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Seit dieser Zeit war ich an der Seite von Kasym Khan.
Ich erinnere mich noch gut an diese alte Zeit.
Nach dem Tode der Khans Kerey und Zhabinek
ging die Macht auf ihre Söhne über:
die Sultane Buryndyk und Kasym.
Wie es der Brauch verlangte, wurde Buryndyk zum Khan ernannt.
Und sein treuer Gefährte Kasym wurde der Befehlshaber der kasachischen Truppen.
Doch leider wollte der ewige Rivale von Kasym und Buryndyk,
der Enkel des Kahns Abulkhai, Mohammed Shayban,
die Unabhängigkeit des Alash Volkes nicht akzeptieren.
Was ist denn da los?
Das hört sich nicht gut an. Vielleicht der Feind?
- Steht schnell auf. Sie greifen an. - Was sagst du?
- Die Shaybaniden! - Wir müssen sofort die Kinder verstecken.
- Kommt schon, schnell. - Verschwindet.
Lasst meine Familie in Ruhe. Was wollt ihr?
Hilfe. Sie bringen uns um!
Hey, Alte. Rück das Gold und Silber raus.
Los. Komm her, wenn du leben willst.
Wo habt ihr es versteckt? Raus damit! Wo ist es?
Sohn, lauf schnell. Versteck dich draußen.
Zieht sie raus!
Mama! Lasst mich los!
Die gibt einen guten Preis. Wir werden sie verkaufen.
- Mama! Nein! Nein! Mama! - Halt endlich dein Maul, du Schlampe.
Möge der Allmächtige euch bestrafen, ihr Arschlöcher.
Hier. Behaltet sie im Auge.
Komm her, du Shaybanen-Bastard.
Das ist unser Winterplatz. Seit Urzeiten.
Das ist Shaybanen Land.
Wir ziehen ab.
Beeil dich. Dann schneid es ab.
Mein Junge! Ihr Teufel!
- Gott verdamme euch. - Hilfe! Lasst mich los. Mama!
Ihr widerlichen Teufel.
Alpamas. Reite zu Bey Oraz.
Sag, dass wir von Shaybaniden angegriffen wurden!
Sag ihnen, dass sie alle getötet haben.
Macht Platz. Zur Seite.
Weg da.
Macht Platz für den Sultan Sherali.
Hohe Herren, gebt Ihr uns was? Wir hätten Wasser für Euch.
Großer Gott, wer ist denn dieser hohe Herr?
Wer immer es auch ist. Wir bleiben lieber ruhig.
Ehrenwerter Herrscher Mohammed.
Meine Männer haben das Winterlager von Bai Oraz ausgeraubt.
Sie haben dabei reiche Beute gemacht.
Was wird das schon sein?
Und wie es unseren Traditionen entspricht,
überbringe ich persönlich Euch den besten Teil.
Hoher Herr,
auch meine Kämpfer
haben in Ak-Kurgan einen großen Gewinn gemacht.
Unser Angriff
auf das Winterlager des Arkinsk
brachte uns große Herden ein.
Ihr Großmäuler
kommt tatsächlich her
und prahlt mit eurer Beute,
anstatt die kasachische Horde endgültig zu zerschlagen?
Ganz richtig.
Nur wenn wir
Buryndyks Macht zerschmettern
und ihn endlich liquidieren,
müssen sich alle Völker Jochis Shaybans Flagge unterwerfen.
Vielleicht denkt ihr mal darüber nach. Ja?
Denn ich werde erst Ruhe geben,
wenn sich alle Ländereien meines Großvaters
wieder in meinem Besitz befinden.
So lautet meine Order.
- Weise gesprochen. - So sieht es aus.
Wir stehen hinter Euch.
Die Pferde brauchen Ruhe.
- Ich grüße Euch. - Seid willkommen.
Dringende Nachricht von Bey Oraz für Sultan Kasym.
Ruh dich aus. Ich überbringe sie.
Friede mit dir, Khan.
Auch Friede mit dir Kasym.
Wie geht es dir?
Danke, gut.
Khan.
Shaybans Krieger haben zwei Winterquartiere ausgeraubt.
Setz dich bitte.
Das heißt, dass Shayban somit
Krieg mit uns führt.
Wenn wir unser Volk nicht beschützen können,
welche Berichtigung hätten wir dann, es weiter anzuführen?
Mohammed erwartet, dass wir uns wehren.
Er provoziert uns.
Er ist auf einen Kampf vorbereitet.
Wir müssen versuchen, Khan Abdikarim zu überzeugen,
dass die Mangyten sich mit uns vereinen.
Mit wurde jedoch zugetragen,
Mohammed will ihn für seine Seite.
Also müssen wir ihm zuvorkommen.
Wir müssen die Mangyten auf unsere Seite bringen.
Abdikarim hat den Emba überquert.
Durchaus gerechtfertigt.
Offensichtlich versucht er damit, uns aus dem Weg zu gehen.
Ich habe ihm aus diesem Grund einen Boten geschickt.
Der bittet ihn um persönliche Verhandlungen.
Die du führen sollst.
Errege keine Aufmerksamkeit.
Reite mit wenigen.
So soll es sein.
Abdirakim stand stets treu an der Seite deines Vaters.
Doch er wollte Buryndyk niemals auf dem Thron im Rang eines Khans sehen.
Du weißt, wie stur Abdikarim sein kann.
Nicht umsonst
hat der Khan mich für diese Aufgabe gewählt.
Doch wir müssen vor Mohammed Shayban
das Lager erreichen.
Sultan,
dass wir in kleinem Trupp reiten,
bereitet mir ehrlich gesagt Kopfschmerzen.
Nach Aussagen des Boten
reiten wir sieben Tage.
Ohne Gefolge reitest du?
Auf Befehl des Khans.
Dem müssen wir Folge leisten.
Nun,
dann lasst uns beten.
Möge dich Gott beschützen.
Und deine Reise erleichtern.
Großer Gott, lass die Reise glücklich verlaufen.
Und ihn gesund zu uns zurückkehren.
Gott, lass mich das Richtige tun.
Schenk meinem Volk Einigkeit.
Lass Frieden und Ruhe in unser Land kommen.
Und unsere Völker glücklich sein.
Amen.
Männer, macht euch bereit. Es wird ein weiter Weg.
Also, Männer, aufsitzen. Es geht los.
Seht doch, da kommt Sultan Kasym.
Willkommen, Sultan Kasym.
Friede sei mit Euch, Sultan Kasym.
Willkommen.
Friede auch mit dir, guter Mann. Sei gegrüßt.
Ich bin erfreut.
- Gott segne dich. - Bitte tretet ein.
Willkommen.
Ein Batyr muss groß und stark werden. Also iss schön.
Werde ein Held.
Habt ihr gut überwintert?
Ist das Vieh sicher und gab es keine Überfälle?
Hier war alles ruhig, Sultan.
Der Herr schütze uns
und unser Land vor Überfällen.
Ich bitte Euch: esst.
Möge Gott Euch beschützen.
Euch und Eure Nachkommenschaft.
- Amen. - Bei Tagesanbruch brechen wir auf.
- Der Herr möge Euch begleiten. - Amen.
Friede sei mit Euch. Wie geht es Euch?
Friede auch Euch.
Kümmert Euch um die Pferde.
Holt den Kumys einer jungen Stute.
Helft den Kriegern. Bittet sie in die Jurte zu kommen.
Was ist los mit euch? Holt Fleisch.
Schon seit langer Zeit pflegen wir
unsere verwandtschaftlichen Beziehungen.
Das gesamte Volk der Mangyten
hat Euren Vater, Khan Janibek,
geehrt und respektiert.
Khan Janibek hat
alle Hoffnung auf Euch gesetzt.
In diesem Sinne habe ich
Eurem Vater nachgeeifert
und meinen treuen Akbar,
wie er, an Sohnes statt angenommen.
Und doch hat er
Euch vor seinen anderen
Söhnen nie bevorzugt oder benachteiligt.
- Und was immer Ihr sagt... - Ich muss leider unterbrechen.
Es ist sehr ehrenwert, an meinen Vater zu erinnern.
Und ich bin Euch und Eurem Volk sehr dankbar dafür, Sultan Abdikarim.
Aber ich bin hier, um über andere Dinge zu sprechen.
Tun wir das.
Natürlich.
Natürlich, Sultan Kasym.
Aber es ist
heutzutage wichtig, über seine Vorfahren zu reden.
