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Original subtitles

Die Zeit der Mitternachtssonne kommt immer näher.

Jetzt ist der Moment, in vernünftige Vorhänge zu investieren.

Es können Leben oder wenigstens euer Schlaf gerettet werden.

Wenn Ihr also nicht schon welche habt,

macht euch bald auf den Weg ins nächste Geschäft.

Wir haben keine Milch mehr.

Ich kaufe später welche.

Bist du fertig?

Leg da was drunter, damit der Tisch nicht zerkratzt.

Jetzt komm.

Ich hol dich dann nachher ab. Du kommst immer zu spät.

Dieses Mal nicht, ich versprech's dir.

Fuck, ich sollte längst da sein.

Ich auch. Und du hast Fuck gesagt.

Ja, tut mir leid. Und jetzt beeil dich.

Bis später.

SOZIALE WOHLFAHRT ABTEILUNG SOZIALHILFE

Was weißt du über das Jugendheim Krókur?

Krókur, ein Heim für Jungs.

Minderjährige mit geringem Strafmaß kamen dorthin. Was ist damit?

Ich habe einen Anruf erhalten. Und das vom Nachrichtensender RÚF.

Sie haben zu diesen Heimen recherchiert und es war abzusehen,

bis sie auf Krokúr kommen würden.

Wir müssen alle Fakten parat haben,

bevor diese Besserwisser noch anfangen zu graben.

Letztes Mal haben sie uns ganz schön blöd aussehen lassen.

Niemand erinnert sich daran.

Doch, ich schon.

Krókur ist... ein verzwickter Fall. Zwei Jungs sind gestorben.

Es wurde als Unfall deklariert.

KINDERSCHUTZSTELLE

Gab es da nicht irgendwas Verdächtiges?

Nach den Todesfällen von 84' wurde dort alles geschlossen.

Das Haus steht seitdem leer.

Du willst den Fall wirklich annehmen?

Ich hatte schon vorher Fälle wie diese.

Ich weiß. Deswegen frage ich ja.

Dilja. Mach dir um mich keine Sorgen.

Na ja, ich mach mir schon Gedanken.

Um dich und Run, nach allem, was ihr die letzte Zeit durchmachen musstet.

Das werde ich nicht mit nach Hause nehmen. Versprochen.

Es ist alles so, wie du es verlassen hast, als du das letzte Mal hier warst.

Sehr schön.

BLAUE FLECKEN KRATZER

UNTERERNÄHRUNG

Hey, Run. Ist das etwa deine Rettungsweste?

Ich hab heute eine Mail von deiner Schule erhalten.

Es geht um einen Schultanz.

Wirst du hingehen?

Nein.

Ich weiß, es ist nicht einfach in einer neuen Schule anzufangen.

In deinem Alter hatte ich auch nicht viele Freunde und ich wurde auch geärgert.

Das Einzige, was da wirklich hilft,

ist sich ihnen gegenüberzustellen, Und ich finde, du solltest da hingehen.

Abgemacht?

Sie hat mich gekratzt.

Hast du heute Morgen zugemacht?

Ja...

Riecht nach Zigarette.

Warte hier.

Ist alles in Ordnung?

Ja, es war nur das Fenster offen.

Der Zug muss die Tür aufgestoßen haben.

Der Geruch ist weg.

Ja, wahrscheinlich hat draußen jemand geraucht.

Es waren Camel.

Die rauchte Mama.

Sollten wir nicht gleich mal was essen?

Ich hab keinen Hunger.

IN ERINNERUNG AN EINAR EYJÓLFSSON

Du bist nicht zum Essen erschienen.

Hier unten vergisst man schnell die Zeit.

Das sind die Adressen der Jungen, die ich herausfinden konnte.

Sieh dir das hier auch an.

Er fiel vom Dach in Krókur.

Veigar Guðfinnsson. 1994.

Zehn Jahre nachdem es geschlossen wurde.

Denkst du, es war Selbstmord?

Einer dieser toten Jungs, Einar.

Im Bericht steht, dass er Kratzer und blaue Flecken im Gesicht hatte.

- Jemand hat ihn verprügelt. - Veigar?

Diese Jungs kamen da hin, weil sie ein Fenster eingeschlagen haben,

ein paar Süßigkeiten klauten oder mal 'ne Schlägerei hatten.

So weit, so gut, und was haben sie dann dafür bekommen?

Ihr Todesurteil.

Entschuldige.

JANUAR 1984

Mann...

Lass das.

- Hey, lass das. - Was hast du da gesagt?

Du kannst mir das nachher ja noch mal zeigen.

Ja... warte.

- Pass auf. - Hey, warte.

Heiliger Vater,

wir bitten dich darum, dieses Mahl auf unserem Tisch zu segnen,

und die Gaben, die du uns zuteilwerden lässt durch deinen Sohn Jesus Christus.

Wir hoffen, dass du Erbarmen mit uns hast, die versuchen, diese jungen Männer

auf den richtigen Weg zu bringen.

Wir danken dir für den Regen und den Sonnenschein,

die Strapazen, die uns stärker machen...

Sie reißen mir das Ohr ab!

...die unsere Herzen erwärmen.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Amen.

Amen.

Was tust du hier? Sollst du nicht arbeiten?

Nein, jetzt gerade nicht.

- Na gut, dann geh ich jetzt mal. - Nein, ist schon in Ordnung.

Ich zieh mir nur was an.

So, fertig.

Findest du's nicht langweilig, hier zu arbeiten?

