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EINE NETFLIX ORIGINAL SERIE
Fantastisch. Du und Hjørdis habt eine eigene progressive Schule.
Du wohnst hier sogar.
- Entschuldige die Störung. - Hast du Rasmus verlassen?
- Er soll ausziehen. - Abstand halten!
- Was ist mit dir los? - Helle ist schwanger.
Was?
Rasmus?
Du hast keine Bleibe.
- Ist das Rasmus? - Helle hat ihn rausgeworfen.
- Du kannst hier wohnen. - Danke.
Eine Schule braucht Regeln.
Lasst es mich erklären.
Setzt euch.
- Warum sagtest du nichts? - Du hättest es nicht zugelassen.
Läuft es jetzt so?
RITA HAT IMMER RECHT
Es ist besetzt.
Wir haben ein Problem.
- Außer deinem Reinplatzen? - Es ist eine Krisensituation.
- Was? - Das Klopapier.
- Rita, es ist dringend nötig... - Dass ich hier fertig werde. Ok?
Ach ja, tut mir leid.
Mir ist klar, dass ich eine Grenze überschritten habe.
Ich sagte selbst, zur Work-Life-Balance gehört auch Privatsphäre...
- Du pinkelst nur, oder? - Hjørdis, das Klopapier.
Übrigens, warum hängst du es nicht da auf?
- Weil es an der Tür hängt. - Work-Life-Balance!
Mann, Hjørdis, die Tür!
Im Ernst, Hjørdis. Die Rollos?
Definieren wir "Krisensituation".
Darum geht es nicht. Es geht um Jørgen.
Die Familie zieht nach Grönland und nimmt ihn mit.
Oh, verstehe.
Er tut mir echt leid.
Er hatte sich hier endlich eingelebt und verließ öfter sein Schneckenhaus.
Was sagt er selbst?
Er redet wenig über seine Gefühle. Er starrt einfach mürrisch vor sich hin.
Wie eine kleine Schnecke, die sich zurückzieht.
Oder wie ein Teenager, der traurig ist, weil er von seinen Freunden wegzieht.
Ich weiß, das mag etwas kalt und herzlos klingen,
aber ein Schüler weniger wirkt sich finanziell aus.
Ja.
Ich bin schuld.
Ich hätte mehr tun sollen, um neue Schüler zu gewinnen.
Selbst wenn Ersatz kommt, was wird mit Jørgen?
Ich rede mit ihm.
Danke. Oh, noch etwas.
Hilfst du mir? Das Rollo geht nicht hoch.
Oh! Um Odins und Niflheims willen! Besten Dank...
Rasmus?
Du kannst nicht nur rumliegen und immer blasser werden.
Du wirst noch durchsichtig.
- Hi. Guten Morgen. - Guten Morgen.
Ist das für mich?
Danke.
Warum bist du so gut drauf und so wohlriechend?
- Ich habe jemanden kennengelernt. - Wie bitte? Hier?
Nein, über eine Dating-App, wo man den Suchumkreis einstellen kann.
- Ich habe 5 Kilometer eingestellt. - Du nutzt also Tinder.
Ja. Und gleich beim ersten Versuch kam ein Treffer: Camilla.
41 Jahre alt, geschieden, keine Kinder.
Hat eine Schweinefarm.
- Perfekt. - Ja.
Zeigst du mal?
Na klar.
- Echt scharf, oder? - Schöne Haare.
All Zähne intakt.
Im Chat ist sie lustig und süß. Und unanständig.
- Aber nicht zu sehr. - Und sie hat ein Haus?
Ja, eine ganze Farm.
Wo du einziehen könntest?
Abwarten. Sie kocht heute für mich.
Mutig von ihr, für einen Vegetarier zu kochen.
Weißt du was?
Sie macht kein Schwein, nur weil sie 5 000 davon hat.
Ich wette um 100 Kronen, dass es Schweinebraten gibt.
- Morgen. - Schweinebraten?
- Du bist kindisch. - Schweinekoteletts.
