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Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag von MDR/Radio Bremen
♪ 20 Jahre ist es her, da herrschte in diesem Land,
ein Geist mit großer Zauberkraft, Mercurius genannt.
Wem dieser Geist zu Diensten war, stand stets ein Wunsch bereit.
Doch leider war sein Meister hier der böse Gutsherr Veith.
Mercurius, Mercurius, der Geist gehört gebannt.
Mercurius, Mercurius, bringst Elend übers Land. ♪
Eure Hoheit, die kaiserliche Kutsche steht bereit.
♪ Der Gutsherr Veith war skrupellos,
nahm jeden sich zum Knecht.
Er unterwarf das ganze Dorf, war grausam, ungerecht.
Der Geist gehorchte willenlos, nahm alle Leute aus.
Sie gaben Veith ihr ganzes Geld, der lebte in Saus und Braus.
Mercurius, Mercurius, der Geist gehört gebannt.
Mercurius, Mercurius, bringst Elend übers Land.
Doch gab es ein Geschwisterpaar, die hatten Veith durchschaut.
Der Dorfarzt und die Kräuterfrau, die haben sich getraut.
Mit List und Mut und Zauberkraft, als Veith beim Schlemmen saß,
da fingen sie Mercurius und sperrten ihn ins Glas. ♪
Monsieur le Docteur,
wollt Ihr mich nicht endlich aus diesem scheußlichen Glas rauslassen?
Ihre Schwester Eda wäre himmelentzückt.
Mit der habe ich nichts mehr zu tun dank dir.
Ich würde das gerne wiedergutmachen.
20 Jahre hock ich schon in diesem Ding.
Das ist schrecklich. C'est terrible.
Schrecklich war, was du den Menschen im Dorf angetan hast.
Veith war schuld. Ich habe getan, was er mir befohlen hat.
Damit das nicht noch mal vorkommt, bleibst du, wo du bist.
(Mann) Dr. Roth? - Bitte nicht.
Ja doch, ich komme.
Hier ist mir doch ganz finsterbang!
Hallo Sophia, hier sind die Leinentücher und Glasflaschen.
Und der Brief für den Herrn Doktor.
Der ist von meinem Vater.
Danke. - Gern geschehen.
Sophia, ich habe was für dich.
* Musik *
Da musst du wohl noch ein bisschen üben?
Zu viel Ziegenkraut, du alter Charmeur.
Als mein Lehrling solltest du das wissen.
Die Kräuter für die Hexe. Gib du sie ihr.
Sie ist eine Kräuterfrau. - Hexe ist Hexe.
Eda? Die gewünschten Gewürze.
Hier, bitte schön.
Sehr schön.
Eine Kleinigkeit.
Hier.
Danke schön.
Du nimmst doch wohl nicht das Geld einer Hexe? - Ich doch nicht.
Aber von dir.
Dr. Roth.
Von Ihrem Vater?
Bestimmt will er sich erkundigen, wie Sie sich anstellen.
Er hat gut daran getan, Sie Medizin studieren zu lassen.
Auch wenn er sich das als Holzfäller kaum leisten kann.
Er wird stolz sein, wenn Sie eines Tages Ihre eigene Praxis eröffnen.
Ich übrigens auch.
Wie heißt der Balsam, den wir eben benutzt haben?
Balsam vulneraria. Seite 345.
Stellen Sie ihn her.
Ich darf?
Ganz allein?
Unter einer Bedingung. Sie...
...halten sich von dem Medizinschrank fern. - Genau.
"Wundheilung und Selbstheilung unterstützen..."
Monsieur le Docteur?
Monsieur le Docteur, bitte nur eine Frage.
Bitte!
Hallo? Monsieur le Docteur, hallo.
Hallo Monsieur le Docteur.
Hallo?
Bonjour, meine Hübsche.
Euch bin ich ja noch nie begegnet.
Oh, wie unhöflich von mir. Verzeihung.
Gestatten, Mercurius.
Geist.
Und Ihr seid?
* klopft* Jetzt wäre der Moment,
in dem Ihr mir Euren werten Namen verratet.