Also, ich kann mir nicht vorstellen, hier rumzuhängen.

Es sei denn, ich werde gezwungen.

Sobald ich genug Geld zusammen habe, kündige ich.

Und was wirst du dann tun?

Weiß noch nicht.

Was macht deine Mutter denn so?

Na gut, ich bin hier dann auch fertig. Es ist dann auch bald Essenszeit.

Hallo?

Hey, Jungs.

Ihr solltet schon längst schlafen.

"Er schaut zu, aber ich kann ihn kaum sehen.

Mein dunkler Schattenfreund.

Er ist hungrig, mich zu verschlingen. Es wird mein Ende sein."

Ich bin hier, um Run zu sehen.

Du hättest vorher anrufen sollen. Ich weiß nicht, wo sie ist.

Du weißt nicht, wo deine Tochter ist?

Sie ist 13 und langsam kein kleines Kind mehr.

Wie bist du hergekommen?

Ich bin einfach mit dem Bus gefahren.

Los komm. Ich fahre dich.

Wann bringst du sie, damit sie den Rest ihrer Sachen holen kann?

Ich denke, sie ist noch nicht bereit, da hochzugehen.

Vielleicht kann ich das mit ihr zusammen tun.

Es fühlt sich sehr merkwürdig an, dass ich sie nicht mehr sehe.

Ich werde mit ihr reden.

Odin, du kannst sie nicht von mir fernhalten.

Weil sie alles ist, was ich noch habe.

Und außerdem braucht sie ihre Großmutter.

Eine Sache noch.

Bist du gestern um diese Zeit schon hier gewesen, um Run zu sehen?

Nein, wie kommst du darauf?

TRAUMINTERPRETATIONEN

"Mutter:

Von deiner eigenen Mutter zu träumen, steht für Freude und Glück,

wenn sie am Leben ist.

Aber für Tod und Unglück, wenn sie tot ist."

Warum bist du eigentlich so merkwürdig?

Hast du etwa schlechte Träume von deiner Mutter?

- Was ist denn mir ihr passiert? - Sie ist gestorben.

Nein, sie hat sich umgebracht. Ist doch so.

- Was ist denn da drin? - Nein, nicht.

Was ist das denn, huh?

Ich hab gesagt, du sollst das lassen.

Was... was ist denn passiert?

Du hast gesagt, ich soll mich ihnen gegenüberstellen.

Ja, aber doch nicht so. Ich meinte nicht mit Gewalt.

Mama ist wütend auf mich.

Deine Mutter...

ist nicht wütend auf dich.

Sie hat dich geliebt.

Nein.

Ich weiß, dass sie mich nie hier haben wollte.

Sie hatte es schwer, ihre Gefühle auszudrücken.

Es ging ihr einfach nicht gut

Da, wo sie jetzt ist, geht es ihr besser.

Sie ist an einem besseren Ort.

Und Run... sieh mich an.

Im Himmel ist niemand wütend. Einfach niemand. Verstehst du?

Und hasst du Oma?

Nein, natürlich hasse ich sie nicht. Wir sind nur nicht immer einer Meinung.

Ich glaube, sie hasst dich.

Weil sie sagt, dass Mama noch am Leben wäre,

hätte sie dich nicht getroffen.

Sie hat sich noch nie so verhalten.

Und als sie bei ihrer Mutter gelebt hat?

Lara hat nie was davon erwähnt.

Hat sie Run jemals geschlagen, wissen Sie was davon?

Lara, nein.

Denken Sie das?

Ziemlich oft kopieren Kinder ein Verhalten,

von dem sie Zeuge geworden sind oder selbst involviert waren.

Aber natürlich kann es auch eine Reaktion auf die Trauer sein.

Also, ich bin ziemlich sicher, dass Lara unsere Tochter niemals geschlagen hat.

Und bevor Sie mich das jetzt gleich noch fragen.

Auch ich hab das nie getan.

Ich sammle hier nur Informationen.

Es ist ein großer Schock für Kinder, wenn sie ihre Mutter verlieren.

Sie hält ihre Gefühle und alles, was in ihr vorgeht zurück,

weil sie sich in ihrem Umfeld nicht sicher fühlt.

"Nicht sicher fühlt", was meinen Sie?

Ich meine Sie, Odin.

Ich denke, es fällt ihr schwer, mit Ihnen darüber zu reden,

was mit ihrer Mutter passiert ist. Verstehen Sie?

Odin.

Lara.

Du musst ihr helfen.

Du denkst also, es war ein Geist?

Tja...

Ja, man sieht Dinge, die nicht da sind.

Deswegen ist deine Mutter im Krankenhaus, richtig?

Antworte mir.

- Fängst du jetzt auch an, Dinge zu sehen? - Nein.

Nein.

Ja, ja, oh ja, meine Liebe.

Aldís Anna Agötudóttir.

A, A, A.

Sag mir, aus welchem Grund bitte, warst du so spät noch wach?

Du warst doch draußen, um jemanden zu treffen.

Nein. Ich hab die Wäsche fertig gemacht.

Ich weiß sehr wohl wie es ist, als Frau hier zu sein.

Ich weiß, wie die Jungs sind und ich weiß, wie geglotzt wird.

Nur, ich hab den Eindruck, das scheint dich nicht sonderlich zu stören.

Was meinst du?

Ach. Ich kann doch sehen, wie du auch die Jungs ansiehst.

Ich sehe alles.