- Vorurteil. - Gekochter Schinken?
- Danke für den Kaffee. - Bis dann.
- Wo willst du hin? - Ein Hemd kaufen.
- Rasmus? - Nein.
Weiter so.
Oh.
Na, Jørgen?
Lass mich raten: Du bist nicht sehr heiß auf Grönland.
- Haben Sie mit meinen Eltern geredet? - Mit Hjørdis.
Aber andererseits
ist es Grönland, oder?
Es ist schön da.
Meine Freunde sind hier.
Du lernst dort neue kennen.
Wir ziehen auf eine Wetterwarte.
Nur ich und meine Eltern.
Ja...
Das ist wirklich mies.
Soll ich mit ihnen reden?
Sie haben schon neue Mieter.
- Unser Kram ist schon dort. - Sie müssen wissen, was du fühlst.
Noch seid ihr hier.
Sie können mit ihnen reden. Fragt sich nur, ob das was bringt.
Na ja...
Das ist der Häufigste in Dänemark.
So, Kinder. Nehmt alle Platz.
Dann fangen wir mal an. Passt auf.
Auf den heutigen Tag haben wir uns alle sehr gefreut.
Heute erzählt ihr, was ihr während der Themenwoche "Natur" alles gelernt habt.
Wir beginnen mit Astas Referat über den Buntspecht.
- Asta? Albert, ist deine Schwester krank? - Nein, sie macht einen Chill-Tag.
Einen Chill-Tag?
Ja, wegen Bauchschmerzen und so.
Ok. Dann nehmen wir jemand anderen.
Albert, kommst du nach vorne und erzählst vom Lebenszyklus des Laubfroschs?
- Ja. - Ja.
Ich erzähle heute
von einem Laubfrosch, den ich im Wald gefangen habe.
Ich mache zu.
- Bis dann. - Ja. Bis dann.
Oh, Anette?
Hast du eine Minute?
Ja, natürlich.
Ich finde es ein bisschen seltsam,
dass Asta an dem Tag einen Chill-Tag hat, an dem sie
ein Referat über den Buntspecht halten sollte.
Sie war heute Morgen so nervös. Ich finde...
...man sollte sie nicht dazu zwingen.
Aber es ist ein wichtiger Teil des Prozesses,
dass die Kinder lernen, vor einer Gruppe zu sprechen.
Die Frage ist, ob das für alle Kinder relevant ist.
Nicht alle werden Lehrer.
Ich glaube, du wärst überrascht,
in wie vielen Situationen man vor anderen sprechen muss.
Und du wärst überrascht, wie oft man es vermeiden kann.
Wer einfach nicht erscheint...
Asta wird sich nicht unnötig blamieren.
Annette, Asta muss morgen zur Schule kommen.
Aber nur ohne Referatzwang.
Hjørdis,
du hast nicht gesehen, wie nervös sie war. Ich schon.
Gut.
Gut.
- Schönen Abend. - Ja, dir auch.
Tschüs, Albert.
Es war ein tolles...
Es war ein tolles Referat über den Laubfrosch!
Hallo? Hallo. Mein Name ist Hillary, und ich bin deine Mutter.
- Erinnerst du dich an mich? - Hallo, Mama. Ja.
Wie läuft die große Weltreise?
Bis jetzt war es so wild und exotisch, wie ich es erwartet hatte.
- Du bist noch in London? - Ja.
Aber übermorgen brechen wir nach Guatemala auf.
Ich bin stolz auf dich.
Ich dachte, du würdest hier versauern.
Ich habe auch Desinfektions- und Durchfallmittel dabei.
Oh, das ist mein Jeppe.
Alex weckt den Abenteurer in mir.
Du kannst ihm kurz Hallo sagen. Alex, Mama winkt.
Hallo, Jeppes Mutti.
- Hi. Du passt auf meinen Jungen auf, ja? - Er kann dich nicht hören.
- Ich gehe runter und... - Klar, wir sehen uns später.
