All language subtitles for [SubtitleTools.com] 2024-10-01_ardmediathek_Tatort - Mord ist die beste Medizin (2014)_http_1280x720

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR

* Tatort-Titelmusik *

Frank Thiel

Prof. Karl-Friedrich Boerne

Nicht ganz so wild.

Nadeshda Krusenstern Silke Haller, "Alberich"

Dieser Steinhaufen ist ein "Alpinum".

Oh, hallo.

Ihr seht, dass alles voller Steinchen, voller Schotter ist.

Wenn ihr genau hinschaut, sind dazwischen Pflanzenteilchen...

Kommen Sie...

Sag mal!

Frau Esebeck.

Da stirbt einer. - Was?

Noch mal defibrillieren.

Mia, kommst du auch?

Ich habe gesehen, wie das passiert ist.

Du hast den Notruf gemacht? Schreibe deinen Namen auf.

Der Mann wird sich bei dir bedanken, wenn er wieder gesund ist.

Na? Noch mal nüchtern Blut abnehmen,

bevor Sie sich morgen die Kante geben?

Sie überschätzen sich, wenn Sie glauben,

dass ich den Tag Ihrer Geburt orgiastisch feiere.

Das ist mein jährlicher Check-up. - Geben Sie her.

Ein Mediziner, der kein Blut sehen kann.

Mein eigenes sehe ich lieber nicht außerhalb meines Körpers.

Ah!

Au.

So.

Jetzt waren Sie aber tapfer.

Einmal lösen. - Danke schön. Labor mache ich selber.

Gehen Sie und freuen sich, dass Sie noch einen Tag U-50 sind.

U-40. - Das eine schließt das andere nicht aus.

Sind Sie ein Kommissar? Ich möchte einen Mord melden.

Ich glaube nicht, dass da was dran ist, aber meine Tochter behauptet...

Behauptet? Du denkst immer, ich hätte eine blühende Fantasie.

Hier geht es um Fakten.

Wenn es einen Mordfall in Münster gegeben hätte, wüsste ich davon.

Offenbar nicht, im Botanischen Garten hat gestern

ein Mann ohnmächtig neben einer Parkbank gelegen,

nachdem ihm eine Substanz verabreicht wurde.

Diese Substanz nennen wir Alkohol, und diese Leute nennen wir Penner.

Dieses Beweisstück habe ich sichergestellt.

Oh, das ist ja toll.

Ja, hast du ganz toll gemacht.

Nadeshda, kommen Sie mal bitte.

Entschuldigung, ich habe einen dringenden Termin

in der Gerichtsmedizin.

Kümmern Sie sich mal bitte um die 3 Fragezeichen hier.

* Musik: Whitney Houston "I'm Every Woman" *

Ja, danke schön.

Wenn die Gamma-GT bei 124 und das Bili bei 0,3 liegen,

könnte das auf einen Lebertumor hinweisen?

Wohl eher auf eine Säuferleber.

Aber bei deiner Kundschaft

spielt das doch keine Rolle, Karl-Friedrich.

Solange es die Kassen bezahlen.

Günter, nichts für ungut. Danke. - Bis dann.

Moinsen.

Da ist sie.

Herr Thiel! - Entschuldigung, ich habe es nicht früher geschafft.

Alles Gute zum Geburtstag.

* Handyklingeln * Ich packe schon mal aus. - Gern.

Nadeshda, was gibt es?

Es gab gestern tatsächlich

einen Notarzteinsatz im Botanischen Garten.

Die Rettung hat einen Mann ins Sanus Klinikum gebracht.

Da sind seltene Aufnahmen vom Millerntor drin.

Herr Thiel?

Nee, ich höre zu. - Toll.

Er hatte einen Kollaps aufgrund einer ventrikulären Tachyarrhythmie.

Mehr konnten Sie mir am Telefon nicht sagen. - Jaja, gut.

Ich kümmere mich drum. Bis später.

Mia! Was soll der Quatsch? Gib sofort den Schlüssel her.

Hier ist unser Partylöwe.

Na, wievielter Monat ist es?

Sie haben es gerade nötig mit Ihrem fatalen Hang zum Abdominalfett.

Ihr Fachchinesisch sparen Sie sich besser

für unseren nächsten Fall auf.

Im Sanus Klinikum liegt ein Mann auf der Intensivstation.

Eine Zeugin hat behauptet, das sei ein Mordversuch gewesen.

Dann werde ich mit meiner Expertise dafür sorgen,

dass er nicht auf meinem Tisch landet.

Was soll der Quatsch? Gib sofort den Schlüssel her.

Freiheitsberaubung ist eine Straftat

und wird mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft.

Das war höchstens Nötigung.

So.

Komm mal mit.

Was sollte das denn? Warum machst du so was?

Irgendjemand muss hier doch mal aktiv werden.

Du kannst ja nicht ewig Single bleiben.

Thiel? - Hm?

Was würden Sie sagen, wenn ich Ihnen eröffnete,

dass meine Lebenszeit begrenzt ist?

Na, das will ich stark hoffen. - Was?

Dachten Sie bisher wirklich, Sie sind Gott?

Entschuldigung, sind Sie die Herren von der Kripo?

Ich bin Dr. Wemmel, das ist meine Assistenzärztin. - Heigel.

Schönen guten Tag. - Herr Kollege.

Prof. Boerne.

Ist das seine Habe? - Mhm. - Ich darf mal kurz.

Das Versorgungsprotokoll des Notarztes?

Danke.

Chapeau.

Die Besatzung von 1-RTW-4 war schnell, sonst wäre er Exitus.

Nadeshda, ich bin es.

Der Mann heißt Hölzenbein, Andreas Hölzenbein.

PA-Nummer: 77657187.

Ich wiederhole noch mal:

77657187.

Überprüfen Sie den Mann.

Wir treffen uns dann in 1 h im Botanischen Garten.

Na, ist doch fein.

Tschüs.

Ja, tschüs.

Entschuldigung.

Gab es irgendwelche Fremdeinwirkung?

Bei einem Herzstillstand? Nein, wieso?

Da hat wohl eine Auseinandersetzung stattgefunden im Botanischen Garten.

Laut Zeugenaussage.

Und da ging es um irgendwelche Papiere.

Und...

Hallo, hören Sie!

Was machen Sie da?

Haben Sie die Einstichstelle am Musculus sartorius übersehen?

Ist er ein Junkie? - Die Sanitäter werden kaum versucht haben,

an dieser Stelle einen Zugang zu legen.

Ich bestehe auf der gesamten Toxikologie. Pronto.

Wenn Ihre Rechtsmedizin die Kosten übernimmt.

Der Patient wurde mit Kammerflimmern eingeliefert.

Hier ist Gefahr im Verzug.

Was glauben Sie, wie viele Gifte nicht mehr nachweisbar sind?

Immer mit der Ruhe.

Der Mann ist im Botanischen Garten zusammengebrochen.

Das ist um die Ecke von der Uniklinik.

Warum ist er hier eingeliefert worden?

Wahrscheinlich, weil die Klinik dem Notarzt eine Fangprämie zahlt.

Das verbitte ich mir! Die Rettungsleitstelle entscheidet das.

Bitte gehen Sie jetzt, beide! - Ja, machen wir.

Bis der Befund da ist,

werde ich einen Beamten abstellen, um den Mann bewachen zu lassen.

Glauben Sie einem Rechtsmediziner,

die Leute sterben selten an dem, was diagnostiziert wird.

Unverrückbare Überzeugungen haben nur schlechte Ärzte...

Unverschämtheit! - ...Heilpraktiker, Taxifahrer.

Und meine Schwester Hannelore. - Aus, Boerne.

Wie kann man so eine Einstichstelle übersehen?

Wenn wir Ihre Zeugin nicht gehabt hätten...

Es kann auch sein, dass sie zu viel TKKG gehört hat.

Vielleicht sollten Sie Ihr Frauenbild überprüfen.

Sind Sie der angeforderte Personenschutz?

Lassen Sie niemanden in sein Zimmer ohne meine Genehmigung, ja?

Boerne!

Wir wollten uns mit dem Rettungsassistenten unterhalten.

Keine Zeit, meine Stunden sind gezählt.

Ein Streit? Ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen.

Der Mann war bewusstlos, als wir ankamen.

Gab es Zeugen, Beobachter? Ist Ihnen irgendwas aufgefallen?

Nur eine Horde Schulkinder.

Ein Mädchen hat den Mann gefunden, hat mir ihre Adresse gegeben.

Mia Koppolt. Hat sich schon bei uns gemeldet.

Gut, dann danke. Eine Frage noch.

Wieso wurde er nicht in die Uniklinik gebracht?

Das ist doch viel dichter. - Kam für den Patienten nicht infrage.

Da ist der Herzkatheter gewartet worden. - Danke.

Findest du das praktisch, dich vorm Krankenhaus überfahren zu lassen?

Boerne hat mich hängen lassen. Kannst du mich mitnehmen?

Das ist eine Krankenfahrt. - Der sieht nicht ansteckend aus.

Aber der will nach Amsterdam.

* Musik *

Klar, ich arbeite, und Sie machen sich einen faulen Lenz.

Ich weiß nicht mal mehr, wie man Privatleben buchstabiert.

Immerhin haben Sie es bis zu einer Scheidung gebracht.

