrichtigungston *

Na los, guck schon nach.

Mimi will wissen, ob ich jetzt heute feiern gehe.

Hast du gelernt?

Klaro.

Na los. Worauf wartest du? Schieb ab.

(Tina) Hey.

Was machst du denn hier?

Die Abschlussrechnung.

(Tina leise) Hm.

(Tina) Ja, also...

Dann dank ich dir.

Seppi, hey. Ich bin's. Tina.

Du, wir machen 'ne Abschlussparty, und zwar jetzt.

Sagst du allen Bescheid?

Gut, bis gleich.

* Harmonische Musik *

Korbi?

Machst du 'ne Runde Schnapserl? Geht aufs Haus.

Ja, Chefin.

Tina, du kannst nicht ernsthaft zumachen.

Ach, ich fürchte, schon.

Na komm. - Hm.

Stoßen wir ein letztes Mal an, aber richtig.

Das machen wir.

(Korbi) Lokalrunde!

* Jubel *

Ich hab doch gesagt, ist krass hier.

Hi, Tina. - Hey. Was machst du denn hier?

Wie schön. - Na feiern.

Das ist Lara und Mimi.

Hi. - Hi.

Glück gehabt, ist der letzte Abend. Wollt ihr was?

Können wir Schnaps haben? - (lachend) Ja, klar.

Wollt ihr 'ne Cola?

Eh, komm schon. Für ein Bier sind wir doch alt genug, oder?

Ihr kriegt von mir keinen Alkohol.

Da, Mädels. Und für dich.

Viel Spaß. - (Alex) Kommt, wir gehen raus.

(Mimi) Cola, megacool.

Na, zum Glück hab ich vorgesorgt.

Bist du bescheuert? Du kannst keinen Schnaps reinschmuggeln.

Doch, kann ich, siehst du doch.

Brauchst du vielleicht 'ne andere Aufheiterung?

Okay.

(Alex) Wie viel nimmt man davon? - Na eine.

Geht doch.

* Ruhige Musik *

Hey. Hi.

Sophia hat ihren Schulranzen hier vergessen.

Echt? Hi. Hi.

Wie geht's ihr denn?

Hm, morgen fährt Paul.

Sie spricht nicht mehr mit mir.

Mach dir keine Vorwürfe, hm?

Das ist leicht gesagt.

Wir kriegen das hin. Wir zusammen. Ja?

Dank dir.

* Ruhige Musik *

(Alex) Das fühlt sich so gut an.

Warum machen wir das nicht immer? Leute?

(Mimi) Mir ist schlecht.

Es dreht sich alles. - (Lara) Bei mir auch.

Na, da bin ich ja mit Vollprofis unterwegs.

Dann feier ich eben allein.

Boah, jetzt kickt's aber doch ganz schön.

Alex?

(Mimi) Alex?

Das ist Kochsalzlösung.

Da hab ich dein fiebersenkendes Mittel reingegeben.

Die Flüssigkeit stabilisiert den Kreislauf.

Und das fiebersenkende Mittel, crazy, senkt das Fieber.

Wann kriege ich diese richtigen Medikamente?

Kortison und MTX, da bespreche ich mich morgen mit Dr. Fendrich.

Da geht's um die Dosierung.

Da müssen wir deinen Körper dran gewöhnen.

Ich hab im Internet gelesen... Sehr gut, sehr gut.

Dr. Internet, immer präzise, niemals richtig, immer präsent.

Was sagt Dr. Internet?

Er sagt, dass ich dauerhafte Schäden am Herz und Organen haben kann.

Ja, das ist an sich richtig.

Das gilt aber für schwere Verläufe.

Du bist zwar manchmal ein schwerer Fall, aber kein schwerer Verlauf.

Das musst du dir vor Augen halten. Ist ganz wichtig. Okay?

Gut, ich glaub trotzdem,

dass du bald mit Mama sprechen solltest.

Mach ich morgen.

Okay, ja, deine Sache.

(Mimi) Alex?

(Mimi) Alex!

Nehmt euch einfach alles.

(Mimi) Alex! Alex!

Alex? Alex!

Scheiße, oh Scheiße. - (Mimi) Alex!

Alex! - (Tina) Was ist passiert?

Sie wacht nicht auf. - Weg da.

Hey. Alex?

Alex? Alex?

Was passiert ist, hab ich gefragt! - Nix. Keine Ahnung.

Scheiße. Okay, komm.

Komm.

Kopf hoch, so, sehr gut, so.

Ruf die Rettung!

