All language subtitles for [SubtitleTools.com] 2024-08-06_ardmediathek_Tatort - Feierstunde (2016)_http_1280x720

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Original subtitles

Untertitel: WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR

* Tatort-Titelmusik *

Frank Thiel

Prof. Karl-Friedrich Boerne

Nadeshda Krusenstern

Silke Haller, "Alberich"

Ich will ihn umbringen.

Ich kann an nichts anderes mehr denken, als ihn umzubringen.

Ich mache es wirklich.

Diesmal bringe ich ihn um.

Einen Mord zu begehen, ist gar nicht so einfach.

Ich weiß.

Aber diesmal mache ich es wirklich.

Ich erschieße ihn.

Ich schieße ihm vor allen Leuten

mitten in sein kleines selbstgerechtes Herz.

Neueste computertomografische Techniken.

Ich will ihn krepieren sehen.

Sein Ego, seine Hybris, seine Eitelkeit.

All unsere Forschung, der technische Fortschritt.

Er soll an seiner eigenen Arroganz verrecken.

In seinem Blut, in seinem Schmerz.

Er soll verenden wie ein krankes Tier, das jämmerlich zugrunde geht.

...schauen auf diese Stadt.

Und ich verspreche Ihnen, wir werden schon bald

abenteuerliche Ergebnisse zu präsentieren haben.

Ich danke Ihnen.

* Applaus *

(röchelt)

Warum?

Rache, Herr Professor.

Rache.

Ich tue es wirklich.

Diesmal mache ich es wirklich.

Das sagen Sie immer.

Aber ich glaube nicht, dass Sie es tun.

Ich kann an nichts anderes mehr denken, als ihn umzubringen.

Ja.

Wut ist ein sehr tiefes Gefühl.

Ah.

Geht es? - Ja, es geht schon.

Ich hatte nie Probleme mit dem Rücken.

In deinem Alter war ich biegsam wie eine Katze.

Du solltest weniger Drogen nehmen.

Du bist total verspannt, lass mal locker.

Danke für den Tipp, Vattern, ich komme schon klar.

Kannst wieder abhauen. - Ich mache mir nur Sorgen.

Tschüs, Vattern.

Wenn das deine Vorstellung von Dankbarkeit ist,

kannst du dir das nächste Mal einen Krankentransport mieten.

Moin. - Morgen.

Chef, wo bleiben Sie denn?

Wir warten auf Sie.

3. Stock.

Bleibt 3. Stock.

Die Nachbarin hat die Polizei gerufen,

weil sie einen Schuss gehört hat.

Die wohnt ein Stockwerk drunter.

Ich helfe Ihnen.

Querschnittsgelähmt?

Ach Quatsch. Sie sind vielleicht ein bisschen eingerostet.

Haben Sie mal Yoga probiert? - Ich meine die Tote.

Ach so.

Nee, die hat... Jetzt fällt mir das Wort nicht ein.

Jedenfalls ist sie nicht querschnittsgelähmt,

sondern hat eine seltene Muskelerkrankung.

Danke. Von Geburt an? - Nee, erst seit ein paar Jahren.

Die war Sportlehrerin davor. - Sportlehrerin?

Ja, Sport und Musik.

Martina Götz. 47 Jahre alt und verheiratet.

Weiß ihr Mann schon Bescheid?

Vermutlich.

Die Nachbarin hat ihn kurz nach dem Schuss im Treppenhaus gesehen.

Wie, der ist abgehauen?

Sie hat versucht, ihn anzusprechen, aber er ist an ihr vorbeigerannt.

Wirft kein besonders gutes Licht auf ihn.

Wenn ich meine Frau so finden würde, würde ich auch abhauen.

Oh.

Schuss ins Gesicht, wahrscheinlich mit einer Pumpgun.

Ist außer dem Ehemann noch irgendwer hier gewesen?

Ja, der Paketzusteller anscheinend.

Laut Datum ist das Paket gestern aufgegeben worden.

D.h. es kann erst heute, also kurz vor ihrem Tod geliefert worden sein.

Was war dadrin?

Wissen wir nicht, wir haben nichts gefunden.

Es gibt keinen Absender und keinen Lieferschein.

Was ist mit ihrem Ehemann, was wissen wir von dem?

Harald Götz, er ist Professor an der medizinischen Fakultät.

Ein Kollege von Boerne? - Mhm.

Apropos Boerne, wo steckt der eigentlich?

Der hat von irgendeinem Forschungsgremium 3 Mio. Euro

für ein Mumienprojekt bewilligt bekommen.

Wie bitte?

Also, der untersucht jetzt für 3 Mio. Euro Mumien?

Erst mal lässt er sich für 3 Mio. feiern.

Verehrte Kollegen, liebe Studierende,

hochgeschätztes Publikum,

ich habe eine gute Nachricht für Sie.

Und eine schlechte.

Die schlechte zuerst, ich werde sterben.

(Publikum) Oh.

Die gute Nachricht lautet:

Sie auch.

Dem Tod zu entkommen, ist unmöglich.

Was wir aber tun können, ist, uns neben ihn zu stellen.

Ihn zu betrachten, ihn zu studieren,

ihn uns vertraut zu machen in seiner Schönheit.

Und in seinem Schrecken.

Niemals gelingt uns das auf beeindruckendere Art und Weise

als durch die Betrachtung frühzeitlicher Mumien.

(Mann) Sehr gut.

Diese Kunstwerke der Konservierung führen uns tief

in die geheimnisvollen Welten unserer Vorfahren.

Und vielleicht begegnen wir in ihnen auf diese Art und Weise

ja doch einem kleinen Stück Unsterblichkeit.

Ich danke Ihnen.

Großartig.

Vielen, vielen Dank.

Na, Alberich, wie fanden Sie meine kleine Show?

Professor Zereike und Professor Pabst

sind gerade stinksauer gegangen.

Wieso das denn?

Ich habe den Kern unserer Forschung hervorragend herausgearbeitet.

Aber Sie haben die beiden mit keinem Wort erwähnt.

Nichts langweilt das Publikum mehr

als die Aufzählung von Namen, die keiner kennt.

Die beiden sind Teil Ihres Konsortiums.

Können sie sich gleich dran gewöhnen,

dass ich für solche Eitelkeiten nichts übrig habe.

Moinsen Herr Professor.

Oh, was machen Sie denn hier?

Ich suche einen Kollegen von Ihnen, Professor...

Scheiße, wie war... Götz.

Was? - Professor Götz?

Götz? Kenne ich nicht, habe ich nie gehört.

Natürlich kennen Sie den.

Das ist der Juniorprofessor aus der Neuroanatomie.

Wir haben seine Frau heute Nachmittag tot aufgefunden.

Was? Oh Gott, das ist schrecklich. - Das kann man wohl sagen.

Ich habe gedacht, Sie kommen, um mir zu gratulieren.

Aber natürlich.

Herzlichen Glückwunsch. - Danke schön.

Sie können ins Institut fahren und die Leiche obduzieren.

Das war ein Gewaltverbrechen? - Davon kann man ausgehen.

Die Frau hatte eine Ladung Schrot im Kopf

und so gut wie kein Gesicht mehr.

Wunderbar, dann ist die Todessursache bereits gefunden.

Herr Professor, es handelt sich um die Frau eines Kollegen.

Ich kannte die Frau nicht. Und den Mann kenne ich auch nicht.

Also, legen Sie die Leiche kalt,

ich schau es mir an, wenn ich fertig bin. Danke.

Professor Götz, das ist ein unscheinbarer Mensch.

Eine schlimme Geschichte.

Irgendwie hat er mir immer leid getan.

Der war nicht besonders erfolgreich in seiner Wissenschaft.

Kann eben nicht jeder ein Professor Boerne sein.

Gott sei Dank.

Das Medikament.

Tut mir leid, Herr Götz, mehr kann ich im Moment nicht für Sie tun.

Ich weiß.

Danke für Ihre Hilfe.

* Telefonklingeln *

Entschuldigung.

* Telefonklingeln *

Praxis Dr. Adam.

Ja.

Ja, das ist korrekt, heute 15 Uhr, völlig termingemäß.

Mir wäre es lieber, ich käme zu Ihnen.

Ja.

Gut.

Gut, dann bis gleich.

Herr Götz? (Tür wird geschlossen)

Professor Götz sollte um 16 Uhr Boernes Vortrag hören.

Da ist er nicht erschienen.

Um 17 Uhr hatte er eine Vorlesung, da war er auch nicht.

Er hat nicht angerufen, sich nicht krankgemeldet.

Niemand weiß, wo er ist. Ich brauche einen Haftbefehl.

Ich könnte Ihnen die Adresse einer sehr guten Orthopädin geben.

Ein Haftbefehl wäre mir lieber.

Ist es nicht ein bisschen früh,

sich auf den Ehemann als Täter festzulegen?

Wollen Sie warten, bis er über alle Berge ist?

Herr Thiel. - Ja.

Die Kollegen haben rausgefunden, was in dem Paket war.

Und?

Die Tatwaffe.

Scheiße.

Es gibt Spuren der Punzierung am Styropor.

Man erkennt die Schaftkappe und die linke Seite vom Systemkasten.

Die Mündung hat sich auch abgedrückt.

Kacke, Kacke, Kacke.

Das ist die Tatwaffe? - Ja.

Eine Pumpgun, illegales amerikanisches Modell.

Adressiert an Harald Götz.

Ist in Hollywood gerade ganz groß in Mode.

Pumpgun, die Waffe für Blutbäder aller Art.

Früher musste man für so was ins Kino gehen.

Heute kann man sich in Münster niedermetzeln lassen. - Ist ja gut.

Sie kriegen Ihren Haftbefehl.

Nadeshda, die Psychologin ist da. - Danke.

Was für eine Psychologin?

Dr. Corinna Adam, ich habe sie herbestellt,

weil sie bei Götz im Terminkalender stand.

Der war heute um 15 Uhr mit ihr verabredet.

Ist aber nicht erschienen. - Doch.

15 Uhr?

Das war doch ganz kurz nachdem die Nachbarin den Schuss gehört hat.

Das würde erklären, wohin er so schnell abgehauen ist.

