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Onkel, Onkel.
Sohn! - Meine Mutter!
Jan! - Bleibst du ein paar Tage?
Nur bis zur Taufe, Mutter. Nächstes Mal.
Willkommen. - Grüß Gott, Vater.
Jan. - Jakub.
Keine Angst, bei der Taufe hältst du ihn in den Armen.
Du aber entweiche, Teufel, denn es naht das Gericht Gottes.
Jakob Johan, widersagst du dem Satan? - Ich widersage.
Jakob Johan, ich taufe dich
im Namen des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Amen
TEIL EINS
Vorsichtig, ehrwürdiger König.
Verletzt Ihr Euch, häutet mich Eurer Bruder Sigismund lebendig.
Gute Idee, Bürgermeister.
Dafür, dass du mich geweckt hast, verdienst du nichts Besseres.
Wenzel kommt, der römische und böhmische König von Gottes Gnaden.
Wenzel!
Bruder! Ich freue mich, dich gesund hier empfangen zu können.
Unverletzt, aber ganz durchgefroren.
Meine Neuigkeiten werden dich wärmen. Setz dich.
Der Herzog von Venedig versprach,
deine kaiserliche Krönungsreise nach Rom zu unterstützten.
Dreitausend meiner ungarischen Ritter begleiten dich.
Die Kaiserkrone ist greifbar für dich.
Bruder.
Wie kann ich dich belohnen?
Nur keine Eile mit deiner Dankbarkeit.
Trink erst mal.
SCHAUNBERG, 10. AUGUST 1402
Wo sind wir? - In Schaumburg.
Österreich?
Wo ist mein Bruder? - In Prag.
Er lockte den König mit einer triumphalen Krönungsfahrt heraus.
So eine Niedertracht!
Er lockte ihn aus Prag
und sperrte ihn irgendwo in Österreich ein.
Was sagt die Universität, Stephan? - Und die deutschen Meister?
Den böhmischen König unterstützen? Sie werden uns überstimmen.
Sigismund hat schon einen eigenen Rat ernannt.
Und wir? - Wir sollten zum König stehen,
und den Widerstand der Universität zeigen.
Wir fünf? Abraham! - Warum nicht?
Hier, mein Appell an die Meister und die Landesversammlung.
Vielleicht helfen uns tschechische Meister der Universität.
Sei vorsichtig, Jan.
Bei Machtfragen greifen die Herren schnell zum Schwert.
Sie ließen auf dem Karlstein vier königliche Beamte ermorden.
Wolltest du mich daran erinnern?
Radikal, wie immer. Ich unterschreibe.
Ich auch, Meister Palec.
So wie Kornrade gesammelt und im Feuer verbrannt wird,
so wird das Ende der Welt sein.
Der Gottessohn wird seine Engel schicken,
und die entfernen alles Schmähliche aus dem Königreich.
Also all jene, die Böses tun. Und sie werden alle verbrannt.
Dies sagt die Heilige Schrift.
Nein, nein! Nicht die Kuh!
So wird es auch Sigismund ergehen,
weil er unsere Dörfer abbrennt und den Thronschatz plündert.
Er hält den König in Wien fest und will dieses Königreich erobern.
Was sagen wir dazu, meine Lieben?
Auch ein Hund oder eine Schlange schützen ihr Nest.
Sind Tschechen schlechter als Hunde oder Schlangen?
Sei dankbar, danke dafür,
dass unser König dich nicht wie einen Hund aufhängt!
Sigismund ist nicht unser König. Unser König ist Wenzel!
Lasst uns niederknien.
Beten wir für den böhmischen König, Wenzel von Luxemburg.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme,
wie im Himmel, so auf Erden.
Vater Erzbischof.
Hätte ich gewusst, dass Sie zur Bethlehemskapelle kommen...
Hättest du anders gepredigt?
Du bist mutig. Sigismund hat seine Späher überall.
Was bleibt von uns, wenn die Angst uns auffrisst?
Hätte der böhmische Klerus zu Wenzel gestanden...
Und die Universität, Meister?
Ich höre die ehrbaren Doktoren nicht
dieselben Worte sprechen wie dich.
Nicht mal die, die dir nahestehen.
Was ist, wenn Wenzel nicht zurückkehrt?
Sie haben genug einflussreiche Anhänger, meine Herrin.
Sie baten mich um meinen Schutz auf ihrem Weg zu Ihrer Familie.
Nach Bayern. Soll ich fliehen?
In Prag sind Sie nicht sicher.
Die Wittelsbach sind nie vor jemandem geflohen, Meister.
Ich bin böhmische Königin. Mein Platz ist hier.
Verzeihen Sie mir.
Was sagtest du mir damals?
Königinnen heulen nicht.
Ja, ich war der Hitzkopf aus Prachatice.
Ich war dreizehn. Der König war so betrunken.
Und du zeigtest mir die an die Fensterläden gemalten Affen.
Wir spielten Schach miteinander. - Und ich habe gewonnen!
Einmal.
Warum können wir nicht offen reden, wie früher, Meister Jan?
Weil du nun eine Tonsur hast?
Du hättest Diplomat oder Königsberater werden können.
Wäre ich kein Priester geworden,
hätten mich die Donatoren der Bethlehemskapelle und die
tschechischen Magister nie zum Verwalter und Prediger ernannt.
Und wäre ich nicht Bethlehemsverwalter,
könnte meinen und meiner Studenten Lebensunterhalt nicht finanzieren.
Und ich könnte niemandem die Heilige Schrift erklären.
So gewinnen Sie nicht, meine Herrin.
Muss der König durch die Kloaken aus Wien fliehen?
Verzeiht, aber durch die Stadttore
hätte uns Eurer Bruder Sigismund nicht gelassen.
Erwähne diesen Namen nie wieder! Wo ist er?
In Ungarn, mit seiner Armee.
Er verteidigt mühevoll die ungarische Krone. Schnell!
Lasst uns gehen.
Ich hörte, du hast für meine Befreiung gepredigt.
Und die halbe Universität in Aufruhr versetzt.
Vorsicht, Meister,
mein Bruder vergisst nicht so schnell.
Hast du schon den Bürgermeister aufhängen lassen, Herr Voksa?
Er hat das Weite gesucht, mein Herr.
Lass als Dank für meine Verhaftung sein Haus abreißen.
Mit großer Freude.
Wenn er je nach Prag zurückkommt, lass ihn lebendig häuten,
wie er es wünschte.
Sie tun, als hätten sie gehofft,
dass der König gesund zurückkehrt.
Wie sie jubelten, als es hieß, er würde Wien nicht lebend verlassen.
Nehmen Sie. - Danke.
Hieronymus!
Du bist es!
Welcher Universität verdanken wir deinen Rausschmiss,
und somit unserer Alma Mater frisches Blut?
Der Sorbonne. Meine Vorträge waren scheinbar wahnhaft.
Komm, ich zeige dir die Bethlehemskapelle, wo ich predige.
Unser Skriptorium.
Hieronymus!
Willkommen! - Katjalein.
Schau mal weg, Jan.
Wo warst du? Wir haben dich vermisst.
In Jerusalem, Katja. Wunderbar.
Dann an der Sorbonne in Paris.
Meister Hieronymus hat die ganze Welt bereist.
Er wird der schlauste und witzigste Meister hier sein.
Mit Ausnahme von Meister Hus natürlich.
Lässt du die Bibel in tschechisch schreiben?
Die Leute sollten die Bibel verstehen,
und nicht nur das, was die Priester sagen.
Hört ihm zu!
Aber mit Verstand. - Ja, mit Verstand.
Ich lehrte, dass der Verstand
alle Geheimnisse lüften kann.
Die Sorbonne warf mich raus: ich hätte Märchen erzählt.
Der Verstand kann dreist sein.
Du hättest mit mir reisen können ohne deine Tonsur.
Es ist wahr.
Wie im Haus irgendeines Patriziers.
Das hat die Königin dem Meister malen lassen.
Es heißt, sie besucht deine Predigten.
Das war der Maler aus Florenz.
Wie versteht sie deine Predigten? - Sie redet recht gut tschechisch.
Ein Weißwein vom Rhein. Feiern wir meine Rückkehr?
Darfst du außerhalb der Kirche trinken?
Hat nicht zufällig unser Herr Wasser in Wein verwandelt?
Wie kannst du hier Tag für Tag mit ihm leben?
Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele,
und führet mich auf rechter Straße um Seines Namens willen.
Du hast dich kein bisschen verändert.
Die Kaiserkrone meines Vaters.
Diese Krönung in Rom hätte fast dein Leben gekostet.
Würde diese Krone meiner Kaiserin Sophie nicht stehen?
