All language subtitles for GIRLS IN UNIFORM - MÄDCHEN IN UNIFORM 1931 SUB Deut

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Original subtitles

Hat man uns denn nicht gemeldet?

Ich bin Fräulein von Kesten. Bitte Platz zu behalten, Exzellenz!

- Nein... - Danke schön. Ja, ich setze mich auch. Bitte schön.

Ich soll Ihnen ausrichten, Exzellenz, dass Frau Oberin unendlich bedauern,

- Frau Oberin ist unpässlich. - Oh, das tut mir leid. -Ja.

Frau Oberin hätte Exzellenz zu gern selbst empfangen.

-Frau Oberin bitten vielmals um Verzeihung. - Oh, bitte sehr. Sagen Sie nur Frau Oberin,

ich hätte meinerseits auch sehr bedauert. Aufrichtig bedauert.

Ich hätte sehr gerne unsere kleine Nichte selbst vorgestellt.

Manuela! Mach einen Knicks.

Guten Tag.

- Na, du bist ja mächtig groß für deine vierzehn Jahre. - Vierzehneinhalb.

Ja, wie geht's denn mit dem Lernen?

- Die Erziehung ließ ja bisher leider manches zu wünschen übrig. - So.

Sie ist ein halbes Waisenkind.

Gott ja, mein Schwager ist ja gewiss ein guter Mensch.

Aber wie eben nun mal die Herren Offiziere sind, Sie wissen ja...

Von Jungmädchenerziehung verstehen sie leider gar nichts.

Meine arme Schwester starb leider zu früh.

Ja, ja, ja, ja. Sie ist schon etwas sonderbar empfindlich

- und hat ihre Gedanken nie beisammen. - Na, na, na, Kindchen, weine nur ein bisschen,

das schadet nicht. Vergeht gleich, wenn du erst ein wenig eingelebt bist.

Aber Manuela! Nimm dich doch zusammen.

Soldatentochter und weinen...

Hallo! Da auf der Treppe darfst du nicht laufen.

- Warum denn? - Nee, komm mal runter. Das ist verboten.

Guten Tag.

Ich heiße Marga von Rasso und bin deine Pflegemutter.

Also, Manuela ..

Halte die Ohren steif, mach deinem Vater keine Schande.

Sei fleißig und folgsam, damit du ein schönes Zeugnis bekommst

und meine Bemühungen für deine Zukunft nicht umsonst waren.

- Versprichst du mir das? - Jawohl, Tante.

Na, dann gib mir einen Kuss.

- Adieu, Fräulein von Kesten. - Auf Wiedersehen, Exzellenz.

Und vielen Dank für alles, was Sie an diesem Kind Gutes tun.

- Oh, gar keine Ursache. - Machs gut, Manuela.

So, komm. Hier geht's lang.

Da oben, die große Treppe ist bloß für die Oberin und für Besuch.

Jetzt gehen wir deine Uniform anprobieren. Die Alte weiß schon Bescheid.

Das ist ganz oben, im 4. Stock. Also, alles Weitere werde ich dir dann zeigen.

- Aber du, dafür musst du dich auch mal erkenntlich zeigen. - Ja, Marga.

Morgens musst du mir mein Waschwasser aufs Zimmer bringen...

Ach, das ist bloß die siebte Klasse. Die Kleinen.

Ich habe schrecklichen Hunger! Jetzt komm schon!

- Ach, die Neue! - Guten Tag. - Guten Tag.

- Ich heiße Oda von Oldersieben. - Guten Tag. - Ich heiße Barbara von Beckendorf.

Tag, ich heiße Ilse von Treischke. Weißt du schon, in welchen Schlafsaal du kommst?

- Ja. Marga sagt, zu Fräulein von Bernburg. - Hui!

Da bin ich ja auch. Na, da verlieb dich mal nicht.

Ja, weißt du, fast alle Kinder hier schwärmen nämlich für Fräulein von Bernburg.

Oh Gott, wenn ich bloß das erst mal nicht mehr zu hören brauche...

"Ilse, ich beneide dich! Du schläfst in ihrem Schlafsaal.

Oh Gott, Gott, Gott, Gott..

Sag, ist es wahr? Sie küsst euch abends? Oh, Ilse!"

Ich habe schon viele Gouvernanten gehabt, ganz verrückte.

- Das war mir aber immer egal. - Weißt du, bei ihr ist das aber nämlich sehr komisch.

Denn, man weiß es eigentlich nie so recht, wie sie es meint.

Erst schaut sie dich furchtbar an und dann plötzlich auf einmal dann...

dann ist sie wieder furchtbar lieb zu dir. Sie ist beinahe unheimlich, die Bernburgerin.

Ach Ilse, du sollst doch nicht immer "die Bernburgerin" sagen.

Ach, sei froh, wenn ich nicht sage: "Die Goldige!"

Manuela! Wo bleibst du denn? So komm doch schon endlich!

Sie ist sehr niedlich, nicht?

Na, da sind Sie ja. Na, kommen Sie mal rein. Kommen Sie mal rein. Kommen Sie mal rein.

- Guten Tag. - Sie sind also die Nummer 124. Na, dann ziehen Sie sich mal aus.

- Was machen Sie denn mit meinem Kleid? - Ruhig, ruhig, kleines Fräulein.

In fünf Wochen, wenn Sie schön brav sind, haben Sie Ausgang.

Dann kriegen Sie Ihr Kleidchen wieder. So, nun kommen Sie mal hier. Gehen Sie mal hier.

Gehen Sie mal hier. Gehen Sie hierher und setzen Sie sich auf den Stuhl.

So, nun kommen die Haare.

Au! Nein, nicht! Bitte, bitte, lassen Sie doch das.

Das ist Vorschrift. Es muss fest sitzen.

- Au. Das tut aber weh! - Daran gewöhnt man sich.

- Die Haarnadeln... - Haarnadeln sind auch Vorschrift! Merken Sie bald nicht mehr.

So nun kommen Sie mal mit. Kommen Sie mal mit, nun kommst Ihr Kleid.

Kommen Sie mit, kommen Sie mit.

Hier ziehen Sie mal das Kleid über.

Das ist ja zu lang. Das müssen wir umstecken.

