All language subtitles for 28_0947_2015_Schwanensee

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR

* Tatort-Titelmelodie *

* Wecker piept*

Frank Thiel

Karl-Friedrich Boerne

Silke Haller, "Alberich" Nadeshda Krusenstern

* Musik *

4.

8.

16. - Guten Morgen Andreas.

32.

Ah!

* Schreie *

Morgen. - Morgen.

Morgen. - Morgen.

(gähnt)

Guten Morgen.

Morgen.

Vorsicht.

Danke.

War das auch im Wasser?

Die Gewichte waren um ihren Körper gebunden,

die stammen von den Hanteln.

Und wieso ist da keine Nummer dran?

Die Frau heißt Mona

Lux.

Bitte?

Sie hieß Mona Lux.

Und Sie sind?

Eigenartig.

Kann man wohl sagen.

Das ist Frau Lina Westendonk, die ist Therapeutin hier.

Spuren von Gewaltanwendung kann ich nicht erkennen. - Nein.

Ich kann nicht mehr.

Diese Seelenklempner.

Anderen ihre Probleme erklären und selber...

Ist Ihnen eine Laus über die Leber gelaufen?

Hören Sie bloß auf.

Zimmer durchsuchen, ist das schon organisiert?

Dieses Tattoo, ich könnte schwören, ich hab das schon mal gesehen.

Ein nautischer Stern ist ja nicht so selten.

Nee, aber auch an der Stelle, am Handgelenk.

Allerdings sagt mir der Name Mona Lux überhaupt nichts.

Man kann ja nicht alle kennen.

Nicht mal in Münster.

Och Mensch, Freunde, hat sich keiner drum gekümmert,

dass die Patienten nicht runterkommen?

Gibts doch nicht.

Tut mir leid, Kumpel, hier ist heute geschlossene Gesellschaft.

Herr Thiel, das ist Prof. Weimar, er leitet das Haus.

Ach so.

Vor...

(spricht unverständlich)

* Musik *

Der weiße

Hai.

* Handyklingeln *

(flucht unverständlich)

* Handyklingeln *

(nuschelt) Alberich, ich bin im Urlaub.

(Alberich) Was ist? Wo sind Sie?

Im Urlaub.

Das dürfte selbst Ihrem vertikal begrenzten Blickfeld

nicht entgangen sein.

Interessanter ist momentan mein horizontales Blickfeld.

Das guckt auf eine frische Leiche.

Mein Flieger geht in genau 5 h, 25 min.

Also,

erzählen Sie mir jetzt von der Leiche oder...

Für uns sind unsere Besucher keine Kranken,

wir betrachten ihre Andersartigkeit als Chance.

Deshalb therapieren wir niemanden.

Sondern? - Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe.

Wir konzentrieren uns eher auf die Stärken

als auf ihre vermeintlichen Schwächen.

Wir binden sie in eine Gemeinschaft ein,

setzen sportliche und spielerische Reize.

In unserer Werkstatt stellen wir singende Grüße her.

Elektronische Postkarten mit spaßiger Musik.

(lacht spöttisch) Spaßige Musik.

Das ist Bernd.

Komm mal raus, Bernd.

Privatsphäre oder Transparenz,

darüber kann jeder selbst entscheiden.

D.h. die Türen werden nicht abgeschlossen?

Nur der Haupteingang über Nacht, aus Versicherungsgründen.

Wir sperren niemanden ein, alle sind freiwillig hier.

Man kann jederzeit gehen.

Na, Heinz, gehts gut? - Wichser.

Wie viel Patienten haben Sie in der Klinik?

Wir sind keine Klinik und wir sagen auch nicht "Patienten".

Sondern Alltagsüberforderungsopfer?

Besucher. Zurzeit haben wir nur Kapazitäten für 6.

Aber wir sind optimistisch,

dass uns die Stadt die Fördersumme für mehr Plätze gewährt.

Holla, die Waldfee. - Wie bitte?

Ist das hier die Anstaltskleidung?

Nein.

Jeder kann hier anziehen, was er will.

Denn, wie gesagt, alle sind hier - nur zu Besuch, ich weiß.

Ich hätte jetzt trotzdem endlich

gerne die Patienten... die Besucherakte.

Mhm.

Ja, und zwar zeitnah.

Natürlich.

Neue Zeile.

Auch keine Spuren unter den makellos gepflegten,

noch nie mit Substanzen wie Spülwasser oder Ähnlichem

in Verbindung gekommen zu sein scheinenden Fingernägeln.

Keinerlei Spuren von Gewalt, eines Kampes oder Fremdweinwirken.

Nichts, nada, niente.

Punkt.

Machen Sie das mal aus?

Für mich:

Selbstmord.

100%? - 99,9.

Aber an ihrer Stelle wäre ich auch lieber ins Wasser gegangen,

als mich von diesem (räuspert sich)

Idioten therapieren zu lassen.

Sie kennen Prof. Weimar? - Flüchtig, von ein, 2 Kongressen.

Dieser Mann ist eine Zumutung.

Seine Kompetenz ist noch winziger als...

Der Vergleich liegt auf der Hand.

Sie meinen, als Ihr Charme? - Ist das nicht ironisch?

Ich fahre in den Taucherurlaub,

und meine letzte Begegnung in der Arbeitswelt ist ein Tauchopfer.

Sie fahren nicht in Urlaub.

Bitte? - Statistik.

In den letzten 12 Jahren sind Sie kein einziges Mal gefahren.

Sie können nicht loslassen. - Papperlapapp.

Dieses 0,1%, das lässt Ihnen keine Ruhe.

Ich bin dann weg.

Ach, Alberich?

Blutprobe und Mageninhalt nicht vergessen.

Was?

Wir sehen uns in 14 Tagen.

Di Sarto.

Di Sarto, da war doch irgendwas.

Ja, schade.

Was denn? - Der Computer ist passwortgeschützt.

Na und? Wozu haben wir unsere Computernerds von der KTU?

Hier.

Die können auch mal was tun. - Die Besucherakten.

Na endlich.

Das sind ja 7. Ich denke, Sie haben nur 6 Plätze.

Richtig, aber vor 2 Wochen stand Mona, Frau Lux,

vollkommen aufgelöst vor unserer Tür und bat mich um Hilfe.

Wir hatten eigentlich keinen Platz mehr, aber...

Und dann haben Sie sie selbstlos in Ihrer Wunderwelt aufgenommen,

und 2 Wochen später ist sie tot, ja?

Herr Kommissar, es liegt in der Philosophie unseres Hauses,

dass wir keinen Hilfesuchenden abweisen.

Zudem hatte Frau Lux sehr gute Anlagen für die Gruppe.

Das war alles.

Mhm, sehr gute Anlagen.

Todeszeitpunkt: ca. 4 Uhr morgens.

Vorsichtig damit, vorsichtig. - Ja, ja.

Sehr wahrscheinlich Selbstmord. - 100%ig?

Nein, nein, vorbehaltlich des toxikologischen Gutachtens, ne?

Und das schaffen Sie?

Im Flieger nach Malle zu sitzen,

ohne zu wissen, ob es wirklich 100% sind?

Nicht Malle, Thiel, nicht Malle.

Malediven.

Sag ich doch, Malle.

Vorsichtig, das ist italienisches Leder.

Ja, und innen drin italienischer Marmor, was? - Ja.

Ihr Herr Vater fährt mich jetzt zum Flughafen.

Gehaben Sie sich wohl. (Herbert Thiel stöhnt)

Ich dachte, Sie wollten in Urlaub fahren und nicht umziehen.

Und ich dachte, Sie sind Taxifahrer, nicht Komiker.

Und?

Selbstmord.

Ja, ist komisch.

Was?

Die Adresse von Mona Lux, also die Straße, gibts überhaupt nicht.

Mhm.

Und Freunde, Verwandte, Bekannte? - Bis jetzt nichts.

Wie, bis jetzt nichts? Was ist das wieder für ne Scheiße?

Warum sind Sie eigentlich so schlecht gelaunt?

Mein Brot war schimmelig. - Was?

Mein Brot war schimmelig.

Dann wollte ich zum Bäcker, mir n neues kaufen, war der Bäcker dicht.

Dann bin ich zu Curry-Fred,

da hing mir der Magen schon in den Kniekehlen.