Die Anderen haben vorzeitig gekündigt.

Die letzten zwei jedenfalls. Seitdem ich hier bin.

Und wieso haben sie gekündigt?

Sie haben was gesehen.

Veigar, der ihnen hinterher spioniert?

Sag schon.

- Hey! - Gib das mal her.

Bleib mal entspannt.

Hört zu, Ragna... sagt, sie hat einen Geist gesehen.

Ja, so wie du.

Ich hab nie von einem Geist geredet.

Macht das jetzt die Runde hier?

Sie hatte große Angst. Und war ein paar Tage später einfach weg.

Hält hier nicht jeder aus.

In deiner ersten Woche hier hast du von deinen Albträumen geschrien.

- Halt sofort deine Klappe. - Hey, Jungs. Lasst das.

Das Haus wird heimgesucht.

Alle wissen das. Es ist das Baby von Lilja.

Das Baby von Lilja?

Ja, es ist bei der Geburt gestorben.

- Es ist da drüben begraben. - Hör auf damit.

Er schaut zu, aber ich kann ihn kaum sehen.

Mein dunkler Schattenfreund.

Er ist hungrig

mich zu verschlingen.

Es wird mein Ende sein.

"18 Jahre alt."

... ich kann ihn kaum sehen.

Mein dunkler Schattenfreund.

Er ist hungrig

mich zu verschlingen.

Es wird mein Ende sein.

Kleppur.

Ja, guten Tag. Ich versuche Agata Friðbjörnsdóttir zu erreichen.

Ich bin ihre Tochter. Aldis.

- Ihre Tochter? - Ja.

- Einen Moment. - Danke.

Hallo?

Hi,

Mama.

Ich bin's,

Aldis.

Es tut mir sehr leid, dass ich dich nicht früher angerufen habe.

Ich wollte dir auch schreiben, aber es ging nicht.

Hör zu, ich kann nicht lang reden. Ich wollte dich gern sprechen, weil ich.

Ich wollte dich nach dem Lied fragen, ich meine das von dem Schatten.

Wo hast du es gelernt?

Mama.

Nein, du bist nicht meine Tochter.

Doch, ich bin's.

Aldis.

Das Lied, von dem ich spreche, kennen es noch andere Leute?

Und wie kam es hier nach Krókur?

Meine Tochter ist tot.

Sie wurde aufgefressen. Der Schatten hat sie gefressen.

Er hat sie gefressen und sich in sie verwandelt.

Ich habe versucht, Aldís in dem Brief zu warnen.

Ich habe versucht, ihr zu sagen...

Brief? Welcher Brief?

Der Schatten wird ihr folgen, ganz egal, wo sie hingeht.

Aber sie wird mir das nicht glauben. Du bist nicht meine Tochter.

Meine Tochter ist tot. Sie ist tot. Meine Tochter ist tot.

- Was machst du da? - Gar nichts.

Los, gib her.

Nein, nein, sie sperren mich ein, wenn sie das sehen

Kamen schon mehr Briefe für mich? Die dir weggenommen wurden?

- Und was tun sie mit den Briefen? - Das weiß ich nicht.

- Tobbi, ich schwöre dir... - Wirklich, ich weiß es nicht.

Ich muss sie nur Lilja geben. Und danach schickt sie mich weg.

Hör mir zu.

Gib ihr weiter die Briefe und finde heraus, was sie damit anstellt.

Und danach kommst zu mir.

Hast du verstanden?

Was denn?

Ich hab die Post dabei.

Leg den Beutel auf den Boden.

Hey.

- Hey. - Hab dich rausgehen sehen.

Willst du?

Ein wirklich interessanter Ort, um sich wegzuschleichen.

Ja, weißt du, es ist hier der einzige Ort, an dem ich mir nicht beobachtet vorkomme.

Hey.

Warum versteckst du das denn?

Weils nicht so schön aussieht.

Und weil sie mich an Dinge erinnern, die ich vergessen möchte.

Was ist denn geschehen?

Meine Mutter. hat mich gekratzt...

als ich jung war.

Manchmal hatte sie diese Anfälle und...

Ich war die einzige, die da war, wenn es passierte.

Nur, dann wurde ich älter, und habe gelernt mich...

dagegen zur Wehr zu setzen.

Und jetzt ist sie im Krankenhaus.

Meine Großmutter ist genau so.

Glaubst du daran, dass dich manche Dinge aus der Vergangenheit verfolgen können?

Dinge, die du kaum

kontrollieren kannst.

- Weil sie ein Teil von dir sind. - Aldis.

Du bist aber nicht wie sie.

Ich weiß aber, dass ich nicht die einzige bin, die hier was versteckt.

Ich weiß, dass du älter bist, als die anderen Jungs.

Beim Saubermachen hab ich deinen Ausweis gesehen.

Spionierst du mir etwa nach?

Nein, nur ich weiß, wenn man 18 Jahre alt ist,

geht man ins Gefängnis, wenn man was Schlimmes getan hat.

Es gab immer nur meinen Vater und mich.

Meine Mutter starb bei der Geburt.

Dafür gab er immer mir die Schuld. Die Wahrheit ist...

dass wir gemeinsam eine schwierige Zeit hinter uns haben.

Also schlägt er mich manchmal.

Ich hab ihm dann Geld gestohlen und bin weggerannt.

Nur, er fand mich und...

hat mich fast tot geprügelt.

So bin ich hierhergekommen.

Ganz sicher denkst du jetzt schlecht von mir.