Kein Grund, neidisch zu werden.

Also, Andreas Hölzenbein arbeitet als Pharmazeut

in der Apotheke der Universitätsklinik,

ist 32 Jahre alt, ledig, nicht vorbestraft.

Seine Familie lebt in Ravensburg.

Die wussten noch nichts von seinem Zusammenbruch.

Laut Hausarzt ist er topfit.

Apotheker in der Uniklinik? Das sind locker 20 min Fußweg bis hierher.

Für einen Quickie in der Mittags- pause ein bisschen weit. (lacht)

Und beruflich trifft man sich auch nicht im Botanischen Garten.

Vielleicht doch irgendwas mit Drogen?

Keine Ahnung. Hier.

Das hat Mia gefunden, sie sagt, das sei von dem Papier,

um das sich Hölzenbein und der Unbekannte gestritten hätten.

Was ist das? - Keine Ahnung.

Wenn Boerne bei der Blutuntersuchung nichts rausfindet,

weiß ich nicht, wie wir weiterermitteln wollen.

Boah, ist noch schattig. Heute Morgen schien so schön die Sonne.

Da dachte ich: Holst du die Sommerjacke raus?

Krusenstern?

Thailändisch? Morgen?

Nein, ich liebe Thailändisch.

In diese Tom-Kha-Gai-Suppe könnte ich mich reinlegen.

Ja, morgen um 8.

Ich freue mich.

Ich freue mich auch.

Soll ich Sie ein Stück mitnehmen? - Och...

Hier ist Radfahren übrigens verboten.

Na, so was.

* Musik *

* Alarmsignal *

Oh, guten Morgen.

Na, einen Kater?

Gestern noch mit Frau Haller auf dem Seziertisch getanzt?

Darf ich Ihnen als guter Freund was sagen?

Sie sehen echt scheiße aus.

Gute Freunde sind Menschen, die sehr weit weg leben. Sie also nicht.

Ich habe mir die Nacht mit Hölzenbeins Blutuntersuchung

um die Ohren geschlagen. - Ach so. Und?

Negativ.

Nada, niente, nico, nothing...

...rien, nichts.

Ich wünschte mir, durch meine Adern pulsierte ein so gesunder Saft.

Nadeshda, was gibt es?

Hölzenbein, ja.

Was? Tot?

Herzversagen? Sicher?

Nein, weil Boerne sagte mir, dass er bei seiner Blutuntersuchung

keinerlei toxische, also giftige Substanzen gefunden hat.

Was glauben Sie, wie viele Substanzen nach kurzer Zeit

nicht mehr nachweisbar sind? Adrenalin, Insulin...

Haben Sie mitbekommen, ja? Der Mann ist tot.

Da stimmt was nicht. Ich habe seine Krankenakte gesehen.

Der war auf dem Weg der Besserung.

Er hätte die Intensivstation morgen verlassen können.

Ich glaube, Ihre Blutuntersuchung stimmt nicht.

Frau Haller hatte Geburtstag, da haben Sie irgendwas angekreuzt.

Ich kreuze Ihnen gleich was an.

Ein Anschlag von außen kann es nicht gewesen sein.

Ich habe angeordnet, dass der Mann überwacht wird.

Dann war es jemand vom Klinikpersonal.

Ich bleibe unverrückbar dabei: Da stimmt was nicht.

Wie war das noch mit unverrückbaren Überzeugungen?

Die haben doch nur Taxifahrer, Heilpraktiker...

...meine Schwester und schlechte Ärzte. - Eben.

Na, Vaddern, schon zurück aus Amsterdam?

Hallo Junge. Der hat mich reingelegt.

Die Kasse will nicht bezahlen.

Der Kostenübernahmeschein ist gefälscht.

Du musst mir helfen, den Kerl zu schnappen.

Ich bin bei der Mordkommission.

Wenn ich das richtig einschätze, bist du noch quicklebendig.

Du wirst wohl meine Anzeige aufnehmen können? - Gegen wen?

Glaubst du, der hat seinen richtigen Namen da eingetragen?

Nicht? - Sind Sie frei?

Zu viel Restalkohol, um selber zu fahren?

Ich war noch nie so nüchtern.

Ich bin nicht frei. Ich muss noch ins Sanus Klinikum.

Das trifft sich gut, ich auch.

Was? Dann kommen Sie gleich mit.

Boerne, dass Sie da ja nicht wieder auf eigene Faust ermitteln, ja?

Es geht lediglich um meine Gesundheit.

Verstopfte Talgdrüsen? Oh mein Gott.

Als Anrede reicht mir Professor vollkommen.

Nein, ich muss mich einem kleinen Routineeingriff unterziehen.

* Fahrradklingel *

Was fehlt Ihnen?

Nichts, Vorsorgeuntersuchung.

Ich mache so was ja nie.

Natürlich nicht. Wohl aus Überzeugung.

Sie sind ja auch Taxifahrer.

Danke. - Ist gut.

Ein Thomas Schmidt, war der Patient letzte Woche hier?

* Musik *

...abschließend das Tumorstadium T2N1M0.

Sie meinen sicher P-T2 P-N1 und CM0.

Für den neuen PJler sind Sie zu alt.

Für einen Pharmavertreter haben Sie zu viel Ahnung.

Und ich wüsste nicht, dass wir einen neuen Kollegen erwarten.

Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne.

Ah.

Die angekündigte Leberbiopsie.

Ich würde es noch lauter herumposaunen.

Mir ist daran gelegen, dass das nicht die Runde macht.

Sie wissen, wie schnell man ein Alkoholproblem angehängt bekommt.

Klar. Dr. Süßmilch.

Ja.

Aha. Ich bin Privatpatient.

Ich habe ein Recht auf Chefarztbehandlung und Einzelzimmer.

Prof. Thormann ist auf einem Kongress.

Ein Einzelzimmer habe ich auch nicht.

Ich bin sicher, Sie werden sich mit Herrn Göbel blendend verstehen.

Bitte was?

* Musik: Kastelruther Spatzen "Du gehörst in meine Arme" *

Immer rein in die gute Stube, ne?

Haben Sie nicht wenigstens einen Taubstummen?

Das ist unser einziges freies Bett.

Auf der nach oben offenen Horrorskala

stehen Volksmusikfreunde bei mir ganz oben.

Und in meinem Ranking der anstrengendsten Patienten

stehen Lehrer an 1. Stelle.

Aber Sie sind auf dem besten Weg, meine neue Nr. 1 zu werden.

* Dann sollst du wissen, dass ich dich liebe.

Und mehr als Liebe gibt es nicht. *

Die Klinik hat bei Hölzenbein eine ungeklärte Todesursache angegeben.

Ein Herzstillstand bei einem 30-Jährigen ist ja nicht normal.

Sie glauben nicht im Ernst, dass die Klinik vollendet hat,

was dem ominösen Unbekannten im Park nicht gelungen ist.

Zugegeben, klingt etwas merkwürdig.

Ja, aber wir haben eine Zeugin.

Gut, Mia ist noch ein Kind, aber sehr reif und aufgeweckt.

Dann fahren wir ins Krankenhaus, gucken uns den Toten an

und beschlagnahmen die Krankenakte.

Ich? Keine 10 Pferde bringen mich freiwillig in die Nähe von Ärzten.

Bei meinen Stimmbändern brauche ich nur den Mund aufmachen

und die zerren mich unters Messer. - Wenigstens eine Blutuntersuchung?

Bei dem Toten, meine ich.

* Musik: Wildecker Herzbuben "Hallo, Frau Nachbarin" *

♪ I denk bei Tag und Nacht an di.

Hallo, Frau Nachbarin...

...du wärst a Sünde wert.

Hallo, Frau Nachbarin...

...du gehst mir net mehr aus dem Sinn.

A Rendezvous mit dir wär schön. ♪

Können Sie mir die bitte noch nachreichen?

Sehr gut. Und wir müssen uns wegen der Dienstpläne unterhalten

wegen der Vertretung für Frau Dr. Schmidt.

* Musik *

(summt)

* Husten *

(singt) ♪ ...Frau Nachbarin... ♪

* Musik *

Was machen Sie da?

Ein Infarkttoter reicht Ihnen wohl nicht.

Noch nie was von plötzlichem Herztod infolge von Schreck gehört?

Ich habe es gewusst, er schnüffelt wieder rum.

Ich dachte, Sie sind krank.

Krank, ich bin nicht krank. Ein kleiner medizinischer Check-up.

Hier im Keller?

Todesursache: unbekannt.

Warum schreiben Sie bei Todesursache nicht Ihren Namen rein?

Hätte ich Dienst gehabt, stände da eine anständige Diagnose.

Da bin ich gespannt.

Nach solchen Herzrhythmusstörungen

ist ein Pumpversagen nicht ungewöhnlich.

Unsere neue Assistenzärztin

beschert uns mit ihren Zweifeln viel Arbeit.

Nicht nur arrogante Pathologen wissen, woran Patienten sterben.

Und nicht nur Proktologen kennen sich mit Arschlöchern aus.

So, Herr Professor, es langt. Raus hier.

Er steht unter starken Medikamenten.

Glaube ich.

Halten Sie sich aus meinen Ermittlungen raus.

Ich werde bei Frau Klemm eine Obduktion beantragen.