Denn nur wenn wir unsere Ahnen ehren,
geht es mit den Dingen bergauf.
Was Euren Brief betrifft,
bitte hetzt mich nicht.
Immerhin muss ich alle Aspekte genau bedenken.
Wieviel Zeit werdet Ihr benötigen?
Wollt Ihr einfach abwarten?
Die Steppe ist heute nicht mehr sicher.
Alle Würdenträger der Mangyten
haben sich vor Mohammed Shayban verneigt
und baten ihn, sie zu schützen und ihr Khan zu sein.
Ich allein kann sie nicht alle überzeugen.
Also, Sultan, urteilt nicht zu schnell.
Fehlt es Euch dazu an Willen oder Kraft?
Diese Antwort
werden wir Khan Buryndyk überbringen.
Was stehst du hier rum?
Sie werden Proviant brauchen.
Also pack das ein und gib es ihnen mit.
Zu Befehl.
Kasym wirkt sehr entschlossen.
Und du weißt, was in diesem Fall zu tun ist, Akbar.
Mein Sultan!
Abdikarim hat sich
nicht knauserig gezeigt. Wir können sechs Tage schlemmen.
Jetzt ist es Zeit zu essen. Alles ist angerichtet.
Ich bin nicht hungrig.
Macht Feuer und stellt Wachen auf.
- Sehr wohl. - Bis zum Morgen.
Alarm. Die Mangyten.
Kasym...
Was ist mit unseren Leuten?
Keine Ahnung.
Ich werde alle Wächter enthaupten lassen.
Großer Sultan,
dann enthauptet mich auch. Unsere Wachen trifft keine Schuld.
Die Mangyten haben unser Essen vergiftet.
Mir geht es auch nicht sehr gut.
Mein Sultan, Asan,
die Angreifer sind geflohen.
Dann beerdigt die Toten.
Und helft den Verwundeten.
Lasst alle antreten.
Wir müssen schnell weiterziehen.
Abdikarims Tat ist ein Schlag ins Gesicht.
Und nicht nur für mich. Nein, er demütigt damit auch das ganze Khanat.
Es reicht. Vernichten wir die gesamten Mangyten.
Bitte denkt darüber nach.
Jetzt ist nicht der Augenblick, uns zu bekämpfen.
Du wagst es zu widersprechen?
Der Rat der Khans soll kommen.
Eine Konfrontation
gewinnen entweder die Starken oder die Hinterhältigen.
Gewalt ist nicht der richtige Weg. Weitsicht ist die Lösung.
Die Mangyten wollten mich töten,
aber sie waren nur ein Werkzeug der Shaybaniden,
das
Mohammed Shaybans dunklen Plänen dienen sollte.
Sei so beherrscht,
dass keiner merkt, was du denkst.
Schließe dich besser Buryndyk an.
Dein Vater Zhanibek war sich stets einig mit Khan Kerey.
Kerey und Zhanibek waren Brüder.
Nicht nur im Blut. Auch im Geist.
Das Wohl ihres Volkes war ihr Ziel.
Und diesem Ziel
ordneten sie alles andere unter. Auch ihre Unstimmigkeiten.
Ihre Stärke lag
in ihrer Einigkeit.
Kasym, komm her.
Allmächtiger Gott, führe uns ans Ziel.
Bewahre unser Volk vor Kriegen und erleuchte unseren Weg.
Großer Gott, wir vertrauen auf dich. Amen.
Komm mit mir.
Friede sei mit dir, Sultan Kerey.
Und Friede mit dir, mein Sohn.
Kasym soll heute dabei sein, ja?
Nicht umsonst sagt ein altes Sprichwort:
Ein gutes Beispiel ist besser als hundert Worte.
Erst Stütze des Vaters, dann Stütze des Volkes.
Ein guter Vater ist Anker der Kinder.
Stimmt.
Manche erinnern sich noch daran,
als die Pest nach Urgench kam.
Entlang des Flusses Syr Darya mähte sie die Menschen nieder.
Wir zogen weiter und überlebten.
Ja. Wir erinnern uns.
Und jetzt lauert wieder eine Plage.
- Nur durch Menschenhand. - Ja, das kann man so sagen.
Wir werden jetzt durch den Aufruhr des Khan Abulkhai bedroht.
Das hat nichts mit dem Zorn Gottes zu tun. Im Gegenteil:
Er tyrannisiert das Volk, und das Volk ist müde.
Wollen wir das weiter hinnehmen, Ihr Herren?
- Nein. Er hat alle Grenzen überschritten. - Er entzweit das Volk.
Die Geduld des einfachen Volkes ist am Ende.
- Sultan Kerey hat Recht. - Völlig richtig.
- Das stimmt. - Ja. Ganz recht.
Es ist Zeit, wieder als weiße Horde zu reiten.
Wie sie vor uns
von unserem großen Vorfahren Khan Urus gegründet wurde.
Zuerst ziehen wir Richtung Mogulistan, um einen Plan zu schmieden.
Ein weiser Plan.
Was macht ihr da?
Dort treffen wir den Khan von Mogulistan, Bahadur Yesen Buga,
und werden mit ihm weitere Schritte besprechen.
Dann sammeln wir alle Stämme.
Ein guter Plan. Sehr gut.
- Was Sultan Kerey sagt, hat Hand und Fuß. - Mein Stamm ist dabei.
- Wir sind dabei. - Darauf haben alle gewartet.
- Möge Gott uns begleiten. - Khan Kerey, führe uns an.
Mein Sonnenschein.
Wie ist es dir ergangen?
Das muss ich dich fragen.
Ich war so besorgt.
Gott sei Dank ist alles gut gegangen.
Buryndyk hat den Rat der Khans einberufen?
Das klingt doch schon wieder nach Krieg.
Trotz seiner großen Weisheit
lässt er sich vom Rat der Khans unterstützen.
Immer Krieg.
Dabei habe ich bereits nach einer schönen Braut für dich gesucht.
Mondgesichtig, so wie du es magst.
Die Tochter von Sultan Zhantemir. Eine Schönheit.
Sie heißt Aisha. Sie schenkt dir
ganz sicher wunderschöne Söhne.
Meinst du nicht, unsere Sippe sollte sich bald vergrößern?
Sicher. Aber noch ist nicht der Zeitpunkt.
Vorerst müssen wir
uns anderen Aufgaben zuwenden.
Später können wir darüber reden.
Ja. Aber wann?
Habt Ihr Eurer Mutter von Altyn Bike erzählt?
Was sagt Jahan Begim dazu?
Sie hat für mich andere Pläne.
Habe schon gehört. Die Tochter von Sultan Zhantemir.
Sie meint sicher, dass dies eine vorteilhafte Verbindung ist.
Halt doch den Mund.
Hast du Altyn Bike gesagt, dass wir hier sind?
Würde ich vielleicht meinen einzigen Kopf riskieren?
Schon bald werden wir mit Khan Buryndyk reiten.
Und wieder werde ich getrennt von dir sein.
Ach, mein Sultan,
ich werde für dich beten.
Ich werde Gott bitten, dich zu mir zurückzubringen.
Amen.
Möge Gott dich behüten.
Meine Seele ist ohne dich nur freudlos.
Sie lebt nur, wenn du bei mir bist.
Ich bin immer bei dir.
Du, mein Herz.
Ich lebe nur durch deine Gebete.
Altan Bike, komm. Wir müssen zurückreiten.
Ich reite besser zu ihnen.
Und dann? Wie geht es dann weiter?
Haben sie den Mangyten eine Abfuhr verpasst?
Mit der Nachricht, dass die Mangyten nun Werkzeuge der Shaybaniden waren,
hat Buryndyk den großen Rat einberufen.
Er hat alle Brüder Kasyms, die großen Beys und Batyre,
Sultane, Khans und Würdenträger um sich geschart.
Sie waren damals wie heute die Hauptstütze des Khans
und des Volkes.
Alle Stämme im südlichen Teil des kasachischen Khanats
waren unter der Führung dieser Khans Verbündete.
Richtig. Es ist an der Zeit, die Mangyten zu bestrafen.
Verrat ist eine Todsünde.
Die Mangyten sollen den Preis mit Blut bezahlen!
Rache, sage ich.
Wir werden als Streitmacht auftreten und unerwartet zuschlagen.
- So soll es sein. - Ganz genau.
Der Angriff Abdikarims ist nicht der Wille des einfachen Volkes der Mangyten.
Es ist mit seiner Führung nicht zufrieden.