- Das ist doch ein getragenes Kleid! - Natürlich! Was glauben Sie denn?

Für jede eine neue Kluft, das wäre nicht sparsam.

Da würde uns Fräulein von Kesten schön kommen. Nee, nee, so nobel sind wir nicht.

Wenn hier eine abgeht, dann vererbt sie ihr Kleid an die nächste, bis es einmal hin ist.

Seh! Was heißt denn das?

Da ist doch ein Herz und Buchstaben. "E. v. B."?

Das heißt "Elisabeth von Bernberg".

Das Fräulein, der das Kleid gehört hat,

die hat auch für Fräulein von Bernburg geschwärmt.

Also, du bist die Neue?

Na, zeig mal, wie du aussiehst.

Es geht ja.

Und dreh dich mal um.

Aber die Frisur muss ordentlicher werden. Es muss alles rein.

So.

Was zitterst du denn?

Bist du etwa nervös?

Nein.

Na, dann ist es gut.

Manuela, ich verlange absolute Ordnung.

Ehe du hinuntergehst vom Schlafsaal, hast du dich bei mir zu melden.

Schwatzen beim An-und Auskleiden ist streng verboten.

- Hast du mich verstanden? - Jawohl.

Gut. Geh zu den anderen.

Das hier ist dein Schrank. Der Schlüssel steckt. Mach auf.

Bücher? Sind verboten. Müssen abgegeben werden.

Warum denn?

- Hast du Geld? - Ja, etwas.

Gib her.

- Warum denn? - Ist nicht erlaubt. Wird aufbewahrt.

Du! Manuela!

Komm mal her. Na, komm.

Fein, was?

Du, die Mia, die hat sich die Henny Porton hingehängt.

Aber ich hab mir den Albers hingeklebt.

Du, da hast du furchtbar viel... Na, wie heißt das denn noch?

Du, wie nennt man das, was die Leute beim Film alle haben?

Sexappeal, nicht?

Ach ja. Du, das hat er mächtig!

- Schokolade? Wird abgegeben. - Aber die hab ich doch von...

- Nichts "aber". Vorschrift ist Vorschrift. - Mein Gott, Marga, hab dich doch nicht so.

Du, das geht dich gar nichts an! Ich bin die Pflegemutter und das ist meine Neue.

- Bäh! - Bäh!

Ich heiße Edelgard.

Tag. Kann ich dir was helfen?

- Ja, bitte. - Komm.

- Was ist denn das für ein Buch? - Ach das? Das habe ich mir für die Reise

aus Onkels Bücherschrank genommen. Gelesen hab ich es noch nicht.

Au ja, Kinder!

Das ist ja toll!

- Das wird abgegeben! - Das wird nicht abgegeben!

Das doch ist mein Buch!

- Was ist das für eine Unordnung? Marga! - Jawohl, Fräulein von Kesten.

- Etwas Verbotenes? - Jawohl, Fräulein von Kesten.

Dann schaff die Sachen da weg!

Meinhardis, komm mal her!

Hier trage ich alle Lobe und Tadel ein.

Und wenn ich einmal in deinem Schrank etwas Verbotenes finde,

dann bekommst du einen Tadelstrich. Und wenn du in vier Wochen

mehr als fünf Tadelstriche hast, wird dir der Ausgang entzogen.

Also...

- nimm dich in Acht. - Jawohl.

Wegtreten!

Hier sind die Rechnungen, Frau Oberin.

Frau Oberin, bitte schön.

Wir müssen billiger wirtschaften. Der Haushalt ist viel zu teuer!

Ja, Frau Oberin. Wir tun das Äußerste.

Die Kinder klagen schon über Hunger.

Hunger?

Wir Preußen haben uns groß gehungert. Soldatenkinder.

Und so Gott will, wieder Soldatenmütter.

Was uns Not tut, ist Zucht und Ordnung, nicht Wohlleben und Luxus.

-Wie wahr, Frau Oberin, wie wahr. - Armut schändet nicht.

Sie ehrt. Das ist wieder der Sinn des wahren Preußentums geworden,

wie es früher gewesen ist.

Lasst die anderen prassen. Sie werden es bereuen.

Weißt du, am liebsten esse ich Hasenbraten gespickt.

Und nachher, da macht unsere Köchin so einen dicken Streuselkuchen. - Nee.

- Doch. - Nur ein Kopf mit Schlagsahne schmeckt viel schöner.

Durch Zucht und Hunger. Durch Hunger und Zucht

werden wir wieder groß werden. Oder gar nicht.

Meine Mutter hat geschrieben, sie haben vorige Woche geschlachtet.

Aber warum darf mir meine Mutter keinen ganzen Schinken schicken?

-Es soll doch keiner besser haben wie der andere. - Wieso "besser"?

-Wenn mir meine Mutter einen ganzen Schinken schickt? - Du weißt doch,

dass es viele Kinder gibt, deren Eltern es nicht mehr so gut haben.

Na, ich würde doch was von meinem Schinken abgeben.

Ich bin doch gar nicht so, dass ich alles alleine essen will.

Mensch, du streichst da so viel Butter weg!

Ach Erbarmung! Ein halbes Pfündchen Butter für 50 Fräuleins.

Ach Gott, die Mädchen sind ja auch Schäfchen.

Sie trauen sich nicht, was zu sagen.

Das ist wegen Zucht und Ordnung hier.

Ja. Ja. Ich weiss schon. Wir sollen nicht erforschen.

Aufstellen! Aufstellen!

Aufstellen!

Schneller, schneller!

Die kleine Meinhardis, Frau Oberin.

So?

Naja.

Aufstellen zur Andacht. Vorwärts!

Anschließen! Anschließen!

Vorwärts. Vorwärts.

Anschließen.

Einreihen links.

Wir singen jetzt den ersten Vers des Liedes "So nimm denn meine Hände".

So nimm denn meine Hände

und führ mich

bis an mein selig Ende

und ewiglich.

Ich mag allein nicht gehen,

nicht einen Schritt.

Wo du wirst gehen und stehen,

da nimm mich mit.

Ich ermahne euch, eure Herzen und Hände zu erheben,

eure Sünden reumütig zu bedenken,

eure Verfehlungen in Zerknirschung zu bekennen

- und Abbitte zu leisten bei unserem Vater im Himmel. - Amen.