Sophia. Ich...
...arbeite hier und...
Du bist der Geist,
den Dr. Roth und seine Schwester eingefangen haben. - Wartet.
Lasst mich erklären, wie es wirklich war.
Ich bin aus Versehen in diesem Glas gelandet.
Ich habe niemals etwas Schlimmes angestellt. Jamais.
* Musik *
Sophia! Ich habe Ihnen doch gesagt... * Klirren *
* Rauschen *
(lacht)
Das fühlt sich glitzergut an.
Merci beaucoup Madame.
Ins Glas mit dir. Sofort.
Monsieur le Docteur, Sie wissen doch, ich werde erwartet.
Enchanté, au revoir und auf Wiedersehen.
Ach Willi. - Die Axt im Haus erspart den Mann im Walde.
Den Zimmermann, du Dödel. - Sieh her.
Vielleicht ist es besser, wenn die Axt zu Hause bleibt.
(Frau) Schaut mal.
Was ist das? - Oh mein Gott!
(alle reden durcheinander)
Teufel, was ist das? - Um Gottes willen.
(Dorfbewohner schreien)
(Frau) Um Gottes willen.
Was ist das?
Das ist Mercurius. - Der Geist?
Wen kennst du noch, der Mercurius heißt? - Da war dieser...
Mann, Willi.
(lacht boshaft)
Himmelheiter fühl ich mich, denn ich bin wieder frei.
(lacht)
Ist Ihnen eigentlich klar, wie schlimm es damals war?
Ich kenne das Lied. Ja.
Das Lied kann nicht beschreiben,
wie sehr die Dorfbewohner gelitten haben.
Sie haben Veith all ihr Hab und Gut überlassen,
und manch einer hat seine Liebsten nie wieder gesehen.
Weil Veith sie in Steine verwandelte.
Stehen Sie auf, wenn ich mit Ihnen spreche.
Ich habe Ihnen vertraut, Sophia.
Ich habe Sie für eine vernünftige junge Frau gehalten.
Sie haben gegen meine Vorschrift gehandelt.
Das ist unverzeihlich.
Ihr Vater hat geschrieben,
dass er sich Ihr praktisches Jahr nicht mehr leisten kann.
Sie fahren morgen früh nach Hause.
* Musik *
(lacht)
Und hier, meine verehrten Damen und auch Männlichkeiten,
unser Tor 1.
Brillant gesichert, unzerstörbar.
Niemand kommt hier durch, außer mir natürlich.
Tor Nummer 2 ist mir auch einerlei.
Fex?
Recht hat er, gehe ich auch zurück ins Haus.
Hier passiert ja sowieso nix mehr.
(lacht)
Schnabelschnell eil ich zu Veith,
so heißt mein Herr, der ist gescheit. - Mercurius?
Liebster Mercurius.
Bonjour, guten Tag und enchanté.
Mein gewitzter, verschmitzter und sehr lang vermisster Herr...
...Veith?
Mein Mercurius. Er ist wieder da.
Was ist das für ein höllenhaariges Drachending? - Das ist Fex.
Wo hast du all die Jahre gesteckt? - In einem Glas.
Jeden Tag habe ich nach dir gerufen.
Ich konnte nicht weg wegen deiner blöden Tore.
Sie sollten Euch beschützen.
Und meine Befehle? - Die sind an dem Glas abgeprallt.
Aber durch einen klugen Trick konnte ich mich befreien.
Und der Arzt und die Hexe?
Der Arzt kann kaum noch gehen, die Hexe wurde nie wieder gesehen.
Die beiden sind zerstritten. - Sehr gut. Ich hab Hunger.
Ihr erinnert euch, je mehr Wünsche,
desto anstrengender für mein schummelschlaues Hummelhirn.
Ja nun, sagt Euren Wunsch.
Ich wünsche mir einen Braten mit Knödeln, Kraut, Wein,
ein großes Filet für Fex.
Und neue Kleider. - Oh ja.
Mein Herr Veith,
im Salon ist angerichtet.
Das will ich doch hoffen.
