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Wurde aber auch Zeit, dass du endlich kommst.
Was haben wir denn?
Ein Mädchen, etwa sechs Jahre alt.
Solltest du dir ansehen. Hat vielleicht was mit deinem Fall zu tun.
Es wurde in so 'ner Art Abflussrohr versteckt. Sie holen es gerade raus.
Die von der Gerichtsmedizin sind schon da. Kein schöner Anblick.
Die Kleine liegt vielleicht schon seit Wochen da drin.
Hier. Das haben wir bei der Leiche gefunden.
Deswegen hab ich dich auch angerufen.
Ich bleib noch ein bisschen hier. Ich halt den Gestank nicht aus.
Du hast nicht zufällig 'ne Kippe, hä?
Klar, hab ich. Hattest du nicht aufgehört?
Warte, bist du sie siehst. Dir dreht sich der Magen um.
Ach ja... die Treppe runter und immer an der Absperrung entlang.
Das Rohr ist bis obenhin mit einer Säure gefüllt. Und überall klebt Scheiße.
Hallo? Ja, am Apparat.
Ja... Ja.
Verstehe. Ja, ist gut.
Äh, wie ist die Adresse?
Ja, ähm, wir, wir, wir wir kommen gleich hin. Ja, danke.
Wer war das?
Das war die Polizei.
Sie haben die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden.
Sie haben sie noch nicht identifiziert.
Sie glauben aber es ist Angela. Wir müssen hin.
Sehen Sie die?
Sie haben in ihren ganzen Körper Nadeln gesteckt und dringelassen.
Aber, wozu?
Keine Ahnung.
Aber da hat sie noch gelebt.
In fast allen Einstichlöchern finden sich Blutgerinnsel.
Probleme werden uns die Verätzungen bereiten.
Wissen Sie womit sie verätzt wurde?
Wahrscheinlich mit Schwefelsäure.
Ich vermute, Industrienorm. Furchtbares Zeug.
Claudia... steh bitte auf! Die warten auf uns.
Bitte, Schatz! Komm, zieh dich an!
Sie haben jeden Körperteil verstümmelt, an dem man sie erkennen könnte.
Sie scheint nur an bestimmten Stellen verätzt worden zu sein.
Oder hier die Zähne. Die haben an alles gedacht.
Sind ebenfalls durch die Säure komplett korrodiert.
Da ist so gut wie nichts mehr übrig.
Die wollten es uns schwer machen.
Ich weiß nicht.
Da ist eine Knochenasymmetrie im rechten Oberschenkelknochen
Er ist vier Zentimeter kürzer.
Den Akten nach wie bei dem Mädchen nach dem sie suchen.
Hätte man uns an einer Identifizierung hindern wollen,
wäre so etwas Wichtiges nicht übersehen worden.
Aber warum dann die Säure?
Vielleicht gingen sie davon aus,
dass die persönliche Identität nach dem Tod sowieso ihren Sinn verliert.
So was ist bei Ritualmorden nicht ungewöhnlich.
Ich würde sagen, das ist das Mädchen, dass sie suchen.
Außerdem hat man neben der Leiche
auch noch ein Armband mit ihrem Namen gefunden.
Bingo.
Jetzt muss nur noch ihre Familie sie identifizieren.
Die Eltern sind da.
Massera, gehen Sie nicht zu sehr ins Detail. Ersparen Sie ihnen das.
Sie ist es nicht. Oder?
Nun, können Sie das hier identifizieren?
Mrs. Gifford, bitte.
Wir müssen wissen, ob das das Armband Ihrer Tochter ist.
Das ist sehr wichtig.
Ja, das ist ihres. Aber ich muss sie sehen.
Ich will sehen, ob sie es wirklich ist.
Das ist Ihr gutes Recht. Aber ich würde es Ihnen nicht empfehlen
Tun Sie sich das nicht an.
Sie würden sie nicht wiedererkennen, glauben Sie mir.
Warum denken Sie, dass sie es ist?
Ihr rechtes Bein ist kürzer. Es besteht leider nicht der geringste Zweifel.
Nein! Nein! Was haben sie mit meiner Tochter gemacht?
Was haben sie ihr angetan?
Sind sie da?
Allerdings. Sie warten schon im Büro auf dich.
Ich glaube, sie sind ein bisschen ungehalten,
weil du sie hast warten lassen. - Wie lange?
Höchstens fünf Minuten. - Na, also!
Was für mich?
Das war in Ordnung. Korrigieren... korrigieren.
Schaffst du das denn bis morgen? - Ich versuch's.
Ach, und sag bitte Toni Bescheid,
dass ich seine Fotos bis heute Abend brauche.
Diese fehlen noch.
Hier. Vorsicht, ist frisch gebrüht. - Danke!
Ach ja, und das Fischfutter steht neben dem Aquarium.
Du hast es besorgt, du bist ein Schatz.
Das kannst du laut sagen.
Die übrigen Tattoo-Fotos krieg ich heute Abend.
Haben Sie schon eine Idee für das Cover?
Nein, ich will erst alles zusammen haben.
Also schön, sagen Sie mir dann Bescheid.
Entschuldige, störe ich? Soll ich nachher...
Nein, nein, ich war nur in Gedanken woanders.
Ich hab alles zusammengestellt.
Oh, danke!
Du hast deinen Kaffee ja gar nicht angerührt.
Claudia? Alles in Ordnung?
Ja, alles in bester Ordnung.
Ich fühl mich jedes Jahr um diese Zeit so. Einfach lächerlich.
Das ist Unsinn und das weißt du.
Warum nimmst du dir nicht ein paar Tage frei?
Wäre vielleicht nicht blöd. Was täte ich nur ohne dich.
Also gut, dann mach ich heute eben blau und sage allen,
dass du schuld bist.
Claudia?!
Ich hatte dich gar nicht bemerkt.
Du siehst überhaupt nicht gut aus. Wie fühlst du dich?
Ganz gut.
Du warst schon lange nicht mehr hier.
Ja, bei mir dreht sich alles nur noch um das Buch.
Es wird einfach nicht fertig.
Das über die Tattoos? - Ja!
Ach, übrigens ich hab neulich Toni getroffen.
Er sagt, ihr habt euch wieder vertragen.
Was?
Ja, er hat gesagt, ihr seid wieder zusammen.
Das hat er mir gesagt.
Das ist doch ein Scheißkerl!
Claudia... stimmt was nicht?
Claudia? Toni hier. Die Fotos sind fertig.