Ich habe noch einige Bemerkungen zu machen.

Es ist mir zu Ohren gekommen, dass ihr gegen verschiedene Gebote ungehorsam seid.

Ich habe erfahren, dass Briefe ohne vorherige Abgabe zur Durchsicht

durchgestreckt werden,

die unberechtigte Klagen und Lügen über unser Stift enthalten.

Meine Dienstboten sind angewiesen, mir solche Verfehlungen sofort zu melden.

Die Erste, die sich dieses Vorgehens schuldig macht, wird strengstens bestraft werden.

Der Ausgang wird ihr entzogen! Das Tragen der Uniform wird ihr verweigert werden.

Sie werden in Reih und Glied mit eigenem Kleid durch die Straßen der Stadt gehen.

- Merkt euch das! - Stellt sie euch bloß mal nackt vor.

Ich warne euch!

Ich gebe meine Kinder nicht ins Stift.

- Und du? - Man muss mal überlegen.

Das ist die Infanterie.

Das ist die Reiterei.

Kinder, kommt mal alle her!

Ich werde euch mal was vormachen. Passt mal auf, was Mariechen kann!

Komm mal her, Mariechen. Komm mal her. Passt mal auf.

- Na los, Mariechen. - Lass mich doch in Ruhe. Ihr wollt mich doch nur auslachen.

Nee, nee, nee, Mariechen. Nun puste mal. Ordentlich machen!

Das ist ein Körper, was?

Ruhe!

Was ist denn das für ein Lärm hier? Beeilt euch!

Edelgard!

Was macht ihr denn da?

Wir sprachen von der Mutter von Manuela.

Sie ist nämlich schon lange gestorben. Und das hat sie mir eben erzählt.

Geh dich waschen.

Du hast keine Mutter mehr?

Nein. Sonst wäre ich doch nicht hier.

Aber, aber... Ist denn das so furchtbar schlimm?

Komm mal her.

Du musst dir das gar nicht einreden, dass es hier nicht schön ist.

Du bist noch nicht eingewöhnt, es ist dir alles fremd

und du kennst die anderen Kinder noch nicht.

Aber du darfst dir doch nicht von vornherein einreden, dass du hier unglücklich sein wirst.

Hör mal zu. Du musst dir ganz fest vornehmen,

dass du hier sehr, sehr glücklich sein wirst.

Und du musst jeden Abend zum lieben Gott beten, dass er dir hilft.

- Willst du mir das versprechen? - Ja.

Na, siehst du. Du bist ja ein ganz vernünftiges Mädchen.

Geh schlafen. Ich komme nachher noch mal, um gute Nacht zu sagen.

Passt mal auf!

"Es ist mir zu Ohren gekommen,

dass ihr gegen verschiedene Gebote ungehorsam gewesen seid!"

"Ich warne euch!"

Ruhe! Alles in die Betten!

- Nun? Seid ihr alle fertig? - Jawohl, Fräulein von Bernburg.

Knutscht jede ab!

Wunderbar!

Pass auf, Manuela. Jetzt komme ich dran.

Links! Links! Links!

Links! Links! Links!

Du! Du! Du weißt doch, die kleine Josi schwärmt für mich. Pass auf:

"Liebste süße Mia!" Süße...

"Lass mich bei dir sein und neben dir sitzen bei Tisch.

Deine zärtliche kleine Josi."

Marga.

- Was ist denn das für ein Zettel? - Nichts.

Zeig mal her!

Na, wird's bald? Wie lange soll ich noch warten?

Ich will von euren Dummheiten nichts wissen.

Trag das in den Papierkorb und merkt euch ein für allemal:

- Dieses Briefeschreiben ist streng verboten! - Danke!

- Was war denn das? - Das war eben furchtbar anständig von Fräulein von Bernburg!

Aber so ist sie. Furchtbar anständig.

Ich versuche, den Kindern Freund und Kamerad zu sein.

- Gleich auf gleich? - Warum nicht?

Wie wollen Sie da die Autorität bewahren?

Sie sind Vorgesetzte. Abstand müssen Sie halten!

Man muss den Ehrgeiz der Kinder in geistigen Dingen zu wecken verstehen.

Ausgezeichnet, Fräulein von Attems.

Sehr richtig.

Wir müssen den Kindern das Elternhaus ersetzen.

Die Mutter.

Ihr seid die gemeine Weisen.

Wahlverwandtschaften sind hier nicht am Platze.

Es führt zu Schwärmerei.

Immer die Liebe...

Disziplin ist die Hauptsache.

Die deutschen Klassiker müssen gepflegt werden.

Fräulein von Bernburg, es ist mir längst aufgefallen,

dass Sie merkwürdig wenig Tadelstriche erteilen.

Ich habe es nicht nötig, die Kindern zu bestrafen. Sie gehorchen mir auch so.

- Und lernen gut. - So.

Und Manuela von Meinhardis?

Ja, ja, das Kind lernt schlecht. Aber das wird sich ändern.

Moi, je la trouve charmante, la petite.

Wirklich! Und bei mir lernt sie großartig!

Oh, Manuela is so ladylike. Sie lernt ausgezeichnet.

Auch für meine Stunden ist sie immer präpariert, besser als die anderen.

Es hat sich bis jetzt, man zwingt mich leider, es selbst zu sagen,

an jedem Jahresende gezeigt, dass meine Lehrresultate gut waren.

Ja, überdurchschnitt gut.

Meine Damen!

Ja, ja, das wissen wir ja. Erkennen wir ja auch an.

Aber bitte versuchen Sie hier nicht, eine Extrastellung anzustreben.

Das liegt mir durchaus fern.

Die Kinder müssen uns vertrauen.

Setzen!

Also...

Jakob war in der Fremde bei seinem Schwiegervater Laban

und wollte nun zurück mit seinen Frauen Rahel, Lea und den Kindern

in seine Heimatstadt Haran.

Wer erzählt mir die Geschichte?

Mariechen!

Und Jakob hob die Augen auf und sah, dass der Esau kam.

Das war nämlich sein Bruder. Und da nahm er seine vielen Frauen,

und die, die am schönsten war,

und das war die Rahel mit dem kleinen Josef und dem kleinen Benjamin,

-die stellt er ganz nach hinten hin. - Aber warum denn gerade hinten hin?