Hat Boerne die Leiche schon obduziert?

Ich weiß nicht, ob er schon angefangen hat.

Der ist bestimmt betrunken vom Champagner.

Dann rufen Sie da an und machen Druck.

Wir brauchen das Ergebnis heute noch.

Frau Adam. Tag. - Dr. Adam. Guten Tag.

Entschuldigung. Bleiben Sie sitzen.

Mein Name ist Thiel, Hauptkommissar Thiel.

Schön, dass Sie so schnell kommen konnten.

Ich vermute, es geht um den Suizid von Martina Götz?

Den was? - Bin ich nicht deswegen hier?

Wie kommen Sie darauf, dass Frau Götz sich selber umgebracht hat?

Ihr Mann hat es mir erzählt.

Sie hat sich vor seinen Augen in den Kopf geschossen.

Entschuldigen Sie, wenn ich lache, aber können Sie mir erklären,

wie man sich mit einer 1,20 m langen Pumpgun selber...

Solange wir kein vernünftiges Gesetz zur Sterbehilfe haben,

kommen die Menschen auf verzweifelte Ideen.

Ich glaube nicht, dass es Suizid war.

Das habe ich herausgehört.

Wo ist er jetzt?

Das weiß ich nicht.

Wie, das weiß ich nicht?

Haben Sie ihn einfach gehen lassen?

Ich war am Telefon mit Ihrer Kollegin.

Nach dem Gespräch bin ich zurück ins Therapiezimmer gekommen,

da war Götz weg.

Sie können doch einen Patienten, der zu Ihnen kommt

Entschuldigen Sie die Störung.

Ich habe Professor Boerne erreicht, er hat die Leiche obduziert.

Es handelt sich definitiv um Selbstmord.

Die Lage der Leiche.

Der Einschusswinkel, die Schrotpartikel

und die Schmauchspuren ergeben folgendes Bild:

Sie hat die Waffe vor sich auf den Boden gestellt, Kolben nach unten.

Dann hat sie sich über die Waffe gebeugt,

bis ihre Finger den Abzug erreichen konnten.

Hat den Kopf so auf die Mündung der Waffe gelegt und bam.

Moment.

Sie könnte auch von irgendjemandem

mit Gewalt dazu gezwungen worden sein.

Dann hätte man Spuren von Gewalt an ihr finden müssen.

Z.B. Druckstellen im Nacken.

Haben wir aber nicht.

Sie hat es freiwillig getan. Und zwar aus gutem Grund.

Alberich.

Was Sie sehen, ist Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS.

Das Beste, was man über diese Krankheit sagen kann, ist,

dass sie sehr selten vorkommt.

Sie führt zu einer Zerstörung der Nervenzellen in Hirn

und Rückenmark.

Das sind Gehirnzellen?

Ich weiß nicht, wie es in Ihrem Hirn aussieht.

Das ist die Biopsie eines Oberschenkelmuskels.

Für mich sieht das aus wie ein Sturmtief über der Biskaya.

Kann ich mir denken.

Man sieht hier das typische Atrophiemuster.

Muskelfasergruppen verkümmern, weil sie

an nicht funktionierende Nervenzellen angeschlossen sind.

Das ist nicht heilbar?

Im Gegenteil.

Das schreitet immer weiter fort

und führt zu einem qualvollen Erstickungstod

wegen der Schwächung der Atemmuskulatur.

Sie wusste, dass sie stirbt? - Ja.

Die Pumpgun ihres Mannes fand sie wohl die attraktivere Todesart.

Brauchen Sie mich noch? - Nein.

Moment.

Es sei denn, Sie möchten mich zu unserer Feierstunde

anlässlich meiner Forschungsförderung begleiten.

Es wird ein enger Kreis hervorragender Wissenschaftler

anwesend sein.

Alberich? - Wie es scheint, hat sie was Besseres vor.

Aber ich hätte jetzt Zeit. - Sie?

Sie haben nicht mal Abitur. - Natürlich habe ich Abitur.

Na gut, auf dem 2. Bildungsweg, aber...

Netter Versuch.

Mir ist der Grund Ihrer schlechten Laune egal,

aber Sie könnten wenigstens so tun, als wären Sie erfreut.

Ich schreibe einen Kondolenzbrief an Professor Götz.

Übrigens auch in Ihrem Namen.

Sie könnten wenigstens so tun, als wenn Sie ein Herz hätten.

Was ist das für ein vorwurfsvoller Ton?

Geben Sie mir die Schuld, dass der Kollege seine lebensmüde Frau

mit einer Pumpgun alleine gelassen hat?

Wissen Sie, woran Professor Götz geforscht hat?

Amyotrophe Lateralsklerose.

Er hat ein Heilmittel gesucht für seine Frau.

Offensichtlich ohne großen Erfolg.

Weil niemand an seine Forschung geglaubt hat.

Niemand hat ihm Geld gegeben.

Er hat die gleichen Mittel beantragt wie Sie.

Wollen Sie mir meinen Erflog zum Vorwurf machen?

Jeden Tag sterben Menschen an Krankheiten.

Und Sie verschwenden Forschungsgeld an Mumien,

die seit Tausenden von Jahren tot sind.

Diese Mumien geben uns Aufschluss über das Leben in früheren Zeiten.

Wer hat denn was von diesem Aufschluss? - Wer hat was davon?

Wer hat was davon, dass wir zum Mond fliegen?

Wer hat was von schnellen Autos? Und wer hat was von Kunst?

Was ist denn jetzt?

Begleiten Sie mich nun?

Oder schreiben Sie auch noch Kondolenzbriefe

für die Erdbebenopfer von Nepal?

Gehen Sie ruhig feiern, ich bleibe hier.

Sie haben gesagt, ich bekomme einen Haftbefehl.

Das war, bevor ich wusste, dass der Mann unschuldig ist.

Da wäre ich mir nicht so sicher.

Es war Selbstmord, Thiel. Finden Sie sich damit ab.

Wenn es Selbstmord war, wo ist dann die Waffe?

Das ist nicht mehr Ihr Problem.

Das geht weiter ans zuständige Dezernat.

Wir müssen trotzdem weiter nach Götz fahnden.

Mit welcher Begründung? - Mit welcher Begründung.

Der Mann hat ne Pumpgun. Der ist vielleicht gefährlich.

Der Mann hat seine Frau verloren.

Und das auf eine Art und Weise, die ich mir nicht mal vorstellen will.

Vielleicht umso mehr ein Grund, ein mordlüsterner Irrer zu werden.

Haben Sie manchmal das Gefühl, dass diese vielen Jahre bei der Kripo

auf Kosten Ihrer Menschlichkeit gegangen sind?

Ich weiß nicht, was diese Frage soll.

Dann denken Sie mal drüber nach.

* Musik *

Das ist doch ein Wahnsinn.

Der Mann ist seit dem Tod seiner Frau verschwunden,

hat psychische Probleme, ist bewaffnet, und was machen wir?

Wir stellen die Fahndung ein.

Dass er bewaffnet ist, ist Ihre Theorie.

Nur weil er eine Psychologin hat, heißt das nicht,

dass er ein Mörder ist.

Sagen Sie auch noch, dass Sie glauben,

dass ich meine Menschlichkeit verloren habe.

Nein, ich glaube, Sie sollten nach Hause gehen.

Legen Sie sich auf den Boden, Beine auf einen Stuhl,

und dann entspannen Sie sich mal.

Ich muss noch mal mit dieser Psychologin reden

und rauskriegen, warum Götz bei ihr in Behandlung war.

Gut, dann kann ich nach Hause gehen.

Nee, nee, nee. Sie halten Kontakt zur Zentrale.

Wenn irgendwo mit einer Pumpgun rumgeballert wird,

sagen Sie mir Bescheid.

Rückenschmerzen kann man auch kriegen,

wenn man sich zu sehr auf etwas versteift.

Übrigens, wenn Sie den Absender der Waffenlieferung ermittelt haben,

dann sagen Sie mir bitte auch Bescheid, ja? Danke schön.

Ja, bitte. - Tschüs. - Auch tschüs.

* Musik *

Die Eier in die Küche.

Guten Abend. - N Abend.

Haben Sie eine Einladung? - Nein.

Tut mir leid, wir haben eine geschlossene Gesellschaft.

Ihren Anzug.

Wie bitte?

Ich hätte gern Ihren Anzug.

Frau Haller?

Frau Haller?

Ah, Dr. Akbay. Der Professor ist leider schon weg.

Ich will ja auch zu Ihnen. Mit herzlichen Glückwünschen.

Vielen Dank. Habe ich meinen Geburtstag verpasst?

Ich freue mich, dass Sie an der Uni bleiben.

Ich hatte nicht vor, die Uni zu verlassen.

Ich meine wegen der Kürzungen. - Welche Kürzungen?

Ich Idiot!

Er hat es natürlich nicht gesagt. - Was? Wer?

Wovon sprechen Sie?

Die Fakultät wollte Professor Boerne eine Mitarbeiterstelle kürzen.

Wegen der knappen Kassen usw. - Er wollte mich feuern?

Ganz im Gegenteil!

Deswegen hat er wie ein Verrückter Anträge gestellt

und dieses Mumien-Projekt.

Jetzt sagen Sie nicht, er hat das für mich getan.

Wissen Sie was? Vergessen Sie es einfach.

Wir tun so, als hätte dieses Gespräch nie stattgefunden, okay?

Was man mit 3 Mio. alles machen kann.

Kollege Pabst bekommt seine Senior-Professur.

Ich muss zugeben, für mich kommt die Summe gerade günstig.

Am günstigsten kommt sie für unsere Kollegin Zereike,

jüngste Lehrstuhl-Inhaberin Deutschlands.

Auf den Titel waren Sie doch schon lange scharf.

Wenn Sie das sagen, klingt es,

als würde ich mich nur für meine Karriere interessieren.

Um Himmels willen, nein!

Wer von uns interessiert sich für seine Karriere?

Wir sind Wissenschaftler.

Wir interessieren uns allein für unseren Forschungsgegenstand.

Auf die Mumien!

Ich geh mal den Dekan begrüßen. - Ich komme mit.

Habe ich irgendwas... - Schönen Abend noch.

