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Unsre Heimat Das sind nicht nur die Städte und Dörfer
Unsre Heimat Sind auch all die Bäume im Wald
Und das Korn auf dem Feld
Und die Vögel in der Luft Und die Tiere der Erde
Schieß! Mach schon, schieß!
Und die Vögel in der Luft Und die Tiere der Erde
Und die Fische im Fluss sind die Heimat
Und wir lieben die Heimat, die schöne
Und wir schützen sie Weil sie dem Volke gehört
Weil sie unserem Volke gehört
- Klatsch mal anständig, das ist dein Sohn. - Ja, und er hat auch richtig Spaß.
Danke, Kinder. Danke.
- Kannst nächstes Mal ja mitsingen. - Pass auf.
- Ich kann mir einen neuen Sohn machen. - Vielleicht lacht der über deine Witze.
Goethe sagte schon,
man solle jeden Tag ein schönes Lied hören,
ein Gedicht lesen,
ein treffliches Gemälde sehen
und ein vernünftiges Wort sprechen.
Knapper können wir es mit Lenin sagen. "Lernen, lernen, nochmals lernen."
Heute werdet ihr in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen.
- Mit allen Rechten... - Gleich hebt er den Finger.
...aber auch mit Pflichten!
Die Gesellschaft wird mehr von euch verlangen.
Wie ihr euch immer auf uns verlassen konntet,
werden wir uns jetzt auf euch verlassen.
Ob mit dem Hammer, dem Stethoskop, der Sichel oder der Waffe in der Hand.
Für Frieden und Sozialismus.
Dieses kleine blaue Ding ist von großem Wert.
Damit könnt ihr nicht nur Bier in jeder Kneipe bestellen,
sondern ihr seid ab jetzt auch für eure Taten selbst verantwortlich.
Und seid euch sicher, wir lassen euch nicht aus den Augen.
- Da bin ich ja beruhigt. - Pst...
Ich bitte jetzt die 8. Klasse,
sich zum sozialistischen Treueschwur zu erheben.
Seid ihr bereit,
als junge Bürger der Deutschen Demokratischen Republik
für die große und edle Sache des Sozialismus
zu kämpfen und zu arbeiten...
...und die revolutionären Errungenschaften des Volkes zu schützen, so antwortet...
Ja, das geloben wir.
Die Sowjetunion...
Das war eine schöne Rede von Meißner. Das macht er immer gut.
Und gut gesungen.
Ach! Wir haben so ein Glück mit dem Wetter!
Die Aussichten...
Oh! Hör mal, der Alte!
Mhm!
Und wann haut ihr ab?
- Was? - Na, es sind doch bald Ferien!
- Ach so, ähm... - Wir fahren ins Ausland.
Bulgarien, Schwarzes Meer.
Vom Feinsten.
- Habt ihr noch nicht gebucht? - Ist halt nicht so einfach.
Also jetzt werde ich aber langsam sauer.
Da kommst du rüber und sagst: "Erik, ich will eine Reise."
Und da frage ich: "Wohin?"
Und du sagst? Ja, sag mal was!
Na ja, komm, wo wollt ihr denn gern mal hin?
Ja, weiß ich auch nicht.
Komm, sag mal was richtig Schwieriges.
Berlin, Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik.
- Was sagst du? - Na ja, Berlin wäre schon mal was Feines.
Na, siehst du?
Ein Anruf bei den Genossen vom Reisebüro, und Schwups,
sitzt Familie Strelzyk im Hotel Stadt Berlin.
Und nicht in der Reisegruppe-Etage. Ganz oben.
Da kannst du nach Westberlin gucken. Oder, Beate?
Ja.
Ich habe auch immer ein Fernglas dabei.
Für einen Kuss Für einen Kuss
Ich geh vom Nordpol zum Südpol zu Fuß
Das sind meine Luftballons! Gib her!
Im Namen des Staatssicherheitsdienstes Danke fürs Mitnehmen.
- Ich hätte nicht mehr fahren können. - Kein Problem, Herr Baumann.
- Ach Mensch, guck mal, die Trommers. - Hallo.
- Haben Sie schon was vor? - Ja.
- Vielleicht ein andermal. - Ab heute... Ich bin der Erik.
Echt ein starkes Geschenk.
- Schönes Paar. - Ich mag deine neue Uhr auch.
Guck mal! Die fliegen in den Westen!
So was nennt man Luftraumverletzung!
Aber keine Sorge. Noch sind es nur Ballons!
Der Wind hat gedreht. Wir müssen sofort zu Günter.
Fitscher, wir sind gleich wieder da.
- Kommt ihr noch zu uns? - Ja! Kommt noch mit rüber!
- Schöne Idee. - Heute wird gefeiert.
- Das kommt jetzt... - Sei kein Spielverderber, Peter.
- Nicht an so einem Tag. - Wo fahrt ihr hin?
Wir müssen zum Bahnhof. Die Schwiegermutter kommt.
- Später vielleicht. - Ich nehme dich beim Wort.
- Hast du schon meine neue Uhr gesehen? - Da ist ja eine Stoppuhr drin!
So eine will ich auch zur Jugendweihe.
Auf die Plätze, fertig, los!
Das Risiko ist zu groß.
Was?
Sag mal, Günter, verarschst du mich jetzt?
Das wird nicht funktionieren.
Moment, Günter, du hast das Ding doch geplant.
Das war deine Idee! Der Ballon liegt fertig in unserem Keller!
Ich habe es noch mal durchgerechnet. Es ist zu gefährlich.
Leute, kommt schon! Seit Wochen warten wir auf den richtigen Wind!
Der Ballon ist nicht groß genug. Er ist zu klein für acht Leute.
Das darf doch nicht wahr sein.
Und deine kranke Mutter...
Du wolltest doch rüber zu ihr.
Ich weiß, aber die Kinder sind noch so klein.
Wenn denen was passieren würde, das...
Wir können das nicht riskieren.
Glaub mir, Peter, das Ding trägt uns nicht alle.
Ja, und jetzt?
Wir bleiben hier.
Geht's zu viert?
- Ja. Zu viert könnte es gehen. - Oh Gott...
Was wird denn dann aus euch?
- Wir sind wieder da! - Günter, wir brechen den Kontakt ab.
Sonst kriegt ihr Probleme. Keine Anrufe, keine Briefe.
- Papa! - Na, Peterchen? Wie war's?
Wir haben Drachen steigen lassen!
- Hallo. Habt ihr Besuch? - Tag.
- Das sind Freunde. Doris, Peter. - Ich bin sein böser Stiefvater.
- Wir wollten gerade gehen. - Ach, den Spruch macht er immer.
- Ich habe Sauerbraten gemacht. - Den besten der Welt.
Danke, aber wir müssen los. Jugendweihe und so.
Petra.
Viel Glück.
-"Gehe ins Gefängnis." - Ha!
Hey, ist doch nur ein Spiel.