Weil er Angst vor ihm hatte. Er hat doch mal dem Esau das Linsengericht weggegessen

und da wusste er nicht, ob er ihm nicht noch böse ist.

- Ilse! - Und...

Und die Hammel, die stellt er ganz nach vorn.

Hoch zu Ross kam dann der Esau und war fürchterlich nett und umarmte ihn.

Da traute sich der Jakob nach vorne und war sehr froh.

Das ist eine sehr schöne Geschichte. Gut, setzen.

Na, und wie ist unsere Arbeit für heute? Edelgard! Erster Vers.

Oh, dass ich tausend Zungen hätte und einen tausendfachen Mund,

dann stimmte ich damit um die Wette aus allertiefstem Herzensgrund

ein Loblied nach dem andern an

von dem, was Gott an mir getan.

Gut. Setzen.

Manuela. Zweiter Vers.

Oh, dass meine Stimme erschallte

bis...

bis...

Wieder nichts gelernt.

Na, Manuela?

Ach, Edelgard...

Das ist zu schrecklich. Ich habe wirklich so gut gelernt.

Aber immer, wenn mich Fräulein von Bernburg was fragt,

- dann habe ich einfach alles vergessen. - Manuela!

Du sollst zu Fräulein von Bernburg kommen.

Was mag sie denn bloß von mir wollen?

Ich weiß nicht... Fräulein Manuela tut mir leid.

Leid tut sie Ihnen?

Warum denn, wenn ich fragen darf?

Sie weint, glaube ich, viel in der Nacht. Das Kopfkissen ist immer ganz nass.

Ach nein?

Sie wird Heimweh haben.

Ich werde kein Wort reden können vor Aufregung. Du, mir ist schon ganz schlecht.

- Ach, das ist immer so. - Nein!

Herein.

Komm mal her.

Schau dir das mal an.

Sag mal, hat man dir denn keine neue Ausstattung mitgegeben?

Nein.

- Wo bist du denn gewesen, ehe du herkamst? - Bei meiner Tante.

So, bei deiner Tante?

Lauter Löcher.

Tante Ehrenhardt meinte, das ginge noch.

- Und was meinst du? - Es geht nicht mehr.

Ich bin ganz deiner Meinung. Es geht nicht mehr.

Na, vielleicht finden wir noch irgendwo ein ganzes Hemd für dich.

Es wird dir zwar ein bisschen zu lang sein, aber wir können ja einen Abnäher machen.

- Für mich? - Mhm.

- Viel zu schade. - Du dummes Kind.

Na, na, na!

Du bist aber ein aufgeregtes kleines Mädchen.

Na komm.

Wein dich mal gründlich aus. Setz dich.

Ich bin gar nicht unglücklich.

Ich weiß gar nicht, warum ich eigentlich weine.

Sag mal...

Hast du Heimweh?

Heimweh? Nein.

- Aber weinen muss ich manchmal. - Und du weißt gar nicht, warum?

Oder hat es einen Grund, den du mir nicht anvertrauen willst?

Ihnen kann ich doch alles anvertrauen. Aber es ist so schwer zu sagen.

Versuch es doch mal. Ich möchte es sehr gern wissen.

Ich weiß nicht...

Wenn Sie mir abends gute Nacht sagen

und dann Weggehen und die Tür zumachen zu Ihrem Zimmer,

dann muss ich durch die Dunkelheit immer auf die Tür starren.

Und dann möchte ich aufstehen und rüberkommen zu Ihnen,

und ich weiß doch, dass ich das nicht darf.

Und wenn ich dann denke, dass ich älter werde und fort muss aus dem Stift

und dass Sie hier bleiben und dass Sie jeden Abend fremde Kinder küssen...

- Na, du hast aber Sorgen! - Ich hab Sie doch so furchtbar lieb!

Und Sie sind immer so weit weg. Nie darf man Ihr Zimmer betreten und mit Ihnen reden.

- Nie Ihre Hände nehmen... - Na, Kind, nun nimm dich mal ein bisschen zusammen.

Vergiss, dass du ein kleines Mädchen bist und sei ein guter Kamerad.

Du weißt doch, dass ich keine Ausnahmen machen darf,

sonst werden die anderen Kinder eifersüchtig.

Ich denke sehr viel an dich, Manuela.

Ach, da bin ich aber froh!

- Na, und du wirst jetzt nicht mehr weinen? - Nein.

- Nie mehr. - Na also.

Was gibt es noch?

- Darf ich was fragen? - Mhm.

Sind Sie glücklich?

Du kannst dir wohl gar nicht vorstellen,

- dass es wunderschön ist, für euch Kinder zu leben. - Ja, schon...

Nun mach mal, dass du runterkommst zu den anderen, ja? Und nimm deine Wäsche mit.

Vielen Dank.

Kinder, das ist wieder mal ein Sonntag!

"Ich soll nicht schlapp machen", schreibt Mutter.

"Das Vaterland braucht wieder eiserne Menschen."

Meine Mutter war doch auch vier Jahre hier.

Dass sie ganz vergessen hat, wie schrecklich es ist..

- Au, ist das tief. - Ja.

Noch mal.

- Du, Manuela, komm mal her! - Was macht ihr denn da?

- Wie tief ist das wohl? - Du bist aber dumm.

Das kann man doch ganz leicht nach dem Fallgesetz ausprobieren.

Fein!

- Wie macht man das? - Herrje! Man zählt die Sekunden,

die ein fallender Körper braucht, dazu kommt noch die Beschleunigung der Schwere:

- Neun Komma acht eins. - Das ist ja toll! Pass mal auf.

- Ich habe hier noch eine Knallerbse. - Nee, Mensch, mach hier bloß...

Psst. Macht bloß wieder Krach!

Passt mal auf, Kinder!

Eins, zwei...

Kinder! Passt mal auf:

"Teure Eltern! Heute wieder schauderhafter Sonntag.

Warum sonntags noch mehr Hunger wie alltags?

Schickt bloß mal Fresskiste.

Eure zärtliche liebende Ilse."

- Na du, wenn die Oberin den Brief in die Finger kriegt! - Ach Mensch, du!