Professor Boerne! - Ja.

Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen gratuliere.

Vielen Dank.

Herr?

Götz.

Sie sind Professor Götz.

Es tut mir leid.

Das mit Ihrer Frau tut mir aufrichtig leid.

Reden wir nicht davon, wir sind heute hier, um Sie zu feiern.

Dass die Polizei Sie überall sucht, ist Ihnen klar?

Finden Sie, ich sollte gehen? Wollen Sie mich loswerden?

Bleiben Sie, wenn es Ihnen gefällt.

Ich finde es ne nette Party, aber ich krieg Hunger.

Gibts nichts zu essen? - Doch, es war ein Buffet bestellt.

Aber es steht scheinbar noch im Kochbuch.

Ich geh in die Küche und gucke, was die da machen. - Danke.

Sehr nett von Ihnen.

Haben Sie Professor Götz eingeladen?

Ich kenne den Mann so gut wie nicht.

Ich dachte, Sie haben ihn eingeladen.

Warum sollte ich Götz einladen? - Warum sollte ich?

Ich habe heute seine Frau obduziert.

Die hat sich

mit einer Pumpgun ins Gesicht geschossen. Nicht schön.

Ach tatsächlich? - Hm.

Ihr Tod scheint ihn nicht aus der Bahn zu werfen.

Jeder Mensch trauert auf seine eigene Art.

Noch mal Glückwunsch. - Danke.

* Musik *

* Türklingel *

Guten Abend.

Entschuldigen Sie die späte Störung.

Ich hab noch eine Frage.

Ich kann Ihnen sowieso nicht helfen.

Sie wissen gar nicht, warum ich hier bin.

Ich weiß 2 Dinge über Sie:

1. Sie haben eine miserable Körperhaltung.

Vermutlich ausgelöst durch sehr starke Rückenschmerzen.

2. Sie halten Harald Götz für einen Mörder.

Dass Sie wegen der Rückenschmerzen hier sind, glaube ich nicht.

Dass Harald Götz ein Mörder ist, können Sie nicht beweisen.

Also sind Sie hier in der Hoffnung, dass ich aus einer Schublade

eine Patientenakte ziehe, in der drinsteht:

"Harald Götz, potenzieller Massenmörder".

Sie sind eine verdammt clevere Frau.

Und? Gibt es so eine Akte?

Wenn er mein Patient wäre, dürfte ich nicht mit Ihnen darüber reden.

Nicht über die Tatsache an sich

und schon gar nicht über die Inhalte der Therapie.

Sie wissen schon, dass Ihre ärztliche Schweigepflicht erlischt

in dem Moment, wo einer Ihrer Patienten

eine potenzielle Gefährdung darstellt.

Ich kann Ihnen versichern, dass von keinem meiner Patienten

eine Gefährdung ausgeht.

Tja, dann wird das wohl nichts mit der Akteneinsicht, was? - Nein.

Aber bei der Sache mit Ihrem Rücken könnte ich Ihnen helfen.

Dass man hier nichts zu essen kriegt bei 3 Mio.

Oh Gott, Sie schickt der Himmel! Hier, halt mal eben.

Ich bin fast am Verhungern. Danke, danke.

War das nicht der Götz aus der Neuroanatomie?

Ich dachte, der gehört zum Küchenpersonal.

Häppchen, Herr Professor? - Was? Danke schön.

Kennen Sie Frau Doktor frischgebacken Akbay?

Klar kennen wir uns. Ich hatte eine Vorlesung bei Professor Götz.

Ach was. - Die Horsd'oeuvre sind wirklich ausgezeichnet.

Frau Dr. Akbay war meine begabteste Doktorandin.

Ich prophezeie ihr eine große Zukunft.

Und Sie wollen nicht probieren? - Danke, nein.

Herr Professor.

Wenn ich Sie damit glücklich machen kann.

Nehmen Sie das hier. Das sieht ein bisschen frischer aus.

Finden Sie?

Sie wollen uns aber nicht den ganzen Abend Häppchen servieren?

Nein, keine Sorge. Ich gehe bald zum unterhaltsamen Teil über.

Alles in Ordnung, Herr Professor?

Bin ich nicht ganz sicher.

Stellen Sie sich vor,

der Schmerz aus Ihrem Rücken fließt in meine Hand.

Dann tun Ihnen saumäßig die Hände weh, und ich bin schuld.

Das lassen Sie mal meine Sorge sein.

Wie machen Sie das, wenn Sie sich den ganzen Tag in Ihre Patienten,

wenn Sie sich in die Leute reinversetzen müssen? Oh!

So wie Sie. Sie machen das doch auch.

Ich muss den Leuten nicht helfen, ich muss sie nur verhaften.

Aber im Ernst. Wenn jemand wie Professor Götz zu Ihnen kommt

mit so einer wahnsinnig traurigen Geschichte.

Man entwickelt doch auch Gefühle.

Ist ein netter Versuch. Ich sag Ihnen trotzdem nichts.

Nein, nicht mich anschauen. Schauen Sie geradeaus.

Hat man im Psychologiestudium Massagekurse?

Ich habe nicht Psychologie studiert, ich bin eigentlich Neurologin.

Da haben Sie ja was mit Professor Götz gemeinsam.

Das stelle ich mir hart vor,

wenn man Mediziner ist und gar nichts dagegen tun kann,

wenn die eigene geliebte Frau an einer unheilbaren Krankheit stirbt.

* Knacken * Oh ja.

Haben Sie da mit ihm drüber geredet?

Ihre Hartnäckigkeit fängt langsam an, mich zu beeindrucken.

Ja, ich bin ein verdammt harter Nacken.

Wie fühlen Sie sich?

Mein Magen knurrt. Ich glaub, ich hab Hunger.

"Sie sind verbunden mit der Mailbox von Karl-Friedrich Boerne.

Belästigen Sie mich nicht mit Nichtigkeiten.

Sollten Sie etwas Wichtiges zu sagen haben, rufen Sie später an.

Nur falls Sie mit Ihrem nahen Ableben rechnen,

hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Ton." * Piepen *

Ähm...

Ich bin auch eher ein stiller Typ wie Sie.

Ich dränge mich nicht gern nach vorn.

Bei uns in der Wissenschaft hat man es schwer,

es ist alles oberflächlich geworden.

Wer am lautesten krakeelt, bekommt den dicksten Batzen Geld.

Wenn man vom Teufel spricht.

Könnte ich Sie einmal kurz unter 4 Augen sprechen?

Sprechen Sie ruhig hier.

Sie werden vor Ihrem Kollegen keine Geheimnisse haben, oder?

Sie haben unter Ihrer Weste eine Waffe.

Eine Waffe?

Halten Sie mal.

Tatsächlich. Eine Waffe.

Und was soll das werden? - Das erkläre ich Ihnen gerne.

Meine Damen und Herren, ich bitte um Ihre Aufmerksamkeit.

Wie einige von Ihnen wissen, ist meine Frau heute gestorben.

Sie hätte nicht sterben müssen.

Es wäre möglich gewesen, ihre Krankheit zu heilen.

Davon bin ich überzeugt.

Ist das zu viel verlangt, sich das bis zum Ende anzuhören, Herr Dekan?

Ist das Ihre Auffassung von Respekt?

Ich spreche davon, dass meine Frau gestorben ist,

weil Sie alle hier im Raum, Sie alle, versagt haben.

Aber die gute Nachricht ist:

Ich habe eine Substanz entdeckt,

mit der sich die Symptome ihrer Krankheit simulieren lassen.

Eins der Partyhäppchen, die Sie heute zu sich genommen haben,

war mit dieser Substanz kontaminiert.

Aus welcher Räuberpistole stammt das denn?

Keine Angst, wir werden alle unseren Spaß haben.

Sie sind alle privilegiert, den qualvollen Tod eines ALS-Patienten

heute Abend hier aus nächster Nähe zu betrachten.

Herr Götz, ich ruf jetzt die Polizei.

Sie können hier nicht telefonieren.

Ich habe einen Störsender, der alle Handywellen blockiert.

Probieren Sie es ruhig.

Zum letzten Mal, Herr Dekan! Sie bleiben hier!

Sie bleiben hier! Sie bleiben hier!

Und Sie schauen sich den Tod an, den meine Frau gestorben ist.

Ich habe gesagt, es wird nicht telefoniert!

Ich habe gesagt, keiner verlässt den Raum!

Ist das so schwer zu verstehen, verdammt noch mal?

Die Vorhänge zu! Ziehen Sie die Vorhänge zu, alle, los!

Machen Sie die Vorhänge zu!

Hinsetzen!

Hinsetzen, alle sofort!

Alle!

Hier ist absolut nichts los. Da kann ich doch nach Hause gehen.

Nein, nirgendwo ne Pumpgun, es ist alles ruhig.

Wozu haben wir den Bereitschaftsdienst?

Schönen Feierabend! - Ja.

Bin ich längst dran.

Aber versuchen Sie mal,

im Darknet einen illegalen Waffenhändler zu lokalisieren.

Das geht nicht innerhalb einer Nacht.

Wo sind Sie eigentlich? Was ist das für ein Gedudel?

Ich bin noch beruflich unterwegs. - Wie?

Nadeshda, es tut mir leid, ich muss das Gespräch beenden.

Sie können sich melden, wenn es Neuigkeiten gibt.

Ja, mache ich.

Entschuldigung.

Immer noch auf der Jagd nach Harald Götz?

Na ja, nur weil ich stur bin, heißt das noch lange nicht,

dass ich nicht recht habe. - Auf die Sturheit.

Auf die Sturheit.

Nicht anfassen.

Lassen Sie sie liegen, wo sie ist.

Was machen Sie da?

Nicht anfassen, habe ich gesagt.

Ah, Herr Professor, pietätvoll wie immer.

Wissen Sie, warum man Tote abdeckt?

Besser, Sie gewöhnen sich an den Anblick.

Da rüber, alle da rüber! Los, los, zack, zack.

Das ist der Tod.

Er ist nicht schön, aber so sieht er nun mal aus.

Wir sind alle Mediziner, wir wissen, wie der Tod aussieht.

Sie haben keine Ahnung, wie der Tod aussieht.