Doch das können wir Abdikarim nicht durchgehen lassen.
Das kann nicht ungesühnt bleiben.
So ist es!
Ihr seid etwas voreilig.
Redet, Zhirenshe.
Kasym soll weiterreden.
Sein Ansatz schien interessant.
Danke.
Wenn wir uns darauf einlassen
und gegen die Mangyten kämpfen,
überlassen wir Shayban unsere südlichen Grenzen ungeschützt.
Wir haben doch gesehen, wie rücksichtslos er ist.
Mitten in der Winterruhe raubt er unser Land aus.
Shayban überfällt unsere Winterlager.
Und verwüstet unser Land.
Er treibt uns immer weiter in die trockene Steppe.
Shayban
will uns gegen die Mangyten aufhetzen.
Ist euch das nicht klar?
Shayban verfolgt einen heimtückischen,
bösen Plan gegen unser Volk.
Ziehen wir gegen Shayban in den Krieg!
Ja. Mahmud hat Recht. Tun wir das.
Shayban erobert doch nach und nach
all unsere Städte entlang des Flusses Darya.
- Das ist eine Schande. - Dieses Pack.
- Das ist einfach demütigend. - Beenden wir das endlich.
Du hast Recht, Kasym.
Nachdem wir Shaybans heimtückischen,
dunklen Plan aufgedeckt haben,
sollten wir unsere
alten Gebiete zurückerobern.
So sieht's aus.
Machen wir diesem Treiben
endgültig ein Ende.
Das nenne ich ein Machtwort.
Unsere Hauptstadt muss
endlich wieder unser sein.
Holen wir Syganak im Sturm zurück wie Donner aus heiterem Himmel.
Syganak zu besiegen, wird nicht schwer sein.
Immerhin leben in dieser Stadt viele Kasachen.
Syganak wird zurzeit angeführt
von einem Jüngling, der keine Ahnung hat.
Und es verfügt
kaum über Soldaten.
Und dann werden sie für dieses Gesicht bitter bezahlen.
Ich kann
mich ja nicht mehr sehen lassen.
Und was war ich mal für ein schöner Kerl. Die Frauen standen Schlange.
Das könnt ihr mir glauben.
Macht man sich nicht zum Gespött
im Kampf gegen einen Jüngling?
Ja, das sollte man bedenken.
Da gibt es nichts zu überlegen. Syganak wird eingenommen.
Dafür brauchen wir nicht das ganze Heer.
Dreitausend Mann reichen aus.
Kasym wird
- die Armee anführen. - Sehr gut.
Und ich verfüge darüber hinaus, dass Sultan Mahmud
als Gouverneur nach dem Sieg eingesetzt wird.
Zu Befehl.
Danke, meine Herren.
Du bist der Einzige, dem ich vertraue.
Was auch passiert: übergib es persönlich.
Sei unbesorgt.
Aber alles liegt in Gottes Händen.
Freie Söhne der grenzenlosen Steppe.
Gott ist mein Zeuge,
dass dieses weite Land, dass der stärkste Vogel
und das schnellste Pferd kaum durchqueren kann, rechtmäßig uns Kasachen
unter dem Banner von Alash gehört.
Und was für eine Schande,
wenn auch nur ein Stück dieses Heimatlandes,
getränkt mit dem Blut unserer Ahnen, nicht mehr uns gehört.
Der Stadt Syganak,
in deren Erde der große Khan Urus ruht, geht es jetzt so.
Lasst diese Stadt mit eurem Kampf
ein Symbol der Einheit unseres kasachischen Volkes werden.
Vertreibt den Feind aus ihren Mauern.
Entreißt dem Feind Kahn Urus Grab
und hisst darauf das Banner von Alash.
- Imam, gib uns deinen Segen. - Hebt die Hände zum Himmel.
Amen.
Großer Gott, wir rufen dich an.
Du Gott, aller Barmherzigen.
Erhelle unseren Weg.
Schenke uns den Sieg,
großer Gott. Amen.
Großer Gott. Amen.
Nach Syganak. Auf die Pferde.
Glück auf dem Weg.
Mögen all Eure Pfeile den Gegner treffen
Auf das der Tod Euch meide.
Zerschmettert die verfluchten Shaybaniden.
Los geht's.
Das muss ich beraten.
So leite ich das weiter.
Leute, hergehört, der Feind nähert sich.
Alle sofort hinter die Stadtmauer. Wir schließen gleich die Tore.
Lasst keine Frauen und Kinder zurück.
Nun, Ihr Berater,
wir müssen eine Entscheidung treffen.
Eure Vorschläge?
Hoher Herr,
Mohammed Shayban hat uns zu Euren Beratern ernannt.
Lasst mich Euch meine Gedanken vortragen.
Ihr Herren,
ich möchte Euch daran erinnern, dass Mohammed Shayban
sich auf einer langen Reise befindet in südlichen Gebieten.
Er führt einen Feldzug an den südlichen Grenzen.
Und die meisten Gouverneure unterstützen ihn dort mit ihren Heeren.
Wir sind also im Kampf gegen die Kasachen auf uns gestellt.
- Das stimmt. - Farhad Myzra hat Recht.
- So ein feiges Gerede. - Sherali!
- Was erlaubt Ihr euch? - Will er die Stadt den Kasachen geben?
Syganak hat tapfere Krieger, die die Stadt verteidigen können.
Ach ja, Sherali? Wie viele Krieger hat denn diese Stadt?
Wir sollten die Mauern unserer Stadt halten, bis Hilfe eintrifft.
Hört nicht auf ihn, Vizekönig.
Und was ist mit unseren Zivilisten? Wollt Ihr das Blut Unschuldiger vergießen?
Was Ihr Feigheit nennt, ist klarer Menschenverstand.
Ihr wärt also bereit, die Stadt aufzugeben?
Mein Sohn. Hat jemand meinen Sohn gesehen?
Mami! Papa!
Mami! Papa!
Ich suche meine Mama.
Fass mich nicht an. Komm mit.
Ich gebe Sultan Sherali Recht. Die Stadt muss gehalten werden.
Zumindest bis Hilfe eintrifft.
Nach unseren Regeln können wir dem Feind auf keinen Fall weichen.
Wir kämpfen bis Hilfe eintrifft.
- Es reicht, Sherali. - Ruhe jetzt!
Wie lange reichen die Vorräte?
Drei Wochen lang, hoher Herr.
Seht! Das ist das heilige Syganak.
Was für eine prächtige Festung.
Doch keiner lässt sich sehen.
Mit wem sollen wir die Schwerter kreuzen?
Es ist so still hier. Wie sagt ein altes Sprichwort:
Dem Kühnen winkt der Sieg.
Friede sei mit Euch, Sultane.
- Friede auch mit dir. - Friede auch mit dir.
Sultan Kasym, der Vizekönig schickt Euch eine Nachricht.
Hier ist sie.
So, Sultan Mahmud.
Ihr seid der neue Gouverneur von Syganak.
- Hört, hört. - Gott sei mit Euch.
Gottes Wege sind unergründlich.
Wie es aussieht, haben wir bereits gewonnen,
ohne auch nur ein Schwert zu ziehen.
- Friede mit Euch. - Friede auch mit Euch.
Friede sei mit Euch.
Ihr habt weise gehandelt,
trotz Eurer Jugend.
Dazu
beglückwünschen wir Euch.
Ein solches Verhalten verdient unsere volle Anerkennung.
Ihr dürft die Stadt verlassen.
Das
ist unser Dank, Sultan.
Danke Euch dafür, Sultan.
Ich muss sagen,
dass der Brief von Sultan Kasym mich veranlasst hat,
Blutvergießen zu vermeiden.
Wie es Mahmud gewollt hat.
Ihr
habt nicht nur die Stadt
und die Leben vieler Menschen gerettet.
Eure Entscheidung hat
auch das Grab unseres gemeinsamen Ahnen, Khan Urus,
für uns alle bewahrt.
Ich würde Euch bitten zu gehen.
Friede mit Euch, Sultan Kasym.
Der Herr sei mit Euch.
Die ganze Steppe wird über
diesen Sieg lachen.
Wie konntet Ihr es wagen, die Stadt kampflos aufzugeben?
Wie konntet Ihr
sie der Willkür dieses Jungen überlassen.
Großer Khan,
es war Euer Befehl.
Wir sind mit unserem Heer so schnell wie möglich zu Euch gestoßen.
Wer glaubte denn, dass Buryndyk Syganak überfällt?