In meinem Institut? Ohne mich? - Richtig.

Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Bei mir tanzt keine Maus.

Und schon gar keine Zwergmaus, falls Sie das meinen.

An dieser Stelle trennen sich unsere Wege.

Ich habe noch eine Frage.

Wissen Sie, was das sein könnte?

Das hatte Hölzenbein in der Hand, als der Notarzt kam.

Was würden Sie nur ohne mich anfangen?

Dies ist ein Schnipsel vom Ausdruck einer Infrarot-Spektroskopie.

Spektro... was? - Der Mann war Apotheker. Kein Wunder.

Das ist ein Verfahren zur Feststellung der Identität

oder Reinheit einer Substanz. - Prof. Boerne, hier stecken Sie.

Einen Augenblick, die Polizei benötigt meine Expertise.

Wir müssen die Voruntersuchung für den morgigen Eingriff machen.

Nun ja, Sie haben es gehört. Ich darf mich entschuldigen.

Würden Sie meinen Aufenthalt hier diskret behandeln?

Besonders gegenüber meiner Schwester,

falls sie versuchen sollte, Kontakt aufzunehmen.

Ich habe meinen Geburtstagsbesuch abgesagt

mit der Begründung, ich sei im Urlaub.

Vielleicht ist es doch was Ernstes.

Ach was, Sie kennen doch unsere Diva.

Was macht die Polizei im Haus?

Bei all den natürlichen Todesursachen

gibt es gelegentlich auch unnatürliche.

Kunstfehler?

Ich würde schon sagen, ein Mordanschlag. Ah!

Wann kommt Prof. Thormann wieder?

Glauben Sie mir, Chefarztbehandlung wird überschätzt.

Sie sind bei mir in den besten Händen.

Ich komme bei Ihnen unters Messer?

Ich habe den Eingriff schon öfter gemacht.

Irgendwann muss er ja mal klappen.

Ach, man soll sich nicht verrückt machen.

Was habe ich für Horrorgeschichten über die Chemo gehört?

Mir geht es prima.

Ich habe mich noch nicht vorgestellt.

Ulrich Göbel, kannst Uli zu mir sagen.

Wir sind ja eine Art Schicksalsgemeinschaft, was?

(lacht) Und du?

Prof. Boerne, Sie können aber auch Prof. Boerne zu mir sagen.

Ich habe einen Eins-a-Lungenkrebs.

Aber ich merke nichts.

Nicht mal von der Chemo.

Dann freuen Sie sich auf Haarausfall, Erschöpfung,

Schmerzen, Übelkeit, Lymphödeme.

Ja, äh... Sie kennen sich aber aus, was?

Was für einen Krebs haben Sie denn?

Bei mir geht es um den Ausschluss eines hepatozellulären Karzinoms.

Hört sich fies an.

* Das macht alles mein Frauchen, das macht alles mein Schatz.

Wie gut, dass ich mein Frauchen, mein liebes Frauchen hab. *

Wir können nicht fassen, dass Andreas tot sein soll.

Herzinfarkt, heißt es. Wahnsinn.

Wissen Sie, mit wem er im Botanischen Garten verabredet war?

Ich wusste nicht mal, dass er da hinwollte.

Das hier ist... war sein Arbeitsplatz.

Wunderbar.

Können Sie rauskriegen, wann er so eine Infraspek...dingsbums...

Infrarotspektroskopie?

Richtig, wann er die das letzte Mal ausgedruckt hat.

Vorgestern, kurz bevor er weg ist.

Sehr schön, können Sie es mir ausdrucken?

Am besten den gesamten Druckauftrag, ja?

Komisch.

Was denn? - Er hat ein Präparat

mit einer High Performance Liquid Chromatography analysiert. - Ah ja.

Und was ist daran komisch? - Das ist aufwendig und teuer.

Das machen wir nur in besonderen Fällen.

Was ist das für ein Mittel?

Zytarix. - Nie gehört.

Das gibt es nicht in einer normalen Apotheke.

Zytarix wird als Infusion während einer Chemotherapie eingesetzt.

Ist ein hochtoxisches Präparat, das individuell zubereitet wird,

jeden einzelnen Behandlungstag.

Ist zu viel Gift drin, stirbt der Patient,

ist zu wenig drin, hilft es ihm nicht. - Aha.

Haben Sie eine Ahnung,

warum Hölzenbein dieses Präparat untersucht hat?

Keine Ahnung.

Zytarix ist derzeit eines der teuersten Mittel auf dem Markt.

Ein Mann Ihrer Statur benötigt ca. eine Infusion von 50 ml.

Das entspricht 25.000 Euro.

25.000 Euro für ein Schnapsglas voll?

Thiel mein Name, Kripo Münster.

Ist bei Ihnen vorgestern der Herzkatheter gewartet worden?

Bei uns an der Uniklinik? - Mhm. - Nein, wieso?

Weil vor Ihrer Haustür jemand mit einem Infarkt zusammengebrochen ist.

Da hieß es, er konnte hier nicht versorgt werden.

Wir hatten keinen Ausfall und keine Wartung.

Wer behauptet so was? - Die Rettungsleitstelle.

Wer würde denen eine Wartung melden? - Na ich.

* Musik *

Na, immer noch hier oder schon wieder? Oder wohnen Sie hier?

Prof. Boerne, was machen Sie hier? - Ich bin Patient auf der Inneren.

Anders als die Römer bevorzuge ich es,

die Mahlzeiten nicht im Liegen zu mir zu nehmen.

Was gibt es heute? Ah, Huhn Hawaii.

Wie ich hörte, haben Sie sich den Unmut Ihres Chefs zugezogen,

weil Sie auf Hölzenbeins Totenschein

"ungeklärte Todesursache" angekreuzt haben.

Respekt, das zeugt von Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein.

Was meinen Sie,

wie viele angeblich natürliche Todesfälle auf meinem Tisch landen,

bei denen noch ein Messer im Rücken steckt?

Na ja, ich habe eben nichts gefunden.

Medizinische Rätsel gibt es immer wieder.

Z.B. liegt auf meinem Zimmer ein Mann.

Er bekommt eine hochdosierte Zytarix-Chemo

und fühlt sich dabei pudelwohl.

Das ist wirklich ein Wunder.

Es stört Sie doch nicht, wenn ich mich zu Ihnen setze?

Nee. - Nein?

Was meinen Ihre Kollegen so, woran Hölzenbein gestorben sein könnte?

Ach, da hatte keiner Zeit.

Ein schwerer Unfall, da war ein Kommen und Gehen.

Beziehungsstress bei Frau Dr. Süßmilch?

Bestimmt nicht.

Das ist unser Klinikapotheker Dr. Knapp.

Der in festen Händen zu sein scheint,

wenn ich die Körpersprache dieser Lady richtig deute.

Nein, das ist Frau Harris, die Geschäftsführerin.

Die ist mit ihren Bilanzen verheiratet.

Seit sie hier ist, schreibt unser Haus schwarze Zahlen.

Sie hat den Laden auf Vordermann gebracht.

* Klingeln *

Tja, die Arbeit ruft.

Gute Besserung für Sie.

Danke.

* Musik *

Was ist los?

Was? Kommen Sie in mein Büro.

Prof. Boerne?

Hewaro-Kongress, Kostenmanagement und Optimierung von Laborleistungen.

Ich saß auf dem Podium.

Frau Harris. Entschuldigen Sie meinen legeren Auftritt.

Ich bin unfreiwillig Gast in Ihrem schönen Haus.

Ich hoffe, es ist nichts Ernstes. - Ich auch.

Wieso, Herr Professor,

lassen Sie sich nicht von Ihren Kollegen behandeln?

Prof. Thormann in Ihrem Haus, den kenne ich persönlich.

Ist er nicht auf einem Kongress?

Geben Sie es zu, Sie sind undercover hier.

Ertappt. Ich wollte wissen, wie man sich fühlt als Patient.

Meine Patienten erzählen ja eher wenig.

Ich werde dafür sorgen, dass man sich besonders gut um Sie kümmert.

Schönen Tag noch. - Ihnen auch.

Die Rettungsleitstelle disponiert am Tag ca. 100 Einsätze.

Tolles Ding.

Dann hoffe ich, dass sie sich an diesen Einsatz erinnern.

Es war Dienstag, 12 Uhr.

Da ist ein Mann im Botanischen Garten zusammengebrochen.

Der Notarzt wurde von hier aus angewiesen,

den Patienten ins Sanus Klinikum zu bringen

statt in die Universitätsklinik.

Weil dort angeblich der Herzkatheter gewartet wurde.

Wie läuft so was ab? Woher kommt diese Information?

Die Uniklinik meldet sich,

wenn sich an ihrer Notfallkapazität etwas ändert.

Damit stellen wir sicher,

dass Infarktpatienten immer ein Krankenhaus zur Verfügung steht.

Die haben sich erst gemeldet,

nachdem der Notruf eingegangen war, richtig?

Stimmt, woher wissen Sie das?

Volkshochschulkurs Hellseherei für Anfänger.

Sie zeichnen das immer auf. Kann ich den Anruf hören? - Klar.

Hier Sobotitsch, Kardiologie der Uniklinik.

Bei uns läuft gerade eine Wartung des Herzkatheterlabors.