Den kriegt sie nicht, den schmuggle ich durch. Verstehst du?

Na, Kinder!

- Schöner Sonntag heute, was? - Ja, sehr.

Na, macht ihr schöne Arbeiten? Na, zeig mal her.

Sehr nett, sehr nett. Und du? Auch sehr hübsch.

Na, Mariechen, und deine Strümpfe? Lass mal sehen.

Gut.

Auch sehr gut.

Das Wandern ist des Müllers Lust,

das Wa...

Zeig mal deinen Strumpf her.

Sehr gut. Dafür bekommst du einen Lobstrich.

- Na, auf Wiedersehen, Kinder. - Wiedersehen, Fräulein von Kesten.

Aber nun bleibt ihm hier!

Johanna! Komm mal her.

Du musst mir den Brief durchschmuggeln, Johanna. Aber nicht erwischen lassen!

- Komm her. - Aber gewiss doch, Fräulein Ilschen.

Wer sieht's denn? Ich werde ihn besorgen.

Vielen Dank, Johanna. Auf Wiederschaun, Johanna. Vielen Dank!

Vollenden Sie nicht, oh Königin!

Ich habe in einem langen, schweren Traum gelegen.

Ich liebte, jetzt bin ich erwacht.

Ach Manuela, bist du schön!

Glaubst du, dass ich ihr gefallen werde?

- Ich muss ihr doch gefallen. - Aber natürlich.

Pass mal auf, du! Heute, da werde ich aber nicht stecken bleiben.

Vollenden Sie nicht, oh Königin!

Ich habe in einem langen, schweren Traum gelegen.

Ich liebte, jetzt bin ich erwacht.

- So allein, Madame? - Rasender!

- Und keine Ihrer Frauen zur Begleitung? - Zu welcher Kühnheit führt Sie meine Gnade?

Die schönen Tage von Aranjuez sind nun zu Ende!

Eure Königliche Hoheit verlassen es nicht heiterer.

Elise, wo ist mein Bart?

Seid doch mal still! Jetzt kommt unsere Szene dran.

Ob sich Briefe finden ließen?

Briefe freilich, von dem Infanten aufgefangen,

müssten hier Wirkung tun.

Dieser Brief ist wegen ungenauer Anschrift zurückgekommen.

Absender: Ilse von Westhagen?

Beim Himmel! Das überrascht mich! Ja, der Streich vollendet!

Dominikaner, ich bewundere dich.

Still! Wer kommt?

Sie ist es. Sie selbst.

Ilse!

Mach das auf!

Gib her!

"Warum hat man sonntags noch mehr Hunger wie alltags?"

Na, das sind ja reizende Sachen! Ich will dir mal was sagen:

Kinder, die Lügen über das Stift verbreiten und Briefe durchschmuggeln,

dürfen nicht Theater spielen. Zieh das aus!

- Ich darf nicht mitspielen? - Nein!

Wenn war noch ein wahres Glück, dass dieser Brief seine Adresse verfehlte.

Deinen Eltern bleibt wenigstens der Kummer über ihr undankbares Kind erspart.

- Ilse... - Lass mich in Ruhe.

Nicht träumen!

- Künftighin steht Carlos meinem Throne näher... - Nein, Kind,

wie oft soll ich es euch denn noch sagen? Nicht sprechen. Deklamieren!

Künftighin steht Carlos meinem Throne nähe

Geh fort, du bist ein unbegabtes Kind. Der Nächste! Prosa!

Komm, sprich den Satz, wo du immer stecken bleibst. Los!

- Ja, das kann ich jetzt sehr gut! - Na schön.

Kinder! Ein Federstrich von dieser Hand und...

- Ein Federstrich von dieser Hand und... - Auf die Knie jetzt, Arme ausbreiten.

- Ich dachte... - Nicht denken! Gehorchen!

Geben Sie Gedankenfreiheit, Fräulein von Attems.

Jawohl. Slinor, komm, Kind.

Komm, sprich dein Sätzchen.

Oh Carl, wie grausam spielen Sie mit mir...

Nein, nein.

Sieh mal: An dieser Stelle, nicht wahr,

musst du den ganzen Zauber weiblicher Verführungskunst spielen lassen. Nie?

Pass mal auf. Sie sieht ihn, nicht wahr? Jetzt hör mir mal zu.

Oh Carl, wie grausam spielen Sie mit mir!

Entschuldigen Sie, Fräulein von Attems, wenn ich störe, aber es geht los.

- Guten Abend, Kinder - Guten Abend, Frau Oberin.

Setzt euch!

Meinen Hans lasse ich ihnen aber nicht da.

Infolge interner Schwierigkeiten

wird die Rolle des Domingo von Lieschen von Zieritz gelesen.

Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu Ende.

Eure Königliche Hoheit verlassen es nicht heiterer.

Komm mal her.

Du hast dir ja was Schönes eingebrockt.

Na, so schlimm ist das ja nun wieder nicht.

Ich darf ja auch nicht mitspielen, nicht?

Na, nun wasch dich mal ordentlich und komm runter, ja?

Was ist die zauberhaft!

So ist er endlich da, der Augenblick,

und Carl darf diese teure Hand berühren!

Was für ein Schritt! Welch eine tollkühne Überraschung!

Stehen Sie auf!

Ich stehe nicht auf. Hier will ich ewig knien.

Auf diesem Platz will ich verzaubert liegen, in dieser Stellung angewurzelt.

Rasender! Zu welcher Kühnheit führt Sie meine Gnade?

Wissen Sie, dass es die Königin, die Mutter ist,

an die sich diese verwegene Sprache richtet?

Und dass ich sterben muss! Man reiße mich von hier aufs Blutgerüste!

Ein Augenblick, gelebt im Paradiese, wird nicht zu teuer mit dem Tod gebüßt!

Und Ihre Königin?

Gott..

Gott!

Ich gehe.

Ich will Sie ja verlassen.

Wie lange dauert das mit der Zitrone?

Hier, probier mal.

- Na. - Du hast ja einen schönen Pantsch zusammengebraut!

- Ja, ich schlagend ja da wohl ist doch Punsch. - Da wird einem ja übel!

Weißt du, was die Oberin gesagt hat?