Ernsthaft, Mama: Die letzten fünf Monate mit ihm
waren die tollste und wildeste Zeit meines Lebens.
Mama, wir sprechen uns bald wieder.
Ja, bald, oder?
- Ciao. - Hab dich lieb!
Argentinien ist so schön.
- Da will ich unbedingt hin. - Hi.
Hi.
Willst du nach oben?
Ja, gleich. Das ist Maxim.
Aus Frankreich.
- Hi, ich bin Jeppe. - Maxim.
- Freut mich. - Ebenso.
Wir quatschen nur.
Sollen wir hochgehen, packen und ein bisschen für uns sein?
- Bevor die Belgierinnen wiederkommen. - Ja, ich komme gleich.
Ok.
Bin gleich da.
Bis gleich.
Du fliegst also auch nach Südamerika? Warum hast du nichts gesagt?
Rasmus?
Hallo!
- Wie war dein Date? - Wirklich nett.
Camilla war so süß.
Wunderbar.
Es mag seltsam klingen, aber ich dachte, ich würde nach Helle mehr Zeit brauchen.
Aber mit Camilla...
...fühlt es sich so natürlich an.
Ich denke, ich könnte mich in sie verlieben.
Waren ihre Schnitzel so gut?
Sie kommt morgen zum Abendessen hierher.
- Ich meine, wenn es dir recht ist. - Klar. Tu, was du willst.
- Es ist halt ein Abendessen für zwei. - Klar. Ich bleibe im Hintergrund.
Ihr werdet nicht mal merken, dass ich hier wohne, bei mir.
Danke, Rita.
Das ist echt nett.
Das könnte wirklich ein Neuanfang für mich sein.
Eine neue und gesunde Beziehung.
Na also.
Schweinekoteletts?
- Schweinebraten. - Ich wusste es.
- Ich aß nur ein halbes Stück. - Was man aus Liebe tut...
Guten Morgen, Kinder.
Guten Morgen.
Die Schule ist vielleicht klein, aber nicht so klein, oder?
Geht irgendeine Grippe um?
- Wo sind alle? - Chill-Tag.
Chill-Tag?
Ok.
Ok, dann hören wir nur eure Referate.
- Peter, dein Maulwurf-Referat? - Nein, danke.
Was?
Mein Vater meint, wenn Asta nicht muss, muss ich auch nicht.
- Du bist vom Referat befreit? - Ja.
Also...
Das ist Quatsch, Asta hält ihres.
Nein, tue ich nicht.
Doch, Asta. Du kannst nicht einfach zu Hause bleiben
oder dich befreien lassen, wenn du was nicht tun willst.
Asta?
Asta?
Komm doch runter, dann reden wir.
Komm her.
Wovor hast du Angst?
Vor allem.
Weißt du, dass man lernen kann, keine Angst zu haben?
Sag mir, wovor du Angst hast.
Dass ich vergesse, was ich sagen soll.
Hey...
Hier. Das ist eine Merkmütze.
Wovor noch?
Dass...
...ich etwas Dummes sage.
Dass du etwas Dummes sagst?
Weißt du was? Ich habe einen Weisheitsstock.
Noch etwas?
Und wenn mich alle anstarren?
Ich habe das Richtige.
Hier.
Ein Coolness-Umhang.
Das ist alles nicht echt.
Wenn es echt wäre...
...würdest du es halten?
Vielleicht.
Einigen wir uns also darauf, dass ich die Sachen bis morgen finde...
...und du es dann hältst.
- Erst mal Glückwunsch zum Job in Grönland. - Danke.
Hanne träumte seit Jahren davon, ihre eigene Wetterwarte zu leiten.
Träumt Jørgen auch von einer Wetterwarte
in der Pampa?
Er muss sich nur an den Gedanken gewöhnen, aber das wird eine tolle Erfahrung,
die wir als Familie teilen.
Nur außer euch wird er sie höchstens mit Schlittenhunden und dem Wind teilen.
Wir wissen, es klingt extrem.
Aber es sind nur sechs Monate.