Wir müssen nur entscheiden,
wessen Papstes Segen größere Gültigkeit hat.
Der vom Papst aus Avignon, oder der von dem aus Rom.
Was würdest du mir Raten, Kaplan?
Was steht darüber in deinem Wyclif?
Bat ihn der Heilige Vater,
seine Meinungen zu verteidigen, sagte er:
Zu seinen Lebzeiten war Christus der Ärmste aller Menschen,
weil er alle weltlichen Autoritäten ablehnte.
Daraus leite ich ab, dass der Papst
alle irdische Macht der irdischen Obrigkeit überlassen,
und auch die Priester dazu ermahnen sollte.
Das klingt nicht dumm, nicht wahr, Vater Erzbischof?
Die Londoner Synode verurteilte Wyclifs Lehre als wahnhaft.
Schon vor dreißig Jahren.
Denkst du, es ist Irrglaube, dass die weltliche Macht dem König
und nicht dem Papst und seinen Bischöfen gehören sollte?
Seine Remanenz-Lehre wurde verurteilt, Herr.
Er bestritt, dass sich Wein und Brot
bei der Eucharistie in Leib und Blut Christi verwandeln.
Er übersetzte die Bibel für die englischen Gläubigen.
Er predigte die Einheit Gottes und seines Wortes.
Der Meister würde dich gern um etwas bitten.
Braucht der Meister denn einen Übersetzer?
Ich wollte bitten, einen Teil der Einkünfte Ihrer Kapelle
für eine Bibel in tschechisch verwenden zu dürfen.
Die Bibel auf tschechisch?
Besser ein frommer Bürger liest sie selbst,
als dass ein korrupter Priester sie auf Latein erklärt.
Wird die tschechische Bibel auch solche Verzierungen haben?
Komm.
Ist meine Sophie nicht schön?
Ja, sehr schön.
Der Heilige Vater wünscht nicht, dass die Prälaten denken,
die Situation in Böhmen wäre uns egal.
Es waren schon zwei Abordnungen in Rom.
Was erwarten die, Eminenz?
Wir können ihre Probleme nicht lösen.
Eminenz.
Willkommen, Vater.
Wir fürchteten schon um Ihre Präsenz beim morgigen Quodlibet.
Bitte.
Sie werden den Prediger Hus hören.
Der Erzbischof ernannte ihn zum Hauptredner.
In dieser Zeit
ist unsere Liebe zu Gott und unserem Nächsten so erkaltet,
dass all unsere Bemühungen
im Schlamm der Profanität versunken sind.
Ich kleide mich in Lumpen, würde Christus sagen,
und die Priester tragen Scharlach, von Almosen bezahlt.
Ich schwitze Blut, durchwache die Nächte,
werde beschimpft und bespuckt.
Sie schlemmen, zechen und saufen.
Ich wurde zum Kreuz geführt, sie betrunken zu ihrer Ruhestätte.
Ich schreie, ans Kreuz genagelt, sie schnarchen in weichen Betten.
Einige hast du zu sehr gereizt.
Sie vergessen das nicht.
Der Nuntius erschien nicht zufällig beim Quodlibet.
Das verdanken wir dem Generalvikar.
Und wer ist der Dominikaner?
Er bringt Anweisungen aus Rom.
Er kam mit dem Nuntius.
Er gehört eher zu den Kardinälen, die Papst Gregor absetzen wollen.
Ähnliches predigt er in der Bethlehemskapelle.
Welche Achtung können unsere Leute dann erwarten?
Pater Nuntius, wie sie sicher bemerkten,
sprach er im Namen Christi.
Ich kleide mich in Lumpen, würde Christus sagen,
und die Priester tragen Scharlach, von Almosen bezahlt.
Mutig.
Ich nenne das dreist.
Er ist ein Ketzer, Eminenz.
Ich höre, sie bauen hier Wein an, wie wir in Florenz.
Ich lasse Sie von unserem Vorrat gern kosten.
Ich möchte damit sagen, Vikar,
dass man guten Wein nur selten durch große Worte bekommt.
Habe ich nicht recht, Eminenz? - Natürlich, Pater.
Hier sollten wir unsere nächste Disputation veranstalten.
Laden wir den Generalvikar ein? - Oder den Nuntius?
Meister Palec!
Sie sollten falsche Wunder verbieten.
Wallfahrtsort der Zisterzienser aus Münchengrätz
ist eine Wunderkiefer. Dort sammeln sie auch Geld.
Stimmt das? - Es stimmt, Pater.
Sie sollten Priestern das Tragen teurer Kleidung verbieten.
Sonst sind sie als Nachfolger Christi nicht glaubwürdig.
Soll ich die Kleider verbieten, die ich trage?
Soll ich auch noch den Bischofsring zurückgeben?
Weißt du wieviel er mich bei der Kurie in Rom gekostet hat?
Eine unchristlich hohe Summe.
Willst du mit Christus herrschen,
so liebe auch seine Armut. Das sagt die Heilige Schrift.
Ist das alles?
Das ist erst der Anfang, Vater Erzbischof.
Priester sollten nicht in Kneipen gehen oder Glücksspielen frönen.
Und sie sollten ihre Konkubinen entlassen!
Zu deinem Glück habe ich keine.
Und weiter? - Schreib das nieder.
Haben Sie das gehört, Pater?
Ist das nicht Ausdruck von Hochmut?
Sie beschweren sich über dich. Sie mögen dich nicht.
Sie beklagen, dass du die Lehre des Ketzers Wycliff predigst.
Ich predige nach der Heiligen Schrift.
Meister! Der Generalvikar lud Abraham vor.
Der Inquisitor ist auch da.
Ich frage dich im Namen des Erzbischofs:
Mit welchem Recht hast du gepredigt?
Ich folge dem Wort Christi.
Gab dir der Erzbischof seine Erlaubnis zum Predigen?
Auch ein Laie darf die Heilige Schrift erzählen, Vater.
Solange er nicht von ihrem Sinn abweicht.
Schon das vierte Konzil entschied, jeden mit einem Bann zu belegen,
der ohne die Genehmigung des Papstes,
oder des Bischofs, zu predigen wagt?
Die Bibel und das Konzil sind nicht dasselbe, Vater Vikar.
Die Bibel stammt vom Herrn, das Konzil von Menschen.
Dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen.
Vater Inquisitor, walten Sie Ihres Amtes.
Vater Vikar!
Sie lassen ihn foltern, weil er Gottes Wort verbreitet?
Er war mein Schüler, ich bürge für seine Lehrmeinung.
Bist du dir bewusst, mit wem du redest
und was du sagst, Herr Kaplan?
Ich sende eine dringende Fürbitte an den Erzbischof.
Ehrwürdigster Vater Erzbischof,
Wie kommt es, dass unzüchtige und mannigfaltig sündigende Geistliche
frei, ungestraft und mit geschwellter Brust herumlaufen,
wie ungezähmte Bullen?
Lies laut.
Demütige Priester aber, die Sünden aufzeigen,
die mit Liebe ihre Pflichten erfüllen,
die sich ohne jede Habgier
für Gott der Evangelisierung widmen,
werden in den Kerker gesperrt,
als Ketzer.
So wie mein, der Glaubenssache ergebener,
Student Nikolas, genannt Abraham.
War es nötig, ihn dem Inquisitor zu übergeben?
Er predigt die Heilige Schrift
ohne Ihre Erlaubnis, Vater Erzbischof.
Hus schreibt, der Student sei der Glaubenssache ergeben.
Unzüchtige Priester laufen frei herum, mit geschwellter Brust,
wie ungezähmte Bullen.
Das ist über Sie, Herr Generalvikar.
Gegenüber der Kirche und dem Heiligen Vater verantworten Sie
die Rechtgläubigkeit in Böhmen, Herr Erzbischof.
Ich bin nur Ihr ergebener Diener.
Lasst Dr. Palec reden!
Lasst Dr. Palec reden!
Diese Artikel sind gefälscht!
Solche Fälscher sollten so streng wie möglich bestraft werden.
Hier ist Wyclifs "Traktat über die Universalien".
Greifen Sie auch nur ein Wort an! Ich werde jedes verteidigen!
Schade um die schöne Abschrift.
Wann trittst du auf?
Ich teile deine Gewissheit leider nicht.
Ich studiere Wyclifs Lehre, billige aber nicht alles.
Hältst du dich für besser? - Das würde ich mir nie erlauben.
Fürchtest du die Prälaten?
Du sagtest doch, dass beim Glauben die Angst kein guter Ratgeber ist.
Brillant!
Wyclif! Wen interessiert euer Wyclif?
Die Universität ist deswegen gespalten.
Die Magister sollten ihre Leidenschaft dämpfen.