Sollten Sie in der nächsten Stunde einen Infarkt reinbekommen,

schicken Sie ihn nicht zu uns, sondern ins Sanus Klinikum.

Kennen Sie die Stimme?

Nee, was meinen Sie, wie viel Personal die Unikliniken haben?

Können Sie rauskriegen, von welchem Apparat angerufen wurde?

Moment, das verstehe ich nicht.

Das ist nicht die Nummer von der Uniklinik.

Das ist die Zentrale... - ...vom Sanus Klinikum.

"Hier spricht Dr. Hannelore Schöninger,

die Schwester von Prof. Boerne.

Herr Thiel, ich bin in Sorge um Karl-Friedrich,

der seinen Urlaub abbrechen musste.

Durch unsere Tante habe ich erfahren,

dass mein Bruder mit unklarem Befund in der Sanus Klinik liegt.

Ich erreiche ihn nicht. Offenbar hat er keinen Telefonanschluss dort.

An sein Handy geht er nie.

Würden Sie ihm bitte sagen, dass er seine Schwester anrufen soll?"

(stöhnt)

"Sie besuchen ihn sicher. Danke. Wiederhören."

Aber nicht mehr heute.

* Telefonklingeln *

Ich habe Feierabend.

"Thiel hier, nach Piep sprechen."

"Chef, ich bin es. Die KTU hat Hölzenbeins Handy entsperrt.

Ich habe die Anrufliste. Halten Sie sich fest.

Bevor Hölzenbein in den Botanischen Garten gegangen ist,

hat er mit dem Sanus Klinikum telefoniert.

Mit wem, weiß ich nicht..."

Nadeshda?

Hallo Chef, ich habe Ihnen auf den AB gesprochen.

Jaja, ich habe das alles gehört.

Jedenfalls habe ich mir seine eingehenden Anrufe angesehen.

Am Vorabend hat er lange mit einer Dr. Susanne Süßmilch gesprochen.

Raten Sie mal, wo die arbeitet.

Im Sanus Klinikum.

Bingo.

Von da kam auch der entscheidende Anruf,

dass er dort eingeliefert wurde.

Die in der Rettungsleitstelle zeichnen die Gespräche auf.

Ich habe Ihnen das rübergeschickt.

Könnte das Frau Dr. Süßmilch gewesen sein?

Dann wäre sie vielleicht die Täterin.

Nee, die hieß Subotnik... Subotschitsch, Ratschnatschitsch...

Irgendwas mit Migrationshintergrund.

Wer brabbelt denn da die ganze Zeit?

Mein Privatleben.

Gute Nacht, Chef.

Mia, schlaf gut, gute Nacht.

(beide) Entschuldigung.

(singt) * 2 Kerle wie wir, die kannst du suchen.

Glaub mir, die gehen durch dick und dünn... *

Lieber Gott, ich danke dir, dass ich anders bin als die anderen.

In Guantanamo wird mit so was gefoltert.

Mit deutscher Volksmusik, echt?

Ich wette, Sie sind Arzt. - Forensischer Pathologe.

Ich kann Sie gern behandeln,

allerdings müsste ich Sie vorher umbringen.

Guter Witz. Kommt ein Mann zum Arzt...

Hören Sie, Herr... Ich weiß nicht, wie Sie heißen.

Ich weiß auch nicht, was Sie machen. - Staubsaugervertreter.

Ich weiß auch nicht, wie Sie leben. - Verheiratet, 2 Kinder.

Ich versichere Ihnen,

es interessiert mich nicht im Geringsten.

Am liebsten sind mir die, deren Bekanntschaft mir erspart bleibt.

Morgen sind Sie mich los.

Mir bekommt die Chemo so gut, dass ich sie ab jetzt ambulant kriege.

Interessiert Sie meine Meinung als Koryphäe? - Was?

Ihnen bekommt die Chemotherapie deshalb so gut,

weil etwas mit dem Wirkstoff nicht stimmt.

Im Gegensatz zu einer Gucci-Handtasche oder Rolex-Uhr

ist es ein Kinderspiel, ein Medikament zu fälschen.

Man nimmt Traubenzucker und füllt es in eine andere Verpackung.

Was immer man Ihnen an den Tropf gehängt hat...

Wenn das Zytarix enthielte, würden Sie keine Volkslieder trällern.

Aber wenn ich keine richtige Chemo kriege, dann...

Dann ist es Zeit, sein Testament zu machen.

Es sei denn, sie hätten nichts zu vererben.

Ich wollte Ihnen nicht die Laune verderben.

Trällern Sie ruhig weiter.

* Türklingeln *

* Türklingeln *

Ja doch!

Moinsen.

Moment bitte.

Guten Morgen, ich habe Paket für Sie.

Ich habe schon Parkett.

Geben Sie her.

Guten Morgen.

Frau Dr. Süßmilch, kann es sein, dass es mir so gut geht,

weil ich keine echte Chemo kriege?

Unsere Klinikapotheke stellt Ihre Infusion mit Sorgfalt her.

Da hat Ihnen Prof. Boerne Schauermärchen erzählt.

Mag sein, aber woher bekommt Ihre Apotheke die Medikamente?

Ich nehme an, vom Großhandel. Firma Scheinmann?

Und wo kriegen die sie her? Das weiß wieder keiner.

Prof. Boerne, kann es sein, dass Sie ein wenig paranoid sind?

Jetzt zweifele ich ernsthaft an Ihrer Kompetenz,

wenn Sie das eklatante Fehlen zu erwartender Nebenwirkungen

wie Alopezie, Emesis und Nausea übersehen.

Das wäre in Ihrem Interesse,

Sie würden nicht an meiner Kompetenz zweifeln.

Immerhin werde ich Ihrer Leber einen minimalinvasiven Besuch abstatten.

Dr. Bretz soll die Narkose einleiten

und Prof. Boerne am besten gleich die LMAA spritzen.

Dann ist Herr Göbel erst mal vor ihm sicher.

LMAA?

Leck mich am Arsch.

Ach so.

Das klingt komisch, irgendwie verstellt.

(mit Akzent) "Ja, Sobotitsch hier, Kardiologie Uniklinikum."

Ja, das klingt wirklich komisch.

Es gibt nirgendwo eine Sobotitsch.

Weder im Uniklinikum noch in der Sanus Klinik

noch in ganz Münster. - Habe ich mir gedacht.

Vielleicht ist das unsere Täterin.

Sie hat mitbekommen, dass Hölzenbein reanimiert wurde

und in ein Krankenhaus gebracht wird.

Dann hat sie dafür gesorgt, dass er in eines gebracht wird,

wo sie Zugriff auf ihn hat.

Ich fahre erst mal zu Prof. Boerne und lasse mir da...

Chef, ich kann Sie kaum verstehen.

Ich bin unterwegs zu Prof. Boerne!

Er soll mir die Analyse von diesem Krebsmedikament erklären.

Ich habe eine Idee.

Ich lasse Mia ins Präsidium kommen.

Dann soll sie sich die Stimme von der Sobotitsch anhören.

Von mir aus, machen Sie das. Viel Spaß dabei.

Tschüs!

Kennen Sie den?

Was machen Kannibalen aus Ärzten? Hotdogs. (lacht)

Ah, ui...

* Musik *

So, Herr Professor, gleich ist es vorbei.

Sie werden gar nichts spüren.

Mann!

Moin.

Oh, Entschuldigung.

Moinsen.

Wo ist Prof. Boerne?

Gestern war der Frosch noch krank, heut verwest er unterm Schrank.

(lacht)

Machen Sie mir keine falschen Hoffnungen. - Kleiner Scherz.

Das frische Bett ist für den Neuzugang, wenn ich weg bin.

Kommst du, Mausi? Ihr Freund wird gerade operiert. - Operiert?

Er hat irgendwas gesagt von einem Hepa-Dingsbums-Karzinom.

Karzinom?

Ich will nichts Falsches sagen.

Am besten fragen Sie Frau Dr. Süßmilch.

Die hat ihn gerade unterm Messer. Komm, Schatz.

Ach du Scheiße.

Entschuldigung, wo ist Prof. Boerne? - Im OP.

In welchem? - Warten Sie, muss ich nachfragen.

Danke.

* Handyklingeln *

Frau Haller, was gibt es? - Ich habe nichts gefunden.

Auch keinen Hinweis auf ein organisch bedingtes Herzversagen.

Keine Anomalien. Und die Toxikologie war auch negativ.

Wir müssen von einem Herzversagen unbekannter Ursache ausgehen. - Aha.

Sie werden es nicht glauben,

jetzt hätte ich gerne den Professor hier.

Wie geht es ihm? - Ich fürchte, leider nicht so gut.

Er liegt auf der Krebsstation.

Bitte?

Prof. Boerne?

Alles gut überstanden.

Jetzt warten wir noch auf das histologische Ergebnis.

Ich fahre ihn rüber. Ich muss sowieso auf die 2 A.

* Musik *

Entschuldigung, zum OP 2? - Einfach den Gang runter.

Hier lang, sicher? - Sicher.

* Musik *

Guten Tag.

Gut, dass ich Sie treffe.

Ich muss mit Ihnen über Dr. Knapp sprechen.

Lassen Sie sich einen Termin geben. Das ist kaum der richtige Ort.

Was soll das? - Es geht um das Leben meiner Patienten.