"Schöne Beine hat sie! Schöne Beine hat sie!"

- Du, was hat denn Fräulein von Bernburg gesagt? - Du, das war merkwürdig.

Die Bernburgerin, die hat die ganze Zeit überhaupt kein einziges Wort gesagt.

Aber du, Augen hat die gemacht, sag ich dir!

Augen hat die gemacht! Das kannst du dir gar nicht vorstellen, was für welche!

So, jetzt seid mal bisschen ruhig, Kinder, nicht? Ruhe!

Na, ich war im Ganzen recht zufrieden mit euch, Kinder.

Manuela, war ja ganz nett, nicht? Aber merk dir fürs nächste Mal:

Besser deklamieren und etwas weniger Gefühl, ja? Na schön.

Manuela, ich will dir mal was sagen.

Du hast sehr viel Talent.

Wenn du ganz ernst arbeitest, kann eine gute Künstlerin aus dir werden.

Ich bin sehr froh darüber, Manuela.

- Diese fleißige Kindern haben die Arbeit verrückt gespielt. - Oh, süß!

- Encore un foix, Madame. - S'il vous plaît. - Es ist wirklich eine sehr gute Übung

- für die Kinder, die Schillerschen Verse zu sprechen. - Nicht wahr, gnädige Frau?

Es geht eben nichts über unsere deutschen Klassiker.

Und wir müssen Ihnen so dankbar sein, Frau Oberin.

Es ist wirklich ein großes Glück für die Kinder,

dass sie es so gut bei Ihnen haben, Frau Oberin.

Wir tun unser Möglichstes mit unseren bescheidenen Mitteln.

Ruhe! Ruhe!

Eure Majestäten, Durchlauchten,

Exzellenzen und so weiter.

Ich bin sehr befriedigt, dass es euch gelungen ist,

auch ohne mein persönliches Mitwirken den Beifall der Stiftskommandierung

und ihrer Gäste zu erringen.

Ich spreche euch dafür meine Anerkennung aus.

Die Helme, Säbel und Stiefel waren sehr blank geputzt.

Und auch sonst hat eigentlich alles ganz gut geklappt ist?

Nur etwas straffer, straffer, straffer!

Aber ihr habt eure Sache sehr gut gemacht.

Vor allem unsere Carlos!

- Prost, Manuela! - Prost!

liih! Was ist denn das für ein Dreckszeug?

Na, siehst du, du rheinisches Mädel! Der Punsch, den du für uns gebraut hast,

das ist ein Ding, du! Der schmeckt!

Ach Kinder, mir schmeckt es ganz gut!

Ich bin schon ganz selig.

Schon gut, schön! Für die Lieschen "Patern".

Na, heute sollen wir sie noch mal vergnügt sein lassen.

Ja, ich glaube, das tut den Kindern ganz gut, wenn sie sich mal richtig austoben.

- Kesten, sehen Sie doch mal bitte nach. - Ja, bitte schön.

Ich habe mich ja eigentlich gewundert. Schiller ist doch manchmal etwas frei.

- Du, ich bin ja so glücklich! - Au! Du tust mir ja weh.

Was hast du denn?

"E. v. B."?

Kinder! Ich will mal eine Rede halten!

Ich liebe euch alle!

- Soll ich euch was verraten? - Ja! Was denn?

- Sie hat mir was geschenkt. - Was?

- Ein Hemd. Und ich hab es an. - Ein Hemd?

Sie hat den Schrank aufgemacht und mir ein Hemd gegeben.

Ich soll es tragen und an sie denken.

Nein, das hat sie gar nicht gesagt.

Aber das musste sie auch gar nicht sagen, das weiß ich doch. Ich bin ja so glücklich!

- Weil ich weiß es ganz genau: Sie... Sie hat mich lieb! - Wer denn?

Fräulein von Bernburg.

Mir ist alles andere gleich. Jawohl! Sie ist da!

Sie hat mich lieb! Ich fürchte mich vor nichts.

Ja! Alle sollen es wissen!

Unsere aller geliebte, einzige Fräulein von Bernburg soll leben!

Ist sie toll geworden?

Leben soll sie! Hoch! Hoch! Hoch...

Ein Skandal!

Wie schrecklich, dass die arme Manuela so besoffen war.

Ach mon dieu, manchmal muss man eben trinken!

Man hat Ärger, man hat Sorgen.

Ach, ich kann das sehr gut verstehen.

Wenn ich etwas zu sagen hätte, dann müsste Manuela heute noch das Haus verlassen.

- Ein solches Kind verdient es nicht, im Stift zu sein. - Sie haben ganz Recht.

So etwas gehört einfach nicht hierher. Sie müsste in eine...

Besserungsanstalt! - Da gehört sie hin!

- Edelgard, hast du Manuela gesehen? - Nein! Ich darf doch nicht zu ihr.

- Man lässt uns niemand hinein! - Ich verstehe überhaupt nichts von der ganzen Sache.

Also ich würde dir raten, etwas vorsichtiger zu sein.

Oh bitte, keine guten Ratschläge. Ich habe es satt, vorsichtig zu sein.

Aber ma chère, Sie werden doch nicht Ihre eigenen Interessen riskieren

- für dieses Kind? - Vielleicht doch.

Mon dieu, warum denn? Warum denn?

Weil ich es nicht ertrage, dass ihr Unrecht geschieht.

Achtung!

Hanni... Das... Das ist so komisch!

Ich kann gar nicht richtig denken und

und mein Kopf tut mir so weh.

Hanni, wie komme ich eigentlich hierher?

Du warst regelrecht betrunken.

Das ist ja eine schöne Bescherung.

Schämst du dich nicht?

Diese Schande!

Solange dieses Haus steht, ist so ein Skandal noch nicht da gewesen!

Du bist das schlimmste Kind, das hier in diesem Stift Aufnahme gefunden hat.

Prügeln sollte man dich, wenn du nicht zu groß wärest.

Sieh mich an. Sieh mich doch an!

Man sollte das nicht für möglich halten.

Du hast dich benommen wie der letzte verkommenste Straßenkerl!

Du hast Schande gebracht über das ganze Haus!

- Wo ist Frau Oberin? - Verfluchen sollte man so etwas wie dich!