Ich bring sie dir morgen früh ins Büro.
Was heißt, noch nicht da? Jetzt ist gleich halb elf.
Sie fängt doch um neun an, oder?
Ja, normalerweise schon. Vielleicht ist ihr was dazwischen gekommen.
Ach Quatsch. Dann hätte sie dir doch Bescheid gesagt.
Vermutlich. Ich hab mich auch schon gefragt, wo sie bleibt.
Scheiße! Erst kann ich mir den Arsch abrackern wegen der Fotos
und dann versetzt sie mich. Vielen Dank auch.
Sie kommt bestimmt jeden Augenblick.
Du kannst ja warten, wenn du willst.
Gut, dann setz ich mich in ihr Büro.
Wenn es dir nichts ausmacht, warte doch lieber hier, bitte.
Hey, hier wurden wohl andere Seiten aufgezogen.
Dinge ändern sich.
Offensichtlich.
Warum rufst du sie nicht einfach kurz an?
Vielleicht hat sie nur verschlafen.
Ja?
Hallo?
Mama? Mama?
Tut mir leid, du musst dich verwählt haben.
Nein! Nein, Mama! Ich bin's!
Ja?
Mama, ich bin's wirklich! Bitte leg' nicht auf!
Bitte! Bitte, Mama! Leg' nicht auf!
Meine Tochter ist tot!
Nein! Nein, das stimmt nicht. Die wollen nur, dass du das glaubst.
Aber das war nicht ich. Ehrlich, Mama, das war ich nicht. Ich schwör's dir.
Wer bist du? Warum machst du das?
Mama, du musst mir glauben. Ich kann jetzt nicht weiterreden.
Die kommen gleich zurück, um mir weh zu tun.
Komm und hol mich hier raus!
Aber ruf nicht die Polizei an, bitte. Sonst wird es nur noch schlimmer.
Dann bringen die mich um!
Versprich mir, dass du keinem was erzählst.
Komm zum Sanatorium am Strand.
Weißt du noch, wo die ist? Du musst dich erinnern.
Aber ruf nicht die Polizei, bitte, sonst bringen mich um!
Versprich mir, dass du es niemandem erzählst, bitte!
Was soll das?
Versprich es mir!
Gut geschlafen?
Mann, du siehst ja aus wie ausgekotzt.
Danke, dir auch einen schönen Morgen.
Auch das. Gib mir mal eine.
Seit wir uns kennen, hörst du mit dem Rauchen auf.
Oh, bald schaff ich's. Wirst sehen.
Ich melde mich in 'nem Fitness-Center an und werde ein anderer Mensch.
Ja, sicher.
Hör mal, der Fettsack ist oben.
Und wenn er dich hier sieht, reißt er dir den Arsch auf.
Erspar uns diesen Anblick.
Keine Angst. Ich will nur meinen Schreibtisch ausräumen.
Dann bin ich auch schon weg.
Wie geht's dir?
Gut... Jedenfalls besser.
Und wie geht's jetzt weiter?
Tja, darüber muss ich mir erst ein paar Gedanken machen
Aber mir fällt sicher was ein.
Wenn du was brauchst, was es auch ist, sage mir Bescheid, ja?
Verlass dich drauf. - Werde ich!
Wir sollten mal wieder um die Häuser ziehen.
Eine Privat-Razzia in den Strip-Lokalen.
Schon vergessen, wie du das letzte Mal versumpft bist?!
Mistkerl, du! - Ja, ich Mistkerl.
Gut, ruf mich an. Ach ja, deine Dienstmarke.
Die muss hier irgendwo rumliegen, du kriegst sie schon.
Bitte entschuldige, ich soll dir was ausrichten.
Was, mir?
Erinnerst du dich an Claudia Gifford, die Mutter des kleinen Mädchens?
Ich weiß noch, ja.
Es geht um ihre Tochter, sie hat mir ihre Nummer gegeben,
du sollst sie dringend zurückrufen.
Ich hab die Nummer auf meinem Schreibtisch. Bis dann.
Danke! - Ciao.
Leck mich am Arsch.
Hallo! Danke, dass Sie gekommen sind.
Wie geht's Ihnen?
Ich hatte schon befürchtet, dass Sie nicht zurückrufen.
Oh, war reiner Zufall, dass ich Ihre Nachricht bekommen habe.
Ich hab vor zwei Wochen meinen Dienst quittiert
und war nur da, um noch ein paar Sachen abzuholen.
Ja, das hat Ihre Kollegin erwähnt. Ich bin froh, dass Sie hier sind.
Hören Sie! Sie hätten da nicht allein hingehen dürfen.
Das hätte auch schief gehen können.
Was hätte ich denn tun sollen? Mir weiter sagen, es war nichts?
Sie beschrieb das Sanatorium vor dem wir früher gespielt haben.
Ich habe sofort gewusst, was sie meint.
Und ihre Stimme... sie war es.
Gab es irgendwelche Anzeichen, dass sich dort jemand aufhält?
Es lagen zum Beispiel ein paar Matratzen auf dem Boden.
Ich weiß nicht...
Ihre Tochter ist tot, Claudia. Das wissen Sie genauso gut wie ich.
Nein... ich dachte es. Aber ich bin mir nicht mehr sicher.
Die hier lag im Sanatorium.
Ich sollte sie ganz offensichtlich finden
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich denken oder glauben soll.
Claudia, es liegt auf der Hand, dass Sie jemand quälen will.
Ich weiß nicht wer oder wieso, aber Ihre Tochter lebt nicht mehr.
Ich hab ihre Leiche selbst gesehen.
Sie haben aber damals auch gesagt,
dass die Identifizierung sehr schwierig war.
Und das Armkettchen Ihrer Tochter? Und das verkürzte Bein?
Es bestand kein Zweifel! Und das wissen Sie!
Nein, weiß ich nicht. Das reicht mir alles nicht.
Ich durfte sie ja noch nicht mal selbst sehen.
Was ist mit Ihrem Mann?
Er hat mich kurz darauf verlassen.
Wir konnten nicht darüber hinwegkommen.
Ich glaube, er wollte nach London. Ich weiß es aber nicht.
Und jetzt muss ich allein durch das alles durch.
Bitte helfen Sie mir!
Sie wissen, dass es nicht hundertprozentig sicher ist.
Aber ich muss sicher sein.
Ich muss wissen, ob meine Tochter lebt oder nicht.