Sie haben keine Ahnung von nichts.

Was habt ihr eigentlich? Sie hat doch noch ein Gesicht.

Immerhin hat sie noch ein Gesicht.

Ich spüre mein rechtes Bein nicht mehr, mein rechtes Bein ist gelähmt.

Ich hab mindestens 8 von den Häppchen.

Bleiben Sie ruhig, das wird schon wieder.

Wird es nicht, Sie haben doch gehört,

das sind die ersten Symptome von ALS.

Vielleicht ist es auch nur ein Schlaganfall.

Wir brauchen einen Rettungswagen. - Das ist gut!

Ein guter Witz, Herr Dekan! Ein Rettungswagen.

* Klopfen *

(Alberich) Hallo!

Professor Boerne?

Ich bin hier draußen, und die Tür ist zu.

Kann mir mal jemand die Tür aufmachen, bitte?

Oh Mann, das darf doch nicht wahr sein.

Alberich. - Chef!

Na endlich.

Was haben Sie mit Ihrem Jackett gemacht?

Zu Ihrer Linken befindet sich ein Schild.

Darauf steht "Geschlossene Gesellschaft". Was heißt das?

Dass die Gesellschaft geschlossen ist.

Aber eben haben Sie mich eingeladen.

Jetzt ziehe ich die Einladung zurück.

Chef, ich weiß, es tut mir leid, ich habe Sie beleidigt.

Alberich, ich bin nicht beleidigt.

Ich will, dass Sie jetzt verschwinden.

Ich habe mich extra für Sie in Schale geworfen.

Werfen Sie sich wieder raus aus der Schale.

Da ist Blut an Ihrem Hemd.

Das stammt von der Obduktion vorhin.

Da hatten Sie einen Kittel an und ein völlig anderes Hemd.

Ich bin nicht in der Stimmung, mit Ihnen Sherlock Holmes zu spielen.

Was ist hier los? Die Vorhänge sind geschlossen, die Tür abgeschlossen.

Zu neugierig Ihre kleine Assistentin.

Laufen Sie weg.

Wenn Sie weglaufen, können Sie sein Hirn vom Türrahmen abkratzen.

Das ist nicht sein Plan, er wird mich nicht erschießen.

Kluges Mädchen.

Wir gehen alle 3 rein ins Restaurant.

Los, Sie gehen vor. Los! Sie kommen mit.

Was meinen Sie, sollen wir noch eine bestellen?

Das ist Ihre Strategie, ja?

Sie wollen mich betrunken machen,

damit ich Ihnen doch noch was von Harald Götz erzähle.

Ob Sie es glauben oder nicht, ich denke momentan nicht an Harald Götz.

Mich interessiert eher, was Sie so machen.

Psychologie ist ein spannender Beruf.

Warum haben Sie ausgerechnet diesen Beruf ergriffen?

Warum sind Sie Ärztin geworden?

Die Kurzversion?

Ich glaube, ich bin gut darin, anderen Menschen zu helfen.

War es das schon? - Mhm.

Das ist ein bisschen sehr kurz. Gibt es auch eine Langversion?

Also, ähm...

Als ich klein war, sind meine Eltern mit mir

sonntags in den Wald gefahren mit dem Auto.

Ich habe immer hinten gesessen und aus dem Fenster geguckt.

Eines Tages habe ich diesen Hund am Straßenrand gesehen.

Der war ganz weit weg, ein kleiner brauner Punkt.

Ich glaube, das war ein Schäferhund.

Ich hatte das Gefühl, der sieht mich an.

Dann sind wir immer näher gekommen.

Ich habe gesehen, der sieht mich wirklich an,

als wollte er mir etwas sagen.

Als wir auf seiner Höhe waren, ist er losgesprungen.

Direkt vor unser Auto. - Ach du Scheiße!

Mein Vater hat das Lenkrad rumgerissen

und ist gegen einen Baum gekracht. Er war sofort tot.

Meine Mutter ist später im Krankenhaus gestorben.

Oh Gott. Das ist eine furchtbare Geschichte.

Aber deswegen bin ich heute Ärztin.

Wie? Verstehe ich nicht ganz.

Sie sind ja keine Chirurgin.

Ich hätte den Tod verhindern können.

Ich habe ihn gesehen, bevor er eingetroffen ist.

Ich weiß, das klingt verrückt.

Aber ich glaube, dass ich eine Gabe habe.

Eine besondere Verbindung zu dem Bereich zwischen Leben und Tod.

Sie glauben, ich hab sie nicht mehr alle. Stimmts?

Nein, nein. - Geben Sie es ruhig zu.

* Handyklingeln *

Sie wären nicht der Erste, der mich für verrückt hält.

Nein, ich schwör es Ihnen. Entschuldigung, ich muss rangehen.

Nadeshda, was gibts?

Wie bitte?

Das BKA?

Ich hatte gesagt, Sie sollen weglaufen.

Hätten Sie gemacht, was ich gesagt habe,

hätten Sie die Polizei alarmieren können.

Entschuldigen Sie, dass ich Ihr Leben schützen wollte.

Beim nächsten Mal lasse ich Sie erschießen.

Ich bin in 5 min da.

Ja, bis gleich.

Was ist denn los?

Die Waffe, mit der sich Frau Götz umgebracht hat,

stammt aus einem illegalen Internetportal.

Ist das eine Überraschung? - Nein.

Die Überraschung war, dass Professor Götz in diesem Internetportal

noch unzählige andere Waffen gekauft hat.

Pistolen, Gewehre, Munition.

Der hat innerhalb eines halben Jahres ein Arsenal gebunkert.

Jetzt sagen Sie mir bitte, dass Sie davon nichts gewusst haben.

Götz hat eine gewisse Faszination für Waffen.

Er hat sie aber nie benutzt.

Aber seine Frau hat sich die halbe Gesichtshälfte weggeschossen.

Damit hat er nicht gerechnet, und das hat er auch nicht gewollt.

Als er zu mir kam, war er sehr verzweifelt.

Er hat sich Vorwürfe gemacht. - Mir kommen die Tränen.

Soll ich Mitleid mit ihm haben?

Das Paket hätte nie in ihre Hände fallen dürfen. Das war ein Unglück.

Der Mann hat so viele Waffen,

der kann einen halben Stadtteil plattmachen.

Und Sie sagen mir, von meinen Patienten geht keine Gefahr aus.

Er hat die Waffen nicht, um sie zu benutzen.

Er hat sie, weil sie ihm ein Gefühl von Macht verleihen.

Schönen Abend noch.

Bitte, wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann.

Gehen Sie nach Hause.

Oder noch besser: Wechseln Sie den Beruf.

Hören Sie auf, mir wird schwindelig.

Jetzt fängt das linke Bein auch noch an.

Ich kann den hier nicht behandeln, wir haben kein Blutdruck-Messgerät.

Forschungsmittel fallen nicht vom Himmel.

Wenn Professor Pabst ne Mumie wär, wäre es was anderes.

Ihre Botschaft ist angekommen, Götz. Sie können mit dem Spiel aufhören.

Professor Boerne, langweilen wir Sie? Sie sind so still.

Nein, im Gegenteil.

Ich habe keine Lust, mich an diesem Affentheater zu beteiligen.

Affentheater, ja?

Ich bin am Sterben, falls Sie es nicht bemerkt haben sollten.

Sie sterben nicht.

Sie haben allerhöchstens eine hysterische Parese untenrum.

Wie bitte?

Freud nannte es Konversionshysterie, eine neurotische Störung

mit einem übersteigerten Bedürfnis nach Aufmerksamkeit.

Sie sind ein arrogantes, kaltblütiges Scheusal

ohne jedes menschliche Mitgefühl.

Hätten Sie die Polizei alarmiert,

müssten wir uns nicht dieses Gejammer anhören.

Herr Thiel?

Er ist weg, und die Waffen anscheinend auch.

Hier, schauen Sie mal.

Das ist doch Boerne.

Ja, jemand hat sein Gesicht als Zielscheibe benutzt.

Wo haben Sie das gefunden? - Im Keller.

Da ist auch das dazugehörige Luftgewehr.

Kommen Sie.

(Dekan) Bleiben Sie ganz ruhig.

(Pabst) Ich kann nicht mehr, ich sterbe.

Professor Pabst scheint es nicht besonders gut zu gehen.

Sie können nicht rumstehen und nichts tun.

Was macht Sie so sicher, dass er nicht ernsthaft krank ist?

Kommen Sie. Schauen Sie mir unauffällig in die Augen.

Fällt Ihnen was auf?

Ihre Pupillen sind total erweitert.

Meine sensitive Augenmuskulatur fängt an zu versagen.

Ich kann meine Lider nicht mehr bewegen

geschweige denn meine Umgebung klar erkennen.

Sie haben das kontaminierte Häppchen gegessen? - Hören Sie auf jetzt.

Machen Sie nicht so einen Zirkus. - Professor Boerne? - Ja.

Fühlen Sie sich nicht gut? - Mir gehts bestens.

Ne kleine Geiselnahme, ist doch wie Urlaub.

Schöner eigentlich. Man kann mal alle viere von sich strecken.

Ich werde dem Kollegen nicht den Gefallen tun, Symptome zu zeigen.

Er wartet nur darauf, dass ich zusammenbreche.

Und was wollen Sie jetzt machen?

Zeit gewinnen.

Hoffen, dass er nervös wird.

Er darf nicht den Eindruck kriegen, dass sein Plan aufgeht.

Und wenn sich Ihre Lähmung weiter ausbreitet?

Dann müssen Sie mir dabei helfen, so zu tun, als wäre alles in Ordnung.

Bei Boerne geht immer nur die Mailbox dran.

Scheiße.

Obwohl, wenn ich in Ruhe feiern will, mache ich mein Handy auch aus.

Dr. Adam?

Die ist bestimmt schon nach Hause gegangen.

Brennt doch noch Licht.

* Klopfen * Dr. Adam!

Was ist mit Boernes Feierstunde. Wissen wir, wo die stattfindet?

Gasthof "Zur Post". - "Zur Post", der Sparfuchs.

Ich hab versucht, da anzurufen, aber die Leitung ist tot.