Wyclifs Artikel wurden längst von zwei Londoner Synoden verurteilt.
Die Pariser Universität. - Ich will nicht hören,
dass mein Königreich mit Häresie verpestet ist!
Welcher Ihrer Prälaten hat in Rom wieder Gerüchte verbreitet?
Herr Generalvikar!
Ich möchte Namen hören!
Wählt Eure Informationsquellen mit Bedacht aus.
Ich rufe...
Lasst Euch von Euren Ratgebern
von Johann von Jenstein und seinen Dienern erzählen.
Und auch die Geschichte von Johannes von Nepomuk.
Haben sie Sie überhaupt zum Priester geweiht?
Oder sind Sie von einem Pferd ins Ornat gefallen,
ein Schwert in der Hand, für einen Sack Goldmünzen.
Mein Herr, bitte.
Bitte.
Bitte. Das ist das korrekte Wort.
Beruhige die Magister.
Sie sollen aufhören, sich mit Büchern zu bewerfen.
Und du, bring mir eine Liste der Denunzianten.
Sie muss nicht versiegelt sein.
Ich stelle sofort eine Kommission zusammen.
Keine Kommission!
Sie schreiben eine Erklärung,
dass Sie in meinem Königreich
nichts Ungehöriges oder Unrechtgläubiges gefunden haben.
Diese schicken Sie unverzüglich nach Rom!
Zur römischen Kurie.
Geht! Geht!
Jakub!
Jan! - Jakub!
Du bist ja durchgefroren. Wie bist du gekommen?
Wie denn wohl? Zu Fuß.
Zu Fuß? Bei diesem Unwetter?
Der Vater ist krank. Er hat zu viel im Wald gearbeitet.
Etwas Ernstes?
Vater Nunzius.
Vater, willkommen zurück in Prag.
Wie war die Reise? Sie sind sicher durchgefroren.
Bis auf die Knochen.
Wollen Sie nicht die Neuigkeiten aus Rom hören?
Was gibt es Neues in Rom?
Sie fehlen dort.
Dem Heiligen Vater wären Ihre Ratschläge wichtig.
Danke für die Anerkennung, Vater Nuntius.
Fragen Sie nicht, was es Neues in Prag gibt?
Was gibt es Neues in Prag?
Wyclifs Anhänger breiten sich aus.
Sie werden immer frecher.
Aber der Erzbischof schreibt, dass es im böhmischen Königtum
nur Rechtgläubige gibt.
Der Erzbischof schreibt nur, was der König ihm befiehlt.
Ich freue mich über Ihren Besuch, Vater.
Der Ruf des Kunstkenners eilt Euch voraus.
Die Bibliothek, die ich in Florenz verwalte,
ist fast so gut wie die Eure, Majestät.
Also hoffe ich umso mehr, dass Sie und der Nunzius
wegen meiner Sammlung nach Prag gekommen sind.
Ich hörte, dass mein Orden in Prag nicht den besten Ruf genießt.
Hier sind die Hunde des Herrn.
Für alle sichtbar und trotzdem versteckt.
Wir haben erfahren,
dass Sie maurische Handschriften sammeln.
Aber das ist...
Ich bin begeistert.
Können Sie arabisch lesen?
Ich kann die Schrift und die Motive erkennen.
Wir haben aber einen ausgezeichneten Übersetzer.
Mein Astrologe sagt, dies sei ein verlorener Teil
der großen astronomischen Schrift,
angeblich von den Mauren verkauft.
Mit genug Geld kann man alles kaufen.
Nicht nur mit Geld.
Oder sind Sie und Vater Nunzius nicht nach Prag gekommen,
um die Gerüchte der Prager Denunzianten zu prüfen?
Ich liebe Bücher.
In ihnen ist die Welt ein besserer Ort.
Einige Kardinäle möchten ein Konzil einberufen,
um das Abendländische Schisma abzuschaffen.
Was halten Sie davon?
Bedienen sie sich.
Wie ist Prag?
Reich. Prächtig.
Wie Florenz? - Fast.
Exzellenz.
Für unsere Bibliothek habe ich einen Schatz mitgebracht.
Ein Geschenk von König Wenzel.
Eine maurische Handschrift.
Bestechung?
Bitte.
Unterstützt er uns, wenn wir das Konzil einberufen?
Er unterstützt den, der seinen Titel
als König des Heiligen römischen Reiches bestätigt.
Und, haben Sie ihm versichert, dass weder der Papst in Rom,
noch der in Avignon bereit ist, ihm den Segen zu geben?
Er ist verständnisvoll, Eminenz.
Im Gegensatz zum Erzbischof, dem die Einsicht fehlt.
Der Erzbischof wird den römischen Papst Gregor unterstützen.
Natürlich, natürlich.
Er verkaufte ihm sein Amt, nicht wahr?
Und das war nicht billig.
Was ist an der Prager Universität los?
Streit und Intrigen.
Also Beschwerden?
Ich deutete ihm an, dass außer ihm auch die Universität
die Einberufung des Konzils unterstützen muss.
Sie sind ein guter Diplomat, Pater.
Das merke ich mir.
Für mich zählt nur das Schicksal der Heiligen Kirche, Eminenz.
Darf ich einschenken?
Es gibt in Europa keinen besseren Wein, als den aus Eurem Weinberg.
Sollten beide Heiligen Väter suspendiert werden,
brauchen wir Wenzel und die Prager Universität an unserer Seite.
Also geizen Sie nicht mit Versprechungen.
SITZ DES KÖNIGS WENZEL IV. - BURG ŽEBRÁK
Könnt ihr mich nicht eine Woche in Ruhe lassen?
Verzeiht, Königliche Hoheit. Es ist ernst.
Ernst, ernst. Wann ist in Böhmen etwas nicht ernst?
Dr. Meistermann war in Rom, Majestät.
Er hat eine Beschwerde über die Verhältnisse in Böhmen überbracht.
Dreißig Signaturen der deutschen Magister und des Prager Kapitels.
Sie können es nicht lassen.
Sie holen sich Rat in der Pfalz.
Und Ruprecht bezahlt sie.
Die Deutschen verklagten die gesamte tschechische Universität,
nicht nur Magister Palec.
Und was erwartet ihr von mir?
Mein Herr, wir dachten...
Wenn Sie dem Papst einen persönlichen Brief schrieben,
würde ich, als Ihr Bote,
all diese dummen Gerüchte viel einfacher widerlegen können.
Mein Bote? Ich weiß, dass dich die römische Kurie vorgeladen hat.
Welche Seite ist wirklich ketzerisch, Magister Kristan?
Die von Meistermann?
Oder vielleicht... die eure?
Bote des böhmischen Königs?
Klingt gut, Stephan, aber es ist dünnes Eis.
Ich verteidige die Universität und meine Meinungen.
Das bezweifle ich nicht.
Aber?
Der König verhandelt mit beiden Seiten.
Dich schickt er nach Rom zum Papst,
verhandelt gleichzeitig mit den rebellierenden Kardinälen,
die den Papst suspendieren wollen.
Überlass die Diplomatie dem König.
Er weiß, was er tut.
Das Wichtigste für die Universität ist seine Unterstützung.
Plant ihr auf dem Konzil von Pisa, den Papst abzusetzen?
Verstehe ich das richtig, Pater Kardinal?
Wenn ich darf, erhabener König, würde ich eher sagen,
dass die Kardinäle überzeugt sind,
dass sich die Heilige Kirche
mit dem gottlosen Abendländischen Schisma abfinden muss.
Natürlich.
Auch wir sind peinlich verlegen,
welchem Papst wir die Steuern schulden.
Gregor in Rom,
oder Benedikt in Avignon.
Oder keinem, wie der englische König gedrängt wurde von...
Wyclif.
Was erwartet ihr von mir?
Unterstützung.
Soll ich dem Papst in Rom Ungehorsam erklären?
Der König meint, dass der Streit zwischen Kollegium und Papst
noch nicht entschieden ist. Es gibt gewisse Risiken.
Und die Stimme des böhmischen Königs zählt.
Natürlich.
Auch die Stimme der namhaften Prager Universität zählt.
Das Kollegium hofft, dass Ihnen die Vertreter der Universität
eine hervorragende Begleitung sein werden, erhabener König.
In diesem Fall werdet Ihr respektvoll empfangen.
Und mit allen Ehren. Wie der römische König.
Ich gebe Ihre Bedingungen an das Kollegium weiter.
Die Erfüllung sollte, meiner Meinung nach, kein Problem sein.
Sie haben scheinbar jemanden der Universität nach Rom geschickt.
Falls Sie Doktor Palec meinen,
will er sich vor der Kurie
gegen den Vorwurf der Ketzerei verteidigen,
Soweit ich weiß, war er vorgeladen.