Na schön. Ich werde mal sehen, was ich tun kann
Ich melde mich, sobald ich was weiß.
Aber mischen Sie sich bitte nicht ein.
Sollte man mit Ihnen in Kontakt treten, rufen Sie mich an.
Ich gebe Ihnen meine Nummer.
Aber um Gottes willen halten Sie die Polizei raus,
sonst tun sie ihr was an.
Nein, nein... die Polizei wird nichts erfahren.
Aber Sie müssen tun, was ich Ihnen gesagt habe. Ich ruf Sie an.
Trinken Sie einen Kaffee, der schmeckt nur warm.
Teresa? Bruno Massera hier. Wie geht's?
Hör mal, du müsstest mir einen Gefallen tun.
Ja, ich weiß, aber es ist sehr wichtig. Es geht um was Persönliches.
Ich brauche die Geburtsakten aller Mädchen,
die zwischen '87 und '89 in Spanien auf die Welt gekommen sind
und deren rechtes Bein verkürzt ist.
So zwischen drei und fünf Zentimetern, ja.
Fein. Schickst du mir die per Fax? Hast du meine Nummer?
Ja, ich weiß. Ich bin dir was schuldig. Trotzdem, danke.
Mama?!
Nun... mal sehen.
Hier. Aguirre. Ein Mädchen. Das muss sie sein.
Schön. Und wie lautet die Adresse der Familie.
Oh nein, ich fürchte, die kann ich Ihnen nicht geben. Unmöglich.
Alle Daten unserer Patienten sind streng vertraulich.
Es ist wirklich wichtig.
Worum geht es?
Ist eine lange Geschichte.
Hier ist eine alte Adresse. Keine Telefonnummer. Reicht Ihnen das?
Hilft mir weiter.
Ich schreibe sie Ihnen auf.
Danke!
Ja? Ach, Toni, ich, ich kann jetzt nicht. Es geht mir nicht besonders
Nein, ich will nicht reden.
Nein. Nein, wie gesagt, es geht mir nicht gut
Nein, ich will einfach nur allein sein.
Hör zu, ich will im Moment mit niemandem reden, ja?
Nein, wirklich nicht.
Nein, du hörst zu. Jetzt hör du mir zu!!
Es tut mir leid wegen der Fotos,
aber du hättest sie ja im Büro lassen können.
Nein, nein, ich hab mir zwei Wochen frei genommen.
Du kannst im Büro anrufen, wenn du mir nicht glaubst
Nein, danke, ich brauch nichts.
Quatsch, ich hab nichts geschluckt. Jetzt rede nicht so 'n Bullshit!
Toni, ich hab keine Lust mehr mit dir zu reden.
Ich will jetzt nicht reden! Ich will nicht reden!!
Guten Tag.
Was wollen Sie?
Ich suche die Familie Aguirre. - Wen?
Aguirre. Die müssen hier mal...
Nein, nein, die wohnen hier nicht. Verschwinden Sie!
Sie haben den Falschen gefragt
Sie wollen was über die Aguirres wissen? Dann fragen Sie mich.
Sie kennen sie?
Die haben hier früher mal gewohnt.
Was glotzt du so? Sind dann weggezogen.
Haben ihre Tochter verloren und sind weg.
Wurde entführt oder ist weggelaufen
Ach, was weiß ich. Sie haben sie Hinkebein genannt.
Und wann war das?
Ist ewig her. Damals hab ich meinen Arsch noch in die Fabrik geschoben.
Und das ist jetzt fünf Jahre her?
Hä?
Das sie weggezogen sind... ist das etwa fünf Jahre her?
Vor fünf Jahren... Ja, könnte hinkommen.
Ja?
Claudia, ich bin's, Massera. Könnte sein, dass Sie Recht haben.
Ich bin da auf etwas sehr Merkwürdiges gestoßen.
Irgendwas stimmt da nicht. Ich weiß nur noch nicht was.
Hören Sie, nehmen Sie sich ein Taxi und kommen Sie zur Universität.
In, sagen wir, einer Stunde.
Ich kenn da jemanden, der uns vielleicht weiterhelfen kann.
So 'ne Scheiße!
Wo warst du denn? Ich warte schon eine halbe Stunde.
Ich hab's nicht gefunden. Drecksgegend hier!
Ich weine mir die Augen aus. Jetzt mach dich an die Arbeit.
Wir haben genug Zeit verloren.
Was ist es denn?
Ich hoffe, keine weinende Jungfrau, sonst heule ich nämlich mit.
Lass dich überraschen. Der Messner hat in der Redaktion angerufen.
Ist aber wohl nicht der Hellste.
Und was macht das Ding, wenn's nicht flennt?
Oh, es weint und wie es weint. Es ist nur keine Jungfrau.
Was dann?
Ich hab doch gesagt, lass dich überraschen. Sieh es dir selbst an.
Heilige Scheiße!
Ein paar Nahaufnahmen, ein paar Großaufnahmen.
Und vergiss den Altar nicht.
Ich rede mal mit dem Pastor. Mal sehen, was er dazu sagt.
Ach ja, der hier lag im Postfach. Ist, ist leider ohne Absender.
Vermutlich ein Video.
Wenn du fertig bist, fahr in die Redaktion und sieh dir an, was drauf ist.
Wenn's wichtig ist, sage mir Bescheid, dann seh ich's mir an.
Klasse! Wahrscheinlich ein Kindergeburtstag.
Das ist Green House in Liverpool.
Damals '62 rankten sich die ersten Gerüchte
um die Namenlosen um dieses Haus.
Seht euch mal die Engel an.
Die stehen irgendwie im Zusammenhang mit dieser Gruppe.
Dadurch hab ich auch eine Verbindung zu eurem Fall herstellen können.
Dieses Bild wurde im selben Haus aufgenommen.
Das erkennt man an der Wandbeschaffenheit.
Das ist Santini, ein Argentinier.
Der sogenannte Vater der Namenlosen.
Anfang der 60er begann er sich in den
esoterischen Zirkeln von London hervorzutun.
Die waren damals ganz groß angesagt.
Santini ging allerdings noch ein Stückchen weiter.
Er sprach davon, selbst eine Gruppe zu gründen,
Eine Geheimgesellschaft oder eine parareligiöse Sekte.
Was genau ist nie klar geworden.
Und was denkst du?
Ich glaube nicht,
dass es sich dabei nur um simple Fanatikertreffen handelte.
Santini und seine Gefolgsleute waren damals
in der Londoner Gesellschaft äußerst angesehen.