Zur Seite, geht zur Seite.
Was willst du? - Mercurius war vor meiner Hütte.
Wie konnte das passieren? Das Glas hatte einen magischen Schutz.
Magischer Schutz?
Ohne den hätten wir Mercurius nie eingefangen. - Es ist meine Schuld.
Ich hab das Glas fallen lassen.
Ich werde Mercurius wieder einfangen. (Eda) Du?
Du kommst nicht mal bis zum 1. Tor.
Da hast du ausnahmsweise recht.
Und ich weiß, wem ich das zu verdanken habe.
Jemand muss Mercurius folgen.
Jemand, den Mercurius nicht kennt. Du.
Kommt schon. Jemand, der klug ist, jemand der mutig ist und tapfer.
Ja. - Du.
Ach so, nee.
Wir müssen auch gleich noch... - Jaja, er hat recht.
Bleibt doch, Mensch. Bleibt doch hier.
Ich werde gehen.
Ich begleite dich.
Und ich komme auch mit.
Nein, Ella. Kommt nicht infrage.
Ich glaube, ihr 2...
...seid genau die Richtigen.
(Veith) Den Bäcker holst du morgen früh
und den Koch, den Zimmermann, ich werde sie versklaven.
Alles werde ich ihnen wegnehmen, ihr Geld, ihr Essen,
ihre gesamte Ernte, alles will ich, alles.
Und wenn sie nicht gehorchen... - Dann verwandle ich sie in Steine.
Den Doktor und die Hexe, soll ich die auch holen? - Auf keinen Fall.
Oder glaubst du, sie könnten uns was anhaben?
Absolut nicht, nein. So sprecht Euren Wunsch aus.
Ich wünsche mir, dass die Dorfbewohner für mich schuften.
Sie sollen mir ihr Hab und Gut geben,
bis ihnen nichts mehr übrig bleibt. - Ja, so soll es sein.
(schlürft)
(ein Hahn kräht)
(Schafe blöken)
* leises Gemurmel *
(Eda) Mercurius gehört zur Gattung der Kleingeister.
Er ist ein Geist mit eher mittelmäßigen Kräften,
aber gefährlich.
Denn er gehorcht seinem Herrn bedingungslos, ob gut oder böse.
Angeblich war er früher im Dienst eines französischen Herzogs
und sehr freundlich.
Als der starb, hat ein fahrender Händler ihn an Veith verkauft.
Wie konnten sie Mercurius fangen?
Er ist ein Feigling.
Ohne seinen Gebieter bekommt er Angst.
Ich habe Veith damals ein Schlafmittel gegeben.
Danach wollte Mercurius in sein Glas.
Hast du davon noch etwas? - Nein.
Aber ich habe ein Glas mitgebracht.
Das Glas muss bauchig sein, damit der magische Schutz wirkt.
Außerdem muss der Pfropfen aus Holz sein.
Das ist ein starkes Aurumpulver.
Es verwandelt alles, was ihr damit bestäubt, in Gold.
Dann sagt ihr: Estarrum, Estarrum.
Sprecht. (beide) Estarrum, Estarrum.
Vielleicht kannst du damit Veith unschädlich machen.
Diesmal für immer.
Und das hier.
Nein. - Doch, das sind die Tränen eines Mammuts.
Verwende sie nur in äußerster Gefahr.
Aber sei gewarnt, zweifelst du nur einen Moment,
verlieren sie ihre Wirkung.
Vertraue. - Das ist doch alles Humbug.
Hier ist Verbandszeug, das wird euch nützlicher sein.
Danke schön.
* Musik *
Wenn Mercurius noch mal kommt, werde ich ihn zerschmettern.
Und dann wird er sich vor lauter Angst in die Hose machen.
Wirst schon sehen.
Es ist Mercurius, rennt um euer Leben.
So schnell ihr könnt.
* Schreie *
Du und du.
Und ihr.
Und ihr.
Und du.
(lacht bösartig)
Auf den Karren mit euren Sachen.
Los.
(alle) Meister, Meister, Meister, Meister, Meister.