Ich habe Dr. Knapp gebeten, die Zytarix-Infusion zu überprüfen,

weil ich den Verdacht habe, dass der Wirkstoffgehalt nicht stimmt.

Dr. Knapp behauptet, es sei alles in Ordnung.

Nur die Analysen will er mir nicht zeigen.

Deshalb habe ich Dr. Hölzenbein,

einen Pharmazeuten der Uniklinik, hinzugezogen.

Sie haben eine unserer Infusionen heimlich an die Uniklinik gegeben?

Haben Sie eine Ahnung, was das kostet? 20.000 Minimum.

Ein Patient ist verstorben, bevor er seine Infusion bekommen hat.

Die habe ich bekommen.

Das wird eine Abmahnung nach sich ziehen. - Eher für Dr. Knapp.

Ich habe am Montag mit Dr. Hölzenbein gesprochen.

Seine Analyse hat bestätigt, dass in der Infusion

nur eine subtherapeutische Dosis nachweisbar ist.

Zu wenig Wirkstoff? - Viel zu wenig.

Wie kann so was passieren? - Keine Ahnung.

"Hier ist die Notrufzentrale. Ist alles in Ordnung?"

Ich bin aus Versehen an den Halteknopf gekommen.

Hören Sie, wir müssen das anzeigen.

Unsere Patienten bezahlen unter Umständen mit ihrem Leben.

Sie haben recht.

Kommen Sie nach Ihrem Dienst in mein Büro.

Gut.

Ist das nicht Prof. Boerne? - Ja, postoperativ.

Ihr war auch aufgefallen, dass mit dem Zytarix etwas nicht stimmt.

Ich hatte Mühe, seinen Zimmernachbarn noch zu motivieren.

Wir besprechen nachher das Vorgehen. Bis dahin bitte Diskretion. - Gut.

* Musik *

Na?

Oh.

Hab ich also doch überlebt.

Im Himmel wäre ich wohl kaum auf Sie gestoßen.

Was Sie da hören, sind nicht Ihre Herztöne.

Das sind die Bässe von Ihrem neuen Bettnachbarn.

Also doch die Hölle.

Als ich gehört habe, dass Frau Dr. Süßmilch Sie operieren wird,

habe ich mir Sorgen gemacht.

Über Ihr defizitäres Frauenbild hatte ich mich schon geäußert.

Frau Dr. Süßmilch war die letzte Person,

die mit Hölzenbein telefoniert hat.

Bevor er im Botanischen Garten zusammengebrochen ist.

Der Anruf, der dafür gesorgt hat, dass er hier eingeliefert wurde,

kam ebenfalls aus diesem Hause, und es war eine Frauenstimme.

Was ist das?

Von Ihrer Schwester, mit den besten Wünschen zur Genesung.

Bah! - Oh, schade um den lecker Kuchen.

Ich werde die Post verklagen.

Woher weiß Hannelore, wo ich bin? - Von mir nicht.

Ich habe Ihnen auch was mitgebracht.

Ein bisschen Arbeit.

Zytarix.

Das ist ja interessant.

Hölzenbein hat das analysiert und festgestellt,

dass es kaum Wirkstoff enthält.

Habe ich doch gesagt, ich bin genial.

Was haben Sie gesagt? - Bei meinem Volksmusikbettnachbarn.

Das, was dem durch die Vene gejagt wurde, war wirkungslos.

Ich glaube nicht, dass Frau Süßmilch was damit zu tun hat.

Wieso nicht?

Sie hat selber so einen Verdacht geäußert.

Oder habe ich das geträumt?

Da fällt mir ein, ich habe die Aufzeichnung von dem...

Entschuldigung, Thiel mein Name, Kripo Münster.

Was? - Ich müsste mir mal Ihren Laptop leihen.

Ich muss meinem Kollegen etwas vorspielen.

Kriegen Sie gleich zurück.

Wir haben das Telefongespräch aufgezeichnet.

Was hört denn der für Musik? Ich kenne mich aus.

Oper. - Opa?

Die Stimme von Frau Dr. Süßmilch ist das nicht.

Wer ist diese Sobotitsch?

Wahrscheinlich ein Deckname.

He?

Deckname!

Das ist bestimmt ein Künstlername. Ich habe auch einen.

Ich heiße Bishudo.

Ich bin DJ und lege auf, verstehst du?

Könnte ich meinen Volksmusikfreund zurückhaben?

Sind Sie das mit Ihrer Schwester in jungen Jahren?

Ja. - Süß.

Sie sollten lieber einen Blick hierauf werfen.

Arzneimittelfälschung.

Damit wird weltweit fast mehr Geld verdient als mit Drogenhandel.

Die Gewinnspanne liegt bei über 700%,

das Risiko, erwischt zu werden, beinahe zu null.

Wenn Hölzenbein rausgefunden hat, dass das Zytarix gepanscht war,

wen hat er sich zum Feind gemacht, den Hersteller?

Den Großhändler. - Richtig, den Apotheker.

Ich habe gestern Frau Dr. Süßmilch beobachtet,

wie sie sich mit dem Klinikapotheker gestritten hat, dem Dr. Knapp.

Ich werde mich mit der Dame unterhalten.

Schließlich war sie die Letzte, die mit dem Toten telefoniert hat.

Die hat mit einem Toten telefoniert. Wie hat sie das gemacht?

Kennen Sie da einen Trick?

Sterben Sie erst mal in Ruhe. Ich rufe Sie dann an.

Frau Dr. Süßmilch hat frei. Aber sie wollte in die Verwaltung.

Ah ja, danke.

* Klopfen *

Ich rufe gleich zurück.

Moinsen, Entschuldigung.

Frau Harris? - Ja.

Thiel mein Name, Kripo Münster.

Ich suche die Frau Dr. Süßmilch. - Die ist leider schon weg.

Ach? Sie wird doch nichts ausgefressen haben.

Sie ist eine unserer besten Kräfte. Bitte, setzen Sie sich.

Danke schön.

Nein, ausgefressen hat sie nichts,

aber sie stand in Kontakt mit einem Patienten Ihres Hauses,

der vor 2 Tagen überraschend an einem Infarkt gestorben ist.

Seit wann ermitteln Sie bei einem Infarkt?

Besteht der Verdacht, dass die Abteilung von Dr. Wemmel

den Mann nicht richtig behandelt hat?

Nein, das ist reine Routine.

Kaffee?

Sehr gern.

Ich dachte, auf dem Totenschein wäre "Todesursache unbekannt" angegeben.

Ach, Sie sind im Bilde?

Seit Prof. Boerne hier über die Flure huscht,

halte ich meine Ohren offen.

Darf man fragen, was Sie vermuten?

Ja, das dürfen Sie.

Ich darf Ihnen nur leider nicht antworten.

Die Ermittlungen laufen noch.

* Vibrationsalarm *

Entschuldigung. - Sie können ruhig rangehen.

Darf ich fragen, warum Dr. Süßmilch eben bei Ihnen war?

Ich habe sie um dieses Gespräch gebeten.

Ich wollte sie ermuntern,

sich für die Nachfolge von Prof. Thormann zu bewerben.

Sie ist eine ganz außergewöhnlich gute Ärztin.

Wir würden sie gern im Haus halten.

Aber heute war nicht der richtige Zeitpunkt,

um über Ihre Karriere zu sprechen.

Sie scheint eine Grippe auszubrüten und wollte nur noch ins Bett.

Dann bräuchte ich ihre Adresse. Ginge das?

Natürlich, einen Moment. - Danke schön.

* Vibrationsalarm *

Ich darf mal, ja?

Mhm.

Hier.

Danke. - Entschuldigung.

Frank? Ja, hallo. Ich bin in einem wichtigen Meeting.

Jaja, ich...

Wir müssen reden, ja.

Ich rufe dich später zurück.

Ja, ich dich auch, ja.

Ähm, ich wollte sowieso gerade los.

Sie wollen sie heute aufsuchen trotz ihrer Krankmeldung?

Die Ärmste. - Ja, ich muss.

Vielen Dank für den Kaffee, Wiedersehen. - Wiedersehen.

Dr. Knapp? - Hallo Frau Dr. Süßmilch.

Der Streit gestern... Ich wollte mich entschuldigen.

Dass die Analyse von Zytarix nichts ergeben hätte, stimmt nicht.

Ich hatte sie vergessen, und ich wollte es nicht zugeben.

Tut mir leid.

Kommen Sie rein. - Vielen Dank.

Bitte. - Danke. Ich habe heute die HPLC gemacht.

Weil ich in der Gegend war, dachte ich, ich bringe das Ergebnis. - Und?

Sie hatten recht. Unser Zytarix enthält zu wenig Wirkstoff.

Ich habe die Auslieferung an die Partnerkliniken gestoppt.

Für mich ist das fahrlässige Tötung.

Sie glauben nicht, wie furchtbar das ist,

schwerkranke Patienten zu behandeln und das Gefühl zu haben,

man gibt Ihnen nur Traubenzucker.

Kann ich Ihnen was anbieten? - Ich schließe mich Ihnen an.

Ein Kollege von Ihnen an der Uniklinik

ist zu dem gleichen Ergebnis gekommen. - Ah ja?

Er hat mir die Daten geschickt,

aber seitdem erreiche ich ihn nicht mehr.

Ich wollte seine Einwilligung,

um die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft zu schicken.