Wie tot? - Wie tot? Ganz tot.

Aber wir haben einen Zivilfahnder in der Nähe, der schaut sich da um.

Wissen Sie, wie spät es ist?

Ja, entschuldigen Sie die Störung. Wir bräuchten noch mal Ihre

Tatsächlich? Gerade haben Sie mir empfohlen, meinen Beruf zu wechseln.

Wir haben dies hier bei Professor Götz im Keller gefunden.

Haben Sie dafür eine Erklärung?

Ein Foto, auf das mit einem Luftgewehr geschossen wurde.

Sehr witzig. Das ist Prof. Karl-Friedrich Boerne,

der Leiter des Rechtsmedizinischen Instituts.

Ich will endlich wissen,

warum Professor Götz bei Ihnen in Behandlung war.

Kommen Sie mir nicht mit Ihrer scheiß ärztlichen Schweigepflicht.

Professor Götz hat im Internet mindestens 20 Waffen gekauft.

Und er hat offensichtlich extreme Rache-Fantasien.

Viele Menschen haben Rache-Fantasien.

Häufig die, denen das Durchsetzungsvermögen fehlt.

Was wollen Sie damit sagen?

Wollen Sie immer noch behaupten,

Professor Götz stellt keine Gefahr dar?

Wenn Sie mir das Gegenteil beweisen, ändere ich gern meine Meinung.

Was gibts? - Das war der Zivilfahnder.

In der Gaststätte stimmt was nicht.

Tür ist abgeschlossen, Vorhänge sind zugezogen. - Was?

Fischers Fritz fischt frische Fische.

Frische Fische fischt Fischers Fritz.

Halluzinieren Sie?

Ich überprüfe den Status meiner Zungen- und Mundmuskulatur.

Sie hören sich an, als hätten Sie einen im Tee.

Meine Acetylcholin-Ausschüttung ist gehemmt.

Die Symptome sind einer ALS wirklich verblüffend ähnlich.

(Pabst hustet)

Meine Diag...

Meine Diagnose lautet:

Multo...

Bodu...

Botulismus? - Botulismus.

Dann bräuchten wir schnellstmöglich ein Antitoxin.

Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Was mich beunruhigt, ist die schnelle Ausbreitung der Lähmung.

Wenn das so weitergeht, haben wir nicht mehr viel Zeit.

Ich kann nicht mehr.

Ich halte es nicht mehr aus, diese Ungewissheit.

Wie lange dauert es noch, bis meine Atemmuskulatur versagt?

(Zereike) Wieso sagen Sie uns nicht, was drin war in dem Häppchen?

Hinsetzen!

Warum wollen Sie das wissen?

War es ein Bakterium, ein Virus oder ein Gift?

Bilden Sie sich ein, Ihrem Kollegen helfen zu können?

Oder haben Sie Angst, sich anzustecken?

Wenn es ansteckend wäre,

dann würden wir alle sterben.

Dann wären Sie nicht mit uns in einem Raum.

Glauben Sie?

Was habe ich zu verlieren?

Ich gehe nicht davon aus, dass ich hier lebend rauskomme.

Oder haben Sie von einer Geiselnahme gehört,

die für den Geiselnehmer glücklich ausging?

Das ist der Unterschied: Sie hoffen auf ein Happy End.

Ich hoffe, dass einer von Ihnen heute möglichst qualvoll stirbt.

* Funk * Kamera 1 steht.

Max, Kamera 2.

Kamera 2 steht. - Verbindung steht.

Okay, hier.

Da ist eine Leiche, und da ist eine Person verletzt.

Die Hemmschwelle hat er schon überschritten.

Was ist mit seinem Waffenarsenal?

Er ist alleine, er kann nur mit einer Waffe schießen.

Was gibts? - Das ist der Grundriss.

Wann wollen Sie loslegen?

So bald wie möglich, wir haben ein erhöhtes Amokrisiko.

Wir müssen reingehen.

Patient träumt davon, das Haus von B. in Brand zu setzen.

Patient stellt sich vor,

die Bremskabel von B.s Wagen zu durchtrennen.

Patient stellt sich vor, B. mit einer großkalibrigen Waffe

zu erschießen, während die gesamte Fakultät ihm dabei zusieht.

Patient spricht vom Einsatz eines tödlichen Virus',

an dem B. und seine Kollegen qualvoll sterben sollen.

Es tut mir leid, ich habe die Lage offenbar falsch eingeschätzt.

Das wär ein toller Spruch für Ihren Grabstein.

Ich habe nie damit gerechnet, dass er seine Fantasien umsetzt.

Was haben Sie gedacht, was er mit 20 Waffen vorhat?

Was ist das?

Das sind die 20 Waffen, vor denen Sie sich zu fürchten scheinen.

Götz hat sie vorhin hier stehen lassen.

Sie haben gewusst, dass er seine Waffen hier hat?

Glauben Sie, ich wäre sonst so ruhig geblieben?

Mir war klar, dass Götz die Waffen nie benutzen wird.

Das können Sie uns nicht verschweigen!

Wir führen polizeiliche Ermittlungen durch.

Sie waren die ganze Zeit auf dem falschen Dampfer.

Und Sie haben den Durchblick, oder was?

Nein, ich habe mich leider auch geirrt.

Hoffentlich ist es noch nicht zu spät.

Der Geiselnehmer ist in diesem Bereich.

* Handyklingeln *

Vorne an der Straße kann man nicht rein. - Entschuldigung.

Nadeshda, ist gerade ganz schlecht. Wir sind kurz vorm Zugriff.

Herr Thiel, Sie dürfen das Restaurant auf keinen Fall betreten.

Es ist wahrscheinlich ein tödliches Virus in dem Raum. - Was?

Götz hat davon gesprochen.

Dr. Adam meint, das Virus ist Teil seiner Rache-Fantasie.

Wollen Sie mich verarschen? Was für ein Virus?

Götz hat in der Uni ein Labor.

Kein Mensch weiß, was er da angestellt hat.

Dann fahren Sie hin und kriegen es raus.

Wir können den Zugriff nicht stoppen.

Geben Sie mir das Handy.

Herr Thiel, Sie müssen den Zugriff stoppen.

Wenn Sie das Restaurant betreten, wird sich das Virus verbreiten.

Unzählige Menschen werden qualvoll sterben.

Das ist, was Götz erreichen will. - Hören Sie auf zu labern!

Sie wollen nur Zeit schinden für Ihren Patienten.

Na schön, wie Sie wollen. Ich habe Sie gewarnt.

Ach leck mich.

Scheiße.

Stoppen Sie den Zugriff. - Was?

Stoppen Sie den Zugriff. - Warum?

Und rufen Sie den Seuchenschutz.

(Einsatzleiter) Zugriff stoppen, alles hört auf mein Kommando.

Wir brauchen den Seuchenschutz.

(lallt) Oh Gott, ich seh Sie 2-mal.

Was machen Sie denn da?

Nee, gehen Sie weg von mir.

Setzen Sie sich weit weg, rüber zu den anderen.

Botulismus ist nicht ansteckend.

Vielleicht ist es kein Botulismus, vielleicht ist es ein Virus.

Wenn es ein Virus wäre, wäre es eh zu spät.

Ich bin Ihr Vorgesetzter, ich sage, Sie sollen sich da rübersetzen.

Sie haben Sie nicht mehr alle.

In dem Zustand lass ich Sie nicht allein.

* Motorengeräusche *

Was ist da los?

Was ist da los?

Aufstehen!

Ans Fenster!

Los, ans Fenster!

Machen Sie den Vorhang auf. Aber nur einen Spalt breit.

Was sehen Sie?

Polizei und ein Seuchenschutz-Kommando. - Was?

Wenn Sie selber sehen wollen. - Natürlich!

Damit mir einer eine Kugel durch den Kopf jagt?

Danke, ich verzichte, Herr Dekan.

Seien Sie doch vernünftig, Götz.

Wenn Sie sich ergeben, kann ich Ihnen helfen.

Wie sollten Sie mir helfen können?

Sie können eine eigene Professur bekommen.

Glauben Sie, ich interessiere mich

für Ihre mickrige beschissene Professur?

Ich weiß nicht, wofür Sie sich interessieren.

Aber was es auch sein mag,

ich verspreche Ihnen, dass ich Sie unterstütze.

Ihr Engagement für mich kommt ein bisschen zu spät, Herr Dekan.

Das tut mir leid.

Ich hab Sie immer für einen sehr fähigen Mann gehalten.

Tatsächlich?

Na ja, vielleicht komme ich auf Ihr Angebot zurück.

Los, hinsetzen.

Hinsetzen!

Ihr auch alle.

Auf den Boden!

Alle auf den Boden!

Sie auch! Auf den Boden!

Auf den Boden, alle.

Sie auch, los runter, schneller.

Es gibt bestimmte Viren, die man als Transportmittel benutzen kann,

um genetische Informationen in die menschliche DNA einzuschleusen.

Gen-Fähre nennt man das.

Wie bei Krankheiten wie ALS. - Sorry, aber ich hab es eilig.

Können Sie mir nicht sagen, was in den Dingern drin ist?

Wenn das so einfach wäre.

Ich denke, Sie sind der Laborassistent von Götz.

Das heißt nicht, dass ich seine Schrift lesen kann.

Das kann man super lesen.

R. Abies.

Rabies, ist das nicht Tollwut?

So einfach ist das nicht. Dafür brauche ich mehr zeit.

Wir haben keine Zeit.

Hat Tollwut ähnliche Symptome wie ALS?

Es gibt die paralytische Tollwut.

Lähmung der Gesichtsmuskulatur und der Extremitäten.

Ja.

Dann brauchen wir ein Gegenmittel. Haben Sie was da?

Wie stellen Sie sich das vor?

Wir haben kein Set zur Tollwut-Therapie.

Wieso? Sie haben auch die Viren im Kühlschrank.

Wenn das wirklich Rabies-Viren sind,

hat sich Götz über alle Vorschriften hinweggesetzt.

So ein Röhrchen gehört in ein Sicherheitslabor der Stufe 3.

Aber für ne Tollwut muss man erst gebissen werden, oder nicht?