Wo der doch jetzt gegen die Mangyten kämpfen sollte.
Ich habe es immer wiederholt:
Einem starken Feind, wie den Kasachen, sollte man niemals den Rücken zuwenden.
Und ich war gegen diese Kapitulation.
Ist das so?
Euer Gewäsch
ist doch jämmerlich.
Ihr hättet bis zum letzten Atemzug
um Syganat kämpfen müssen.
Hört, Leute, große Freude gibt es heut.
Sultan Kasym hat Syganak befreit.
Niemand bekam ein Schwert zu spüren.
Es mussten keine Pfeile fliegen.
Als Nachkomme des großen Khan
erweist er sich als weiser Mann.
Kasym ist unser großer Held.
Er hat Khan Shayban kaltgestellt.
Kommt her, Leute, und seht ihn an.
Hier reitet er, der wahre Khan.
Der Sohn des großen Zhabinek.
Er hat das Herz am rechten Fleck.
Ich bin mit dir sehr zufrieden.
Syganak kampflos zu erobern, ist mehr als ein Sieg.
Jetzt zittern die Shaybaniden vor dem kasachischen Heer.
Ich habe
da für Bey Begim etwas anfertigen lassen.
Es gibt nämlich aufregende Neuigkeiten.
Ich will seine Tochter heiraten.
Wer hätte gedacht, dass er so eine schöne Tochter wie Altyn Bike hat?
Und du wirst
mein absoluter Ehrengast auf meiner Hochzeit sein.
Was du nicht sagst.
Das Geschenk ist passend.
Lass es dem Guten dienen.
Was bedrückt dich, mein Freund?
Liebste Altyn Bike.
Du warst das Leuchten meines Lebens.
Ich habe nur von dir geträumt.
Und jetzt
trifft uns die eisige Kälte des Schicksals.
Bedeutet das, wir werden getrennt sein?
Ich dachte,
dass wir zusammengehören.
Leider nicht.
Wir können nichts tun.
Dieses Treffen wird nun unser
Letztes sein.
Das ist so grausam.
Mein Herz wird im Frühling
erfrieren.
Auch mein Herz erfriert, Altyn Bike.
Wir müssen unsere Herzen
zum Wohle unseres Volkes
und des Friedens erfrieren lassen.
Leb wohl, Kasym.
Du Leuchten meines Herzens.
Das immer bei dir ist.
Ich gehe.
Du wolltest mich sprechen?
Ja, mir hat heimlich dein Bruder Mohammed geschrieben.
Hier, lies es.
Er will mit dir sprechen.
Er erwartet dich im alten Winterlager.
Drei Tagesritte von hier entfernt.
Noch vor der Hochzeit
solltest du
in Erfahrung bringen, was dein Bruder vorhat.
Verehrte Älteste.
Ich freue mich,
Euch an diesem Tag begrüßen zu dürfen.
Dies ist ein besonderer Tag,
an dem man weise Männer um sich braucht.
Weise Männer und Helden.
Hört, hört, wie wahr.
Möge dieses Fest ein Fest fürs Leben sein.
Liebes Kind.
Nicht jedem Mädchen wird die Ehre zuteil,
die Frau eines Khans zu werden.
Mach damit deinen Frieden.
Möge Gott so gnädig sein, dich bei ihm dein Glück finden zu lassen.
Schau, wie schön du bist.
Ja.
Du sollst den Khan erfreuen.
Das ist jetzt deine Pflicht.
Und ihm die Füße küssen vor Dankbarkeit.
So Tochter, komm jetzt. Steh da nicht rum.
Friede sei mit Euch.
- Und mit Euch, edler Karachin. - Und mit Euch.
Herzlich willkommen, Kasym.
Danke, Karachin.
Ich hoffe, Ihr seid gesund, mein Freund.
Danke der Nachfrage.
Friede sei mit dir, Kasym.
Und Friede sei mit dir.
- Willkommen. - Danke.
Ach übrigens, Zhirenshe.
Kasym kann ich hier
nirgendwo entdecken.
Euch war doch bekannt, dass ich mit meiner Armee unterwegs war, oder?
Sicher.
Ich würde sagen, es ist
nicht sehr ehrenvoll, einen schwachen Knaben zu überfallen.
Ich gehe davon aus, dass du Buryndyks Befehl nicht missachten konntest.
Und?
War das ein fairer Kampf?
Hat sich Buryndyk
dafür erkenntlich gezeigt?
Mein Khan,
er kann sich nur
verspätet haben.
Er kommt sicher noch.
Immerhin
bist du ja
der rechtmäßige Sohn des Zhanibek,
unseres großen Volkshelden.
Hättest da nicht eigentlich du das Recht, seinen Thron zu besteigen?
Als rechtmäßiger Khan
und Führer
deiner Horde gebührt er dir.
Wenn du das Land beherrschen würdest,
käme ich nicht auf die Idee,
auch nur einen Blick in Richtung Desht-i-Kipchak werfen.
Denn dann wäre ich mir sicher, dass niemand
hinterrücks mein Banner angreift
und ich könnte
in den Süden gehen.
Du hast doch Abdikarim
den Befehl erteilt, uns feige zu vergiften.
Und da dieser hinterhältige
Plan gescheitert ist,
willst du jetzt einen Keil treiben
zwischen mich und meinen Khan.
Mein Khan ist Buryndyk.
Wir suchten keinen Ruhm in Syganak.
Diese Stadt gehört der Weißen Horde schon seit Urzeiten.
Das ist dir doch klar.
Es geht mir nur nicht aus dem Kopf,
wieso wir nicht wie Brüder handeln können
und das Banner unserer Ahnen
gemeinsam hochhalten.
Das reicht jetzt Sultan.
Ich war immer meinen Ahnen treu.
Hinterhältige Ränke liegen mir fern.
So spricht eben ein Held.
Untadelig.
Doch du bist wie immer stur.
Wie dem auch sei:
Syganak
holen wir zurück.
Und ich rate dir,
dich mir nicht zu widersetzen.
Gottes Wille wird durch mich wieder hergestellt.
Denn nur Gottes Wille treibt mich an.
Los, verschwindet.
Grüß meine Tante von mir.
Gottes Barmherzigkeit sei mit ihr.
Sie stand meiner Mutter nah.
Auf dieser Welt
stand mir niemals jemand näher
als Jahan Begim.
Karachin!
Wir reiten los.
Was habt Ihr ihm denn gesagt?
Dass er so wild wurde?
So war er schon immer.
Von Kindheit an.
Shayban verträgt keine Kritik.
Kasym, kannst du nicht schneller machen?
Mohammed, hab Geduld. Bei diesem Spiel ist es wichtig, nachzudenken.
Du weißt doch, wenn man schummelt, muss man ein Spiel aussetzen.
Bitte, Buryndyk.
Mit gebührt der erste Becher.
- Hör auf! - Denn ich werde mal Khan.
Nimm die Finger weg.
Khan wird der, der das Volk anführt.
Was bildest du dir ein?
Der nächste Khan werde ich sein.
Ihr seid alle nicht mehr meine Freunde.
Ab jetzt seid ihr nur noch meine Feinde.
- Da, seht ihr? - Was soll das denn jetzt?
Immer rastet er aus, wenn ihm was nicht passt.
Shayban, warte.
Warte. Jetzt warte doch.
Wieso bist du denn so kalt, Altyn Bike?
Immerhin bist du jetzt meine Frau. Freu dich doch.
Was ist denn?
Jedes Mädchen wäre glücklich, meine Frau zu sein.
- Mein Khan... -
Was willst du?
Dringende Meldung. Darf ich eintreten?
Ja.
Mein Khan...
Rede nur. Meine Frau darf das ruhig hören.
Ich muss euch mitteilen:
Mohammed Shayban hat sich mit Kasym getroffen.
Friede sei mit Euch, Khan.
Wo warst du zur Feier?
Shayban hat mich um ein Treffen gebeten.
Shayban ruft und du hoppelst wie ein Hase zu ihm?
Bin nicht ich dein Khan?
Khan,
du weißt, dass Shayban hinter all den Intrigen steckt.
Und jetzt versucht Shayban einen Keil zwischen uns zu treiben.
Und dort hatte ich die Möglichkeit, herauszufinden, was er will.
Warum hast du mir dein Vorhaben verheimlicht?
Du hast Hochzeit gefeiert.
Dir ist doch wohl klar,
dass du mich brüskierst hast.