Nein.

Wer ist das Mädchen auf dem Foto?

Das, was du in deinem Buch hast.

Also hast du doch mein ganzes Zeug durchwühlt.

Nein.

Ist sie deine Freundin?

Sie ist wirklich hübsch.

Ich finde, du bist hübsch.

Nein.

Doch, ich finde, dass du sehr hübsch bist.

Du weißt, dass du mit mir reden kannst.

Wir können über alles sprechen, Run.

Ich erzähl nichts weiter.

Du kannst gut zeichnen.

Vielleicht findest du das ja besser als reden.

Über deine Mutter...

Und... über diesen Morgen.

Hey, Schatz, ich...

- Danke fürs Abholen. - Hier, die Quittung vom Taxi.

Run, willst du dich nicht von mir verabschieden?

Du hast auch deinen Tee vergessen.

Ich weiß, du meinst es gut.

Nur, das Letzte, was sie jetzt gerade braucht

ist Hilfe von Teebeuteln und Vitaminen.

Und du weißt alles darüber. Vater des Jahres.

Ich schick dir das Geld fürs Taxi.

Odin.

Du solltest dir mal ihre Zeichnungen ansehen.

MEINE TRÄUME MACHEN MIR ANGST NIE/MANCHMAL/OFT/IMMER

ICH WILL ALLEIN SEIN NIE/MANCHMAL/OFT/IMMER

Das wird sie vor dem Schlafengehen beruhigen.

Und die Albträume werden dann auch aufhören.

Eine halbe Tablette reicht.

Gibt es psychische Erkrankungen in der Familie der Mutter?

Nein.

Alkoholismus spielt oft eine Rolle dabei.

Sind Sie jetzt nüchtern?

Wir hatten früher beide ein Problem mit dem Trinken.

Ich hab aufgehört, nachdem sie starb.

Das hier. Das sind Sie, oder?

Hat Run das gesagt?

Run verarbeitet offensichtlich Gefühle,

über die sie bisher nicht sprechen konnte.

Ich denke, sie macht Sie zum Teil verantwortlich für den Tod ihrer Mutter.

Mich?

Sollte es für Sie schwierig sein, gibt es auch Möglichkeiten,

dass man sich Zuhause um sie kümmert.

- Auch Einrichtungen. - Das kommt überhaupt nicht in Frage.

- Wollen wir dann? - Niemand sollte das Bild sehen.

Es war nur für mich.

Es tut mir leid, dass ich ihr das gezeigt habe.

Ich habe es nur einfach nicht verstanden.

Sie denkt jetzt, ich bin verrückt. Und will mich jetzt irgendwo hinschicken.

Niemand wird dich einfach so irgendwo hinschicken.

Nanna hat mir nur gesagt. dass es dir nicht so gut geht.

Ich stand oft sehr unter Druck und hab es einfach nicht bemerkt.

Du bemerkst nie etwas. Weil du immer nur arbeitest.

Ich wünschte, du wärst gestorben. Dann wäre alles normal.

Alles klar.

Ist mir was entgangen?

War doch gar nicht so übel, oder?

Dilja.

Danke.

Was ist los?

Erinnerst du dich an den Morgen, als Lara gestorben ist?

Natürlich.

Als ich aufgewacht bin, lag ich allein im Bett,

du musst schon früh morgens gegangen sein.

In der Nacht bin ich aber schon zu dir gekommen, richtig?

Nein.

Ich weiß nicht, wann du gekommen bist.

Ich hab noch auf dich gewartet und bin dann ins Bett gegangen.

Ich konnte ja nicht so lange aufbleiben, weil ich wieder früh raus musste.

Ich dachte, irgendwann wirst du schon dagewesen sein.

Ist es wegen des Bildes, das sie gezeichnet hat?

Ich kann mich absolut an nichts mehr erinnern aus der Nacht.

Das passiert ständig, wenn du getrunken hast.

Du bist seit ein paar Wochen hier.

Und betest hoffentlich auch.

Ah, ja.

Gut, aber nachts schleichst du dich gern mal aus deinem Zimmer.

Was?

Ja.

Nein, ich habe... ich bin nachts nicht...

Ja, schon gut.

Letzte Nacht auch nicht?

- Es war nur wegen... - Lüg mich nicht an.

Tu das nicht.

Das ist eine Sünde.

Ich brauchte nur etwas frische Luft...

Du hast noch drei Monate Aufenthalt hier. Genau das war die Abmachung.

Es liegt an mir, eine Empfehlung auszusprechen,

ob du noch länger hierbleiben sollst.

- Hast du gehört? Hast du mich verstanden? - Lassen Sie mich los.

- Ich habe nichts Falsches getan. - Ach ja?

So, wie du damals in der Stadt nichts Falsches getan hast?

Ihr könnt mich hier nicht festhalten.

Hör zu, ich will dich ab sofort in der Nacht nicht mehr rumlaufen sehen.

Und ich rate dir, lass die Hände von Aldis.

Hast du das verstanden? Huh?

Und wo? In der Vorratskammer?

Ich kann es dir nicht sagen. Kann ich jetzt endlich gehen?

Du brauchst keine Angst zu haben.

Es hat dich niemand gesehen.

Bist du sicher?

Wenn sie ihr eigenes Kind getötet haben, was machen sie dann mit mir?

Wieso sagst du das? Dass sie ihr eigenes Kind getötet haben?

- Na, weil sie es getan haben. - Es kam doch schon tot zur Welt.