- Und? Geht's los? - Frank!
- Was geht los? - Geh bitte auf dein Zimmer.
- Was ist... - Wir müssen mit Frank sprechen.
- Aber warum... - Fitscher, ab nach oben.
Mann! Dann sage ich euch eben auch nichts mehr.
Was ist denn jetzt?
Die machen nicht mehr mit.
Was? Wieso?
Wir machen es allein. Heute Nacht.
Echt? Ohne Günter?
Um sechs hören wir den Wetterbericht.
Ich fahre hoch und prüfe den Wind.
Bis dahin packen wir.
Dann ziehe ich mich mal um, oder?
Wir tun das Richtige.
Versprich, dass den Kindern nichts passiert.
Vertrau mir.
Tut mir leid wegen vorhin.
Aber es sollte eine Überraschung werden.
- Wir gehen heute Nacht zelten. - Echt?
- Wo denn? - In den Wald.
- Ich hol schon mal Fitscher. - Ist gut.
- Kann ich mein Fahrrad mitnehmen? - Nachts im Wald kannst du nicht fahren.
Doch! So voll BMX-mäßig über die Wurzeln!
Was machst denn du da?
Na, sauber.
Doris, wir kommen nicht zurück.
Als Kind habe ich im Ferienlager jede Nacht ins Kissen geweint.
Ich hatte so unglaubliches Heimweh.
Bei den anderen war das nach zwei Tagen vorbei, aber bei mir erst...
als ich wieder zu Hause war.
Wo bleibt ihr denn?
Wir haben noch aufgeräumt.
Soll mich keiner schlechte Hausfrau nennen.
Fahr weiter.
Bescheuerte Penner.
Scheiße.
Unsere Streitkräfte
sind allen Provokationen des Klassenfeindes...
- Der Sohn von Paul wurde eingezogen. - Vielleicht vergessen sie Günter ja.
- So viel Glück habe ich nicht. - Werner haben sie auch vergessen.
Ingrid, er hat's vergessen, und da haben sie ihn abgeholt.
- Wer? - Die von der Militärstreife.
Früh morgens um sechs haben sie an seine Tür gehämmert.
- Hat deine Schwester erzählt. - Habe ich nicht mitbekommen.
Wenn du einen wichtigen Beruf hast, wirst du vielleicht nicht eingezogen.
Ich bin nun mal Krankenwagenfahrer.
Nur, weil sie ihn nicht Physik studieren lassen.
Er war fünf, als sein Vater rübergegangen ist.
- Mama! - Ich gehe mal.
- Mama! - Ja!
Ich komme mit.
Den Flugzeugführern ist es eine Ehre,
der Parteiführung
die Kampf- und Manövereigenschaften der Flugmaschinen zu demonstrieren.
Deine Mutter macht sich Sorgen um dich.
- Ich mir auch. - Müsst ihr nicht.
Deine Mutter hat das schönste Lächeln, wenn es dir gut geht.
Du hast also eine Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass du glücklich bist.
Nichts wollen die Menschen, die dich lieben, mehr.
Bist du denn glücklich?
Natürlich bin ich glücklich.
Ich habe mein Häuschen, einen kleinen Garten,
ich habe deine Mutter, ich habe euch.
Mehr wollte ich nicht.
Aber du musst ja nicht das Gleiche wollen.
Du hast dein Leben ja noch vor dir.
Kein Wort zu deiner Mutter.
Ich habe dich noch nie so reden hören.
Kommt auch nicht mehr vor.
- Was macht ihr? - Das ist die Überraschung.
- Ich dachte, wir gehen zelten. - Das ist viel besser.
Damit fliegen wir in den Westen.
Und wenn die Soldaten auf uns schießen?
- Drüben bekommst du ein BMX-Fahrrad. - Echt?
Versprochen.
- Geht los. - Einsteigen.
Schön an den Seilen festhalten.
Du lässt nicht los, verstanden?
Sieht gut aus!
- Bereit? - Ja.
Eins, zwei, drei.
- Mama, ich will wieder raus. - Alles gut. Es wird bestimmt lustig.
Eins, zwei, drei!
Frank? Stoppst du die Zeit?
Alles gut?
- Fast 300. - Wir sind so hell.
Man sieht uns doch kilometerweit.
Ja, wir müssen höher.
Durch die Wolken.
- Mir ist kalt. - Komm her.
Wie hoch sind wir denn jetzt?
-1700. - Und die Flugzeit?
14 Minuten.
Dann haben wir die Hälfte, ungefähr.
Sag Bescheid, wenn wir sinken.
Mama, ich hab Angst.
Als ich so alt war wie du, habe ich mich auf eine Wiese gelegt
und am Himmel die Wolken angeschaut.
Einmal war da eine Wolke,
die sah aus wie ein riesiges springendes Pferd.
Ich habe mir gewünscht, dass es mich trägt, wohin ich auch will.
Und schau, wo wir jetzt sind.
Mitten in einer Wolke.
Da soll noch einer sagen, Träume gehen nicht in Erfüllung.
Da tropft was.
Das ist die hohe Luftfeuchtigkeit. Kommt bestimmt von der Wolke.
Ist der Stoff wasserdicht?
Wenn der sich vollsaugt, werden wir ganz schön schwer, oder?
Wie ist denn die Flughöhe jetzt?
1700.
Nicht höher?
Es hängt.
Scheiße. Wir sinken!
800. 700!
Wir kommen viel zu schnell runter!
Da ist die Grenze!
Sind wir schon drüber?
600!
Verdammter Mist!
- Das ist alles alle. - Die Leitungen sind zugefroren.
- Was machst du? - Wir müssen sie auftauen.
Streichhölzer, schnell!
Papa! Müssen wir jetzt sterben?
- Mach schneller! - Noch mal!
Noch mal! Mach's noch mal!
Es geht nicht.
Alle in Ordnung?
Frank? Doris?
- Alles gut. - Ja?
- Tut dir was weh? - Nee.
Komm her. Komm her.
Kommt.
Ist ja vorbei.
- Ist ja vorbei... Sch... - Wo sind wir?
Wie lange waren wir in der Luft?
32 Minuten. Reicht das?
Müsste.
Nur ein paar Meter und wir hätten es geschafft.
Und jetzt?
- Was ist, wenn die uns finden? - Lasst uns schnell abhauen.
Zurück zum Startplatz.
Das sind mindestens zehn Kilometer.
Hier könnten überall Alarmdrähte sein.
Wir müssen warten, bis es hell wird.
Ein Abschleppwagen.
Die haben unser Auto entdeckt.
Wir müssen das Zeug loswerden.
Wir haben Riesenschwein gehabt. Was für ein Wahnsinn.
- Dass da nichts Schlimmeres passiert ist! - Wir müssen die Nerven behalten.
- Uns fällt ein, wie wir weitermachen. - Wir machen nicht weiter.
- Aber wir waren doch fast drüben! - Es ist vorbei, Peter!