Anstatt meiner Einladung zu folgen,
besitzt du
die Frechheit, dich mit unserem erbitterten Feind zu treffen?
Ich wollte verhindern,
dass Mohammed es schafft, uns zu entzweien.
Du solltest besser verhindern, dass du zum Verräter wirst.
Mohammed kennt alle Schwächen von Buryndyk. Das ist sicher.
Buryndyk erkennt das nicht. Er ist dafür blind.
Sollte jetzt die Steppe zu klein werden für uns?
Friede mit Euch.
Ich grüße Euch, erhabener Khan.
Und ich grüße Euch, erhabener Held, Sultan Kasym.
Friede mit Euch.
Die große Güte Gottes begleitet mich.
In seinem Namen erbringe ich meinen Gruß.
Wie geht es dir? Akbar Seidakhmet?
Seid Ihr gekommen, um uns wieder einmal zu verraten?
Vielleicht haben sie wieder
vergiftete Speisen mitgebracht.
Meine Khans, wir haben nichts vergiftet.
Das war Abdikarim. Nicht wir.
Nun, dann sagt mir, weshalb Ihr uns aufgesucht habt.
Nun, meine Emire spielen völlig verrückt.
Ich bitte Euch um Eure Hilfe.
Schickt mir Euer Heer,
und ich garantiere Euch,
wir werden voller Ergebenheit Eure Vasallen sein.
Ich bringe Euch hier als Zeichen unserer ergebenen Treue
den Kopf des verruchten Verräters
Abdikarim.
Überzeugt Euch.
Kasym,
du wirst diesen Fall übernehmen. Wie entscheidest du?
Wer einmal betrügt,
bleibt ein Verräter.
Gnade.
Wenn du an deinem Leben hängst, Seydakhmet,
sag deinen anderen Emiren,
dass wir mit Verrätern genau so verfahren.
Ja, mein Khan, das schwöre ich.
Was erlaubst du dir?
Wie kannst du es wagen, Kasym?
Du besudelst einen Thronsaal mit einem Mord?
Dieses Recht gabst du mir, Khan.
Haben deine Ahnen
je in einem Thronsaal gemordet?
Das heilige Syganak war unser Bollwerk und Schild.
Die heimtückischen Shaybaniden wollten es uns nehmen.
Los doch, los doch, Hamed.
Doch unser Held, der mutige Khan Kasym,
hat Syganak zurückerobert.
Ohne Kampf und ohne einen Tropfen Blut zu vergießen.
Frohes Fest Euch allen. Bitte bleibt doch sitzen.
Das heilige Syganak wurde den Kasachen zurückgegeben.
Die Träume der Shaybaniden sind zu Staub zerfallen.
Hört, hört.
Shayban, du hast Fehde zwischen uns gestiftet.
Dafür sollst du nach dem Tod in der Hölle brennen.
Sehr gut gesungen.
Langes Leben, Sänger. Ich gebe noch ein Rind und ein Kamel dazu.
Möge Gott Euch segnen.
Gott sei mit Euch.
Sultan Kasym, Khan Buryndyk ruft Euch.
...der Herr sei ihm gnädig,
ist ebenso groß und weise
wie eine majestätische Eiche.
Er schützt die Kasachen vor Unglück.
Friede sei mit Euch.
- Und mit Euch. - Und mit Euch.
Setz dich, Kasym.
Meine Gäste sind sich in einer Frage nicht einig.
Da du erfahren im Problemelösen bist,
habe ich angenommen,
du wirst bestimmt helfen können.
Sultan Kasym, seit alten Zeiten
weiden unsere Tiere südlich
am Fluß
Syr Darya bei der Stadt Syganak.
Wir haben immer pünktlich unsere Steuern bezahlt.
Aber im letzten Jahr
hat Euer Bruder Shayban
behauptet, dass er unsere
Vieherden zusätzlich braucht.
Und hat unser Vieh entführt.
Uns sind nur wenige Tiere geblieben.
Wir sind jetzt hier,
weil wir ohne Hoffnung sind.
Nur Ihr könnt uns helfen.
Wir bitte um eine weise Entscheidung.
Wir haben fast alles verloren, Sultan.
Und womit
sollen wir jetzt noch Steuern bezahlen?
Khan,
wir müssen durchsetzen, dass Steuern nur von dir erhoben werden dürfen.
Keiner sonst hat das Recht, den Familien
eigenmächtig seine Steuern aufzuerlegen.
Das muss zum Gesetz gemacht werden.
Mohammed soll Rahim Bey mehr als die Herden ersetzen.
Das soll ihm Lehre sein und andere abschrecken.
Ist das nicht ein bisschen hart?
Shayban ist dein Bruder.
Fang oben mit den Sultanen an.
Nur so kannst du sicher sein, dass dein Wille durchgesetzt wird.
Um das Volk zu vereinen,
müssen sich alle dem Befehl das Khans beugen.
Sagst du,
dass es unter Khan Buryndyk keine Ordnung gibt?
Oder dass die Befehle Khan Buryndyks
nicht befolgt werden?
Natürlich nicht, Khan.
Das Volk steht fest zu dir.
Jeder kann vom Khan Gerechtigkeit erwarten.
Das macht uns unverwundbar.
Unser Volk ist unbesiegbar,
da es sicher sein kann, dass es gleich behandelt wird.
Rahim Bay?
Seht Ihr
Kasyms Urteil in diesem Fall
als gerecht an?
Ja. Gott segne ihn.
Mein Khan.
Altyn Bike ist...
Geh nicht.
Geh nicht. Mein Herz erfriert.
Mein Khan, Altyn Bike atmet kaum noch.
Etwas nimmt der Prinzessin das Leben.
Das Kind ist schon tot.
Wir haben alles versucht.
Aber nichts hat geholfen. Nichts hat angeschlagen.
Das kann nicht sein.
Geh nicht weg.
Kasym...
Kasym...
Kasym ist für mich immer mein Bruder gewesen.
Ich vertraute ihm.
Und ich hörte auf seinen Rat.
Leider muss ich
Kasym das Amt
als Kommandant
der kasachischen Armee entziehen.
Lieber Neffe Buryndyk,
die Würde des Khans
ist auf Gerechtigkeit gestützt.
Kasym hat euch ein Leben lang gedient.
Wie könnt ihr jetzt an ihm zweifeln?
Verurteilt nicht mich,
Jahan Begim.
Es ist nicht leicht
als Löwe ganz allein
von Schakalen umgeben zu sein.
Kasym
hat heimlich
mit dem Feind Mohammed Shayban Absprachen getroffen.
Da sind wohl Zweifel erlaubt.
Mein Khan,
bitte bleibt gerecht.
Wie Ihr wisst, hat Kasym immer treu und reiner Seele nur Euch gedient.
Khan Ali-Rashid,
ich brauche Euren Rat nicht.
Solange Urus Khans Nachkommen
nach wie vor am Leben sind,
wird mir keiner von ihnen in den Rücken fallen.
Khan,
wenn du mir nicht mehr vertraust,
lass mich woanders hinziehen.
Dann möchte ich, wie mein Vater,
Khan Kerey behilflich sein
beim Bewahren des Friedens
in unserem Khanat.
Und die Grenzen sichern.
Ich gefährde nicht meine Macht
wegen unserer Unstimmigkeit.
Und das Khanat überlebt
ohne Verräter.
Altyn Bike
ist deinetwegen tot.
Ihre letzten Worte
galten dir.
Die Tage und Monate flogen dahin,
wie die Funken dieses Lagerfeuers.
Kasym lebte in den fruchtbaren Ebenen von Alatau.
Und er heiratete Aisha, die Mondschönheit.
Und sie gebar ihm einen Sohn und eine Tochter.
Ist dann
Kasym auch zum Khan geworden?
Da noch nicht.
Aber das Volk liebte ihn, weil er stets sehr weise und gütig gehandelt hat.
Er nahm sich der Waisen an und beschützte die Witwen.
Seine Barmherzigkeit gegenüber allen,
die Schutz und Gerechtigkeit suchten,
...war im ganzen Land bekannt.
Wann immer es Festessen oder Volksfeste gab,
kamen berühmte und hochgestellte Persönlichkeiten
des ganzen Landes in Kasyms Dorf.
Mein Sultan,
Maksud Bek mit seiner Familie ist gerade angekommen.
Lass sie rein.
Maksud Bek gehört doch zu den Shaybaniden.
Was will er?
Ich bin genau so überrascht.