Deine Strafe wirst du später erfahren.

Dass du gegen Fräulein von Bernburg gesündigt hast, das wirst du ja wohl wissen.

Das wird sie dir niemals verzeihen.

Was hab ich denn getan?

- Was gibt's denn? - Frau Oberin wurden eben antelefoniert.

Königliche Hoheit hat ihren Besuch für heute Nachmittag angesagt.

Manuela muss dabei sein. Wir müssen vollzählig sein.

Aber es bleibt bei dem Verbot, mit den anderen Kindern zu sprechen.

Jawohl, Frau Oberin.

Beeilen Sie sich mit Ihren Anordnungen. Königliche Hoheit ist immer pünktlich!

Jawohl, Frau Oberin.

Immer pünktlich, natürlich.

Kinder! Habt ihr gehört?

Die Oberin hat gesagt, man sollte Manuela verfluchen!

- Mein Gott, die arme Manuela. - Naja, sie hätte sich auch nicht so aufführen brauchen.

-Marga, du bist immer so gemein gegen sie! - Du, lass mich in Ruhe!

- Ist doch wahr! - Kinder, habt ihr die Oberin brüllen gehört? Toll, sag ich euch!

- Habt ihr... habt ihr... Habt ihr schon von Manuela gehört? - Gemeinheit!

Ruhe!

Was ist denn hier los?

Was starrt ihr mich so an?

Ich habe euch, noch ehe die Frau Prinzessin kommt, eine Mitteilung zu machen.

Es ist ein sehr trauriger, unerhörter Fall von Unbotmäßigkeit vorgekommen.

Es wäre' der Wunsch der Frau Oberin gewesen, euch den Umgang

mit dem betreffenden Kind ganz zu ersparen, aber in Anbetracht des hohen Besuchs

soll eine Ausnahme gemacht werden und Manuela von Meinhardis wird herauskommen

aus dem Krankenzimmer.

Frau Oberin verlässt sich auf euer aller Taktgefühl

und erlässt den strengen Befehl, keinerlei Umgang mit ihr zu pflegen.

Wer das Wort an Manuela richtet, macht sich strafbar. Verstanden?

Jawohl.

Frau Oberin lässt Ihnen sagen, Frau Oberin wünscht nicht,

dass Sie mit Manuela sprechen, wenn sie jetzt herunterkommt.

- Das Kind soll nämlich isoliert werden. - So.

Boykottieren, das ist doch toll! Das hat es noch nie gegeben!

Also ich spreche sofort mit ihr, wenn sie runterkommt! - Ja! Ich auch!

Nee, Kinder, tut das bloß nicht. Sonst kriegt ja nur noch Manuela die Schuld.

Ach was, man müsste es wirklich mal der Prinzessin sagen!

Ach Menschenskind, da hast du auch nichts davon.

Die Prinzessin ist aber die Einzige. Was sie sagt, das tun sie alle.

Ich sage es ihr auch. Und wenn ich rausfliege, mir ist es wurscht!

Wo ist denn Manuela?

Ein bisschen fix, fix, fix Vorwärts!

Na, vorwärts, vorwärts, vorwärts! Wird es bald?

Stillgestanden!

Ihre Königliche Hoheit ist soeben vorgefahren.

Guten Tag.

- Guten Tag, Fräulein von Gerschner. Wie geht es Ihnen? - Danke, ausgezeichnet.

Guten Tag, Fräulein von Attems.

Ah, Fräulein von Bernburg.

- Wie geht es Ihnen? - Danke, ausgezeichnet.

- Mademoiselle Oeuillet. Comment allez-vous? - Merci bien, Königliche Hoheit.

Darf ich Königliche Hoheit unsere neue Engländerin, Miss Evans, vorstellen?

- Ah, Miss Evans. How are you? - Thank you, very well, Königliche Hoheit.

Na, nun werde ich mal raufgehen und mir die Parade ansehen.

So eine Hoheit ist doch immer noch was Schönes.

- Aber du hast gesagt, du wirst es ihr sagen. - Ja, ich sage es ihr bestimmt.

- Sie kommt. - Jetzt musst du es ihr aber sagen, du! -Ja.

Ja, mein Kind?

Es ist ein erhebender Anblick, so viele glückliche Kinder zu sehen.

Durchaus, Königliche Hoheit.

- Beckendorf... - Ja, ja, liebe Kernick, ich habe es nicht vergessen.

Ach ja, liebe Oberin, ich hätte gerne die kleine Beckendorf...

- Beckendorf. - Beckendorf!

So, so, du bist die kleine Beckendorf? Nun, wie gefällt es dir denn hier?

Natürlich... Schön, natürlich.

- Mein hard is... - Wie hieß sie? -Meinhardis.

Ach ja, richtig. Liebe Oberin, die kleine Meinhardis.

- Meinhardis. - Meinhardis!

Ich habe deine Mutter gekannt. Sie war eine sehr religiöse Frau.

Ich hoffe, du wirst streben, ihr ähnlich zu sein. Aber blass siehst du aus, sehr blass.

- Doch nicht krank, liebe Oberin? - Nein, durchhaus nicht, Königliche Hoheit.

Ein reizendes Mädchen, sehr reizend. Sie wird dem Stift

alle Ehre machen, das sehe ich schon jetzt.

Ja übrigens, liebe Oberin, ich hätte mit Ihnen gerne wegen des Säuglingsheims gesprochen.

- Darf ich Königliche Hoheit bitten... - Auf Wiedersehen, meine Damen.

Wiedersehen, Kinder.

Erst hast du einen großen Mund gehabt und nun hast du überhaupt nichts gesagt.

Warum hast du gar nichts gesagt?

Ja, wenn die Oberin doch nicht dabei gewesen wäre...

- Ach, ist ja lächerlich! - Das hat doch damit nichts zu tun! Das ist feige, verstehst du?

Quatsch! Ich bin eben gut erzogen.

Nein, nein!

Wenn ich keine Rücksichten zu nehmen hätte auf die Frau Prinzessin,

dann würde ich Manuela heute noch aus unserer Anstalt entfernen.

Verzeihung, Frau Oberin, aber ich sehe den Fall anders.

Ich kenne Manuela und die anderen Kinder besser als Frau Oberin.