Nächstes Jahr schicken wir Jørgen vielleicht auf die Jugendschule.
Wie schön.
Ich habe für euer Projekt viel übrig.
Ich bin sicher, ihr wollt nur das Beste für Jørgen.
Aber ihr habt erzählt, wie er früher war.
Momentan muss sich Jørgen sozial weiterentwickeln.
Zumal man an der Jugendschule ständig mit anderen zusammen ist.
Man muss Teil einer Gruppe sein und am Spaß teilhaben.
Lehrern Bier klauen,
Wahrheit oder Pflicht spielen, in der Turnhalle knutschen.
Alles, was man in diesem Alter so macht.
Vielleicht sollte Jørgen hierbleiben.
Nun,
wir haben auch festgestellt, dass Jørgen hier geselliger wird.
Aber... wir müssen bald weg von hier,
und wir kennen niemanden, der ihn nehmen könnte.
Es müssten verantwortungsvolle Erwachsene sein.
Vielleicht gibt es einen, den ihr überseht.
Hjørdis?
Ja?
Da bist du.
Warum sitzt du da drin?
Das Büro kam mir zu groß vor.
Und... mir ist das Licht hier lieber.
Verstehe.
Formelle Treffen finden am Schreibtisch statt.
- Das hier ist eher... - Ein Gefängnis.
Eine lauschige Arbeitshöhle.
Ich hab das mit Jørgen geregelt.
Mit seinen Eltern?
Ja.
Vergiss also deine Sorgen.
Sie ziehen nicht nach Grönland?
Nur sie. Jørgen kommt auf die Jugendschule.
Jugend... Jugend...
Wo? Hier?
Ja. Sie überlegen noch, aber ich weiß, sie werden es tun.
Aber das geht nicht. Wer wird sich um ihn kümmern?
Die verantwortungsvolle Erwachsene, die hier wohnt.
Du?
Ja, ich.
Rita!
Und die Nächte und Wochenenden?
Nächte und Wochenenden auch.
Aber... erst Rasmus, jetzt Jørgen. Wie viele ziehen noch bei dir ein?
Und wenn er seine Eltern vermissen wird?
Er ist 13. Er wird sich freuen, weg von den Eltern zu sein.
Rita, das ist ganz und gar nicht im Einklang mit unseren Regeln.
Dass du so etwas über meinen Kopf hinweg entscheidest...
Wie wär's mit einem kleinen Dankeschön?
- Gut. Aber für Jørgen bist du zuständig. - Ok.
Ich kann nicht nur für die Schüler ackern.
Ich habe viele andere Dinge zu tun.
- Was machst du da? - Ich nähe einen Coolness-Umhang für Asta.
Sonst hält sie ihr Buntspecht-Referat nicht.
Deine Arbeit im Stall klingt echt sexy.
Dann begleite mich mal. Zieh mir meine Overalls aus.
- Im Stall? - Ja, oder auf dem Traktor.
Also...
- Ich würde gerne mal die Ferkel sehen. - Ja.
Du solltest den Mutterinstinkt der Sau sehen.
Wie sie daliegt, mit ihren 12 kleinen Ferkeln.
Beachtet mich gar nicht.
Ich mache mir nur ein Sandwich in meiner Küche.
Also...
Wo waren wir?
Die Ferkel, glaube ich.
Mir schwebte immer eine große Familie vor.
Mir auch.
Ich könnte mir gut vorstellen, Mutter von zwei...
...oder vier Kindern zu sein.
Ja, ich auch. Aber Vater, ich meine...
Aber in meinem Alter muss ich mich sputen.
Ich weiß nicht. Heute ist so vieles möglich.
Meine Ex und ich haben zum Beispiel Fruchtbarkeitsbehandlungen gemacht.
Ich weiß, man kann sich befruchten lassen und Zwillinge oder Drillinge kriegen.
Deine Ex, wie lange ist das her?
Nun, das...
...ist eine Weile her.
- War es nicht hart? - Doch... das war es.
Für sie.
Ich habe nämlich sie verlassen.