Das war's!
Wir halten die Füße still.
Ihr geht morgen in die Schule, wir auf Arbeit.
Keiner lässt sich was anmerken. Irgendwann wächst Gras darüber.
Also kriege ich jetzt doch kein BMX-Rad, oder?
Ich hoffe, wir stören nicht.
Wir wollten fragen, ob Sie Ihr Heim
zum 30-jährigen Bestehen der Republik dekorieren würden.
Haben Sie eine Fahne?
Wenn nicht, kein Problem. Die kriegen Sie von uns.
Genosse Oberstleutnant, Leutnant Strehle.
- Das ist Ihr Grenzabschnitt? - Jawohl!
Sie wachen morgens vor so einem Ding auf? Ihren Schlaf möchte ich haben.
- Solide gebaut. - Mhm.
Wie lange liegt denn das schon hier?
Nicht lange. Das Gras unter der Plattform ist frisch.
Heute Nacht, schätze ich.
Die Tabletten hier lagen neben der Gondel.
An den medizinischen Dienst.
Den Rest zur kriminaltechnischen Untersuchung.
- Der ganze Ballon? - Alles.
Und den gesamten Umkreis von 500 Metern absuchen.
Ich will, dass jeder Fetzen dokumentiert wird.
- Nötigenfalls auch Hasenscheiße. - Jawohl, Genosse Oberstleutnant.
Eine Kompanie zur Flächensuche.
- Kann man die Gasflaschen zurückverfolgen? - Nein.
Die Produktionsnummern wurden entfernt. Blöd waren die nicht.
Was für ein Aufwand.
200 Meter weiter und die wären drüben gewesen.
Die werden sich in den Arsch gebissen haben.
Warum lassen wir sie nicht einfach laufen?
Wenn die meinen, dass sie drüben glücklich werden?
Haben Sie sich das nicht auch schon gefragt, Genosse Leutnant?
Ehrlich gesagt nein, Genosse Oberstleutnant.
Ja, kann man sich doch mal fragen, meinen Sie nicht?
Jeder illegale Grenzübertritt wird verhindert.
Ja, ich kenne den Befehl.
Aber was haben wir den Leuten getan, dass sie so kriminelle Energie entwickeln?
Wir wollen doch nur Gerechtigkeit.
Menschlichkeit, eine bessere Welt...
Wir können doch froh sein, wenn die Feinde des Sozialismus abhauen.
Wenn wir das Gesindel los sind, oder?
- Ist das jetzt eine ernst gemeinte Frage? - Ja.
Sie haben doch sicher eine Meinung.
Sagen Sie doch mal Ihre Meinung.
Sehen Sie?
Gar nicht so einfach.
Was wären wir ohne diese Grenze?
Sie macht uns zu dem, was wir sind.
Wer sie infrage stellt, stellt uns infrage.
Sie und mich.
Hoffen wir mal, dass einer Ihrer Wachposten was gesehen hat.
Denn ich nehme diese Sache sehr persönlich.
Ich auch, Genosse Oberstleutnant.
Gut.
Sie könnten von überall gestartet sein.
- An jeder kleinen Lichtung. - Das geht hier so weiter.
200 Kilometer bis zur tschechoslowakischen Grenze.
Wer hätte gedacht, dass wir so viel schönen Wald haben.
Na?
Wollte nur gucken, ob alles in Ordnung ist bei euch.
Ist alles in Ordnung?
Ja. Alles prima.
- Wieso? - Na ja...
Ihr seid ja gestern nicht mehr gekommen.
Da dachte ich,
es ist was passiert mit der Schwiegermutter.
Wo ist sie denn?
Ja, der geht es gar nicht gut.
Die ist uns umgekippt am Bahnhof.
Wir mussten sie in die Poliklinik fahren, nach Gera.
Da haben wir stundenlang gesessen.
- So habt ihr euch das nicht vorgestellt. - Nee.
Was ist denn mit deinen Händen?
Ausgerutscht.
Kommt manchmal alles auf einmal.
Jetzt muss ich dich doch mal was fragen.
Du bist doch so ein Bastler.
- Ich würde es Elektriker nennen. - Genau.
Wir haben einen neuen Fernseher. Farbe. Tolles Bild.
Aber bei manchen Sendern ist der Empfang irgendwie...
nicht so gut.
Ihr wollt Westen gucken?
Kann man da irgendwas machen?
Du guckst doch bestimmt auch gerne "Drei Engel für Charlie".
Ja, muss man nur einen PAL-Konverter hinter die Antenne klemmen.
Da werden die drei Engel richtig scharf.
Kannst du bei Gelegenheit mal rüberkommen?
Na klar.
Spitze.
Eigentlich soll man doch nicht lügen, oder?
Klar. Lügen ist scheiße.
Warum lügt ihr mich dann die ganze Zeit an?
Wie kommst du denn jetzt darauf?
Ja, ihr sagt mir nie die Wahrheit.
Pass auf, Fitscher, das mit der Wahrheit...
ist manchmal ein bisschen kompliziert.
Die Wahrheit ist nun mal, dass man sie hier nicht sagen darf.
Hier, in unserem Land.
- Weißt du, es gibt Rechte. - Das meine ich nicht.
Und über die Tschechoslowakei oder Ungarn?
Andere Leute haben es doch auch geschafft.
Wir können nicht zu viert in den Kofferraum.
Und die westdeutsche Vertretung?
Die wird besser bewacht als die US-Botschaft.
Dann versuchen wir es halt da.
Die Amis holen doch politisch Verfolgte raus.
Wir müssten es schaffen, mit denen Kontakt aufzunehmen.
Ein altes Mütterchen spricht einen Volkspolizisten an:
"Ich suche das Kaufhaus Prinzip." "Prinzip? Gibt's hier doch gar nicht."
"Doch!", sagt das Mütterchen.
"Staatsratsvorsitzender Honecker hat gesagt,
im Prinzip kann man alles kaufen."
Wenn du so was den Falschen erzählst, ist das sehr gefährlich.
Aber dir habe ich ihn erzählt, weil ich dir vertraue.
Und du kannst uns vertrauen.
Wir haben dir nicht alles gesagt, weil wir dich schützen wollten.
Verstehst du das?
Ist alles in Ordnung?
Die Medikamente.
Was ist damit?
Ich habe die...
...die Tüte mit den Medikamenten...
„muss ich im Wald verloren haben.
Steht da dein Name drauf?
Nee, die sind doch nummeriert.
Das kann man doch zurückverfolgen. Die werden jedes Rezept überprüfen.
Wir haben unsere Fingerabdrücke an der Gondel.
Wir hätten das nicht tun dürfen.
Was sind wir nur für Eltern?
Doris, wir sind keine schlechten Eltern.
Wir hatten einfach Pech!
Pech? Pech?
- Das war unverantwortlich! - Es ist unverantwortlich, hierzubleiben.