Herzlich willkommen. Grade rechtzeitig zum Fest.
Habt vielen Dank.
Seid herzlich willkommen.
Der Herr sei mit Euch. Friede sei mit Euch allen.
Mögen Eure Herden fett werden.
Wenn der Feind sein Haupt vor dir neigt,
dann ist das ein wahres Zeichen deiner Herrlichkeit.
Kasym, es ist
nichts Falsches daran, wenn man es mit Würde annimmt.
So ist es.
Wir empfangen diejenigen,
die in Frieden zu uns kommen.
Seht nach den Tieren.
Lasst mich Euch allen frohe Feiertage wünschen.
Friede sei mit Euch, Sultan Kasym.
Herzlich Willkommen, Hohe Herren.
- Hohe Sultane... - Willkommen Maksud Bek.
- Helden und Weise... - Sei willkommen.
Sultan Kasym,
dein Gerechtigkeitssinn und
dein Ruhm ist weit
über deine Grenzen bekannt.
Dein Name steht neben unserem glorreichen Jochi Khan
und donnert bereits um die Welt.
Ich kann mich nur bedanken.
Wir alle sind Kinder desselben Volkes.
Und wenn es etwas gibt, das wir teilen sollten,
dann sind es unsere Feste.
Seid mir dazu herzlich willkommen.
Bitte nehmt unser Geschenk an, dass für Euch bestimmt ist.
Dieses Schwert wurde in Isfahan geschmiedet.
Möge es Eurem Rum gerecht werden.
Was für ein schönes Schwert.
Ich bedanke mich. Gott sei mit Euch.
Depesche für Khan Burynsyk.
Dringende Nachricht für Khan Buryndyk.
Verdammt, dieser Teufel.
Mohammed Shayban
hat Mahmud umgebracht.
Will Syganak erobern.
Holt mir alle Sultane. Reitet los.
Kasym soll herkommen.
Ruft das Heer zusammen. Dafür soll Shayban mir büßen.
Ich selbst werde es führen.
Ganz wie Ihr befehlt.
Er ist nur rastlos. Immer auf der Suche nach dir.
Komm her, mein kleiner Hase.
Er wird ein glorreicher Krieger werden.
Und er wird sicher aussehen wie du.
Na? Hier ist ein Pferdchen für dich.
Und hier?
Dein erstes Schwert.
Werde ein Gewitter.
Mein Sultan, verzeiht mir.
Ein Bote von Khan Burynsyk.
Friede mit Euch, mein Sultan. Hier, seht.
Wir marschieren im Morgengrauen.
Bevor
Sultan Kasym zu uns stößt?
Ja. Wir kämpfen.
Siehst du nicht?
Shayban steht schon parat.
Wie Ihr befehlt, Tschu.
Mein Khan...
Setzt Euch.
Der Geheimdienst meldet, Buryndyk ist mit seinem Heer angekommen.
Aber Kasym ist nicht dabei.
Dann ist Gott mit uns.
Buryndyk
wird mit einem Schwerthieb getötet.
Nun,
die Kasachen werden
selbst die Tore öffnen,
wenn sie sehen,
wie Buryndyk vor ihren Augen getötet wird.
Syganak wird im Nu
in unsere Hände fallen.
Mein Khan.
Der Kahn ist verletzt.
Bildet einen Kreis. Alle um den Khan.
- Bringt ihn vom Schlachtfeld. - Wo wollt ihr denn hin?
Nein, lasst ihn hier!
Kämpfe mit mir! Los hierher.
Ich werde dir den Schädel abschlagen.
Nein, lasst mich durch, Männer. Ich bringe ihn zur Strecke.
Komm her, du kleiner Feigling.
Lasst mich los. Ich werde dein Blut trinken Shayban.
Ich werde dich eigenhändig köpfen! - Dann komm her und kämpfe!
Glaub bloß nicht, dass ich mich geschlagen gebe.
Du rennst ja schon vor einem Pfeil weg.
Mehr als schreien kannst du nicht?
Hört auf zu kämpfen.
Im Morgengrauen wird es weitergehen.
Sammelt die Toten ein. Kümmert euch um die Verletzten.
Die Wachen auf ihre Plätze.
Bringt die Verwundeten in die Zelte.
Versorgt die Tiere. Sie haben auch morgen einen schweren Tag.
Friede sei mit Euch, Sultan Kasym.
Friede mit Euch.
Und mit euch, Männer.
Wie war Eure Reise, Sultan Kasym?
Friede sei mit Euch allen.
Bruder, wie geht es dir?
Heute
ist dein Bruder Mahmud
gefallen. Er ist als Held gestorben.
Möge sein Übergang
- in die andere Welt hell sein. - Amen.
Du bist gerade
rechtzeitig mit deinem Heer gekommen.
Und jetzt musst du das Heer
der Kasachen anführen.
Denn ich bin schwer verletzt.
Ich hätte sonst gewonnen.
Jetzt schmeiß die Shaybaniden endlich
aus Syganak.
Tu es für mich, Kasym.
Das verspreche ich, Khan.
Ich werde für dich beten.
Wir werden die Kasachen in die Betpak Wüste vertreiben.
So wird es sein.
Eilige Depesche!
Sultan Hazret.
Kasym kämpft mit den Kasachen.
Syganak ist unser.
Mein Sultan, die Shaybaniden sind geflohen.
Mit Sultan Kasym kann uns niemand besiegen!
Wir haben Syganak weder in unserer Hand.
Sie sind geflohen.
Der Feind ist weg. Sie sind bei Nacht und Nebel feige geflüchtet.
Der schwerverletzte
Khan Buryndyk blieb in Syganak.
Und Kasym wurde
wieder der militärische Befehlshaber des kasachischen Heeres.
Er vereinte alle Stämme der Nachkommen Jochis.
Und diese Einigkeit der Truppen führte zu den bedeutenden
Siegen der Kasachen. Sie holten alle Städte wieder zurück.
Zuerst Sayran und Jassy. Dann noch Otrar.
Und schließlich alle Städte entlang des Flusses Syr Darya,
die schon seit der Antike her dem Volk der Alash gehörten.
So wurden diese Städte für immer in das kasachische Khanat eingebunden.
Schließlich beendete ein Waffenstillstand zwischen Buryndyk
und Mohammed Shayban diesen langwierigen und schwierigen Krieg.
Später zog Mohammed Shayban in das Gebiet von Transoxania.
Er nutzte die Zwietracht zwischen den Nachkommen Timurs
und eroberte den Thron von Samarkand.
Mein Khan.
Die Kasachen kümmern sich nicht um den Friedensvertrag.
Ihre Horden rauben ungezügelt unsere Völker aus.
Das trifft besonders unsere Händler.
Sie haben wertvolle Waren und Menschen verloren.
in den Grenzsiedlungen häufen sich die Angriffe.
Kann da keiner Einhalt gebieten?
Großer Khan, Stellvertreter Gottes auf Erden,
verzeiht den Einwand.
Sollten wir nicht bedenken, was davor passiert ist?
Waren wir es nicht, die zuerst
diese Leute beraubt haben?
Wie Karim Bek?
Seid Ihr einmal beraubt worden?
Er hat nicht einen Menschen verloren.
Und jetzt ergeht er sich in Spitzfindigkeiten.
Ja, genau.
Dann kann er ja auch gerne Khan Buryndyk diese Zustände mitteilen.
Und dann wollen wir mal sehen, ob Khan Buryndyk seine Schergen im Zaum hält.
Es ist doch ganz unerheblich, wer genau hier was verliert.
Nein, es geht ums Ganze.
Mein Khan, jeder Mann im Land weiß, dass
Buryndyks Wort kein Gewicht mehr hat.
Sogar seine
eigenen Leute lachen über ihn.
Aber Fakt ist doch,
dass die Kasachen jedes Gesetzt brechen.
Also ist es Zeit für den heiligen Ghazwa.
Mein Khan, er hat Recht.
Ghazwa, mein Khan.
- Ghazwa. - Ghazwa, mein Khan.
Ghazwa.
Gut erkannt, Sherali.
Das wird die Kasachen wütend machen.
Und das soll es ja.
Aber wie ich Buryndyk kenne, wird er sein Wort nicht brechen.
Doch das ist
kein Vertrag mit Kasym.
Ziehen wir in den Kampf.
Und ich dulde keine Niederlage.
Das war es für heute.
So soll es geschehen, mein Khan.
Auf Befehl des großen Khan Shayban,
wird den Kasachen der Ghazwa erklärt.