Schade für sie.
Aber...
...ich bin bereit für eine neue Liebe.
- Rasmus, hast du eine Minute? - Wir reden.
- Ja. Kommst du kurz? - Hallo. Sie müssen Rita sein.
Rita, kann das nicht warten?
Nein, denn dann wird es zu spät sein. Komm her.
Zwei Sekunden.
Was tust du?
Ich rette dich vor der Zeugung fünf kleiner Ferkel mit einer Fremden.
So ist es gar nicht.
Camilla ist in erster Linie eine Karrierefrau.
Ok. Ihre biologische Uhr macht mich taub.
- Du interpretierst die Situation falsch. - Ja?
Für mich klingt es, als wärst du bereit, Camilla zu befruchten,
auf meinem Esstisch, gleich.
Es ist normal, dass zwei Erwachsene über ihre Erwartungen reden.
- Probier es mal. - Mach ich.
Aber willst du das überhaupt?
Vor fünf Minuten warst du bereit, durch Europa zu radeln.
Jetzt wohnst du bei deiner Ex-Freundin und nimmst den ersten Treffer auf Tinder.
Jetzt verstehe ich, was los ist. Du bist eifersüchtig.
Ja, auf erotische Gespräche über landwirtschaftliche Geräte.
- Weißt du was, Rasmus? - Was?
- Ich passe nur auf dich auf. - Oder du willst mich zurück.
- Eins von beidem. - Das war's!
Kein normaler Mensch will dich.
Mit Helle war vor einem Monat Schluss, und du lügst darüber.
Du liegst leidend auf meiner Couch
und brauchst eine verzweifelte Bäuerin für dein Ego. Reiß dich zusammen!
Camilla?
- Hallo? - Hi, was kann ich für dich tun?
Hast du Alex Hansen gesehen? Er ist Däne, dunkle Haare.
Grüner Rucksack. Als ich aufstand, war er weg.
Er hat heute früh ausgecheckt.
- Er hat ausgecheckt? - Er war mit einem anderen Mann hier.
Franzose, glaube ich.
Sie wollten nach Argentinien.
- Was? - Bist du Jeppe?
Ja, bin ich.
Das hat er hinterlegt.
- Danke. - Kein Problem.
Alex, was zur Hölle ist los?
Was meinst du damit, dass ich nicht so weit bin?
Ruf bitte zurück, wenn du das hörst.
Ruf zurück, wenn du das hörst. Ok?
Ich liebe dich. Wir kriegen das hin.
Jeppe?
Hi, Papa.
Du bist ja in London.
Und du hast lange Haare.
Ich dachte nur... Könnte ich heute hier schlafen?
Du hättest anrufen sollen, ich...
...habe gleich...
...ein paar Meetings, also...
Mein Freund hat mich verlassen...
Das ist verdammt...
Das wird schon wieder.
Komm her. Alles gut.
Komm her. Setz dich.
Der Buntspecht ist der häufigste Specht in Dänemark.
Er ist schwarz-weiß-rot.
Die Männchen haben einen roten Fleck am Nacken.
Und die Küken haben eine rote Kopfhaut.
Mit seinem einzigartigen Schädel kann er den ganzen Tag gegen einen Baum klopfen,
ohne Kopfschmerzen zu bekommen.
Ja?
Ich will nicht stören, aber Albert hat wieder seine Brotdose vergessen.
Oh nein...
Du hast unsere Abmachung missachtet.
Asta sollte doch kein Referat halten müssen.
Ich versprach, Asta nicht zu zwingen.
Aber Asta wollte es selbst. Richtig, Asta?
Hast du sie so albern angezogen?
Von wegen albern. Das sind Merkhut, Coolness-Umhang und Weisheitsstock.
Sie hält also das Referat und trägt auch noch Zirkusklamotten.
Hör mal, ich finde echt...
Das war so was von nicht ok.
- Komm mit ins Direktorzimmer. - Und ob ich das tue.
Macht weiter, Kinder.
Also, ich bin die Direktorin.