Wenn Sie eine Lösung mit nem hohen Virustiter haben,

reicht ne Läsion in der Mund- schleimhaut, um es zu übertragen.

Manifeste Tollwut ist immer tödlich.

Na, wie gehts Ihnen jetzt, Herr Professor?

Wollen wir doch mal sehen, das wollen wir doch mal sehen.

(schreit) Das wollen wir doch mal sehen!

Wir haben keine Zeit, auf den Impfstoff zu warten.

Wir gehen jetzt rein. - Wir gehen da nicht rein.

Wir riskieren doch nicht, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet.

Dafür haben wir den Seuchenschutz. Wir gehen rein.

Nein, verdammt noch mal. Wir deeskalieren die Situation.

Wenn der Impfstoff da ist, dann gehen wir rein.

Deeskalieren? Der Mann hat eine Geisel erschossen.

Wir können nicht mit ihm kommunizieren.

Sie haben es nicht mal versucht.

(Dr. Adam) Er wird nicht mit der Polizei verhandeln.

Was wollen Sie denn hier? - Corinna Adam.

Ich bin die behandelnde Therapeutin des Geiselnehmers.

Ich könnte Ihnen vielleicht helfen. - Lohbach, Einsatzleiter.

Um Ihren Job beneide ich Sie nicht. Sie machen das gut.

Warum haben Sie nicht gesagt, dass es eine Psychologin gibt?

Weil sich Frau Doktor im Vorfeld ausreichend disqualifiziert hat.

Ich habe einen Fehler gemacht, das tut mir leid.

Einen Fehler! Sie haben mir eiskalt ins Gesicht gelogen.

Und Sie haben meine Ermittlungen behindert.

Ihr Patient, den Sie so toll behandelt haben, läuft Amok.

Er läuft nicht Amok.

Er hat einen präzisen Plan, an dem er festhält.

Und ich kenne diesen Plan.

Ich könnte Ihnen helfen, eine Katastrophe zu verhindern.

Besser nicht. - Was schlagen Sie vor?

Ich müsste mir ein Bild der Lage machen.

Haben Sie eine Kamera im Restaurant? - Ja, bitte. - Gehts noch?

Gehen Sie mir nicht auf die Nerven.

Sorgen Sie dafür, dass der Impfstoff herkommt.

Wie reden Sie mit mir? - Immer schön sachlich bleiben, ja?

Aufwachen, Herr Professor.

Sehen Sie mich an.

Warum sehen Sie mich nicht mal an?

Wozu?

Ist niedlich, wie Sie versuchen, Ihre Symptome zu vertuschen.

Draußen wartet die Polizei, und ich fürchte,

ich muss Ihren Tod beschleunigen.

Sie können den Kopf nicht mehr heben, oder?

Lähmung der Nackenmuskulatur.

Als Nächstes sind die Arme dran, dann die Beine.

Und dann ganz langsam die inneren Organe.

Auf diesen Augenblick habe ich immer gewartet,

wie Sie jetzt vor mir sitzen: ohnmächtig, ausgeliefert.

Keine Ahnung, was im eigenen Körper passiert.

Der große Professor Boerne, hilflos wie ein kleiner Wurm.

(lallt) So wie Ihre Frau sich gefühlt haben muss,

als sie sich in den Kopf geschossen hat.

Lassen Sie meine Frau aus dem Spiel.

Es war doch Ihre Waffe.

Hätte ich die Mittel gehabt, ich hätte sie retten können.

Sie waren meilenweit entfernt von einem Erfolg.

Woher wollen Sie das wissen? - Jeder wusste das. Auch Ihre Frau.

Sonst hätte sie sich nicht in den Kopf geschossen.

Halten Sie die Klappe!

(Megafon) Achtung, Achtung, hier spricht die Polizei.

Mein Name ist Hauptkommissar Thiel.

Professor Götz, hören Sie mich?

Liegen bleiben!

Thiel ist da.

Die Polizei hat das gesamte Gebäude umstellt.

Bitte bleiben Sie ruhig.

(Lohbach) Das funktioniert ja hervorragend.

Ich habe gesagt, er wird nicht mit der Polizei verhandeln.

Wie wäre es, wenn Sie es versuchen?

Von hier draußen durch ein Megafon? Keine Chance.

Ich müsste reingehen und persönlich mit ihm sprechen.

Professor Götz! Hören Sie mich?

(Polizist) Der Impfstoff aus dem Labor.

Der Impfstoff ist da, wir gehen jetzt rein.

Gut. Dr. Adam kommt mit Ihnen. - Wie bitte?

Sind Sie wahnsinnig? - Ich lasse Sie nicht allein rein.

Dr. Adam ist unsere einzige Chance, auf den Täter einzuwirken.

Ich finde, sie hat genügend auf den Täter eingewirkt.

Das Ergebnis war eine bewaffnete Geiselnahme mit Killervirus.

Wenn wir Glück haben, ist es tatsächlich Tollwut.

Das Immunglobulin wird gespritzt.

Kennen Sie sich mit intramuskulären Injektionen aus?

Sehr witzig. - Macht nichts, Sie haben ja mich.

Professor Götz, hören Sie mich? - Thiel.

Ich weiß nicht, was Sie für ein Problem mit Dr. Adam haben.

Auf mich wirkt die Frau mehr als kompetent.

Professor Götz, hören Sie mich?

Professor Götz!

Hier spricht die Polizei. Professor Götz, hören Sie mich?

Götz.

Ist doch alles nicht so schlimm.

Wenn Sie sich jetzt ergeben,

löst sich die Sache vielleicht friedlich auf.

Professor Pabst, geht es Ihnen wieder besser, ja?

Dann hoffe ich für Sie, dass Sie sich nicht zu früh freuen.

Es kann ganz schnell gehen,

bis sich der Nächste mit dem Boerne-Virus infiziert.

Jetzt ist sogar ein Virus nach Ihnen benannt worden.

Ich bin auf dem Gipfel meines Ruhms.

Was sagen Sie dazu, Götz?

Sie sind nicht der Typ, um das hier durchzuziehen.

Und das wissen Sie auch.

Geben Sie auf.

Professor Krone?

Sie hatten vorhin gesagt, Sie wollten mich unterstützen.

Natürlich, ich kann mich für Sie einsetzen.

Bringen Sie Professor Boerne um.

Was?

Ich kann es nicht tun, also tun Sie es für mich.

Das ist absurd.

Wie soll ich..?

Das werden Sie doch wohl schaffen, er ist halb gelähmt.

Er lässt sich leicht erwürgen.

Oder nehmen Sie einen Gegenstand und schlagen damit zu.

Wenn Sie Boerne umbringen, lass ich euch alle laufen.

Sie können gehen, sobald er tot ist.

Sie haben den Verstand verloren.

Was ist los mit euch? Er stirbt sowieso.

Je länger ihr mit ihm in einem Raum seid,

desto höher ist die Ansteckungsgefahr.

Wenn hier irgendjemand ernsthaft drüber nachdenkt,

Professor Boerne umzubringen, dann muss er vorher mich umbringen.

(Dekan) Bitte beruhigen Sie sich, Frau Haller.

Das kommt nicht infrage, dass wir Boerne...

Sie enttäuschen mich, Herr Dekan.

Sie sind ein Feigling. Los, hinsetzen.

(Frau Klemm) Thiel?

Die nun auch noch.

Ja?

Thiel!

Sie wollen da doch nicht ernsthaft rein?

Das ist ein völlig unüberschaubares Risiko.

Passiert schon nichts.

Wir haben ja die tollen Seuchen-Schutzanzüge.

Sind die inzwischen kugelsicher?

Er wird nicht schießen.

Nicht, wenn ich dabei bin.

Sie wissen doch nicht mal, ob es Tollwut ist.

Wir müssen davon ausgehen.

Nadeshda ist noch im Labor.

Sobald sie Neuigkeiten hat, meldet sie sich.

Bevor ich Sie reingehen lasse,

brauche ich ein Signal des Geiselnehmers.

Was für ein Signal? - Dass er uns zuhört.

Rufen Sie ihn, sagen Sie, er soll die Vorhänge aufmachen.

Ich glaube, es ist besser, wir klopfen an die Tür.

Klar, und ich gehe mit meinen Männern Kaffee trinken.

Wenn er merkt, dass ich Teil einer Polizeiaktion bin,

wird er mir nicht mehr vertrauen. - Rufen Sie ihn.

Sagen Sie ihm, er soll die Vorhänge aufmachen,

dann wissen wir, dass er kooperiert.

Meine Scharfschützen bekommen freies Sichtfeld.

Ich muss nachdenken.

Ich kann nicht warten, die Zeit arbeitet gegen uns.

Wenn das vorauszusehen gewesen wäre. - Das hätte man voraussehen können.

Deswegen wollte ich einen Haftbefehl.

Der Mann hat seit Wochen Rache-Gelüste gegen Boerne gehabt.

Ich bitte Sie, wer hat die nicht?

Ist Thiel da draußen eingeschlafen?

Der überlegt sich, wie er uns hier rausholen kann.

Wenn er noch lange überlegt, dann nur noch in einem Sarg.

(Zereike) Mein Vater hat Diabetes.

Das ist bedauerlich für Ihren Vater.

Ich war vorhin für ihn in der Apotheke.

Wir haben andere Probleme als die Gebrechen Ihres Vaters.

Ich glaube, was die Kollegin sagen will, ist, dass sie Insulin hat.

In ausreichender Dosis, um - Sie denken doch nicht ernsthaft...

Wir tun ihm damit einen Gefallen.

Es wäre ein sanfter Tod im Vergleich zu dem, was ihn hier erwartet.

Das können wir nicht machen.

Da draußen steht die Polizei. - Ja, und der Seuchenschutz.

D.h. die wissen, was hier drin los ist.

Was glauben Sie, warum die nicht reinkommen?

Man befürchtet einen Hochrisiko-Erreger.

Boernes Symptome sprechen für eine paralytische Tollwut.

Die ist nach dem Ausbruch nicht mehr heilbar.

In dem Fall wäre es wichtig, dass wir hier rauskommen.

Na ja, Boerne stirbt in jedem Fall.

Die Frage ist, ob wir ihn qualvoll krepieren lassen.