...ein Verbot für die Kasachen, unsere Städte auch nur zu betreten.
...und jeglicher Handel mit den Steppenvölkern
ist verboten.
...ist der Umgang mit Kasachen vom heutigen Zeitpunkt an
zu unterlassen.
...dass gefangene Kasachen,
Kinder, Männer und Frauen,
ab sofort auf dem Sklavenmarkt
verkauft werden.
Warum sind wir nicht in Syganak geblieben?
Denkst du, die Feinde werden uns hier nicht...
Jammere nicht.
Willst du vielleicht
deinen Mann beerdigen?
Kasym wird sich bestimmt
etwas einfallen lassen.
Willkommen, Sultan.
- Friede sei mit Euch, Sultan Kasym. - Und mit dir.
Der Khan erwartet Euch.
Wir haben
einen Friedensvertrag
mit Mohammed Shayban.
Der darf auf keinen Fall
gebrochen werden.
Welchen Frieden meinst du?
Ich werde dir die Wahrheit sagen.
Die Shaybaniden
haben den Vertrag gebrochen mit der Ausrufung des Ghazwa.
Das hat nichts mit Frieden zu tun.
Da draußen ermorden sie dein Volk.
Es erwartet deine Hilfe.
Aus! Das reicht.
Hüte deine Zunge.
Du kannst doch nicht das Testament unserer Ahnen verraten.
Sollen all die Kämpfe unseres Volkes
umsonst gewesen sein?
Mach, was richtig ist.
Du bekommst von mir
alle Vollmachten.
Der Große Rat soll einberufen werden.
Lieber sterben wir, als das zu ertragen.
Ehrenwerter Sultan Kasym,
der große Rat
der Beys empfindet diesen Ghazwa als eine Verleumdung.
Wir
wollen das nicht dulden.
Diesen falschen Ghazwa
kann man nur mit dem Schwert beantworten. Gott ist mit der Gerechtigkeit.
Gute Rede.
Wir werden immer wieder vom Feind bedroht.
Jeder Sultan, viele Beks
und jede Menge Bey machen ihre eigenen Gesetze.
Das ist wahr.
Wir sollten endlich ein Volk werden.
Sonst bleiben wir immer angreifbar.
Wenn wir so weiter so machen,
wird der Feind die Steppenvölker ohne Mühe versklaven.
Sultan Kasym hat Recht.
Wahr gesprochen.
Und jetzt sollte jemand aufräumen im Land. Ein für alle Mal.
Ich will endlich
eine einheitliche Gesetzgebung.
So hat es Buryndyk immer gewollt.
Mit Gottes Wille und mit Eurer Unterstützung
sind wir dann ein starkes Khanat.
Weise gesprochen, mein Sultan.
Bei meiner Ehre:
Jeder Sultan, jeder Bey
und jeder Bek wird euch auf dem Weg folgen.
Wir sind davon begeistert.
Dieser Schritt war überfällig.
Alle wollen Euch folgen.
Wenn Ihr Euch der Idee anschließt,
heißt das, Shayban im Krieg zu begegnen.
Aber dann seid Euch klar, es gibt einen Befehl.
Kein anderer hat dann das Sagen.
Schließt Euch zu einer Faust zusammen.
Wenn Ihr das verinnerlicht habt,
entscheidet Ihr den Kampf für uns.
Das werden wir, mein Sultan.
So sprechen Helden.
Wird
dieser Kampf jetzt
über das Schicksal der Kipchak entscheiden?
Hoher Herr,
die Kasachen sind uns bekannt.
Wir streiten und vertragen uns.
Aber die Kysylbaschi
kennen wir nicht.
Niemand von uns hat Erfahrung darin, wie die Kysylbaschi kämpfen.
Äußerst ehrenwerter Khan,
Ihr solltet Euch diesmal nicht
auf einen Kampf einlassen.
Die Kysylbaschi sind
bereits am Merv.
Also gut,
ihr beiden Helden.
Die Kasachen
sind uns wirklich näher.
Schwer einzuschätzen sind
die Kysylbaschi.
Und so beschließe ich, Ihr
werdet
Kasym aufhalten.
Und ihn liquidieren.
Ich werde zum Merv gehen.
Bleibe gesund.
Gott möge über dich wachen.
Bete für mich.
Und mein Sohn:
Mohammed und du seid immerhin Brüder.
Erinnere dich, was ich euch damals gesagt habe.
Jetzt
muss ich euch Gott übergeben. Kommt gesund zu mir zurück.
- Möge Gott dich schützen. - Und dich, mein Sonnenschein.
Möge Gott so gnädig sein, sie vor feindlichen Speeren
und Schwertern zu schützen.
Vertrauen wir auf Gott.
Und es verlangte der Feind
von einem unserer treuen Khane,
ihm sein schönstes Pferd zu geben.
Und er gab es ihm.
Dann wurde der Feind schon etwas dreister und verlangte,
dass er ihm seine Lieblingsfrau gibt.
Und da gab der gute Khan
auch seine Lieblingsfrau her.
Doch er wurde noch dreister.
Danach verlangte er
ein winziges Stück von unserem Land.
Es war nur ein bisschen Wüste. Aber unser Land.
Da wurde der Khan mächtig wütend. Und er zog mit seiner Armee los.
Er schlug diesen Feind in den Staub.
Und köpfte seine Berater.
Denn
das Land ist die Grundlage des Staates.
Und das merke dir gut, Kasym.
Vergiss es niemals.
Ihr furchtlosen Männer,
dieser Kampf wird hart.
Aber wir dürfen eins nicht vergessen:
Wir kämpfen für unser Land.
Schon unsere Ahnen haben dafür gekämpft.
Jeder Krieger kennt die Ehre, für sein Land zu kämpfen.
Ihr steht hier heute für die Ehre eurer Eltern, eurer Frauen, Schwestern
und für eure Nachkommen.
Helden
werden geboren und sterben,
damit ihr Name
für immer in unserem Volk in Erinnerung bleibt.
Weil sie furchtlos die Heimat verteidigen.
Allash...
Gebt das Signal!
Gesamtes Heer vorrücken!
Schont euch nicht, Männer. Geht in die Flanke.
Schützt den Hauptstoß. Pfeile laden.
Sultan! Sultan!
Shayban scheint nicht dabei zu sein.
Dieses Heer führt Sherali.
Dann hat er ja richtig Glück.
Hey, Kasym!
Kämpfe mit mir!
Onkel Asan, sei jetzt stark.
Sei jetzt stark.
Wir werden siegen. Stirb jetzt nicht.
Ich hatte mein Leben.
Und ich bin stolz, auf dem Schlachtfeld sterben zu können.
Mamasch, sag deinem Vater,
dass ich mächtig stolz bin,
mein Leben an seiner...
Die Shaybaniden fliehen.
Der Sieg ist unser.
Kasachen!
Allash!
Wagt es nicht zu fliehen! Kommt zurück!
Bestell Shayban schöne Grüße.
Asan.
Bruder.
Einen guten Übergang.
Wie viele Krieger sind dafür gestorben,
damit wir frei sein können.
Und ich hoffe,
dass man sich bis in ferne Zeit
an diese Opfer erinnert.
Schreibt es nieder.
Denn dieser Sieg
vereint für immer unsere Völker.
Allash!
Eilmeldung für Kahn Shayban.
Eilmeldung für Kahn Shayban.
Ich hätte mich besser mit Kasym gegen die Kysylbashi verbünden sollen.
Kein Pfeil scheint schnell genug für ihn zu sein.
Und kein Schwert scharf genug.
Jetzt muss ich die Kysylbashi
aus meinem Land vertreiben.
Na danke schön.
Nach dem Sieg bei Ulytau wurde Kasym berühmt.
Sein Ruhm reichte
weit über Desht-i-Kipchak
bis in die fernsten Länder.
Buryndyk saß zwar noch auf dem Thron
und war der amtierende Khan,
doch Sultan Kasym regierte das Land.
Sein Einfluss wurde schließlich so groß,
dass die Menschen Khan Buryndyk langsam vergaßen.
Er einigte die Völker und erließ eine Reihe von Gesetzen.
So konnte er die
jahrelangen Streitigkeiten unter den Stämmen beilegen.
Das ganze Land erblühte unter seiner weisen Herrschaft.
Und so wurde er schließlich der mächtigste Mann im Land.
Aber es gibt kein Licht ohne Schatten.