* Handy * Frau Reichert?

Dr. Gruber, meine Nichte hat eine Alkoholvergiftung.

Ist sie ansprechbar? Nein, aber sie atmet.

Gut, Seitenlage, Kopf überstrecken, Atemwege checken.

Rufen Sie 'nen Krankenwagen. Hab ich, Rettung ist unterwegs.

Dann sehen wir uns in der Klinik. Bis gleich.

Hey, Alex. Na? Alex? Oh, sehr gut.

* Alex hustet. * Ja, gut, gut, gut, raus damit.

Gut, sehr gut, komm.

Zu niemandem ein Wort, klar? - Raus damit, gut machst du das.

* Ruhige Musik *

So, Frau Reichert.

Wie geht's ihr? Sie ist stabil.

Wir haben ihr den Magen ausgepumpt.

Wär interessant zu wissen, was sie genommen hat.

Dr. Gruber, kann ich zu ihr?

Hallo, Ihre Tochter liegt auf der Intensivstation.

Sie ist ohne Bewusstsein, aber stabil.

Wir haben ihr den Magen ausgepumpt. Oh Gott, was ist denn passiert?

War die bei dir?

Ja, sie kam vorbei mit zwei Freundinnen.

Sie ist zusammengebrochen, Ihre Schwester alarmierte die Rettung.

Wie zusammengebrochen? Du hast ihr was zu trinken gegeben?

Michi, ich hab ihr nichts gegeben. Die haben ihren Schnaps mitgehabt.

Ist doch Quatsch. Herr Reichert, bitte.

Sie hat meine Tochter in Gefahr gebracht!

Nein. Jetzt hörst du mir mal zu!

Ich glaube dir kein Wort! Von wegen die Alm ist zu.

Gesoffen hast du und meine Tochter mitreingezogen!

Das war meine Abschiedsparty! - Noch zwei, drei Entschuldigungen!

Ich Vollidiot, ich wollte dir wirklich meine Niere geben.

Wie bescheuert bin ich?

Mir ist scheißegal, ob du die Alm verkaufst oder nicht.

Du stirbst, und zwar bald. Dann gehört sie mir.

Es ist besser, Sie gehen jetzt. Glaub ich auch.

Herr Reichert, Ihre Tochter hat Medikamente genommen.

Aber das wissen wir noch... Fuck. (Frau) Hallo?

Hallo? Hallo? Können Sie mich hören? Frau Reichert?

Kollegen, Notfall! Reanimation!

* Ruhige Musik *

Und?

Frau Reichert ist stabil, die Werte kommen morgen.

Ihre Nichte ist auch stabil, die muss jetzt ausschlafen.

Und wie hat's Josi aufgenommen?

Unterm Strich ganz tapfer.

Und du?

Unterm Strich ganz tapfer.

Bis morgen. Ja.

Ah, warst du eigentlich heute noch bei der Josi?

Ja, das Fieber ist runtergegangen. Oh.

Super. * Er räuspert sich. *

Alles okay bei dir?

Ja, ich hatte einen dieser Tage so.

Okay. Willst du's mir erzählen?

Später gerne. (leise) Mhm.

Brauchst du eine Aufheiterung? Ja.

Magst du mich heiraten?

* Klirren *

Hallo?

Warum willst du mich heiraten?

Du willst mit mir nicht zusammenziehen.

Warum willst du mich heiraten? Warum?

Weil ich hab nachgedacht und ich find keinen Besseren.

Also momentan. Momentan.

Momentan. Mhm.

Ja.

Ja.

* Gefühlvolle Musik *

Guten Morgen.

Ein Ehemann schleicht sich nicht einfach so raus.

Hm.

Ein Ehemann muss arbeiten.

Klingt schön.

Was? Arbeit? * Sie lacht. *

Ehemann. Hm.

Ich freu mich auf Josis Gesicht. Warum?

Wenn ich's ihr sag. Was?

Na, dass wir heiraten. Okay. Wann willst du's ihr sagen?

Na heute. Hast du's eilig?

Ja sicher, die muss ja wissen, dass ich bald eine Brautjungfer brauche.

Mhm.

(leise) Tschüs.

* Ruhige Musik *

Wieder einer Meinung sind. * Tür *

Hallo, ich... Äh... * Er räuspert sich. *

Dr. Gruber. Dr. Fendrich.

Ich wollte nicht stören. Du störst nicht.

Ich wollte nur fragen,

ob die toxikologischen Ergebnisse von Alex Reichert da sind.