Nur verständlich, dass bald die ersten Gerüchte in Umlauf kamen.
Was für Gerüchte?
Nun, es heißt, überall, wo sich die Namenlosen niederließen,
sei damals eine Reihe von Menschen verschwunden.
Überall auf der Welt. So ließ sich nie ein Zusammenhang herstellen.
Und dieser Santini? Was ist aus dem geworden?
Ja, das ist allerdings merkwürdig.
Es war, glaube ich, '82, da wurde er von in Valencia festgenommen.
Ich weiß leider nicht, was ihm vorgeworfen wurde.
Die Zeitungsartikel waren nicht sehr aufschlussreich.
Jedoch muss es was Furchtbares gewesen sein,
denn er bekam lebenslänglich.
Was würden diese Leute mit einem kleinen Mädchen machen?
Ich glaube nicht, dass sie an einem Mädchen interessiert wären.
Ja, aber gehen wir mal davon aus. Wäre es dann in Gefahr?
Kommt mit!
Dies ist eins der wichtigsten theologischen Archive in ganz Europa.
Vielleicht nicht vom Umfang her,
aber es enthält Schriften aus dem 11. Jahrhundert. Seltene Originale.
Parareligionen und Esoterik haben wir hier.
Das meiste ist neueren Datums. Die Schriften werden getrennt aufbewahrt.
Das ist hier im Haus Vorschrift. Viele halten es für übertrieben.
Habt ihr was über Santini?
Hier haben wir eine seiner ersten Veröffentlichungen.
Es erschien Anfang der 70er in einem englischen Esoterik-Magazin.
Ich lese mal vor.
"Die Isolation des Bösen liegt jetzt im Bereich des Möglichen,
es von allen Vorurteilen zu befreien,
die trügerische Schale der Humanität von ihm zu nehmen."
Es geht noch weiter: "Verstümmelung, Folter, Gräueltaten zu begehen
ist gleichsam ein Weg zur Läuterung.
Das Sakrament der Grausamkeit und Furcht."
Es geht dabei um die Synthese des absolut Bösen.
Einen Akt der Barbarei, der so grausam ist,
dass er einen in einen höheren Bewusstseinszustand hebt...
...einen das Tor zu einer höheren Daseinsform öffnet.
Macht, Lustempfinden ohne Grenzen.
Eine gänzlich neue Definition von Heiligkeit.
Das Böse ist gut und umgekehrt. Alle Extreme werden eins.
So was Krankes habe ich noch nie gehört.
Und noch was. Ich weiß nicht,
ob ihr schon was von der "Gesellschaft von Thule" gehört habt.
Das war ein okkulter Kreis,
dem sogar ein paar der gewissenlosesten Nazis angehörten.
Eines der wichtigsten Mitglieder war Hitler selbst.
Sie nannten ihn "das Medium".
Santinis Vorstellungen decken sich mit denen dieses Geheimbundes.
Gibt es eine direkte Verbindung?
Keine direkte. Nein. Im Laufe der Geschichte hat man immer wieder
die Grenzen der Moral in Frage gestellt und ausgelotet.
Ich frage mich, was diese Engel damit zu tun haben?
Hör zu: "Sie sollen verloren, gebrochen und krank sein
und sie sollen den Namen ablegen, denn der Name ist das Wort
und das Wort ist das Instrument der Lüge und Falschheit."
Deswegen lehnen sie Namen ab.
So lange sie keinen Namen tragen, glauben sie,
sich der menschlichen Moral nicht unterwerfen zu müssen.
Ja, krank, vollkommen.
Ich kenne das Haus mit den Engeln. Ich war dort.
Was? In diesem Haus?! Aber was habt ihr damit zu tun?
Die haben irgendetwas Furchtbares vor mit meiner Angela.
Wir müssen sie aufhalten!
Nichts!
Vielleicht nur ein schlechter Scherz.
Vielleicht auch nicht. Das gefällt mir nicht.
Versuch's noch mal. Vielleicht hast du dich verwählt.
Santini zu achtzig Jahren Gefängnis verurteilt.
Tag! - Hallo!
Ich habe ein paar Informationen über diesen Santini.
Ja?
Ist nicht viel. Man hat ihn wegen Misshandlung
und Missbrauchs einer Minderjährigen verhaftet.
Und wo ist er jetzt?
Im Gefängnis, schätze ich. Es war noch jemand darin verwickelt,
aber man musste ihn wegen Mangels an Beweisen laufen lassen.
Aber da steckt mehr dahinter.
Gestern hat mich ein Reporter
einer dieser parapsychologischen Zeitschriften angerufen.
Er sagte, er hätte etwas Interessantes für mich.
Was denn?
Ich weiß nicht. Er wirkte sehr nervös.
Es ist vielleicht etwas, das uns weiterhilft.
Sie haben die Adresse? - Ja!
Na gut, fahren wir hin. Wir haben nichts zu verlieren.
Ihre Nummer stand auf dem Band. Deswegen habe ich angerufen.
Aha. Und was ist drauf?
Keine Ahnung. Ich habe gehofft, Sie verraten es mir.
Sehen wir mal rein.
Denk daran, was ich dir gesagt hab!
Was machen die da?
Wohl das, wonach es aussieht.
Was hat das mit mir zu tun?
Es geht noch weiter. Sie werden sich sehen.
Was?
Die waren da!
Raus damit! Was wird hier gespielt?
Wer weiß noch von dem Band?
Nur ich. Na ja, und mein Chef. Wieso?
Es wäre nett von Ihnen, wenn Sie uns helfen.
Bei was denn helfen?
Für wen hältst du dich eigentlich?
Ist doch halb so wild.
Die Antwort habe ich erwartet.
Wir beide wissen, was auf dem Band ist.
Aber das ist nicht das, was unsere Leser lesen wollen.
Und du wirst ausschließlich schreiben, was sie wollen,
das kann uns beiden doch scheißegal sein. Wo liegt das Problem?
Es gibt kein Problem.
Na bitte. Dann schreib den Artikel bis morgen um
und geh mir nicht mehr auf die Nerven.
Sagen Ihnen "Die Namenlosen" was?
Ja, tut es. Wir haben vor Jahren mal ein Artikel über die gebracht.
Sie wissen nicht zufällig, werden Artikel geschrieben hat, oder?
Teufel, das ist schon verdammt lange her. Es war Romero.
Kennst du nicht mehr. Er war nur bis '82 oder '83 hier.