Die Mutter von Kasym,
die ehrenwerte Jahan Begim,
ist in hohem Alter verstorben.
Das ganze Land trauerte mit Sultan Kasym.
Kasyms Bruder, Mohammed Shaybani,
wurde in einem fremden Land,
weit entfernt von der Heimat,
in einem der blutigen Kämpfe mit den Kysylbashi getötet.
Mama, sag ihm, er soll aufhören.
- Was hat er denn? - Mohammed?
Kasym ist gemein zu mir. Mohammed,
Mohammed, du hast einfach nicht fair gespielt.
Ach, kannst du beweisen, was du da sagst?
- Kann ich, wenn du rauskommst. - Kasym?
Was soll das denn?
Was ist das für ein Benehmen? Rede nicht so.
Er ist ja nur ein Balg. Urus Khan ist nicht mal sein Vater.
- Was sagst du? - Schäm dich.
- Wie kannst du sowas sagen? - Mohammed!
Kasym!
Ihr zwei seid Brüder.
Und eure Mütter
sind Schwestern, also dürft ihr nie gegeneinander kämpfen.
Haltet immer Frieden.
Verstanden?
Ich habe mich daran gehalten.
Ich sehe Euch im Paradies.
Ich danke Euch, dass Ihr zur Beerdigung
meines Vaters gekommen seid, der auf dem Schlachtfeld...
...gestorben ist.
Ich teile deinen Kummer, Mahmud Timur.
Dein Vater, Mohammed Shayban, war
ein hervorragender Krieger.
Und obwohl wir Brüder waren,
hatten wir oft Meinungsverschiedenheiten.
Aber wir hatten gemeinsame Ziele.
Er war in vielem seiner Zeit voraus.
Schön, dich zu sehen.
Was macht die Gesundheit?
Es geht mir gut.
Herzliches Beileid.
Jahan Begims Übergang möge ein heller sein.
Als ich davon erfuhr,
zog ich sofort nach Syganak.
Auf dem Weg hörte ich,
dass auch dein Bruder tot ist.
Mohammed Shayban ist als Held gestorben.
Möge auch er
im rechten Glauben gegangen sein.
Amen.
Gottes Wille geschah.
Ja.
Jeder Krieger
geht diesen Weg.
Eines Tages endet auch unserer.
Deshalb habe
ich dich hergebeten.
Khan Kasym, möge dein Weg ein heller sein.
Der Rat der Beys
hat einstimmig
Sultan Kasym
zum Khan gewählt.
Möge er uns
ein guter Kahn sein.
Seine Autorität und sein Name
mögen in aller Welt bekannt werden.
- Möge der Herr ihn erleuchten. - Gelobt sei der Herr.
Allash!
Das ist der heilige Stab des Khan.
Haltet die Macht
unseres Volkes in Ehren.
Möge Eure Herrschaft dem Volk Glück bringen.
Setzt den Weg der Khans Kerey und Zhebenik fort.
Euer Fundament sind unsere Stämme.
Ein Khan dient immer seinem Volk.
Und das Volk muss seinen Khan sehen.
Das darfst du nie vergessen, Mamash.
Deshalb starten
wir morgen von Syganak.
Und werden
jede unserer Horden besuchen und uns vorstellen.
Gemäß den Traditionen des Volkes der Allash befehle ich,
dass Feiertage, Beerdigungen und Gedenkfeiern
abgehalten werden,
so wie es seit alters her Brauch ist.
Obligatorisch für alle.
Vom Khan bis zum einfachen Bürger wird es keine Unterschiede geben.
Wir werden hier im nächsten Jahr weiden.
Der Boden scheint fruchtbar zu sein.
Späht aus, was vor uns liegt.
Ja, mein Khan.
Ich habe mein Leben im Sattel verbracht.
Ich träumte immer davon,
dass in unserem Land Frieden herrscht.
Ein Frieden,
so stabil,
dass eine Lerche ihr Nest auf dem Rücken der Schafe bauen könnte.
Dem Beispiel der alten Richter folgend,
erlasse ich ein neues Gesetz
über Land, Wasser und Eigentum.
Wenn eine Person
Wasser für seine Bedürfnisse nutzt,
ohne die Erlaubnis der Ältesten und Beys,
dann wird diese Person eine Entschädigung zahlen.
Sowohl an die Sultane dieses Bezirks.
Als auch in die Schatzkammer des Khans.
- Das ist gerecht. - Gutes Gesetz.
Das ist gut.
Nun herrscht endlich Frieden.
Aber was wird morgen mit meinem Volk geschehen?
Was wird, wenn ich nicht mehr da bin.
Friede mit Euch, edler Khan.
Wir bitten Euch,
die Stadt Sairam unter Euren Schutz zu stellen.
Könntet Ihr die Schirmherrschaft übernehmen?
Der Ruhm der Kasachen hat sich in der ganzen Welt verbreitet.
Aber können unsere Nachkommen den Wohlstand,
den wir erreicht haben, bewahren?
Ich bitte Euch, zu verstehen, Sultan Sa-id.
Meine Krieger sind nicht bereit für den Winterkampf.
Das Einzige, was wir für Euch tun können, ist zu beten.
Habt Dank.
Ich akzeptiere Eure Entscheidung.
Wir pflegen gute Beziehungen zu unseren Nachbarn.
Ich ordne die Achtung der Rechte der Botschafter an.
Sind also Botschafter auf dem Weg zum Khan,
- bürgt jeder für sein Leben. - Selbstverständlich.
Begrüßt sie gastfreundlich,
wie es bei uns üblich ist.
Versorgt sie mit allem, was sie brauchen.
Gott segne dich, Nikita.
Bitte nehmt diesen Brief Wassili mit.
Sendet ihm auch
unsere besten Wünsche für Wohlstand und Gesundheit.
Das werde ich.
Der Gedanke
dass unser riesiges Land
eines Tages gierigen Feinden in die Hände fallen könnte,
macht mir
am meisten zu schaffen.
Gemäß den Militärgesetzen Dschingis Khans
hat jede Großfamilie,
und jeder Stammessultan
seinen Beitrag zu leisten, die Armee auszurüsten.
Ja, so ist es.
Wenn ein Krieger das Schlachtfeld
während eines Kampfes verlässt,
ist er des Todes.
- Gut gesprochen, Khan. - So soll es sein.
Sein Kommandant wird auch bestraft.
Wir haben jetzt
die friedlichen Beziehungen
zum Stamm der Mangyten wiederhergestellt.
Es ist Euch nun gestattet, auf unserem Land zu überwintern.
Wer sich des Mordes, des Raubes oder der Gewalt schuldig macht,
wird nach den Gesetzen der Ahnen bestraft.
Bringt dieses Gesetz in alle Sultanate und Stämme.
Wie ihr befehlt.
Ein gutes Wort.
Alles liegt in den Händen des Khans Kasym.
Aber vieles hängt auch vom Volk selbst ab.
Was auch immer ihm zustößt, es muss für seine Freiheit
und für sein Glück kämpfen.
Es wurden zu allen Zeiten von edlen Müttern edle Söhne geboren,
denen das Wohlergehen ihres Volkes wichtig war.
Nun, jede Zeit hat ihre eigenen Helden.
Und du warst dazu bestimmt, der große Khan der Alash zu sein, Kasym.
Vielleicht wissen es die Menschen heute noch nicht.
Aber ich bin mir sicher,
dass die späteren Generationen
deinen Namen ehren.
Möge der gnädige Gott das kasachische Volk
immer schützen.
Amen.
Möge stets
die Barmherzigkeit Gottes
mit Euch sein.
Hochachtungsvoll,
der Khan der Kasachen.
Kasym, Sohn des Zhanibek.
Opa.
Opa, reitest du mit mir?
Komm mal her, mein Kleiner.
- Sicher doch. - Verzeiht mir, mein Khan.
Ist schon in Ordnung.
Wir machen morgen weiter. Für heute reicht es.
Welches Pferd willst du denn?
Ich will Tauchuba.
Der ist aber wild.
Ich habe keine Angst.
Kasyms Regierungszeit heißt heute: der helle Weg des Kasym.
Er tat alles für sein kasachisches Volk.
Kasym hatte noch ein sehr glückliches,
friedliches Leben und führte sein Volk in Weisheit weiter.
So, Kinder,
ich hoffe, ihr prägt euch alles ein
und haltet später in euren Sippen sein Andenken hoch.
Erzählst du uns später noch mehr über die glorreichen Khans?
Das werde ich. Sicher.
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