Himmelentzückt wird mein Meister sein.
Hopp, hopp.
Na hopp, hopp, das geht schneller.
(alle) Meister, Meister, Meister, Meister, Meister.
Kommt mit und zwar geschwind.
(Willi) Dann freut der Gutsherr sich wie ein Rind.
Kind. - Rind, Kind.
(alle) Meister, Meister, Meister, Meister.
(Willi) Kind, Kind, Kind.
Kurz bevor wir Mercurius in sein Glas bannten,
konnte er Veiths Versteck mit 2 magischen Toren versiegeln.
Fordert den Geist heraus.
Je mehr Wünsche er erfüllen muss, desto verwirrter ist er.
Und wir behalten euch im Auge.
(murmelt einen Zauberspruch)
(Jakob) Da.
Mercurius war bereits im Dorf.
Wir folgen ihm.
Und ich kümmere mich um das magische Glas.
Ich brauche noch meine Sachen.
Passt auf euch auf.
Und du?
Ich will sehen, ob die beiden es durch das 1. Tor schaffen.
Das kann diese Karte doch, oder? - Ja.
(Jakob) Weit vor uns können sie nicht sein. Die Spuren sind frisch.
Kannst du Spuren lesen? - Ja.
Das habe ich bei den Wildhütern gelernt einen ganzen Winter lang.
Ich war auch in Frankreich.
4 Jahre in Montpellier zum Medizinstudium.
4 Jahre, an einem Ort?
So ein Medizinstudium braucht seine Zeit.
Es war sehr lehrreich. - Und nicht langweilig?
Es war schon immer mein Traum, Medizin zu studieren.
Aber mein Vater hat kein Geld mehr.
Dr. Roth hat mich rausgeworfen. - Du willst also aufgeben?
Nein.
Ich werde Dr. Roth überzeugen.
Und das Geldproblem löse ich auch.
Die Spuren eines Holzkarrens zu lesen,
hat der Wildhüter dir wohl nicht beigebracht.
Das habe ich extra so gemacht, Frau Doktorin.
Ganz bestimmt, Herr Kräutermann.
(lacht)
Kribbelkrabbel, stellt euch vor, gleich geht es durch das 1. Tor.
(Dorfbewohner) Meister, Meister, Meister, Meister.
(Willi) Wie sollen wir da durchkommen?
(Zimmermann) Simsalabim. - Los.
Wir haben den Geist dabei. (Willi) Ach ja.
Sophia gefällt mir sehr.
Ich habe sie entlassen nach ihrem Fehltritt.
Sie ist talentiert, engagiert.
Du kannst sie doch nicht gehen lassen.
Halt!
Alle ruhig, sofort.
Hm. So ist es fein, ihr Helferlein.
Du bist doch die Gehilfin vom Monsieur le Docteur.
Du hast mich freigelassen.
Genau.
Und weil ich Ärztin bin, komme ich mit.
Das wolltest du doch so.
Natürlich. Ich bin ein richtiges Donnerwettermännchen.
Was suchst du in deiner Tasche? - Nichts.
Aber dich habe ich noch nie gesehen.
Oder bin ich etwa augenblöde?
Ich bin Zauberkünstler. Soll ich dir einen Kartentrick vorführen?
Ich liebe Kartentricks.
Pass gut auf. Und achte auf die Karten.
Wo ist der Herzkönig?
Ich weiß es nicht. Das macht mich ganz wimmelsinnig.
Du verstehst nicht, wie der Kartentrick funktioniert? - Doch.
Lass mich nur nachdenken.
Wie hat er das gemacht? Wie geht das nur?
Iss von der Blüte, kaue sie gut. Vertrau mir.
Wo ist die Karte?
Zauberer...
Aus dem Dorf?
Ha.
Ich hab euch gar nicht aus dem Dorf mitgenommen.
Der Doktor und die Hexe schicken euch, hab ich recht?
Was esst ihr da? - Das gehört zum Zaubertrick.
Nein, das ist borstenböse, aufhören.
Jakob?
Was?
Halt, halt, macht doch was.