Niemand hat irgendwen getötet.

Doch, das haben sie. Ich hab's doch selbst gesehen.

Ich habe mit Veigar in der Scheune gearbeitet.

Dann haben sie ihn geholt, weil Lilja starke Wehen hatte.

Er hat es in dieses Grab gelegt und es hat die ganze Zeit noch geschrien.

Bis es irgendwann ganz mit Erde bedeckt war.

Erinnern Sie sich an den Jungen, der dort war?

Einar Eyjólfsson.

Ich kannte ihn nicht besonders gut.

Ja, natürlich.

Ich war in Arnarholt, dreizehn Jahre alt, ein Sommer.

Ich hab vorher noch nie etwas stärkeres probiert, als dieses Bier.

Aber dann...

- Und heute, nüchtern? - Ja.

Ja, natürlich erinnere ich mich an Einar.

Er hat nicht viel mit mir gesprochen.

Nun gut. Er war ein komischer Junge.

Er war ständig mit diesem Mädchen zusammen.

Alle von uns fanden sie richtig toll.

Aber sie redete nur mit ihm.

Wissen Sie noch ihren Namen?

Anna.

Alda oder so etwas in der Art. Da waren so viele.

Die meisten blieben nicht lange,

dieses Ehepaar versprühte nicht gerade viel Liebe.

Diese Frau konnte wirklich sehr grausam sein.

Kein Wunder, dass sie irgendwann im Irrenhaus landete.

Es haben sich schreckliche Ereignisse in Krókur ereignet.

Wie äußert sich Lilja Saevarsdóttir dazu?

Nein, bitte nicht. Sie sagt nichts.

Bezieht sie keinerlei Stellung zu den Vorwürfen?

Ich habe nichts weiter zu sagen.

Die Hausangestellte, die 1984 dort gearbeitet hat.

Die Polizei hat sie nie befragt.

Sie verschwand, nachdem die Jungen gestorben waren.

Ich brauche den Namen des Mädchens, das dort gearbeitet hat.

Was glaubst du, dort zu finden?

Die Einrichtung wurde vor 40 Jahren geschlossen.

Dreh um, Odin. Und lass uns reden.

EINGESCHRÄNKTER ZUTRITT

"Lieber Einar, das Schlimmste ist vorüber.

Ich habe sichergestellt, dass es keine Fragen geben wird.

Und ich vertraue dir, dass du den Mund halten wirst.

Es ist schlimm, was mit Eyrun passiert ist.

Nur gibt es keinen Grund, zwei junge Leben zu zerstören."

Eyrun.

Aldís, kannst du mich hören?

Ich kann nicht mehr wirklich schreiben.

Es sind die Medikamente. Aber ich fühle mich besser.

Ich kann jetzt nachts schlafen

und ich habe keine Albträume mehr.

Und, Aldís, er folgt mir nicht mehr. Ich sehe ihn nicht mehr, den Schatten.

Vielleicht liegt es daran, dass ich im Krankenhaus sicher bin.

Vielleicht sind es auch die Medikamente.

Medizin ist Gift für den Schatten, das weißt du.

Aber Aldís, ich erzähle dir das, weil du vorsichtig sein musst.

Du bist in Gefahr. Der Schatten ist nicht mehr hinter mir her.

Ich bin jetzt gesund. Er will dich, Aldís. Er will dich fressen.

Aldís?

Aldis.

- Was machst du hier? - Ich wollte nur eine rauchen.

Warst du schon länger hier?

Nein, ich kam gerade erst runter.

Was ist los?

Wollen wir nachher noch zu mir gehen?

Ja, cooles Idee.

Ich hab den neuen Film besorgt.

Den hab ich noch nicht gesehen.

- Habt ihr Popcorn da? - Können wir gucken.

Oder... ich hab 'ne andere Idee.

Jetzt bist du an einem besseren Ort.

Na los.

Hast du sie abgeholt?

Sie hat eine ganze Weile auf dich gewartet.

Schatz, na los. Steig ein.

Was willst du von ihr?

Ich will, dass sie sich öffnet und mit jemandem redet.

Sie möchte nicht in deiner Nähe sein.

Sie fühlt sich unwohl bei dir.

Unwohl, ja?

Ich hab keine Ahnung, was du ihr über mich erzählst.

Nur wirst du ihr nicht endlos und für alle Zeit diese Lügen auftischen können.

Nimm dich in Acht.

Von wem sind die Briefe?

Kannst du nicht schlafen?

Willst du ne Schlaftablette?

Du solltest nicht die Briefe anderer Leute lesen.

Oma hat das gesagt.

Ja, deine Oma. Aber ist schon richtig.

Die Leute, denen sie gehörten, sind alle schon verstorben.

Können denn Tote keine Briefe lesen?

Kann ich dir auch nicht sagen.

Und wenn ich Mama einen Brief schreiben würde.

Wäre sie dann nicht mehr wütend?

Na los, setz dich hin.

Hör zu,

deine Mutter ist nie wütend auf dich gewesen.

Ich will mich nur verabschieden.

Wenn du ihr gern etwas mitteilen möchtest,

dann schreib ihr doch einen Brief.

Denkst du, dass sie ihn lesen kann?

Tut mir leid.

Hab das im Auto nicht so gemeint.

Ich hoffe, dass sie jetzt nicht mehr wütend ist.

Auf uns beide.

Run?

Ja?

An dem Morgen, als deine Mutter gestorben ist,

hast du da irgendetwas bemerkt oder jemanden gesehen?