Oder ob wir ihm Sterbehilfe leisten

und damit das Leben aller anderen Geiseln retten.

* Klopfen *

Herr Götz, ich bins, Corinna Adam.

Machen Sie die Tür auf, bitte.

Ich bin gekommen, um Ihnen zu helfen.

Machen Sie auf, Götz. Es wird Ihnen nichts passieren.

Ist die verrückt geworden? Was macht sie da?

Bleiben Sie hier! Thiel! (Dr. Adam) Machen Sie auf.

Thiel, Ihr Mundschutz!

Herr Götz, machen Sie bitte auf.

Die soll da wieder zurückkommen.

Sind Sie völlig durchgedreht? Kommen Sie weg hier.

(Dr. Adam) Ist gut, ist gut.

Und was jetzt?

Hey!

Keine Angst, das ist Kommissar Thiel.

Ganz ruhig, ganz ruhig.

Ich bin unbewaffnet.

Wir sind hier, um Ihnen zu helfen. Wir haben Medizin für Ihre Geiseln.

Was?

Ein Impfstoff gegen Tollwut.

Nicht anfassen!

Los, da rein. Sie auch!

Was ist da draußen los?

Das Seuchenschutz-Kommando, was wollen die hier?

Sie wollen, dass keine Unschuldigen zu Schaden kommen.

Das wollen Sie doch auch nicht, Herr Götz, oder?

Ist jemand von Ihnen verletzt? - Nein, alles gut. - Boerne!

Gehts Ihnen gut, Frau Haller?

(lallt) Sobald Sie Musik auflegen, können wir tanzen.

Wenn Sie Witze machen können, kann es nicht so schlimm sein.

Sagen Sie ihm, er soll den Störsender deaktivieren.

Lassen Sie die Vorhänge zu.

Wenn ich denen kein Zeichen der Entwarnung gebe,

sind die in weniger als 2 min hier drin.

Dann wird das Gebäude gestürmt.

Und dann ist Ihre kleine intime Feierlichkeit

hier ganz schnell zu Ende.

* Piepton *

* Handyklingeln *

Das ist nur das Telefon.

Scheißanzug.

Ja, Thiel.

(Frau Klemm) Sind Sie von allen guten Geistern verlassen?

Was geht da drinnen vor?

Sagen Sie Lohbach, er soll seine Leute lassen, wo sie sind.

Wir haben die Situation im Griff.

Von hier sieht es so aus, als wäre der Geiselnehmer noch bewaffnet.

Ja genau, es ist alles ganz friedlich hier.

Er kann nicht frei sprechen.

Stellen Sie ihm Ja-Nein-Fragen. - Ja.

Gibt es mehr als eine tote Person? - Nein.

Verletzte? - Nein.

Was ist mit Professor Boerne? Gehts ihm gut? - Nein.

Nein? Was soll das heißen? - Frau Klemm, ich...

Wir warten ab.

Ich gebe Ihnen einen Rabies-Impfstoff

und ein Immunglobuli.

(lallt) Das können Sie sich sparen.

Wenn er paralytische Tollwut hätte,

wäre das in diesem Stadium vollkommen sinnlos.

Es wäre schlauer, wenn Sie uns den Impfstoff geben.

Es gibt keinen Impfstoff.

Wenn es keine Tollwut ist, wird der Tollwut-Antikörper nichts nützen.

Was macht Sie so sicher, dass es keine Tollwut ist?

Es ist keine Tollwut.

Es ist keine Tollwut.

Wenn es keine Tollwut ist, was ist es dann?

Dieser Impfstoff wird niemandem hier irgendwas nützen.

Ich bin froh, dass Sie da sind.

Pscht.

Alles in Ordnung?

Ist jemand verletzt?

Helfen Sie den anderen.

Wo gehts da hin?

Zur Straße, das ist der Lieferanteneingang.

Aha.

Wem gehört der Wagen da draußen?

Er gehört mir, ich bring hier die Eier.

Sehr gut.

(Frau Klemm) Wo ist Thiel? - Außerhalb des sichtbaren Bereichs.

Und das beunruhigt Sie nicht? - Vermutlich ist er in der Küche.

Beunruhigend finde ich den Zustand von Professor Boerne.

Der bewegt sich kaum noch.

* Handyklingeln * Na endlich!

Frau Krusenstern, was sagt das Labor?

Frau Klemm, es ist nicht die Tollwut.

In dem Röhrchen war die Gewebeprobe eines ALS-Patienten.

Der Patient heißt Richard Abies.

Götz hat es bei der Beschriftung mit R. Abies abgekürzt.

Soll das ein Witz sein?

Die Kollegen hier sind nicht sehr amüsiert.

Der ganze Aufriss wegen einer einfachen Gewebeprobe.

Aber Professor Boerne hat offenbar schwere Symptome.

Dann müssen die von was anderem stammen.

Es ist definitiv nicht Tollwut. - Dann finden Sie raus, was es ist.

Und beeilen Sie sich. - Sie sind witzig. Wie soll ich...

Frau Klemm?

Ich würde dann nach Hause, wenn Sie nichts dagegen haben.

Nein, tut mir leid, wir müssen noch mal in sein Labor.

Jetzt?

Ja, wir suchen einen Erreger, vermutlich ansteckend,

es ist nicht die Tollwut, hat aber ähnliche Symptome.

Und es führt durch fortschreitende Lähmungen zum Tod.

Sie wissen schon, wie spät es ist?

Das Leben von Professor Boerne hängt davon ab.

Was haben Sie ihm gegeben?

Wenn es nicht die Tollwut ist, was ist es dann?

Sagen mir sofort, was Sie ihm gegeben haben!

Wissen Sie was?

Sie haben recht.

Professor Boerne ist ein arroganter Mistkerl.

Aber das, was Sie sind, ist noch viel schlimmer.

Sie sind ein leerer, hasserfüllter Mann,

der es nicht mal hinkriegt, anständig um seine Frau zu trauern.

Wenn die hier wäre, die würde sich für Sie schämen.

Ihre Frau würde sich schämen.

Frau Haller, kommen Sie bitte mit?

Kommen Sie bitte mit, Frau Haller.

Frau Haller, das bringt nichts.

Sie können Herrn Götz so nicht erreichen.

Er ist in seiner Rachsucht gefangen.

Wenn Sie hin jetzt provozieren, wird alles schlimmer.

Jetzt ist ein guter Augenblick.

Ich kann es nicht tun. - Warum nicht?

Das war doch Ihre Idee.

Wenn wir länger warten, werden wir alle infiziert.

Dann machen Sie es doch.

Ich denke nur daran, was für die Allgemeinheit das Beste wäre.

Ich verstehe nicht, warum Sie sich so zieren.

Insulin ist im Körper nicht nachweisbar.

Dann machen Sie es doch.

Ich? Ich bin mit Boerne befreundet.

Wir gehen jeden Freitag in die Sauna.

Ich geh mit ihm golfen einmal im Monat.

Okay.

Okay, ich mach es.

Unter einer Bedingung: Wenn Boerne tot ist,

liegt die Leitung unseres Forschungsprojektes bei mir.

Ich muss mich mit Ihnen beiden unterhalten.

Wo waren Sie?

Ich hab eine Idee, wie wir Boerne hier rausschaffen können.

Wie gut kennen Sie Professor Götz?

Sicher besser als die meisten anderen hier.

Was er hier gemacht hat, weiß ich trotzdem nicht.

Ist er ein Einzelgänger?

Ist ein wahnsinnig intelligenter Mann,

aber auf sozialer Ebene ist es eine Katastrophe.

Genau wie man sich einen klassischen Wissenschaftler vorstellt.

Eigentlich muss ein Wissenschaftler ganz schön auf Zack sein.

Wenn Sie sich nicht anständig verkaufen können

und gut vernetzt sind, hinken Sie schnell hinterher.

Besonders unterhaltsam bin ich trotzdem nicht.

Nee, es liegt nicht an Ihnen.

Ich brauch einfach noch ne Tasse Kaffee.

Guck ich doch mal, was ich da machen kann.

Danke, dass Sie sich für mich die Nacht um die Ohren schlagen.

Um ehrlich zu sein, fängt es an, mir Spaß zu machen.

Ich hab diese Studie hier auf dem Schreibtisch gefunden.

"Botox gegen Depression."

Das ist ein interessanter Ansatz.

Botox sorgt für eine Entspannung der Stirn-Muskulatur.

Und das Gehirn reagiert angeblich

mit einer Verbesserung der Stimmungslage.

Aber die Autorin ist Dr. Corinna Adam.

Ich dachte, die wäre Psychologin.

Mhm, war aber mal Neurologin hier in der Uni.

War vor meiner Zeit, ich kenne nur die Geschichten.

Und was sind das für Geschichten?

Die hat Versuchsreihen mit klinisch depressiven Probanden durchgeführt,

obwohl die Ethik-Kommission ein Veto eingelegt hat.

Weil die den Versuchsaufbau für zu gefährlich hielten.

Und war es gefährlich?

2 der Probanden haben sich umgebracht.

Dr. Adam hat damals sämtliche Verantwortung von sich gewiesen,

hält sich für unfehlbar, die Einzige mit der Lizenz zum Heilen.

Wie ist die Sache für sie ausgegangen?

Der Vertrag von Dr. Adam wurde nicht verlängert.

Sie musste die Uni verlassen, das hat sie gekränkt.

Seitdem erzählt sie allen, unsere Fakultät wäre ein Hort des Bösen.

Botox ist ein Nervengift, oder? Es hat eine lähmende Wirkung?

Ja, ist aber nicht ansteckend.

Es wird von einem Bakterium produziert,

das in verdorbenen Lebensmitteln entsteht.

In Fleisch, in Wurst, in schlecht eingekochtem Gemüse.

Alles Sachen, die wir nicht im Labor haben.

Der Kaffee.

Ja, danke, ich muss jetzt aber los. Sorry.

(Dr. Adam) Bleiben Sie ruhig, Herr Götz, es wird sich alles regeln.

In der Küche ist ein 2. Ausgang.

Die Tür ist verschlossen, aber ich habe eine Idee,

wie ich das aufkriege.

Dr. Adam wird Götz ablenken.