Wo sind sie hin?
Unsichtbar.
Die können doch nicht verschwunden sein?
In 20 Wimpernschlägen tauchen die wieder auf.
Hoffentlich auf der anderen Seite des Tors.
Macht was. Sucht sie, fangt sie, irgendwas.
(alle) Meister, Meister, Meister, Meister.
Ich krieg euch.
Ihr Unsichtbaren, finde euch.
Halt!
Sagt mir, wo ihr euch versteckt habt, tout suite. Sofort!
Erwischt.
Nein.
Wenn ihr glaubt, ihr könntet mich in die Irre führen...
Wo sind wir? - Keine Ahnung.
Sind das alles Tore? Müssen wir da rein?
Wo sind sie?
Wo seid ihr?
Wo sind, haben sie es hierher geschafft, oder haben sie es nicht?
Wenn ich euch finde, dann werdet ihr eures Lebens nicht mehr froh.
Was ist das? Schneller! Schneller!
(alle) Meister, Meister, Meister, Meister. - Na los, faules Pack.
Da sind sie wieder. - Habe ich dir doch gesagt.
Irgendetwas an der Karte stimmt nicht.
Ähm. Wird das eine medizinische Untersuchung?
Wir waren unsichtbar. - Ja, das war eine Elfenstrauchblüte.
Gibt es dafür eine wissenschaftliche Erklärung?
Welche Wirkstoffe hat diese Pflanze? - Das ist Magie.
Es gibt keine Magie. - Klar, ich habe...
Was ist los?
Da hat mich Mercurius wohl erwischt, Frau Doktorin.
Ich kümmere mich um das magische Glas.
Es wird nichts passieren, ich verspreche es dir. - Und wenn doch?
Wenn den beiden deinetwegen etwas zustößt?
Du hast schon genug Schaden angerichtet mit deiner Hexerei.
So wie damals mit meinem Bein. - Malik, es tut mir leid.
Aber diesen Fehler mache ich nicht noch mal.
Na endlich. Braver Geist. - Mein Herr, voilà.
Alle sind da. - Wurde ja auch Zeit.
Jetzt sag ihnen, was zu tun ist.
Fangt an, zu schuften, dem Gutsherrn zum Dank,
bis der Hof ist blinkerblank.
Hopp, hopp!
(alle) Blinkerblank, blinkerblank, blinkerblank.
Und ich mache erst mal ein Nickerchen.
Ich denke oft an damals zurück,
als wir noch gemeinsame Pläne hatten.
Die Dinge haben sich eben anders entwickelt.
Dann trennen sich hier unsere Wege? - Nein.
Ich komme natürlich mit.
Ich dachte, du hältst das alles für Humbug?
Ich möchte auf der Karte sehen, wie weit Jakob und Sophia gekommen sind.
Komm.
* Musik *
Hier ist eine Öffnung, wie eine Art Schlüsselloch.
Aber ohne Schlüssel.
Wenn wir das Tor mit dem Aurumpulver bestreuen...
...haben wir ein Tor aus Gold statt aus Holz.
Wir müssen uns erst mal ein genaues Bild machen.
So wie wenn man einen Patienten untersucht.
Nur, dass dein Patient im Sterben liegt. - Übertreib nicht.
So eine kleine Stichwunde hat noch nie jemanden umgebracht.
Mitfühlend, aber Sie sind keine gute Lügnerin.
Es ist ein Rätsel. Aber wo ist der Schlüssel?
Es ist ein magisches Tor.
So wie das 1. - Unsinn, ich glaub nicht an Magie.
Jakob.
Nein.
Es wird schon verheilen, irgendwann.
Ich habe Durst.
Durst? Habt ihr mich in all den Jahren gefragt, ob ich Durst habe?
Apropos, Geist?
Geist! - Ja.
Ich habe Durst und Hunger. - Wieder ein Wunsch.
Langsam leide ich unter Gemütsermattung.
Bring mir was zu trinken. - So sei es.
Es ist angerichtet, wie immer im Salon.
Fieber.
Hörst du die Vögel? Sie singen.