Er hat sich da ziemlich reingekniet. Er war fast besessen.
Hör mal gut zu! Lass die Finger von der Story.
Um diese Scheiße auf dem Video soll sich die Polizei kümmern.
Ich will damit nichts zu tun haben.
Deswegen hab sie uns das Band geschickt.
Die haben gedacht, dass Romero noch hier arbeitet. Diese Wichser!
Ich weiß nicht, wovon du redest.
Wie kann ich mit ihm Kontakt aufnehmen?
Mit wem?
Sie wissen schon, mit Romero.
Du weißt hoffentlich, worauf du dich einlässt.
Er müsste noch in unserer Kartei sein.
Sieh ruhig nach. Aber häng' dich nicht an der Geschichte auf.
Morgen früh will ich den Artikel umgeschrieben
und redigiert auf meinem Schreibtisch haben.
Ich verschwinde jetzt, ist spät geworden
Und noch mal, lass die Finger von der Story.
Das dauert wohl noch eine Weile.
Die können sich einfach auf nichts einigen.
Und ich sitz hier fest. Ist zum Kotzen!
Was ist passiert?
Ein kleines Mädchen ist rausgeschleudert worden.
Der Sicherheitsbügel war nicht verschlossen. - Scheiße!
Wir müssen rausfinden, warum.
Und bis dahin sitz ich hier fest.
Und schon was rausgekriegt?
Hab ich. Und es gefällt mir nicht.
Du steckst bis zum Hals in der Scheiße.
Der Typ, den du suchst, ist wegen Missbrauchs
zweier Kinder verhaftet worden.
Er hat beide vergewaltigt
und ihnen dann mehrere Finger abgeschnitten.
Solche Scheißkerle sind absolut krank.
Stecken sich brennende Watte in den Arsch
und holen sich einen runter. Ich kenne so 'n paar.
Wo ist er jetzt?
Ist nicht verlegt worden, seit er in Huesca verhaftet worden ist.
Er sitzt im Gefängnis-Trakt B... in der Geschlossenen.
Der ist vollkommen durchgeknallt.
Fahr morgen hin. Die wissen Bescheid.
Ich hab da angerufen. Sage, du kommst von mir.
Äh, hast du sie?
Die reißen mir deinetwegen noch mal den Arsch auf. Hier!
Ganz ruhig. Ich will ihn nur vorsichtshalber bei mir haben.
Damit kein Scheiß passiert.
Schon gut. Sei vorsichtig.
Pass auf dich auf.
Sieh dir das an!
Ich sag noch, ich will's in kleine Stücke geschnitten haben.
So krieg ich das niemals runter.
Woher hatten Sie Ihre Informationen?
Die Story über die Namenlosen.
Sie müssen mit jemandem gesprochen haben.
Ein deutscher Arzt. Bolggen oder Bolgger, keine Ahnung
Ich weiß nicht mehr.
Aber er kam damals auf mich zu. Er war Neurologe.
Ich hatte noch nie im Leben jemanden gesehen, der so viel Angst hatte.
Während des Krieges war er wohl Berater
am Deutschen Institut für Hygiene gewesen.
Hatte mit medizinischen Experimenten in Dachau zu tun,
mit irgendwas, das in Zusammen mit der Abteilung für
pharmazeutische Chemie der Nazis stand. Mit dieser ganzen Scheiße.
Er meinte, ein gewisser Santini sei aus Deutschland rübergekommen,
um Forschungen zu finanzieren, die er durchführen sollte.
Er sagte irgendwas von "Königreich des Schmerzes".
Anscheinend brachte dieser Santini ihn dann
mit einer esoterischen Sekte zusammen. Seltsame Sache.
Er zwang ihn, an Menschen herumzu- experimentieren und dergleichen.
Offensichtlich waren die auf irgendwas aus.
Letzten Endes ist die Sache aber aus dem Ruder gelaufen
und dieser Santini ist im Gefängnis gelandet.
Und aus Mangel an Beweisen ließ man den Arzt laufen.
Ganz genau. Als er mich anrief, trafen wir uns bei ihm zu Hause.
Die Adresse weiß ich noch.
Er hatte so eine Angst, dass er sich nicht mehr auf die Straße traute.
Er hatte sich in die ganze Sache mit den Namenlosen reinziehen lassen
und saß jetzt ziemlich in der Scheiße.
Aber Santini saß doch im Gefängnis. Vor wem hatte er dann solche Angst?
Vor den anderen.
All den übrigen. All den anderen Namenlosen.
Ist ja ekelhaft.
Wer, wer ist da?
Keine Angst, ich bin ein Freund.
Bitte erzählen Sie mir was über die Namenlosen. Es ist sehr wichtig.
Nein. Bitte helfen Sie mir. Hier sind Ohren an den Wänden.
Schon gut, schon gut. Beruhigen Sie sich!
Sie, Sie verstehen nicht. Ich weiß, wo sie sind.
Helfen Sie mir, dann sage ich's Ihnen. Helfen Sie mir.
Ich bin's, Toni! Ich muss dich sprechen.
Hast du sie noch alle? Scheiße, du hast mich fast zu Tode erschreckt.
Entschuldige... tut mir leid. Ich hab dir die Fotos mitgebracht.
Gut. Du hast sie mir gegeben, also geh.
Das werde ich, aber vorher muss ich noch mit dir reden.
Ich will nicht mir dir reden.
Hör mal, ich weiß nicht was in dich gefahren ist.
Warum du nicht mehr zur Arbeit gehst und so.
Aber wenn du irgend ein Problem hast, dann will ich, dass du zu mir kommst
und nicht wieder zu den Scheiß- Tabletten greifst, verstehst du?
Nein, nichts versteh ich. Und jetzt verschwinde!
Ich werde dir überhaupt nichts erzählen.
Wir sind seit über einem Jahr nicht mehr zusammen, kapierst du das nicht?
Ist doch nicht zu fassen
Hör mir zu... hör mir zu! - Fass mich nicht an!
Ehrlich gesagt, ist es mir scheißegal, mit wem du zusammen bist, verstehst du.
Aber ich lasse nicht zu, dass dir was passiert. Ich bin immer in deiner Nähe.
Du bist betrunken!
Ja. Ja, ich bin betrunken. Ich werde dich beobachten
Mir entgeht nichts.
Neulich mit diesem Kerl... hast wie 'ne Schlampe ausgesehen.
Lass mich los und verschwinde!
Denk dran, ich werde dich im Auge behalten.