Ja, Frau Reichert wurde positiv auf MDMA getestet.

Ecsteysi. Ecsteysi?

Ecstasy. Ach so. Ja, sie ist wieder fit.

Sie wird bald entlassen. Mhm, okay.

Und Tina Reichert?

Ihre Anämie hat sich über Nacht verschlechtert.

Oh. Eine Niere würde nicht helfen.

Nein, weil wir sie nicht transplantieren könnten.

Verstehe.

Die Nieren können's nicht sein. Da wirken wir entgegen.

Haben wir das myelodysplastische Syndrom ausgeschlossen?

Dafür gibt es keine Indikatoren.

Wir haben einen Heuhaufen und wissen nicht mal, ob wir eine Nadel suchen.

Ja, okay, Idee:

Am Anfang war der Zeckenbiss. Was, wenn wir dahin zurückgehen?

Borreliose haben wir ausgeschlossen, ebenso eine Enzephalitis.

Ja, aber es gibt noch andere Krankheiten.

Ja, aber das ist hierzulande äußerst selten.

Ja, aber durchaus möglich.

Das macht den Heuhaufen eher größer.

Ja, aber dann wüssten wir nach welcher Nadel wir suchen.

Na gut, ich geb im Labor Bescheid.

Dr. Gruber. Dr. Fendrich. Vielen Dank.

Ist alles in Ordnung bei Ihnen? - Danke.

* Vibration *

Frau Reichert. Wie geht's Ihnen?

Wie geht's meiner Nichte? Sie hat sich über Nacht gut erholt.

Ah. Sie machen uns mehr Sorgen.

Durch Ihre Blutarmut hat sich Ihr Zustand sehr verschlechtert.

Wir könnten im Moment gar nicht transplantieren.

Ja... der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen.

Oder so.

Es gibt noch ein, zwei Theorien bezüglich Ihrer Anämie.

Wir müssen einfach auf die Ergebnisse warten.

Okay. Sie müssen durchhalten.

Mhm... wird gemacht.

Ich weiß.

Und ich bin immer für dich da, wenn du mich brauchst.

Das hat die Oma auch gesagt.

Siehst du? Omas wissen so was.

Du kannst mich jederzeit anrufen.

Meine Nummer hast du ja. - Okay.

(Paul leise) Okay, komm.

Ich werde dich vermissen. - Ich dich auch.

* Gefühlvolle Musik *

(Sophia) Jetzt ist er weg.

Ah, Herr Mandelmayer, grüß Gott. Ich hab auf Ihren Anruf gewartet.

Ja? Aha.

Und warum nicht?

Na ja, das würde ja nicht bedeuten, dass der ganze Deal deswe...

Verstehe. Ja, gut.

Danke, Ihnen auch.

Scheiße! Die machen uns kein besseres Angebot.

Schmarrn.

Äh, wann hätten wir denn Wimmer bestätigen müssen?

Ach so. Ja, warte mal. Das hab ich da, Moment.

Also: "Wir bitten um eine Bestätigung unseres Angebots

innerhalb 48 Stunden."

Das ist heute um kurz nach zwölf gewesen.

Scheiße!

(seufzend) Gib mal her. * Sie atmet schwer aus. *

Hu. * Sie räuspert sich. *

Ja, hallo, Caro Pflüger hier. Könnte ich Herrn Wimmer sprechen, bitte?

Aha, vielleicht kann er mich zurückrufen,

wenn er eine Minute hat.

Danke, Wiederhören.

Mhm, alles wieder gut.

Hast du noch mal Glück gehabt. - Danke, Frau Doktor.

Mach das bitte nie wieder, hm?

Guten Morgen. (Michi) Morgen.

So, guten Morgen, Alex. Geht's dir wieder besser?

Es war knapp, meine Schwester hätte Alex fast umgebracht.

Verstehen Sie jetzt?

Es ist nicht ganz richtig,

denn wir haben im Blut von Alex keinen Alkohol festgestellt.

Wie machen wir das jetzt, wir beide?

Möchtest du's Papa sagen? Soll ich?

Mimi hatte 'n bisschen Ecstasy dabei.

Du hast was gemacht?

Ich weiß. - Nee, offensichtlich nicht.

Oh, Schatz, du hättest dich fast umgebracht.

Ganz so schlimm war's jetzt nicht, aber Tatsache ist,

Ihre Schwester hat Ihrer Tochter beinahe das Leben gerettet,

weil sie die Rettung angerufen hat.

Sonst wär das Ganze anders ausgegangen.