Ich stehe den Kindern nahe. Ich liebe die Kinder...

und schenke ihnen meine Hemden!

Manuela ist sehr schlecht mit Wäsche ausgestattet.

Genügt die Wäsche nicht, die ein Kind mitbringt, dann schreibt man an die Mutter.

Das Kind hat keine Mutter!

Edelgard! Komm her!

Komm da herein.

Also, ungehorsam! Das hätte ich nicht von dir gedacht,

dass du Frau Oberins Vorschriften derart missachtest.

Ich weiß nicht... Ich hab so Angst um Manuela!

Sie ist so sonderbar.

Also ich will dir mal was sagen, Edelgard.

Deine Freundin verdient es nicht, dass du dich für sie einsetzt.

Der Umgang mit ihr kann dir nur schaden und ich bin sicher, deine Eltern

wären sehr, sehr traurig, wenn sie wüssten, wen du dir da zur Freundin ausgesucht hast.

Manuela ist bestimmt nicht schlecht!

Ja, ja, es kann das sein.

Aber, emm, verstehst du, ich kann das nicht so erklären. Du bist noch zu jung.

Aber glaub mir, du bist mir sämtlich einmal dankbar sein.

Was Sie Sünde nennen, Frau Oberin,

das nenne ich den großen Geist der Liebe, der tausend Formen hat.

Gerade in diesem Alter sind junge Mädchen doch besonders anlehnungsbedürftig.

Aber ich werde mit Manuela reden und sie vorsichtig von ihrer Exaltiertheit zurückleiten.

"Exaltiertheit" nennen Sie das? Fräulein von Bernburg, sehen Sie nicht ein,

dass der Kontakt zwischen Ihnen und Manuela restlos gelöst werden muss?

Ich verbiete Ihnen, noch ein Wort mit Manuela zu reden

- Was willst du noch? - Verzeihen Sie bitte.

Du solltest doch endlich einmal nüchtern geworden sein.

- Bitte, liebes Fräulein von Bernburg... - Nein, nein. Bitte keine Komödie.

Also gut.

Geh auf mein Zimmer und warte dort auf mich.

- Hast du gesehen, wie blass Manuela war? - Ja, schrecklich.

Und wie sie den Knicks gemacht hat, hab ich gedacht, sie fällt um.

Manuela! Kind!

Was ist denn das für eine furchtbare Heulerei? Nimm dich doch zusammen.

Wer wird denn so schlapp sein? Na komm, setz dich hin.

So.

Nun sei mal ganz vernünftig, ja?

Was du getan hast, weißt du.

Was du mir da angerichtet hast, darüber bist du dir klar.

Also darüber brauchen wir gar nicht mehr zu reden.

Du sollst bestraft werden.

Du sollst bis auf Weiteres eingesperrt werden.

Nicht wie im Gefängnis. Du sollst im Isolierzimmer wohnen.

Manuela, sei nicht ungerecht.

Man verfährt doch mit dir sehr milde.

Von Rechts wegen hätte man dich aus dem Stift entfernen müssen.

Frau Oberin hat sehr lange darüber nachgedacht, ob es nicht das Beste wäre.

Aber es soll hier noch einmal Gnade vor Recht ergehen.

Fräulein von Bernburg.

Werde ich... werde ich Sie besuchen dürfen?

Das nicht, Manuela.

Aber... aber Sie werden mich doch nicht verlassen?

Es ist besser für dich.

Ich soll Sie niemals wiedersehen?

Das überlebe ich nicht!

Aber Manuela! Was sind denn das für große Worte?

So etwas soll man nicht einmal denken, geschweige denn sagen.

Du musst zur Vernunft gebracht werden.

Du musst mit allen Mitteln der Strenge geheilt werden.

Geheilt? Wovon denn?

Du darfst mich nicht so lieb haben.

Warum?

Du musst jetzt gehen.

Ich muss gehen...

Es hat gar keinen Zweck, dass du länger bleibst.

Ich gehe ja schon.

Adieu, liebes Fräulein von Bernburg.

Manuela!

Fräulein von Bernburg, ich habe mit Ihnen zu reden.

Sie haben mit Manuela gesprochen, obwohl ich es Ihnen verboten habe!

Jawohl, Frau Oberin, das habe ich getan. Ich kann diese Aussprache verantworten.

Ich glaube, durchaus im Sinne von Frau Oberin gehandelt zu haben.

Kinder, wenn Manuela sich was antut,

das kann aber verdammt unangenehm werden für die Oberin.

Ist Manuela bei euch?

Habt ihr sie versteckt?

- Nein. - Nein.

- Aber das geht doch nicht! - Wir müssen der Manuela helfen! - Ja!

Von Ihnen stammt der Geist des Aufruhrs!

Ich lasse hier keine revolutionären Ideen aufkommen!

Solange ich hier stehe, wird es das hier nicht geben!

Ich hänge nicht an meiner Stellung. Ich weiß, dass ich hier nicht bleiben kann.

Kann es nicht mehr ertragen, mit anzusehen, wie Sie aus diesen Kindern

verängstigte, hilflose Geschöpfe machen.

- Manuela! Manuela! - Manuela!

Komm, geh du hier und wir gehen da lang.

Manuela. Manuela!

Manuela! Manuela!

- Hast du Manuela gesehen? -Nein. - Ja, aber wo ist sie denn, um Gottes willen?

- Hast du Manuela gesehen? - Nein. Wo kann sie denn sein?

Vater unser, der Du bist im Himmel,

geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel als auch auf Erden.

Unser täglich Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigem

und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.

Denn Dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

Manuela! Manuela!

Manuela! Manuela! Manuela!

- Ich höre immer "helfen". - Es handelt sich doch hier um einen lebendigen Menschen!

Manuela! Wo ist Manuela?

Sie verlassen heute noch die Anstalt.

Manuela!

Manuela!

Manuela!

Manuela! Schnell, schnell.

Manuela! Schnell, schnell.

Ist denn hier alles verrückt geworden?

Was ist denn los?

- Was wollen denn die Kinder hier? - Manuela wollte sich herunterstürzen!

Wir wollen Gott danken, Frau Oberin.

Die Kinder haben ein Unglück verhütet,

woran wir beide unser Leben lang getragen hätten.

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