Und da war ich gerade an der Reihe, da rufen Sie an.

Ja nee, ich will Ihnen nix wegessen.

Ich kann ja mal abbeißen.

Mh, das ist aber lecker. - Mhm.

Sie können sich beim Italiener was Neues holen.

Beim Italiener?

Nicht loslassen können.

Als ob 0,1% mich daran hindern würden,

mich den endlosen azurblauen Weiten hinzugeben.

Was für n Ding? - Hm?

* Handyklingeln * - Moment.

Alberich, ich sage Ihnen ganze 4 Worte: Ich bin im Urlaub.

Und ich versichere Ihnen 100%, dass es mich zu 0,0% interessiert

Oxycodon?

Wie hoch dosiert?

Mit dem Bericht unten an die Straße. Hopp.

Wir fahren, wie man in Ihren Kreisen zu sagen pflegt, mit Gummi

zurück zum Institut.

Hier darf ich nur 50 fahren. - Bin ich der Hippie oder Sie?

Wer zahlt, wenn ich geblitzt werde?

Hier wird nicht geblitzt, das weiß ich vom Leiter des Ordnungsamts,

der sitzt mit mir im Rotary-Club-Vorstand.

Also dann, bitte.

* Musik: Bachmann-Turner Overdrive "You Ain't Seen Nothing Yet *

Das ewige Licht leuchte Ihnen, Herr, mit deinen Heiligen in Ewigkeit.

Das ist alles, was Ihnen zum Namen Mona Lux einfällt?

Lux, Licht.

Verstehen Sie?

Die Geschäftskrise hat mich dem Glauben wieder nähergebracht.

Aber eine Frau mit diesem Namen? Nee.

Das ist ja schön, dass Sie Ihren Glauben wiedergefunden haben.

Dann kennen Sie sicherlich auch das 8. Gebot.

Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinem Nächsten.

Richtig.

Mhm.

* Handyklingeln *

Wenn Sie mich kurz entschuldigen.

Sì, pronto.

Hallo, hier ist Ihr Nächster.

Woher hat Mona Lux denn Ihre Handynummer?

Und erzählen Sie mir nicht, dass das nicht Ihre Handschrift ist.

Mona, sagten Sie? - Mhm.

Mona Lux? - Ja genau.

Ja klar, natürlich.

Sie arbeitete für ein paar Wochen in einer unserer Filialen,

als es noch gut lief.

Warum fragen Sie nach ihr?

Sie ist letzte Nacht

verstorben.

Oh mein Gott.

Dann haben Sie doch bestimmt ne Personalakte oder Fotos.

Ja, in 2 h hab ich die Akte hier, aber jetzt, bitte, gehen Sie.

Mhm, schön.

Wir lassen die Akten in 2 h abholen.

Ach, sagen Sie, Di Sarto, ist das Ihr richtiger Name?

Der kommt mir so tierisch bekannt vor.

Wahrscheinlich von der Gastronomieausschreibung

der städtischen Kantinen.

Krankenhaus, Rathaus.

Auch die Polizei.

Die hab ich mit meinem Konzept gewonnen.

Ist ja prima.

Eigentlich ja.

Jetzt weiß ich.

Sie sind der mit der Riesen-Steuerhinterziehung, stimmts?

Ich bitte Sie jetzt zu gehen.

Ich wollte sowieso gerade los.

(lacht)

Haben Sie das nicht mitbekommen?

Stand vor ein paar Wochen fast jeden Tag in der Zeitung.

Da haben sich die Stadtoberen ganz schön blamiert,

als sie so nem Steuersünder

die Kohle in den Rachen geschmissen haben.

Nee, hab ich nicht mitbekommen.

Aber dass er uns was verschwiegen hat, haben Sie mitbekommen. - Ja.

Sogar mit leerem Magen.

* Musik *

Gummi.

Gummi. Damit ich wieder geblitzt werde, ja?

Muss ich Ihnen vorrechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist,

innerhalb eines Tages 2-mal geblitzt zu werden?

Okay, gut, bitte.

Und auf gehts.

Was ist das denn?

Bio-Schlagheck.

Damit wir alle gesund sterben. - Mit Tofu-Schnitzeln.

Ich habe gehört,

der Name Di Sarto ist bei der Toten in der Klinik aufgetaucht.

Ja, da kommen wir gerade her.

Hätte der Penner seine Steuern bezahlt,

könnten wir hier jetzt schön ne Pizza essen.

Die Kollegen von der OK waren jahrelang hinter Di Sarto her.

Er stand im Verdacht, Statthalter einer Mafiafamilie zu sein.

Ja klar, die Münsteraner Mafia kommt gleich hinter Chicago oder Palermo.

Sehr witzig, Thiel.

Ich will trotzdem wissen, wie Sie auf ihn gekommen sind.

Unser Selbstmordopfer hat bei ihm gearbeitet.

Das war gar kein Selbstmord.

Wie, das war gar kein Selbstmord? - Guten Tag.

Oxycodon ist ein sehr starkes Narkotikum.

80 mg sind die Tageshöchstdosis für einen erwachsenen Menschen.

Sie hatte 100 im Blut.

Und das liebe ich an meiner schönen Stadt Münster,

dass selbst die niedrigsten Stadtschergen

immer gesund futtern dürfen.

Hier gibts überhaupt nix zum Futtern.

Aber dann wollte Mona Lux vielleicht auf Nummer sicher gehen.

Der Wirkstoff befand sich schon 6 h vor Todeseintritt in ihrem Körper.

Schön, dann ist sie vielleicht zugedröhnt zum Pool geschwankt

(lacht) Er versteht es einfach nicht.

Dieser Befund beweist eindeutig,

dass Mona Lux sich nicht selbst umgebracht haben kann.

100%ig.

Das ist wieder typisch, ein klassischer Boerne.

Von 99,9% ja auf 100% nein in weniger als 2 h.

Na und? Nur Tote und Narren ändern ihre Meinung nicht.

Mhm.

Nee, ne?

Ja.

Ja, ich hab Hunger. - Ja, ich auch.

Einige hier sollten nicht so viel futtern.

Thiel.

Thiel.

Ich bin bereit. Fragen Sie.

Was?

Hier sind Sie geschützt, unter 4 Augen.

In diesem Rahmen kann Ihnen nichts passieren.

Bitten Sie mich.

Was soll ich Sie bitten?

Meinen Urlaub abzubrechen?

Hä?

Was?

Sie brauchen meine Hilfe.

Wozu? - Wir ermitteln in einem Mordfall.

Ich bin in der Mordkommission,

da kann es vorkommen, dass es einen Mord gibt.

Was ist mit unserer erstklassigen Aufklärungsrate?

Wollen Sie die aufs Spiel setzen? - Der Flieger geht gleich.

Thiel. - Ich brauche Sie hier nicht. Auf Wiedersehen.

Jetzt vergessen Sie doch mal Ihren blöden Stolz.

Ich höre Sie hier nicht, auf Wiedersehen.

Das ist ein klassischer Fall von Realitätsverweigerung.

Prof. Boerne, ich Arbeit, Sie Urlaub, Bunga Bunga.

Gute Reise. Tschüs.

Das wird Ihnen noch leidtun.

Schreiben Sie mal ne Karte.

Das Haus war komplett verschlossen,

und wir haben keinerlei Einbruchsspuren feststellen können.

Insofern können wir von einem Täter innerhalb des Hauses ausgehen.

Nicht wahr, Frau Krusenstern? - Mhm.

Ja.

Also, ich brauche Infos über alle Insassen, alle Therapeuten,

mit den gesamten Hintergrund- geschichten, Vita etc. pp.

Sie wissen schon.

Und Sie fragen bei der KTU noch mal nach.

So n Code vom Laptop kann ja nicht so schwierig sein.

Ist ja nicht vom Pentagon.

Frau Krusenstern, können Sie mal aufhören zu knabbern?

(seufzt)

So, wo war ich jetzt stehen geblieben?

Andreas Kullmann,

der kam, kurz bevor die Leiche entdeckt wurde, ausm Schwimmbad.

Andreas Kullmann ist Autist, also ein Mathegenie.

Gilt als harmlos, hat keinen Kontakt zu den anderen.

Autist halt.