Warum fragt mich das jeder andauernd?

Wieso, wer fragt denn noch?

Nur du.

Und Oma.

Ich hab die ganze Zeit geschlafen, ich hab nichts gesehen.

Weißt du, ich denke schon,

dass ich an dem Morgen in Laras Wohnung war, als sie gestorben ist.

Ich kann mich nur nicht mehr erinnern.

Ich weiß es nicht mehr, ich war zu betrunken.

- Hast du was getan? - Nein.

Das könnte ich doch nie.

Ja, wirklich. Ich hab's doch gehört. Er hat ihr alles erzählt.

Du bist also schön herumgeschlichen?

- Nein. - Du lügst mich nicht an.

Au! Nein, ich wars nicht, ich hab nichts getan.

Nein, lass mich los. Nein, nein, nein, nein. Nein, Lilja, bitte nicht.

Nein, bitte nicht, Lilja. Lass mich raus, bitte lass mich raus.

Ich hab nichts getan, ich war's nicht.

Lilja, ich war es nicht, bitte lass mich raus.

Bitte, bitte, ich war's nicht, ich war's nicht.

Ihr dürft ihn dort nicht einsperren. Er leidet unter Platzangst.

Jungen brauchen Disziplin.

Ich war es, die die Briefe genommen hat.

Ich meine, die Briefe, die ihr uns gestohlen habt.

Rede nicht in diesem Ton mit mir.

Ich kann in meinem eigenen Haus gar nicht stehlen, hörst du?

Du allerdings. Dir gehört hier so gar nichts.

Das ist einfach nur unerträglich.

Lass uns nicht vor den Augen unseres Retters streiten.

Hm?

Ich weiß, wie er da wieder rauskommt.

- Hm. - Veigar.

- Lilja. - Du Hure.

- Lilja, warte - Sag jetzt bloß kein Wort.

Wo immer du auch hingehst, folgt ganz schnell das Unheil.

Wenn sie so schuldig ist wie Tobbi.

Sollten wir sie dann nicht auch einsperren?

Vergesst das, ihr könnt mich nicht einsperren.

- Ich kündige. - Kündigen?

Du kannst nicht einfach so kündigen.

Nein, ich kann hier nicht mehr arbeiten.

Wieso denn?

Bist du krank?

Du bist schwanger.

Und willst du es behalten?

Ja.

Du willst wirklich einen Bastard großziehen?

Das ist eine Sünde gegen Gott.

In deiner Situation kannst du kein Kind aufziehen, du hast nichts.

Du bleibst schön hier. Und gehst nirgendwo hin.

Hier?

Was das Kind braucht, ist ein gutes Zuhause.

Mein Kind wird zumindest nicht irgendwo begraben.

Und das lebendig.

Lebendig?

Nein!

NANNA PSYCHOLOGIN

Lilja.

Mein Namen ist Odin Hafsteinsson.

Ich arbeite an einem Bericht über das Jugendheim in Krókur.

Ich will, dass Sie gehen. Lassen Sie mich.

Ich möchte Ihnen nur ein Foto zeigen.

Vielleicht wissen Sie, wer das ist.

Kennen Sie sie?

Oh Gott, ja.

Sie war ein furchtbares Mädchen.

Wissen Sie denn ihren Namen noch?

Das Haus wurde damals geschlossen,

kurz nachdem die beiden Jungen gestorben waren.

Sie war es. Diese Hure.

Sie waren nachts immer draußen, um sie zu sehen.

Sie reden von ihr, wissen aber ihren Namen nicht mehr?

Lilja.

Warum war Einar in Krókur? Was hat er getan? Er sollte nicht dort sein, oder?

Einar hat verdient, was er bekommen hat.

Er war ein Soziopath.

Er hatte keine menschlichen Gefühle.

Er war kalt.

Ich will nicht mehr über diesen Ort reden.

Er hat mir nichts als Schmerz gebracht.

Was tun Sie da?

- Gehen Sie weg. - Hey, hey, hey, lassen Sie das.

- Fassen Sie mich nicht an. - Ich brauche hier Hilfe.

- Beruhigen Sie sich. - Was ist denn los?

Beruhigen Sie sich jetzt wieder, Sie müssen mir helfen.

- Ist schon gut. - Ganz ruhig.

Aldis, Anna, Agötudóttir war ihr Name.

Drei A's hintereinander.

Was willst du?

Was ist los?

Gehst du weg?

Ja.

Und du wolltest mir nicht Bescheid sagen?

Haben die Jungs was erzählt?

Warst du es, der nachts an meinem Fenster geklopft hat?

- Aldis. - Versuchst du mir Angst einzujagen?

- Wovon sprichst du bitte? - Sag mir jetzt die Wahrheit.

Wieso bist du wirklich hier?

Wer ist Eyrun?

Was hast du mit ihr getan?

Aldis?

Was tust du hier?

Aldis?

Manchmal komme ich hier hoch, um mir ihre Sachen anzusehen.

So bin ich ihr näher.

Du warst damals die Hausangestellte.

Ja.

Ich... hab dort gearbeitet.

Es sind zwei Jungen dort damals in der Zeit ums Leben gekommen.

Erinnerst du dich?

Natürlich erinnere ich mich daran.

Lilja, die das Haus geleitet hat, meinte,

du müsstest besser als jeder andere wissen, was dort geschehen ist.

Und sie hat gesagt, dass du sie umgebracht hast.