Komm nur rein, Meister.
Ehrwürden Kardinal, ich muss eine dringliche Beschwerde vorbringen.
Sie nahmen uns Pferde, Fuhrwerk und Gepäck.
Stephan von Palec. Aus Prag.
Beschuldigt des Predigens der Lügen von Wyclif.
Mein Name ist Baldassare Cossa.
Pferd und Fuhrwerk wurden dir auf meinen Befehl weggenommen.
Vater Kardinal, ich bin Bote des böhmischen Königs.
Natürlich, natürlich.
Das Siegel von König Wenzel.
Der König schickt dich nach Rom, zum Heiligen Vater Gregor.
Über dessen Absetzung soll das Konzil demnächst entscheiden.
Wie soll ich diesen Brief verstehen?
Bietet der böhmische König dem abgesetzten Papst Gehorsam an?
Ich weiß nicht, Vater Kardinal.
Ich kenne den Inhalt des Briefes nicht.
Ich habe auch eine Aussage von Vater Erzbischof.
Das wird ja immer besser. Oder schlimmer!
Euer Erzbischof bekennt sich ganz offen zu Gregor.
Vater Kardinal, ich wurde vorgeladen,
um den falschen Ruf der Prager Universität zu bereinigen.
Das ist lobenswert.
Und was ist mit deinem Ruf, Meister?
Sorgst du dich nicht auch um den?
Du wirst beschuldigt, Wyclifs Lehre
zu verbreiten und zu vertreten.
Und das ist Ketzerei.
Aber wir werden dir helfen.
Wir ermöglichen dir, die Sache zu überdenken.
Denk gründlich nach.
Bedenke deine Lage gut, Meister.
Wie auch immer das Ergebnis des Konzils sein wird,
die Anklage, dass du Wyclifs Ketzerei vertrittst,
vergibt dir niemand.
Es stimmt, Pater, dass ich gewisse Meinungen aussprach,
aber nur in den Universitätsdisputationen.
Wenn dem so ist, kann ich dir die Beichte abnehmen.
Eine Beichte hat oft eine reinigende Wirkung.
Du warst lange nicht hier, Meister.
Sie wissen doch, der Streit an der Universität erschöpft mich.
Deutsche und tschechische Anhänger von Wyclif,
und jene, die ihn an die
Inquisition ausliefern würden, wäre er noch am Leben.
Möchtest du plaudern?
Wie in alten Zeiten? - Verzeihen Sie.
Ich möchte für Magister Stephan Palec plädieren.
Der König schickte ihn mit einer Botschaft nach Rom.
Ein einflussreicher Kardinal, Baldassare Cossa,
kerkerte ihn in Bologna ein.
Bitten Sie den König, sich für seine Freilassung einzusetzen.
Er war angeblich bei der Kurie vorgeladen,
und wird der Häresie beschuldigt.
Er fordert die Prüfung von Wyclifs Thesen.
Er hat sie nicht gelehrt.
Jemanden ohne Beweise zu verurteilen ist Sünde.
Wenzel, römischer König von Gottes Gnaden,
Bewahrer des Reiches und König von Böhmen,
entschied Folgendes:
Bis die Einheit der Kirche wieder hergestellt ist,
verbiete ich der gesamten Geistlichkeit
sowie allen Untertanen in meinem Königreich,
Briefe des römischen Papstes Gregor anzunehmen,
oder von seinen Legaten und Anhängern,
oder ihm jegliche Art von Abgabe zu bezahlen.
Das ist eine Deklaration des Ungehorsams gegen den Papst.
Der König darf in Angelegenheiten der Kirche nicht entscheiden.
Wer ihm gehorcht, sollte exkommuniziert werden.
Der Bann? - Ja.
Der Bann. - Nein, nein. Das wäre voreilig.
Das Konzil von Pisa, einberufen vom Kardinalskollegium,
hat noch keine Entscheidung getroffen.
Vater Erzbischof, deine Autorität steht auf dem Spiel.
Ich, Erzbischof von Prag Zbynek, verhänge mit diesem Brief,
der in allen Kirchen verlesen wird,
Ich, Erzbischof von Prag Zbynek,
verhänge mit diesem Brief
einen Bann über alle,
die dem Erlass des Königs folgen, Papst Gregor ungehorsam zu sein.
Die Bestraften dürfen Sakramente weder erteilen,
noch dürfen sie Sakramente empfangen.
Ich erkläre feierlich, dass seine Heiligkeit,
Gregor XII, das Oberhaupt unserer Kirche ist.
Nur in drei Prager Kirchen wagten sie,
den Brief zu verlesen, mein Herr.
Keiner jedoch hat ihn kommentiert.
Wo ist er?
Der Erzbischof ist aus Prag geflohen.
Gut für ihn.
Wer schrieb ihn? Sein Souffleur Kbel?
Soviel ich weiß, ja.
Es waren auch einige Prälaten und Pfarrer dabei.
Und Magister Meistermann.
Meistermann. Natürlich.
Er wurde von Ruprecht von der Pfalz beauftragt.
Genug! Genug!
Ich sollte ihn in der Moldau ertränken,
wie diesen nörgelnden Johannes Nepomuk.
Aber nur kurz. Der Meister ist krank.
Katjalein, die Strenge. Ich wage nicht einmal zu atmen.
Er sagt Katjalein.
In meinem Haus darf Hieronymus, was ich mir nie erlauben würde.
Was tust du uns an, Jan?
Was ist los an der Universität?
Fahren die Magister mit dem König nach Pisa?
Sturm und Geschrei.
Die Deutschen hören auf Ruprecht,
und der rückt vom römischen Papst nicht ab.
Sie haben drei Stimmen. Nicht mal der Rektor konnte abstimmen.
Wie wichtig ist dem König diese Einladung?
Die rebellischen Kardinäle versprachen,
ihn wie den römischen König zu empfangen,
wenn die Vertreter der Prager Universität ihn begleiten.
Bei uns in Hussinetz sagt man:
"Nimm den Hunden die Knochen weg, und sie hören auf zu kämpfen."
So könnte endlich diese Ungerechtigkeit berichtigt werden,
dass es drei deutsche Stimmen gegen unsere eine sind.
Nur der König könnte das tun.
Willkommen Wenzel, König von Böhmen, Markgraf von Mähren,
Fürst von Schlesien und gewählter König von Rom.
Ah, Magister Meistermann.
Was gibt es Neues in der Pfalz?
Man sagt, du bist dort ein häufiger Gast.
Unser Herr lud Sie ein, um eine einfache Frage zu beantworten.
Wird die Universität König Wenzel zum Konzil in Pisa begleiten?
Dem König und den Kardinälen ist eure Teilnahme sehr wichtig.
Sprich, Meister Kristan!
Die Tschechen der Universität nehmen die Einladung nach Pisa an.
Wir erwarten, dass das Konzil die Kirche verbessern,
und das Abendländische Schisma abschaffen wird.
Und die Deutschen der Universität, Magister Meistermann?
Was lässt Ruprecht von der Pfalz mir durch dich ausrichten?
Wir bedenken es.
Es ist eine weitreichende Entscheidung.
Also sagst du: Ja, ja, nein, nein.
Erhabener König, ich möchte...
Herr Rektor,
soll ich das Zögern der deutschen Magister so verstehen,
dass die Einnahmen durch Ruprecht von der Pfalz
verlockender sind, als Stühle an der Prager Universität?
Die meisten deutschen Magister sind der Meinung,
dass die Universität nicht am Konzil teilnehmen sollte.
Da das tschechische Volk an der Universität
nur eine einzige Stimme hat,
das deutsche Volk aber deren drei...
Wenzel, römischer König von Gottes Gnaden,
Hüter des Reiches, König von Böhmen, entschied wie folgt:
Ehrwürdige Gläubige!
Ausländer in Liebe den Einheimischen zu bevorzugen,
ist ein Mangel an geschuldeter Zuneigung,
weil ehrliche Liebe immer bei sich selbst beginnt,
und dann auf die Nachkommen übertragen wird.
Da aber das deutsche Volk,
das kein Bürgerrecht im böhmischen Königreich hat,
drei Stimmen in Belangen der Universität ausüben kann,
weil aber das böhmische Volk,
rechtlicher Erbe des Königreichs,
als solcher aber nur eine Stimme besitzt,
verfügen wir mit diesem Schreiben,
dass Sie dem böhmischen Volk unverzüglich und ohne Widerstand
bei allen Konferenzen,
allen Gerichtsverhandlungen, Prüfungen und Wahlen
sowie bei allen anderen Verhandlungen auch drei Stimmen
an der Universität zusprechen.