Ja, wunderschön.
♪ Oh, du holde Fee.
Wie glänzt dein Haar im Mondenschein.
Es ist der Schlüssel. ♪
Schlüssel...
Schlüsselbein.
Schlüsselbein.
Schlüsselbein.
Es muss doch irgendwo sein.
Wirbelsäule, nee.
Schlüsselbein.
* Musik *
Es hat funktioniert. Jakob, wir sind gerettet.
Komm.
Vorsichtig.
(Jakob stöhnt) Jakob, du musst bei mir bleiben.
Bleib wach. Wir haben es gleich, okay?
Ich muss die Blutung stoppen.
Eigentlich müsste ich nähen, aber...
Jakob, bleib bei mir.
So, wir haben es gleich.
Schau mal da vorne.
Hier ist ein Schmerzmittel. Es wird dein Fieber senken.
(Veith) Sahnetorte mit Würstchen?
(murmelt) Ein wunderherrliches Mischgemäsch, Gemischelmasch.
Wenigstens hat es satt gemacht.
(Fex winselt)
Fex, was ist los?
Aus!
Geist. Fex will noch eine Runde drehen. - Hm.
Geist! - Hm?
* Knurren und Bellen *
(flüstert) Jakob
Jakob.
* Knurren * Ein Wolf.
Ist wohl eher ein Hund.
Lass mich mal machen.
Hallo.
Hast du Hunger?
Gehörst du zu Veith?
Gibt er dir nichts zu essen?
Komm her.
Fein.
Du bist ja gar nicht so unfreundlich.
Hast du etwa einen neuen Freund gefunden?
Bist du eifersüchtig?
Du... Du solltest jetzt besser schlafen.
Damit ich schnell wieder gesund werde.
Klar.
Geist. Wach auf. - Hm?
Mir gefällt das nicht. Fex, er war noch nie so lange weg.
Irgendwas ist da draußen.
Ein Mausilein, ein Hasilein, ein Hirschilein.
Oder der Arzt und seine Hexenschwester. - Nein, nein.
Ich hatte doch gesagt,
dass sie nicht nimmermals das Dorf verlassen haben.
Ich will mich selbst überzeugen. Ich wünsche mir,
dass du mich verkleidet zum Haus der Hexe zauberst.
Und wehe, es geht schief.
Geist? - Ja?
Ich bin noch da. - Ja.
Bedecke den Kessel und lasse das Elixier bis zum Morgengrauen
im Schein des Mondes ruhen.
Verzeiht, gute Frau.
Guten Abend. Wo kommt Ihr denn her? - Von weit her bin ich gelaufen.
Weil man sich viel erzählt über Eure Hexen...
Euer Kräuterwissen. - Was fehlt Euch denn?
Mein Kreuz, mein altes. Der Kopf, die Glieder.
Hättet Ihr nicht ein Mittel, das gegen alle Schmerzen hilft?
Ein sehr gutes sogar. Setzt Euch.
(äfft sie nach) Setzt euch.
Igitt! (spukt)
"Captum-Elixier. Wie man Geister bannt."
Ich wusste es.
Den Trank versau ich dir. "Wie man Geister bannt."
So.
Wie man Geiser bannt, werde ich dir...
Das ist ein Sud, den ich gestern angerührt...
Komische Frau.
Die Hexe. Natürlich versucht sie, dich wieder in ein Glas zu bannen.
Wer seid ihr? - Veith. Du hast mich doch in dieses Kostüm gehext.
Oha. - Einen Hexentrank hat sie angerührt.
Aber ich habe ihn zerstört. - Taubentoll.
Darf ich weiterschlafen? - Hör mir zu.
Morgen gehst du mit meinen Untertanen ins Dorf.
Sie sollen alles holen, was ihnen wertvoll ist.
Geld, Schmuck, Silber. Ich will alles von ihnen.
Und jetzt zaubere mir diese alberne Verkleidung weg.
Jetzt mach. Ich will schlafen.
Ich befürchte, ihr werdet bis morgen warten müssen.
Meine Zauberkräfte sind verbraucht, oui, oui Madame.