Ich werde dich beobachten.
Du weißt nicht, zu was ich fähig bin. Du hast ja keine Ahnung.
Keine Ahnung! Nicht die geringste Scheißahnung! Ich beobachte dich!!
Wer ist da?
Ich bin's, Claudia!
Ist was passiert?
Ich hab's zu Hause nicht mehr ausgehalten und wusste nicht, wohin.
Verstehe... kommen Sie!
Entschuldigen Sie bitte die Unordnung.
Ich bin gerade erst eingezogen. Was zu trinken?
Nein, nein! - Na gut.
Hören Sie, ich weiß nicht,
wie lang ich diese furchtbare Unwissenheit noch ertrage.
Ich hab das Gefühl, ich verliere den Verstand.
Ist ja gut... das ist völlig normal.
Wir können abwechselnd auf der Couch schlafen.
Ich wollte Sie sowieso anrufen. Ich weiß, wo Santini ist.
Morgen fahren wir zu ihm. - Morgen?
Es sind gut 200 Kilometer.
Wenn wir uns nicht ein bisschen auf's Ohr legen,
haut der uns morgen über dasselbe.
Kommen Sie, erst mal brauchen Sie eine warme Decke.
Ich kann Ihnen nicht viel anbieten,
aber wenn Sie Musik hören wollen, liegt 'ne Scheibe auf'n Plattenspieler.
Wer ist das?
Wen meinen Sie?
Hier auf dem Foto.
Meine Frau.
Sie ist letztes Jahr gestorben. Letztes Jahr.
Die Platte habe ich an dem Tag gekauft, als sie...
Entschuldigen Sie.
Ich bitte Sie. Deshalb helfen Sie mir, oder?
Weil Sie glauben, so könnten Sie sie retten, aber das können Sie nicht.
Hey... Wo willst du jetzt hin? Ich warte noch auf den Artikel.
Ich kann jetzt nicht.
Wie, du kannst jetzt nicht?
So lange du für mich arbeitest, tust du gefälligst, was ich sage.
Hören Sie, ich bin da an was dran. An einer ganz großen Sache.
Keine UFOs, keine weinenden Jungfrauen,
keine Scheiß Horoskope, verstehen Sie.
Es gibt da draußen noch ein paar wichtigere Sachen als die Scheiße,
die Sie verkaufen.
Aber von diesem Scheiß leben wir nun mal.
Und jetzt will ich, dass du mit den Fantastereien aufhörst und tust,
was ich dir sage. Hast du verstanden?
Wenn das zu viel verlangt ist, arbeite woanders.
Wenn du jetzt gehst... dann bist du gefeuert.
Lecken Sie mich doch am Arsch!
Du glaubst wohl, ich bin eine von diesen Schwuchteln,
die sich ihren Schwanz und den Arsch piercen lassen.
Aber da liegst du völlig falsch.
Ehrlich. Ich bin nicht so einer.
Tu mir den Gefallen und halt's Maul.
Er hat darauf bestanden, mit ihr allein zu sprechen.
Wenn Sie mit reingehen, sagt er kein Wort.
Aber woher weiß er, dass sie kommt? Angemeldet habe nur ich mich.
Weiß nicht.
Ist er gefährlich?
Nein. Sein Problem ist nicht Aggressivität.
Er ist mehr was wir einen Organisierer nennen.
Aber hier kann er nichts organisieren.
Ach ja, er hat eine Hautkrankheit im Gesicht und an den Händen,
ist degenerativ.
Tun Sie so, als würden Sie's nicht bemerken, sonst wird er wütend.
Was ist es?
Wissen wir nicht. Man hat ihn wohl in Dachau mit irgendetwas geimpft.
Er spricht sehr oft vom Konzentrationslager.
Er ist besessen davon.
Hallo, hier ist Claudia. Ich bin nicht zu Hause.
Hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Nummer, ich rufe zurück.
So 'n blödes Miststück!
Vergiss es.
Ich kenn dich. Hab dich in der Agentur gesehen. Wer bist du?
Hier...
hab ich für sie machen lassen. - Ist super.
Gefällt ihr bestimmt. Du solltest es ihr zeigen.
Würde ich ja gern, aber ich weiß nicht wo sie ist.
Keine Ahnung, wohin sie verschwunden ist.
Sie muss das Tattoo sehen. Wir warten in ihrer Wohnung auf sie.
Ja, das könnten wir wirklich. Ich hab irgendwo ihre Schlüssel.
Aber das weiß sie nicht.
Sie denkt, ich hätte sie nicht mehr. Fahren wir zu ihr.
Ja, fahren wir zu ihr. - Ja, fahren wir zu ihr.
Claudia... du bist wunderschön.
Das weißt du, nicht wahr?
Ich suche meine Tochter. Wenn Sie wissen, wo sie ist, sagen Sie es mir
Helfen Sie mir.
Eine meiner Brustwarzen ist länger als die andere. Wie ein Python so lang.
Darum hat man mich damals ins Konzentrationslager gesteckt.
Zu den Juden, und den Schwuchteln.
Man hat mich in eine Kobaltkapsel gesperrt.
Weißt du, was das ist?
Du weißt nicht, was das bedeutet Schmerzen... Furchtbare Qual.
Aber nicht alle haben mich schlecht behandelt.
Es gab auch Leute, die mir vertrauten, mich Dinge lehrten.
Ganz unglaubliche Dinge.
Was ich weiß... und alles, woran ich glaube, hab ich von ihnen gelernt.
Man hat dir gesagt, ich sei kriminell und vollkommen verrückt.
Das ist aber nicht wahr.
Das ist nicht wahr Claudia. Ich bin Wissenschaftler.
Ich experimentiere, ich forsche.
Was bitte ist daran schlimm?
Ich kenne deine Tochter. Ich habe sie in meinen Träumen gesehen.
Aber vielleicht waren es überhaupt keine Träume.
Helfen Sie mir! Helfen Sie mir, meine Tochter zu finden!
Denkst du, ich verstehe deinen Schmerz nicht. Da irrst du dich.
Ich weiß, was du fühlst.
Man sammelt seine Kinder um sich... man unterrichtet sie,
man versucht sie auf den rechten Weg zu führen,
ihnen Werte zu vermitteln und Wissen zu übertragen.
Sagen sie mir bitte einfach nur, was Sie über sie wissen.
Bitte, sieh dir mal diesen Tisch an.
Du siehst nur einen Tisch, nicht wahr?