Aber jetzt habe ich ja Ihre Analyse.

Kann ich die Analyse des Kollegen sehen? - Klar.

Das ist eine Riesensauerei.

Zuerst dachte ich, dass der Hersteller selbst dahintersteckt.

Hewaro? - Mhm.

Angeblich gibt es nur noch ein Werk in Indien,

das den Wirkstoff herstellt.

Aber das ist wegen Hygienemängeln geschlossen worden.

Hewaro trickst, um weiter liefern zu können.

Aber Dr. Hölzenbein hat erzählt... - Wer ist das?

Der Apotheker der Uniklinik, den ich ins Vertrauen gezogen habe.

Der wusste, dass Hewaro die Produktion einstellen musste.

Alles auf dem Markt kommt über einen Großhändler: Scheinmann.

Ich beziehe auch über Scheinmann.

Ist auch der Einzige, der Zytarix liefern kann,

weil er rechtzeitig den Markt leer gekauft hat.

Damit hat er Millionen gescheffelt.

Das ist nicht verboten. - Das nicht, aber jeder Vorrat geht zu Ende.

Da ist die Versuchung groß, das Mittel zu strecken.

Sie glauben, dass Scheinmann das Mittel fälscht? - Es klingt absurd.

Der Mann ist Händler und kein Hersteller.

Aber eine andere Erklärung habe ich nicht.

Dr. Knapp, gestattet Sie mir eine persönliche Frage?

Bitte.

Sie schieben einen Nachtdienst nach dem anderen

und stehen unter Strom.

Mir können Sie es sagen,

das fällt unter meine Schweigepflicht.

Kann es sein, dass Sie Amphetamine konsumieren?

Ach du Scheiße!

Thiel hier, Kripo Münster. Ich bräuchte einen Rettungswagen.

(schnauft)

(stöhnt)

Kacke!

* Piepen *

Ich spiele dir die Stimme vor, und du sagst, ob das die Person ist,

mit der der Mann im Park gestritten hat.

Du hast sie nicht gesehen, aber... - ...gehört, ich bin ja nicht taub.

"Ja, hier Sobotitsch, Kardiologie der Uniklinik."

Stopp.

Ist ja eine Frau. Im Park, das war ein Mann.

Sicher? - Todsicher.

Würdest du die Stimme wiedererkennen?

Klar, wie gesagt, ich bin ja nicht taub.

Das sagst du nicht nur, weil du Nadeshda nett findest

und möchtest, dass wir sie öfter treffen?

Man kann das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Die Kerntemperatur liegt noch bei 36°.

Sie muss kurz vor Ihrem Eintreffen gestorben sein.

Die Nachbarn habe ich alle durch.

Hat natürlich wieder mal niemand was mitbekommen.

Und der Mann ist auf Dienstreise.

Ich kann nichts finden, das auf Fremdeinwirkung hinweist.

Keine Spuren von Gewalteinwirkung,

keine Kampfspuren, keine Abwehrverletzungen.

Einstiche, Injektionen? - Nee, nichts.

Wieso hat sie den Geschirrspüler angestellt?

Für 2 Gläser, das macht keinen Sinn.

Ich bin mir sicher, das war Mord.

Wenn es Mord war, dann war es ein Profi.

Ist Ihnen der Geruch aufgefallen?

Wir hatten heute Zwiebelbraten in der Kantine.

Ich meine, es riecht nach diesem Reinigungsmittel,

das wir in der Forensik benutzen.

Es zersetzt DNA.

Man braucht es, damit Spuren nicht mit fremder DNA kontaminiert werden.

Einfach aufsprühen, und in 5 min ist alles futsch.

Dann hoffe ich, dass Sie bei Ihrer Obduktion was rauskriegen,

Frau Haller. - Ja, ich gebe mein Bestes.

Boah, mir geht es so richtig scheiße.

Das hat bei Amy Winehouse auch so angefangen.

Alter, ich habe Hodenkrebs. - Zu viel gekifft.

Soll das ein Witz sein? - Mitnichten.

Einer Studie zufolge

erhöht Cannabis-Konsum das Hodenkrebsrisiko um bis zu 70%.

Auch nach Abgleich mit sonstigen Faktoren wie familiärer Disposition

hat sich Cannabis als wichtiger und unabhängiger Risikofaktor erwiesen.

Verstehe. - Dann habe ich mich wohl falsch ausgedrückt.

Alter, du gehst mir so richtig auf die Eier!

Demnächst Singular, das Ei. Oder sind beide befallen?

* Piepen *

37,1. Ich kann nach Hause gehen.

Boah, das wären so fucking good news, ey.

Karl-Friedrich. - Günter, wieder zurück.

Welch ein Glanz in meiner Hütte.

Leider war ich nicht hier, um den Eingriff selber vorzunehmen.

Aber ich habe die Befunde gelesen.

Ja...

Die Histologie zeigt unauffälliges Lebergewebe

bis auf eine leichte Verfettung, aber nichts,

was man nicht mit Mäßigung in den Griff bekommen könnte.

Gott sei Dank.

Ach, bin ich froh. Ich hoffe, du nimmst das nicht persönlich,

wenn ich dein Etablissement so schnell wie möglich verlasse.

Dr. Süßmilch wird froh sein, mich los zu sein.

Ich habe gelegentlich eine Klinge mit ihr gekreuzt, rein fachlich.

Dr. Süßmilch ist heute verstorben.

Das ist einer deiner rustikalen Scherze. - Leider nein.

Wie ist das passiert? * Klopfen *

Hallo. - Könnten Sie draußen warten? Die Visite ist gleich fertig.

Natürlich.

Gut, dass Sie da sind. Ich hätte Sie sowieso heute...

Nicht freiwillig.

Diese Blumen hat Ihre Schwester Hannelore mir geschickt,

damit ich sie vorbeibringe.

Wie geht es Ihnen? - Jemand, der von Herzen negativ denkt,

kann nur positiv überrascht werden.

Allerdings bin ich schockiert über den Tod von Dr. Süßmilch.

Ach, Sie kannten sie?

Sie war meine behandelnde Ärztin.

Sie liegt bei Frau Haller auf dem Sektionstisch.

Ich verwette meine Virchow-Erstausgabe von 1858,

dass der Täter aus der Klinik stammt.

Bis jetzt gibt es nicht den leisesten Hinweis,

dass es Fremdverschulden ist. - Erzählen Sie mehr, alles.

2 blitzblanke Gläser in einer Spülmaschine

reichen kaum für eine Mordermittlung.

Außerdem soll die Tote sich krank gefühlt haben.

Geben Sie mir Ihr Feuerzeug, bitte.

Also, Karl-Friedrich, mach es gut.

Lass dich auf ein alkoholfreies Bierchen beim Ärztestammtisch sehen.

Danke, Günter.

Oh...

Günter, jetzt ist mir... - Du musst dich sofort hinlegen. Schwester!

...kurz schummerig geworden.

Nicht, dass noch die Infektion reinkommt. - Geht es?

Warten Sie, Boerne, Ihre Blumen.

Haben Sie schon mal Ihre Stimmbänder untersuchen lassen?

(Bishudo) Danke.

* Klopfen *

Schwester, bitte.

39,2. - Hoffentlich sind es keine multiresistenten Keime.

Da wirst du noch dableiben müssen. (stöhnt)

Makroskopisch und mikroskopisch gibt es keine Befunde.

Toxikologisch, mikrobiologisch, immunhistochemisch, nichts.

Jetzt wäre mir Prof. Boernes Expertise durchaus willkommen.

Ernsthaft? Sie vermissen ihn doch nicht etwa? - Rein fachlich.

Menschlich gesehen ist unsere Zusammenarbeit

die größte militärische Leistung des Jahrhunderts.

Chef, schauen Sie mal. Der Dreck im Profil ist noch feucht.

Warum geht sie joggen, wenn sie sich schlecht fühlt?

Vielleicht hat sie gelogen, wollte einen Tag blaumachen.

Oder sie ist gejoggt, obwohl sie sich schlecht gefühlt hat.

Das würde ihren Zusammenbruch erklären.

Ärzte sind Weltmeister darin, ihre Krankheiten zu verdrängen.

Mhm, alle außer Boerne.

Ich glaube nicht, dass es ein natürlicher Tod war.

Ich nehme an, dass der Täter sehr gute medizinische Kenntnisse hat.

Sagen Sie, die Kleine, die...

Mia? - Ja.

Die meinte, sie würde die Stimme des Täters wiedererkennen, richtig?

Ja.

Mhm.

* Musik *

(Bishudo schnarcht)

(schnarcht)

(schnarcht)

Madonna mia!

* Vibrationsalarm *

Hallo?

Schönen guten Abend, hier Thiel.

Entschuldigung, wenn ich so spät anrufe.

Ich wollte mal hören, wie es so geht.

Dass ich mich jemals freuen würde, Ihre Stimme zu hören,

zeigt, wie ernst es um mich steht.

Das Schlimmste, womit ich mich rumschlage, ist mein tauber DJ.

Er veranstaltet ein Kettensägenmassaker.

Ich liebe meine Mitmenschen, aber nur, wenn ich ein Einzelzimmer habe.

Was macht unser Fall? - Sie meinen wohl, mein Fall.