Lina Westendonk, die Therapeutin, haben Sie schon kennengelernt.

Die ist erst seit 4 Monaten im Schwanensee,

erfreut sich aber allergrößter Beliebtheit.

Dann haben wir noch den Sporttherapeuten Tobias Reiter.

Der war aber in der Tatnacht

mit den Zwillingen Uwe und Bernd Berg im Krankenhaus.

Also fallen die 3 Herren als Täter raus.

Im Krankenhaus? - Mhm.

Die hatten sich beide beim Tai-Chi den Arm gebrochen.

Beim Tai-Chi?

Dann gibt es noch den Bufdi Oliver Schießmichtot.

Bufdi? - Bundesfreiwilligendienst.

Sie meinen Zivi. - Nee, Bufdi.

Das, was die Zivis früher machen mussten,

machen die Bufdis jetzt freiwillig.

Und was haben wir über den? - Nichts.

Aber Sie können gerne mal Ihr Glück versuchen.

Was ist das denn? - Personalakte.

Wie, handgeschrieben?

Mhm, deswegen konnte ich den Nachnamen nicht entziffern.

Das gibts doch nicht.

Das ist keine Klinik, das ist ne Zumutung.

Evi Haberlein und Isa Storch.

Evi Haberlein ist 69 und hat laut Prof. Weimars Diagnose

ein Problem mit ihrer zu großen Libido.

Isa Storch ist 33 und schizophren, aber nur leicht schizophren.

Dann haben wir noch den Zwangsneurotiker Heinz Gärtner,

den haben wir aufm Flur kennengelernt.

Der "Wichser", ich erinnere mich.

Und was ist mit Prof. Weimar? - Hat ein Alibi

War die ganze Nacht zu Hause bei seiner Frau.

Mhm.

(Heinz) Der Ballon sieht scheiße aus.

Nein, der ist sehr schön.

Der ist hundekackenhässlich.

Bäh.

(Lina) Für dich, liebe Mona.

Wir denken an dich.

(Heinz) Ich denke nicht an die Nutte.

Aber wir denken an sie.

An unsere Freundin und Gefährtin Mona Lux.

(Heinz) Nutte.

(Prof. Weimar) Lina.

Bitte, Lina.

Lina.

Lina, Sie können nicht so einfach gehen. - Doch.

Wo soll ich so plötzlich Ersatz herbekommen?

Ersatz? Ich glaube, heute ist Ihr Glückstag, Herr Kollege.

Ich habe gerade Urlaub und helfe gerne aus.

Boerne.

Sie sind Pathologe.

Professor, bitte.

Und Rechtsmediziner, den Unterschied sollten Sie kennen.

Auf jeden Fall haben Sie keinen Facharzt für Psychiatrie.

Ich bitte Sie.

Ich bin mit den mannigfaltigen Windungen des menschlichen Hirns

absolut vertraut.

Außerdem, besteht nicht Ihr Konzept gerade aus Nicht-Therapie?

Das kriege ich hin. - So einfach geht das nicht.

Muss ich Sie wirklich erst an ein Gutachten erinnern? 2007?

Zürich?

Schwamm drüber, Kollege.

Herzlich willkommen im Haus Schwanensee.

Schön, das freut mich.

Herr Professor, was ist denn mit meinen 76,30 Euro?

Zahlt mein neuer Chef.

Und wissen Sie was? Machen Sie ruhig 95.

Jaja, in sinnstiftende Arbeitsprozesse einbinden,

das ist sozusagen ein Grundpfeiler.

Was kann es Erfreulicheres geben, als am Ende eines Tages das Resultat

der eigenen Arbeit nicht nur sehen, sondern hören zu können?

Für den einen mehr erfüllt, für den anderen weniger, was?

Hm? - Wenn ich das da richtig deute.

Ah, Isa und ihre Telenovela. Sie ist verrückt danach.

Also, das Wort "verrückt", das verwenden wir natürlich nie.

Natürlich nicht.

Prof. Weimar?

Entschuldigen Sie bitte die Störung.

Ich würde sehr gerne...

Das glaub ich ja jetzt nicht.

Ja, da freuen Sie sich, mich zu sehen, was?

Ich ermittle undercover einen Mord an der Patientin. - Besucherin.

Herr Thiel wird mir assistieren. (lacht) Assistieren.

Hat er "Mord" gesagt? - Hat er gerade "assistieren" gesagt?

Ich würde gerne Ihren Medikamentenschrank sehen.

Moment mal, ich würde gerne Ihren Medikamentenschrank sehen.

Ich wollte den als Erstes - Moment. Äh, nee.

Ja, hier ist er.

Also, ich meine, der Schlüssel zum Medikamentenschrank.

Wer hat denn alles n Schlüssel für - Das wollte ich auch fragen.

Nur ich und Lina. - Lina und ich.

Sie? - Nicht ich.

Man nennt die andere Person, bevor man sich selbst nennt.

Schön, dass wir das klären konnten.

Wann war gestern die letzte Medikamentenausgabe?

Wie immer, 19 Uhr.

Boerne.

Boerne, Fingerabdrücke.

Brachial aufgebrochen und zur Vertuschung einfach angelehnt.

Was Sie nicht sagen.

Und? Fehlt was? - Die Narkotika.

Herr Kollege, Herr Kollege. - In einem Pilotprojekt passieren Fehler.

Learning by doing. - Wohl eher learning by dying.

Nach 19 Uhr also fand der Einbruch statt.

Im Verlauf des Abends wurde Mona Lux das Oxycodon verabreicht.

Die Trinkbecher sind doch alle bei der KTU?

Sie werden lachen, Herr Professor,

da sind wir schon ganz alleine drauf gekommen. - Sehr gut.

Gegen 4 Uhr morgens hat der Täter den sedierten Körper

mit Gewichten beschwert im Pool ertränkt.

Vielen Dank für Ihren erhellenden Vortrag.

Ich bräuchte die Personalakten.

Ich muss mich auf die Befragung der Patienten vorbereiten.

(beide) Besucher.

Und übrigens, Herr Professor, was Sie mit Ihrem Urlaub machen,

ist mir scheißegal.

Wenn Sie lieber Kling-Klong-Karten hier basteln,

statt auf Malle-Dingsbums mit Fischen durch die Gegend zu tauchen,

meinetwegen.

Aber wenn hier jemand Verhöre durchführt, dann bin ich das.

Dann bin ich das.

Haben wir uns verstanden?

Herr Kullmann, Sie waren der Letzte im Schwimmbad,

bevor die Leiche von Mona Lux entdeckt wurde.

Ich hoffe, Sie wissen, was das für Sie bedeutet.

Ich frage Sie jetzt noch mal:

Wann haben Sie Mona Lux das letzte Mal lebend gesehen?

65.537.

Wie bitte?

So viel Ecken hat Ihr Kreis, 65.537.

Getwittert? - Mhm.

Die ganze Nacht.

Ah.

Äh, ja.

Gut, um noch mal auf Mona zurückzukommen

Ach, Mona war viel zu jung.

Richtig reiten lernt man ganz woanders.

Ja, (räuspert sich) Herr Gärtner,

wie war denn Ihr Verhältnis so zu Frau Lux?

Ihr Handy liegt schief.

Ich hab Sie was gefragt. - Parallel.

Noch n Stück. - Wie war Ihr Verhältnis zu Frau Lux?

Noch n Stück.

Können Sie mir bitte meine Frage beantworten. - Ja, das können Sie.

Immer alles vertuschen, Beamtenarsch.

Oh shit.

Ich glaub, ich hab was.

Nadia, das hier ist meine Lieblingsstelle.

(Nadia lacht) Ne Welle.

Kein Wunder, dass man da seelischen Schaden nimmt.

Pst.

Apropos dick und schlecht gelaunt:

Sie müssen nicht warten, bis der Herr Kommissar wieder Zeit hat,

Sie können mit mir plaudern.

Bis später.

Oliver Metzger?

Kommen Sie mal bitte?

Hey.

Och Mensch, Herr Gärtner.

* Musik *

Ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr.

Oh Gott.

Na prima, Herr Kollege.

Das hätte ich auch selber hingekriegt.

Kennen Sie den?

Hä? Nee. Ich dachte, Sie.

Nee, nie gesehen.

Ja, Nadeshda, ich bins.