- Die Jungs sollen in Freiheit aufwachsen! - Wir hätten die Kinder beinahe umgebracht!
- Wir hatten einen Traum! - Ich vertraute dir!
- Unser Traum! - Weißt du, was ich träume?
Seit Wochen, fast jede Nacht? Dass sie mir die Kinder wegnehmen.
Mein Bruder kam mit 14 ins Zuchthaus. Danach hatte er keine Zähne mehr!
Genau wegen der Scheiße wollen wir weg!
Was denkst du, was die mit uns machen?
Sie lassen uns verschwinden.
Fitscher stecken sie ins Heim.
Ich will meine Kinder nicht verlieren.
Ich will nicht ins Heim.
Komm mal her, mein Spatz. Du musst keine Angst haben.
Wir passen auf dich auf.
Macht euch keine Sorgen. Hier kommt niemand ins Heim.
Wir ziehen das durch.
- Morgen, Doris. - Morgen.
Alles in Ordnung?
Die Kinder kränkeln ein bisschen.
- Ich habe kein Auge zugetan. - Ach, du Ärmste.
Mokkaböhnchen?
Sie können sitzen bleiben.
Ist doch viel besser hier, oder?
Muss ja nicht immer der Verhörraum sein.
Glückwunsch, Sie sind bald fertig mit der Armee.
Danke, Genosse Oberstleutnant.
Wollen wahrscheinlich studieren?
Dann so was, kurz vor Ihrer Entlassung...
Nur, dass ich das richtig verstehe.
Sie rufen Ihren Vorgesetzen an und brauchen ein Fernglas.
Genau. Ich habe was am Himmel gesehen.
Mhm.
Warum haben Sie denn kein eigenes Fernglas?
- Also... - Ja, kann passieren.
Lässt man auch mal liegen.
Und Sie? Warum haben Sie ihm keins gegeben?
Dienstschluss?
Feierabend?
In Gedanken schon bei der neuen Freundin?
Vielleicht sieht man es mir nicht an,
aber ich war mal Schwimmer.
Während des Studiums habe ich mir als Bademeister was dazuverdient.
Da gab es diesen Kollegen,
braun gebrannt, gut aussehend,
so ein ganz lockerer Typ.
Und eines Tages
war er dann ein bisschen zu locker.
Und was sagt man den Eltern, wenn ihr achtjähriges Kind ertrunken ist?
"Ich war müde."?
Ich hab's markiert. Lesen Sie mal vor.
"Es ist Ihre Pflicht,
Ihre einzelkämpferischen Fähigkeiten so zu nutzen,
dass Sie den Grenzverletzer stellen beziehungsweise liquidieren,
um die geplante Grenzverletzung zu vereiteln.
Handeln Sie umsichtig und konsequent,
da die Praxis die Gefährlichkeit der Verräter beweist.
Zögern Sie nicht mit der Schusswaffe,
auch nicht bei Grenzdurchbrüchen mit Frauen und Kindern,
was sich die Verräter oft zu Nutze machen."
Sie kennen doch Ihre Aufgaben.
Sie wissen, wie man sich im Fall von Grenzprovokation zu verhalten hat.
Sie sind doch nicht dumm.
Jawohl, Genosse Oberstleutnant.
Trotzdem haben Sie die Meldung des Gefreiten Klenner ignoriert.
Weil Sie von dem geplanten Grenzdurchbruch wussten?
Nein, ich hatte keine Ahnung.
Oder war er einfach nur faul?
- Also... - Wenn es Beihilfe war, sagen Sie es jetzt.
- Wir finden es sowieso raus. - Nein.
- Wieso, ich habe doch... - Wegtreten.
Genossen Unteroffiziere?
Sehen Sie, Genossen?
Genau das meine ich.
Abführen.
"Europa intern" heißt das Stichwort...
Da! Da ist es!
Die hat ja rote Haare! In Schwarz-Weiß sah die brünett aus.
- Aha. Ja. Alles ganz schön bunt. - Ja, ne?
Wenn dir die Decke auf den Kopf fällt, komm rüber
und wir gucken die scharfen drei Engel.
Hast was gut bei mir, Peter.
Ach, Erik? Hätte ich beinahe vergessen.
Du hast doch von den Genossen im Reisebüro erzählt.
Steht das Angebot noch?
Wo soll's denn hingehen?
Die Nähte wurden mit professionellen Maschinen gefertigt.
Wir ermitteln alle Betriebe, in denen solche Maschinen stehen.
Die Genossen haben errechnet,
dass der Ballon nicht länger als 40 Minuten in der Luft war.
Aufgrund der Windverhältnisse
müssen sie in diesem Bereich gestartet sein.
Ich nehme an, das gesamte Gebiet wird abgesucht?
Na ja, es ist riesengroß. Es gibt an die 100 Lichtungen...
- Was noch? - Der LKW, der in der Nacht gesehen wurde.
- Könnte sie gefahren haben. - Gib die Fahndung aus.
- Und die Stoffgeschäfte? - Wir bekommen heute die Liste.
Vielleicht bringen uns die Schilddrüsentabletten weiter.
Laut medizinischem Dienst ist die Frau zwischen 30 und 40 Jahre alt,
unter Umständen übergewichtig
und könnte eine Narbe einer Schilddrüsenoperation am Hals haben.
- Mensch! - Stark.
Nicht übel.
- Guck mal! - Dafür schreiben wir ihm eine Karte.
- Und wie finden wir die Botschaft? - So unauffällig wie möglich.
Ist das da hinten der Westen?
Ja.
Ganz schön nah, oder?
Hier, ganz in der Nähe.
"Wir werden verfolgt. Bitte helfen Sie uns."
"lnterhotel Stadt Berlin, Zimmer 3507."
Man kann nicht einfach in die amerikanische Botschaft spazieren.
Die haben eine Art Bibliothek. Da darf jeder rein.
Wir sprechen niemanden an, aber wir lassen die Schachtel liegen.
Warum rufen wir nicht einfach an?
Die Botschaft wird garantiert abgehört.
Und du glaubst, die Amerikaner kommen dann her und holen uns ab?
Ja.
Einfach weitergehen.
Scheiße, die kontrollieren die Leute, die rauskommen.
Hier wimmelt es nur so von Stasi.
Die beobachten uns.
Warte mal...
Wir sind doch total falsch hier! Lass mal sehen.
- You know what I mean? - I know...
- Gib mir die Schachtel. - Was?
Die Schachtel.
- Lenkt ihn ab. - Frank.
- Frank! - Komm mit.
Hallo?
- Könnten Sie uns helfen? - Wir wollen ins Pergamon-Museum.
Da gehen Sie hier die Clara-Zetkin-Straße lang.
Bis zum Ende, und dann links.
In welche Richtung?
- Wie lange geht man da? - Zehn, fünfzehn Minuten.
- Danke schön. - Danke.
Na komm.
- Da lang. - Wir sind drin.