Eine solche Vereinbarung
existiert auch für die Franzosen an der Pariser Universität
sowie in der Lombardei und in Italien.
Ab nun soll das böhmische Volk dieses Recht für immer nutzen,
und die Früchte dieser Stimmen genießen.
Jegliche Zuwiderhandlung wäre nicht ratsam,
sollten Sie unseren gewaltigen Zorn vermeiden wollen.
Magister Meistermann!
Wir arbeiten schon seit zwölf Jahren zusammen.
Niemand will Sie vertreiben.
Der König berichtigte nur eine Ungerechtigkeit.
Leb wohl!
Leb wohl.
Alles, was ihr tut, tut es mit ganzer Seele
für den Herrn, nicht für die Menschen.
Wisset, dass euer Lohn das Erbe des Herrn sein wird,
und dieser euer Herr ist Jesus Christus.
Die Strafe für die Unlauteren, wird ihrer Verfehlung entsprechen.
Gott ist unparteiisch.
Das sagt die Heilige Schrift.
Brüder und Schwestern,
Seit Monaten wird, ohne Anklage und Verhandlung,
ein Meister der Prager Universität und unser Freund, Stephan Palec,
in Bologna gefangen gehalten.
Um die Wahrheit zu verschleiern,
werden die, welche Christi Wahrheit lehren,
verflucht, verhört, verhaftet,
vor Gericht gestellt und getötet.
Bitten wir gemeinsam unseren Herrscher, König Wenzel,
für seine Entlassung ein gutes Wort einzulegen.
Kniet nieder und betet.
Vater unser im Himmel, geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Komm!
Steh auf!
Meister Palec!
Ich freue mich, dass du wieder bei Kräften bist und studierst.
Ja. Ja, ich studiere.
Ich habe eine einzigartige Nachricht für dich:
Dein König nahm die Einladung nach Pisa an,
und du kannst das ungastliche Bologna verlassen.
Ich werde freigelassen?
Die Anklage, dass du den Irrglauben Wyclifs gelehrt
und verteidigt haben sollst, hat noch Bestand.
Nun hängt alles von dir ab.
Aber Gedanken sind bloß Worte, und sind frei wie Vögel.
die Zeiten ändern sich,
und John Wyclif ist schon seit Jahrzehnten tot.
Er ist unzeitgemäß.
Ist er unzeitgemäß?
Ja, er ist unzeitgemäß.
Also sind wir uns einig?
Ja, Exzellenz, er ist unzeitgemäß.
Das Nachdenken war dir sehr hilfreich.
Ich freue mich, nicht dein Richter sein zu müssen.
Stephan. Stephan! - Stephan!
Stephan!
Die Verhandlungen haben lange gedauert, mein Bruder.
Jan.
Wir hatten Angst um dich.
Deine Studenten erwarten dich schon ungeduldig.
In Prag sagt man, Sie wären der Inquisition ausgeliefert worden.
War es schlimm?
Den Staub und den Schmutz müssen wir wegspülen!
Wyclif, Wyclif, du hast viele Köpfe verwirrt.
Die ersten Wochen in Bologna dachte ich, ich würde sterben.
Echter Schmutz, Dunkelheit, Staub und Ratten.
Cossa soll dir Pferd und Fuhrwerk gestohlen haben.
Ja, deshalb fuhr ich mit der königlichen Delegation nach Pisa.
Und der Prozess? Wie haben Sie sich verteidigt?
Es gab keinen Prozess.
Aber das Konzil war beeindruckend.
24 Kardinäle, 100 Bischöfe, das ganze Christentum.
Die Macht der Kirche in den Händen des Konzils.
Das haben wir bemerkt.
Sie haben einen dritten Papst gewählt.
Jesus segelte mit seinen Jüngern über den See Genezareth.
Nach vollbrachten Wundern, ruhte er sich auf dem Heck aus
und schlief ein.
Plötzlich kam starker Wind auf, große Wellen schlugen in das Boot.
Das Boot drohte zu versinken.
Die erschrockenen Jünger weckten Jesus auf.
Christus stand auf und sagte:
"Wovor fürchtet ihr euch, wenn ich doch bei euch bin?"
Mit einer Geste beruhigte er den Wind und die Wellen.
Dies sagt die Heilige Schrift.
Vater, in Pilsen verbietet uns der Pfarrer die Bibel zu lesen.
Das, was er uns erzählt, sei genug.
Hast du eine tschechische Bibel? - Nein, auf deutsch.
Und du verstehst das? - Ich lerne, es zu verstehen.
Der Priester behauptet, dass nach der Ordination,
jeder Priester Gottes Sohn wird.
Er sagt, er sei bei jeder Messe der Schöpfer des Leibes Gottes.
Das ist völliger Irrsinn.
So gottlos, dass ich es als Warnung
an die Wand der Kapelle schreiben lasse.
Sag deinem Pfarrer, er solle nur mal eine große Laus-Nisse erschaffen.
Dann ist er vielleicht ein Schöpfer.
Würde der Papst von mir verlangen zu pfeifen, Türme zu bauen,
Kleider zu nähen oder zu weben, oder Würste zu füllen,
sollte ich daraus nicht schließen, der Papst verlange Blödsinn?
Warum sollte ich meine Meinung dem Befehl des Papstes unterstellen?
Schreib es auf und bring es an den Hof des Erzbischofs, Kuklik.
Schau mal, Pfarrer Protiva! Aus Poric!
Ich grüße dich, Bruder!
Dann sagte er: "Laut der Bibel
bedeutet die Enthüllung der Sünden von Priestern und Bürgern,
Wahrheit und Gerechtigkeit zu predigen."
Er sagte auch: "Predige ich die Heilige Schrift,
spreche nicht ich, sondern der Heilige Geist spricht durch mich,
oder die Propheten und Apostel Christi."
Dann sagte er noch... - Genug!
Genug! Wir denken darüber nach.
Wir beraten uns.
Vater Erzbischof, sie sollten wissen,
dass die meisten Pfarrer hinter meiner Beschwerde stehen.
Die Prälaten auch.
Der Prediger der Bethlehemskapelle missachtet die Kirche.
Wir nehmen das zur Kenntnis.
Wem soll ich treu sein?
Dem König, der zu den rebellischen Kardinälen steht?
Papst Gregor, der mich zum Erzbischof ernannte?
Oder dem Neuen, Alexander?
Dieses Bild ließ Ihr Vorgänger, Jan von Jenstein,
aufgrund einer Vision malen.
Der Teufel will der Kirche, repräsentiert durch den Papst,
die Machtzeichen wegnehmen. Das ist immer noch der Fall
Ich sollte deine Ratschläge nicht befolgen?
Wer unterstützt denn heute noch Gregor?
Niemand. - Vater Erzbischof.
Der König handelt unter dem Druck von Wyclifs Anhängern.
Das ist das Werk von Hus.
Er vertrieb die deutschen Magister,
um an der Universität
den Wyclifismus durchzusetzen. - Hus.
Auf ihn sollte sich Ihr Zorn richten.
Das Kapitel und loyale Pfarrer werden Sie unterstützen.
Sie werden Ruhe ins Land bringen.
Der Heilige Vater wird das schätzen.
Der aus Rom, der aus Avignon,
oder sogar Alexander. Und schließlich auch der König.
Ich verkündige öffentlich den Erlass des Erzbischofs Zbynek,
dass alle Magistri, Baccalaurei und Studenten der Universität,
unter Androhung der Exkommunikation,
alle Wyclif-Schriften bis Sonntag
beim Amt des Erzbischofs abzugeben haben.
Meister, Hieronymus hat seine Schriften nicht abgegeben.
Hieronymus...
ist für sich selbst verantwortlich.
Ich bin Rektor. Ich bin verantwortlich
für die Universität und Bethlehem.
Wie kann Vater Erzbischof beurteilen, wo die Wahrheit ist?
Nicht genug, dass die Prälaten und der Erzbischof
seltene Bücher verbrennen, ohne etwas Ketzerisches zu finden.
Jetzt lesen auch die Pfarrer die Bulle von Papst Alexander,
die mir das Predigen hier in der Bethlehemskappele verbietet,
und mir einen Bann androht.
Solange ich die Laster der Kirche
hinter verschlossenen Türen vortrug,
lobte mich der Erzbischof bei der Synode.
Seit ich meine Vorbehalte hier vor euch äußere,
erscheint eine Bulle,
die von den Prager Prälaten teuer vom Papst erkauft wurde.
Du hast nur das Wort Gottes gepredigt.
Dieses Verbot betrifft nur nicht alle,
die die Wahrheit predigen wollen.
Es betrifft auch jene, die die Wahrheit hören wollen.