Großfahndung.

Er ist uns abgehauen.

Ja, nicht mir.

Das ist ne lange Geschichte.

Ja, bis später.

Tschüs.

Halleluja, tatsächlich eine intakte, verschlossene Tür.

Oh Gott, oh Gott, oh Gott, oh Gott.

Ich hatte keine Ahnung, dass - Wovon hatten Sie keine Ahnung?

Dass Ihr Neffe so gern fotografiert?

Oder dass er 6 Wochen im Jugendknast gesessen hat?

Wegen Stalking und Körperverletzung.

Aber verdienen wir nicht alle ne 2. Chance?

Ja sicher, aber wenn ich einen Mordfall im eigenen Haus habe,

komme ich doch vielleicht darauf, so eine Vorgeschichte zu kommunizieren.

Statt auch noch zu versuchen,

die in ner Personalakte mit irgendeinem Gekritzel zu vertuschen.

Glauben Sie, dass mein Neffe... Das ist ein ganz Lieber.

Also, das ist überall Mona Lux, aber das hier ist doch Ihre Assistentin.

Ja, Lina Westendonk, ich muss sie schnellstmöglich zurückholen.

Wie, zurückholen? - Die Dame hat gekündigt.

Und das erfahre ich jetzt mal so ganz nebenbei, ja?

Dass mitten in einer Mordermittlung hier jemand die Fliege macht?

Hab ich sie noch alle, oder was? Ist denn das hier ein Irrenhaus?

Fliehen? Ich?

Wieso? Ich wusste bis vor 2 min nicht mal, dass es Mord war.

Ach so. Wieso haben Sie denn dann gekündigt?

Eine Besucherin, der ich rasche Besserung prognostiziere,

bringt sich um, das wirft einen aus der Bahn.

Ja, Mensch, da haben Sie ja Glück gehabt, dass es Mord war.

Ihr Zynismus ist nicht angebracht, zumal es bedeutet,

dass einer unserer Besucher zum Mörder wurde, unter meinen Augen.

* Schreibtischstuhl quietscht*

Sie können mir sicher verraten, ob es einen Patienten, äh,

einen Besucher oder Besucherin gab, die Mona Lux besonders nahestand.

Na ja, nahestehen ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber sie war

die Einzige in der Gruppe, die sich um Andreas gekümmert hat. - Andreas.

Andreas Kullmann.

Andreas Kullmann.

Der Autist.

Ja.

Das ist ja interessant.

Mit diesem Modell kann man 1/2 h unter Wasser bleiben.

20 m Tauchtiefe gleich 2 Bar Wasserdruck plus 1 Bar Luftdruck

gleich 3 Bar.

Mal 25 l durchschnittlichem Sauerstoffverbrauch in der Minute

gleich 75 l.

2.000 l Atemluft in der Flasche durch 75 l Verbrauch in der Minute

gleich 26, Sie können 26 min unter Wasser bleiben

Das sind 4 min weniger als 1/2 h.

Donnerwetter.

Es kommt ja auch weniger auf die Länge des Tauchgangs an

als auf das, was man da unten sieht.

Man sieht Fische.

Ja.

Man sieht Fische.

Ich bin Prof. Boerne, guten Tag.

311.468.

Standardpasswort ist geknackt,

bringt aber nix bzw. nur den Bildschirmschoner.

Alle anderen Files haben eine Höllenverschlüsselung.

Das ist voll Fort Knox.

Das kann Wochen dauern. - Na super.

Wer war denn die Frau?

Mata Hari?

So aussehen tat sie ja.

Ja, ist doch wahr.

Nee, ne?

Und jetzt glauben Sie, ein Italiener, der Steuern hinterzieht,

der tötet auch seine Geliebte.

Glauben tu ich gar nix.

Wissen tu ich allerdings, dass Sie uns wieder belogen haben.

Und zwar trotz des 8. Gebots.

Das kennen Sie doch.

Manchmal,

da tut die Wahrheit so weh, dass wir alle zu Sündern werden.

Schließen Sie mal nicht von sich auf alle anderen.

Also, was ist da passiert? - Ich habe Mona nichts getan.

Das hätte ich gar nicht gekonnt.

Es war...

Es war wie ein Film.

Ein Rausch der Liebe,

der uns getragen hat über alle Grenzen der Vernunft.

Un'inspirazione continua, un amore pazzesco.

Un sesso frarato.

Capisci? Una cosa assurda.

Hat aber nicht sonderlich lange gehalten, die amore, hm?

Hat sie Sie verlassen?

Hm?

Ich musste mich entscheiden.

Meine Kinder, meine Frau.

Ich konnte doch nicht einfach gehen.

Haben Sie Freunde oder Verwandte von ihr kennengelernt? - Nein.

Mona war wie eine Erscheinung. Die Personalakte.

Sie hat mir gesagt, dass sie mich liebt,

aber wer Mona Lux wirklich war, weiß ich nicht.

Ist die gleiche falsche Adresse wie in der Schwanensee-Akte.

Na prima.

Eine Femme fatale, über die keiner etwas Konkretes weiß,

außer dass sie sich selbst eingeliefert hat.

Um sich dann da in der Klinik umbringen zu lassen.

Manchmal sind die rätselhaftesten Menschen auch die verlockendsten.

Na geht so.

Wenn ich nur wüsste, woher ich diesen Stern kenn.

Sieht man häufiger bei US Marines.

Hat was mit Seefahrt zu tun,

irgendwas mit astrologischer Navigation oder so.

Ja, ich kann auch schon googeln.

Aber irgendwie kommt sie mir bekannt vor.

Aber dann denke ich wieder, nee, doch nicht.

Müssen Sie mal recherchieren.

Sind doch bei der Kripo.

Wie denn? Wo denn? Was denn? - Wie denn? Wo denn? Was denn?

Fotoalben, Jahrbücher, Uni, Schule, was weiß ich.

Sind ja noch jung, kann ja nicht so lange dauern.

Ich weiß nicht.

Das kann doch kein Zufall sein, dass es kurz nach dieser Steueraffäre...

Haben Sie das mal recherchiert? - Mhm.

Hier, das ist alles, was Print und online dazu veröffentlicht wurde,

aber da ist nichts, was mit unserem Fall zu tun haben könnte.

Schön, ich gucke das zu Hause trotzdem noch mal durch.

Ich mache Feierabend. - Mhm.

Tschüs. - Tschüs.

Hallo Herr Thiel junior.

Da bin ich wieder. - Ist ja nicht zu überhören.

Wenn Sie Ihrem Herrn Vater beim Tragen helfen,

würde ich in Erwägung ziehen, Sie an meinen neuesten Erkenntnissen

aus dem Reich Tschaikowskys teilhaben zu lassen.

Falls Sie verstehen, was ich damit meine.

Ja, ist ja auch intellektuell so wahnsinnig originell.

Tschaikowsky, Schwanensee.

Hab dich nicht so. Ich habs im Kreuz.

Wie hast du früher gesagt?

Diene nie der Bourgeoisie.

Als Kind hat er nie Grenzen gesetzt bekommen.

Und jetzt, wie dankt ers einem? - Mit Undank. Mit Undank.

Was ist das für ne Welt, die unsere Kinder uns hinterlassen?

(Herbert ächzt)

Rechnung für die Blitzer folgt.

Wie der Sohn, so der Vater,

immer die Folgen der eigenen Fehler auf andere abwälzen.

Daran sollten Sie arbeiten.

Was soll ich? - Dir andere Freunde suchen.

So, und jetzt raus mit der Sprache. Was gibts?

2000er. Château Margaux?

Di Sarto.

Erst kam der große Auftrag, dann ging er im Rathaus ein und aus,

und dann interessierte sich der Staatsanwalt.

Über Nacht wurde er zur Persona non grata.

Der Mann hat mehr Steuerschulden,

als ich jemals in meinem Leben zahlen werde.

Über 300.000 Euro.

311.468.

311.468 Euro.

Wieso hab ich das jetzt gesagt? - Das frage ich mich auch.

Kommen Sie, hören Sie auf, das haben Sie da gelesen.

Das steht hier gar nicht drin. - Ach, natürlich.

Kullmann.

Natürlich, Kullmann, der hat diese Zahl neulich genannt.

Der blinde Schwimmer?

Hier.