Weil du nicht in sein Inneres siehst.
Sieh genau hin. Dann werden sich dir einige Dinge offenbaren, Claudia.
In diesem Tisch sind... Termiten. Sie fressen ihn auf, Stück für Stück.
Ohne dass es jemand merkt.
Sie ruhen nie und tun es in aller Stille.
Und zwar solange... bis dieser Tisch zusammenbricht
Das ist das Geheimnis.
Und mit mir verhält es sich genauso, wie mit diesem Tisch.
Claudia, ich bin voller Maden. Sie fressen mich auf.
Ohne dass es jemand merkt.
Die Schmerzen kannst du dir nicht vorstellen. Unerträglich!
Ich werde dir sagen, was ich weiß. Denn ich will dir helfen.
Deine Tochter... sie wartet auf dich!
Du solltest sie da rausholen, wenn du eine gute Mutter bist
Meine Mutter war es nicht.
Wo ist sie jetzt?
Deine Tochter ist an dem Ort an dem alles begonnen hat.
Ich, ich versteh nicht.
Sie sagen, Sie wollen mir helfen,
aber ich versteh den Sinn Ihrer Worte nicht.
Denk darüber nach, Claudia. Du musst dich erinnern.
Bitte, würden Sie... Helfen Sie mir meine Tochter zu finden.
Alles in Ordnung?
Wir wissen so viel wie vorher.
Ich weiß nicht. Da bin ich nicht sicher.
Der Kerl weiß genau, wer Sie sind.
Es ist, als hätte er uns Teile zu einem Puzzle geliefert,
das wir zusammensetzen müssen. - Ein Puzzle? Ich...
Unter Umständen kontrolliert er immer noch alles von hier drin.
Er darf telefonieren.
Das ganze Gequatsche über das Konzentrationslager,
das muss man ihm da eingetrichtert haben.
Das ist die fehlende Verbindung, die der Pater meinte.
Haben Sie die Nummer gesehen auf seinem Arm?
Auf einmal fügt sich alles zusammen.
Aber das heißt auch... Sie dürfen nirgendwo mehr allein sein.
Was soll ich tun?
Wir fahren bei Ihnen vorbei.
Sie packen das Notwendigste ein und kommen mit zu mir. Dort sind Sie...
Das Böse ist der Schlüssel, meine Liebe Claudia!
Es öffnet einem alle Türen.
Das Wichtige ist, sie richtig zu leiten. Meine Kinderchen sind soweit.
Und du bist so gut wie tot.
Dieser Santini weiß mehr, als es den Anschein hat.
Dieses Gerede davon, dass das Böse eine Wissenschaft ist,
ein Schlüssel der Türen öffnet.
Die Treppe. Der Aufzug funktioniert nicht.
Das waren die Worte des Paters. Die Synthese des Bösen.
Ein Akt absoluter Grausamkeit,
um einen höheren Bewusstseins- zustand zu erreichen.
Eins ist sicher, die bereiten irgendwas vor. - Ja, aber was?
Keine Ahnung. Darüber denk ich immer nach. Vielleicht ist es ein Rätsel.
Ich glaube, sie liefern uns Hinweise.
Der Ort, an dem alles angefangen hat, bedeutet etwas.
Denken Sie nach, verdammt!
Wir haben jetzt aber keine Zeit, um nachzudenken.
Meine Tochter ist immer noch was weiß ich wo.
In diesem Augenblick wird sie viel- leicht vergewaltigt der umgebracht.
Und Sie verlangen, dass ich Rätsel löse. Ich hab nicht den Kopf dafür.
Nein! Ich will, dass Sie nachdenken.
Ich will, dass Sie Ihr Gedächtnis martern
und sich erinnern, verdammt noch mal!
Ich weiß es nicht. Ich weiß doch nicht, was er gemeint hat.
Ich weiß nur, dass sie ihr etwas Furchtbares antun werden.
Die bereiten irgendetwas vor und dafür brauchen sie meine Tochter.
Tut mir leid. Ist schon gut, war gedankenlos von mir.
Schnell! Packen Sie das Nötigste zusammen.
Claudia, bleiben Sie wo Sie sind!
Was ist denn?
Kommen Sie nicht näher!
...Gott
Wer ist das? - Toni.
Toni... Verdammt, wer ist Toni?
Er arbeitet für meine Agentur. Was ist hier los?
Die wollen Ihnen Angst einjagen.
Die fürchten sich vor Ihnen, verstehen Sie?
Aber warum? Warum fürchten die sich vor mir?
Sie ist nicht tot.
Wir müssen die Polizei verständigen Wir dürfen nicht länger warten.
Nein! Ich weiß nicht, auf jeden Fall müssen wir hier weg. Schnell!
Ja?
Ich bin's, Quiroga. Ich hab gestern ständig versucht,
sie zu erreichen, aber ist jetzt egal.
Hören Sie, ich glaube, ich hab sie gefunden.
Ich bin auf eine brauchbare Spur gestoßen.
Ja, ich weiß wo sie sind.
War nicht leicht. Ich bin die Nacht wie ein Verrückter rumgefahren.
Von wo aus rufen Sie an? Nein, warten Sie dort. Wir kommen hin.
Nein... Hey! Augenblick, Quiroga! Hallo?
Scheiße, dieser verdammte Idiot!
Was hat er gesagt?
Dass er sie gefunden hat. In einem verlassenen Hotel kurz vor der Stadt.
Er sagt, es liegt neben einer Tankstelle, irgendwo im Norden.
Ich hoffe, er weiß, was er tut.
Ein verlassenes Hotel irgendwo im Norden.
Wir warten an der Tankstelle auf seinen Anruf.
Ich war hier mal in einem Hotel mit meinem Mann,
bevor man die Autobahn gebaut hat. Dort haben wir Angela gezeugt.
Was? Sind Sie sich ganz sicher?
Selbstverständlich. Das ist der Ort an dem alles angefangen hat.
Ich hab's gewusst. Ich wusste, das ist ein Rätsel.
Hat er angerufen? - Nein.
Ich hab den Tankwart gefragt. Er sagt, da hinten ist ein Wald.
Auf der Straße dorthin steht das Hotel. Ist ein Kilometer von hier.
Nein. Nein, nein, nein. Da war keine Straße. Das war nur ein Feldweg.
Damals gab's die Straße nicht. Sie wurde erst vor acht Jahren gebaut.
Das Hotel wurde wegen des Straßenlärms geschlossen. Passt alles.