- Ihr seid irre! - Hat doch geklappt!
- Das war affenstark! - Wir haben hier einen Haudegen.
Ich weiß nicht, ob mir das gefällt.
Bis dahin ist der Kaffee alle.
- Die Aprikosen erst recht. - Früher...
Ich hoffe, er kommt nicht an die Grenze.
- Stell dir vor, er müsste schießen. - Ach! Kopf hoch!
- Die Zeit geht ganz schnell rum. - Was für ein Ballon?
Da haben es welche mit einem Heißluftballon versucht.
- Wirklich? - Sind kurz vor der Grenze runtergekommen.
Keine Ahnung, ob sie die erwischt haben.
Na ja, die verschimmeln jetzt in einem feuchten Stasikeller.
Ja.
Sollen wir bei ihnen vorbeifahren?
Wenn sie erwischt wurden, wird ihr Haus auf den Kopf gestellt.
Und wir laufen denen direkt in die Arme.
Wir haben gesagt, keinen Kontakt.
Nicht zu wissen, was los ist, macht mich verrückt.
Das sind unsere Freunde. Sie werden dichthalten.
Das meine ich nicht. Was ist, wenn sie abgestürzt sind?
- Vielleicht haben sie es doch geschafft. - Das hätte sich längst rumgesprochen.
Wir hätten sie nicht gehen lassen dürfen.
Ich habe solche Angst.
- Gewonnen! - Wie?
Na, so, so, so, so und so.
Komm, noch mal.
Zimmerservice!
Moment.
Peter! Peter!
Haut ab!
Nein!
Hallo?
Hallo?
Mann} Herr Strelzyk? da'?
Hier an der Rezeption ist etwas für Sie abgegeben worden.
Ich komme runter.
Ihr bleibt hier.
Du auch.
Sei vorsichtig.
Sorry.
'tschuldigung.
Ah!
Haben Sie unsere Nachricht erhalten?
Die Zigarettenschachtel. Das waren wir.
The cigarettes.
Right there. There you go, buddy. You can keep 'em.
- Come on. - This one's driving me nuts.
Entschuldigung, Strelzyk. Hier wurde was abgegeben?
Ja, Herr Strelzyk.
Ihr Portemonnaie lag beim Telefon.
Da haben Sie noch mal Glück gehabt.
Mach dir keine Vorwürfe.
Wir waren so nah dran.
- Wir waren so nah dran. - Ich weiß.
Nur ein paar Kilometer weiter.
Oder ein halber.
300, 400 Meter.
Warum konnte ich das Ding nicht länger in der Luft halten?
Das war doch nicht deine Schuld.
Bisher hat alles in meinem Leben, was ich mir vornahm, irgendwie geklappt.
Und jetzt das.
Das Wichtigste in meinem Leben.
Du und die Kinder.
Ich habe versagt. Ich habe total versagt.
Peter, nein...
Sch...
Aber wir sind doch geflogen, Papa.
- Du hast nicht versagt. - Ja?
Du hast uns da hoch gebracht.
Ohne die Nässe der Wolken hätten wir es geschafft.
Und jetzt?
Wollen wir warten, bis die Stasi vor der Tür steht?
Wir könnten doch noch einen Ballon bauen.
Ja. Warum nicht?
So viel Zeit haben wir nicht. Wir haben zwei Jahre gebraucht.
Aber jetzt wissen wir, wie es geht.
- Ohne Günter schaffen wir das nicht. - Dann fragen wir ihn!
Die wollten doch auch weg.
Wir müssen ihn nur größer bauen.
Vielleicht haben sie recht.
Du willst nicht noch mal in einen Ballon steigen.
Nein, will ich wirklich nicht.
Aber ich fürchte, wir müssen.
Zeltnylon haben wir nicht, aber Taftstoff. Wie viel brauchen Sie?
200 Meter.
Oh, da muss ich im Lager nachfragen.
Das sind doch mindestens 200 Meter Taft.
Klar.
- Lasst uns gehen. - Wieso?
Komm, los. Komm.
- Was war das? - Die musste nicht im Lager nachfragen.
Der Stoff lag da rum.
Die müssen Meldung machen, wenn jemand größere Mengen kauft.
Dann besorgen wir uns kleinere Mengen. Zehn Meter, 20 Meter.
- Dann sind wir Weihnachten nicht fertig. - Wir können uns aufteilen.
Wenn wir nacheinander jeder 20 Meter kaufen,
das fällt nicht auf.
Petra und Günter auch.
Mit Abstand können wir in dieselben Läden gehen.
Ja...
Bleibt uns wohl nichts anderes übrig.
Meldung aus Berlin. Eine Familie wollte 200 Meter Taft kaufen.
Aber dann sind sie plötzlich verschwunden.
Die wollen es noch mal versuchen.
Was... Sie meinen, einen zweiten Ballon?
So blöd kann man doch nicht sein.
Blöd nicht.
Aber verzweifelt.
Die fangen an, Fehler zu machen. Das macht es uns leichter.
- Sie könnten aus Berlin stammen. - Nee.
Die kommen aus der Gegend da unten. Die kennen sich aus.
Deshalb nehmen sie auch die kürzeste Route Richtung Süden.
Dafür brauchen sie Nordwind. Der ist selten.
Da muss man sofort reagieren können.
Oh Gott!
Komm rein, komm rein.
Also, der Ballon funktioniert. Er ist geflogen!
Du sagst, der Ballon könnte Feuer fangen. Wenn das Gas ausgeht, stürzen wir ab.
Gibt's auch was, was mich beruhigen könnte?
Ja. Die können uns nicht abschießen.
Dafür sind wir zu hoch.
Das sagst du einer Frau mit Höhenangst.
Petra, wenn ihr mitmacht, dann können wir es schaffen.
Sie haben mich eingezogen.
- Ab wann? - In sechs Wochen.
- Er darf nicht mal am Wochenende raus. - Wir müssen Gas geben.
Ich kann nicht jede Nacht durchnähen.
Günter, die Stasi ist hinter uns her. Die geben keine Ruhe.
Früher oder später kriegen die uns.
Also gut. Ich könnte mich krankschreiben lassen.
Dann kriege ich das Ding vielleicht genäht.
Aber die Chance auf den richtigen Wind ist gleich Null.
Notfalls müsst ihr ohne mich abhauen.
- Ich geh nicht ohne dich... - Ich muss mich in der Kaserne melden.
Wenn ich nicht auftauche, holen sie mich ab.
Wenigstens wärst du und die Kleinen dann drüben.
Du siehst vielleicht deine Mutter.
Aber ich kann das nicht ohne dich.
Wir verwenden Regenschirmseide und Zeltnylon.
Wir dürfen nicht zu schwer werden.
Du wolltest ein Flugzeug bauen?
- Das ist nicht das Problem. - Was dann?
Die Startbahn.
Hier. Ich hatte das schon mal ausgerechnet.