Ein Streitpunkt zwischen Staatsanwaltschaft

und Di Sartos Verteidigung

ist die Vernehmung des ehemaligen Steuerfahnders K.

Der wegen psychischer Probleme für arbeitsunfähig erklärt wurde.

Steuerfahnder K.

Das kann doch nicht sein.

Ein Autist kann doch nicht Steuerfahnder werden.

Wieso denn nicht? Autisten sind Inselbegabungen.

Das besondere Talent von Kullmann sind Zahlen,

das prädestiniert ihn geradezu als Steuerfahnder.

Also, in der Patientenakte oder Besucherakte, oder wie das heißt,

stand es jedenfalls nicht, hätte Nadeshda mir doch gesagt.

Da will ich mal ausnahmsweise Ihre junge Kollegin in...

Ui, ui, ui, ui, ui.

Oh, là, là.

Den sollten Sie mal probieren.

Da muss ich Ihre junge Kollegin mal in Schutz nehmen.

Die konnte in dieser Patientenakte nicht viel finden.

Allerdings hätte sie sehen können, was mir sofort auffiel,

nämlich dass ganze 2 Seiten fehlen.

Wieso haben Sie denn...

Na schön, dann behalten Sie Ihre Akten,

und ich behalte meine Mordtheorie für mich.

Seien Sie nicht immer gleich so eingeschnappt.

Mehr sag ich nicht.

Wissen Sie, was ich glaube?

Mona Lux hat sich wegen Liebeskummer einweisen lassen.

Weil Di Sarto sie verlassen hat.

Und jetzt trifft sie dort auf Kullmann,

den Verursacher des Desasters.

Sie liebt Di Sarto immer noch, will sich rächen,

setzt den Kullmann unter Druck.

Der Autist hält das nicht aus und bringt sie um.

Glaub ich nicht.

Und ich glaube nicht, dass jemand stundenlang rumschwimmt,

ohne zu bemerken, dass unten im Pool ne Leiche liegt.

Autist hin oder her. - Das wiederum glaube ich sofort.

Kleine Wette gefällig?

* Wecker piept *

* Musik *

* Blubbern *

4.

8.

16.

32.

(räuspert sich)

(räuspert sich)

Ja schön, haben Sie recht gehabt. Und? Sind Sie jetzt happy?

In solchen Kategorien würde ich niemals denken.

Wir sind doch ein Team.

(Prof. Weimar) Die Seiten hab ich wohl noch zu Hause.

Ich musste im Prozess gegen Di Sarto,

da musste ich mein Gutachten,

das muss ich noch auf den neuesten Stand bringen.

Was für ein Gutachten?

Das, in dem Sie den Steuerfahnder Kullmann

für unzurechnungsfähig erklärt haben?

Was zu seiner Einweisung hier führte.

Nein, nein, nein, nein,

Zu Haus Schwanensee wird niemand eingewiesen.

Ich hab eine Empfehlung zum freiwilligen Einzug gegeben.

Ach, so nennt man das heute, ja?

Empfehlung zum freiwilligen Einzug.

Wir brauchen diese 2 fehlenden Seiten.

Und zwar zackig.

Asozial, selbstbezogen, alles andere als teamfähig.

Er war für diese Abteilung eine einzige Zumutung.

Nun ja, Zumutung...

Er war speziell.

Sehr speziell.

Ich will nicht verhehlen,

dass ich anfangs beeindruckt war von seiner Zahlenzauberei.

Ich wollte ihm eine Chance geben,

Genie und Wahnsinn liegen oft dicht beieinander.

Ich gebe auch zu,

dass er in Besprechungen interessante Impulse gegeben hat.

Moment mal, Besprechungen?

Heißt das, er konnte normal kommunizieren?

Was heißt schon normal?

Na ja, ich hab ihn bisher nur stumm erlebt.

Nein, Kommunikation war nicht das Problem, eher seine Paranoia,

die mit der Zeit wirklich bizarre Züge annahm.

Überall hat er Feinde und Verschwörung gewittert.

Tragisch, wirklich tragisch.

Deswegen ist er in der Klapse gelandet.

Der Weg allen Fleisches.

Ja, v.a. der Beamten, was?

* Musik *

Wollen Sie es mir hier erzählen,

oder soll ich Sie aufs Präsidium einladen?

Was? Wieso?

Ich...

Sie haben etwas auf dem Herzen, das sehe ich doch.

Und wenn Ihr Umfeld Sie daran hindert, das zu sagen,

dann müssen wir das Umfeld eben ändern.

Nein, nein.

Was ich sagen wollte...

Also, wissen Sie, so schlimm, wie mein Chef ihn beschrieben hat,

war er eigentlich nicht.

Das habe ich mir schon gedacht.

Aber inwieweit war Kullmann denn an dem Fall Di Sarto beteiligt?

Er hat ihn quasi alleine überführt. - Was?

Aber er war doch Quereinsteiger.

Der hatte doch gar nicht das Know-how.

Brauchte er nicht.

Andreas...

Er hat den ganzen Abend im Restaurant gesessen z.B.

Am Tisch neben der Kasse, und hat sich alle Bestellungen gemerkt.

Mhm.

Mehr noch,

er hat die Menge der Tomatensoße auf den Pizzen hochgerechnet

und im Kopf mit den angegebenen Mengen verglichen. - Echt?

Wir haben später den Müll durchsucht

und exakt so viele Dosen gefunden, wie er berechnet hatte.

Ist ja krass. - Er ist eine Genie.

Na ja, aber die psychischen Probleme eben, leider. - Hören Sie:

Falls Ihnen noch irgendetwas einfällt, rufen Sie mich an.

Wiedersehen.

Ist ja faszinierend.

Hervorragend, wie Sie das machen.

War Mona Lux auch so gewissenhaft * Grußkarten-Musik *

bei der Sache? Hallo.

Wo hat sie eigentlich gesessen?

Nadia auf den Spuren der Liebe.

Bitte?

(Prof. Weimar) Das ist der Mann.

Er hat sich ohne Befugnis Zutritt zum Medizinschrank verschafft.

Moment, ich bin genauso Arzt wie dieser "Professor" hier.

Der Mann ist Gerichtsmediziner, der schnibbelt an Leichen herum.

Er hat hier nichts zu suchen.

Sie werden doch nicht in Gegenwart psychisch labiler Menschen

Gewalt anwenden.

Au.

Hilfe!

* Fernseher * Dann geh doch zu ihr.

Mona Lux, ne Auftragskillerin.

Wieso nicht?

Wenn das mit Di Sarto und der Mafia stimmt,

vielleicht hat er sie auf Kullmann angesetzt.

Wir sind doch hier in Münster, da passiert doch so was nicht.

Es ist schon alles wirklich sehr merkwürdig.

Kein Mensch kennt Mona Lux.

Die hat keine Familie, keine Freunde, keine Adresse.

Nur ein Laptop, das gesicherter ist als das Handy von der Kanzlerin.

Das ist ja nun nicht so schwer, aber gut.

Warum wurde sie dann selbst Opfer?

Weil sie sich mit den falschen Leuten eingelassen hat?

Oder Kullmann mit seinem Inselbegabungs-Megaintelligenzkram

ihr zuvorgekommen ist?

Ich weiß nicht.

Haben Sie nicht was Handfesteres?

Was ist mit dem entflohenen Bufdi z.B.?

Oliver Metzger ist uns ins Netz gegangen.

Bufdi Oli.

Sehen Sie?

Geht doch.

Mhm.

Hm?

Was sagen Sie dazu? - Ja und?

Ich fotografiere halt gern.

Ist doch kein Mordmotiv.

Nee, aber vielleicht wollten Sie mehr von Frau Lux.

Und sie hat Sie nicht rangelassen.

Dazu noch Ihre Fingerabdrücke auf dem Medizinschrank.

Klar sind da meine Fingerabdrücke drauf.

Ich hab Medikamente rausgegeben jeden Tag.

Ist mein Job.

Schön, Herr Metzger, machen wir es mal ganz einfach:

Was haben Sie in der Tatnacht

zwischen 2 und 5 Uhr morgens gemacht?

(nuschelt)

Was? - Ich hab Pussynator gespielt bis kurz nach 5.

Pussy... Was? - Muss die dabei sein?