Sie ziehen sich vor der Welt in verlassene Gebäude zurück, so wie Termiten.
Der Vergleich von Santini. Dieser Wichser!
Ich gehe hin.
Wir können nicht länger warten. Sie bleiben hier, falls er doch anruft.
Was?
Claudia, es geht um Leben und Tod.
Ich bin fast wahnsinnig geworden bei der Suche nach meiner Tochter
und jetzt soll ich nichts tun. Ich bin ihre Mutter. Ich...
Wir wissen nicht, was uns da drin erwartet.
Ich will nicht, dass Sie ein Risiko eingehen.
Weder Sie noch Ihre Tochter. Deswegen geh ich allein.
Nein. Ich muss sie da rausholen.
Ich hab es bis hierher geschafft und werde jetzt nicht aufgeben.
Lassen Sie los!
Claudia, Sie müssen sich beruhigen.
Sehen Sie sich doch an. Sie sind hysterisch.
Bringen Sie sie mir wieder, Massera. Sie müssen sie mir wiederbringen.
Das werde ich. Geben Sie mir eine halbe Stunde, dann rufen Sie die Polizei.
Verstanden?
Verstanden?!
Ja. - Gut.
Die Fische... ich hab sie nicht gefüttert. Sie sterben.
Ja?
Mama? Ich bin's.
Angela, wo bist du?
In dem Haus. Ich hab furchtbare Angst.
Ich glaube, Sie haben deine Freunde umgebracht. - Nein!
Hilf mir, Mama! Beeil dich! Bitte, sie kommen bald zurück! Beeil dich!
Wir haben auf dich gewartet. Du hast lange gebraucht, herzukommen.
Wo ist meine Tochter?
Du kommst zu spät. Sie ist jetzt eine von uns.
Ich... will... meine Tochter! Sie gehört zu mir!
Und zu mir!
Hattest du das vergessen, Schatz?
Du? Was ist hier los? Was suchst du hier?
Die Wahrheit. Die war dir doch immer so wichtig, nicht?
Ich träume. Ich träume. Ich träume.
Du hast immer noch nicht verstanden, was?
Es ging um Angela. Sie war der Inbegriff der Reinheit.
Eine Reinheit, die wir ihr durch und durch ausgetrieben haben.
Und du hast sie mir geschenkt.
Wo ist sie? Was habt ihr mit ihr gemacht?
Das solltest du lieber nicht fragen.
Aber sie ist jetzt unser Werkzeug. Unser bestes.
Nein. Du gibst sie mir wieder. Ich will sie zurück. Ich hab ein Recht darauf.
Ein Recht? Du willst es nicht verstehen.
Du bist hier, weil wir dich hergelockt haben.
Wir mussten dich vorbereiten. Doch jetzt denke ich bist du soweit.
Sieh dich doch an.
Wir haben ein Spinnennetz gewoben aus Hinweisen, die dich herführen sollten.
Was für Hinweise? Ich versteh nicht.
Du bist ja so unbedarft, Claudia.
Das Haus am Strand... das ist ein Kinderspiel für uns gewesen.
Die Gehhilfe in der Kiste. Das Video.
Aber wir wollten dir noch mehr helfen.
Wir wussten, die Typen von der Zeitung würden uns von Nutzen sein.
Es war so einfach.
Du hast brav alle Köder geschluckt und jetzt bist du hier.
Das hast du fein gemacht.
Aber wieso?
Wieso? Weil unser Ziel nicht mehr weit entfernt ist.
Wir werden das erreichen, was noch nie jemandem vor uns gelungen ist.
Wir sind die Wegbereiter.
Wir werden das Böse vervollkommnen... in seinen reinsten Zustand.
Das Böse in seiner ursprünglichsten Form, Claudia.
In aller Konsequenz. In höchster Ekstase.
Und du darfst Zeugin sein.
Du Scheißkerl! Ich lass nicht zu, dass ihr ihr was antut!!
Sie ist meine Tochter!
Lauf nur... lauf nur.
Oh, Claudia. Was wir tun werden, geht weit über das hinaus,
was je ein Mensch getan hat.
Angela!!
Ah, es wird wundervoll werden. Du kannst dir nicht vorstellen wie wundervoll.
Und du... du darfst es mit ansehen.
Du blödes Arschloch! Du hast das alles arrangiert, von Anfang an.
Oh nein. Ich war das nicht.
Nein...
Nein!
Das war ich, Mama!
Ich ganz allein!
Angela.
Nenn mich nicht so! Ich habe keinen Namen.
Schätzchen, ich bin's, Mama.
Die Ekstase, Claudia. Willkommen in der neuen Welt.
Was habt ihr mit ihr gemacht?
Die Synthese, Claudia. Und diesmal ist sie vollkommen.
Das ist die Essenz. Es hat nicht gereicht, zu zerstören und zu foltern.
Es war nicht genug.
Erst wenn man auch das Herz tötet, nennt man es... Perversion.
Die Umkehrung des Guten.
Halt endlich die Schnauze!
Wo, wo ist sie?
Such nicht weiter, Mama. Ich habe sie hier.
Gut so, erschieß sie, mein Schätzchen.
Wie wir beide es so schön geübt haben.
Hör nicht auf ihn. Hör nicht auf ihn!
Worauf wartest du denn noch?
Lass sie fallen. Die benutzen dich doch nur, Schatz.
Bring sie um!!
Nein. Tu's nicht. Tu's nicht!
Mach schon! Mach schon! Bring sie um! Bring sie endlich um!!
Oh Mann, sei still!!
Ich konnte es nicht mehr ertragen. Sie haben mich dazu gezwungen.
Bitte, bitte Mama. Du musst mir verzeihen.
Du hast mich noch lieb, oder? Bitte!
Natürlich hab ich dich lieb. Ich hab dich so lieb. So unendlich lieb.
Es ist vorbei, Süße. Glaub mir, jetzt können sie uns nichts mehr tun.
Sag, wie unglaublich lieb du mich hast.
Ich hab dich so unglaublich lieb. Ich liebe dich.
Gut. So leidest du mehr.
Du wirst so sehr leiden, mehr als sie sich erträumt hätten.
Was dich erwartet, ist tausendmal schlimmer als der Tod.
Es ist das, wonach sie streben. Es ist die Synthese.
Aber ich werde sie nicht zusehen lassen. Das hier ist nur für uns.
Für dich, du blöde Nutte! Und für mich.
Was hast du vor?
Ich ruf dich wieder an!
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