Ich habe viel nachgedacht.
Ehrlich, ohne Feindseligkeit.
Ihr wisst, dass ich zu harte Worte ablehne.
Aber nun muss ich sagen:
Nur ein Antichrist kann verbieten,
das Evangelium Jesu Christi frei zu lesen und zu predigen.
Wir sind da.
Danke für den Brief, Vater Erzbischof.
Einer deiner Freunde schrieb ihn,
um dich zu warnen.
Vater, ich will nichts spalten.
Ich unterstütze auch niemanden.
Ich predige und lehre Jesu Wahrheit gemäß der Bibel.
Kennst du dieses Bild?
Ich habe davon gehört.
Ich wollte, dass du es siehst.
Und der Teufel,
das sollen Wyclifs Gedanken sein?
Oder bin ich es... Meine Studenten?
Die Gläubigen von Bethlehem? Und wer sagt das?
Vikar Kbel, der die Getreuen Jesus Christi verhaftet?
Du stehst vor deinem Erzbischof!
Verzeiht Vater, aber sind nicht die wahren Zerstörer der Kirche,
die Wüstlinge in den Pfarreien? Bischöfe ohne realen Glauben?
Falsche Gottesdiener, die dank der Kirchenämter von Gläubigen leben.
Ich ließ diesen Brief als Rat für dich schreiben.
Und nicht, damit du mich berätst.
Oder die gesamte Heilige Kirche?
Sei demütig, Jan.
Dir mangelt es an Demut.
Hört Ihr Leut' und lasst euch sagen,
was geschah, in diesen Tagen.
Hört, ihr Tschechen!
Hört Ihr Leut' und lasst euch sagen,
was geschah, in diesen Tagen.
Hört, ihr Tschechen!
Zbynek, Bischof "Analphabet", verbrannte Bücher ohne Kenntnis,
was drinnen steht.
Zbynek, Bischof "Analphabet", verbrannte Bücher ohne Kenntnis,
was drinnen steht.
Schön energisch, Herr Voksa!
Den Sinn haben sie nicht erkannt,
die Wahrheit, die vergaßen sie, die Bücher haben sie verbrannt.
Den Sinn haben sie nicht erkannt,
die Wahrheit, die vergaßen sie, die Bücher haben sie verbrannt.
Sie taten dem tschechischen Volk Unrecht an, Weh all diesen Popen.
Schaut hin, Tschechen.
Sie taten dem tschechischen Volk Unrecht an, Weh all diesen Popen.
Schaut hin, Tschechen.
Schaut hin, Tschechen.
Vater Erzbischof floh nach Raudnitz.
Er verbrannte alle Bücher der Universität und versteckte sich.
Er nahm einen Teil der Tumba des Heiligen Wenzel
und das Reliquienkreuz aus der Kathedrale.
Er will einen Krieg gegen mich führen.
Oder ist er inmitten der Prälaten verblödet?
Er verbrannte auch astronomische Bücher.
Sogar Protokolle der Inquisition.
Wenigsten etwas ist gelungen.
Herr Voksa!
Ist die St. Georg Medaille genug,
um die Universität für den Schaden zu entschädigen?
Und die Renten aller Prager Priester?
Von allen, mein Herr?
Bevor ich es vergesse.
Angeblich warst du bei Hieronymus' Prozession.
Um die Studenten zu mäßigen.
Du hast scheinbar mitgesungen. - Herr, mit meiner heiseren...
Ich verbiete alle Straßenlieder! Keine Prozession mehr!
Morgen werden sie über mich singen!
Dafür gibt es keinen Grund, mein Herr.
Und wer bestimmt, ob ich Spott verdiene?
Du, Herr Voksa?
Oder Hieronymus?!
Oder Hus?!
Sie haben nach mir geschickt?
Ja.
Es ist ruhig hier. Hierher kommt niemand.
Nur die Diener mit dem Futter und die Hofdamen.
Sogar der König ist seiner Löwen überdrüssig.
In Hussinetz hatten wir eine Katze, um Mäuse zu fangen.
Das musst du nicht immer betonen.
Niemand wählt seinen Geburtsort.
Ich habe etwas für dich.
Ein Gruß des königlichen Hofes in London.
Wyclifs "Traktat der Universalien".
Als Ersatz für das vom Erzbischof verbrannte?
Ich lese und lese.
Und je mehr ich lese, desto weniger verstehe ich.
Mir geht es ähnlich.
Je mehr ich lese und verstehe, desto mehr sorge ich mich.
Deswegen baten Sie mich her?
Wusstest du nicht?
Der König spielt kein Schach,
und die Hofdamen verlieren, bevor ich bis hundert gezählt haben.
Ich habe Angst um dich, Herr Kaplan.
Ich hörte, Sie schrieben dem Papst,
damit ich in Bethlehem predigen darf.
Ich nutze mein Anrecht, vom Papst einen Gefallen zu erbitten.
Auch der König schrieb ihm deswegen.
Seine Macht darf nicht von der Kirche beschnitten werden.
Halte dich zurück, Jan.
Bitte. Der König ist der ständigen Unruhe müde.
Hilfe! Hilft mir niemand!
Wo seid ihr? Hilfe! Hilfe!
Komm her Mädchen! Näher!
Auf Befehl von Wenzel, Böhmischer König von Gottes Gnaden,
wird der Besitz der Prager Pfarreien beschlagnahmt,
auch die St. Georg Medaillen,
Dieser Besitz dient als Entschädigung für die
verbrannten wertvollen Manuskripte der Universität.
Das ist ein Sakrileg!
Gott wird euch strafen!
Und somit verhänge ich
einen Bann über alle,
die dem Befehl des Königs folgten, den Besitz der Kirche
zu beschlagnahmen.
Und das gilt für alle?
Besonders für Jan Hus.
Weil er trotz meines Verbots,
noch immer in der Bethlehemskapelle predigt.
Außerdem verhänge ich über die gesamte Stadt Prag ein Interdikt.
Gegen dieses Verbot habe ich
ordentlich beim Papst Berufung eingelegt.
Laut Gesetz ist während der Berufung das Verbot nicht gültig.
Darum sind die verhängten Verbote unwirksam.
Und unwirksame Verbote muss man nicht einhalten.
Oh Vater, allmächtiger Gott,
der Du uns, in Deiner Menschlichkeit,
deinen einzigen Sohn gabst,
Jesus Christus.
Meister, Erzbischof Zbynek floh angeblich zu Sigismund.
Unterwegs wurde er krank und starb.
Sein heiliges Blut vergoss er für uns.
PRESSBURG 28. SEPTEMBER 1411
Bruder König.
Seit fünf Wochen
verweigerst du mir eine Audienz.
Ich bitte dich, Bruder König,
gib den Priestern und Kirchen das Entwendete zurück.
Du kannst gehen.
Lass nicht zu, dass der Klerus zerstört wird,
während die andere Seite ketzerische Predigten hält,
Frevel an der Kirche begeht,
und deine Schützlinge in den Kirchen verkünden,
dass sie dieselbe Macht haben, wie der Papst.
Ich verkündige euch große Freude.
Wir haben einen Papst!
Den hochwürdigsten Herrn Balthasar,
der Heiligen Römischen Kirche Kardinal Cossa,
welcher sich den Namen Johannes XXIII. gegeben hat.
Ich habe eine Abschrift der päpstlichen Bulle.
Sie wurde mir aus Wien geschickt.
Ich kann mich nicht entscheiden,
ob ich den Ablasshandel in meiner Pfarrei zulassen soll.
Natürlich zögerst du.
Als Papst Johannes noch einfacher Kardinal war,
hat er dich verhaftet und bestohlen.
Warum solltest du nun Geld für seinen Krieg sammeln?
Man sagt, dass der König sein Einverständnis
an Bedingungen geknüpft hat.
Falls die Wiener Universität die päpstliche Ablassbulle ablehnt,
können wir dem König die Meinung unserer Universität anbieten.
Komplette Vergebung aller Sünden und Strafen!
Seelenheil auch für die, die in der Hölle sind!
Spendet für den Heiligen Krieg!
Vergebung für alle vergangenen, jetzigen und zukünftigen Sünden!
Komplette Vergebung aller Sünden und Strafen!
Seelenheil auch für die, die in der Hölle sind!
Spendet für den Heiligen Krieg!
Vergebung für alle vergangenen, jetzigen und zukünftigen Sünden!
Denkt an das ewige Leben!
Spendet für den Heiligen Krieg!
Vergebung für alle vergangenen, jetzigen und zukünftigen Sünden!
Denkt an das ewige Leben!
Der direkte Weg in den Himmel!
Ich bringe dir einen Gruß aus Pisa, Bruder Palec.