Pussy... Was? - Pussynator, ist n Online-Spiel.

Da gehts um nen Mann mit nem riesigen - Ja, ist geschenkt.

Sie können das überprüfen. - Das werden wir auch.

Wenn Sie ein Alibi hatten, warum sind Sie weggerannt?

Ich dachte, mein Onkel will mich fertigmachen, so als Bauernopfer.

Warum sollte er?

Er hat doch immer seine schützende Hand über Sie gehalten.

Na ja.

Ich hab was gesehen.

Was haben Sie gesehen?

Aufm Handy.

Unter "Videos".

Wie geht das an?

* Stöhnen *

Ich fasse es nicht.

Na? Wie wars auf den Malediven?

Witzig, Alberich, sehr witzig.

Ich habe sämtliche Medikamente Kullmanns analysiert.

Der arme Mann hat mehr Sedativa in seinem System

als Oscar Wilde zu seinen besten Zeiten.

Oha.

Und nun? - Und nun?

Nun werde ich seine Medikation auf Placebo umstellen.

Sie holen Mona Lux aus dem Kühlschrank,

wir brauchen ne 2. Obduktion.

Der Kollege ist pflückreif.

Sie glauben, es war Prof. Weimar?

Das glaube ich nicht, Alberich, das weiß ich.

Aha.

* Musik *

Mein Gott, einmal.

Einmal waren wir intim.

Und ich frage Sie jetzt auch nur noch einmal:

Waren Sie in der Tatnacht hier im Haus?

Nein, das wissen Sie doch.

Wir wissen nur, dass Sie mit Ihrer Frau zusammen abends ins Bett

gegangen sind und morgens gemeinsam aufgewacht sind.

Aber in der Zwischenzeit...

Ach übrigens, wussten Sie, dass sich Handys

von Sendemast zu Sendemast einloggen, wenn man sich fortbewegt?

Kostet mich nur einen kurzen Anruf, in 10 min haben wir die Daten da.

* Musik *

Mona Lux hat mich erpresst.

Sie wollte unsere einvernehmliche erotische Begegnung

als sexuellen Übergriff meinerseits anzeigen.

Das wäre der Todesstoß gewesen für mich und alle meine Besucher.

Hm.

Und? Was hat sie verlangt?

Dass ich mein Gutachten über Kullmann ändere.

Ich sollte meine Expertise zurücknehmen

und Kullmann als gesunden Steuerfahnder darstellen.

* Musik *

Ich hab sie nicht umgebracht, ich lag die ganze Nacht wach.

Ängstlich, panisch.

Dann bin ich losgefahren, wollte ihr klarmachen, dass es Wahnsinn ist.

Aber sie war nicht auf ihrem Zimmer,

nicht in den Therapieräumen, nicht im Bad.

Ich hab überall nachgesehen, nur im Poolbereich war ich nicht.

Sie wissen schon, dass ich Sie jetzt erst mal festnehmen lassen muss?

Kommen Sie.

* Knall * Ah!

Was soll das werden, wenns fertig ist?

Oh Gott.

Schicke Hose. (lacht) - Pst.

Ich darf gar nicht hier sein. Ich hab Hausverbot.

Gute Idee, sollte ich im Revier auch einführen.

Sehr witzig, Herr Thiel, wirklich sehr witzig.

Der Grund, warum dieser wandelnde Affront

für die Ärzteschaft mich hier herauskomplimentiert hat, ist der:

Er ist der Mörder. - Ah.

Das ist alles, was Sie dazu zu sagen haben? Ah.

Ich sags Ihnen, in ein paar Stunden werde ich Ihnen

den endgültigen Beweis auf dem Silbertablett servieren.

Aber bis dahin kein Wort zu Weimar.

(flüstert) Wiegen Sie ihn in Sicherheit.

Könnte schwierig werden, ich habe ihn gerade verhaftet.

Ach. - Ach.

Haben Sie Beweise? - Indizien.

Sie haben keine Beweise.

Wenn Sie irgendwas finden, immer raus damit.

Der eine oder andere munkelt, Sie seien eigentlich Rechtsmediziner.

Das wäre doch mal was, so ein rechtsmedizinischer Beweis.

* Knall *

Oder ne Tischlerlehre? Phantomas? - Ich war nie hier.

Sie haben mich nie gesehen.

Der hat doch ne Macke.

Kommen Sie vom Ballett?

Haben Sie alles vorbereitet?

Ja, fehlt nur noch die richterliche Anweisung.

Braucht Karl-Friedrich Boerne ein Anweisung? - Mhm.

Wenn alle großen Männer auf Anweisungen gewartet hätten,

säßen wir noch in einer Höhle.

Die Einzige, die Anweisungen braucht, sind Sie.

Die kriegen Sie von mir.

Ich mache die Gesetze nicht, ich erinnere Sie nur daran.

Man wächst nicht an seinen Gesetzen,

der Mensch wächst an seinen Ambitionen.

Der eine mehr und der andere weniger.

Und jetzt hopp, hopp.

(Klemm) Gute Arbeit, Thielchen.

Ich weiß nicht, irgendwie läuft die Geschichte nicht rund.

Wissen Sie, was ich mich frage?

Wieso wollte Mona Lux,

dass er seine Expertise zugunsten von Kullmann ändert?

Das hätte doch Di Sarto vor Gericht belastet.

Den Mann, den sie angeblich abgöttisch geliebt hat.

Och, Thielchen.

Manchmal sind Sie so wunderbar naiv.

Mona Lux war eine Frau, eine verlassene Frau.

Die wollte Rache, sonst nix.

Und wenn Kullmann vor Gericht für gesund erklärt worden wäre,

hätte sie ihrem Ex noch mal so richtig schön eine reingewürgt.

Ach.

Was für ein Fest für die verschmähte Liebhaberin.

Hier sieht man das sehr schön.

Über dem Wangenknochen wurde Gewebe aufgebaut.

Das Kinn wurde verändert.

Die Dame hat sich

einer ziemlich umfangreichen kosmetischen Operation unterzogen.

Das bringt uns nur leider mit dem Fall nicht weiter.

Es muss eine Spur geben. Es gibt doch immer irgendeine Spur.

Es sei denn, Ihr Kollege hat das perfekte Verbrechen begangen.

Weimar und perfekt, das nenne ich mal ein Oxymoron.

Der Mann besitzt die Intelligenz einer Topfpflanze.

Dann kann er es nicht gewesen sein.

Wer war es dann?

Deshalb hat mich der Professor gebeten, zurückzukommen

und das Haus kommissarisch zu leiten.

Unter den gegebenen Umständen habe ich natürlich zugesagt.

Ganz wichtig heute:

Um 15 Uhr kommt unser neuer Caterer Herr Schlagheck vorbei,

um die Weihnachtskarten abzuholen.

Das wird ganz offiziell, mit Presse und Pipapo.

Pipapo-Schlampe.

Guten Appetit.

* Musik *

Herr Thiel?

Herr Thiel.

Ja.

Ja, was gibts denn?

Och wie süß, die kleine Krusenstern. - Ach, pft.

Hören Sie doch mal auf mit ihrer Zischerei.

Ich komme mir vor wie ein alter Chauvi. - Mhm.

Ich hab alles durchwühlt, wie befohlen,

aber eine Mona Lux hab ich nicht gefunden.

Wieso haben Sie mich dann gerufen? - Weil das von Prof. Boerne kam.

Mona Lux hatte vor 1,5 Jahren eine Schönheits-OP.

Die hat sich Nase und Kinn neu machen lassen.

Hier:

Der Jahrgang über mir auf der Polizeischule.

Und das,

das ist sie.

Das soll Mona Lux sein?

Ja, das ist Mona Lux, damals hieß die aber noch Esther Borgmann.

Esther bedeutet auf Persisch "Stern", deswegen das Tattoo.

Die war nur kurz bei uns, aber ich kann mich erinnern,

dass die Komplexe hatte wegen Nase und Kinn.

Das soll Mona Lux sein? - Ja.

Nee. - Doch.

Nee. - Doch.

Ne Kollegin von uns? - Ja.

Wissen Sie, was aus der geworden ist?

Die war bei der BePo und ist dann zum BKA,

da warte ich auf nen Rückruf.

BKA, das wird ja immer krasser.