Ich bin keine Madame.
* Musik *
Mercurius.
(alle) Meister, Meister, Meister, Meister.
Jakob?
Jakob!
Jakob!
Leb ich noch?
Vielleicht nicht mehr lang.
(flüstert) Die Tränen des Mammuts.
Die was?
Mammut.
Aber... - Es funktioniert.
Du musst nur fest daran glauben.
Aber ich kann nicht. - Du kannst.
Ich weiß es.
Es gibt keine... - Doch.
Es gibt sie. Magie.
(Eda) "Aber sei gewarnt:
Zweifelst du nur einen Moment, verlieren sie ihre Wirkung."
(Jakob holt tief Luft) Jakob?
Jakob?
Jakob!
Jakob.
(schreit auf)
Jakob.
Kribbelkrabbel-Krausemaus, holt alles raus aus eurem Haus.
Mercurius will zurück ins Dorf. - Dann ist Veith allein.
Lass uns los. - Gerade konntest du dich nicht mal aufrichten.
Ich fühle mich wie neugeboren.
Und das Glas?
Eda hat gesagt, dass wir es beizeiten in den Händen halten.
Jetzt müssen wir nur noch das Glas in das Elixier tauchen.
Nein.
So viel zu deiner Magie. - Malik.
Die Frau von gestern...
Sie kam mir gleich so komisch vor.
Jakob und Sophia sind auf dem Weg zum Gutshof.
Und Mercurius auf dem Weg zum Dorf?
Was machst du da?
Damit kann ich die Zeit rückwärtsdrehen.
Da.
Veith?
Er war die alte Frau.
Er hat das Captum-Elixier zerstört.
Der Omnihilus-Sud.
Jedes der Kräuter hat neben seiner heilenden Wirkung
auch magische Kräfte.
Hirschzungenblätter schützen vor bösen Geistern.
Gamander hilft bei Zauber. Das ist es.
Wenn es mir gelingt, die magische Wirkung des Suds zu beleben.
Das ist unsere einzige Chance.
(Zimmermann) Unser Erspartes für Veith.
Alles, was wir haben. (Willi) Warum machen wir das?
Weil wir verzaubert sind. - Ach ja.
Dingsda, beeilt euch jetzt.
Und ich komme mit zu guter Letzt.
Irgendwas läuft gerade völlig fehlerfalsch. Halt!
Stopp, die Richtung.
Umdrehen.
Nee.
Umdrehen.
(schreit) Umdrehen!
Das war die falsche Richtung. Und jetzt los! Hopp!
Ihr Gelegenheitsdenker!
Die Tränen des Mammuts waren nutzlos. - Ach wirklich?
Ja, ohne meinen Schlag... - Hätte ich keine gebrochenen Rippen.
Sich einfach nur auf Zauberei zu verlassen. - Hey.
Du hast uns jetzt 2-mal gerettet.
Ob mit oder ohne Magie, ich bin am Leben dank dir.
Was kann uns noch passieren? - Na ja, wir haben kein Glas.
Wir wissen nicht, wo Mercurius ist, wir...
Noch so ein fauler Zauber. - War es so schlimm?
Du stehst ab sofort unter meiner Kontrolle. - So?
Wo willst du hin?
Ich stehe unter deiner Kontrolle. - Ich wollte nicht alles bestimmen.
Dann sollten wir uns verstecken. - Das wollte ich eben vorschlagen.
(Fex bellt)
"Um die Wirkung des Suds zu verstärken,
füge 3 Tropfen Spiritus vini hinzu."
Oh nein!
Habe ich nicht da. - Spiritus vini?
Habe ich in der Praxis. Kann ich dir holen.
Das geht schneller.
(knurrt)
(Veith) Dir geht das alles zu langsam, mir auch.
Ich wünsche mir, dass meine Untertanen
auf der Stelle ihre Geschenke bringen.
Wie katzenhirnig von Euch, Madame.
Bin keine Madame. Und ich habe auch kein Katzenhirn.
Unser gesamtes Erspartes.