Sag mir bitte, warum du Asta ihr Referat nicht halten lassen willst.
Ich tue das für sie. Ich passe auf sie auf.
Menschen werden stärker, wenn sie tun, wovor sie Angst haben.
Asta ist ein gutes Beispiel.
Bevor du die Kleider kritisiert hast, die mein Mann und ich nachts nähten,
war sie dabei, ihre Angst zu überwinden, vor einer Gruppe zu sprechen.
Ok, vielleicht lief es gut, als du im Klassenraum warst.
Aber was passiert danach, wenn du gehst und die anderen...
Was meinst du mit "danach"? In der Pause?
Glaubst du, die anderen werden gemein zu Asta sein?
- Glaubst du, wir tolerieren hier Mobbing? - Nein.
Nicht hier.
Vielleicht an deiner früheren Schule.
Als du in Astas Alter warst.
Vielleicht war jemand gemein zu dir?
Als der Lehrer weg war?
Es war in der fünften Klasse.
Ich hielt ein Referat über den Kalten Krieg.
Ich habe "Glasnost" und "Perestroika" verwechselt und bin erstarrt.
Jeder macht Fehler. Das gehört zum Lernprozess.
Nicht in den 80ern.
Danach haben sie ein Lied über mich erfunden.
Ich höre sie immer noch alle singen.
Ja, aber Anette,
du überträgst jetzt deine Ängste auf Asta.
Ich will sie nur schützen.
Es war damals so schrecklich.
Wenn das ein Trauma ist, das dich seit Jahren verfolgt,
dann sollte Asta natürlich kein Referat halten.
Nicht allein.
Wie Asta gesagt hat,
frisst der Buntspecht hauptsächlich Insekten.
Vor allem Raupen, die...
...die er aus Baumstämmen herauspickt.
Im Winter ernährt er sich hauptsächlich von Tannenzapfen.
- Willkommen, unser erster Jugendschüler. - Danke.
- Wir sind froh, dass das möglich ist. - Natürlich.
Das wird schon.
Wir haben ein paar Taschen.
Vergiss nicht, alle zwei Wochen die Bettwäsche zu wechseln.
Mach nach dem Duschen alles trocken und hör auf Rita.
Keine Sorge. Ich habe drei Kinder.
Die machten zu Hause weniger Ärger als manch anderer.
Ich kümmere mich gut um Jørgen.
Tja, nun... das wäre wohl alles.
Gute Reise.
- Wir rufen vom Flughafen an. - Wir sind immer nur einen Anruf entfernt.
- Pass auf dich auf, ok? - Tschüs.
Du wirst uns fehlen. Wir sehen uns im Frühling.
Komm her, Baby.
Wir haben dich lieb. Tschüs.
- Tschüs. - Tschüs.
Was ist, Jørgen?
Hey.
Das wird schon.
Komm her.
Kopf hoch.
Schau's dir mal an.
Dein Zimmer.
Nett, oder?
Das Bett ist da, es gibt viel Stauraum.
Komm mit.
Das ist das Wohnzimmer.
Und das ist Rasmus.
Er schläft auf der Couch, bis er sein Leben geregelt hat.
Seine Freundin hat ihn verlassen.
Er ist arbeitslos und datet Bäuerinnen mit hibbeligen Eierstöcken.
Von daher... hat er es zurzeit schwer.
Rasmus, das ist Jørgen, unser neuer Jugendschüler.
- Hi, Jørgen. - Seine Eltern sind nach Grönland gezogen.
- Darum kümmern wir uns gut um ihn, ok? - Ja, natürlich.
Sehr schön.
Und hier unten ist das Bad.
Kommst du...
Kommst du klar?
Ja.
Ich vermisse meine Eltern mehr als erwartet.
Sie sind noch nicht mal gelandet, und ich flenne bereits.
Nein.
Das ist in Ordnung.
Es kann hart sein, jemanden zu vermissen.
Vor allem die Familie.
Sie nicht zu vermissen wäre seltsamer.