Der direkte Weg in den Himmel!
Spendet, und Gottes Gnade wird über euch kommen!
Es trinkt der Herr, es trinkt die Frau,
es trinkt der Klerus, es trinkt das Volk.
Es trinkt der Herr, es trinkt die Gefährtin,
Es trinkt der Diener, es trinkt die Magd.
Bibit hera, bibit herus.
Bibit miles, bibit clerus...
Sophie! Einen Thron für die Königin!
Und Wein.
Du hast befohlen, dass niemand den Ablasshandel behindert?
Es ist eine päpstliche Bulle, Sophie.
Gib Gott, was Gottes ist, gib Cäsar, was des Cäsars ist,
Man sagt, die königliche Kasse
bekomme einen Anteil vom Ablasshandel.
Du bist rechtschaffen, Sophie.
Die Ehrlichkeit und Unschuld selbst.
Du musst dem Papst für Vergebung gewiss nichts bezahlen.
Dem Heiligen Vater.
Derjenige, der Gerüchten zufolge,
seinen Vorgänger Alexander umbringen ließ?
Sigismund wird nachgesagt, er habe seinen Cousin Jost getötet,
um römischer Kaiser werden zu können.
Und was sagt man über mich?
Dass ich Prälaten foltere und in der Moldau ertränke, wie Kätzchen.
Und deshalb verdiene ich nicht, römischer König zu werden.
Sophie! Sophie!
Ich bin nicht so tugendhaft.
Interessiert dich, wie viele Gläser Wein ich trank?
Welches Mädchen ich im Bett hatte? - Mein Herr.
Ist ja gut, Herr Voksa.
Dann erkläre bitte deiner Königin,
dass meine Kaiserkrone nun von Papst Johannes abhängt.
Und er wird über die Anklage gegen Meister Hus entscheiden.
Jetzt schweigst du, Herr Voksa.
Ich will nur öffentlich fragen, inwieweit die Bulle bindend ist.
Die Meister der Theologie haben darauf keine Antwort.
Sie haben schon entschieden.
Wir dürfen die Bulle nicht beurteilen.
Stephan, du hast dich als Erster gegen Ablässe ausgesprochen.
Das habe ich nicht.
Ich sagte, ich würde zögern. Und das Gespräch war privat.
Du weichst zurück, weil der König Ablässe genehmigt
Du ziehst die Universität in einen gefährlichen Streit.
Du rebellierst gegen alle, verleitest zu Ungehorsam.
Ich predige nur die Wahrheit der Bibel.
Jan, die römische Kurie erhebt mehrere Anklagen gegen dich.
Halte dich zurück. Fordere nicht das Schicksal heraus.
Wie sagt der Prophet Jesaja:
"Mein Volk, deine Leiter sind Verführer.
Sie blendeten euren Weg."
Antichristliche Magister handeln mit Ablässen
und täuschen das Volk,
wenn sie sagen, man könne Vergebung für Geld kaufen.
Wie kann ich da schweigen?
Und welchem ehrbaren Zweck soll das gesammelte Geld dienen?
Zum Krieg gegen König Ladislaus von Neapel,
weil er die Wahl von Papst Johannes XXIII
nicht anerkannt hat.
Können wir Gottes Vergebung für Kriegsgeld erhalten?
Die Bulle verflucht den König von Neapel bis zur dritte Generation.
Und falls er stirbt, erhält er keine christliche Bestattung.
Allen seinen Untertanen drohen Strafen.
Ganze Städte sollen aus der Kirche verbannt und verflucht werden.
Sollen wir dieser Simonie unsere Seelen anvertrauen?
Ich spreche dich los, im Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Dämliche Frau, unterstütze nicht Satans Werk.
Was?
Das ist ein Schreiben des Papstes, die Worte Gottes!
Unterstützung des Kreuzes!
Sichert euer ewiges Leben!
Dreckiges Geld für den Antichrist!
Vergebung für alle vergangenen und zukünftigen Sünden!
Der Heilige Vater ist der Gott der Vergebung aller Sünden!
Lasst ihn in Ruhe, er hat nichts getan!
Seligkeit für alle, die in der Hölle sind!
Spendet für den Heiligen Krieg!
Vergebung für alle vergangenen, jetzigen und zukünftigen Sünden!
Denkt an euer ewiges Leben!
Prag droht ein Aufstand, Herr.
Willst du Köpfe rollen lassen?
Hast du nicht genug Henker, Herr Oberschreiber?
Soll ich welche aus Bayern kommen lassen?
Komm, du Bestie, komm!
Bitte, bitte! Ich bin nur ein armer Mönch!
Werft den Mönch von der Burgmauer!
Das verdiene ich nicht, Hoheit!
Ich bin traurig, weil ich arm bin.
Ich habe nur sechs kirchliche Pfründe, mein Nachbar hat neun.
Während des königlichen Besuchs töteten sie eines meiner Schweine,
das schön fett war.
Obwohl es heiliges Eigentum der Kirche war.
Jeder nützt arme Mönche aus, sogar den verdammten Hieronymus.
Hoheit, er ohrfeigte mich öffentlich.
Ich sage nur, dass Ablässe richtig sind.
Und dass der Papst Gott auf Erden ist. Das stimmt doch?
Setzen Sie sich ein für uns Arme.
Du organisierst Aufläufe und hetzt das Volk auf.
Sie sollen Aufrührer zum Tod verurteilt haben.
Deshalb bin ich hier.
Selbst der Hauptmann Eurer Wachleute hat mich ausgenutzt.
Zum Schwein hat er auch die Ziege mitgenommen.
Werdet Ihr mich hinrichten?
Einen armen Mönch?
Den größten Teil des Weges ging ich zu Fuß.
Mein Esel stand nur da und schrie, so groß war seine Angst vor Euch.
Wir haben keine gute Zeit gewählt, was meinst du, Meister?
Keine Zeit ist gut genug für den König.
Entweder kommt der König zu spät, oder die Zeit überholt ihn.
Herr Oberschreiber, wir kommen wegen der drei verhafteten Jungen.
Ich kam heute Nacht von Burg Bettlern.
Das Chaos draußen muss aufhören!
Seine Majestät befahl, jeden zu bestrafen,
der Unruhe stiftet oder den Ablasshandel behindert.
Sie haben nichts verbrochen. Lassen Sie sie frei.
Sie randalierten vor der Kirche.
Ist das nicht genug?
Mein Herr, Sie sind sicher Christ.
Natürlich.
Glauben Sie, dass Gottes Vergebung mit Geld erkauft werden kann?
Mit Geld, das einen Krieg finanzieren soll?
Ich werde keine Entscheidungen
des Königs oder des Papstes beurteilen.
Dann verhaftet mich anstelle der Jungen.
Ich verantworte,
dass die frommen Leute den Ablasshandel beurteilen.
Sorgen Sie sich nicht, Meister.
Eine kleine Strafe verdienen sie allemal für die Randale.
Wenn sie sich beruhigt haben, lassen wir sie frei.
Haben wir Ihr Wort? - Natürlich.
Im Gegenzug können Sie das Ende der Aufläufe
vor dem Rathaus veranlassen.
So viel Einfluss haben Sie auf die Leute.
Vor allem Sie, Meister Jan.
Sie versprachen mir, sie nicht zu verletzen.
Sie sind Märtyrer, sie sind heilig.
Sie versprachen mir, ihnen nichts anzutun.
Sie versprachen mir, ihnen nichts anzutun!
Das Urteil?
Excommunicatio major,
ein strenger Bann, Ausweisung für ihn und jeden,
der mit ihm spricht oder ihm hilft,
der ihn versteckt
oder seine Predigten besucht.
Das betrifft auch dich, Sophie.
Und du erlaubst das?
Ich bin König, liebe Sophie, nicht Papst.
Dann nenn mich nie wieder "liebe Sophie".
Du bist die Königin, liebe Sophie.
Deshalb wirst du nicht mehr nach Bethlehem gehen.
Meine Lieben,
es quält mich, dass ich eine Bedrohung für euch sein könnte.
Weil ich nicht zum Gericht in Rom ging,
verbietet mir die päpstliche Bulle, zu predigen,
Gottesdienste zu halten, Sakramente zu geben.
Papst Johannes befahl in Rom, meine Anhänger zu verhaften,
und zwingt mich, meinen Priestereid zu brechen,
den ich Gott gegenüber abgelegt habe.
Ich kann beim Papst nicht gegen den Papst Berufung einlegen.
Also dachte ich lange, ehrlich und schmerzvoll nach.
Ich folterte mein Gewissen,
bis ich den gerechtesten
Richter für mich fand.