Ich habe die Kollegen vom Wirtschaftsdezernat

auf Scheinmann Pharma angesetzt und auch auf das Sanus Klinikum.

Da gibt es wohl eine Verbindung zwischen der Geschäftsführerin,

dieser Stephanie Harris, und dem Frank Scheinmann.

Ach was?

Ich war kürzlich zufällig dabei, wie sie ihn am Handy angeflötet hat.

Dabei ist sie angeblich nur mit ihren Bilanzen verheiratet.

Was ist bei der Obduktion Dr. Süßmilch rausgekommen?

Nichts. - Wie? Nichts?

Es gibt kein Nichts.

Spätestens seit Heidegger wissen wir, dass es Nichts nicht gibt.

Das Nichts ist unauflöslich verbunden mit dem Sein.

Und erst im Nichts offenbart sich das Sein.

Alberich kann also gar nicht nichts rausgefunden haben.

Wonach hat sie denn gesucht?

Hallo? Herr Thiel?

(schnarcht)

Das geht an die onkologische Praxis Dr. Bausch.

Das ist für die Privatklinik Dr. Roth.

Und das ist fürs Marienkrankenhaus.

Warum ist der Chef nicht da? Ich muss ihn sofort sprechen.

Keine Ahnung. - Bitte? - Keine Ahnung!

Ah, Scheinmann, haben Sie es doch geschafft?

Was sollte das am Telefon?

Ich steige aus, das war meine letzte Charge.

Wenn Sie unsere Abmachung kündigen wollen, nur zu.

Stephanie würde sich gezwungen sehen, Sie zu entlassen.

Dafür weiß ich zu viel.

Angesichts Ihres BtM-Konsums sind Sie kein glaubwürdiger Zeuge.

Wie wollen Sie weiter an die feinen Stöffchen kommen,

die Ihre Nase so liebt?

Das hat Ihnen Stephanie sicher erklärt.

Frau Harris kann mich mal.

Ich bin als Leiter der Apotheke nicht weisungsgebunden.

Das ist ja das Schöne. Sie entscheiden alles ganz allein.

Deshalb sind Sie auch für alles verantwortlich.

So zumindest wird das die Staatsanwaltschaft sehen.

Gute Nacht.

Hey! Was machen Sie da?

Ich fürchte, ich bin eine hilflose Person.

Ich wollte frische Luft schnappen. Jetzt habe ich mich verlaufen.

Wohin wollen Sie?

Station 2 A.

Kommen Sie, ich zeige Ihnen den Weg. - Danke, das ist aber nett.

Vielleicht könnten Sie mir ein Schlafmittel geben.

Sie wollten keine frische Luft schnappen.

Sie sind nicht der Erste mit einem Suchtproblem,

der um die Apotheke schleicht.

Ich nehme sonst nie Schlafmittel. Ich komme nur nicht zur Ruhe.

Der Tod von Dr. Süßmilch geht mir nicht aus dem Kopf.

Sie war meine Ärztin. Kannten Sie sie?

Ja, ist wirklich tragisch, ihr Tod.

Ja, natürlich kannten Sie sie. Müssen Sie ja.

Frau Dr. Süßmilch war ja Onkologin.

So eine Chemotherapie wird für jeden Patienten individuell angerührt, ne?

Sie kennen sich gut aus. Sind Sie vom Fach? - Ach... Nein.

Ich würde mich als aufgeklärten Patienten bezeichnen.

Station 2 A sagten Sie, ja? - Ja.

Gehen Sie in den 2. Stock, dann oben rechts. - Danke schön.

Ach, Prof. Boerne, wieder auf Abwegen?

Was spionieren Sie diesmal aus?

Ich bin ein harmloser Fall von seniler Bettflucht.

Mhm...

* Musik *

(schnarcht)

Klopfen

Guten Morgen.

Danke, Schwester.

Alter, ich schwöre, ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan.

Eine Stimmprobe der männlichen Mitarbeiter des Sanus Klinikums?

Das sind mindestens... - Ja, das sind 613.

Aber Mia ist sicher, dass sie die Stimme wiedererkennen wird.

Wir fangen mit Dr. Knapp an.

Boerne hat beobachtet, wie der sich mit Dr. Süßmilch gestritten hat.

Hoffentlich war das keine Fieberfantasie von Boerne.

Ganz ehrlich, es geht ihm gar nicht gut.

Er hat sich eine Infektion

mit diesen grässlichen Krankenhauskeimen zugezogen.

Und ich sollte endlich aufhören zu rauchen.

Das ruiniert meine Gesundheit und verkürzt mein Leben.

Steht auf jeder Schachtel.

Ich bin jetzt 59.

Wenn ich nicht rauchen würde, dann wäre ich vielleicht erst 50.

Biologisch, meine ich.

Warum sind Sie nicht im Bett?

Frau Klemm sagt, Sie hätten einen Rückfall.

Akuter Rückfall von Ermittleritis. - Der hoffentlich ansteckend ist.

Das muss schleunigst zu Alberich ins Labor.

Ich will wissen, was das für Medikamente sind.

Und das ist ein Haar von Dr. Knapp.

Alberich soll es auf D-Amphetamin untersuchen.

Wenn ich den fischig-ammoniakartigen Geruch des Mann richtig deute,

nimmt er Hausmannskost. - Speed? - Die Symptome deuten darauf hin.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Amphetamin eingesetzt,

um Soldaten motiviert und aggressiv zu halten.

Verschonen Sie uns mit Ihren Kriegserinnerungen.

Sie sollten sich ein Schächtelchen von diesem Zeug besorgen,

damit die Ermittlungen mal zügiger laufen.

Ohnehin habe ich den fatalen Eindruck, dass ohne meine Mitwirkung

die Polizeiarbeit Münsters zum Erliegen kommt.

Ich verstehe nicht, warum Sie ihn vermissen. - Wie bitte?

Ich eile zu Frau Haller.

Ich habe Sie ganz bestimmt nicht vermisst.

Natürlich haben Sie das, täte ich an Ihrer Stelle auch.

Ohne mich wüssten Sie z.B. nicht, dass Pharmaunternehmer Scheinmann

sich gestern zu nachtschlafender Zeit hier mit Klinikapotheker Knapp

ein kleines konspiratives Stelldichein gegeben hat. - Ach was?

Ich bin sicher, das Zytarix wird nicht in Indien gepanscht,

sondern hier vor Ort. - Na, so was.

Gut, dann mache ich mich jetzt mal motiviert und aggressiv...

...an "meine" Ermittlungen.

Und Sie gehen besser mal wieder ins Bettchen.

Der arme Prof. Boerne

bleibt nicht mal in der Klinik von der Arbeit verschont.

Keine Bange, der Besuch hier war rein privater Natur.

Dies hier allerdings ist dienstlich.

Eine Anordnung der Staatsanwaltschaft?

Richtig. Wir brauchen Stimmproben von allen männlichen Mitarbeitern

Ihres Hauses, insbesondere von denen,

die mit Frau Dr. Süßmilch zusammengearbeitet haben.

Da haben Sie sich viel vorgenommen, aber fragen Sie, wen Sie wollen.

Lassen Sie mich wissen, wenn ich Ihnen behilflich sein kann. - Mhm.

Sehr gerne.

Es gibt einen Zeugen. Warum sollten Sie Stimmproben wollen?

Im Versorgungsprotokoll ist nichts vermerkt.

Da steht nur, dass es der Einsatzwagen 1-RTW-4 war.

Zum 100. Mal: Das ist nicht mein verdammtes Problem!

Ich werde mit diesem Dr. Knapp aus der Apotheke anfangen.

Ich bringe Sie hin, das finden Sie nie.

Sie gehen mal zu Ihrem tauben DJ und kurieren sich aus.

Das schaffe ich alleine.

(mit Akzent) Ich bin hier fertig. Das ist doch... - Sobotitsch?

* Musik *

Ah!

Mein Gott, da bin ich als Schwerkranker

ja besser in physischer Verfassung als Sie.

Sie sind auch... mit dem Fahrstuhl gefahren.

Und Sie...

Sie sind verhaftet, Frau Sobotitsch.

In Wahrheit ist das die Frau Marinkovic. - Ja.

Ist mir völlig egal. Sie kommen mit aufs Präsidium.

Oh Gott, tut mir leid, wenn ich vergessen habe,

Schild aufzustellen.

Es geht nicht um das dämliche Schild.

Oh Gott, meine Papiere.

Wissen Sie, ich habe alles gemacht mit den Papieren.

Auch arbeitsrechtliche, geschweige denn steuerrechtliche Aspekte

Ihrer Existenz sind für meinen Kollegen nicht von Interesse.

Es geht um Ihre Mitwirkung beim Tod vom Andreas Hölzenbein.

So ist es, danke. Sie haben sich als Frau Sobotitsch ausgegeben

und bei der Rettungsleitstelle angerufen, richtig?

Ich nur gemacht, was Frau Harris sagen.

Frau Harris?

Ja, sie hat gesagt, ich soll das sagen.

Und soll ich Sobotitsch sagen.

Hat gut dafür bezahlt.

Ich weiß nicht, wen diese Frau zu decken versucht.

Fakt ist, dass ich sie um einen solchen Anruf nicht gebeten habe.

Ich habe eine tüchtige Vorzimmer- dame, die erledigt jeden Anruf.