Für den neuen Ballon brauchen wir 4200 m3, das heißt 1300 m2 Stoff.
Dafür reichen die Stoffgeschäfte hier nicht.
Kauft sieben, zwölf oder 15 Meter am Stück.
Je weniger ich stückeln muss, desto schneller geht's.
Mit Glück kriegen wir den Propeller fürs Gebläse wieder zum Laufen.
Wir müssen uns um den Brenner kümmern.
Wir müssen das Gasdruck-Problem lösen.
Und wir brauchen eine neue Gondel.
- Wie dick ist jetzt der Boden? - 0,8.
0,8?
- Das hält uns nie. - Na klar hält das.
Kannst ja mal hüpfen.
Ja!
- Das hält. - Ja, das hält!
Kommst du mit?
Drachen steigen lassen?
- Ich habe eigentlich zu tun. - Ist das so wichtig?
Na ja, ich muss meinem Vater helfen.
- Was bauen. - Was baut ihr denn?
- Eine Überraschung für meine Mutter. - Allein geht's nicht.
Machst halt mal eine kleine Pause.
Wo willst du hin? Wir müssen fertig werden.
- Wir gehen nur kurz Drachen steigen. - Bin auch gleich wieder da!
- Fertig. - Ich lauf dann mal los, oder?
Mhm.
Reicht!
Na los!
Wahnsinn.
Willst ihn mal halten?
Willst du mich küssen?
Was?
Ist mir scheißegal!
Über 300 Leute im Einsatz und Sie reden von Nähmaschinen!
Finden Sie diese Banditen!
Immerhin haben wir jetzt Rückendeckung bis ins Politbüro.
Ressourcen sind da. Wir brauchen Zeit.
Die haben wir nicht. Da hat der Alte recht.
Wenn die das schaffen, stehen wir mit runtergelassenen Hosen da.
Dann wird unser Arschloch zum Staatswappen.
Ich habe mir meine Laufbahn anders vorgestellt.
Genießen wir die Hauptstadt, solange wir können.
- Verdammt! - Warum können wir den Druck nicht halten?
- Weil die Flaschen einfrieren. - Dann müssen wir sie heizen.
Wir können keine Heizung anschließen.
- Mir fällt nichts mehr ein. - Du bist mit den Gedanken auch woanders.
- Du meinst aber nicht Klara, oder? - Doch.
Uns steht das Wasser bis zum Hals.
- Ich kann doch wohl... - Nee!
- Ihr Vater ist bei der Stasi! - Da kann sie nichts dafür!
Du wirst sie nicht mehr treffen. Hast du verstanden?
- Warte mal. - Was?
Das ist es!
Wir drehen die Flaschen einfach um.
- Dann kommt das Gas flüssig raus. - Ist doch egal, es verdampft ja sofort.
Unten ist das Gas flüssig und friert ein. Deswegen fehlt der Druck.
So schwimmt das flüssige Gas unten raus.
Dadurch kriegen wir eine größere Flamme, weil das Gas mehr Druck hat.
- Ist offen.
- Ja! Wir haben es geschafft! Ja! - Ja!
Und wenn es uns im Westen nicht gefällt?
Dann können wir doch nicht mehr zurück nach Hause, oder?
Es wird uns ganz bestimmt gefallen.
Ich werde meine Freunde vermissen.
Und Oma und Opa werden wir auch nie wieder sehen, stimmt's?
Die werden es aber verstehen.
Können wir uns nicht wenigstens verabschieden?
Es ist besser, wenn sie nichts wissen.
Sonst kommen sie ins Gefängnis.
Mach dir mal nicht so viele Sorgen, ja?
Du wirst ganz viele neue Freunde finden.
- Was wird das? - Wir nähen hier weiter.
- Meine Nachbarn stellen Fragen. - Bei uns wohnt die Stasi gegenüber!
Ja, muss Günter eben leise nähen.
Ich fahr an den See. Kommst du mit?
- Ich kann nicht. - Nur wir zwei.
Nee, geht echt nicht. Leider.
Vielleicht morgen?
Ich binde eine Schürze um
Und feg die Stube aus
Prima habt ihr das gemacht. Lena ist dran.
Mama arbeitet bei der Post. Ich sammele Briefmarken.
- Und der Papa? - Auch.
- Der ist auch bei der Post? - Der sammelt auch Briefmarken.
Und du, Peter?
- Was ist dein Papa von Beruf? - Mein Papa ist Näher.
Ich dachte, er fährt Krankenwagen.
Ja, auch, aber er sitzt den ganzen Tag an der Nähmaschine.
- Wirklich? - Ja.
Was näht er denn da?
- Weißt du nicht? - Darf ich nicht sagen.
Aber mir darfst du doch alles sagen?
Die Wetteraussichten:
Heute Nacht im Norden und in der Mitte bedeckt und zeitweise Regen.
Im Süden wolkig bis klar. Tiefsttemperaturen um elf Grad Celsius.
Am Tage wechselnd bewölkt...
In fünf Tagen muss er sich in der Kaserne melden.
Das schaffen wir doch nie.
Wir kriegen den Ballon vorher fertig.
Dann brauchen wir den richtigen Wind.
Das kannst du doch vergessen.
Er muss zur Armee, und dann müssen wir ohne ihn rüber.
Und dann wachsen die Kinder ohne ihren Vater auf.
Die Kinder wurden heute im Kindergarten gefragt,
was ihre Eltern von Beruf machen.
Und Peterchen hat gesagt, sein Papa ist Näher.
Ich habe denen gesagt,
dass wir ein Zelt nähen für den Campingplatz.
Ein Zelt.
Ich hasse Camping.
Ich spüre meine Finger nicht mehr.
Über die Hälfte haben wir.
- Der Mann ist eine Nähmaschine. - Trägst du mich nach Hause?
- Die Nähmaschine muss ins Bett. - Klar.
Wartet mal noch. Bei der Stasi brennt noch Licht.
Wir sollten uns was einfallen lassen, wenn ihrjeden Abend so spät rauskommt.
Das war wieder... ein sehr schöner Abend... muss ich sagen.
Schatz... Kannst du überhaupt noch fahren?
- Ein bisschen viel, oder? - Die sollen uns doch hören.
- Das war ganz schön knapp! - Kommt gut heim!
Tschüss, ihr beiden! Tschüss!
Tschüss!
Tschüss!
Können Sie mir sagen, was Sie mir vorwerfen?
Was könnte es sein?
Ich weiß nichts von einem Ballon! Wie oft soll ich das denn noch sagen?
Nach vorne schauen.
- Sie hatten eine Panne mit Ihrem LKW? - Ja.
Der Motor macht ständig schlapp.
Es gibt ja hier keine Ersatzteile.
Also stehen Sie da, mitten in der Nacht.
- Wie viel Uhr noch mal? - Kurz vor elf.
- Viele Autos kommen da nicht vorbei, oder? - Nein, nur der eine.
Mit Anhänger.