Hinter der Tür steht ein Eierwagen,

mit dem bringen wir Sie ins Krankenhaus.

Auf mein Zeichen, okay? - Sie schaffen das.

Suchen Sie was Bestimmtes? - Nee, nee, nee.

Muss mir nur n bisschen die Beine vertreten.

Kommen Sie, versuchen wir es.

(stöhnen)

Da passiert was.

Boerne ist aufgestanden.

(Frau Klemm) Was haben die vor?

Hinterausgang.

Gute Idee, Herr Thiel.

Achtung, Team 2. * Funk * Team 2 hört.

Hinterausgang Küche.

2 bis 3 Personen verlassen gleich das Restaurant.

Wir lassen Sie gehen. Niemand bewegt sich.

Alles bleibt auf Position. * Funk * Verstanden.

* Handyklingeln *

Was ist los, Frau Krusenstern?

Es ist Botox. - Wie bitte?

Ich bin im Büro von Dr. Adam, die hat einen Kühlschrank voll davon.

Götz hat das nicht aus seinem Labor, der hat es von seiner Psychologin.

Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen.

Botox ist ein Nervengift.

Wenn man es nicht spritzt, sondern einnimmt, löst es Botulismus aus:

fortschreitende Lähmungen bis zum Versagen der Atemmuskulatur.

Ich verstehe. Es ist kein Virus? - Nein, es ist ein Gift.

Es ist nicht ansteckend. Frau Dr. Adam hat uns verarscht.

Es ist kein Virus, Sie können reingehen.

Zugriff vorbereiten. - Verstanden.

Moment, Frau Klemm?

* Piepton *

Frau Klemm?

Während wir reden, haut Professor Boerne durch den Hinterausgang ab.

Wollen Sie ihn nicht stoppen?

Wenn Sie jetzt aufgeben, ist sie umsonst gestorben.

Sterben wir nicht alle umsonst?

Haben Sie vergessen, was Boerne Ihnen angetan hat?

Ihre Frau könnte noch leben.

Nein!

Professor Boerne hatte recht.

Ich war meilenweit von einem Forschungserfolg entfernt.

Weil Sie niemand unterstützt hat,

niemand hat Ihnen Fördermittel gegeben.

All diese sinnlosen Stunden im Labor.

Die hätte ich mit ihr verbringen sollen.

Ich hab versagt.

Als Ehemann.

Als Freund.

Es war alles falsch.

Es gibt Menschen, die sind für Größeres geschaffen

als das Alltägliche.

Sie haben die Kraft zu heilen und Gutes zu bewirken.

So ein Mensch bin ich nicht. - Aber ich bin so ein Mensch.

Ich kann es nicht leiden, wenn Arroganz und Eitelkeit verhindern,

dass das Gute wirken kann.

Ich weiß nicht, wovon Sie reden.

Professor Boerne steht einer besseren Welt im Weg.

Ihn zu ermorden, ist eine gute Tat.

Ich glaube, Sie sind verrückt, Frau Doktor.

* Schuss *

Polizei!

Polizei! Runter!

Auf den Boden, runter.

Was war das für ein Schuss? - Er hat mich angegriffen.

Das war Notwehr.

Polizei, alle auf den Boden!

Herr Götz! Herr Götz!

Scheiße.

Schön, dass ihr auch endlich kommt.

(Polizist) Wo ist der Täter? - Das war der Täter.

(Polizist) Raum 1 gesichert.

Hier ist alles klar.

Was ist hier passiert? - Wo ist Dr. Adam?

Ich dachte, die wäre bei Ihnen. - Das war die auch.

Die hat mir einen Schlag auf den Kopf versetzt. - Und Boerne?

Wo ist Boerne? - Der wartet im Wagen.

Ach du Kacke!

Au!

Der Wagen ist weg.

Oh nein.

Nadeshda, jetzt geh ran!

Nadeshda, geben Sie eine Fahndung raus:

Älterer Lieferwagen, Baujahr, keine Ahnung.

Auf jeden Fall so ein Eierwagen.

Ein Eierwagen. Ja.

Mit so nem Eierlogo drauf. Wie war das Kennzeichen?

MS-RD-246. - MS-RD-246.

Oh Gott!

Oh Gott!

* Musik *

Ich denke, ihr habt längst alle Straßen gesperrt.

Nein, kein Tiertransporter, ein Eierwagen.

Jetzt habe ich mich gar nicht bei ihm bedankt,

dass der Professor mir den Job gerettet hat.

Jetzt reden Sie doch nicht so.

Hört sich an, als wäre er schon gestorben.

Wenn es wirklich Botulismus ist, hält er das nicht mehr lange durch.

Aha. Das ist er doch!

Der Wagen ist gesichtet worden in der Nähe von Billerbeck.

Ich fahre rüber mit den Kollegen. - Ich komme mit.

Nee, nee, fahren Sie mit dem Rettungswagen mit.

Und sagen Sie den Kollegen, sie sollen sich was ausdenken,

was man gegen eine Botox-Vergiftung machen kann und zwar zackig.

So Kollege, einmal Richtung Billerbeck. Zack, ab!

* Musik *

* Motor startet *

* Musik *

Götz.

Professor Boerne.

Sie leben ja immer noch.

Es tut mir leid.

Verzeihen Sie, dass ich Sie nie beachtet habe.

Ach wissen Sie, so wichtig war mir Ihre Beachtung nun auch nicht.

Können Sie mir helfen?

Bitte.

Das ist das 1. Mal, dass ich Sie um etwas bitten höre.

Ich verspreche Ihnen,

wenn ich hier lebend rauskomme, werde ich ein besserer Mensch.

Es tut mir sehr leid, Herr Professor,

aber Sie kommen hier nicht lebend wieder raus.

* Musik *

Guten Morgen Herr Professor.

Wachen Sie auf.

Das haben Sie jetzt von Ihrem Hochmut,

von Ihrer Mediziner-Arroganz.

* Hundegebell *

Hören Sie das?

Das ist ein Hund.

Ein Schäferhund.

Stehen bleiben, Polizei!

Gehen Sie weg da!

Sie sollen vom Wagen weggehen.

(Dr. Adam) Er ist tot. Ich habe die Welt von ihm befreit.

Boerne, aufwachen!

Es war meine Pflicht, ihn zu töten.

Sie haben vielleicht einen kleinen Knall,

aber dass Sie so verrückt sind.

Das nehme ich Ihnen nicht ab.

Verrücktheit ist eine Frage der Perspektive.

Ich treffe viele Menschen, die seelisch vollkommen gesund sind

und trotzdem dauernd an sich zweifeln.

Während die wirklichen Psychopathen nie darauf kommen,

dass ihnen etwas fehlt.

Ist es so?

Wir leben in einer Gesellschaft,

in der gestörte Menschen einen Vorteil haben.

Macht und Führungspositionen werden überdurchschnittlich oft

von Narzissten und Psychopathen eingenommen.

Sie bestimmen über uns.

Manipulativ und ohne Mitgefühl.

So wie Boerne.

Wollen Sie in einer solchen Welt leben?

Ich weiß nicht, ob es Sie überhaupt noch interessiert.

Boerne geht es inzwischen wieder besser.

Wir haben ihm ein Antitoxin gespritzt.

Er hängt zwar noch an der Herz-Lungen-Maschine.

Aber so wie ich Boerne kenne... - Das ist unmöglich.

Ich fürchte, da haben Sie den Herrn Professor unterschätzt.

Das ist ein zäher Lappen.

Aber ich habe gesehen, dass er tot ist.

Prof. Boerne ist unsterblich.

* Musik *

Hey, hey, ich dachte, deine Rückenschmerzen wären weg.

Das dachte ich auch.

Du solltest dir ein Beispiel an Professor Boerne nehmen:

Komplett gelähmt und nach ein paar Tagen wieder auf den Beinen.

In Sachen körperlicher Konstitution ist dir der Professor überlegen.

Der hat ja auch gute Gene. - Was soll das heißen?

Denk mal drüber nach.

Ein glatter Schuss durchs Herz.

War wenigstens ein schneller Tod.

Wussten Sie, dass Götz seinen Körper der Wissenschaft vermacht hat?

Echt? Ich dachte, er hasst Ihre Fakultät.

Vielleicht hilft er auf diese Art und Weise,

eine unheilbare Krankheit zu erforschen.

Das würde ihm gefallen.

Apropos, schönen Gruß von meinem Vater.

Der ist ein großer Bewunderer Ihrer körperlichen Konstitution.

Das freut mich sehr.

Aber die Situation war zu keiner Zeit so bedrohlich,

wie ich Frau Dr. Adam glauben ließ.

Einfach zur richtigen Zeit mich tot gestellt.

Das hat mir das Leben gerettet.

Ihnen hat das Leben gerettet, dass wir rechtzeitig da waren.

Ich möchte Ihnen diesen kleinen Triumph nicht vermiesen.

Aber ich hatte die Situation zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle.

Natürlich. - Blumen, Professor.

Die sind von den Kollegen Zereike und Pabst und vom Dekan Krone.

Herr Krone freut sich auf Ihren nächsten Saunabesuch.

Und Herr Pabst kann es kaum erwarten, mit Ihnen zu golfen.

Wusste gar nicht, dass Sie so ein innigliches Verhältnis

zu Ihren Kollegen haben. - Ich auch nicht.

(räuspert sich)

Weil wir schon beim Austausch von Nettigkeiten sind.

Mein lieber Herr Thiel, liebe Frau Alberich,

ich möchte Ihnen sehr herzlich dafür danken,

dass Sie sich um mein Leben so bemüht haben.

Zum Zeichen meiner Verbundenheit

würde ich Sie nun gerne zum Essen einladen.

Sagen wir heute Abend.

Was ist denn mit Ihnen los?

Gar nichts, nichts Besonderes.

Ich habe nur beschlossen,

ein besserer Mensch zu werden.

Großzügig,

bescheiden

und selbstlos.

Wollen Sie uns auf den Arm nehmen?

Nicht? Auch gut. - Doch! - Nein, nein!

Wenn Sie keinen Hunger haben, möchte ich mich nicht aufdrängen.

Nein, ich habe immer Hunger.

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