- Ich? - Hattest du nicht was mit Einar?

Einar.

Er war Laras Vater.

Lara fand es heraus.

Fand raus, dass er gestorben ist.

Dass er umgebracht wurde.

Ja, und Lilja hatte völlig Recht.

Ja, als Lara dich nach ihm gefragt hat,

war das der Moment, als du sie vom Balkon gestoßen hast?

Run war an diesem Morgen wach.

- Sie hat dich gesehen. - Odin!

Du verstehst gar nichts, du verstehst es nicht.

Natürlich erzählt Lilja, dass es meine Schuld war.

Niemand hat mich jemals gefragt.

Aldis...

Aldis...

Kannst du mich hören?

Du hast es mit einem Kleiderbügel getan.

Der Draht.

Ich weiß, es ist furchtbar. Aber ich wusste nicht, was ich tun sollte.

Wir waren noch viel zu jung, um ein Kind zu bekommen

und das mit dem Kleiderbügel hab ich irgendwo gelesen, also...

Eyrun wollte, dass ich das tue.

- Und dann... - Was ist mit ihr passiert?

Sie hat so viel geblutet, sie wurde ins Krankenhaus geschickt.

- Nur, da war eine Infektion. - Sie starb.

Sie starb.

Du hast sie umgebracht.

- Es war ein Unfall. - Geh jetzt weg!

Eigentlich solltest du dafür bestraft werden und im Gefängnis sitzen.

Also hau ab. Los, sofort raus hier.

Ich hätte niemals zulassen dürfen, dass du mich anfasst.

- Beruhig dich. - Und jetzt sofort raus mit dir.

- Beruhig dich. - Los, raus mit dir!

Du haust jetzt endlich ab!

Du bist irre, genau wie deine Mutter.

Tut mir leid.

Ich hab es nicht so gemeint.

Entschuldige, dass ich dich angelogen habe.

Das, was mit Eyrun passiert ist, war ein riesiger Fehler

und ich habe daraus gelernt.

Wenn du gehst, dann lass mich bitte unbedingt mit dir mitgehen.

Ich liebe dich.

Wir können es einfach bei meiner Mutter verstecken.

Sie hat ein großes Haus und ist fast nie Zuhause.

Wir können dort bleiben, nur wir zwei.

Aldis.

Du hast erzählt, dass deine Mutter gestorben ist.

Ist irgendwas wahr von dem, was du erzählst?

Lügner.

- Aldis? - Raus jetzt.

Bist du da drin?

Was macht er hier?

Was willst du?

Wir sollten deine Abreise nicht weiter verzögern.

Lilja ist sehr aufgebracht.

Ich fahre dich in die Stadt.

Ich hol nur den Jeep.

Gut, ich bin gleich fertig.

Aldis.

Das Kind von Lilja. Es hatte eine Behinderung.

Es hätte die Nacht nicht überlebt.

Du hast euer eigenes Kind lebendig begraben.

Ich dachte, du bist besser als das. Ich dachte, du wärst anständig.

Aber das bin ich nicht.

Und werde es auch nie sein.

Aldis, Aldis.

Los, Beeilung.

Du bist leise, bis wir in der Stadt sind.

Und was dann?

Ich überleg mir noch was.

Danke, Aldis.

Ich hole jetzt meine Sachen. Und dann verschwinden wir.

Ja, gut.

Ich erledige noch schnell was. Warte hier.

Lilja?

Darf ich reinkommen?

Ich möchte mich gerne entschuldigen.

Ganz still.

Verstanden?

Okay.

DER SCHATTEN IST HUNGRIG

Er schaut zu, aber ich kann ihn kaum sehen.

Mein dunkler Schattenfreund.

Er ist hungrig, mich zu verschlingen.

Es wird mein Ende sein.

Ich fahre mit Aldis in die Stadt.

Sie braucht mich dort.

Ich dachte, Aldis wollte...

Aldis...

Willst du uns verraten?

Du weißt, ihr geht's nicht gut. Und sie braucht Hilfe.

Willst du dich einmischen?

Hats dir die Sprache verschlagen?

Los, sag schon was.

Ich denke, ich...

Ich denke, ich werde jetzt lieber gehen.

Lilja?

Warum denn so eilig?

Lass mich hier raus.

Was hast du dir denn überlegt, wo willst du hingehen?

Womöglich in die Anstalt, wo deine Mutter auch schon ist?

Glaubst du wirklich, dass du in diesem Haus die erste Hure bist,

der ich Manieren beibringen muss?

Wenn die Jungs schlimme Wörter benutzen.

Dann wasche ich ihre Münder mit Seife.

Aber was du heute gesagt hast,

ich denke, das kann ich nicht auswaschen.

Vielleicht sollte ich dir lieber deine Zunge raus schneiden.

Du bist überhaupt nicht geeignet, eine Mutter zu sein.

Ich werde dich leider nicht gehen lassen können.

Nicht mit Veigars Kind.

Nicht nachdem, was er meinem kleinen Jungen angetan hat.

Ja, du wirst schön hier bleiben.

Du bekommst dein Kind hier,

und dann wirst du es mir geben.

- Es ist aber gar nicht Veigars Kind. - Du Lügnerin!

Denkst du wirklich, ich glaube irgendwas von dem, was du da sagst?

Ich hatte niemals was mit deinem Mann.

Ja, glaubst du, ich sehe nicht,

wie du ihn ansiehst, und wie du ihn verführen willst, du Hure?