Nur für Euch. - Jajaja. Geist.
Verwandle die Dorfbewohner in Steine.
Sie gehen mir auf die Nerven.
Aber Herr, meine Kraft. - Tu es, jetzt.
Nein.
Was war das?
Vielleicht die Ärztin und der Zauberer,
die habe ich gestern... - Was?
Oha. - Zeig mir die Eindringlinge.
Ja.
(Eda) 1, 2, 3.
Es hat funktioniert.
(Ella) Eda? Dr. Roth?
Der passt nicht.
Eda? Dr. Roth?
Dr. Roth, Eda, Mercurius, er war im Dorf, sie haben alles geplündert.
Was hast du da? - Habe ich geschnitzt.
Kannst du hier was wegnehmen, damit der Pfropfen passt? - Klar.
Aber es muss schnell gehen. - Kein Problem.
Was wollt ihr hier?
Wir sind hier, um Mercurius zu bannen. - Ihr?
Und wie wollt ihr das tun?
Äh.
Fertig.
Er passt. - Und wie kommt das Glas zu den beiden?
Na damit.
(Veith) Verwandle die beiden in Hühner, Würmer, Steine.
Wie euer Hochmut es befehlen.
Worauf wartest du?
In Steine, Würmer, Federvieh verwandele ich euch mit Magie.
Äh.
Geist, was ist los?
Das Aurum-Pulver.
Mein Kopf ist kribbelkrabbel...
Gib es mir. - Aber... - Vertrau mir.
Wartet. - Wartet?
Oh Veith, mein Herr, Eure Gütigkeit ist über alle Grenzen bekannt.
Ich bin Ärztin.
Ich möchte Euch dienen bis an mein Lebensende. - Was redet sie da?
Zauber sie weg, sofort. - Was? Ich, ähm.
Halt! Du kannst doch gar nicht zaubern, oder?
Du fliegende Vogelscheuche. - Was hast du gesagt?
Die 2 Tore, Vogelschiss.
Das bist du doch auch, lächerlich. - Ich...
Herr? Herr, er hat mich Vogelscheuche genannt.
Herr, ich... - Ihr schwitzt.
Habt Ihr Fieber?
Oder fürchtet Ihr Euch vor einer Frau?
Nein, das ist ein fiesenböser Trick!
Estarrum, Estarrum.
(schreit) Nein!
Was habt Ihr mit meinem Herrn gemacht?
Komm her, komm her, komm her. - Macht das...
...weg.
Ich war Euch immer pudeltreu.
Bitte, bitte, bitte, bitte werdet wieder lebendig.
Was soll ich denn jetzt machen?
Veith kann dir keine Befehle mehr erteilen.
Du bist auf dich allein gestellt.
Da wir wird mir ja ganz finsterbang.
Aber hier...
...bist du sicher.
Nein!
Nimmermals gehe ich zurück. - Du hast keine Wahl.
Denn ohne deinen Herrn bist du nur ein...
Nimmernichts und niemand mehr.
Ins Glas, da muss Mercurius.
Denn mit dem Zauber ist jetzt Schluss.
(Frau) Wir sind gerettet.
(Mann) Du lebst.
Mercurius ist gebannt. Mercurius ist gebannt!
Mercurius ist gebannt!
Wir sind wieder da.
Ich wusste, dass ihr es schafft.
Ich auch.
Meine Zeit hier ist zu Ende.
Ich kehre noch heute zu meinem Vater zurück.
Nein, Sophia. Ihr praktisches Jahr beenden Sie bei mir.
Ich versperre einer talentierten Nachwuchsärztin nicht den Weg.
Wirklich?
Hey! - Ich hab es gesagt.
Ich wusste es, ich hab es gewusst.
Hallo?
* Klopfen * Hallo?
Und was ist mit mir?
Soll ich jetzt ewig in dem Glas sitzen?
Ich habe da eine Idee.
* Musik *
Copyright MDR/Radio Bremen 2021
♪ Mercurius, Mercurius, der Geist, er ist gebannt.
Mercurius, Mercurius, bringt Freude übers Land. ♪
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