Echt?
Ja.
Ich wollte nicht mit ihnen dorthin.
Darum bin ich froh.
Aber auch traurig.
Gemischte Gefühle sind völlig normal.
Du kannst froh und auch traurig sein.
So wie du zwei Dinge wollen kannst, und doch keins von beidem.
Hattest du das mal?
Ja.
Und wenn dir jemand in solchen Momenten guttut...
...dann Rita.
Manchmal ist sie etwas grob, wenn sie dir was sagt.
Aber sie erinnert dich daran,
einfach weiterzumachen, auch wenn das Leben dir zusetzt.
Rasmus?
Ich wollte dein Date mit Camilla nicht ruinieren.
Hat sie was gesagt?
Ja, sie hat...
...mich in der App entfernt und all meine Nachrichten blockiert.
Ok...
Tut mir leid.
Ich schreibe dir nicht vor, wie du zu leben hast.
Nein...
Aber du hast recht.
Was habe ich einem anderen Menschen zu bieten? Gar nichts.
Ich denke, da gibt es ein, zwei Dinge.
- Was? - Du bist lieb.
Und loyal.
Und du bist ordentlich. Viele Frauen legen Wert drauf.
Und du siehst gut aus... relativ.
Viele Männer über 40 kriegen einen Bauch.
Ich wohne auf einer Couch.
Ich bin arbeitslos.
Ich konnte meine Freundin nicht mal bis zur Geburt unseres Kindes halten.
Und dann versuche ich, mit einer App aus der Krise zu entkommen.
Ich bin ein riesiges wandelndes Klischee!
Ja. Aber ein liebes und schlankes Klischee.
- Nicht mal das... - Rasmus.
Du musst nur wieder in die Spur kommen.
Ich bin kein Teenager.
Ich komme nicht nächstes Jahr auf die Jugendschule.
- Bleib hier, so lange du willst. - Nein. Ich zahle keine Miete.
- Ich habe keinen Job. - Ist egal.
Ich werde hier nicht wohnen, ohne etwas beizutragen.
Rasmus?
Vielleicht kannst du was beitragen.
- Guten Morgen, Jørgen. - Morgen.
Du bist früh auf. Konntest du nicht schlafen?
Doch.
Aber meine Eltern haben von der Wetterwarte angerufen.
Toll.
Jørgen, wärst du lieber bei ihnen?
- Nein. - Wunderbar.
Ich bin stolz auf dich. Läuft doch.
Man muss weitermachen.
Auch wenn das Leben einem zusetzt, oder?
Genauso ist es.
Na super...
- Rufst du aus Versehen an? - Nein, wegen Jeppe.
Ja, er ist bei mir. Er ist total fertig, ein Freund hat ihn verlassen.
Was? Ist Jeppe bei dir in London?
Das Timing ist schlecht. Vielleicht könntest du dich darum kümmern.
- Kann ich mit ihm reden? - Er schläft gerade.
- Er soll mich anrufen, wenn er aufwacht. - Ok.
Und du kümmerst dich dann?
Ja, Niels. Natürlich. Wie ich es sein Leben lang getan habe.
- Guten Morgen, Hjørdis. - Guten Morgen, Rita.
- Jørgen ist also eingezogen? - Ja, und es läuft gut.
Er wirkt glücklich. Ich denke, das wird was.
- Super. - Ja.
Ich wollte nur sagen...
Ich weiß, ich sollte nicht ohne dich entscheiden.
- Stimmt, das solltest du nicht. - Wir müssen Dinge persönlich besprechen.
Montags in den Meetings.
- Und donnerstags. - Und donnerstags!
Ja.
Noch irgendwas?
Ja, noch eine Kleinigkeit.
Was?
Guten Morgen. Hi.
Soll ich mir die Rollos ansehen?
Unser neuer Hausmeister.
Es kostet uns nichts.
Nein.
Rasmus kann dafür bei mir wohnen und essen.
Ich denke, das ist ein fairer Deal für alle.
Also dann, frisch ans Werk.
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