Das Tonbandgerät kann Sie nicht sehen.
Ja, mit Anhänger.
Können Sie die Leute beschreiben?
Na ja, das war ziemlich dunkel, also...
Ein Wartburg mit Anhänger.
Mann, Frau, zwei Kinder.
- Wie im Textilgeschäft in Berlin. - Jetzt machen wir sie nervös.
"Die Volkspolizei bittet um Mithilfe."
-"Zur Aufklärung..." - Wir lassen uns nicht verrückt machen.
- So was hat fast jeder. - Das umgebaute Barometer nicht.
Wir bauen das Ding schnell fertig. Es liegt nur noch am Stoff.
- Wie viel hast du noch? - Für heute.
- Vielleicht noch was für morgen. - In der Gegend kaufen wir nicht mehr.
Wir könnten es in Halle versuchen. Oder Richtung Erfurt.
Wir dürfen uns keine Fehler mehr erlauben.
Ist doch merkwürdig, dass die nacheinander denselben Stoff kaufen.
Dafür habe ich ein Auge.
Sagt mein Mann auch. Aber der konnte auch vor was stehen...
- Wissen Sie, was das für ein Auto war? - Kein Trabi.
- Ein Wartburg vielleicht? - Ja!
Hat da geparkt, wo jetzt auch der Genosse steht.
Haben Sie zufällig das Kennzeichen?
- Auf jeden Fall ein N, Bezirk Gera. - Sind Sie sicher?
Ja, ganz sicher.
Meine Nichte kommt aus Pößneck. Die hat auch so ein Kennzeichen.
Ich habe mich gewundert, warum die hier kaufen!
Bezirk Gera. Der Hinweis kam von der Verkäuferin aus Naumburg.
Wir konnten ein Gasflaschenetikett rekonstruieren.
Es handelt sich ziemlich sicher um eine Tankstelle in Pößneck.
Und das ist genau... hier.
Von da aus ist es nicht weit bis zu einem Startplatz.
Schirra soll sämtliche Mitarbeiter in Bereitschaft versetzen.
- Wir nehmen uns die Medikamente vor. - Die Arztpraxen sind schon zu.
Dann erst die Apotheken.
Ich versuche, etwas über die Kinder herauszufinden.
- Die kannst du gleich wieder auspacken. - Wieso?
Die Typen mit dem Ballon sind von hier, aus Pößneck.
- Sicher? - Ja.
Die Genossen aus Gera sind schon auf dem Weg.
Ich trommele alle zusammen.
Ich verstehe, was ich verlange, glauben Sie mir.
Ich tue es nur, weil es meine letzte Hoffnung ist,
etwas sehr Schlimmes zu verhindern.
Was wollen Sie denn wissen?
Hat eines der Kinder etwas erzählt von zu Hause?
- Irgendwas Ungewöhnliches? - Was meinen Sie?
Zum Beispiel, dass die Eltern an etwas Größerem basteln.
Oder was nähen.
Wer bist du denn?
Für den Ball musst du mir schon sagen, wie du heißt.
Peter.
Und wie weiter?
- Hier, Peter. - Danke.
Ja, da wird was genäht.
Fahnen zum Beispiel. Und Wimpel.
Für die Feier zum 30-jährigen Bestehen unserer Republik.
Tatsächlich?
Ja.
Da sind wirklich viele sehr engagiert.
Da kann man richtig stolz sein.
Bist du noch ganz dicht? Schick den Nachbarn doch eine Einladung!
Bei dem Wetter kannst du es vergessen. Die kriegen uns sowieso.
Frank, wenn es wegen diesem Stasimädchen ist...
- Sie ist nicht bei der Stasi! - Du bringst uns in Gefahr!
Stell dir doch mal vor, dir rutscht was raus!
Du vertraust mir nicht!
Doch. Das tue ich.
- Aber die ganze Familie... - Dann haut halt ohne mich ab!
Reiß dich bloß zusammen.
- Da bist du ja. - Habt ihr Stoff gekriegt?
Ja, alles da.
- Einen Startplatz habe ich auch. - Gut. Ich bin übermorgen fertig.
- Danach penne ich eine Woche durch. - Ich mach dir Kaffee.
Sechs Personen haben das Schilddrüsenmittel bekommen.
Wie viele beziehen das Medikament?
- Das kann ich gar nicht sagen. - Ungefähr.
Hier in der Gegend gibt es vielleicht 200 Patienten mit der Diagnose Struma.
Ich muss das hier alles durchsuchen.
- Was ist mit den anderen Apotheken? - Es gibt zwei. Beide kleiner.
Beide überprüfen.
Wir suchen nach Personen mit einer Werkstatt und einer Nähmaschine.
Wenn Gasflaschen rumstehen, festsetzen. Alfeld, Sperlingweg. Altmann, Pappelallee.
Den Unwettern folgt in der Nacht eine Kaltfront.
- Papa, ich wollte... - Pst!
...in Bayern sinken.
Bis Wochenanfang herrscht stetiger Wind aus Norden
mit einer Geschwindigkeit von 30 km/h.
Nordwind.
Günter! Es geht los! Wir kriegen Nordwind!
- Übermorgen! - Was?
Ich habe es gerade im Radio gehört.
Ich gehe die Gasflaschen auffüllen. Kannst du Günter helfen, ja?
So viel Schwein. Ich habe mich schon im Knast gesehen.
- Und der trägt uns alle? - Na klar.
Da könnten noch drei mehr mit.
Hallo, Frank.
- Bist du allein? - Ja.
Was ist denn?
Wenn wir in den Westen abhauen könnten, würdest du dann mitkommen, mit mir?
- Was redest du da? - Wir hätten einen Platz für dich.
- Ihr wollt rübermachen? - Du kannst mitkommen.
Du musst dich nur schnell entscheiden.
- Was? - Ich meine es ernst.
Du hast doch einen Knall!
Hallo, Frank.
- Was machst du denn hier? - Ich hole meinen Mantel.
- Fährst du zur Apotheke? - Ja.
- Bringst du mir Kopfschmerztabletten mit? - Ja.
- Was macht dein Vater in der Apotheke? - Die suchen jemanden.
Die Stasi ist in der Apotheke. Die suchen jemanden.
- Woher weißt du das? - Von Klara.
- Frank, ich habe dir doch... - Die prüfen die Rezepte.
Wir können nicht bis morgen warten.
- Schaffst du es bis heute Nacht? - Du musst.
- Jemand muss Petra Bescheid sagen. - Das mache ich.
- Du kannst mein Moped nehmen. - Komm, Fitscher, wir laden den Anhänger.
Können wir kurz reinkommen?
Ist irgendwas passiert?
Schlüssel vergessen. Petra wartet auf uns.
Und wer ist das?
Das bist du.
Das ist die Oma.
Da fahren wir jetzt hin.
Halt, stehenbleiben! Peng! Peng! Du bist tot!