Ich, Jan Hus von Hussinetz,
Magister der freien Künste und Baccalaureus der heiligen Theologie,
Priester und Prediger der Bethlehemskapelle,
wende mich zwecks der Berufung an dich,
unseren Erlöser, Jesus Christus,
den Gerechtesten aller Richter. du kennst, schützt und richtest,
klärst auf und belohnst alle Menschen gerecht.
Die römische Synode, also die Kongregation des gesamten Klerus,
verhängt einen Kirchenbann über Jan Hus, den Prediger
von Bethlehem.
Als Zeichen dieses Banns zerbreche ich diese Kerze,
und fordere euch auf, es mir gleichzutun.
Ich zerbreche eine Kerze über deiner Seele, Jan Hus.
Ich verfluche dich, Jan Hus.
Die Königin ließ alle Kerzen entfernen,
um mir und dir, Vater, diese schmähliche Zeremonie zu ersparen.
eine widerwärtige Zeremonie.
Was kommt als Nächstes?
Ich verfluche den Ort, an dem er predigt.
Die Ratsherren wollen befehlen, die Bethlehemskapelle abzureißen.
Das erlaube ich nicht.
Meine Wachen beschützen diese Kapelle, Herr Voksa.
Zu Befehl, mein Herr.
Meister, verzeihen Sie die Störung.
Meister, sie hat um eine Taufe gebeten.
Alle Kirchen haben sie abgelehnt. Das Kind kränkelt.
Sie haben Angst, dass es sofort in die Hölle kommt.
Ich versprach dem König, nicht mehr zu predigen,
um kein Auslöser von Gewalt zu sein.
Meister, das Kind verdient eine Taufe.
Wir sind allein hier vor Gott.
Meister, bitte!
Ich kann nicht. - Bitte!
Ich kann nicht, ich habe es versprochen.
Aber in Zeiten so großer Not,
wenn Priester verweigern oder nicht dürfen,
warum sollte ein frommer Laie,
der der Barmherzigkeit Gottes vertraut, ein Kind nicht taufen.
Jan Holubar.
Meine ungeweihten Hände?
Ich werde dir vorsagen.
Widersagst Du dem Bösen?
Widersagst Du dem Bösen?
Ich widersage.
Und all seiner Bosheit?
Und all seiner Bosheit?
Ich widersage.
Und all seinen Verlockungen?
Und all seinen Verlockungen?
Ich widersage.
Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater?
Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater?
Ich glaube.
Ich taufe dich, Andreas, im Namen des Vaters...
Ich taufe dich, Andreas, im Namen des Vaters...
und des Sohnes... - und des Sohnes...
und des Heiligen Geistes. - und des Heiligen Geistes.
Jan?
Geht.
Der Herr sei mit dir. - Gott segne Sie.
Danke, Meister.
Geh mit Gott.
Hör mit diesem Wahnsinn auf, bitte.
Das ist für uns alle gefährlich.
Wahnsinn?
Sich auf Christus zu berufen, ist das kein Wahnsinn?
Du verführst die Leute zum Irrsinn.
Der Glaube an Christi gerechtes Urteil ist Irrsinn?
Werde erwachsen, Stephan.
Wenn der Papst der Kopf der Kirche ist,
und die Kardinäle ihr Körper sind...
Und wenn der Papst der Antichrist ist?
Und wenn die sündigen, korrupten Kardinäle
nur aufgrund von Namen und Amt Gottesdiener sind?
Wenn du unter dem Priestereid stehst, musst du ihnen gehorchen.
Stephan, vor nicht allzu langer Zeit, hast du mich getadelt,
deinen vorbehaltslosen Glauben an
die Richtigkeit von Wyclifs Lehre nicht geteilt zu haben.
Ich erinnere mich nicht.
Ich habe nie gefragt.
Ich wollte dir nie zu nahe treten. Aber jetzt muss es sein.
Was ist in Bologna passiert?
Was soll passiert sein?
Keine Ahnung. Das frage ich dich, Stephan.
Das wirst du nie verstehen.
Bologna und Pisa zeigten mir andere Welten als die Deine.
Laut dir, sind es die von Husko aus Pracharitz.
Gott wacht über uns, Stephan.
Über uns beide.
Meine Herrin, ich verlasse Bethlehem.
Halten Sie zu ihm.
Ich verlasse Prag.
Schick mir eine Nachricht bei deiner Ankunft.
Gott sei Dank, das ist der Letzte heute.
Herr Voksa, du bist ein Soldat.
Wie findest du es, die Arbeit des Papstes zu tun?
Was für ein Vertreter Jesu verhängt Interdikte,
und verweigert einem Menschen, in geweihter Erde beerdigt zu werden.
HUSSINETZ (HUSINEC) IN SÜDBÖHMEN
Man sagt, du besuchst die Dörfer wie ein Wanderprediger.
Manchmal gehe ich in Dörfer, unter die Leute.
Warmes Wasser, von der Sonne erwärmt, ist für alles gut.
Gut gegen Zorn und gegen Beschimpfungen.
Mir reicht schon, dass es diesen widerlichen Schweiß entfernt.
Endlich kann ich die berühmten Irrlehren des Meisters hören.
Nein, die Lehren der Meister,
die die Heilige Schrift leugnen.
Erster Irrtum: Das Erschaffen.
Ein Priester erschafft Gott in einer Messe.
Zweiter Irrtum: Der Glaube.
Der Glaube an die Jungfrau Maria, an die Kirche, an den Papst,
obwohl man nur an Gott glauben soll.
Dritter Irrtum: Die Vergebung.
Priester behaupten, sie vergeben Sünden,
obwohl nur Gott Sünden vergeben kann.
Vierter Irrtum: Der Gehorsam.
Der Vasall ist gezwungen, auch ungerechten Befehle zu gehorchen.
Fünfter Irrtum: Der Kirchenbann.
Ein ungerecht Exkommunizierter ist an den Bann gebunden.
Ist das der letzte Aufsatz des Meisters?
Ja. Wir kopierten ihn für unseren König,
und für die Sorbonne in Paris.
Also gibst du mir keinen.
Warum nicht?
Jeder soll lernen. Und du bist ein Freund des Meisters.
Ein Almosen, mein Herr, ein Almosen.
Wie kannst du so sicher sein,
dass das, was du den Leuten erzählst, die Wahrheit Gottes ist?
Es gibt drei Wahrheiten, Mutter.
Die zweifelsfreie Wahrheit Gottes ist Fakt.
Die eindeutige Wahrheit steht in der Heiligen Schrift.
Dann wäre da noch die Wahrheit meines Verstandes,
der einen Sinn in beiden Wahrheiten finden will.
Die Wahrheit zu pflegen, ist hartes Brot.
Die beste Zuflucht wäre hier bei euch.
Warum nicht? Du lässt die Tonsur überwachsen,
und vergisst die Weisheiten und die großen Herren.
Dieses Jahr, Gott sei Dank, hatten wir eine gute Ernte.
Jede Hilfe wäre willkommen.
Becher!
Welche wird meine? Was?
Mein Herr, mein Herr!
Der Gesandte des Heiligen Vaters, Kardinal Landulf, ist hier.
Das Gespenst meines Bruders und des Heiligen Vaters.
Jetzt fehlt nur noch der Heilige Geist, Luzia.
Kräftiger, Marie.
Hebt mich hoch. Seid vorsichtig mit eurem König.
Der Heilige Vater und Ihr Bruder Sigismund haben beschlossen,
die Unruhen in der Kirche beizulegen.
Warum so viel Getue, Vater Kardinal?
Wir wissen doch beide,
dass sie nur die beiden unnötigen Päpste loswerden wollen.
Oder werden sie einen vierten wählen?
Sie werden das Abendländische Schisma beenden
und die Probleme mancher...
Mein Bruder will die Kaiserkrone,
und dazu braucht er meine Stimme, nicht wahr?
Was bietet er an?
Eine einmalige Gelegenheit,
Ihren Ruf zu rehabilitieren, ein ketzerisches Königreich zu sein.
Ich höre.
Wenn Meister Hus freiwillig eine Einladung zum Konzil annimmt...
Hörst du das, Astrologe?
Quid pro quo!
Ich unterstütze ihn, und er befreit mich von dem Dickkopf.
Meister Hus ist ein gottestreuer und redlicher Mann, mein Herr.
Er verdient Respekt.
Und ich verdiene nicht, von den ewigen Beschwerden
der Hradschiner, Wyschehrader, Olmützer oder sonstigen Prälaten
befreit zu werden?
Ich habe genug von...
Meister Hus.
Warum sollte er sich nicht selbst verteidigen,
wenn er sich seiner Wahrheit so sicher ist?
Wie wird sich der gottestreue und redliche Mann entscheiden?
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