* Musik *

(Andreas) Kommst du mit aufs Foto?

* Musik *

* Musik *

Andreas?

Gehts dir gut heute?

Gibt es dafür einen besonderen Grund?

Verrätst du mir den?

Boerne.

Wissen Sie, was komisch ist? - Hm?

Als ich die Leiche zum 1. Mal gesehen hab, da

fand ich irgendwas seltsam.

Mhm.

Aber ich komme einfach nicht drauf, was.

Ha, das ist allerdings wahnsinnig komisch.

* Handyklingeln *

Ja? Karl-Friedrich Boerne.

Oh, Frau Westendonk.

Ach, das ist ja sehr nett von Ihnen.

Nein, das wird nicht gehen,

immerhin hat Ihr kleingeistiger Chef mir Hausverbot erteilt.

Ach so.

Ach was.

Nein, unter diesen Umständen bin ich schon so gut wie da.

Ja, bis gleich.

Haben Sie es gehört?

Ich habe einem anderen Menschen das Attribut "klein

geistig" angehängt, ohne dabei Sie gemeint

oder Ihnen einen Seitenblick zugeworfen zu haben.

Ich werds im Kalender vermerken. - Tun Sie das.

Und wenn Sie damit fertig sind: Räumen Sie ein bisschen auf?

(seufzt)

Wasser.

Aqua.

Quell des Lebens.

Dihydrogenmonoxid.

Ja.

Das auch.

Wenn man einfach losginge,

einfach geradeaus, immer weiter,

immer weiter.

24 h am Tag.

Ein bisschen Zeit zum Schlafen braucht man.

Zum Innehalten, zur Kontemplation.

Wie viel Zeit? - 8 h pro Tag.

Wie schnell? - 5 km/h, ein Regenerationstag pro Woche.

Wann wäre ich wieder hier?

In 583 Tagen und 7 h.

Einmal um die ganze Welt.

Allerdings nur, wenn Sie über Wasser laufen können.

Ein Karl-Friedrich Boerne hat schon ganz andere Dinge geschafft.

* Musik *

Die Dienstanfrage läuft ja.

Wir stecken nur akut in einem Fall, in dem uns

eine einfache Personalauskunft wahnsinnig weiterhelfen könnte.

Ja, Esther Borgmann.

Nein, stopp, bitte nicht weiterver... Oh Gott.

Scheiß-BKA. - Das sind solche Flachzangen da.

Ich habe mit meinem Ex telefoniert.

Ist ein hohes Tier beim BKA.

(lacht) Sie haben nen Ex (räuspert sich) beim BKA?

(räuspert sich)

Schwamm drüber.

Esther Borgmann war jahrelang VE bei denen.

Klar.

Verdeckte Ermittlerin, klar.

Und ihre letzte Zielperson war Di Sarto.

Also war Mona Lux doch ein Legendenname.

Und Di Sarto, an den hat sie sich rangeschmissen,

um die Zusammenhänge rauszukriegen.

Richtig.

Ranschmeißen hat auch geklappt, beweisen leider nicht.

Di Sarto war eine Blindspur, ein ganz normaler Gastronom.

Ein steuerhinterziehender. - Na eben.

Sag ich doch, ein ganz normaler Gastronom.

Na ja, mein Bekannter sagte, dass - Ihr Ex vom BKA.

(räuspert sich)

Schwamm drüber.

Auch eine?

Hm?

Nun kommen Sie, was hat er denn gesagt, der Bekannte?

Dass Esther Borgmann laut eigener Aussagen

während ihres Einsatzes eine ganz andere Spur entdeckt hätte.

Unabhängig von Di Sarto.

Doch ihr Vorgesetzter glaubte ihr nicht.

Er vermutete, dass sie sich in ihre Zielperson verliebt hätte.

Und den Einsatz mit dieser neuen ominösen Spur

nur künstlich verlängern wollte.

Lassen Sie mich raten: Das BKA hat ihren Einsatz eingestellt.

Und Sie hat aus Protest ihren Dienst quittiert.

Mhm.

Und ihre neue heiße Spur vermutlich im Alleingang weiterverfolgt.

Wusste Ihr...

Der BKA-Mann, wusste der, worum es bei der heißen Spur ging?

Die Stichworte Korruption und Geldwäsche fielen.

Und dass Esther Borgmann immer alles auf ihrem Laptop speicherte.

Deshalb die Verschlüsselung.

Dieser Stick

existiert nicht.

Verstanden?

Verstanden.

Spooky shit. Wo haben Sie das her?

Was? - Na, den Stick.

Was für nen Stick?

Wie, was? Da steckt der doch. - Nein.

Nein?

Nein.

Das haben Sie ganz alleine gehackt.

Verstanden?

Okay.

Kullmann.

Besteht vielleicht nicht doch die Möglichkeit, dass (beide) Nein.

Okay.

Ja, ich habs ja nicht so mit Computern.

Können Sie das für mich bis morgen zusammenfassen und analysieren?

Danke. - Nee, ne? Ganz....

Äh...

Ja, gut, danke.

(stöhnt)

* Musik *

* Wecker piept *

* Musik *

Ich will nach Hause.

Auch wenn wir traurig sind, dass er nicht mehr bei uns sein wird,

freuen wir uns auch alle ganz doll.

Dass unser lieber Andreas so tolle Fortschritte gemacht hat,

dass er heute Abend nach Haus gehen kann.

Isa?

Deine Sendung geht doch gleich los.

Buh.

In den S-Ordnern hab ich die meisten Listen gefunden,

da gibts S1, S2, S3, S4.

Und S steht für Di Sarto?

Ja, das hab ich auch gedacht, aber... Also:

Kollegin Lux hat die beiden Steuerfahnder

über Wochen observiert.

Die waren auffällig oft im Restaurant Di Sarto essen.

Vielleicht hat sie anfangs gedacht, das sei der Mafiakontakt.

(lacht) Steuerfahnder als Mafiosi. Das finde ich lustig.

Aber Kullmann und seine Kollegin waren nicht nur bei Di Sarto essen.

Die waren genauso oft auch beim Bio-Caterer.

Der S-Ordner ist voll mit Fotos, Dokumenten über Schlagheck.

S steht für Schlagheck, das war, glaube ich, die neue heiße Spur.

Schlagheck. - Mhm.

Ich meine, wenn Kullmann mit seiner Kollegin

auch hinter Schlagheck her war, kann es natürlich sein,

dass Mona Lux sich nicht hat wegen Liebeskummer einweisen lassen.

Sondern um an neue Informationen über Schlagheck ranzukommen.

Ja.

Ich meine, was hat, hier, Klemms BKA-Ex noch gesagt?

Wegen Korruption, Geldwäsche usw.

Haben Sie diesbezüglich

auch irgendwas in den tollen S-Ordnern gefunden?

Für ein BWL-Fernstudium war die Nacht leider doch zu kurz.

Verstehe.

Klar haben wir auch bei Schlagheck recherchiert.

Aber alles, was Andreas da anbrachte, das war

einfach nicht stichhaltig.

Schon ein bisschen komisch, oder?

Bei Di Sarto ist Ihr Freund Kullmann das geniale Trüffelschwein

und bei Schlagheck hat er nichts gefunden?

Haben Sie noch seine Unterlagen?

Nein, die wurden geschreddert.

Die wurden was?

Ich glaub, ich spinne.

Wollen Sie mich verarschen, oder was?

Wer schreddert denn...

Wissen Sie, was ich glaube?

Ihr genialer Freund Kullmann hat nicht nur die Schweinereien

von Di Sarto aufgedeckt, sondern auch die von Schlagheck.

Und Ihr feiner Chef will das unter den Tisch kehren.

Stimmt doch, oder?

Jetzt raus mit der Sprache.

Ich hab Angst, dass man mich auch für verrückt erklärt.

Das wird man nicht.

Ihnen wird nichts passieren, das verspreche ich Ihnen.

Also, was war mit Schlagheck?

Andreas sagte, Di Sarto wäre der Hinterziehungskarpfen,

aber Schlagheck, der wäre der Blauwal.

Er sprach oft in Fischmetaphern.

Pst.

Der Chef wollte davon nichts hören.

Aber Andreas hat immer weitergemacht und

weiter und weiter, auch in seiner Freizeit, bis,

na ja, bis das Gutachten kam.