Warum Ihre Tochter Drogen nimmt, das können Sie beide klären.

Das steht auf 'nem anderen Blatt. Glaub ich auch.

Wir haben gebettelt, dass wir was zu trinken bekommen. Keine Chance.

* Es klopft an der Tür. * Martin, kannst du mal kommen?

Es gibt gute Nachrichten.

Komme.

Wir sprechen.

Tina ist nicht so, wie du denkst.

Das ist meine Sache, Schatz. Misch sich da nicht ein, ja?

Ich will nicht, dass du das wegen mir nicht machst.

Tina stirbt, wenn du ihr nicht hilfst.

* Melancholische Musik *

Frau Reichert, zwischendurch gibt's auch mal gute Neuigkeiten.

Wir kennen den Grund für Ihre Blutarmut.

Okay. Ja.

Durch einen Zeckenbiss

wurden intrazelluläre Parasiten übertragen, sogenannte Babesien.

Hm, das klingt aber nicht so gut.

Ja, die dazu passende Krankheit heißt Babesiose.

Bricht beim Menschen selten aus.

Die Babesiose zerstört rote Blutkörperchen, ergo Ihre Anämie.

Die Lösung ist,

wir können die Parasiten mit einem Antibiotikum sehr gut bekämpfen.

Okay. Dann sterbe ich also jetzt nur noch an meiner kaputten Niere. Hm?

(schwach) Ja.

Ihr Bruder wartet draußen. Wollen Sie ihn sehen?

Ja. Gut.

Hey.

Hey.

Entschuldige, bitte,

dass ich dir das mit dem Alkohol in die Schuhe geschoben hab.

Ist ja nicht komplett abwegig bei mir: Alkohol.

Ja, aber... danke, echt.

Also, wenn du sie nicht so gut erstversorgt hättest, dann...

Michi? - Hm?

Musst dir keine Sorgen mehr machen ums Geld.

Was meinst du?

Ich schenk dir meinen Anteil an der Alm.

Darf ich?

Weißt du noch, als du mir dein Puppenhaus geschenkt hast?

Ja, und du hast dann daraus

ein Sondereinsatzkommandozentrum gemacht.

Du wolltest es wieder, weil's viel toller war.

Tini, ich will die Alm nicht.

Warum denn nicht?

Du brauchst deinen Anteil für dein neues Leben.

Wird's gar nicht geben, das neue Leben.

Ich fürchte, da irrst du dich.

Wie meinst du das?

Wir zwei haben noch viel nachzuholen

und dafür hätte ich gerne viel Zeit mir dir.

Was bedeutet das denn?

Dass du meine Niere kriegst. - Auf keinen Fall.

Keine Diskussion. Ich bin dein großer Bruder.

Hm? - (leise) Komm mal her.

Komm mal her. - Ach, Tini, nicht.

Tini.

Es geht doch auch nicht.

(Michi) Nicht weinen.

Komm, ist doch klar.

Martin, ich hab die Josi grad abgeholt.

Bist du schon aufm Weg? Jaja.

Ich bin in der Klinik, aber bin schon durch.

Ich sag mal, halbe Stunde wird's dauern.

Okay, ich kann's kaum erwarten, es ihr zu sagen.

Okay, bis dann.

Tschau. Ja, bis gl... gleich.

Ich... kann's auch kaum erwarten.

Bist du bereit? Ja.

Gut. Bist du nervös?

Ja, ich bin nervös.

Ja, ich bin nervös. Ich bin immer nervös, immer, immer.

Neben dir bin ich immer nervös. Charmeur.

Josi! - Ich komm ja schon.

Martin, hallo. Hey, du.

Wir wollen dir was sagen.

Und danach kannst du dich sofort wieder hinlegen.

Wir werden heiraten.

Wow.

Ja, ich wollte um die Hand deiner Mutter anhalten.

Aber das ist jetzt, ähm... Ist das okay für dich?

Ich freu mich. Herzlichen Glückwunsch.

Oh.

Hm? Wie ist es?

(flüsternd) Wie soll ich ihr das jetzt sagen?

Alles okay? - Ich glaub, ich setz mich kurz hin.

Ähm... ähm...

Magst du 'nen Schluck? Wegen dem Kreislauf.

Nein, jetzt besser nicht.

Mama, ich bin krank.

Ja, du solltest dich wirklich hinlegen jetzt.

Ich bin richtig krank, Mama.

* Dramatische Musik *

Untertitel im Auftrag des ZDF, 2024

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