Aber Sie wollten auf keinen Fall

mit diesem Anruf in Verbindung gebracht werden.

Warum sollte ich das tun? - Beihilfe zum Mord.

Das ist geschmacklos.

Das Einzige, was hier geschmacklos ist, sind diese Kekse.

Ich habe die Wirtschaftsjungs gebeten,

mir die Bilanzen Ihres Hauses zu erklären.

Das sind ja fantastische Zahlen.

Sie werden als neues Vorstandsmitglied

der Sanus Health AG gehandelt.

Die Kollegen meinten aber auch,

dass Ihr Haus nur deswegen fette Gewinne macht,

weil die Klinikapotheke so viel abwirft.

Unser Apotheker, Dr. Knapp, leistet eben hervorragende Arbeit.

Vielleicht nicht freiwillig.

Vielleicht wird er von Ihnen wegen seiner Sucht erpresst.

Das sind viele "Vielleichts", finden Sie nicht?

Ist natürlich auch reiner Zufall, dass es bei Ihnen so gut läuft

und bei Ihrem Pharmahändler, dem Herrn Scheinmann, auch.

Die sollen sich auch privat gut verstehen.

Ich wüsste nicht, was Sie mein Privatleben angeht.

Wenn Sie außer Spekulationen nichts vorzubringen haben,

beenden wir das hier.

Wie Sie meinen.

Hat mich sehr gefreut. - Mhm.

Ach so...

Ich bin aber auch...

Fast hätte ich es vergessen.

Schauen Sie mal...

Das ist doch Ihre Handschrift hier.

Jaja, die gute Svetlana.

Die spricht halt nicht so gut Deutsch,

da muss man ihr dann doch alles aufschreiben, was?

* Musik *

Boerne, den Rest schaffe ich alleine.

Geben Sie Ihren schlappen Synapsen mal die Sporen.

Wenn die Harris Svetlana dazu gebracht hat,

mit der Rettungsleitstelle zu telefonieren,

kann sie unmöglich zeitgleich im Botanischen Garten gewesen sein.

Wenn dieser Hölzenbein die Zytarix-Fälschung aufgedeckt hat,

wen hat er wohl in sein Vertrauen gezogen?

Ohne zu wissen, dass dieser Jemand in den Betrug verwickelt ist.

Falls Sie Dr. Knapp meinen, den lasse ich da gerade festnehmen.

Ist er da? - Leider nein.

* Musik *

Hey Mia. - Hey Papa, du bist aber früh dran.

Ich habe mich beeilt. Ich wollte nämlich nachher ausgehen.

Macht es dir was aus, heute Abend allein zu bleiben?

Natürlich, es sei denn, es ist diese coole Polizistin.

(schmunzelt) Das ist die coole Polizistin.

Ah... (atmet tief ein)

Ich liebe den Geruch von Formalin am Abend.

Alberich!

Sie müssen mich ja schrecklich vermisst haben, Sie kleines Monster.

Klar, denn ein Mensch, der Hunde, Kinder und Behinderte hasst,

kann nicht so schlecht sein. - Bitte schön.

Geben Sie zu, die Arbeit ohne mich ist möglich, aber sinnlos.

Das will ich nicht hoffen. Wir brauchen Beweise gegen Dr. Knapp.

Bisher haben wir nur Indizien.

Ich habe die Nadel im Heuhaufen gefunden

bzw. die Einstichstelle unter den Haaren.

Ich konnte hier im umliegenden Gewebe

das C-Peptid eines Humaninsulins isolieren,

was eine längere Halbwertszeit hat als das körpereigene Insulin.

Das bedeutet? - Dass damit der Nachweis erbracht ist,

dass Frau Dr. Süßmilch mit einer Insulin-Injektion umgebracht wurde.

Wahrscheinlich hat Knapp ihr Gamma-Hydroxy-Buttersäure

verabreicht, dass sie sich nicht wehren kann. - Butter... was?

K.o.-Tropfen. - Klar. Deswegen die beiden Gläser im Geschirrspüler.

Der hat auch fleißig selbst konsumiert.

Modafinil, Propranolol...

Und dazu Amphetamine.

Alles, was das Hirn sich wünscht...

...um nimmer müde zu werden.

Hat er mich auch... Wollte er mich auch...

Ja, da haben wir Antibiotikum gegen Ihre Infektion.

Und Midazolam, was therapeutisch keinen Sinn macht.

Zwar nur 30 mg, also keine letale Dosis.

Doch genug, um mir eine waschechte retrograde Amnesie zu verpassen.

Da hätte ich mich an den nächtlichen Apothekenbesuch nicht erinnert.

Wie würde Frau Staatsanwältin Klemm sagen?

(mit rauer Stimme) Gute Arbeit, Frau Haller.

Wollen wir mal nicht übertreiben. Jugend forscht.

Na ja, mit der Betonung auf "Jugend".

Mia hat mir ausdrücklich ihren Segen gegeben.

Aber eine DVD hat sie mir trotzdem abgeluchst.

Schön, dann haben wir den Abend für uns.

Willkommen. - Hallo. - Hier ist Ihr Tisch.

Danke.

Die Harris hat ihn gewarnt, und er ist über alle Berge.

Ich frage mich,

ob die Harris oder Dr. Knapp von unserer Zeugin wussten.

Woher? Ich habe den Notfallbericht gelesen.

Da stand nichts von einer Zeugin.

Jedenfalls schön, dass Sie wieder da sind.

Und schön, dass Sie wieder fit sind. - Fit wie ein Lackschuh.

Von langem Leid ist er genesen, zu früh schon sind wir froh gewesen.

Ich und Heidegger sind der Meinung,

dass Menschen erst nach ihrem Tod sympathisch werden.

In Ihrem Fall mache ich eine Ausnahme.

Ach so, Ihr Sack.

Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, dass Dr. Knapp frei rumläuft.

Glauben Sie, mir? Die Fahndung läuft. Mehr können wir nicht tun.

Schlafen Sie sich aus.

Thiel noch mal, Kripo Münster.

Die Adresse von dem Mädchen, die den Mann gefunden hat,

haben Sie die an irgendwen weitergegeben?

Nur der Klinik.

Heute haben die angerufen, weil der Patient sich wohl bedanken will.

Wieso fragen Sie?

Nein, der war köstlich. Ganz wunderbar war der.

Aber ich...

Nein, weil ich muss Diät halten wegen meiner Leber.

Es ist nichts Schlimmes.

* Türklingeln * Oh, ich kriege Besuch.

Ich weiß nicht, wer es ist, und nicht, was dich das angeht.

Können Sie mich schnell wo hinfahren?

Ich bräuchte Ihre Unterstützung.

Was du hörst, ist die süße Stimme der Pflicht, die mich ruft.

Gute Nacht.

Geht es etwas zügig, ja?

* Türklingeln *

Ja? - Hallo Mia.

(hustet) Entschuldigung.

Ich bin ein Kollege von Mark. Hat viel von dir erzählt im Büro.

Der ist gerade nicht da.

Komisch, wir waren verabredet, dass ich ihm das vorbeibringe.

Sie können es gern hierlassen.

Dann müsste ich ihm was dazu schreiben. Kann ich reinkommen?

Danke.

(flüstert) Darf ich mich setzen?

Tut mir leid, ich bin erkältet, ich habe keine Stimme.

Hast du einen Stift für mich? - Mhm.

Danke schön.

Also, die Nummer mit der Erkältung war echt pipi.

Ich habe Ihre Stimme trotzdem erkannt.

Ich denke, es hat geklappt.

Sehr gut. Dann kann die Flasche ja ins Labor.

Ich bin sicher, wir finden, was wir suchen.

Stehen bleiben!

Stehen bleiben!

Keine Bewegung!

Anderen eine Grube graben ist verdammt anstrengend.

Super Schlag.

Cool, wie im Film.

Das erzählen wir lieber nicht meinem Vater.

Er macht sich immer gleich Sorgen.

Alles okay? (schreit) Ja!

Müssen Sie immer alles anfassen? - Ist ja gut.

Da ist was kaputtgegangen. - Wo tut es weh? Da? - Ja!

Dann hat Dr. Knapp gestanden,

dass die Harris und der Scheinmann ihn erpresst haben

wegen seinem Drogenkonsum.

Wegen seines Drogenkonsums. Das war der Genitiv.

Das war das Motiv, deswegen ist Knapp durchgedreht

im Botanischen Garten, als Hölzenbein mit seiner Analyse ankam.

Bei dem, was der alles eingeschmissen hatte,

war der ein aufgeklapptes Rasiermesser.

Das ist der Fluch der bösen Tat,

dass sie fortlaufend Böses muss gebären.

Bitte?

Schiller.

Also Wallenstein.

Wer denn nun? Schiller oder Wallenstein?

(Tür wird geöffnet)

Hallöchen.

Professor, was? (lacht)

Ja, ich kriege stationär eine neue Chemo.

Hat wohl ziemliche Nebenwirkungen.

Viel heftiger als das Zeug, das ich bisher gekriegt habe.

Ja, ich mache dann mal los. - Sie können mich nicht mit dem...

Wie war das? Gute Freunde sind Menschen, die sehr weit weg wohnen.

Gute Besserung. Schönen Tag noch.

Tja, anderes Bettchen ist nicht frei.

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