Von Prof. Weimar.

Entschuldigung, darf ich Sie noch um einen Gefallen bitten?

Könnten Sie noch mal nachschauen,

ob es ein Steuerverfahren gegen Prof. Weimar gab?

Das darf ich nicht.

Offiziell.

Inoffiziell langt mir auch.

Na, da hab ich ja nicht schlecht gestaunt.

Wusste gar nicht, dass Professoren so gut verdienen.

Über 1 Mio. Steuerschulden.

Da kann man schon auch mal für in den Knast gehen.

Das wissen Sie, hm?

Woher haben Sie das?

Man hat Ihnen versprochen, dass das unter Verschluss bleibt, was? - Mhm.

Wer hat Ihnen das versprochen?

Der Chef der Steuerfahndung.

Carstens?

Der feine Herr Carstens.

Und was hat er als Gegenleistung von Ihnen verlangt?

Das wissen Sie doch.

Ich würds aber gerne von Ihnen hören.

Ich sollte Kullmann untersuchen und ihn für psychisch krank erklären.

Und ihn für den Rest seines Lebens mit Medikamenten ruhigstellen.

Nein, ich sollte ihn nur bis zum Di-Sarto-Prozess

aus dem Verkehr ziehen.

Deshalb wusste ich nicht, was ich mit Frau Lux machen sollte.

Da haben Sie sie lieber umgebracht. - Nein, nein, nein.

Warum wollte Frau Lux, dass Sie Ihre Expertise ändern?

Das macht doch alles keinen Sinn.

Ach, verstehe.

Es ging ihr gar nicht um den kleinen Goldfisch,

sie wollte den Blauwal.

Sie wollte, dass Sie Kullmann für zurechnungsfähig erklären,

damit er sein Wissen über die großen Tiere vor Gericht auspacken kann.

Richtig?

Hm?

Sein ganzes mühselig zusammengetragenes Wissen

über Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Korruption.

Das sollte endlich alles mal ans Licht der Öffentlichkeit.

Stimmmts?

Na schön, dann werde ich jetzt mal die Schweine baden gehen lassen.

Und zwar richtig.

Mein Tiger.

Die beiden sind alte Freunde, spielen zusammen Tennis,

sind im Rotary-Club.

Ist Boerne nicht auch in dem Verein? - Mit Sicherheit.

Mit welchem fangen wir an?

Mit dem Steuerfahnder, würde ich sagen.

Finde ich gut.

* Musik: Tschaikowsky "Schwanensee-Walzer" *

(Alberich) Jetzt weiß ich, was mich schon die ganze Zeit gestört hat.

Hier.

Wollen Sie zelten gehen, Alberich?

Das Nachthemd von Mona Lux.

Das passt doch nicht wirklich zu ner Sexbombe, oder?

Hm.

Isa. - Isa?

Alberich, ich könnte Sie küssen.

Ich habe nur, A, Rücken und, B, keine Zeit.

(schluchzt)

* Fernseher* (Frau weint)

* Musik *

Hey.

Wollen wir zum Abschied noch mal anstoßen?

* Musik *

Diese Nervensäge.

Boerne, ich habe gerade überhaupt keine Zeit,

ich stecke mitten im alles entscheidenden Verhör.

Was?

Erotomanie?

Liebeswahn, ja, die Betroffene bildet sich ein,

von einer anderen Person geliebt zu werden, die davon nichts weiß.

Eine sehr stark idealisierte, romantische Liebe,

die, und jetzt kommts, jetzt wirds interessant,

oftmals in wahnhafte Eifersucht umschlägt.

Moment mal, Sie meinen, dass die Seifenopern-Guckerin

gedacht hat, dass Mona Lux ihr Kullmann ausspannt.

Und deswegen hat sie sie umgebracht.

So ist es. Aber machen Sie sich nichts draus.

Sie haben Münsters größten Steuerskandal aufgedeckt,

für den Mordfall haben Sie ja mich.

Ja. - Alles Weitere in 2 min, ich hole Sie vom Revier ab.

Äh, Boerne.

* Piepton * Haha.

Oh.

Gewinnen.

Immer wieder

ein Fest.

Komm.

Ich will nach Hause.

Ja.

Aber lass uns erst noch ne Runde Tretboot fahren, ja?

(Alberich) Ich hab "Nadia auf den Spuren der Liebe" gegoogelt.

Bitte?

Diese brasilianische Telenovela.

Die Heldin arbeitet in einer Rosengärtnerei

und ist in den Juniorchef verliebt.

Jetzt nicht die ganze Handlung.

Dann bringt sie zunächst ihre Nebenbuhlerin um.

Und als der geliebte Juniorchef daraufhin vor Trauer

in eine andere Stadt ziehen will, tötet sie ihn im Liebeswahn

und nimmt sich am Ende auch das Leben.

Ach du Scheiße.

Das ist er.

* Reifenquietschen *

* Musik *

Isa!

Kommen Sie zurück!

Isa, kommen Sie zurück oder ich schieße.

Ob das für eine Suizidgefährdete

eine substanzielle Bedrohung darstellt, weiß ich nicht.

* Schuss *

Kommen Sie, kommen Sie.

Ja, kommen Sie.

Ah.

Das ist eine Scheiße.

Isa!

Isa.

Was macht die denn da?

Isa!

Hey, was wird das denn jetzt?

Isa.

Isa.

Vor nicht allzu langer Zeit hat sich ein schöner schwarzer Schwan

in Ihr Tretboot verliebt, hier auf dem Aasee.

Das ist nicht Ihr Ernst. - Kennen Sie die Geschichte?

Isa, kennen Sie die Geschichte?

Vom Schwan, der einem Tretboot folgte, Tag und Nacht?

Aus Liebe, schrieben damals die Zeitungen.

Der Schwan wurde zum Symbol der Liebe selbst,

die alle Grenzen überwindet, auch die Grenzen der Natur.

Aber eines schönen Tages, da verschwand der Schwan.

Und er verließ seine Liebste, das Tretboot.

Warum?

Ich hab nur eine Erklärung.

Er erkannte, dass

seine Liebe auf einem Irrtum beruhte.

Eine Liebe, die nicht erwidert wird,

die kann sich auch nie vollenden.

Wir kommen jetzt zu Ihnen, ja?

Isa?

Ah!

* Musik *

Gott sei Dank.

2.561.324.

Was?

2.561.324.

Was sagt er?

Irgendwas mit 2 Mio.

2.561.324.

Ja genau.

So, dann würde ich vorschlagen, Sie erklären das noch mal von vorne.

Ich nehme das auf, und dann hoffen wir,

dass in der Staatsanwaltschaft jemand das auch versteht.

Bitte.

Die hinterzogenen Steuergelder

summieren sich auf einen Betrag von 2.561.324 Euro.

Ich zeige Ihnen jetzt, wie und durch wen genau

welche Einzelbeträge zustande gekommen sind.

Wie Sie hier sehen können,

hab ich die Ausgaben von 2014 bis 2016 aufgelistet.

Und hier sind die Rücklagen.

* Musik *

Boerne, was haben Sie dem Kullmann denn noch zugesteckt?

Karten für nen Vortrag von Ihnen?

Der Chef meines Reiseveranstalters ist auch Rotarier wie ich.

Wir kennen uns.

Deshalb war es möglich,

nicht nur den Zeitpunkt der Reise zu ändern,

sondern auch den Namen, auf den sie ausgestellt ist.

Nee. - Ja.

Nee, nee, nee, nee, nee.

Wird da noch ein vollständiger Satz draus?

Sie haben Kullmann

Ihren Taucherurlaub auf die Malediven geschenkt?

Ihm und seiner Mutter. Haben Sie was dagegen? - Krass.

Nein, nein, überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. - Sehr gut.

Das finde ich sehr großzügig von Ihnen.

Kriegen Sie doch noch ein weiches Herz auf Ihre alten Tage.

Blödsinn, das setze ich von der Steuer ab.

Dann lassen Sie sich mal nicht vom Kullmann erwischen.

Das wird ja bestimmt der Beginn einer wunderba... (niest)

Erkältung.

Ja, genau das wollte ich sagen.

Haben Sie mal ein Taschentuch?

Ach, geht auch so.

* Musik *

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