Halt, stehenbleiben, du Verräter!
Der Wind wird immer stärker. Dann sind wir schneller drüben.
Die Bahnen sind nicht gleich lang. Die passen oben nicht zusammen.
- Das ist ja ein Riesenloch. - Der Druck ist auf den Seilen.
Wenn die gut verknotet sind, sollte es klappen.
Wir nähen das darüber.
Wir sind fast durch.
Vielleicht hat die Alte im Stoffgeschäft sich geirrt.
Oder die kriegen die Medikamente woanders.
- Irgendwas haben wir übersehen. - Doris Strelzyk.
Strelzyk? Das sind unsere Nachbarn.
Haben die auch ein Auto?
Einen Wartburg, blau.
- Einen Anhänger hat er auch, aber... - Beruf?
Elektrotechniker.
Ein echter Tüftler.
Hier unten im Keller!
Ich habe den Sohn, Frank,
heute Nachmittag noch gesehen.
Ja, der war ganz normal, also...
Da war so ein Kerl, der... und seine Frau, die waren letztens oft zu Besuch.
Hat der auch einen Namen?
Wetzei, Günter Wetzei.
Großfahndung. Blauer Wartburg mit Anhänger.
Straßensperren an Ortsausgängen. Sie nehmen sich diesen Wetzei vor.
Grenztruppen in Alarmbereitschaft. Ich brauche einen Hubschrauber.
Du hast nichts gewusst.
Wo bleiben die denn?
Schnell, schnell...
Ich muss kurz was erledigen.
Scheiße. Wir fahren oben rum.
Wir müssen jetzt echt los.
- Wohin damit? - Hinter den Anhänger.
Scheiße.
- Papiere, bitte. - Was ist denn hier los?
Papiere, bitte.
Ich... Ich hatte die noch...
Fahndung nach Familie Wetzei.
Paul, ist das ein Wartburg mit Anhänger?
Fahren Sie weiter. Los, weiterfahren!
Wo bleiben die denn?
- Was ist los? - Der Scheißmotor.
Wenn der zu heiß wird, verklemmt der Kolben.
- Und was jetzt? - Schieben. Und warten, bis er abkühlt.
Genosse Oberstleutnant! Hauptmann Merz, Grenzabschnitt 46, bereit zur Objektsuche!
Der Abschnitt von Frankenheim bis zur Grenze ist in Alarmbereitschaft!
- Was ist mit den Hubschraubern? - Startklar.
Scheißmist!
- Da bist du ja! - Alles gut.
- Alles klar? - Ja.
- Schnapp dir vorne das Seil. - Fitscher, komm!
- Was war denn los? - Schrottmühle.
- Hast du alles verknotet? - Ja.
Dann schmeiß ich mal den Motor an.
Alle in Position?
Alle Grenztruppen in Alarmbereitschaft.
Die kommen hier nicht durch.
Na, geht doch.
Komm, wir holen die Kleinen.
Es geht los.
Kommt.
Das ist ein Heißluftballon. Brauchst keine Angst zu haben.
Die Handschuhe!
Gut, kann losgehen.
Bereit? Eins, zwei, drei.
Und los.
- Oh nee. - Frank, was ist los?
- Das geht nicht! - Noch mal!
- Schneid das Seil durch! - Das Messer!
- Festhalten! - Hilf ihm!
- Ich schaff's nicht! - Zieh am Seil! Zieh's raus!
- Fest! - Komm schon!
Feuer! Feuer!
- Es brennt! - Scheiße!
Ah!
Wo ist der Feuerlöscher?
Ich habe euch.
- Alles in Ordnung bei euch? - Ja.
Frank... Du blutest!
Sichtung westlich Blankenstein.
Das ist hier bei uns.
Hier 557. Fliege direkt auf die Grenze zu. Drehe auf Einsatzabschnitt ab.
Scheiße.
Da sind Scheinwerfer.
Ist das die Grenze?
- Kann sein. - Die ist aber ganz schön weit weg.
Da. Da ist er.
Bestätige Sichtung im Einsatzabschnitt. Objekt befindet sich auf circa 1800 m.
Alle Kinder rufen gleich Bummi, Bummi
Bummi, Bummi Brumm, brumm, brumm
Bummi, Bummi
- Die Leitungen vereisen. - Das kann nicht sein.
- Dann ist das Gas alle. - Wir mussten so viel heizen.
Wir sinken.
Hier 557. Haben Sichtkontakt verloren.
Was zum Teufel...
- Wir brauchen noch was für die Landung. - Ich weiß. Halt mal.
Es kommt.
Da vorne.
Das war's.
Kalt, Mami...
Mir ist kalt, Mami...
Denen ist wohl das Gas ausgegangen.
- Das schaffen die nicht mehr. - Jetzt kriegen wir sie.
Geben Sie unsere Position durch. Das gesamte Gebiet abriegeln.
Hier 557, Grenzabschnitt Blankenstein.
Das Objekt kommt einen Kilometer vor der Grenze runter.
Geht ziemlich schnell runter.
Verdammt, da ist eine Stromleitung!
Festhalten!
- Verdammt! Mein Bein! - Günter!
Raus!
Komm.
Günter, ich helfe dir.
Komm her. Ich habe ihn.
- Hier. - Haben wir es geschafft?
- Sind wir drüben? - Wie lange waren wir oben?
-28 Minuten. - Was? Nur?
Da ist Süden.
Komm, Peter, wir sehen uns mal um. Ihr wartet hier.
- Und? - Noch keine Sichtung, Oberstleutnant!
Was machen Sie da?
- Sind wir hier im Westen? - Nein. In Oberfranken.
- Ja! - Wir sind im Westen!
- Wir sind im Westen! - Wir haben es geschafft!
Ja! Komm her!
Ja!
Was soll denn das jetzt?
Was für ein Aufwand.
- Wie viele kommen denn da noch? - Wir sind im Westen! Jawohl!
...des Palais Lobkowicz.
Wie viele kühle Nächte würde man hier noch verbringen müssen?
Das war die Frage, die alle bewegte,
während Hans-Dietrich Genscher im Inneren die Botschaftsangehörigen informierte.
"Freiheit! ", skandiert die Menge,
als der Bundesaußenminister die bevorstehende Ausreise bekanntgibt.
Wir sind zu Ihnen gekommen...
um Ihnen mitzuteilen,
das heute Ihre Ausreise möglich geworden ist."
Noch an diesem Abend beginnt sie.
Fünf Züge in die Freiheit.
Das hätte hier so schnell keiner erwartet.
Szenen der Freude.
Hättest du mir das vor einem Jahr erzählt, ich hätte dich in die Klapse gesteckt.
- Können wir heute mal woanders hinfliegen? - Klar. Wo willst du denn hin?
Nach Hause, zu meinen Eltern.
Mit meiner Frau. Die muss ihre Flugangst überwinden.
Na dann...
Untertitel: S. Georgi, A. Kellner
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