Es ist von Einar.

Ja, er ist der Vater. Und deshalb muss ich auch hier weg.

Einar? Nein, Einar?

Du warst das.

Du warst an meinem Fenster.

Und auch im Essensraum.

Wohin sollte das führen?

- Wolltest du mich mit Angst vertreiben? - Bei den Anderen hat's funktioniert.

Du kannst doch auch einfach gehen. Du kannst Veigar doch verlassen..

Ich werde nirgendwo hingehen. Ich habe hier alles aufgebaut.

Ich habe diesen Ort aufgebaut und es ist verdammt noch mal mein Heim.

Mein ganzes Leben, mein ganzes Leben. habe ich mich um andere gekümmert.

Und ich habe im Gegenzug niemals für mich um irgendwas gebeten.

Lediglich um eine Sache.

Aber Gott.

Gott gibt uns nicht, was wir wollen. Er gibt uns, was wir brauchen.

Und aus diesem Grund kannst du heute Nacht nirgendwo hingehen.

Aber ich gehe.

Nein.

Ich hab dafür gesorgt, dass das Auto nirgendwo hinfährt.

Was meinst du?

Du kannst mir glauben, du würdest da jetzt nicht drinsitzen wollen.

Diese Abgase sind wirklich extrem gefährlich.

Für mein Baby.

Tobbi!

Oh, mein Gott.

Wenn jemand hätte sterben sollen,

dann ich.

Nur nicht Einar und Tobbi.

Du kannst mir alles vorwerfen, Odin. Aber nicht, dass ich eine Mörderin bin.

Und Lara?

Denkst du wirklich, dass ich meine eigene Tochter umbringen würde?

Das Einzige, was ich immer wollte, war ein besseres Leben für sie.

Und Run.

Also war es Selbstmord?

Du hast nicht zugehört.

Und siehst nicht hin.

Als ich an dem Morgen rüber kam, wusste ich sofort, was passiert war.

Wäre ich nur ein paar Minuten. früher da gewesen...

Ich kann nicht aufhören, daran zu denken.

Was ist?

Papa ist unten.

Klar. Du hast wohl geträumt.

Ich hab ihn doch gesehen.

Dein Vater, ja? Sonntagmorgen, ich denke eher nicht.

Er ist doch gerade da draußen.

Run, du hörst jetzt damit auf.

Du hörst mir einfach niemals zu.

Was zur Hölle hast du bitte vor?

Was tust du denn da?

Du bist mal wieder betrunken.

Rede nicht in diesem Ton mit mir.

Hier. Mach das jetzt sauber.

Ich will hier bei dir nicht mehr leben.

Ich will zu Papa ziehen.

Dann frag ihn doch mal, was er darüber denkt.

Es wird lustig, wie er sich da raus windet.

Run.

Liebe Mama, es tut mir leid, dass ich dich geschubst habe.

Ich wusste nicht, dass du so wütend werden würdest.

Aber nun ist es vorbei und erledigt. Und ich fühle mich besser.

Ich bin jetzt bei Papa und du bist im Himmel.

Und ich habe mich entschuldigt, Mama. Also hör auf, in meine Träume zu kommen.

Deine Run.

Ich habe geschafft, dem Schatten zu entkommen,

der mich mein Leben lang verfolgt hat.

Aber der Schatten hat Run gefunden.

Ihr hätte geholfen werden können.

Aber Runs kalte Seele ist deine Schuld.

Was ihr Zwei ihr gegeben habt,

war Kälte, wo sie Wärme gebraucht hätte.

Und Liebe. Und Fürsorge.

Hallo Odin, ich habe schon einige Male versucht, Sie zu erreichen.

Die Angelegenheit ist sehr dringend.

Denn die Ergebnisse von Runs Untersuchung bereiten mir große Sorgen.

Sie deuten stark darauf hin, dass Run eine Persönlichkeitsstörung hat.

In dem Zusammenhang glaube ich, könnte sie eine Gefahr

für sich selbst oder auch für andere darstellen.

Sie hat auch noch eine weitere Zeichnung hier gelassen, die...

Rufen Sie mich am besten zurück, sobald Sie das gehört haben.

Warum hast du mich nicht abgeholt?

Ja, ich hab's irgendwie vergessen.

Wollen wir essen?

Wir können ja nachher noch irgendwo hinfahren, oder so.

Und wohin?

Ich... Jetzt iss du erstmal.

SCHWIEGERMUTTER

Bist du fertig?

Dann lass uns gehen.

Willst du nicht erst aufessen?

Also dann.

Run, kommst du jetzt langsam?

Willst du mich zu Oma bringen?

Nein, ich wollte einfach nur ein bisschen durch die Gegend fahren.

Warte kurz, ich hab noch was vergessen.

Gut... Was hast du vergessen?

Sei mir nicht böse.

Es tut mir leid, Papa.

Du hast es jetzt besser.

Run.

Run.

hat man die Ermittlungen zu einem Todesfall...

Run?

der zunächst als Unfall bekannt wurde.

Es hieß, Lara Aldísardóttir's Todesursache

sei ein versehentlicher Sturz von ihrem Balkon im letzten September gewesen.

Jedoch sind nun neue Informationen aufgetaucht,

nachdem ihr Ehemann Anfang dieser Woche Selbstmord beging.

Oma...

Bitte sei nicht wütend.

Run.

Es ist alles gut, mein Schatz.

Du wirst sehen, wir werden das zusammen durchstehen.

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